24:38
24:38

Ereignisse erzählen Geschichten

by Claudia Bechert-Möckel

rating.1a6a70b7
Bewertet
5
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
9

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder erlebt, dass Menschen aus einer Paartherapie nicht gestärkter herausgegangen sind, sondern verunsicherter. Dass sie sich kleiner fühlten als vorher. Dass bestehende Machtgefälle oder emotionale Abhängigkeiten und toxische Dynamiken ungewollt sogar noch verstärkt wurden. Und deshalb möchte ich Dir von Anna erzählen, der genau das passiert ist. Diese Folge ist kein Urteil über Paartherapie, Beziehungsberatung, oder Paar-Coaching. Im Gegenteil. Ich halte gute Paartherapie für eine der wertvollsten Möglichkeiten, Beziehungen zu verändern. Ich liebe diese Arbeit. Und ich weiß, was möglich ist, wenn zwei Menschen bereit sind, sich wirklich auf den Prozess einlassen und auf neue Wege als Wir. Woran Du merkst, dass Du gut aufgehoben bist und welche Warnsignale es gibt, dass in der Beratung etwas aus dem Ruder läuft, darum geht’s in dieser Folge.

Transkription

Es gibt bestimmte Momente im Leben,

Da legen wir unsere Hoffnung in die Hände eines anderen Menschen.

Eine Paartherapie zum Beispiel ist genau so ein Moment.

Man geht dorthin,

Weil man zusammen nicht mehr weiter weiß.

Weil man sich wünscht,

Dass endlich jemand versteht,

Was da eigentlich los ist.

Dass einem mal jemand übersetzt,

Was der andere meint,

Sortiert,

Vielleicht sogar einen Weg zeigt,

Den man selbst noch nicht sehen kann.

Und genau deshalb ist dieser Raum so sensibel.

Denn in einer Paartherapie oder einer Beratung,

Da nimmst du sozusagen jemanden mit in den Betrieb.

Du zeigst dich,

Auch deine Verletzlichkeit,

Deine Zweifel,

Deine Ängste,

Deine Sehnsucht verstanden zu werden.

Und genau deshalb möchte ich heute dieses Thema aufmachen und über etwas sprechen,

Über das erstaunlich selten geredet wird.

Denn ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder gehört von Klienten,

Dass Menschen aus einer Paartherapie sehr verunsichert rausgegangen sind.

Dass sogar manchmal so ein Machtgefälle,

Das es in der Beziehung gibt oder emotionale Abhängigkeit oder sogar toxische Dynamiken ungewollt noch verstärkt wurden.

In dieser Folge von Anna erzählen,

Der genau das passiert ist.

Und das ist nicht immer der Fall.

Woran du merken kannst,

Dass du vielleicht nicht so gut aufgehoben bist und welche Warnsignale es gibt,

Dass im Beratungsraum etwas aus dem Ruder läuft.

Darum geht's in dieser Folge.

Leben lieben lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Stell dir mal vor,

Du hast lange gezögert,

Vielleicht Monate oder Jahre,

Und du hast gehofft,

Dass es wieder besser wird in deiner Beziehung.

Du hast versucht,

Dich mehr anzustrengen,

Verständnisvoller zu sein,

Konflikte zu vermeiden.

Und natürlich hast du dich auf die Suche gemacht,

Zu verstehen,

Was eigentlich in eurer Beziehung läuft.

Du hast Bücher gekauft,

Podcasts gehört,

Vielleicht sogar Online-Kurse absolviert.

Und vor allem hast du viel nachgedacht und vielleicht auch manches Gespräch angestoßen.

Aber so richtig geändert hat sich nichts zwischen euch.

Und irgendwann tauchst du dich zusammen.

Sagen,

Ich glaube,

Wir brauchen Hilfe.

Mit genau dieser Hoffnung gehen viele Paare in eine Paartherapie.

Sie versuchen,

Endlich gehört zu werden,

Sich selbst und den anderen zu verstehen,

Die Kluft zu überwinden,

Die sich da gebildet hat.

Und sie hoffen,

Dass da jemand sitzt,

Der genau das sehen kann oder versteht,

Jemand,

Der Ordnungen des Chaos der Gefühle bringt und hilft,

Zu sortieren und abzutragen,

Was sich da an Bergen von ungeklärten Themen,

Von Nichtgesagtem oder auch von ungeheilten Verletzungen aufgebaut hat.

Aber was passiert,

Wenn genau das nicht geschieht?

Immer mal wieder erzählen mir Klientinnen oder Klienten von Erfahrungen,

Die sie zutiefst verunsichert haben.

Manchmal sogar verletzt.

Und darum geht es in dieser Folge.

Denn es gibt Warnsignale,

An denen man relativ frühzeitig bemerken kann,

Dass im geschützten Raum der Beratung etwas aus dem Ruder läuft oder kippt.

Und die Menschen,

Mit denen ich gesprochen habe,

Die haben das tatsächlich auch in der Regel bemerkt.

Aber sie haben sich nicht getraut,

Das ernst zu nehmen oder auch zu benennen.

Und das ist ein echtes Problem,

Weil das unter Umständen dazu führen kann,

Dass Grenzen überschritten werden,

Dass sich abhängige Strukturen,

Narzisstische und toxische Dynamiken,

Die in der Beziehung vorherrschen,

Noch verstärken.

Und das ist wirklich alles andere als gut.

Ich möchte Dir überhaupt keine Angst machen,

Aber ich möchte Dich sensibilisieren und Dir auch mitgeben,

Woran Du merkst,

Dass der Raum,

In dem Du Dich öffnest,

Sicher ist.

Denn das ist das A und O.

Wenn eine Paartherapie oder eine Paarberatung wirklich etwas bringen soll,

Dann steht und fällt das in meinen Augen mit der Fähigkeit,

Die Dynamik einer Beziehung wirklich zu erkennen.

Und offenbar ist das nicht immer der Fall.

Warum das so ist,

Dazu habe ich ein paar Gedanken,

Die ich dann auch gerne noch mit dir teile.

Aber zuerst erzähle ich dir eine Geschichte.

Sie ist anonymisiert und sie ist aus mehreren Erfahrungen zusammengesetzt.

Nennen wir die Klientin mal Anna.

Anna beschreibt ihren Mann.

Er ist charmant,

Intelligent,

Wahnsinnig schlau.

Er kann Menschen um den Finger wickeln,

Sagt Anna.

Zu Hause kennt sie ihn ganz anders.

Wenn sie verletzt ist,

Heißt es,

Sie übertreibt mal wieder.

Wenn sie weint,

Ist sie viel zu emotional.

Wenn sie sich traut,

Kritik zu äußern,

Dreht er das Gespräch so geschickt,

Dass sie sich am Ende entschuldigt.

Und immer häufiger fragt sie sich,

Hm,

Vielleicht bin ich wirklich das Problem.

Anna ist zutiefst verunsichert und sie fühlt sich klein und machtlos ihm gegenüber.

Sie merkt schon lange,

Hier stimmt was nicht.

Denn über die Jahre haben sich in dieser Beziehung die Grenzen verschoben.

Es sind so viele Verletzungen passiert.

Immer wieder hat sie sie ausgehalten.

Die Abwertungen,

Die Rechthaberei und das ständige Kritisieren.

Warum ist er eigentlich mit ihr zusammen,

Wo sie doch so ungenügend ist,

Fragt sie sich.

Freundlicher ist er eigentlich nur,

Wenn andere dabei sind.

Da hat er ein Sonntagsgesicht.

Anna hat sich mit der Zeit innerlich zurückgezogen.

Sie fühlt sich nicht gesehen.

Er geht nicht auf sie ein.

Hauptsache,

Sie funktioniert und ist vorzeigbar.

Hauptsache,

Sie erfüllt die Rollen und Funktionen und lächelt nett.

Neben ihm.

Als Vorzeigefrau.

Anna hat sich viel mit dem Thema beschäftigt.

Sie ist auf die Suche gegangen.

Emotionale Abhängigkeit,

Narzissmus,

Toxische Beziehung.

Manches davon passt.

Damit kommt sie ihm nicht,

Denn dann wird er wütend und bestraft sie mit Schweigen oder mal wieder mit Vorwürfen.

Am Ende ist sie es immer,

Die es falsch macht.

Also sagt sie nichts.

Worüber sie sich einig sind,

Ist,

Dass es in der Beziehung nicht mehr so gut läuft.

Er meint,

Sie müsste sich ändern,

Wieder lockerer werden,

Nicht immer so zugeknüpft oder abweisend ihm gegenüber.

Und Sex,

Ja,

Was wäre eigentlich damit?

Ob sie dann nicht mal wieder was unternehmen wollten?

Anna denkt,

Ja,

Stimmt,

Aber in ihr sagt alles Nein.

Sie kann nicht,

Sie will nicht.

Und ja,

Wahrscheinlich hat sie da ein Problem,

Denkt sie.

Schließlich schlägt sie eine Paartherapie vor und er kann sich darauf einlassen.

Anna ist erleichtert.

Deshalb sagt sie auch nichts,

Als er den Therapeuten aussucht.

Die Hoffnung ist,

Endlich wird mal jemand von außen sehen,

Was sie selbst seit Jahren nicht richtig in Worte fassen kann.

Wird ihr vielleicht den Raum geben,

Dass sie endlich einmal sagen kann,

Was sie seit Jahren sich nicht getraut zu sagen?

Dass sie sich schlecht fühlt in dieser Beziehung.

Und wer weiß,

Vielleicht können sie ja doch noch ihre Probleme lösen.

Schon in der ersten Sitzung erzählt ihr Mann ganz ruhig,

Wie anstrengend es sei,

Ständig auf Annas Stimmung Rücksicht nehmen zu müssen.

Dass sie immer so wahnsinnig schnell verletzt ist,

Dass sie alles zerdenke,

Dass sie einfach mehr an sich arbeiten müsse und dass sie früher mal anders war.

Nach den Vorstellungen oder einem Ziel oder einer Absicht,

Diese Beratung,

Also warum sie hier sind,

Jeder Einzelne fragt der Therapeut nicht.

Anna kommt es so vor,

Als ob ihr Mann hier ist,

Um sie wieder auf Linie zu bekommen.

Dass mal jemand ihm hilft,

Beizubringen,

Was sie ändern muss.

Sie aber ist ja eigentlich hier,

Um zu verstehen,

Was zwischen ihnen los ist und eben,

Um mal ein paar Dinge zu sagen,

Die sonst nicht möglich sind,

Weil sie nicht gehört wird und weil sie sich nicht traut.

Doch wie sie das schon kennt,

Ihr Mann ist wieder wahnsinnig einnehmend und er wirkt so verständlich und er kann so gut argumentieren und Anna denkt,

Klar,

Er wickelt den Therapeuten um den Finger.

Wie immer.

Sie fühlt sich kleiner,

Auch wie immer.

Aber Anna versucht trotzdem zu erklären,

Wie hilflos sie sich oft fühlt.

Und noch bevor sie ihre ersten Sätze so beendet hat,

Sagt der Therapeut sehr empathisch,

Vielleicht haben sie tatsächlich eine alte Verletzung,

Die sie sehr empfindsam macht.

Und dann reagieren sie sehr stark auf das,

Was ihr Mann sagt.

Anna nickt.

Natürlich hat sie alte Verletzungen.

Wer hat die nicht?

Schon als Kind hat sich Anna überangepasst,

Ständig.

Sie sollte immer irgendwie sein.

Und wie sie sein wollte,

Wie sie wirklich war,

Darum ging es nicht.

Dominanter Vater,

Schwache Mutter.

Ja,

Hat sie alles schon.

Herausgefunden.

Der Therapeut nickt verständnisvoll.

Natürlich,

Da zeigen sich alte Verletzungen.

Ihr Mann dagegen?

Nein,

Nein,

Bei ihm zu Hause war alles in bester Ordnung,

Ganz tolle Familie,

Wunderbar als Kind.

Da wäre nichts bei ihm.

Ja,

Weil alle so bei dir zu Hause sind,

Dass sie immer recht haben,

Denkt Anna,

Aber das sagt sie nicht.

Und mehr passiert dann auch nicht mehr.

Aber vor allem etwas ganz Entscheidendes passiert nicht,

Obwohl es hätte passieren sollen.

Niemand fragt sie,

Warum sie sich immer so klein fühlt.

Niemand fragt,

Warum sie sich kaum noch traut,

Ihre Bedürfnisse auszusprechen.

Niemand fragt,

Warum sie ständig an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifelt.

Der Grund scheint ja gefunden.

Und so geht es viel mehr um Annas Reaktionen als um ihr Warum.

Warum sie sich zurückzieht,

Warum sie sensibel reagiert,

Abweisend wirkt.

Es sieht so aus,

Als gäbe es eine ganze Liste schwieriger Verhaltensweisen,

Die ihrem Mann das Leben und die Beziehung schwer machten.

Ja,

Anna versteht,

Dass sie nicht sehr zugewandt ist.

Sie muss schwierig wirken.

Wahrscheinlich auch auf diesen Therapeuten.

Aber warum das so ist,

Darum geht es in diesen Gesprächen nicht.

Und der Paartherapeut scheint das nicht zu sehen.

Wie immer ist sie das Problem,

Denkt sie.

Vielleicht stimmt es ja auch.

Mit jeder Sitzung wird Anna steller.

Ihr Mann wirkt zunehmend bestätigt.

Der Therapeut lobt nämlich seine Sachlichkeit und seine Bereitschaft zu Lösungen.

Etwas mehr Verständnis für Anna wäre schön.

Sie sollten mehr Zeit miteinander verbringen,

Schlägt er vor.

Sich mal wieder regelmäßig verabreden,

So wie früher.

Mal wieder zusammen ein Wochenende wegfahren.

Vielleicht kommt ja dann auch die Lust zurück,

Wenn sie sich mal nur der Beziehung widmen würden.

Und die Kommunikation verbessern.

Freundlicher miteinander reden.

Offener werden.

Zuhören.

Regelmäßige Gespräche.

Aufeinander zugehen.

Sich bemühen.

Ihr Mann ist bereit dazu.

Ja,

Sagt er,

Er hat sich auch wirklich lange nicht um die Beziehung gekümmert.

Die Arbeit.

Anna bekommt Übungen,

Dass sie gelassener wird,

Ihre Trigger besser regulieren kann und nicht alles so persönlich nimmt.

Anna nickt,

Aber innerlich ist sie schon lange ausgestiegen.

Sie geht nur noch mit.

Funktioniert,

Wie immer,

Hasst es,

Wirkt zugeknöpft und schämt sich dafür,

Kann nicht anders.

Ihr Mann ist mit ihrer Mitarbeit nicht so zufrieden.

Siehst du,

Sagt er,

Er sagt auch,

Du müsstest dich ein bisschen mehr bemühen.

" Das hatte der Therapeut so nicht gesagt,

Aber im Grunde genommen war es genau das,

Was auch bei Anna angekommen war.

Und als sie einige Monate später zu mir kommt,

Weil sie nicht mehr kann,

Sagt sie einen Satz,

Den ich nie vergessen werde.

Ich bin da hingegangen,

Um mich endlich verstanden zu fühlen in diese Paartherapie,

Den wirklichen Problemen auf den Grund zu gehen,

Aber herausgekommen bin ich mit der Überzeugung,

Dass wirklich alles nur an mir liegt und dass mich eh niemand versteht.

Mein Mann fühlt sich noch sicherer im Sattel als vorher.

Aber ich kann nicht mehr so weitermachen.

Vielleicht muss ich mich trennen.

Und dann schauen wir zusammen auf das,

Was hier schiefgegangen ist.

Und um es gleich vorwegzunehmen,

Das Tragische ist,

Sowas kann passieren,

Ohne dass irgendjemand böse Absichten hatte.

Aber in einer Beratung oder einer Therapie,

Wo es um das Thema Beziehung geht,

Da finde ich,

Kann man niemals nur auf das schauen,

Was gesagt oder getan wird.

Das alles befindet sich auf einer Ereignisoberfläche.

So nenne ich das.

Das kann man sehen.

Anna zieht sich zurück.

Das ist ein sichtbares Verhalten.

Ihr Mann versucht sie durch Kritik und Argumente dazu zu bringen,

Mehr so wie früher zu werden.

Kann man auch sehen.

Könnte man mit einer Kamera aufnehmen.

Und auch,

Dass sie nach außen hin funktionieren.

Aber warum das so ist,

Was wirklich in dieser Beziehung passiert,

Was zwischen zwei Menschen geschieht,

Das sieht man nicht auf dieser sichtbaren Ebene.

Das sieht man nur sehr viel tiefer.

Aus Gesprächen und Handlungen dem,

Was man sehen kann.

Sie hat eine zugrunde liegende Dynamik.

An der Oberfläche siehst du vielleicht den Streit oder das Schweigen oder verletzende Worte oder enttäuschende Handlungen.

Das sind die Ereignisse.

Aber darunter gibt es etwas,

Das viel entscheidender ist.

Eben diese Dynamik.

Du kannst dir vorstellen,

Wie ein unsichtbares Kraftfeld zwischen zwei Menschen.

Ein Geflecht aus unausgesprochenen Regeln,

Haltungen,

Erwartungen,

Ängsten und Rollen,

Bindungsmustern.

Auf der Ebene der Beziehungsdynamik geht es nicht darum,

Was passiert,

Sondern warum genau passiert das und warum immer wieder.

Was ist hier das Muster?

Warum passiert es,

Dass sich einer zurückzieht,

Sobald der andere Nähe sucht?

Warum entschuldigt sich immer wieder dieselbe Person?

Warum bestimmt einer die Stimmung im Raum und der andere oder die passt sich an?

Diese tiefere Dynamik ist selten bewusst,

Weil man sie ja nicht sehen kann.

Aber sie steuert das Miteinander viel,

Viel stärker als jedes einzelne Gespräch.

Für mich ist sie sowas wie die tiefere Wurzel der Ereignisse,

Die eben an der Oberfläche aufploppen.

Es ist also in den meisten Fällen,

Das ist meine Ansicht,

Eher eine Symptombehandlung,

Wenn man versucht,

Ein paar Lösungsvorschläge zu machen,

Wie in Annas Fall.

Verbringen Sie mehr Zeit?

Fahren Sie mal wieder weg?

Das ist jetzt an sich keine schlechte Idee.

Kann sogar wirklich hilfreich sein.

Aber sie löst in diesem Fall überhaupt nicht das tieferliegende Problem.

Nämlich,

Dass diese Beziehung zwischen Anna und ihrem Mann überhaupt keine gesunde Basis hat.

Es ist eine ungesunde Machts-Ohnmachts-Dynamik.

Keine Augenhöhe.

Ereignisse,

Weißt du,

Die erzählen uns Aber die Dynamik,

Die erzählt uns die eigentliche Wahrheit dahinter.

Wer übernimmt Verantwortung und wer wehrt sie ständig ab?

Wer bestimmt,

Worüber gesprochen wird und wie diese Beziehung gestaltet wird?

Wer passt sich immer wieder an?

Wer verlässt jede Diskussion als Gewinner?

Wer zweifelt zunehmend an sich selbst?

Wer trägt die emotionale Last der Beziehung?

Und welche Beziehungsmuster sind hier eigentlich am Werke?

Was ist das Betriebssystem dieser Beziehung?

Das sind Fragen,

Die auf jeden Fall in einer guten Paartherapie oder Paarberatung auch in einem Paarcoaching vorkommen.

Denn du musst dir ja auch vorstellen,

Nicht jedes Paar bringt dieselben Voraussetzungen mit.

Es gibt Beziehungen,

In denen sind beide auf Augenhöhe und dann sind die Konflikte festgefahren.

Und es gibt Beziehungen,

In denen wie bei Anna ungesunde Dynamiken vorherrschen,

Abhängige Strukturen,

Machts- und Machtsgefälle,

Missbrauch sogar manchmal,

Emotional,

Psychisch,

Körperlich.

Oder auch solche,

In denen ein Partner immer den Raum einnimmt und der andere immer weniger.

Top-Doc,

Under-Doc.

Wenn sowas nicht erkannt wird,

Kann so eine Paartherapie ungewollt genau das fortsetzen,

Was ja die ganze Zeit schon zu Hause passiert.

Dann wird der lautere,

Sprachgewandtere oder überzeugende Paar immer glaubwürdiger.

Er bestimmt die ganze Situation.

Und der oder die,

Die leiser ist und sich sowieso schon zurückzieht und es schwer hat,

Den eigenen Raum einzunehmen,

Beginnt noch mehr an sich zu zweifeln.

Genau deshalb reicht es nicht,

Nur zu vermitteln oder Kompromisse an der Ereignis-Oberfläche auszuhandeln.

Eigentlich logisch,

Oder?

Warum passiert es dann ab und zu und,

Achtung,

Ich hoffe nicht zu oft?

Ich glaube,

Und das sind nur meine Gedanken,

Dass dieser andere,

Tiefere Blick auf Beziehungen erst in den letzten Jahren oder Jahrzehnten viel mehr Raum gewonnen hat im Beratungskontext.

Lange Zeit war auch die Paartherapie oder wie sie lange hieß,

Die Eheberatung,

Mehr auf der Ebene vom Funktionieren,

Also dem Verhalten,

Das man sehen kann.

Was kann man besser machen?

Wie kann man Tipps geben,

Praktische Lösungen finden,

Etwas aktiv zu verändern,

Sich mehr zu bemühen,

Mehr Zeit zu verbringen,

Sich die Aufgaben zu teilen?

Und daran ist überhaupt nichts auszusetzen.

Das ist aber alleine viel zu kurz gesprungen.

Es ist rein funktional und schaut nicht auf die komplexe Dynamik der Beziehung,

Die emotionale Ebene und auch nicht auf die individuellen Vorstellungen,

Die individuellen Bedürfnisse.

Zu lernen,

Welche Kommunikationstechniken man verwenden kann,

Ist auch toll.

Aber ohne zu verstehen,

Warum die oder der eine verbal in den Kampf zieht und der oder die andere sich immer wieder verschließt und zurückzieht und so jedes Mal Gewinner und Verlierer entstehen,

Das ist unabdingbar,

Wenn es eine wirkliche Veränderung und Entwicklung geben soll.

Nähe und Distanz,

Verbundenheit,

Augenhöhe,

Einfluss und Gestaltung,

Alles das bestimmt die Dynamik,

Dass wie und warum Menschen so miteinander umgehen,

Wie sie es tun.

Und ohne das anzuschauen und somit die Möglichkeit auf Veränderung zu haben,

Werden alle Handlungsanleitungen und Tipps nach einer kurzen Verbesserung wieder verpuffen.

Sie sind sowas wie ein Pflaster,

Das du dir auf die Stirn klebst und das hilft kurz und dann fällt es runter und dann ist die alte Wunde wieder da.

Und ich denke,

Diese ganzheitlichen Ansichten über Beziehung als komplexes System,

Ein systemischer,

Bindungsorientierter und manchmal sogar traumafokussierter und nicht nur ein lösungsorientierter Ansatz,

Das ist heute glücklicherweise in zahlreichen paar therapeutischen Methoden integriert,

Und das ist der neue Standard,

Egal wie die Methoden dann im Einzelnen heißen.

Der Name der Methodik,

Nach der gearbeitet wird,

Ist für mich gar nicht das Entscheidende.

Viel eher geht es hier wirklich um die tiefere Dynamik der Beziehung oder bleibt alles nur auf der Ereignisoberfläche.

Denn ich sehe es so und ich bin davon wirklich überzeugt,

Unsere innere Haltung,

Die bestimmt,

Wie wir uns verhalten und das bestimmt die Verhältnisse.

Veränderung geht also von innen nach außen.

Andersrum ist es viel schwieriger.

Und wenn es auf beiden Seiten die Bereitschaft gibt,

Die eigene innere Dynamik,

Die eigene innere Haltung als Teil der Beziehungsdynamik zu verstehen und zu erkennen,

Dann ist das wirklich ein erster guter Schritt,

Vielleicht gemeinsam auch noch was zu verändern,

Zu schauen,

Ob es die Möglichkeit dazu überhaupt gibt.

Und wenn man dazu dann noch professionelle Unterstützung bekommt,

Wenn es diese Bereitschaft schon gibt,

Jemanden,

Der übersetzen kann,

Dann ist es wirklich möglich,

Etwas zu bewegen und die Beziehung neu auszurichten.

Untertitel der Amara.

Org-Community Ja,

Wahrscheinlich fragst du dich jetzt,

Woran merke ich,

Dass in einer Paartherapie oder einem Beziehungscoaching etwas schiefläuft.

Zum Beispiel daran,

Dass du dich nicht sicher fühlst,

Zu sagen,

Was du wirklich denkst,

Fühlst und willst.

Dass du das Gefühl hast,

Nicht verstanden zu werden oder auch in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden.

Dass Grenzverletzungen relativiert werden.

Dass Manipulation oder ständiges Abwerten als normales Kommunikationsproblem behandelt wird,

Ist es nämlich nicht.

Dass dein Partner den Raum dominiert,

Ohne dass der Therapeut das merkt oder begrenzt oder einen Ausgleich schafft.

Oder daran,

Dass du jedes Mal,

Wenn du aus dem Beratungsraum gehst oder aus dem Online-Raum,

Du dich kleiner fühlst,

Als du hineingegangen bist.

Und auch das ist mir wichtig zu sagen.

Eine gute Paartherapie bedeutet nicht,

Dass beide immer gleich viel Verantwortung tragen müssen.

Diesen Satz hört man oft.

Zu einem Konflikt gehören immer zwei.

Und das stimmt auch häufig,

Aber nicht immer.

Man kann diese Dynamik nur zusammenherstellen,

Das stimmt.

Aber wenn emotionale Gewalt,

Massive Manipulationen oder systematische Entwertungen im Spiel sind,

Also wenn die Beziehungsdynamik ungesund und toxisch ist,

Dann kann es sogar brandgefährlich sein,

Die Verantwortung künstlich gleich zu verteilen,

Weil es ja dieses Machts-Ohnmachts-Gefälle gibt.

Neutralität bedeutet nicht,

Alles gleich zu bewerten.

Neutralität bedeutet,

Die Wirklichkeit so genau wie möglich verstehen zu wollen und Menschen dabei zu unterstützen,

Diese Wahrheit auch zu sehen.

Wenn ihr also über eine Paartherapie nachdenkt,

Dann möchte ich euch etwas mitgeben.

Methodik,

Welche Referenzen jemand hat.

Vereinbart nach Möglichkeit ein Kennenlerngespräch oder ein Einschätzungsgespräch,

Um ein Gefühl zu bekommen für das,

Was für eine Zusammenarbeit in so einem Beziehungsraum absolut notwendig ist.

Vertrauen.

Es sollte wirklich auch menschlich passen,

Egal ob es sich um einen Mann,

Eine Frau oder ein Paar handelt,

Das euch berät.

Das merkst du aber erst im persönlichen Kontakt.

Und ich muss es dir ganz ehrlich sagen,

Man kann nicht für jeden passend sein.

Das muss man auch nicht.

Und es geht auch nicht darum,

Dass dass der Therapeut oder die Therapeutin weichgespült ist und ihr immer in allem Recht gebt.

Nee,

Wahrscheinlich wirst du eine Reihe schmerzhafter Erkenntnisse haben im Laufe einer solchen Beratung.

Zumindest wenn du dich wirklich darauf einlässt.

Aber die Frage ist,

Fühle ich mich wirklich verstanden und gesehen?

Fühle ich mich auf dieser Reise begleitet?

Ist da auch jemand,

Der das Gleichgewicht halten kann im Raum?

Jemand,

Der einen roten Faden hat,

Aber auch flexibel auf aktuelle Situationen reagieren kann?

Wird überhaupt erstmal geschaut,

Was unsere Absicht ist?

Welches Ziel wir hier eigentlich verfolgen?

Warum wir hier sind?

Jeder für sich?

Gibt es überhaupt ein gemeinsames Ziel?

Traue ich mich,

Zu sagen,

Wenn ich mich nicht wohlfühle?

Kann ich auch sagen,

Wenn ich was nicht verstehe?

Gerade Menschen,

Die zur Überanpassung neigen,

Haben häufig das Problem,

Dass sie das Gefühl haben,

Sie müssten sich auch hier anpassen und möglichst nett sein.

Ich sehe das anders.

Im Beratungsraum ist die Therapeutin der Therapeut für dich da,

Nicht umgekehrt.

Das ist dein Raum,

Euer Raum.

Und schau auch nach,

Ob du das Gefühl hast,

Es geht hier darum,

Zu bewerten oder zu urteilen.

Klingt komisch,

Kommt hoffentlich selten vor,

Habe ich aber auch schon gehört.

Entsteht in diesem Raum mit der Zeit mehr Klarheit oder mehr Selbstzweifel?

Wichtig ist mir auch,

Die Beratungsperson wird nicht Teil der Beziehungsdynamik.

Das heißt,

Sie verbündet sich nicht mit dem einen oder der anderen.

Es geht mehr darum,

Von einer Meta-Ebene auf das System der Beziehung zu schauen und die Position des einen oder der anderen zu verstehen.

Denn so werden ja neue Perspektiven möglich.

Ich nenne das Übersetzen.

Das wird nicht immer einfach sein,

Das liegt in der Natur der Sache.

Und dennoch ist es ein Safe Space.

Und auch wenn es nicht darum geht,

Wer Recht hat und wer nicht,

Wird die Wahrheit beider gesehen.

Aber es wird auch möglichst klar herausgearbeitet,

Wenn die Beziehungsdynamik ein Ungleichgewicht hat.

Es geht also auch um Ehrlichkeit.

Und dazu braucht es,

Das kann man sich denken,

Eben auch die Bereitschaft,

Sich das ehrlich anzuschauen.

Selbst ehrlich.

Zum Beispiel bei Annas Mann gar nicht gegeben.

Er wollte,

Dass sie sich ändert.

Darum war er da.

Das ist null beziehungsorientiert.

Da ging es eigentlich nur um ihn.

Da ist also schon mal die Basis für eine wirkliche Veränderung auf einer tieferen Ebene gar nicht vorhanden.

Und dann kann das auch nicht funktionieren.

Denn keine Paartherapeutin oder kein Paartherapeut der Welt kann machen,

Dass jemand eine Bereitschaft hat,

Verantwortung zu übernehmen und wirklich zu sehen,

Was hier der eigene Anteil ist.

Zu verstehen,

Zu verändern.

Diese Verantwortung braucht es aber in meinen Augen,

Um überhaupt gemeinsam zu starten.

Anna hat sich übrigens von ihrem Mann getrennt.

Sie hat beschlossen,

Aus dieser ungesunden Beziehungsdynamik auszusteigen,

Die sie lange nicht erkannt hatte und in der sie in einer emotionalen Abhängigkeit gefangen war.

Er kann es immer noch nicht glauben,

Dass Anna nicht mehr funktioniert.

Doch Anna ist sich sicher.

Sie will sich nicht mehr klein machen.

Sie glaubt nicht mehr,

Dass noch eine Veränderung mit ihnen möglich ist.

Sie hat den Boden dieser Beziehung längst verlassen.

Sie fühlt sich schon lange nicht mehr verbunden.

Ja,

Und das ist es eben.

Manchmal in so einem Prozess gehört am Ende zu den wichtigsten Erkenntnissen,

Egal ob es um eine Einzelberatung oder eine Paartherapie geht.

Die ehrliche Frage,

Ob diese Beziehung überhaupt noch ein sicherer Ort für beide sein kann.

Alles Liebe,

Deine Claudia.

© 2026 Claudia Bechert-Möckel. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 36 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else