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Der gestiefelte Kater | Meditation & Märchen zum Einschlafen

by Alexandra Matthes

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Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion & Dankbarkeitspraxis) und ein Märchen (frei nach den Brüdern Grimm) zum Einschlafen. Was im Märchen passiert: Der jüngste Sohn des verstorbenen Müllers erbt nichts wieder als einen Kater, doch dieser hat es in sich, er kann nicht nur sprechen, sondern hat auch jede Menge Einfälle, wie er seinem Herrn zu mehr Glück und Wohlstand verhelfen kann. Um ein ihm angemessenes Auftreten zu haben bittet der forsche Kater den Müllerssohn, ihm Stiefel anfertigen zu lassen und krempelt fortan das Leben des Jungen um. Wie immer, so wird auch dieses Märchen am Ende gut ausgehen, Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen. Start Märchen: 10:35

Transkription

Der gestiefelte Kater,

Meditative Abendentspannung und ein Märchen frei nach den Brüdern Grimm.

Mach es dir in deinem Bett bequem und nimm nochmal zwei,

Drei tiefe und bewusste Atemzüge.

Wenn du möchtest,

Dann recke und strecke dich dabei.

Schenke deinem Körper eine angenehme Dehnung und gib dir die Bewegungen,

Die sich gerade gut für dich anfühlen.

Vielleicht überkommt dich ein Gähnen oder ein befreiender Säufzer.

Und wenn du dann soweit bist,

Finde eine bequeme Position und schließe,

Wenn nicht schon getan,

Deine Augen.

Werde ganz ruhig und komm an,

Jetzt,

Am Ende dieses einmaligen Tages,

Hier in deinem Bett.

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun.

Alles Wichtige ist gesagt und getan und du darfst nun entspannen und ruhen.

Und du darfst jederzeit einfach einschlafen,

Egal ob schon jetzt während der Entspannung oder später,

Während oder nach dem Märchen.

Spüre die Unterlage unter dir,

Dein Kissen,

Deine Decke.

Spüre dich,

Wie du da liegst und wohlmöglich jetzt schon immer mehr entspannst.

Beobachte,

Wie dein Atem ganz ruhig und gleichmäßig ein- und ausströmt.

Und stell dir vor,

Wie du mit jedem Ausatmen noch ein Stückchen tiefer in die Matratze singst.

Gemütlich,

Schwer,

Angenehm,

Entspannt.

Wie immer,

So lade ich dich auch diesmal ein,

Gleich wenn ich es sage,

Die Bilder deines Tages vor deinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen,

Wie einen kleinen Film,

In dem du die Hauptrolle spielst.

Schau einfach mal,

Welche Bilder dir so in den Sinn kommen,

Wenn du an heute denkst.

Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des heutigen Tages.

Und nun sammle mindestens drei Dinge,

Für die du heute besonders dankbar bist.

Großes,

Kleines,

Ein Lächeln,

Ein Duft,

Ein Moment,

Ein Sonnenstrahl.

Spüre,

Wie sich mit der Dankbarkeit Wärme und Licht in dir ausbreiten.

Ein wohliges,

Glitzerndes Gefühl,

Das durch deinen ganzen Körper strömt.

Atme etwas tiefer ein und lass mit dem Ausatmen los.

Alle restliche Anspannung los.

Stell dir vor,

Wie eine weiche Decke der Ruhe und der Entspannung sich wie ein Schleier über dich legt.

Wie dein Körper immer schwerer wird.

Die Beine,

Die Füße,

Dein Oberkörper,

Deine Arme und Hände,

Ganz schwer.

So,

Als wären kleine Bleigewichte an ihnen befestigt,

Angenehm träge und entspannt.

Deine Gesichtszüge,

Ganz weich.

Dein Kiefer,

Ganz locker.

Und während du immer mehr entspannst,

Kann dein Körper regenerieren,

Ausgleichen und heilen.

Dein Körper weiß ganz genau,

Was zu tun ist.

Die Dinge dürfen sich,

Wie nebenbei,

Zu deinem Wohl und zu deinem Besten entwickeln.

Während du,

Ganz sicher und geborgen,

Immer müder und immer schläfriger werden darfst.

Und ich nehme dich nun mit ins Land der schönen Märchen.

Es war einmal ein Müller,

Der hinterließ seinen drei Söhnen eine Mühle,

Einen Esel und einen Kater.

Der Älteste erhielt die Mühle.

Der Zweite den Esel und auf den Jüngsten fiel der Kater.

Da seufzte der Jüngste,

Eine Mühle kann ihren Besitzer ernähren.

Ein Esel trägt,

Was man ihm auflädt.

Doch ich,

Ich habe nichts weiter,

Als eine Katze bekommen.

Der Kater aber strich ihm leise um seine Beine,

Setzte sich dann vor ihm und blickte ihn mit klugen Augen an.

Herr,

Sagte er,

Wenn ihr mir ein paar Stiefel und eine einfache Tasche schenkt,

Will ich euch zeigen,

Was in mir steckt.

Der Junge lachte.

Spricht da wirklich meine Katze?

Euer Kater,

Wenn ich bitten darf,

Miaute der Kater elegant.

Und einer,

Der weiß,

Wo die Gelegenheiten wachsen.

Der Jüngste fühlte sich so hoffnungslos,

Dass er nicht mehr ein noch auswusste.

Aber er hatte auch keine andere Idee.

Also ließ er seinem Kater beim Schuster mit seinen letzten Talern kleine Stiefelchen fertigen und nähte ihm selbst ein Täschchen aus einem kleinen Stück Leinen.

Als die Stiefelchen und die Tasche fertig waren,

Stand der Kater vor dem Spiegel und nickte.

Oh ja,

So geht man zum König.

Der Junge wusste nicht,

Was er von all dem halten sollte.

Ihm blieb nichts weiter übrig,

Als in sein Schicksal zu vertrauen.

Und das schien in seinem kleinen miauendem Kameraden zu liegen.

Am nächsten Morgen stopfte der gestiefelte Kater über die Felder,

Füllte seine Tasche mit Karottenkraut und Minze,

Legte sich an den Rand eines Hasenpfads und wartete.

Als ein prächtiger Feldhase heranschnupperte,

Glitt die Tasche zu,

Sanft und flink,

Der Hase darin.

Der Kater trug die Beute zum Schloss,

Schlüpfte geschickt an allen Wachen vorbei und stolzierte auf seinen gestiefelten Hinterbeinen geradewegs in den Thronsaal des Königs hinein,

Wo dieser eine Audienz mit seinem Hofmarschall abhielt.

Der Kater reichte den König den Hasen und sagte,

Ein Geschenk für seine Majestät vom Herrn Marquis von Carabas.

Nie gehört,

Murmelte der Hofmarschall.

Doch der König lächelte und sprach,

Richte dem Marquis meinen Dank aus.

Und so ging es eine Weile.

Der Kater ging bei Hofe ein und aus.

Er brachte dem König Rebhühner,

Feine Enten,

Mal einen Beutel mit Waldbeeren,

Mal ein Bündel Kräuter.

Das so fein roch,

Als wäre der Sommer darin gefangen.

Und er bestellte dem König jedes Mal vom Marquis von Carabas die besten Wünsche.

In der Stadt begann man bereits zu flüstern.

Ein neuer Herr,

Fein und großzügig,

Dieser Marquis.

Eines Tages erfuhr der Kater,

Dass der König samt Prinzessin eine Fahrt am Fluss entlang plante.

Flink lief er zu seinem jungen Herrn,

Dem Müllers Sohn,

Und sagte,

Zieht eure besten Sachen an und kommt mit mir zum Fluss.

Heute öffnen sich die Türen für euch.

Ich habe keinen Anzug,

Gestand der Junge.

Der Kater musterte ihn.

Ein ehrliches Hemd genügt,

Den Rest besorgen wir.

Am Flussufer wehte ein warmer Wind über das Schilf.

Der Kater befahl,

Geht ins Wasser hinein und tut so,

Als ob ihr badet.

Wenn die Kutsche des Königs kommt,

Ruft um Hilfe.

Aber warum?

Fragte der Müllers Sohn.

Weil Gelegenheiten selten zweimal winken,

Schnurrte der Kater und verschwand.

Kaum war der Junge im Wasser,

Rollte auch schon die königliche Kutsche heran.

Der Kater lief geschwind zur Kutsche und rief.

Hilfe,

Die Kleider des Herrn Marquis wurden vom Flussufer geraubt.

Der König ließ halten.

Der Marquis von Carabas und er wendete sich an seine Diener und befahl,

Holt sofort Gewänder aus meiner Reisekiste.

Die Diener brachten einen feinen Rock,

Ein seidiges Hemd und weiche Schuhe.

Der Junge stand inzwischen errötet im Schilf,

Doch als er kurze Zeit später die neuen Kleider trug,

Spiegelte das Wasser einen Herrn wieder,

Der so aussah,

Als gehöre ihm das halbe Reich.

Die Prinzessin stieg aus der Kutsche heraus und betrachtete ihn freundlich.

Herr Marquis,

Darf ich euch zu einer Spazierfahrt am Ufer einladen?

Und der Marquis antwortete,

Es ist mir eine Ehre und sein Herz klopfte wie eine kleine Trommel.

Der Kater rief sich die Vorderpfoten und rannte voraus.

Als er zuerst die großen Wiesen erreichte,

Wo Bauern gerade das Heu wendeten,

Sprach er zu den Bauern,

Ihr guten Leute,

Gleich kommt der König.

Wenn er fragt,

Wem diese Wiesen gehören,

So sagt,

Dem Marquis von Carabas.

Sagt ihr aber etwas anderes,

So wird ein zerstörerisches Sommergewitter über eure Ernte ziehen.

Die Bauern blickten den entschlossenen Kater mit seinen Stiefeln und den funkelnden Augen.

Erschrocken an.

Ihr Herr,

Der mächtige Zauberer,

War sehr böse und sie fürchteten ihn.

Würde es keine gute Ernte geben,

So wäre dies ihr Niedergang.

Wir sagen,

Was wahr sein wird,

Versprachen sie,

Denn sie ahnten,

Dass es klug war,

Zu tun,

Was dieser eindringliche Kater verlangte.

Bald schon holperte die Kutsche an den duftenden Wiesen vorbei.

Wem gehören diese schönen Wiesen,

Fragte der König die Bauern.

Dem Marquis von Carabas,

Antworteten diese.

Und die Prinzessin lächelte den Jungen an.

Dieser,

Der nun wie ein Marquis aussah und sich langsam auch wie einer fühlte,

Sah seinen Kater am Wegesrand salutieren.

Und er begriff sofort,

Was dieser im Schilde führte.

Bald schon ragte vor ihnen ein Schloss auf,

Mit hohen Türmen.

Hier wohnte der böse Zauberer und Herrscher über die Gegend.

Der Kater,

Der wieder vorausgelaufen war,

Klopfte mutig und laut an das Schlosstor.

Wer wagt es?

Donnerte eine Stimme.

Ich bin der Gesandte des Marquis von Carabas.

Ich hörte,

Dass ihr so mächtig seid,

Dass ihr euch in alles verwandeln könnt.

Ein Lachen,

Schwer wie Messing,

Hallte durch das Gebäude.

Alles,

Sprach der Zauberer,

Öffnete das Tor und verwandelte sich in einen Wolf.

Dann in einen großen Adler und schließlich in einen mächtigen Drachen.

Bewundernswert,

Nickte der Kater,

Der nun unerschrocken direkt vor dem Drachen stand.

Nur eine Frage bleibt.

Wer groß ist,

Kann gewiss auch klein sein.

So klein wie eine Maus zum Beispiel.

Ich denke,

Das vermögt ihr nicht.

Der Drache funkelte.

Eine Maus?

Ein Kinderspiel.

Und in einem Augenblick hockte eine kleine Maus auf dem Marmorboden.

Der Kater schnappte sich die Maus,

Sprang mit ihr auf die Schlossmauer und fauchte.

Ich könnte dich jetzt fressen.

Die Maus blickte ihn groß an.

Aber ich esse niemanden,

Der kleiner ist als mein Mut.

So lasse ich dir dein Leben gegen dein Schloss.

Das Mäuschen nickte ängstlich.

Der Kater setzte es wieder auf den Boden und es flitzte in die Freiheit.

Weit weg in die Felder und vergaß,

Dass es doch eigentlich ein großer Zauberer war.

Der Wind behte ins Schloss,

Nahm die alte Schwere der Herrschaft des bösen Zauberers mit hinaus und im Saal funkelten die Lichter,

Hell und freundlich.

Als die Kutsche des Königs eintraf,

Führte der Kater den König,

Die Prinzessin und den vermeintlichen Marquis durch die Hallen des großen Schlosses.

Diener standen staunend in einer Reihe.

Der Kater hatte ihnen einen neuen,

Besseren Herrn versprochen und das Kommen des Marquis angekündigt.

Eure Majestät,

Sagte der Kater,

Dies sind die Güter des Herrn Marquis von Carabas.

Er hat ein gutes Herz,

Ist klug und beliebt.

Seine Felder sind fruchtbar,

Seine Leute freundlich.

Der König nickte beeindruckt.

Die Prinzessin lief von Zimmer zu Zimmer,

Von Fenster zu Fenster,

Blickte sich um und war begeistert.

Beim Abendessen spielte Musik und Kerzen rochen fein nach Honig.

Der König hob den Becher und sprach.

Marquis,

Wollt ihr meine Freundschaft annehmen?

Der junge Müllers Sohn spürte,

Wie seine Stimme zuerst fliegen wollte und dann leise landete.

Majestät,

Ich war kein Marquis,

Als dieser Tag begann.

Ich war nur ich.

Doch mein Kater hat mich gebeten,

An das zu glauben,

Was ich sein kann.

Der König blickte verdutzt.

Die Prinzessin aber lächelte.

Dann bleibt genau so,

Sprach sie.

Und wie sollte es auch anders sein?

Es dauerte nicht lange,

Da hielt der junge Müllers Sohn um die Hand der Prinzessin an.

Und sie feierten eine große Hochzeit und lebten von nun an als Prinz und Prinzessin in Glück und Frieden.

Auf den Wegen der Ländereien aber sah man oft kleine Stiefelspuren neben den großen Fußstapfen des jungen Prinzen.

Und wenn sie nicht gestorben sind,

So leben sie auch heute noch.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht,

Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.

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