
Bergmeditation
by Wibke
Die Bergmeditation kann dir dabei helfen, mehr Gelassenheit und Selbstvertrauen zu entfalten. Wir verbinden uns mit dem Berg und seinen universellen Eigenschaften und verdeutlichen uns, dass wir selbst auch diese universellen Eigenschaften besitzen, unabhängig davon, was in unserem äußeren Umfeld geschieht. Im Vertrauen auf unsere Fähigkeiten können wir immer wieder in Verbindung mit diesem inneren Bild gehen, das uns fest verankert, Kraft, Stabilität und innere Ruhe schenkt. Enjoy...
Transkription
Begib dich in deine Meditationshaltung,
In der dein Oberkörper aufrecht ist,
Entspannt und würdevoll.
Wenn du magst,
Schließe sanft die Augen und spüre in dich hinein,
Ob es noch Bereiche gibt,
Wo eine Körperanspannung zu spüren ist und lass diese los.
Im Gesicht,
In den Schultern,
Im Bauch.
Richte nun deine Aufmerksamkeit auf den Atem.
Such dir eine Stelle,
An der du den Atem gut spüren kannst.
Vielleicht im Nasenbereich,
Im Brustbereich oder im Bauchraum.
Beweile dort einen kleinen Moment und folge den Atemzügen in ihrer ganzen Länge und versuche den Atem nicht zu beeinflussen oder zu verändern.
Es ist alles so,
Wie es jetzt sein soll.
Der Körper regelt das.
Du kannst vielleicht erkennen,
Ob der Atem flach ist oder tief,
Ob er schnell geht oder langsam,
Ruhig oder hektisch.
Egal wie er sich anfühlt,
Es ist okay so.
Lasse jetzt vor deinem geistigen Auge,
So gut du kannst,
Das Bild eines Berges entstehen.
Den schönsten Berg,
Den du kennst oder auf einem Foto gesehen hast oder irgendeinen Berg,
So wie du ihn dir jetzt gerade vorstellst.
Und lasse dieses innere Bild des Berges immer deutlicher und lebendiger werden.
Betrachte sie genau,
Die Form deines Berges,
Den in den Himmel aufragenden Gipfel und seinem im Felsgestein der Erde ruhendes Fundament.
Und dann betrachte seine steilen oder sanft abfallenden Hänge.
Achte auch darauf,
Wie massiv der Berg ist,
Wie fest,
Wie unbewegt und wie schön,
Sowohl aus der Ferne als auch aus der Nähe betrachtet.
Eine Schönheit,
Die aus seiner einzigartigen Gestalt und Form hervorgeht und dabei gleichzeitig auch universelle Eigenschaften des Bergseins an sich verkörpert.
Vielleicht ist die Spitze deines Berges mit Schnee bedeckt und seine tiefer gelegenen Hänge sind bewaldet.
Vielleicht hat er einen besonders hoch aufragenden Gipfel,
Vielleicht aber auch mehrere Gipfel oder ein hohes Plateau.
Ganz einfach nur hier sitzen,
Mit dem Bild dieses Berges atmend,
Es beobachten und sich seiner Eigenschaften bewusst werden.
Und nun,
Wenn du dich bereit fühlst,
Dann schaue,
Ob du den Berg in deinen Körper hineinversetzen kannst,
Sodass dein Körper,
So wie du hier sitzt,
Und der Berg vor deinem geistigen Auge eins werden.
Sitzen wie ein Berg,
Hürdevoll und still.
Dein Kopf wird zu dem hoch aufragenden Gipfel,
Deine Schultern und Arme,
Der Rücken und die Vorderseite des Körpers sind die Hänge und dein Gesäß und die Beine bilden die feste Basis,
Bewurzelt mit der Unterlage,
Auf der du sitzt.
Erlebe tief in deinem eigenen Körper,
Entlang der Wirbelsäule,
Die emporsteigende Qualität des Berges und werde jetzt,
So wie du hier sitzt,
Mit jedem Atemzug ein bisschen mehr zu einem atmenden Berg,
Zentriert,
Präsent und unerschütterlich in der Stille ruhend,
Vollständig das,
Was du bist,
Jenseits von Worten und Gedanken.
Werde dir bewusst,
Dass der Berg einfach nur da sitzt,
Während die Sonne über den Himmel wandert und Licht und Schatten und Farben sich von Augenblick zu Augenblick verändern.
Auf den Tag folgt die Nacht und auf die Nacht der Tag.
Der Berg erlebt ständigen Wandel und bleibt doch immer er selbst.
Er bleibt still,
Während die Jahreszeiten ineinander übergehen und das Wetter sich verändert,
Von Tag zu Tag und von Moment zu Moment.
Sehen,
Wie der Berg eine Stille verkörpert,
Die alle Veränderungen überdauert.
Im Sommer liegt kein Schnee auf dem Berg,
Außer vielleicht auf dem Gipfel oder in Bereichen,
Die das direkte Sonnenlicht nicht erreicht.
Im Herbst kann der Berg in feurig glühenden Farben leuchten und im Winter bedeckt ihn manchmal ein Mantel aus Eis und Schnee.
Und zu allen Jahreszeiten ist er gelegentlich von Wolken oder Nebel umhüllt oder Eisregen prasselt auf ihn nieder.
Bergwanderer bewundern vielleicht die Schönheit des Berges oder sie sind enttäuscht,
Wenn die Sicht nicht klar ist,
Wenn es zu neblig,
Zu regnerisch oder zu dunkel ist.
Von all dem bleibt der Berg jedoch unberührt.
Er sitzt ganz einfach nur da und ist er selbst.
Wolken kommen und gehen,
Wanderer kommen,
Bewundern ihn oder sind enttäuscht.
Für den Berg spielt das alles nicht die geringste Rolle.
Seine Großartigkeit und seine Schönheit sind nicht davon abhängig,
Ob er gesehen wird oder nicht oder wie das Wetter gerade ist.
Dem Berg ist es gleichgültig,
Ob er im Sonnenlicht liegt oder von Wolken umhüllt wird,
Ob es glühend heiß oder eiskalt ist.
Er ist einfach nur da und er ist er selbst.
Manchmal tosen auf ihm die heftigsten Stürme und Winde unvorstellbarer Stärke.
Und dann kommt der Frühling,
Die Vögel singen wieder in den Bäumen,
Auf den Bergwiesen und Hängen erblühen die Blumen und in den Bergbächen schießen gewaltige Mengen von Schmelzwasser zu Tal.
Während all dies geschieht,
Sitzt der Berg einfach weiter da,
Ohne sich vom Wetter und von dem,
Was auf seiner Oberfläche geschieht,
Wirklich beeindrucken zu lassen.
Und wenn wir sitzen und meditieren,
Können wir,
Trotz der ständigen Veränderungen in unserem eigenen Leben,
Die gleiche unerschütterliche Stille und ein Gefühl des Verwurzelteins verkörpern wie der Berg.
In unserem Leben wie in unserer Meditationspraxis erfahren wir,
Wie sich unser Körper und unser Geist,
Ebenso wie die Welt um uns herum,
Ständig verändern.
Von Sekunde zu Sekunde,
Stunde zu Stunde und Jahr für Jahr.
Auch wir erleben Stürme von unterschiedlicher Intensität und wir gehen durch Zeiten des Schmerzes und der Dunkelheit.
Wir genießen Momente der Freude und der Euphorie.
Selbst unsere äußere Erscheinung verändert sich ständig,
So wie die des Berges,
Der dem Einfluss der Witterung ausgesetzt ist.
Indem wir in der Meditationspraxis selbst zum Berg werden,
Können wir uns mit der Stille und der Stabilität des Berges verbinden und dies für uns nutzen.
Wir können sehen,
Dass unsere Gedanken und Gefühle,
Unsere emotionalen Stürme und Krisen und die Dinge,
Die uns in unserem Leben passieren,
Ganz ähnlich sind wie das Wetter auf einem Berg.
Und wir neigen dazu,
Dies alles sehr persönlich zu nehmen,
Obwohl es im Wesentlichen unpersönlich ist.
Natürlich können wir das unterschiedliche Wetter in unserem Leben nicht ignorieren oder leugnen.
Es geht vielmehr darum,
Es anzuerkennen,
Zu spüren und als das zu sehen,
Was es ist,
Und es in unserem Gewahrsein halten.
Auf diese Weise können wir zu einer tieferen Ruhe,
Stille und Weisheit gelangen,
Als wir es je für möglich gehalten hätten,
Inmitten all der tosenden Stürme in unserem Leben.
Und wenn dich dieses Bild des Berges anspricht,
Dann kannst du in deiner Meditationspraxis von Zeit zu Zeit zu diesem Bild zurückkommen,
Dich daran erinnern,
Wie ein Berg zu sitzen,
Achtsam,
Präsent und in wahrer Stille.
Setze noch für einige Zeit die Bergmeditation in Stille fort.
Nimm nur noch einmal deinen Atem wahr,
Wie er in deinen Körper einströmt und ausströmt.
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