
Vergebung - Das Herz Beruhigen
Die erlernbare Fähigkeit zu vergeben ist zentral, um das Herz zu befrieden und wieder in Kontakt mit uns und dem Leben zu kommen. Zu vergeben bedeutet, dass wir unser Herz von ‚Altlasten‘ befreien, von Schmerz, Negativitäten, Schuld-, Schamgefühlen, unaufgelöster Wut, all den Gefühlen, die wir schon so lange mit uns herumtragen und die unser Herz verhärtet haben. Diese Meditation beruht auf der traditionellen buddhistischen Praxis, in der wir zuerst andere um Vergebung bitten, dann uns selbst vergeben und schließlich jenen vergeben, die uns verletzt haben.
Transkription
Die menschliche Fähigkeit vergeben zu können,
Ermöglicht es uns,
Uns von einer schmerzhaften Vergangenheit zu befreien.
Wir alle wurden in unserem Leben verletzt und haben anderen Schmerzen zugeführt,
Bewusst oder unbewusst.
Aber wir müssen an dem Schmerz nicht festhalten,
Der unsere Lebenskraft bindet.
Zu vergeben bedeutet,
Dass wir unser Herz von Altlasten befreien.
Von Schmerz,
Negativitäten,
Schuld und Schamgefühlen,
Unaufgelöster Wut.
Also all den Gefühlen,
Die wir schon so lange mit uns herumtragen und die unser Herz verhärtet haben.
Dabei ist es wichtig,
Dass wir uns darüber klar werden,
Was Vergebung für uns bedeutet.
Es geht weder um die Duldung oder Leugnung von Unrecht und verletzendem Verhalten,
Noch um die Unterdrückung eigener Gefühle von Groll,
Angst,
Verletzung und Trauer.
Es ist auch nicht für die andere Person.
Sehr viele verwechseln Vergebung mit Selbstlosigkeit.
Es geht allein um die Befreiung und Erleichterung des eigenen Herzens.
Um unsere Absicht,
Ablehnung und Hass nach und nach loszulassen,
Selbst wenn der Schmerz noch da ist.
Für die meisten Menschen ist Vergebung ein längerer Prozess,
Der sich oft über Jahre zieht und verschiedene Stadien hat.
Trauer,
Wut,
Angst,
Verwirrung.
Und wie jeder andere Heilungsprozess hat auch das Verzeihen seinen eigenen Verlauf und kann nicht beschleunigt oder kontrolliert werden.
Was wir aber tun können,
Ist es,
Günstige Bedingungen zu schaffen,
Die das Vergeben erleichtern.
Und das heißt,
Dass wir unsere Situation und unsere Gefühle uneingeschränkt zur Kenntnis nehmen.
Das Entscheidende ist unsere vertrauensvolle Absicht,
Unser Herz zu läutern.
Wir vertrauen einfach darauf,
Dass wir loslassen und von von vorn anfangen können.
Das Herz wird sich öffnen,
Wenn es dazu bereit ist.
Nun wollen wir mit der Meditation beginnen.
Nimm eine entspannte,
Wache Setzposition ein.
Augen sanft schließen.
Körper ist ganz entspannt.
Die Schultern sind entspannt.
Dann spüre deinen Atem in seinem natürlichen Rhythmus.
Und jetzt nimm den Atem in dein Herz und stell dir einmal vor,
Dass der Atem aus dem Herz ein- und ausströmt.
Mit jedem Atemzug entspannst du ein wenig mehr.
Entspannung beim Einatmen.
Entspannung beim Ausatmen.
Und nun erinnere dich einmal an eine Situation,
In der du durch deine Worte oder dein Verhalten jemanden verletzt oder geschadet hast.
Erinnere dich an die Umstände und fühle die Verletzung,
Die Enttäuschung,
Den Verrat,
Den diese Person möglicherweise empfunden hat.
Und gib dir dabei auch Raum,
Deine eigene Trauer und dein Bedauern zu spüren.
Es gibt so viele Arten,
Wie jeder von uns in diesem Leben anderen Schmerz und Kummer bereitet hat.
Und wenn du eine Person und eine Situation gefunden hast,
Dann beginne damit,
Die Person,
Die du verletzt hast,
Um Vergebung zu bitten.
Flüstere innerlich ihren Namen und sage,
Womit ich dich auch verletzt habe,
Bewusst oder unbewusst,
Sei es durch Verwirrung,
Misstrauen,
Zorn,
Meine Abgrenzung oder Angst.
Ich erinnere mich nun und fühle die Beschwerdnuss,
Den Schmerz in meinem Körper.
Und ich bitte dich,
Mir zu verzeihen.
Bitte vergib mir,
Auf welche Weise ich dir auch Kummer und Schmerz bereitet habe.
Ich bitte dich um Vergebung.
Bitte vergib mir.
Öffne dich sanft für die Möglichkeit,
Dass dir vergeben wird.
Und spüre die Wirkung davon in deinem Herzen.
Und genau wie ich anderen bewusst oder unbewusst Schmerz zugefügt habe,
Habe ich auch mich selbst verletzt,
Mich verraten,
Mich verlassen.
Und erlaub dir,
Dich an Situationen zu erinnern,
In denen du dich selbst verurteilst oder bestraft hast,
Überfordert oder vernachlässigt hast.
Sieh die Situation vor dir und erinnere dich an den Kummer und Schmerz,
Den du dir selbst zugefügt hast.
Vielleicht entstehen noch Bilder.
Dann lass sie zu und fühle einfach,
Während du entspannt sitzt und atmest.
Und in diesem Moment,
In dem du dich bewusst daran erinnerst und den Kummer und das Bedauern spürst,
Bitte dir selbst die Vergebung an.
Ich sehe und spüre,
Wie ich mich auf vielfältige Weise verletzt und im Stich gelassen habe,
Mir geschadet habe durch meinen Schmerz,
Meine Angst und meine Verwirrung.
Und ich vergebe mir jetzt.
Teil dich mit der Zärtlichkeit und Gnade eines Kindes.
Ich habe mich so bemüht in diesem Leben und all die Male,
Wo ich mir Verletzungen zugefügt habe aus Angst,
Verwirrung,
Schmerz.
Ich vergebe mir dafür.
Nimm all das wahr,
Was du an dir selbst verurteilst,
Ablehnst,
Wie du dir selbst Schmerz bereitest und benenne es innerlich sanft.
Ich vergebe mir meine Unachtsamkeit,
Meine Ungeduld,
Meine Selbstentwertung.
Dich selbst einmal vollständig vergeben für alles,
Was man glaubt falsch gemacht zu haben im Leben,
Was einem Leid tut.
Nichts mehr nachtragen.
Ich vergebe mir.
Und wenn du nicht bereit bist,
Dir zu vergeben,
Dann spüre einfach deine Absicht zu vergeben,
Wenn du dazu in der Lage bist.
Das reicht.
Kein Widerstand,
Kein Kampf.
Und so wie wir uns selbst und andere verletzt haben,
Wurden auch wir in unseren Beziehungen verwundet.
Jeder von uns hat dies viele Male erfahren.
Und erinnere dich einmal an eine konkrete Situation,
In der du dich tief enttäuscht,
Abgelehnt,
Misshandelt oder verraten gefühlt hast.
Vielleicht sind da auch noch Gefühle des Ärgers,
Vorwürfe,
Die du in dir trägst.
Nimm dies an und verurteile dich nicht dafür.
Erinnere dich und achte auf die Trauer,
Die Scham,
Den Ärger oder die Angst.
Nimm all dies sanft wahr und sieh,
Wie sich dieser Schmerz in deinem Körper,
Geist und Herz ausdrückt.
Lass dir Zeit hierbei.
Verweile mitfühlend bei diesen schmerzenden Bereichen.
Vielleicht magst du auch eine Hand auf dein Herz legen und in diesem Gefühl des Sich-Selbst-Annehmens,
Diesem Selbst-Mitgefühl zur Ruhe kommen.
Der eigenen Verwundung sanft beistehen.
Und wenn du jetzt dazu bereit bist,
Dann wende dich der anderen Person zu und spüre ihre Angst,
Verletztheit,
Schuld und Schamgefühle,
Den inneren Schmerz,
Die diese Person dazu gebracht haben,
Sich verletzend zu verhalten.
Nimm diese Person als einen unvollkommenen,
Verletzlichen Menschen wahr und bleib mit deinem eigenen Schmerz verbunden,
Während du innerlich den Namen der Person flüsterst und sagst,
In diesem Moment,
In dem Maß,
Wie ich dazu bereit bin,
Biete ich dir meine Vergebung an.
Ich wende mein Herz in diesem Moment in Richtung der Vergebung,
Soweit ich dazu in der Lage bin.
Ich verzeihe dir.
Ich entlasse dich.
Ich weiß,
Dass auch du nur glücklich sein möchtest,
Ebenso wie ich.
Und ich verzeihe dir deine Unwissenheit,
Deine Angst,
Deinen Schmerz.
Und wenn du Widerstand spürst,
Dann nimm auch dies wieder sanft an und Ruhe in deiner Absicht zu vergeben.
Dein Herz wird sich öffnen,
Wenn es an der Zeit ist.
Und spüre deinen Atem im Herzen,
Ganz warm und ruhig,
Und erlaube es dir,
Die Erleichterung zu spüren,
Die ganz natürlich entsteht,
Wenn Vergebung möglich ist,
Die Leichtigkeit und Frische,
Die Zärtlichkeit.
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