
Spirituelle Kriegerin: Die Kraft, Bewusst Zu Leben
Spirituelle Kriegerin – das klingt zunächst vielleicht nach Stärke, Kampf und Durchsetzungskraft. Doch genau darum geht es nicht. Der Begriff beschreibt vielmehr eine innere Haltung: bewusst zu leben, sich selbst immer wieder neu auszurichten und den eigenen Weg mit Klarheit, Mut und Offenheit zu gehen. Was wäre, wenn in dir viel mehr Bewusstheit, Klarheit und innere Freiheit stecken, als du im Alltag manchmal bemerkst? Diese Frage steht am Anfang dieser Episode. Und sie führt zu einer Frage, die mich persönlich schon länger beschäftigt: Was bedeutet es eigentlich, eine spirituelle Kriegerin oder ein spiritueller Krieger zu sein?
Transkription
Was wäre,
Wenn in dir viel mehr Bewusstheit,
Klarheit?
Und innere Freiheit steckt,
Als du im Alltag manchmal bemerkst.
Was wäre,
Wenn du diese Qualitäten nicht erst irgendwo suchen musst?
Nicht in einem neuen Buch?
Nicht in einer neuen Methode.
Nicht in einem perfekten Morgenritual.
Sondern wenn all das bereits in dir angelegt ist.
Und du dich nur immer wieder daran erinnern darfst.
Vielleicht kennst du diese Momente.
Du bist ganz bei dir.
Du weißt,
Was dir wichtig ist.
Du spürst eine Klarheit.
Du bist ruhig.
Präsent.
Und dann kommt der Alltag.
Ein Gespräch.
Eine unerwartete Situation.
Ein Konflikt.
Ein Gedanke.
Und plötzlich merkst du,
Da ist wieder dieses alte Muster.
Du weißt vielleicht sogar ganz genau,
Was du verändern möchtest.
Und trotzdem findest du dich manchmal wieder in alten Reaktionen.
Aber was wäre,
Wenn genau dieser Moment kein Scheitern ist?
Was wäre,
Wenn genau hier unsere eigentliche spirituelle Praxis beginnt?
Vielleicht beginnt Bewusstheit nämlich nicht dort,
Wo wir alles im Griff haben.
Sondern dort,
Wo wir anfangen,
Uns selbst wirklich wahrzunehmen.
Was bedeutet eigentlich spirituelle Kriegerin?
Vielleicht hast du beim Titel dieser Folge kurz innegehalten.
Die spirituelle Kriegerin.
Und vielleicht fragst du dich,
Warum Kriegerin?
Was hat das mit Yoga zu tun?
Und vielleicht gerade wenn du ein Mann bist,
Denkst du,
Ist das überhaupt mein Thema?
Deshalb möchte ich das gleich am Anfang sagen.
Wenn ich in dieser Folge von der spirituellen Kriegerin spreche,
Dann deshalb,
Weil ich selbst als Frau spreche und diesen Weg aus meiner eigenen Perspektive betrachte.
Aber das,
Worüber ich spreche,
Ist für mich nicht weiblich oder männlich.
Es geht um etwas zutiefst Menschliches.
Und Bewusstheit.
Und Mut.
Um innere Klarheit.
Und Präsenz.
Um Selbstverantwortung.
Um die Fähigkeit innezuhalten und bewusst zu wählen.
Wenn du ein Mann bist,
Dann kannst du für dich einfach den Begriff spiritueller Krieger verwenden.
Denn letztlich geht es nicht um eine Geschlechterrolle.
Es geht um eine innere Haltung.
Und vielleicht ist genau das Interessante an diesem Wort Krieger.
Denn wenn wir das hören,
Denken wir zunächst an Kampf.
An Stärke,
An Durchsetzung.
An jemanden,
Der gegen etwas oder jemanden antritt.
Aber ich möchte heute eine andere Bedeutung des Wortes öffnen.
Eine andere Art von Stärke.
Eine Stärke,
Die nicht darin besteht,
Andere zu besiegen.
Sondern sich selbst immer wieder bewusst zu begegnen.
Der spirituelle Krieger kämpft nicht gegen das Leben.
Er versucht nicht alles zu kontrollieren.
Er muß nicht immer stark sein.
Er muss keine Angstlosigkeit erreichen.
Und er muss auch nicht perfekt sein.
Vielleicht besteht seine Stärke vielmehr darin,
Dass er bereit ist,
Wahrzunehmen.
Was gerade wirklich geschieht?
In sich.
Und um sich herum.
Und daraus bewusster zu handeln.
Warum beschäftigt mich dieses Thema?
Vielleicht fragst du dich,
Warum spreche ich gerade jetzt darüber?
Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Yoga,
Mit Meditation.
Mit dem Körper.
Mit dem Atem.
Mit verschiedenen Formen von Bewusstseinsarbeit.
Und je länger ich mich mit diesem Thema beschäftige,
Desto spannender wird für mich eine Frage.
Was bedeutet es eigentlich,
Bewusst zu leben?
Wir können unglaublich viel über Bewusstheit wissen.
Wir können meditieren.
Wir können Yoga üben.
Wir können Bücher lesen.
Und ich lese unheimlich gerne Bücher darüber und empfehle sie auch gern weiter.
Wir können uns mit Spiritualität beschäftigen.
Und das habe ich sogar schon gemacht,
Bevor Yoga in mein Leben gekommen ist.
Wir können wissen,
Dass wir unsere Gedanken beobachten können.
Wir können wissen,
Dass Atem uns zurück in den gegenwärtigen Moment bringen kann.
Übrigens ein unheimlich starkes Tool in meinen Augen.
Und trotzdem sind wir manchmal plötzlich wieder mitten in einer Reaktion.
Und genau das finde ich so menschlich.
Und gleichzeitig so spannen.
Denn vielleicht geht es gar nicht darum,
Irgendwann einen Zustand zu erreichen,
In dem wir immer vollkommen bewusst,
Ruhig und gelassen sind.
Vielleicht geht es vielmehr darum,
Uns immer wieder zu erinnern.
Zu erinnern,
Wer bin ich?
Was geschieht gerade in mir?
Wohin geht meine Aufmerksamkeit?
Und wie möchte ich mit dem umgehen,
Was mir gerade begegnet.
Eine andere Vorstellung von Stärke.
Ich glaube,
Wir verbinden Stärke oft mit etwas Äußerem.
Zum Beispiel,
Stark ist jemand,
Der sich durchsetzt,
Der keine Angst zeigt,
Der weiß,
Was er will.
Der sich behaupten kann.
Der immer weiter geht.
Vielleicht denkst du hier schon,
Oje,
Nein,
Ich bin nicht jemand,
Der immer weiß,
Was er will oder sich immer durchsetzen kann.
Genau so ist es.
Das ist die Realität.
Aber vielleicht gibt es eine ganz andere Form von Stärke.
Eine stille Stärke.
Die Fähigkeit,
Nicht sofort reagieren zu müssen.
Die Fähigkeit,
Einen Moment auszuhalten.
Die Fähigkeit,
Eine Unsicherheit nicht sofort beseitigen zu müssen.
Die Fähigkeit,
Einen Gedanken zu beobachten,
Ohne ihm sofort zu glauben.
Und das ist der Moment,
Wo wir unseren Atem einsetzen können.
Kurz anhalten.
Stopp.
Und erstmal ein paar tiefe Atemzüge.
Und dann die Fähigkeit zu sagen,
Ich weiß es gerade nicht.
Oder ich habe Angst und ich gehe trotzdem weiter.
Oder ich kann etwas nicht kontrollieren und darf es trotzdem loslassen.
Vielleicht ist das eine Form von innerer Stärke.
Hört sich das gut an?
Und vielleicht ist genau das die Kraft der spirituellen Kriegerin.
Der Krieger auf der Yogamatte.
Und jetzt möchte ich eine Verbindung herstellen,
Die für mich besonders schön ist.
Denn wenn du Yoga praktizierst,
Kennst du den Krieger wahrscheinlich sehr gut.
Virabhadrasana.
Die Kriegerhaltung.
Vielleicht hast du sie schon unzählige Male geübt.
Krieger Eins,
Krieger Zwei,
Vielleicht auch Krieger Drei.
Gerne auch in einem Flow.
Und vielleicht hast du bisher gar nicht so genau darüber nachgedacht,
Warum diese Asana eigentlich Krieger heißt.
Der Sanskrit-Name lautet Virabhadrasana.
Vira wird mit Held,
Tapfer oder Krieger verbunden.
Badra bedeutet unter anderem gut,
Günstig.
Gesegnet oder wohlwollend.
Und Asana bedeutet Haltung oder Sitz.
Virabhadra ist also sinngemäß der gute oder edle Held.
Und hinter diesem Namen steht eine Geschichte aus der hinduistischen Mythologie.
Eine Geschichte über Shiva und Sati.
Sati war die Tochter von Daksha und die Frau von Shiva.
Daksha missbilligte die Verbindung seiner Tochter mit Shiva und lud Shiva und Sati nicht zu einem großen Opferfest ein.
Sati ging dennoch zu diesem Fest.
Dort wurde Shiva beleidigt und herabgesetzt.
Sati war zutiefst verletzt und stürzte sich schließlich in das Opferfeuer.
Als Shiva von ihrem Tod erfuhr,
Wurde er von Schmerz und Zorn überwältigt.
Der Mythos erzählt,
Dass Shiva eine Locke aus seinem Haar riss und zur Boden warf.
Aus dieser Locke entstand Virabhadra.
Ein mächtiger Krieger.
Shiva gab ihm den Auftrag,
Zum Opferfest zu gehen,
Und Virabhadra zog los.
Das ist zunächst einmal keine besonders friedliche Geschichte.
Im Gegenteil,
Sie handelt von Liebe,
Von Verletzung,
Von Stolz,
Von Wut,
Von Rache.
Aber auch von Transformation.
Und genau deshalb finde ich die Geschichte für unser heutiges Thema so interessant.
Denn Yoga erzählt uns hier nicht einfach,
Sei stark!
Sondern die Geschichte zeigt auch,
Wohin ungezügelte Emotionen führen können.
Und jetzt kommt für mich eine wichtige Unterscheidung.
Die mythologische Geschichte von Virabhadra ist sehr alt.
Die heute bekannte körperliche Form der Kriegerhaltung ist dagegen eine Entwicklung des modernen Yoga.
Und wurde insbesondere im 20.
Jahrhundert verbreitet.
Die Körperhaltung,
Wie wir sie heute praktizieren,
Ist in den alten Hatha-Yoga-Schriften nicht in dieser Form überliefert.
Das finde ich persönlich sogar faszinierend.
Denn dadurch können wir zwei Dinge miteinander verbinden.
Eine alte Geschichte und eine moderne körperliche Praxis.
Was spüren wir im Krieger?
Wenn du jetzt an Virabhadrasana,
Also die Kriegerposition,
Denkst,
Stell dir deinen Körper darin vor.
Die Füße stehen fest,
Die Beine tragen dich,
Der Oberkörper richtet sich auf,
Der Brustraum öffnet sich.
Der Blick geht nach vorn.
Die Arme können nach oben oder zur Seite ausgerichtet sein.
Und plötzlich ist da etwas sehr Ursprüngliches.
Stand,
Kraft,
Ausrichtung,
Präsenz.
Du kannst in dieser Haltung nicht unkonzentriert sein.
Du musst deinen Körper wahrnehmen.
Du musst deinen Stand spüren.
Du musst deinen Atem wahrnehmen.
Du musst dich ausrichten.
Und gleichzeitig darfst du nicht verkrampfen.
Denn wenn du im Krieger nur Kraft einsetzt,
Wird die Haltung hart.
Wenn du zu weich wirst,
Verlierst du deine Stabilität.
Es braucht beides,
Kraft und Beweglichkeit.
Stabilität und Offenheit.
Fokus und Weite.
Und vielleicht ist genau das auch eine schöne Beschreibung für einen bewussten Menschen.
Standfest,
Aber nicht starr.
Klar,
Aber nicht hart.
Offen,
Aber nicht grenzenlos.
Mutig.
Aber nicht rücksichtslos.
Der Krieger in uns.
Wenn du das nächste Mal im Yoga in Virabhadrasana stehst,
Könntest du einmal eine andere Frage mitnehmen.
Nicht,
Wie weit komme ich?
Nicht,
Sieht meine Haltung richtig aus?
Nicht,
Bin ich stark genug?
Sondern,
Wie stehe ich eigentlich im Leben?
Kann ich meinen eigenen Stand spüren.
Kann ich aufrecht bleiben,
Ohne mich gegen das Leben zu verhärten.
Kann ich offen bleiben,
Ohne mich selbst zu verlieren?
Kann ich meinen Blick auf das richten,
Was mir wirklich wichtig ist.
Und vielleicht wird aus einer scheinbar einfachen Yoga-Asana Plötzlich eine Erinnerung.
Eine Erinnerung an unsere eigene innere Kraft.
Bewusstheit beginnt mit Wahrnehmen.
Und damit kommen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage.
Was bedeutet es,
Bewusst zu leben?
Für mich beginnt Bewusstheit zunächst mit etwas sehr Einfachem.
Wahrnehmen,
Nicht sofort verändern,
Nicht bewerten,
Nicht analysieren,
Erst einmal wahrnehmen.
Was denke ich gerade?
Was fühle ich?
Wie atme ich?
Was macht mein Körper?
Wo ist meine Aufmerksamkeit?
Bin ich gerade wirklich hier?
Oder bin ich gedanklich schon bei morgen?
Oder noch bei gestern.
Und vielleicht stellst du irgendwann fest.
Der größte Teil unseres Lebens geschieht gar nicht bewusst.
Wir stehen auf,
Wir machen unsere gewohnten Dinge.
Wir reagieren,
Wir denken,
Wir planen,
Wir funktionieren.
Und plötzlich ist der Tag vorbei.
Das ist keine Kritik.
Es ist menschlich.
Unser Gehirn liebt Gewohnheiten.
Gewohnheiten erleichtern unser Leben.
Aber Bewusstheit bedeutet vielleicht,
Ich muss nicht jede Gewohnheit für immer wiederholen.
Der kleine Raum.
Vielleicht ist das eine wichtige Fähigkeit,
Die wir entwickeln können.
Den kleinen Raum zwischen einem Ereignis und unserer Reaktion wahrzunehmen.
Etwas geschieht,
Jemand sagt etwas,
Etwas läuft anders als geplant.
Ein Gefühl taucht auf.
Ereignis Reaktion Aber vielleicht entsteht irgendwann ein kleiner Zwischenraum.
Ein Atemzug.
Eine Sekunde.
Und in diesem Moment kannst du wahrnehmen.
Da ist Erika.
Da ist Angst.
Da ist Enttäuschung.
Da ist mein Wunsch,
Sofort zu reagieren.
Und plötzlich bist du nicht mehr vollkommen darin gefangen.
Du beobachtest.
Vielleicht ist das Bewusstheit.
Nicht,
Dass nichts mehr in uns geschieht.
Sondern dass wir anfangen mitzubekommen,
Was in uns geschieht.
Die Geschichte,
Die wir über uns erzählen.
Ein Gedanke,
Der mich in meiner Beschäftigung mit diesem Thema besonders angesprochen hat.
Stammt aus der Welt von Carlos Castaneda.
Kastaneda beschreibt immer wieder die sogenannte persönliche Geschichte.
Die Geschichte,
Die wir über uns selbst erzählen.
Ich bin ebenso.
Ich war schon immer so.
Ich kann das nicht.
Ich brauche das.
Ich bin nicht der Mensch,
Der .
.
.
Und natürlich hat jeder Mensch eine Geschichte.
Unsere Vergangenheit gehört zu uns.
Unsere Erfahrungen haben uns geprägt.
Unsere Beziehungen haben uns geprägt.
Unsere Entscheidungen haben uns geprägt.
Aber vielleicht ist die entscheidende Frage,
Muss meine Vergangenheit bestimmen,
Wer ich heute bin?
Oder darf ich meine Geschichte kennen,
Ohne mich für immer mit ihr zu identifizieren?
Vielleicht bedeutet innere Freiheit nicht,
Dass wir unsere Vergangenheit vergessen.
Vielleicht bedeutet sie,
Ich erkenne meine Geschichte,
Aber ich bin nicht ausschließlich meine Geschichte.
Und vielleicht ist genau das der spirituelle Krieger.
Ein Mensch,
Der sich selbst immer wieder erinnert.
Nicht ich muss jemand anderes werden,
Sondern ich darf bewusster werden.
Nicht ich muss meine Angst loswerden,
Sondern ich darf lernen,
Meiner Angst bewusst zu begegnen.
Nicht,
Ich darf nie wieder wütend werden.
Sanan.
Ich darf lernen,
Meine Wut wahrzunehmen,
Bevor sie mein Handeln bestimmt.
Nicht ich muss mein Leben kontrollieren,
Sondern ich darf unterscheiden lernen zwischen dem,
Was ich beeinflussen kann,
Und dem,
Was ich loslassen darf.
Das fühlt sich für mich nach einer sehr anderen Form von Spiritualität an.
Nicht als Flucht aus dem Leben?
Sondern als tieferes Hineingehen ins Leben.
Und jetzt möchte ich dich einladen.
Wir haben gerade über Bewusstheit gesprochen,
Über innere Stärke,
Über den Krieger.
Überwahrnehmung Aber vielleicht reicht es nicht,
Nur darüber zu sprechen.
Vielleicht dürfen wir es für einen Moment erfahren.
Deshalb möchte ich dich jetzt in eine kleine Meditation einladen.
Eine Meditation,
In der es nichts zu erreichen gibt.
Du musst nichts leisten.
Du musst nichts verändern.
Du darfst einfach wahrnehmen.
Wenn du gerade unterwegs bist oder sogar Auto fährst,
Dann höre diese Meditation bitte erst später an.
Suche dir nun einen Ort,
An dem du ungestört bist.
Mach es dir bequem.
Gerne in der Rückenlage.
Wenn du lieber sitzen möchtest.
Kannst du das natürlich auch machen.
Achte darauf,
Dass dein Körper für die nächsten Minuten gut getragen ist.
Und wenn es sich für dich gut anfühlt,
Kannst du deine Augen schließen.
Nimm zunächst einfach wahr,
Daß du hier bist.
Du musst nichts tun.
Du musst nirgendwo hin.
Für diesen Moment gibt es nichts zu erreichen.
Spüre deinen Körper.
Vielleicht spürst du die Füße?
Die Beine,
Das Becken.
Den Rücken.
Die Schultern.
Die Hände.
Spüre den Kontakt deines Körpers mit dem Boden.
Oder mit Deiner Unterlage.
Auf der du sitzt oder legst.
Du wirst getragen.
Und errichte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
Du musst deinen Atem nicht verändern,
Beobachte ihn einfach.
Einatmen und ausatmen.
Einatmen.
Und ausatmen.
Vielleicht bemerkst du.
.
.
Der Atem geschieht von selbst.
Du musst ihn nicht machen.
Während du hier sitzt oder liegst.
Kannst du beginnen wahrzunehmen.
Was geschieht gerade in mir?
Vielleicht ist da Ruhe?
Vielleicht Unruhe.
Vielleicht Müdigkeit.
Vielleicht Energie?
Vielleicht Gedanken.
Vielleicht Gefühle?
Alles darf da sein.
Du musst nichts davon verändern.
Nur wahrnehmen.
Vielleicht taucht jetzt ein Gedanke auf,
Ein Gedanke über den Tag.
Über etwas,
Das noch erledigt werden muss.
Über einen Menschen.
Über die Vergangenheit.
Über die Zukunft.
Und du musst diesen Gedanken nicht wegschieben.
Du kannst ihn einfach bemerken.
Dreist ein Gedanke.
Und dann kehre sanft zurück zu deinem Atem.
Einatmen.
Ausatmen.
Und vielleicht bemerkst du,
Ein Gedanke ist da.
Und gleichzeitig bist du derjenige,
Oder diejenige,
Die diesen Gedanken wahrnimmt.
Das ist ein Gefühl.
Und du kannst es wahrnehmen.
Das ist eine Körperempfindung.
Und du kannst sie wahrnehmen.
Das ist ein Geräusch.
Und du kannst es wahrnehmen.
Und vielleicht beginnt sich etwas zu öffnen.
Ein kleiner Raum.
Zwischen dem,
Was geschieht.
Und deine Reaktion darauf.
Du mußt nichts festhalten,
Du mußt nichts bekämpfen.
Du musst nichts erreichen.
Du darfst einfach beobachten.
Vielleicht sage dir innerlich,
Ich bin hier.
Ich nehme wahr.
Ich muss nicht sofort reagieren.
Ich darf bewusst wählen.
Und vielleicht stellst du dir jetzt für einen Moment die Frage,
Was bedeutet innere Stärke für mich?
Nicht für andere.
Nicht so wie es aussehen sollte.
Sondern für Dich.
Vielleicht bedeutet Stärke für dich,
Grenzen zu setzen.
Vielleicht bedeutet Stärke,
Weich zu bleiben.
Vielleicht bedeutet Stärke Vertrauen.
Vielleicht bedeutet Stärke,
Loszulassen.
Vielleicht bedeutet Stärke,
Für dich einzustehen.
Vielleicht bedeutet Stärke,
Nicht aufgeben zu müssen.
Oder vielleicht bedeutet Stärke heute einfach,
Hier zu sein.
Nimm noch einmal deinen Atem wahr.
Spüre deinen Körper.
Ich spüre den Boden unter dir.
Und erinnere dich.
Du musst nicht immer stark sein.
Du musst nicht immer wissen,
Was richtig ist.
Du musst nicht immer bewusst sein.
Du darfst dich immer wieder erinnern.
Zurück zum Atem.
Zurück zum Körper.
Zurück in diesen Moment.
Vielleicht ist genau das eine Form von innerer Stärke.
Nicht gegen das Leben zu kämpfen.
Sananim.
Bewusst zu begegnen.
Atme noch einmal tief ein.
Und langsam wieder aus.
Beginne ganz langsam deine Finger,
Deine Hände zu bewegen.
Bewege die Zehen,
Die Füße.
Bewege sanft deinen Körper.
Und wenn du soweit bist.
Öffne langsam deine Augen.
Bleib noch einen Moment an dem Wahr.
Du bist hier.
Zurück in den Alltag.
Vielleicht nimmst du aus dieser Meditation gar nicht so viel mit?
Vielleicht nur einen Atemzug.
Eine kleine Pause.
Einen Moment von Ruhe.
Und das ist vollkommen ausreichend.
Denn Bewusstheit muss nicht groß und spektakulär sein.
Vielleicht beginnt sie ganz unscheinbar.
Mit einem Atemzug.
Mit einem Moment des Wahrnehmens.
Mit einer kleinen Entscheidung.
Und ich möchte dir Für die nächste Zeit eine ganz einfache Praxis mitgeben.
Du brauchst dafür keine Yogamatte.
Du brauchst kein Meditationskissen.
Du brauchst nicht einmal 10 Minuten Zeit.
Wenn du im Alltag bemerkst,
Ich bin gerade dabei zu reagieren,
Dann halte für einen Moment inne.
Atme einmal bewusst ein.
Und aus.
Spüre deinen Körper und frage dich,
Was geschieht gerade wirklich in mir?
Wer ist schuld?
Nicht.
Warum passiert das immer mehr?
Wie muss ich das jetzt sofort lösen?
Sondern einfach.
Was geschieht gerade in mir?
Und dann entscheide.
Vielleicht reagierst du.
Vielleicht schweigst du?
Vielleicht sprichst du.
Vielleicht gehst du.
Vielleicht bleibst du.
Aber diesmal hast du einen Moment bewusst wahrgenommen.
Und vielleicht ist genau das deine kleine Kriegerpraxis.
Was wäre,
Wenn in dir viel mehr Bewusstheit?
Klarheit und innere Freiheit steckt,
Als du im Alltag manchmal bemerkst.
Vielleicht musst du sie nicht erst erschaffen.
Vielleicht darfst du dich einfach immer wieder daran erinnern.
An deine innere Kraft.
An deine Fähigkeit wahrzunehmen.
An deine Fähigkeit zu wählen.
An deine Fähigkeit,
Auch in schwierigen Momenten einen Atemzug lang innezuhalten.
Und vielleicht bedeutet spirituelle Stärke gar nicht,
Dass wir irgendwann keine Herausforderungen mehr haben.
Vielleicht bedeutet sie.
.
.
Wir begegnen dem Leben anders.
Wacher,
Klarer,
Mit mehr Vertrauen.
Mit mehr Präsenz.
Und vielleicht sogar mit mehr Freude.
Denn das Leben bewusst zu erfahren,
Bedeutet nichts.
Alles Schwere zu machen.
Im Gegenteil.
Vielleicht können wir dadurch wieder mehr von dem wahrnehmen,
Was längst da ist.
Den Atem,
Den Körper,
Die Natur,
Eine Begegnung,
Ein Lächeln.
Sonne auf der Haut.
Die Ruhe nach einem langen Tag.
Den Moment,
In dem wir einfach hier sind.
Und vielleicht ist das die schönste Seite der spirituellen Kriegerin.
Sie kämpft nicht darum,
Jemand anders zu werden.
Sie erinnert sich daran,
Wer sie wirklich sein möchte.
Und vielleicht beginnt genau hier die Kraft,
Bewusst zu leben.
Mein Name ist Stephanie,
Die spirituelle Kriegerin,
Und ich freue mich,
Dass du heute hier warst und wir ein kleines Stück Weg gemeinsam gegangen sind.
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