
Sich selbst verzeihen - wie Du loslassen lernen kannst
Bist Du auch schon mal falsch abgebogen in Deinem Leben und in einer Sackgasse gelandet, hast Dein Herz an Menschen gehängt, die die falschen für Dich waren. Vielleicht hast Du Dich auch furchtbar aufgeführt und Dich tierisch dafür geschämt. Oder Du hast immer noch Schuldgefühle wegen der einen alten Sache, oder bereust eine Entscheidung, die Du vor vielen Jahren getroffen hast. Willkommen im Club. Wir alle haben uns im Laufe des Lebens einiges zu verzeihen, wenn wir uns das Leben nicht unnötig schwer machen wollen. Aber das ist gar nicht so einfach. Ich erlebe immer wieder Menschen, die so sehr mit Ihrer Vergangenheit hadern, dass sie in ihren eigenen alten Geschichten und Geheimnissen gefangen sind. Sich selbst zu vergeben, die vermeintlichen Irrtümer, Fehler und Entscheidungen und die damit verbundenen Scham- und Schuldgefühle loszulassen ist wichtig für uns, um in Jetzt und Hier zu sein und uns innerlich frei zu fühlen und uns auf Neues einzulassen.
Transkription
Bist Du vielleicht auch schon mal falsch abgebogen in Deinem Leben oder in einer Sackgasse gelandet?
Hast Dein Herz an Menschen gehängt,
Die die Falschen für Dich waren?
Oder hast Du Dich schon mal furchtbar aufgeführt und schämst Dich immer noch dafür?
Vielleicht hast Du ja auch noch Schuldgefühle wegen irgendeiner alten Sache oder bereust eine Entscheidung,
Die Du vor vielen Jahren getroffen hast?
Willkommen im Club!
Wir alle haben uns im Laufe des Lebens einiges zu verzeihen,
Wenn wir uns das Leben nicht unnötig schwer machen wollen.
Aber das ist gar nicht so einfach.
Ich erlebe in der Beratung immer wieder Menschen,
Die so sehr mit ihrer Vergangenheit hadern,
Dass sie in ihren eigenen alten Geschichten und Geheimnissen regelrecht gefangen sind.
Sich selbst zu vergeben,
Die vermeintlichen Irrtümer,
Fehler und Entscheidungen und die damit verbundenen Schuld- und Schamgefühle loszulassen,
Ist wichtig für uns,
Damit wir im Hier und Jetzt sein können und uns innerlich frei fühlen können,
Um uns auf Neues einzulassen.
Loslassen lernen,
Darum ging es schon in der letzten Leben lieben lassen Folge,
Da haben wir uns um das Loslassen von vergangenen Beziehungen und emotionalen Verstrickungen gekümmert.
Und in dieser Folge,
Teil 2 meiner Miniserie Loslassen lernen,
Geht's um das Sich-Selbst-Verzeihen.
Bist Du bereit?
Leben lieben lassen,
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Leben lieben lassen,
Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach und ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen,
Um gelingende Beziehungen zu führen,
Auch zu sich selbst.
Und da ist Loslassen eine riesen Challenge für uns.
Denn das Leben ist nun mal Versuch und Irrtum.
Wir können gar nicht alles richtig machen,
Selbst wenn wir uns noch so viel Mühe geben.
Wir werden definitiv in Fettnäpfchen hineinstolpern,
Peinliche Auftritte haben,
Wir werden versagen und abgelehnt werden,
Uns gegenüber anderen unangemessen verhalten und Entscheidungen treffen,
Die wir später bereuen.
Das ist nicht schön,
Aber es ist die Realität,
Der wir uns alle stellen müssen,
Mit der wir uns auseinandersetzen müssen in unserem Leben.
Wir werden auf die Nase fallen,
Wir werden Fehler machen.
Und wir lernen ja auch dadurch,
Dass wir diese Fehler machen.
Das bringt ja am Ende erst unsere Erfahrungen hervor.
Und vieles davon lässt sich ja auch,
Wenn es nicht so gut war,
Im Nachhinein wieder richten,
Ändern,
Neu entscheiden,
In die richtigen Bahnen bringen.
Soweit gehst Du ja vielleicht noch mit.
Das passiert halt.
Das Blöde ist nur,
Wenn man nicht irgendwann einen Haken daran machen kann,
Um den alten Ballast auch mal wieder loszulassen.
Den Kopf wieder hochzunehmen und zu sagen,
Es passiert,
War nicht meine beste Idee oder vielleicht auch nicht meine beste Zeit,
Habe ich was draus gelernt,
Werde ich in Zukunft anders machen.
Weiter geht's.
Denn wir tragen schwer an dem,
Was wir nicht loslassen können,
Mit dem wir innerlich keinen Frieden gemacht haben.
Und es belastet uns immer noch,
Obwohl es längst vorbei ist.
Und wenn das so ist,
Bestimmt ja die Vergangenheit unsere Gegenwart und vielleicht auch die Zukunft.
Wir kleben fest und verlieren unseren Fokus.
Wir hadern mit uns und dem Leben nicht so gut.
Loslassen lernen,
Teil 2.
Ich verrate Dir in dieser Folge,
Wie Du Dir selbst verzeihen lernen kannst und auch,
Warum das so wertvoll und wichtig ist.
Gleich.
Anderen zu verzeihen,
Alte Kränkungen und Erfahrungen loszulassen,
Das ist schon oft gar nicht so leicht und meist auch ein längerer Prozess.
Nicht immer ist es möglich.
Uns selbst zu verzeihen,
Damit aber tun wir uns meist noch viel,
Viel schwerer.
Hast Du Dich schon mal gefragt,
Warum das so ist?
Ich glaube zum einen,
Dass wir mit uns selbst oft sehr viel strenger sind,
Viel mehr erwarten,
Weniger freundlich sind als mit anderen.
Zumindest ist das eine Erfahrung,
Die ich immer wieder mit Klienten und Klientinnen mache.
Viele von uns leiden ja regelrecht unter Perfektionszwang,
Können sich nicht den kleinsten Fehler verzeihen und leben in dem Gefühl,
Alles und immer richtig machen zu müssen.
Einen vermeintlichen Fehler begangen,
Nicht die richtigen Worte gewählt oder entgegen den eigenen Werten gehandelt zu haben,
Menschen mit überhöhten Ansprüchen an sich selbst spielen oft in ihrem Kopf das Was-wäre-gewesen-wenn-Spiel und dabei geraten sie in zermürbende Grübelschlaufen,
Die sie nirgendwo hinbringen,
Immer nur im Kreis herumdenken.
Ich hätte es besser wissen müssen.
Elke zum Beispiel ist eine meiner Klientinnen,
Sie ist mit Leistungsdruck aufgewachsen.
Ich werde nur geliebt,
Wenn ich immer und in allem die Beste bin.
Das ist einer ihrer unbewussten Glaubenssätze und den hat sie aus ihrer sehr erfolgsorientierten Herkunftsfamilie mitgenommen.
Und sie hat es wirklich mit viel Talent und noch mehr Anstrengung geschafft,
Mit besten Haltungsnoten durch ihr Leben zu kommen.
Abitur,
Sport,
Studium,
Doktortitel,
Immer brillant,
Immer in Höchstform,
Egal was sie das an Kraftaufwand gekostet hat.
Wirklich beeindruckend.
Nur mit ihren Beziehungen hat es nicht so gut geklappt.
Immer die falschen Männer,
Sagt sie.
Egal,
Wie sehr ich mich angestrengt habe,
Ich habe es nicht geschafft,
Eine gute Beziehung hinzukriegen.
Ich kann nicht aufhören,
Darüber nachzudenken,
Was ich falsch gemacht habe.
Meine Gedanken drehen sich im Kreis,
Immer und immer wieder gröble ich besonders über meine letzte Beziehung nach.
Dabei ist die schon fast zwei Jahre her.
Ich habe versagt.
Elkes angeblich unverzeihliches Versagen und ihre permanente gedankliche Beschäftigung damit blockieren sie so sehr,
Dass sie sich auf einen neuen Mann,
Den sie gerade kennengelernt hat,
Gar nicht wirklich emotional einlassen kann.
Elke hat ihre Leichtigkeit verloren,
Ihre Freude.
Sie ist innerlich so unfrei,
Dass sie gar nichts Richtiges fühlt,
Weil sie in der Vergangenheit festhängt und im Elke-Fehler-Beobachtungsmodus.
So als wäre das Leben ein Hürdenlauf,
Ein Parcours,
Eine Prüfung mit der Angst durchzufallen.
Sätzen 6.
An Elkes Beispiel kann man gleich zwei typische Probleme erkennen,
Die wir mit dem uns Selbstverzeihen haben.
Und dazu gehört,
Die angeblichen Fehler sind oft gar keine,
Oder wir haben sie nicht allein gemacht.
Zum Beispiel,
Wenn die Schuldgefühle,
Die wir deswegen haben,
Auf falschen inneren Überzeugungen basieren.
In Elkes Fall basiert ihr Fehlerdenken auf der Grundannahme,
Es hängt alles an mir,
Ich bin allein verantwortlich,
Wenn ich alles richtig mache und mich anstrenge,
Wird es gelingen.
Das ist das Motto ihres Lebens und es hat sie sehr erfolgreich gemacht.
Aber es ist leider eine Fehlannahme,
Denn in der Realität können wir Beziehungen nicht alleine machen.
Natürlich kann auch einer sich seltsam verhalten,
Aber beide haben eine Verantwortung für das Gelingen.
Unser Gegenüber trägt ja durch sein Tun oder Nicht-Tun immer auch mit zur Beziehungsdynamik bei.
Beziehungen sind sowas wie eine Wippe,
Wir können nur gemeinsam wippen.
Aber in Elkes innerer Welt kam diese Möglichkeit überhaupt nicht vor.
Doch als sie anfing zu erkennen,
Dass sie die Denk-,
Gefühls- und Verhaltensmuster ihrer Kindheit immer noch lebte und jetzt auf ihr Erwachsenes- und Beziehungsleben anwendete und der hohe einseitige Verantwortungsdruck ihr ganzes Leben bestimmt und ihre Beziehungen,
Als wir mit diesen einschränkenden Glaubenssätzen gearbeitet haben und neue Erlaubende etabliert haben,
Konnte Elke etwas von ihrer schweren Last abgeben.
Es war so,
Als würde sie einen schweren Rucksack abstellen,
Das herausnehmen,
Was ihr gar nicht gehörte,
Ihrem Ex-Freund seinen Anteil übergeben und nun mit viel mehr Leichtigkeit unterwegs sein.
Elkes Problem war nicht,
Dass sie keine Verantwortung für ihren Anteil übernommen hätte,
So wie das vielleicht bei manch anderen der Fall ist.
Elkes Problem war,
Dass sie die ganze Verantwortung für das Ende der Beziehung alleine auf sich nahm.
Und es brauchte einen Perspektivwechsel,
Ein neues,
Weiteres Denken,
Um diesen Tunnelblick zu weiten.
Und wenn du auch unter dem Gefühl leidest,
In irgendeiner Hinsicht vermeintlich allein schuld zu sein,
An dem,
Was schiefgelaufen ist oder nicht den Ausgang nahm,
Den du gewollt hattest,
Und du wirfst dir dein angebliches Versagen immer noch vor,
Dann frag dich einmal,
War das wirklich damals allein meine Verantwortung oder glaube ich das nur?
Wessen Verantwortung war das wirklich?
Wer trägt welchen Anteil daran,
Wenn man es mal so ganz nüchtern betrachtet?
Und wenn du da ein Ungleichgewicht feststellst,
Gib den Teil der Verantwortung an den Menschen,
Den das betrifft,
Zurück.
Das kannst du zum Beispiel als Visualisierung mit meiner geführten Vergebungsmeditation machen,
Die ich dir in den Shownotes verlinkt habe.
Denn Schuldgefühle entstehen oft aus einem übersteigerten Verantwortungsgefühl,
Einem Gefühl,
Alleine zuständig zu sein.
Und das fußt,
So wie bei Elke,
Nicht selten auf falschen inneren Überzeugungen.
Und die lohnt es sich in jedem Fall zu überprüfen.
Punkt 2.
Wohin hat dich das geführt?
Fehler sind nicht okay.
Das lernen wir eigentlich schon in der Schule.
Null Fehler im Diktat bedeuten für uns Lob und Anerkennung,
Während uns die rot angestrichenen Korrekturen der Lehrerin zeigen,
Nicht so gut gemacht,
Unangenehm.
Und so lernen wir ganz schnell,
Wir sollten am besten keine Fehler machen.
Und je nachdem,
Wie damit von unserem Umfeld umgegangen wird,
Wie fehlerfreundlich oder perfektionsgetrieben unsere Eltern mit sich selbst und auch mit uns umgehen,
So verinnerlichen wir auch unseren Umgang mit unserer eigenen,
Ganz normalen Unperfektion und diversen Unzulänglichkeiten,
Dem Scheitern,
Was ja ganz normal ist.
So können eben,
Wie bei Elke,
Gefühle der Scham,
Der Schuld oder der Angst entstehen,
Wenn wir etwas falsch machen.
Dann sind wir nicht nur mal kurz ein bisschen sauer auf uns und verspüren eine vorübergehende Enttäuschung.
Nein,
Dann bestimmen Fehler über unseren Wert.
Und jedes Nicht-Gelingen führt zur Selbstablehnung oder gar zum Selbsthass.
Sich selbst zu verzeihen und das Ganze hinter sich zu lassen,
Wird dann ein Ding der Unmöglichkeit.
Was wir aber dabei vergessen,
Ist,
Dass jeder Fehler,
Jede falsche Entscheidung,
Jedes Scheitern bringt dich auch wohin.
Zwar war das nicht deine Absicht,
Nicht dein Ziel,
Aber dadurch können auch völlig neue Möglichkeiten entstehen,
Die du vorher vielleicht gar nicht auf dem Schirm hattest.
Und wenn du es ja eh schon nicht mehr ändern kannst,
Wie es gekommen ist,
Du bist ja jetzt schon hier,
Wo du bist,
An dieser Stelle in deinem Leben,
Lohnt es sich ja auch,
Sich mal umzuschauen und die neuen Möglichkeiten zu entdecken,
Die damit einhergehen,
Die sich vielleicht in der neuen Situation für dich auftun,
Oder?
Zuerst bedeutet das aber Akzeptanz und das Loslassen des ewigen Hätte,
Wölte,
Sölte,
Könnte.
Zum Thema Akzeptanz als Grundlage fürs Loslassen,
Hör nochmal rein in die letzte Folge,
Also Teil 1 dieser Loslass-Serie hier,
Da habe ich das Thema Akzeptanz ganz ausführlich beleuchtet.
Und in jedem Missgeschick,
In jeder Situation,
Die wir eigentlich nicht wollten,
In jedem Fehler,
Den wir gemacht haben,
In jedem Scheitern,
Steckt auch immer etwas Gutes,
Etwas,
Das uns voranbringt.
Das fällt uns oft gar nicht leicht,
Das zu entdecken.
Aber frag dich doch mal,
Bei den Umständen und Situationen,
Die du schwer akzeptieren kannst,
Was ist hier das Gute im Schlechten?
Was habe ich gelernt?
Was hat sich mir eröffnet?
Für Egge bedeutete das,
Das Gute im Schlechten war,
Jetzt,
Wo sie es eh nicht mehr ändern konnte,
Dass mit der Beziehung auch die ewigen Kämpfe,
Die vergeblichen Bemühungen und die Unsicherheiten und Ängste aufhörten.
Elke hatte wieder mehr Energie für sich,
Ihre Freunde,
Ihr Leben.
Eigentlich,
Denn sie hing ja noch in ihrem inneren Vorwurfskarussell fest.
Was dagegen helfen kann,
Dazu gleich mehr,
Vorher schauen wir noch kurz auf einen anderen wichtigen Grund,
Der uns daran hindert,
Uns selbst zu verzeihen.
Irgendwann bin ich nämlich für mich darauf gekommen,
Was mich hinderte,
Mir selbst zu verzeihen.
Und es ist das,
Wir lernen in unserem Leben,
Dass Verzeihen etwas ist,
Das von außen und nicht von innen kommt,
Dass Vergebung etwas ist,
Das man von anderen erhält,
Man tröstet sich gegenseitig,
Spricht sich Mut zu.
Das sehen wir schon als Kind,
Und wir beobachten und erfahren es,
Es tut so gut,
Denn wir sind ja Bindungswesen.
Was wir aber nicht sehen oder nicht beobachten können,
Ist,
Wie jemand sich selbst tröstet oder beruhigt,
Wie jemand sich selbst verzeiht.
Denn das findet ja innen statt,
Und es macht auch irgendwie jeder für sich,
Oder eben nicht.
Aber wir können es von außen nicht sehen.
Und es bringt uns ja meistens auch gar niemand bei,
Dass wir uns das auch selbst geben können,
Das Verzeihen.
Ja sogar müssen,
Dass es so wichtig ist,
Denn sonst hängen wir ja ewig von der äußerlichen Vergebung ab.
Und was,
Wenn die gar nicht kommt?
Wollen wir dann ewig unter der Last von Schuld und Scham durchs Leben gehen?
Bei anderen nicht nachtragend zu sein,
Gehört zum guten Ton,
Oder?
Warum dann also nicht mit uns selbst?
Sind wir nicht der wichtigste Mensch in unserem Leben?
Wie,
Kannst du dir also selbst verzeihen?
Über den Perspektivwechsel und das Gut der im Schlechten haben wir ja schon gesprochen.
Jetzt geht es darum,
Mit uns selbst Gesten der Versöhnung zu praktizieren,
Zu üben.
Vielleicht kommt dir das am Anfang komisch vor,
Aber du kannst dich zum Beispiel selbst umarmen.
Indem du die Arme verschränkst und deine Hände um deine Schultern legst.
Und dazu kannst du laut oder in Gedanken aussprechen,
Dass du dir vergibst.
Obwohl ich diesen oder jenen Fehler gemacht habe,
Liebe und akzeptiere ich mich so,
Wie ich bin.
Obwohl ich mich immer noch für dieses oder jedes schäme,
Lasse ich es jetzt los.
So gut,
Wie es mir in diesem Moment möglich ist.
Es ist okay,
So wie es ist.
Ich bin okay,
So wie ich bin,
Mit allem,
Was zu mir gehört.
Was ich auch sehr schön finde,
Ist,
Sich in dieser sich-selbst-umarmenden Geste so ein bisschen vor und zurück oder hin und her zu wiegen,
So wie ein Kind,
Und sich genau das zuzusprechen,
Was du anderen oder deinem Kind zum Trost sagen würdest.
Es ist vorbei.
Du bist sicher.
Du hast es so gut gemacht,
Wie du konntest.
Du bist wertvoll und liebenswert,
Auch wenn du Fehler machst.
Ich liebe dich.
Du kannst ein richtiges Ritual aus dieser kleinen Übung machen und dir vielleicht auch eine schöne Musik dazu anmachen.
Je öfter du dieses sich-selbst-trösten praktizierst,
Umso wirkungsvoller wird es werden.
Oder wie wäre es,
Wenn du dir selbst einen Brief schreibst?
Das Schreiben hat sehr große therapeutische Effekte auch in Bezug auf das Loslassen.
Denn wie ich schon gesagt habe,
Niemand kritisiert uns so hart wie wir selbst.
Zumindest gilt das für die meisten von uns.
Um sich selbst zu verzeihen,
Kann es helfen,
Mit dir selbst genauso umzugehen,
Wie du es mit anderen tun würdest.
Und diese kleine Schreibübung kann dir dabei helfen.
Der Ich-verzeih-mir-Brief.
Du nimmst ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand und sorgst dafür,
Dass du ungestört bist.
Dann schließ mal kurz deine Augen und stell dir für einen Moment bildlich vor,
Eine sehr gute Freundin oder ein lieber Freund,
Jemanden,
Den du sehr gerne hast,
Vielleicht sogar dein Kind,
Berichtet dir davon,
Dass sie oder er sich etwas nicht verzeihen kann.
Es ist genau das,
Was du dir im Moment vorhältst.
Sieh vor deinem inneren Auge diesen Menschen in seiner Not.
Lass dich wirklich darauf ein.
Und dann schreibe einen Brief an diesen Menschen,
Der mit Liebe oder Lieber beginnt.
Und du schreibst diesem Menschen,
Indem du ihm oder ihr Mut machst,
Sie aufbaust und ihm oder ihr die Erlaubnis gibst,
Sich selbst zu vergeben.
Vielleicht können dir die folgenden Stichpunkte helfen,
Deinen Brief zu schreiben.
Was möchtest du sagen,
Um diesen Menschen zu trösten,
Ihm dein Mitgefühl zu schenken?
Ich kann gut verstehen,
Dass dich diese Sache belastet.
Du bist nicht allein.
Du bist mir wichtig.
Und du hast einen Platz in meinem Herzen,
Egal was passiert ist.
Erzähle diesem Menschen in deinem Brief,
Warum es in Ordnung ist,
Die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Was ist aus Sicht von heute sogar das Gute im Schlechten?
Wohin hat es diesen Menschen gebracht?
Konnte sie oder er zum Beispiel etwas daraus lernen?
Und schreib auch noch,
Du hast es in diesem Moment so gut gemacht,
Wie es dir möglich war.
Heute bist du schon viel,
Viel weiter.
Du hast Erkenntnisse dazu gewonnen,
Die du damals nicht hattest.
Es ist nicht in Ordnung,
Mit dem Wissen von heute auf deine frühere Version deines Selbst drauf zu hauen und dich zu verurteilen.
Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit,
Mit einem Lächeln oder einem Schmunzeln über die vergangene Situation zu schauen.
Humor ist eine wundervolle Strategie,
Die Dramatik aus belastenden Situationen rauszulassen,
Wie die Luft aus einem Luftballon.
Und gibt es liebevolle Worte oder eine Geste,
Die dem geliebten Menschen helfen würden,
Sich selbst zu verzeihen und die du ihr oder ihm gerne schenken möchtest?
Schreib auch das auf.
Und lass dir Zeit für diesen Brief.
Und wenn du damit fertig bist,
Liest du dir deine Zeilen laut vor.
Aber nun setzt du deinen Namen an den Anfang und sagst zum Beispiel Liebe Elke oder so wie du eben heißt.
Wenn man das so hört,
Dann kann es sein,
Dass man denkt,
Ja,
So ein bisschen schreiben schon klar,
Aber das hilft doch eh nicht.
Ich kann dir sagen,
Meine Erfahrung ist eine ganz andere.
Regelmäßig sehe ich nämlich,
Wie berührend und heilend das Vorlesen dieses eigenen Briefes an sich selbst sein kann und wie stark diese Übung in Bezug aufs Loslassen wirken kann.
Und hast du schon mal mit einem vertrauten Menschen über deine Belastungen gesprochen,
Die du schon so lange mit dir herumträgst und unter denen du so leidest?
Ich erlebe oft,
Dass Schuld und Scham so groß sind,
Dass Menschen sich mit ihren alten Fehlern,
Ihrem Versagen,
Ihrer Schuld und Scham,
Dem eben Unverzeihlichen noch nie jemandem anvertraut haben.
Das passiert nie.
Kannst du dir das vorstellen?
Sich zu isolieren ist das Schlimmste,
Was wir Menschen uns in unserem Schmerz selbst antun können.
Es verschlimmert unser Leid.
Es macht,
Dass wir innen damit ganz gefangen sind.
Wenn es also auch in deinem Leben ein unerträgliches Geheimnis gibt,
Das du schon lange mit dir herumschleppst,
Weil du glaubst,
Du könntest es niemandem zumuten oder du würdest dafür abgelehnt.
Brich deine Isolation auf und vertraue dich einem Menschen an.
Das ist wie sprechende Medizin,
Außerordentlich heilsam.
Es sollte natürlich in einem sicheren Rahmen stattfinden und es sollte wirklich jemand sein,
Zu dem du ein Vertrauen aufgebaut hast.
Das kann ein Freund sein,
Ein Mentor oder auch eine Pfacherin,
Deine Therapeutin oder dein Coach.
Ich erlebe nicht selten,
Wie befreiend so eine Offenbarung für Menschen ist,
Wenn sie im geschützten Raum ihre Geschichte endlich mit jemandem teilen können.
Das bricht eine Verpanzerung auf und die Kraft,
Die vorher gebraucht wurde,
Um das Unerträgliche in sich zu vergraben,
Steht einem wieder zur Verfügung.
Auch das Verbrennen-Ritual aus der letzten Folge,
Die Wiedergutmachübung und die wunderbare und ungewöhnliche Strichmännchen-Methode,
Die ich dort erklärt habe,
Können super hilfreich sein,
Um sich selbst zu verzeihen.
Bei der Strichmännchen-Methode kannst du dann anstatt eines anderen Menschen deinen alten Schmerz einsetzen,
Deine Angst,
Deine Fehler.
Dann schreibst du eben unter das zweite Strichmännchen,
Ich,
Wenn ich mich schuldig fühle oder auch meine Angst,
Meine alten Fehler und so weiter.
Ansonsten machst du dann alles genau so,
Wie ich es in der letzten Folge beschrieben habe.
Und wenn du jetzt gar nicht weißt,
Von was ich hier eigentlich rede,
Einfach nochmal in die letzte Lieben-Leben-Lassen-Folge reinhören,
Da ging es auch ums Loslassen,
Weil das eine so wichtige Fähigkeit in unserem Leben ist.
Und wie du weißt,
Bin ich ja eine Freundin von geführten Meditationen.
In den Shownotes verlinke ich dir meine geführte Reinigungsmeditation,
Die über eine wunderbare Visualisierung helfen kann,
Deine alten Gedanken und Gefühle gehen zu lassen.
Am besten wirkt auch das,
Wenn du es mehrfach machst.
Und was passiert eigentlich,
Wenn wir nicht loslassen?
Dann laden wir uns im Laufe des Lebens immer weitere Belastungen in unseren Rucksack und unsere Last wird immer schwerer.
Und all die Kraft,
Die wir brauchen,
Um das Alte festzuhalten,
Haben wir dann nicht für unser Leben zur Verfügung.
Die Freude geht verloren,
Wir gehen gebückt,
Die Leichtigkeit ist fort.
Und ja,
Die Last der alten Lebensschulden kann auf Dauer auch krank machen.
Natürlich brauchst du Mut,
Um mit der Loslassarbeit,
Dem Verzeihen,
Dem inneren Aufräumen zu beginnen.
Das ist der Preis.
Du hast dabei aber so unendlich viel zu gewinnen.
Langfristig.
Deine Freiheit,
Deine Lebensfreude.
Und wenn du es nicht tust,
Wirst du auch einen sehr hohen Preis zahlen.
Es bleibt nämlich all das Alte in dir stecken und belastet dein Leben.
Und ich finde,
Der Preis ist viel zu hoch.
Und auch das ist mir noch sehr wichtig.
Warte nicht,
Bis dir jemand vergibt,
Tu es selbst.
Fang klein an und wachse dann über dich hinaus.
Aber es kann natürlich trotzdem sein,
Dass die unangenehmen Gefühle und die alten Schmerzen trotz aller Versuche,
Sich selbst zu verzeihen,
Nicht gehen wollen.
Manchmal reichen eben Selbstcoaching-Übungen einfach nicht aus.
Wenn du bemerkst,
Dass du trotz aller Versuche weiterhin sehr stark belastet bist,
Hol dir professionelle Unterstützung,
Zum Beispiel in Form einer Therapie.
Und es geht nicht darum,
Dir deine alten Fehler,
Deine Irrtümer,
Dein Versagen umzudeuten oder schönzureden.
Nur,
Sie gehören halt zum Leben dazu.
Niemandem gefällt das,
Aber so ist das.
Solange wir leben,
Werden wir Versuch und Irrtum wagen müssen,
Wenn wir uns lebendig fühlen wollen.
Und das willst du doch,
Oder?
Sich in der Komfortzone des Lebens einzumauern,
Wo nichts passieren kann,
Ist zwar sicher,
Aber es ist auch ziemlich irde und langweilig,
Während draußen das wilde Leben tobt.
Übernimm die Verantwortung für deine Fehler.
Steh dazu.
Mach gut,
Was gut zu machen ist und dann verzeih dir.
Mach nen Haken dran.
Wirf den Ballast ab.
Lass los,
Um innerlich frei zu sein.
Und das wünsche ich dir von ganzem Herzen.
Alles Liebe,
Deine Claudia.
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