
Was sind Gedanken? Nonduale Reflektionen
by Sitzen
Das was ist, spielt sich scheinbar jenseits von Gedanken ab und dennoch taucht innerhalb des göttlichen Spiels, innerhalb der Story von "ich bin" eine Vielzahl an Gedanken auf, die "das was ist" scheinbar verdecken. Die Gedanken inszenieren eine Vorstellungswelt, eine scheinbare Wirklichkeit, in der sich "ich bin" tummelt und mal mehr mal weniger gut einrichtet... Mehr als ein Grund also der Sache mit den Gedanken einmal auf den Zahn zu fühlen. Viel Freude dabei. Kommentare sind explizit erwünscht.
Transkription
Willkommen bei Sitzen auf Stühlen,
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Nonsens und selektiv permeable Osmoseberatung.
Heute mit dem Thema Was sind Gedanken?
Ich habe letztens in einem Artikel gelesen,
Dass Gedanken Dinge sind,
Was ich letztendlich für sehr plausibel halte,
Denn auch sprachlich lässt sich – zumindest im Englischen diesbezüglich ja schon eine gewisse Nähe erahnen,
Thing und Think,
Und tatsächlich,
So hieß es zumindest in diesem Artikel,
Auch im Lateinischen,
Und zwar res ist Sache,
Ding,
Und es gibt ein Verb,
Reri,
Und da ist die zweite Person,
Singular,
Indikativ,
Präsensaktiv,
Also du denkst,
Auch res.
Auch dort scheinbar eine sprachliche Ähnlichkeit oder vielmehr eine Gleichheit,
Und wenn man dies weiterverfolgt,
Also die Gleichheit von Gedanke und Dingen,
Dann kann man Gedanken als so etwas wie verdinglichtes Bewusstsein beschreiben.
Vielmehr wird aus dem Nicht-Gegenständlichen,
Aus einem No-Thing,
Einem Nicht-Etwas,
Durch das Denken plötzlich ein Ding,
Ein Etwas,
Das als etwas Gegenständliches,
Anschauliches und Vorgestelltes begriffen werden kann.
Doch das alles vielleicht mal etwas kleinschrittiger.
Das Denken ist eine Operation des Verstandes,
Welcher das,
Was ist,
Nämlich reines Bewusstsein,
Nicht fassen kann in seiner Formlosigkeit.
Der Verstand muss es,
Um verstehen zu können,
In eine Form bringen.
Um das,
Was ist,
Begreifen zu können,
Muss es greifbar gemacht werden,
Also aus der Formlosigkeit herausgeholt und zu einem Ding gemacht werden.
Die so einsetzende Verdinglichung führt zwangsläufig zu so etwas wie einer Abspaltung,
Denn aus dem Ganzen,
Also dem,
Was ist,
Wird etwas herausgegriffen.
Es wird,
Wie gesagt,
In Form gebracht.
Ein Gedanke wird formuliert und durch diese Operation des Verstandes,
Welche so etwas wie ein Zurücktreten und aus der Distanz heraus Betrachten ist,
Geschieht so etwas wie Trennung,
Scheinbare Trennung.
Das Scheinbare an diesem Prozess oder das Illusionäre wird deutlich,
Wenn genau diese Bewegung näher angeschaut wird,
Nämlich das Zurücktreten des Verstandes,
Das Fokussieren auf einen Teilbereich und die Definition,
Also die Grenzziehung,
Die Definition,
Also kommt ja von Finesse,
Grenzsetzung,
Die Grenzziehung dieses Teilbereiches,
Als einen Ausschnitt der,
In Anführungsstrichen,
Wirklichkeit,
Um ihn,
Also den Ausschnitt,
Selektiv vorstellen zu können.
Es handelt sich also allein sprachlich schon um eine Vorstellung,
Ein begriffliches Davorstellen von etwas vor die Formlosigkeit dessen,
Was als ungetrenntes einfach nur ist,
Pures Sein,
Pures Sein,
Reines Bewusstsein.
Dieses Vorgehen des Verstandes lässt sich an Alltagsbeispielen sehr gut verdeutlichen.
Wenn ich einen Elefanten als Elefanten sehen möchte,
Bietet es sich nicht an,
Sich ganz nah vor seinen Hinterteil zu stellen und zu schauen,
Sondern ich muss ein paar Schritte zurücktreten,
Um mir ein Bild zu machen,
Weil das scheinbar nicht funktioniert,
Wenn ich zu nah dran bin.
Denken schafft jedoch auf noch andere Arten und Weisen eine scheinbare Trennung.
Durch das Denken tritt nämlich auch eine Trennung zwischen dem Denker und dem Gedachten auf.
Es entsteht der Eindruck,
Dass da scheinbar ein Denker,
Zumeist ein Ich Bin ist,
Das den Ausgangspunkt des Denkens bildet und durch einen Prozess sozusagen Gedachtes als Produkt herstellt.
Ein weiteres komplex erscheinendes Phänomen,
Welches erst durch das Denken auftritt und in gewisser Weise auch eine Form von Trennung darstellt,
Ist Raum und Zeit.
Der ursprüngliche Zustand,
In dem sich reines Bewusstsein,
Also das,
Was ist,
Befindet,
Ist die raumlose und zeitlose Gegenwart,
Das Jetzt.
Hierzu ist zu sagen,
Dass die Bezeichnung Jetzt in gewisser Weise irreführend ist,
Denn es wird nur deshalb notwendig zu betonen,
Dass es so etwas wie Jetzt gibt,
Weil durch das Denken zwei andere scheinbar getrennte Zeitentitäten,
Nämlich Zukunft und Gegenwart,
Geschaffen wurden,
Die tatsächlich jedoch komplett substanzlos sind.
Vergangenheit gibt es nicht außerhalb von Denken und Zukunft ebenso wenig.
Beides wird erst durch das Denken hervorgebracht.
Durch Denken wird nämlich eine Lagerstätte unseres Verstandes für alte Gedanken kreiert,
Das Gedächtnis.
Dieses Lager dient als Abgleichsstelle für vermeintlich neue Dinge,
Die auftauchen,
Die dann mit alten,
Schon mal gedachten Gedanken,
Mustern und Beurteilung verglichen werden und ziemlich spontan mit dem Eintreten des Denkens ihre Unmittelbarkeit einbüßen.
Allein innerhalb dieser Denkbewegung muss es quasi ein Früher,
Also eine Vergangenheit geben,
Denn wo sollten denn sonst die ganzen Inhalte im Gedächtnis herkommen und zwangsläufig schlussfolgert der Verstand aus der Bewegung aus der Vergangenheit der gespeicherten Gedankeninhalte bis zum jetzigen Zeitpunkt,
Dass Zeit mehr oder weniger geradlinig in eine Richtung läuft und von der Gegenwart aus selbstverständlich auch noch weiter ausstrahlt.
Somit ist durch eine weitere Denkbewegung aus der Abstraktion der Zeiträume zwischen Vergangenheit und Jetzt die Notwendigkeit einer Zukunft geboren,
Die nun ebenfalls als genauso real erscheint wie die Vergangenheit,
Nur dass sie noch nicht eingetreten ist,
Jedoch unvermeidbar eintreten wird.
Das menschliche Zeitempfinden entsteht also grob gesagt zunächst einmal durch das Erschaffen von scheinbaren Dingen in Form von Gedanken,
Die im Gesamt unseres Bewusstseins auftauchen.
Da jedoch zusätzlich noch der Eindruck entsteht,
Dass die Gedanken sich scheinbar bewegen,
Wird für den Verstand zusätzlich auch die Hilfskonstruktion des Raumes notwendig,
Denn wo Bewegung ist,
Muss es Orte geben und wo Orte sind,
Gibt es Raum.
Innerhalb dieses Raumes sind die Dinge scheinbar voneinander getrennt,
In jedem Fall aber getrennt vom scheinbar Beobachtenden Ich Bin.
Zwischen Beobachter und Beobachtetem sowie zwischen den einzelnen Dingen,
Die beobachtet werden,
Kann irgendwie für den Verstand nicht Nichts sein,
Also ist dort Raum,
Distanz,
In der sich möglicherweise auch Etwas befindet und der Selbst letztendlich selbst ein gedankliches Etwas ist,
Welches innerhalb der Gedankenwelt eine unbedingte Notwendigkeit erfahren hat.
Durch die Verstandesbewegung des Denkens geschieht etwas,
Das innerhalb einer Story von Ich Bin als Entfremdung angesehen werden könnte,
Und zwar in Form des Fremdwerdens von der Unmittelbarkeit des ewigen,
Zeit- und Raumlosen Jetzt.
Durch das dauerhafte Vorhandensein von Gedankenbewegung und die dadurch bedingte Erschaffung von Raum und Zeit und innerhalb dessen auch von Erinnerungen,
Scheinbarem Wissen,
Sicher geglaubten Vorstellungen und Glaubenssätzen wird das,
Was ist,
Stets durch eine spezifische Brille gesehen,
Wahrgenommen und interpretiert vor dem Hintergrund der Gedanken,
Die scheinbar in der Vergangenheit angehäuft wurden,
Also die geholt wurden aus der Lagerstätte des Verstandes für alte Gedankeninhalte.
Gedanken sind,
Wie Krishnamurti sagte,
Immer alt und entbehren der Frische und Unmittelbarkeit.
Alles,
Was somit im Bewusstsein auftaucht,
Wird mit Vergangenem abgeglichen,
Und es wird eine Spaltung generiert zwischen mir und dem da,
Was auch immer auftaucht.
In der Regel entstehen somit Konflikte,
Widerstände,
In jedem Fall zumindest einmal Trennung.
Und da dies alles scheinbar prozesshaft abläuft,
Werden erneut Raum und Zeit generiert und als solche wahrgenommen.
Die Dominanz des Verstandes innerhalb des Bewusstseins führt dazu,
Dass aus dem Werkzeugverstand,
Welches gut ist zum Analysieren,
Messen,
Beurteilen,
Einschätzen usw.
,
Plötzlich eine ganze Weltsicht wurde,
Die auf Trennung,
Distanz und Verrücktheit beruht.
Die Verrücktheit besteht konkret im Verlust der Unmittelbarkeit.
Der Verstand ist nie am Puls des Daseins,
Sondern ist immer ein nachträglicher Abgesang,
Irgendwie eher so etwas wie ein Nachwort,
Das jedoch logischerweise später kommt,
Vielleicht zu spät,
Definitiv aber immer so spät,
Dass es für den Verstand unmöglich ist,
Das,
Was ist,
Tatsächlich zu erfassen.
Dennoch ist dem Verstand eine gewisse Anmaßung zu eigen,
Indem er Dinge so klar und festbestimmt,
Festlegt und als ganz,
Ganz sicher glaubt,
Als ob es gar nichts anderes geben könnte,
Als ob gar nichts anderes sein könnte.
Ich glaube,
Es war Nisargadatta Maharaj,
Der sagte mal so etwas wie,
Dass die Welt deshalb so voller Widersprüche ist,
Um damit die Arroganz des Verstandes zu brechen.
Ich weiß nicht,
Ob das die genaue Wortwahl war,
Aber in die Richtung ging es.
Gedanken und somit auch der Verstand,
Die muten deshalb nämlich so arrogant an,
Weil sie eben auf den Anspruch hegen,
So etwas wie Wahrheit zu vermitteln.
Doch ein Gedanke ist eben nur ein Hinweisschild,
Ein Fingerzeig,
Nicht mehr,
Aber auch nicht weniger.
Damit soll der Gedanke nicht abgewertet werden,
Jedoch ist der Gedanke allein nicht ausreichend für eine Abbildung der ungetrennten Ganzheit.
Nichtsdestotrotz findet vielfach Identifikation mit Gedankeninhalten statt.
Ganz simpel,
Oft im Alltag.
Was in einem Video von Paul Smith,
Das ich letztens mal gesehen habe auf YouTube,
Auf sehr humoristische Art und Weise veranschaulicht wurde.
Die Situation ist folgendermaßen,
Zwei Typen sitzen an einer Bar und der eine stellt sich vor und sagt Hi,
I'm Mark und der andere sagt No.
Der eine guckt wieder irritiert und sagt Sorry.
Woraufhin der eine wieder erwidert,
If you change your name into Patrick,
Are you still you?
Also wenn du deinen Namen änderst in Patrick,
Bist du immer noch du?
Er erwidert,
Ja natürlich.
Und woraufhin wieder der erste Schlussfolger hat,
Alles klar,
Dann kannst du also nicht Mark sein.
Es ist klar,
Dass die Person nicht Mark oder Patrick ist,
Genauso wie der Gedanke nicht die Wahrheit ist.
Der Gedanke kann zwar zwischen richtig und falsch unterscheiden,
Doch das ist nicht mit Wahrheit gemeint.
Wahrheit meint vielmehr das non-duale Sein,
Dessen sich das Bewusstsein gewahr werden kann.
Eine Nicht-Sache,
Ein Nicht-Etwas,
Das sich des Zugriffs durch Gedanken entzieht,
Oder vielmehr,
Gedanken sind überhaupt nicht geeignet,
Wahrheit zu tangieren.
Gedanken sind Fingerzeige,
Die auf das deuten,
Was Gedanken meinen.
Sie sind also letztlich nur selbstreflexiv und drehen sich um sich selbst,
Wobei sie dennoch vorgeben,
Auf etwas hinzudeuten,
Was außerhalb ihrer selbst liegt.
Aber all das ist auch nur gedankliche Projektion.
Das worauf Gedanken hindeuten,
Bleibt letztendlich stets innerhalb der Verstandeslogik und somit eine Vorstellung,
Die immer nur vor der Wahrheit steht und etwas anderes darstellt und erscheinen lässt.
Diese Projektion jedoch ist in der Lage,
Das Ausmaß eines ganzen Lebensweltszenarios zu inszenieren.
Die Projektionen und Vorstellungen der Gedanken erscheinen manchmal als plausible Abbilder oder vielleicht sogar Annäherungen an die Wahrheit oder an das,
Was ist.
Oder es geschieht auch oft so etwas wie eine Verwechslung von beidem.
Die Verwechslung von Vorstellung und Wahrheit geschieht jedoch nicht unbedingt nur dann,
Wenn das aufgeworfene gedankliche Bild der Wahrheit zum Verwechseln ähnlich sieht,
Sondern vermutlich viel öfter dann,
Wenn eine Vielzahl von scheinbar alten Gedanken so stark miteinander verknüpft,
Verwoben und verzahnt sind,
Dass sie in Kombination miteinander und einer hervorgerufenen Gefühlswelt den Eindruck von Stimmigkeit und Plausibilität hervorrufen.
Und plötzlich – zack – entsteht ein total evident erscheinendes Konstrukt,
Das für Wahrheit gehalten wird.
Das Drama an der Verwechslung von Gedanken bzw.
Verstandesinhalten und Wahrheit ist,
Dass diese Verwechslung Leidenschaft.
In der Regel laufen wir als Verstandeswesen durch die Gegend und sind durchaus stolz auf unser Verstandeswissen,
Auf die Errungenschaften,
Die wir durch die Verstandestätigkeit erreicht haben,
Und wir erzählen uns die Erfolgsstory des Menschen,
Der sich die Erde untertan gemacht hat,
Der im Luxus lebt,
Maschinen für sich arbeiten lässt und die Autobahn gebaut hat.
Wir mögen unser richtiges Wissen und freuen uns diebisch,
Wenn wir uns anderen gegenüber überlegen fühlen können,
Indem wir falsches Wissen entlarven.
Wir haben so gerne Recht und reden uns ein,
Dass es sich gut anfühlt.
Marshall B.
Rosenberg soll diesmal gesagt haben und in ein Kurs in Wundern taucht es auch ein paar Mal auf,
Nämlich der Satz,
Du musst dich entscheiden,
Willst du Recht haben oder glücklich sein?
Beides geht nicht.
Dieser Satz ist sehr zutreffend,
Woher auch immer er ursprünglich kommen mag.
Durch unser Recht haben wollen und unsere verstandesgeleitete Selbstfindung haben wir uns mit einem Ballast von richtigem Wissen über uns,
Die Welt,
Den Sinn des Lebens und wie alles ebenso geht und dem ganzen Wust aus Gedanken und Gefühlsnuancen den Namen Ich verpasst.
Das Ich übersieht jedoch gerne,
Dass es innerhalb seines als richtig geglaubten Selbst- und Weltbildes ein dauerhaftes Szenario aus Konflikt,
Angst,
Einsamkeit und Sisyphusgleichem Entkommensstreben geschaffen hat.
Wir rollen so brav und ordentlich jeden Tag den richtigen Stein auf den richtigen Berg hinauf und wir wissen genau,
Dass er wieder herabrollt.
Leider können wir uns selbst nicht,
Wie Albert Camus forderte,
Als glücklich vorstellen.
Denn das sind wir innerhalb dieser Story einfach nicht.
Und der Grund ist letztlich darauf zurückzuführen,
Dass wir durch die Erschaffung eines verstandesmäßig eingeengten Selbstbildes den Kontakt zu unserem Ursprung verloren haben.
Wir sind aus der Einheit herausgefallen und somit nicht mehr mit der Wahrheit verbunden.
Statt über das Bewusstsein wieder zurückzukehren übernahm der Verstand das Ruder und brachte uns vom Kurs der Einheit ab.
Unser Gedanken-Selbst,
Unser Ego,
Vermag lediglich ein Wohlgefühl mit schalem Beigeschmack vermitteln,
Als seien wir nur ein Schatten unserer Selbst,
Was letztlich ja sogar stimmt.
Ein Unterschied zwischen unserem getrennten Schatten-Selbst und der verbundenen Einheit ist der von Haben und Sein.
Gedanken sind ausgerichtet auf ein Haben und Haben-Wollen,
Wohingegen im ungeteilten Jetzt pures Sein herrscht.
Im Schatten-Selbst-Modus des Habens haben wir alles Mögliche,
Angefangen von Arme,
Beine,
Also Körper,
Über Gedanken,
Gefühle,
Einen freien Willen.
Was wir jedoch nicht haben,
Innerhalb von diesem Modus,
Ist ein ganzheitliches Bewusstsein unserer Selbst.
Wenn wir danach gefragt werden,
Wer wir sind,
Erzählen wir in der Regel eine Geschichte darüber,
Was wir haben und erzählen diese Geschichte je nach Kontext,
In dem sie erzählt wird mit unterschiedlichen Nuancen und Schwerpunkten.
Das Ganze nennen wir dann ja auch uns vorstellen.
Und letztlich ist es auch nichts anderes.
Wir entwerfen eine Vorstellung von uns selbst.
Wir kreieren ein Bild,
Ein Theaterstück,
Ein Skript,
Das wir Ego nennen und das eine ganze Latte von Eigenschaften und Features zu bieten hat,
Um sich zu unterscheiden und hervorzutreten aus der Masse der anderen.
Die Frage danach,
Was wir sind,
Wird dabei jedoch nicht zufriedenstellend beantwortet.
Bei näherer Betrachtung wird nämlich deutlich,
Dass da so etwas wie ein Ich mit einem unabhängigen Sein gar nicht so recht aufzutauchen scheint,
Sondern es tritt lediglich eine Story in Erscheinung,
Die ein Bündel von Gedanken umfasst.
So ähnlich soll es der historische Buddha auch ausgedrückt oder beschrieben haben.
Wir sind Bündel,
Bündel von Gedanken,
Vorstellungsansammlung.
Und in der Regel haben wir uns damit weitestgehend zufriedengegeben.
Obwohl dieser schale Beigeschmack des »Ich bin damit gar nicht gemeint« bei manchem hängen bleibt.
Trotzdem lässt das Ego auf keinen Fall den Satz zu,
Ein Ich gibt es gar nicht.
Dieser Satz kann unter Umständen aber dann auch nur insoweit zugelassen werden,
Als dass dann verstandesmäßig eine Lösung gefunden wird.
Und »Ich bin« diese Lösung wieder in Selbstkonstrukt hineinbastelt und als eine eigene Idee verkauft.
Hierdurch ist es wieder bei der Habenstruktur angelangt,
Hat sich erfolgreich ums Nacktsein des reinen Seins herumgedrückt und lebt eine weitere Vorstellung.
Dann ist es zum Beispiel,
Dass »Ich bin« das erkannt hat,
Dass es kein Ich gibt.
Aber trotzdem bleibt es »Ich bin«.
Das,
Was als ein »Ich bin« erscheint,
Bleibt ein fragiles Gebilde.
Definitiv also ein Nicht-Eins,
Sondern geteilt und somit im wahrsten Sinne des Wortes kein Individuum.
Dem »Ich bin« erscheint alles,
Was im reinen Bewusstsein auftaucht,
Als Problem,
Also als Vorgeworfenes,
Vorgelegtes und wird als Hindernis empfunden.
Eben weil dem »Ich bin« die Einheitserfahrung abgeht.
»Ich bin« lebt in Trennung,
Kann als Verstandeswesen letztendlich nur in Trennung leben und empfindet dies genau als einen leidgenerierenden Zustand,
Anstatt alles Auftauchende wie auch Sorgen und Ängste,
Schmerzen usw.
Als zugehörig zu begreifen und es als selbstverständlich anzunehmen,
Wird mithilfe eines distanzschaffenden Werkzeuges das,
Was ist,
Fragmentiert und als nicht zugehörig beurteilt.
Doch dadurch entsteht Widerstand und Ablehnung,
Was gleichzeitig ein Stück weit Wahnsinn ist.
Denn der Verstand wehrt sich gegen das,
Was ohnehin schon da ist.
Letztendlich ein vollkommen sinnloses Unterfangen,
Denn sich gegen das,
Was ist,
Wenn es ganz offensichtlich schon da ist,
Zu wehren,
Ist letztlich Ignoranz,
Also Nichtwissen oder Nicht-Anerkennen-Wollen.
Und trotz der Offensichtlichkeit,
Der Absurdität des Denkens und der leidgenerierenden Identifikation von Ich-Bin mit allen möglichen Denkinhalten,
Geschieht Denken unentwegt.
Studien besagen,
Dass wir täglich 60.
000 bis 80.
000 Gedanken denken,
Die jedoch zu 98% unsinnige Wiederholungsschleifen sind,
Die nichts Neues hervorbringen und in der Regel zu einem großen Teil negative Inhalte transportieren.
Denken scheint einen hohen Suchtcharakter zu haben und somit auch eine deutliche Nähe zum Wahnsinn.
Nicht umsonst bezeichnet Osho die Menschen als Verrückte und die Welt als ein Irrenhaus.
Die Ähnlichkeit mit der Sucht zeigt sich beim Denken darin,
Dass Gedanken unaufhörlich passieren,
In ihrer Omnipräsenz nichts anderes zulassen und beharrlich alles dafür tun,
Um zu bleiben.
Es scheint,
Als versuchen Gedanken,
Ihre Individualität zu behaupten und nutzen dabei gleichzeitig das Gedankenbündel von Ich-Bin,
Welches mit den Attributen Freiheit und Individualität ausgestattet wird und entsprechend positive Gefühlszustände dazu entwickelt,
Um fortwährend weiter zu existieren.
Gedanken beherrschen die Sichtweise,
Die Wahrnehmung,
Die Selektionsmechanismen einer scheinbaren Wirklichkeit von Ich-Bin und schaffen gleichzeitig für Ich-Bin die Illusion,
Dass Ich-Bin alles unter Kontrolle hat,
Und zwar dank der Unterstützung seiner Gedanken,
Welche Ich-Bin in Wirklichkeit gar nicht besitzt.
Zusammenfassend führen also Gedanken Verrücktheit herbei,
Indem sie eine scheinbare Distanz zur Unmittelbarkeit des Seins schaffen.
Gedanken sind daneben,
Da sie niemals die Wahrheit zu treffen vermögen.
Die Gedanken sind vortreffliche Schauspielwerkzeuge,
Da sie durch ihre Funktion der Trennung die einzelnen Bestandteile aus dem Gesamt des reinen,
Ungeteilten Seins hervorbringen,
Die das Theaterstück des Lebens für das Ich-Bin-Bewusstsein ermöglichen.
So ganz nebenbei sorgen sie dann auch noch dafür,
Dass überhaupt die Vorstellung von Ich-Bin aus einem Bündel von Gedanken entsteht und sich als selbstbewusst,
Frei und souverän kontrollierend begreift.
So weit,
So gut bis hierhin.
Auch wenn dies Ganze hier ebenfalls reine Gedankenspielerei gewesen ist,
Keinerlei Bedeutung und keinerlei Sinn hat,
Und zwar für niemanden,
Taucht dennoch so etwas wie Freude auf.
Vielleicht zwischen den Worten auch so etwas wie Weite.
Sofern die Enge der Worte nicht mehr mit so viel Schwere und Bedeutung aufgeladen erscheinen,
Taucht eventuell auch Leichtigkeit auf.
Mit dieser Leichtigkeit wird es im nächsten Beitrag dann hoffentlich weitergehen.
Thema wird dann sein,
Welche Wirklichkeitskonstrukte,
Welche Realitäten aus diesen eben näher beleuchteten Gedanken entstehen.
Das heißt,
Welche Früchte Gedanken hervorbringen und wie diese beschaffen sind.
Wir sehen oder hören uns genau in diesem Moment wieder.
Bei Sitzen auf Stühlen,
Dem Kanal für Nondualität,
Nonsens und selektiv permeable Osmoseberatung.
In diesem Sinne,
Shalom und Namaste.
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