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Der Glückliche Prinz | Meditation & Märchen Zum Einschlafen

by Alexandra Matthes

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Meditation
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Meditative Einschlaf-Entspannung und eine sanfte Variation des gleichnamigen Märchens von Oscar Wilde. Start Märchen: 00:08:08 Märchen "Der glückliche Prinz" Was in der Geschichte passiert: Der glückliche Prinz steht als goldene Statue hoch über der Stadt und sieht, wo Hilfe gebraucht wird. Einen kleine Schwalbe, die es versäumt hatte ins Herbst mit ihren klammernde nach Ägypten zu fliegen hilft ihm, Hoffnung und Trost zu verbreiten. Dieses Märchen hat sich eine Hörerin gewünscht. Die Originalversion des wunderschönen Märchens von Oscar Wilde ist schwerer und tiefgründiger, als diese, extra zum Einschlafen umgeschriebene Version. Ich lege Dir sehr ans Herz, das Märchen auch im Original zu lesen. Wie immer, so wird auch diese Geschichte am Ende gut ausgehen, so dass Du beruhigt jederzeit einfach einschlafen kannst. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume. ✨

Transkription

Der glückliche Prinz,

Meditative Abendentspannung und ein Märchen frei nach Oscar Wilde.

Mach es dir in deinem Bett bequem und wenn du willst,

Dann gib dir nochmal die Bewegungen,

Die sich gerade gut für dich anfühlen.

Nimm ein paar tiefe Atemzüge,

Recke und strecke dich,

Vielleicht überkommt dich auch ein wohliges Gähnen oder entspannendes Seufzen.

Und wenn du dann soweit bist und noch nicht getan,

Dann schließe deine Augen.

Atme nochmal ganz bewusst ein und entspannend wieder aus.

Mit jedem Ausatmen darf ein bisschen mehr von der vielleicht noch vorhandenen Anspannung gehen.

Entspanne deine Schultern,

Deinen Oberkörper,

Deine Arme und Beine.

Entspanne dein Gesicht.

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,

Nichts mehr zu erledigen,

Nichts mehr zu sagen,

Nichts mehr zu denken.

Der Tag ist vorbei und du darfst jetzt ruhen und das darf sich gut anfühlen.

Gemütlich,

Getragen und mit jedem Atemzug mehr und mehr entspannt.

Wenn du willst,

Dann lasse doch gleich,

Wenn ich es sage,

Nochmal die Bilder deines Tages vor deinem inneren Auge erscheinen.

Was hat diesen heutigen Tag ausgemacht?

Was hast du heute erlebt?

Schau mal,

Welche Bilder und welche Sequenzen spontan auftauchen.

Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des heutigen Tages.

Nun sammel nochmal mindestens drei Dinge zusammen,

Die heute besonders schön waren.

Für die du heute besonders dankbar bist.

Atme nochmal tief ein und lass mit dem Ausatmen los.

Lass los.

Vielleicht spürst du schon,

Wie du immer müder bist,

Wie du immer schwerer,

Immer entspannter in die Matratze sinkst.

Und während du immer mehr zur Ruhe kommst,

Können all die wichtigen,

Kleineren und größeren Reparaturarbeiten in deinem Körper vollzogen werden.

Jede Zelle in dir weiß ganz genau,

Was zu tun ist.

Die Dinge dürfen sich zu deinem Wohl und zu deinem Besten entwickeln.

Vielleicht ja sogar noch viel besser,

Als du es dir vorstellen kannst.

Und während du jetzt vielleicht schon ganz schläfrig bist,

Lese ich dir eine kleine Geschichte vor.

Und du darfst jederzeit einfach einschlafen.

Ob gleich während oder nach der Geschichte,

Ist ganz egal.

Denn du kannst sicher sein,

Dass die Geschichte gut ausgehen wird.

Hoch über der Stadt,

Auf einer schlanken Säule,

Stand die Statue des glücklichen Prinzen.

Er war ganz mit feinen Goldblättern überzogen.

In seiner Krone funkelte ein Saphir.

Und am Knauf seines Degens saß ein rubinroter Stein,

Der im Sonnenlicht warm glühte.

Ein Stadtrat,

Der überzeugt davon war,

Kunst zu verstehen,

Rief laut,

Er ist so schön wie eine Wetterfahne,

Nur nicht ganz so nützlich.

Eine empfindsame Mutter,

Deren Junge weinte und nach dem Mond verlangte,

Sagte,

Warum kannst du nicht sein wie der glückliche Prinz?

Dem glücklichen Prinzen fällt es nun nimmer ein,

Nach irgendetwas zu weinen.

Zwei Waisenkinder in scharlachroten Mänteln,

Die gerade aus der Kathedrale kamen,

Riefen,

Er sieht ganz wie ein Engel aus.

Woher wollt ihr das wissen?

Fragte ihr Rechenlehrer.

Ihr habt ja nie einen Engel gesehen.

Oh doch,

In unseren Träumen,

Antworteten die Kinder.

Und der Rechenlehrer runzelte die Stirn und machte ein sehr strenges Gesicht,

Denn er konnte es gar nicht leiden,

Dass Kinder träumten.

Es war das Ende des Winters.

Die Tage wurden wieder länger,

Doch die Nächte waren noch kühl.

Eine kleine Schwalbe,

Die es versäumt hatte,

Im Herbst mit ihren Kameraden nach Ägypten zu fliegen,

Flog über die Stadt.

Zu schön war ihr Sommer gewesen,

Zu lang ihr Zögern.

So hatte sie den Anschluss verpasst.

In einer Scheune hatte sie einen gemütlichen Unterschlupf gefunden,

Doch heute hatte sie entschieden,

In die Stadt zu fliegen.

Da entdeckte sie die goldene Statue hoch oben auf der Säule.

Dort will ich landen,

Rief der kleine Vogel.

Die Aussicht ist schön und frische Luft gibt's da oben genug.

Damit ließ sich die Schwalbe just zwischen den Füßen des glücklichen Prinzen nieder.

Wie prächtig doch das Gold um mich herum funkelt.

Dies soll mein neues,

Goldenes Schlafzimmer sein,

Sagte sie träumerisch zu sich selbst und machte sich zum Schlafengehen bereit.

Aber als sie eben den Kopf unter einen ihrer Flügel stecken wollte,

Fiel ein großer Tropfen Wasser auf sie herab.

Wie sonderbar,

Rief sie.

Nicht ein einziges Wölkchen steht am Himmel.

Die Sterne scheinen klar und hell.

Und trotzdem regnet es?

Das Klima im nördlichen Europa ist wirklich schauderhaft.

Da fiel ein zweiter Tropfen.

Wozu nützt ein Standbild,

Wenn es nicht einmal den Regen abhalten kann,

Sagte der Vogel.

Ich muss mich wohl nach einem soliden Schornsteinaufsatz umsehen.

Und er beschloss,

Weiterzufliegen.

Doch ehe er seine Flügel ausgebreitet hatte,

Fiel ein dritter Tropfen.

Er blickte auf und sah,

Die Augen des glücklichen Prinzen waren voll von Tränen.

Und Tränen strömten ihm über die goldenen Wangen.

Sein Antlitz war so schön im Mondlicht,

Dass Mitleid die kleine Schwalbe erfüllte.

Wer bist du?

Fragte die Schwalbe verwundert.

Ich bin der glückliche Prinz.

Wenn du glücklich bist,

Warum weinst du dann?

Der Prinz erzählte ihr von allem Elend,

Das er von seiner Säule aus sah.

Von dunklen Gassen,

Hungrigen Menschen und frierenden Kindern.

Am Stadtrand,

Sagte er,

Steht ein kleines Haus.

In ihm liegt ein Junge mit Fieber.

Seine Mutter näht Gewänder für die Reichen,

Kann es sich aber nicht einmal leisten,

Ihm Frisches zu trinken zu geben.

Dann hielt der Prinz inne,

Als würde er nachdenken.

Schließlich fuhr er fort.

Kleine Schwalbe,

Willst du nicht eine Nacht bei mir bleiben und mein Bote sein?

Der Knabe verschmachtet und der Mutter ist so bang.

Bring der Mutter doch den Rubin von meinem Degen.

Ich kann Jungen eigentlich gar nicht leiden,

Entgegnete die kleine Schwalbe.

An dem Flusse,

Wo ich vorigen Sommer wohnte,

Waren zwei ungezogene Jungen,

Die Müllers Söhne.

Die warfen immer fort mit Steinen nach mir.

Sie haben mich natürlich nie getroffen,

Wir Schwalben fliegen dafür viel zu gut.

Und überdies stamme ich aus einer Familie,

Die wegen ihrer Hurtigkeit berühmt ist.

Es war aber doch ein Zeichen von Nichtachtung.

Aber der glückliche Prinz sah so traurig aus,

Dass es die kleine Schwalbe jammerte.

Nun,

Sagte sie,

Ich werde eine Weile bleiben und dein Bote sein.

Danke,

Kleine Schwalbe,

Sagte der Prinz.

Also pickte die Schwalbe den großen Rubin aus des Prinzen Schwert.

Mit dem Edelstein im Schnabel flog sie davon über die Dächer der Stadt.

Sie kam am Turm der Kathedrale vorüber,

Von dem die weißen Marmorengel niederschauten.

Sie kam am Schloss vorüber und hörte die Töne eines Balles.

Ein schönes Mädchen trat gerade mit seinem Anbeter auf den Balkon heraus.

Wie wunderreich die Sterne sind,

Sprach er zu ihr,

Und wie wunderreich ist die Macht der Liebe.

Sie entgegnete,

Hoffentlich wird mein Kleid rechtzeitig für den Hofball fertig.

Ich habe den Auftrag gegeben,

Dass Passionsblumen darauf gestickt werden,

Aber die Näherinnen sind so faul.

Die Schwalbe flog weiter über den Fluss,

Sah die Laternen an den Masten der Schiffe hängen und kam endlich zu dem armen Häuschen und blickte durchs Fenster.

Der Knabe warf sich fieberheiß im Bette hin und her.

Die Mutter war eingeschlafen,

Denn sie war müde und erschöpft.

Durch eine Luke hüpfte die Schwalbe in das kleine Häuschen hinein und legte den großen Rubin auf den Tisch neben den Fingerhut der Schlafenden.

Dann umflog sie mit weichen Flügelschlägen das Bett und ihre Schwingen fächelten das Knaben Stirn.

Wie angenehm kühl das ist,

Sagte der Knabe.

Ich glaube,

Nun werde ich gesund.

Und er sank in einen erquickenden Schlummer.

Darauf flog die Schwalbe zurück zu dem glücklichen Prinzen und erzählte ihm,

Was sie getan hatte.

Es ist sonderbar,

Bemerkte sie,

Aber ich fühle mich gerade so leicht und gut.

Das kommt,

Weil du eine gute Tat getan hast,

Sagte der Prinz.

Und die kleine Schwalbe begann,

Darüber nachzudenken.

Schließlich schlief sie ein,

Denn Denken machte sie immer schläfrig.

Am nächsten Tag bat der Prinz sie um einen neuen Dienst.

Dort unten siehst du die junge Frau.

Sie verkauft Streichhölzer,

Doch ihre Streichhölzer sind in die nasse Gosse gefallen.

Sie sind nun unbrauchbar,

Doch wenn sie ohne Geld heimkommt,

Ist ihr Vater sicher sehr wütend.

Das macht ihr Angst.

Bring ihr meinen Saphir,

Der vorne auf meiner Krone sitzt.

Die kleine Schwalbe pickte den Saphir von des Prinzen Krone,

Schwirrte an dem Streichholzmädchen vorbei und ließ das Juwel in ihrer Hand gleiten.

Was für ein wundervoller Edelstein,

Rief die Kleine und glücklich lachend lief sie heim.

Wie wohl es sich anfühlt,

Anderen zu helfen,

Bemerkte die Schwalbe.

Ich will immer da bei dir bleiben,

Sagte sie zum Prinzen,

Legte sich zu seinen Füßen und schlief ein.

In den nächsten Tagen flog die Kleine Schwalbe immer wieder über die große Stadt und sah,

Wie sich die Reichen in ihren schönen Häusern wohl sein ließen,

In des die Bettler draußen an den Toren saßen.

Sie erzählte alles,

Was sie beobachtete dem Prinzen.

Ich bin mit feinem Golde bedeckt,

Sagte der Prinz,

Das sollst du abheben,

Blatt um Blatt und den Armen geben.

So pickte die Schwalbe Blatt für Blatt des feinen Goldes ab und brachte es den Armen und die Wangen der Kinder erblühten.

Sie lachten und spielten ihre Spiele auf den Straßen.

Die Tage vergingen.

Der Prinz war inzwischen fast ohne Gold und dann geschah etwas Wunderbares.

Blühende Ranken am Sockel der Säule begannen zu wachsen.

Zarte Triebe,

Frisches Grün,

Viele kleine Blüten kletterten hinauf und legten sich wie ein Mantel aus Blumen um den Prinzen.

Die Statue sah nun aus,

Als hätte der Frühling selbst sie geschmückt.

Als die Schwalbe eines Morgens erwachte,

War die Luft weich und warm.

Die Sonne ging gerade auf und da hörte sie es,

Ein fröhliches Zwitschern.

Sie hob den Kopf und sah ihre Kameraden.

Die anderen Schwalben waren aus Ägypten zurückgekehrt.

Sie tanzten durch die Luft und riefen nach ihr.

Die kleine Schwalbe flatterte auf,

Ihr Herz schlug vor Freude.

Der Frühling ist da,

Rief der Prinz.

Ich danke dir für alles,

Was du getan hast.

Jetzt ist deine Zeit gekommen,

Dich wieder deinen Kameraden anzuschließen.

Zufrieden zwitscherte die Schwalbe.

Von nun an flog sie tagsüber mit ihren Kameraden durch die Lüfte.

Doch abends kehrte sie zurück,

Erzählte dem Prinzen,

Was sie erlebt und Gutes getan hatte,

Und schlief im duftenden Blütenmantel des Prinzen ein.

Hoch über der Stadt stand der glückliche Prinz,

Still und blühend auf seiner Säule,

Prächtiger denn je.

Und jeder,

Der vorbeikam und die wundervollen Blüten und den Duft wahrnahm,

Fühlte sich ein bisschen leichter und froher.

Und womöglich steht er immer noch da,

In Glück und Frieden,

Mit einer kleinen Schwalbe auf der Schulter.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht,

Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.

4.9 (19)

Neueste Bewertungen

Eric

April 3, 2026

Einfach schön und sehr gut schlafen können! Danke! 🙏🏻

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