26:28

Sucht er seine Mutter in dir?

by Claudia Bechert-Möckel

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In dieser Folge gibt’s wieder eine Geschichte aus dem echten Leben, direkt aus der Paarberatung. Du lernst meine Klientin Nina kennen. Nina liebt Tom. Wirklich. Sie schätzt seine Sensibilität, seinen Humor, seine Begeisterung für seine Arbeit. Sie passen zusammen, das weiß sie. Und doch spürt sie schon seit einiger Zeit: Irgendetwas fehlt. Nähe. Austausch. Echte Verbundenheit. Stattdessen ist da dieses seltsame Gefühl, für alles verantwortlich zu sein. Für die Beziehung. Für den Alltag. Für ihn. In der Beratung sagt sie irgendwann diesen Satz: „Ich weiß gar nicht mehr, wo ich in all dem bleibe. Ehrlich gesagt fühl ich mich allein, nicht wirklich gesehen.“ Und dabei kriegt sie gleich noch ein schlechtes Gewissen. So beginnt eine Reise zurück – zu alten Rollen, die sich unbemerkt in die Beziehung eingeschlichen haben. Zu Dynamiken, die vertraut wirken, aber nicht gesund sind.

Transkription

In dieser Folge gibt's mal wieder eine Geschichte aus dem echten Leben,

Direkt aus der Paarberatung.

Du lernst heute meine Klientin Nina kennen.

Nina liebt Tom,

Wirklich.

Sie mag an ihm,

Dass er sensibel ist,

Sie mag seinen Humor und seine Begeisterung für seine Arbeit mag sie auch.

Sie passen gut zusammen,

Das weiß sie tief im Innersten.

Und doch spürt Nina schon seit einiger Zeit,

Irgendetwas fehlt.

Nähe,

Austausch,

Echte Verbundenheit.

Da ist so eine ganz,

Ganz tiefe,

Ungestillte Sehnsucht in ihr.

Und immer deutlicher spürt sie auch dieses seltsame Gefühl,

Für alles verantwortlich zu sein.

Für die Beziehung,

Für den Alltag,

Auch noch für ihn.

Und irgendwann sagt sie zu mir diesen Satz,

Ich weiß gar nicht mehr,

Wo ich bei all dem bleibe.

Ehrlich gesagt,

Ich fühle mich allein,

Nicht wirklich gesehen.

Und dabei kriegt sie gleich noch ein schlechtes Gewissen.

So beginnt eine Reise zurück.

Zu alten Rollen,

Die sich ganz unbemerkt in ihre Beziehung eingeschlichen haben.

Zu Dynamiken,

Die vertraut wirken,

Aber nicht gesund sind.

Diese Folge lädt dich ein,

Genauer hinzusehen.

Was passiert,

Wenn sich unbewusst Elternrollen in die Beziehung einschleichen?

Was,

Wenn er in dir seine Mutter sucht?

Wo verlieren wir uns,

Wo ist der Punkt,

Wo es kippt und wie finden wir wieder zurück zur echten Begegnung auf Augenhöhe?

Leben,

Lieben,

Lassen – der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Hallo und herzlich willkommen bei Leben,

Lieben,

Lassen,

Deinem Podcast für emotionales Wachstum und persönliche Entwicklung.

Jede Woche gibt es hier Inspirationen für Dich,

Für Dein Leben und für Deine Beziehungen.

Und ich bin Claudia Bechert-Möckel,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach.

Ich unterstütze Menschen dabei,

Sich selbst und andere besser zu verstehen,

Um gelingende Beziehungen zu führen und zu echter Verbundenheit zu kommen.

Und in dieser Folge 296 folge ich mal wieder eine Anregung aus der Leben,

Lieben,

Lassen Community.

Da gab es nämlich den Wunsch,

Nochmal ausführlicher auf ein ganz bestimmtes Rollenverhalten in Beziehungen zu schauen,

Eins,

Das ziemlich oft vorkommt,

Ich erlebe es in meiner Arbeit mit Paaren immer und immer wieder und dieses unbewusste Rollenmodell,

Das ist oft die Ursache für Probleme,

Die dann so ein bisschen unsichtbar bleiben.

Es geht heute um Männer,

Die ohne dass sie das merken in ihren Beziehungen eigentlich ihre Mutter suchen oder eine gute Mutter,

Die sie nicht hatten.

Und es geht um Frauen,

Die ohne es zu merken in diese mütterliche Fürsorge hineinrutschen,

Weil sie das schon kennen.

Und in der nächsten Folge dann am kommenden Sonntag drehen wir den Spieß um,

Da geht es nämlich um Frauen,

Die ihre Vaterwunden ganz unbewusst damit versuchen zu heilen,

Dass sie in der Beziehung nach einer starken Vaterfigur suchen,

Die sie schützt und rettet.

Das schon mal als kleine Preview.

Es geht in beiden Folgen darum,

Warum solches Rollenverhalten tückisch ist und wirkliche,

Echte,

Lebendige Beziehung und Verbundenheit unmöglich macht.

Und natürlich geht es auch darum,

Woran du erkennen kannst,

Dass du in deiner Beziehung in so eine Mama oder Papa Falle steckst und wie sich das ändern lässt.

Los geht's.

Gleich.

Wir denken oft und wir wünschen uns das natürlich,

Unsere Liebe sei frei,

Erwachsen und auf Augenhöhe.

Aber in Wahrheit stecken viele Beziehungen volle unbewusste Rollenspiele.

Und oft sind es genau diese Rollen,

Die uns an unsere Eltern erinnern.

Nicht etwa,

Weil wir das so wollen,

Nein,

Weil unser inneres Kind noch immer auf der Suche ist.

Nach der Mutter zum Beispiel,

Die uns ihre Wärme und Liebe nicht richtig zeigen konnte.

Oder nach dem Vater,

Der uns vielleicht nie richtig gesehen hat oder emotional nicht verfügbar war.

Wir suchen,

Wie ich so gerne sage,

Mit humbligen Kinderaugen nach Geborgenheit,

Nach Anerkennung,

Liebe und Schutz in unseren Paarbeziehungen.

Also nach dem,

Was wir in unserer Kindheit hätten reichlich haben sollen.

Und egal wie erwachsen wir von außen aussehen,

Im tiefsten Inneren wünschen wir uns,

Dass uns jemand diese alte Sehnsucht doch noch erfüllt.

Immer wieder schauen wir hier in diesem Podcast unter die Oberfläche von Beziehungen in die Tiefe der Dynamiken,

Die da stattfinden können.

Und manche,

Das weißt du schon,

Reinszenieren das,

Was sie kennen,

Das alte Drama ihrer Kindheit.

Andere jagen dem hinterher,

Was sie nie erlebt haben.

Und am Ende landen sie doch wieder im selben alten Film.

Heute und in der nächsten Sonntagsfolge sprechen wir also über zwei dieser Drehbücher,

Die echte Klassiker sind und heute geht's um Männer,

Die unbewusst eine mütterliche Partnerin suchen,

Stark fürsorglich,

Belastbar und die sich gleichzeitig kindlich rebellisch verhalten,

So als wären sie ein bisschen pubertär.

Diese Dynamiken,

Diese Rollenverstrickungen in Beziehungen sind nicht nur anstrengend mit der Zeit,

Sie sind auch Gift für eine echte tiefe Verbundenheit und echte Anziehungskraft.

Denn eine gelingende Beziehung braucht Augenhörer.

Und die kann's ja nicht geben,

Solange wir unabsichtlich in Mama- oder Papa-Rollen reingerutscht sind.

Dann gibt's also immer einen kleineren und einen größeren Part.

Heute also der Mann,

Der seine Mutter sucht und gleichzeitig gegen sie rebelliert.

Ich treffe sie immer wieder,

Solche Männer,

Und sie sehen absolut erwachsen aus,

Das kannst du mir glauben,

Kein bisschen kindlich.

Sie sind in ihrem Leben oft sehr tough,

Erfolgreich,

Selbstständig.

Und sie sind angenehm und charmant.

Und dennoch,

Sie kommen mit in die Parttherapie,

Weil ihre Partnerin das so möchte.

Sie sind dabei,

Haben sich vielleicht sogar überreden lassen oder sind eben dem Drängen ihrer Partnerin nachgekommen.

Kurzum,

Die Initiative und etwas für die Verbesserung der Beziehung tun zu wollen kommt nicht von ihnen.

Ich kann wirklich sagen,

So gut wie nie.

Denn sie haben kein Problem.

Nicht wirklich.

Ihr einziges Problem,

Wenn man so will,

Besteht darin,

Dass die Partnerin eins hat und andauernd darüber reden will.

Immerzu rückt sie ihn auf die Pelle,

Will reden,

Alles ändern,

Sie ist nicht zufrieden.

Sie beklagt sich,

Dass sie nicht gesehen wird,

Um ihrer Selbstwillen geliebt und so weiter und so fort.

Und damit macht sie ihm dann das Leben schwer.

Und ich meine das nicht sarkastisch.

Wenn man auf seine Seite geht,

Dann strengt das wirklich an.

Obwohl doch alles so schön sein könnte.

Und deshalb kann man sich das ja vielleicht mal anhören,

Um was es da geht in so einem Kennenlerngespräch zur Paarberatung.

Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm.

Genau,

Und dann komme ich ins Spiel und ich bin ganz offen.

Eine Zusammenarbeit mit mir macht nur Sinn,

Wenn beide von sich aus eine innere Bereitschaft und eine Absicht haben,

Sich mit sich selbst und ihren Mustern und damit ihrem Einfluss auf die Beziehungsdynamik auseinanderzusetzen.

Denn das ist in meinen Augen die Voraussetzung dafür,

Gemeinsam etwas in dieser Beziehung in Bewegung zu bringen und verändern zu können.

Ich kann und will niemanden überreden,

Das zu tun.

Ich kann auch niemanden zum Jagen tragen und ich empfinde das auch als übergriffig.

Deswegen mache ich es nicht.

Ja,

Und da ist sie dann,

Beileibe kein Mütterchen,

Das darfst du nicht denken.

Eher typtaffe Frau,

Die alles wuppt,

Beeindruckend stark,

Kümmert sich um Termine,

Um Haushalt,

Um die Kinder,

Wenn es die gibt,

Die Geburtstage,

Kurz und gut das ganze Familienuniversum.

Sie hat auf jeden Fall den ganzen Mental Load und oft auch kümmert sie sich noch um ihn,

Um seine Gesundheit,

Wenn es sein muss,

Um seine Termine.

Einen Job hat sie natürlich auch noch,

Bei dem sie was erreicht hat oder noch auf dem Weg dazu ist.

Eine Frau,

Die alle Fäden in der Hand hat.

Gibt alles,

Und zwar für alle,

Die in ihrem Tribe sind.

Bei ihr läuft alles zusammen.

Das ist schon in dem Sinne eine recht wichtige Rolle,

Zumindest eine zentrale.

Und Verständnis hat sie ja auch noch,

Für seine Hobbys,

Seinen Freiraum,

Seine Arbeit.

Natürlich,

Das ist jetzt zugespitzt,

Und es gibt diese Kombi auch ohne Familie,

Aber glaub mir,

Sie kommt sehr oft vor.

Und von außen sieht diese Kombi richtig gut aus,

Tolles Paar,

Tolle Familie,

Wenn es eine gibt,

Ein super Team,

Alles bestens.

Was jetzt keiner wirklich sehen kann,

Ist das,

Was fehlt,

Und zwar ihr immer mehr.

Denn diese Beziehung läuft emotional voll auf ihre Kosten.

Wer ist sie außerhalb dieser Rollen und Funktionen,

Die sie da inne hat,

In diesem Wir?

Wo,

Bitte schön,

Geht es denn mal um sie als Person,

Als Frau?

Was ist mit ihren Gefühlen,

Ihren Bedürfnissen,

Ihrem Freiraum?

Und wo ist eigentlich der Sex geblieben?

Es muss sich was ändern,

Sie ist sich sicher und hat irgendwann genug.

Es dauert oft einige Jahre,

Und dann sucht sie doch noch das Gespräch über die Beziehung,

Über ihre Bedürfnisse,

Ihre Gefühle.

Und oft hat sie schon viel gelesen,

Ganze Bücher,

Sie hat Podcasts gehört und sich schlau gemacht,

Solange bis sie erkennen kann,

Um was es hier eigentlich geht.

Und dann legt sie los,

Und staunt,

Denn er versteht die Welt nicht mehr.

Und dann ist sie richtig enttäuscht,

Aber er muss doch sehen,

Dass sie gibt und gibt und selbst kaum vorkommt.

Wieso kapiert er das nicht?

Tja,

Stattdessen gibt's was anderes.

Trotziges Schweigen,

Eingeschnappt sein,

Passiv-aggressives Genörgeln oder ein müdes Ich-kann-das-halt-nicht-so-gut-wie-du.

Ja,

Und da muss man dann sagen,

Willkommen in der Mutti-Rolle,

Und zwar unfreiwillig.

Was hier passiert,

Ist keine lebendige Partnerschaft,

Es ist ein psychologisches Nachspiel,

Es ist ein psychologisches Nachspiel der Kindheit.

Er sucht in ihr das,

Was er als Kind vermisst hat oder,

Achtung,

Genauso kennt.

Eine starke,

Präsente Mutterfigur.

Jemanden,

Der ihm ein emotionales und warmes Zuhause gibt,

So eine Art sicherer Ort,

Zu dem man gerne zurückkehrt.

Jemanden,

Der verlässlich ist,

Sicher.

Jemanden,

Der sich kümmert und jemand,

Der,

Wenn man dann so zurückkommt von seinen Ausflügen ins Ich-Reich,

Zurück nach Hause auf einen wartet.

Mit offenen Armen.

Gleichzeitig erinnert ihn aber diese starke Präsenz dann an ein Gefühl von Kontrolle und Einengung,

Die er nicht haben will.

Er hasst es,

Wenn er irgendetwas wollen soll.

Er ist doch da,

Was denn noch?

Und er will doch auch noch Raum für das,

Was ihm wichtig ist.

Das ist doch nicht zu viel verlangt,

Oder?

Er fühlt sich unfrei und gefordert und rebelliert dann.

Ein bisschen wie ein Teenager.

Mal subtil,

Mal laut,

Mal mit Widerstand und mal mit Ups,

Das habe ich glatt vergessen.

Du merkst es wahrscheinlich schon,

Hier gibt es große Parallelen zum ängstlich vermeidenden Bindungsstil und das ist tatsächlich auch in der Realität so der Fall.

Nina ist 38 und sie ist mit Tom zusammen und sie sagt,

Er ist sensibel,

Er ist liebenswert,

Aber er ist oft darüber fordert und er ist jemand,

Der wahnsinnig viel zu tun hat mit seiner Arbeit.

Jemand,

Der gerne sein Ding macht.

Und es ist ihm ganz wichtig,

Dass er verstanden wird,

Dass sie für ihn da ist,

Wenn er das möchte.

Nina sagt,

Ich mache einfach alles,

Den ganzen Background.

Ich kümmere mich um unser Leben,

Weil ich ja weiß,

Dass es sonst liegen bleibt.

Und ich weiß auch,

Dass Tom sich darüber freut.

Aber eigentlich fühle ich mich allein.

Und dann weint sie.

Tom,

Der versteht gut,

Dass Nina eigentlich alles am Hals hat.

Und sie erinnert ihn ja auch noch an seine Termine.

Und für die Beziehung ist auch wenig Raum.

Ab und zu mal,

Wenn sie zum Beispiel zusammen Sport machen,

Das mag Tom nämlich sehr.

Oder wenn Nina sich drum kümmert,

Dass sie zusammen mal was unternehmen.

Da macht er schon gerne mit.

Und er hilft natürlich auch,

Wenn Nina sagt,

Was zu tun ist.

Aber er schafft es doch halt einfach auch nicht,

Sich noch zu Hause um alles zu kümmern.

Er hat einfach zu viel zu tun.

Seine Arbeit ist wichtig und sie bringt ja auch Geld.

Und es war doch schließlich von Anfang an so.

Und ja,

Manchmal vergisst er auch was,

Wird ein bisschen unzuverlässig oder flüchtet sich in seine Hobbys,

Wenn es ihm zu viel wird.

Sein Motorrad,

Seine Freunde.

Naja,

Nina versteht das ja auch.

Sie erklärt es mir,

Tritt für Tom ein.

Ihr fällt gar nicht auf,

Dass sie sich beide darin einig sind,

Dass für Tom Verständnis aufgebracht werden muss.

Aber wer tritt ihr eigentlich für sie ein?

Manchmal sagt Nina,

Geht's nicht mehr mit dem Verständnis.

Dann wird sie wütend und macht ein Fass auf.

Das passiert immer öfter.

Und dann kommt der Frust raus.

Sie sagt,

Dass sie sich nicht wichtig fühlt,

Nicht gesehen und nicht geliebt.

Aber wer?

Nina zieht sich dann emotional zurück.

Erst versucht Tom ihr das auszureden,

Ihre Beschwerden vom Tisch zu wischen.

Manchmal reagiert er auch ein bisschen eingeschnappt.

Dann wird's ungemütlich für Tom.

Er versucht's nochmal mit Sarkasmus und Schuldgefühlen.

Dass du jedes Mal so ausrasten musst,

Das ist doch völlig übertrieben.

Es ist doch alles in Ordnung.

Was hast du denn nur?

Du bist mir doch wichtig,

Sagt Tom.

Ja,

Sagt Nina,

Weil sonst niemand da ist,

Der den Laden am Laufen hält.

Aber wer bin ich denn eigentlich für dich?

Jetzt übertreibst du aber wirklich,

Sagt er.

Und wenn das nichts bringt,

Um sie zurückzuholen,

Sucht Tom ihre Nähe.

Er bemüht sich dann um sie.

Er lädt sie zum Essen ein,

Er bringt mal Blumen mit,

Er redet mit ihr.

Er erzählt auch mal was von sich.

Nina freut sich.

Und es geht genauso lang,

Bis alles wieder normal wird.

Dann nimmt wieder jeder seine Rolle ein.

Das Drehbuch wird fortgesetzt.

Von beiden.

Weil sie das Grundproblem nicht erkennen können.

So,

Wenn dir die Nina-Tom-Geschichte,

Die es in tausenden Facetten und Spielarten gibt,

Irgendwie bekannt vorkommt,

Sie enthält die typischen Dynamiken einer Beziehung,

In der sie unbewusst die Rolle der guten Mutterinne hat und er der Mann ist,

Der emotional noch nicht wirklich ausgereift ist,

Nicht wirklich Verantwortung für die Beziehung übernimmt und sich den Traum dessen erfüllt,

Was er vielleicht als Kind so sehr vermisst hat.

Ein sicheres,

Warmes Zuhause mit einer warmherzigen Frau,

Also einer Mutterfigur,

Auf die man sich verlassen kann,

Die den ganzen Raum hält.

Oder aber,

Wie schon gesagt,

Das kann auch sein,

Er wiederholt die Beziehung zu seiner überstarken Mutterfigur,

Von der er emotional noch nicht abgelöst ist.

Beide der Extreme können dahinter stecken.

Und wenn du in die Mutterholle gerutscht bist oder befürchtest,

Dass das sein könnte,

Ich habe hier ein paar typische Warnsignale zusammengetragen,

Die immer wieder auftreten und die relativ auffällig sind.

Ganz typisch,

Du fühlst dich verantwortlich und gibst alles.

Aus Liebe,

Du kümmerst dich.

Und er fühlt sich oft von dir gegängelt oder unfrei,

Manchmal eingeengt.

Was du dir wünschst,

Ist Klarheit über eure Beziehung,

Über die Gefühle.

Du möchtest gern mehr von ihm wissen.

Wie sieht er dich?

Wie steht er zu dir?

Liebt er dich?

Wie geht es mit euch weiter?

Könnt ihr nicht vielleicht was verändern?

Er aber weicht dir aus und vermeidet Gespräche,

Die wirklich an die Substanz gehen.

Er übernimmt für die Beziehung nicht wirklich Verantwortung.

Er ist mehr oder weniger dabei.

Außerdem braucht er viel Freiraum.

Und er staunt,

Wenn er sich mehr committen soll.

Natürlich heißt das nicht,

Dass er zwingend faul ist.

Er beteiligt sich schon an gemeinsamen Aufgaben.

Aber du musst sozusagen die Verantwortung dafür tragen.

Und oft mault er auch ein bisschen rum oder fühlt sich eingeengt oder findet Gründe,

Warum das jetzt nicht geht.

Bei manchen hat das echt was von einem Pubertier.

Wirklich,

Kein Witz.

Auffällig ist auch,

Mit Kritik ist es ganz,

Ganz schwierig.

Er fühlt sich ganz schnell angegriffen.

Oft weißt du gar nicht,

Wie du überhaupt irgendein Thema aufmachen sollst,

Ohne dass er sauer wird oder sich gleich wieder zurückzieht.

Mir fällt auf,

Dass Frauen,

Die in die Mutterrolle gerutscht sind,

Ziemlich oft wie auf so Tapsfüßen umherlaufen,

Immer sehr vorsichtig.

Immer bemüht,

Ihn nicht zu verärgern.

Ich mein's jetzt nicht böse,

Aber es hat oft was von,

Wie sag ich's meinem Kinde.

Okay,

Über Gefühle und über die Beziehung spricht er im Allgemeinen nicht so gerne.

Andererseits,

Deine Bestätigung ist ihm sehr,

Sehr wichtig.

Auch wenn er das nicht zugeben würde.

Er liebt deine Anerkennung.

Er liebt es,

Für dich wichtig zu sein.

Ein ziemlich häufiges Verhalten von Männern,

Die unbewusst nach einer Mutterfigur in ihren Beziehungen suchen,

Ist wirklich dieses starke Bedürfnis nach Bestätigung.

Zum Beispiel auch zu seiner Arbeit.

Und er fühlt sich super wohl mit deiner emotionalen Zuwendung,

Also dich im Rücken zu wissen.

Auch ein typisches Warnsignal.

Du willst die Beziehung verbessern.

Du willst alles verstehen.

Du suchst dir vielleicht sogar Hilfe für euch beide.

Aber er weicht aus,

Supportiert das Ganze vielleicht sogar.

Oder auch hier findet Gründe,

Warum das nicht geht und das doch nicht so wichtig ist.

Das brauchen wir doch nicht,

Wir kriegen doch das auch so wieder hin.

Du liebst mit aller Kraft.

Du gibst alles in die Beziehung hinein,

Aber du fühlst dich allein.

Seltsam unverbunden.

Er ist da und irgendwie auch nicht.

Und auffällig,

Er kann sich nur schwer in deine Situation und deine Lage einfühlen.

Auch wenn du das immer und immer wieder versuchst zu erklären.

Denn für ihn stimmt das so.

Generell hast du nämlich bei all dem einen viel höheren Problemdruck als er.

Und gleichzeitig hast du viel Verständnis.

Wie eine gute Mama.

Und deshalb hast du auch schnell ein schlechtes Gewissen,

Wenn du mit deinen Bedürfnissen um die Ecke kommst.

Oder du lässt dir auch ganz schnell eins machen.

Und sehr typisch ist auch,

Dass es in solchen Konstellationen kaum noch Leidenschaft und sexuelle Anziehungskraft gibt.

Du fühlst dich nämlich als Frau nicht gesehen und nicht wirklich begehrt,

Sondern nur an deine Rolle und Funktion.

Und obwohl er gerne mehr Sex hätte,

Fehlt dir die emotionale Sicherheit,

Wirklich um deiner Selbstwillen geliebt zu sein und Sex zu wollen.

Und du denkst dann auch noch darüber nach,

Was du denn dafür ein Problem hast.

Generell denkst du wahrscheinlich sehr oft,

Was vielleicht bei dir nicht stimmt.

Ja,

Das mal so ein grober Überblick.

Und das Problem an dieser Konstellation ist nicht nur die Reinszenierung alter Rollenbilder,

Die in einer Beziehung eigentlich gar nichts zu suchen haben.

Das Problem ist auch der Machtverlust.

Also der Mangel an Einfluss auf die Gestaltung dieser Beziehung.

Du wirst zur Mutterfigur,

Weil du keine Partnerin mehr sein kannst.

Und das tust du,

Weil du schon früh gelernt hast,

Liebe ist Verantwortung.

Es hängt an mir.

Liebe ist geben,

Kümmern,

Über deine Grenzen hinaus,

Wenn es sein muss.

Und schlussendlich bezahlst du das mit deiner Kraft,

Deiner Sinnlichkeit,

Deinem Selbstwert.

Denn deine weiblichen Aspekte verschwinden hinter dieser Mutterfigur.

Das kann man sich sehr,

Sehr individuell anschauen.

Das ist sogar sehr wichtig.

Und als ich mit Nina da drauf schaue,

Wo sie diese Muster der Aufopferung für die Liebe gelernt hat,

Da erkennt sie ihre eigene Mutter.

Und sie ist schockiert.

Nie wollte sie so werden.

Selbstbewusst und stark wollte sie sein.

Ja,

Ist sie auch.

Für das Wir,

Für das Gemeinsame.

Für sich ist sie es nicht.

Und noch zu allem obendrauf sorgt sie sich ständig,

Dass die Beziehung gelingt.

Es liegt schließlich in ihrer Verantwortung,

So die unbewusste Ausrichtung.

Ihre wilde Seite und ihre innere Abenteurerin,

Ihre innere Königin kommen viel zu kurz.

Deshalb hat sie auch ihre eigenen Bedürfnisse nach und nach immer weiter zurückgestellt.

Das war nicht immer so.

Am Anfang der Beziehung stimmte es für beide.

Es war so wie ein geheimer Deal,

Wie eine Abmachung.

Und diese geheime Vereinbarung lief unterm Radar ab,

Das haben sie nicht bewusst entschieden.

Wir untersuchen diesen geheimen Deal und es kommt hervor,

Du machst mir ein sicheres Zuhause,

Warm,

Wohlig,

Emotional und ich bin da.

Ich beteilige mich auch,

Aber ich bin auch viel mit mir beschäftigt.

Und du hältst es aus.

Beide geben das in die Beziehung hinein,

Was sie können.

Sie zeigt ihre Liebe,

Indem sie sich engagiert und den Raum hält und immer mehr und mehr übernimmt,

Weil sie es kann und weil sie das gerne für ihn tut.

Er fühlt sich wohl mit ihr und macht mit,

Ist auch sicher und verlässlich in den meisten Fällen.

Aber emotional ist sie zuständig für die Verbindung.

Und erst im Zuge ihrer eigenen,

Also ihrer individuellen Entwicklung,

Wird ihr klar,

Dass ihr die Rolle gar nicht gefällt.

Sie macht wir und du,

Vernachlässigt ihr ich.

Er macht ich und wir in Maßen,

Vernachlässigt das du.

Was immer zu kurz kommt,

Ist ihr ich.

Und zwar aus beiden Richtungen.

Ich zeichne sowas mit meinen Klienten auf und dann wird es sichtbar und klar.

Und viele Frauen erschrecken,

Wenn sie es sehen,

Wo sie sich da reinmanövriert haben.

Und wenn man auf seine Seite schaut,

Da gibt es immer so eine Art Kampf,

Der nicht gewonnen werden kann.

Auch das unbewusst.

Da ist einerseits der Wunsch nach Freiheit und Ablösung von der Mutter.

Andererseits der Wunsch nach Liebe und Geborgenheit durch die Mutter.

Und dieser innere Konflikt zeigt sich dann eben in tausend Widerständen und einer Art Rebellion.

In Tom,

So kannst du dir das vorstellen,

Ringt die Sehnsucht nach Nähe,

Ständig mit dem Bedürfnis nach Freiheit.

Seine Mutter hat die Familie früh verlassen.

Der Vater war ein harter Knochen,

Sagt er.

Und als er anfängt zu verstehen,

Was eigentlich unter dem Radar seiner Beziehung zu Nina passiert,

Wird ihm der Zusammenhang klar.

Für ihn war die Beziehung zu Nina die Erfüllung seiner Sehnsucht nach einem emotionalen,

Sicheren und warmen Zuhause,

Nach einer Familie.

Und das empfand er als sehr,

Sehr schön.

Natürlich,

Dass es für Nina nicht so war,

Das konnte er,

Der ja emotional in dieser Beziehung in der Rolle eines kleinen Jungen steckte,

Gar nicht sehen.

Aber wenn man Tom nicht drängt,

Wenn man nichts von ihm erwartet,

Sondern wenn man ihn einlädt,

Dann ist Entwicklung möglich.

Denn das,

Was er da tut,

Dieses Rollenverhalten in der Beziehung,

Das will er ja nicht wirklich,

Das macht er aufgrund unbewusster Dynamiken.

Und wenn er dazu durchdringen will,

Dann ist Veränderung möglich.

Nur überreden kann man ihn nicht.

Und damit es hier kein Missverständnis gibt,

Auch Nina hat etwas erkannt.

Die Rolle der Mutter,

Die sie nicht sein wollte,

Die sie aber doch übernommen hat,

Gab ihr natürlich auch Kontrolle.

Ja,

Wenn sie alles für sie beide organisierte und bestimmte,

Fühlte sie auch eine gewisse Sicherheit.

Sie gab nämlich die Richtung vor.

In dieser Hinsicht,

Wo es mit dem Wir hingehen sollte.

Und diese Art Kontrolle half ihr gegen ihre innere Unsicherheit.

Nur nicht alleine sein.

Der Preis war die emotionale Einsamkeit.

Denn die Macht über die emotionale Verbundenheit,

Die liegt eigentlich bei Tom,

Der sich ihr andauernd entzog und sich vereinnahmt und manchmal kontrolliert fühlte.

Beide sahen den jeweils anderen als machtvoll an und sahen die Ohnmacht dahinter nicht.

Und deshalb an dieser Stelle ganz wichtig,

Das ist kein Männer-Bashing.

Diese Rollendynamik kann man nur zu zweit aufführen.

Es gibt da nicht Täter und Opfer.

Also muss man bei der Bewertung auch weg von Gut und Böse und von einer Meta-Ebene schauen.

Eigentlich begegnen sich zwei Menschen hier mit ihren kindlichen Wunden und Sehnsüchten und machen das zur Basis ihrer Erwachsenenbeziehung.

Später bleiben sie in diesen Mustern festgenagelt und sind auf diese Rollen festgelegt.

Und das verhindert zum einen die eigene Entwicklung,

Aber es verhindert auch die Beziehungsentwicklung und überhaupt die Lebendigkeit in der Beziehung.

Und natürlich ist es absolut okay,

Ab und zu in der Beziehung in Rollen zu schlüpfen.

Über das,

Was wir hier sprechen,

Ist die fixierte Position,

Die die Unlebendigkeit ausmacht,

Dass man auf die Rolle festgenagelt ist.

Natürlich können wir uns,

Und das tun wir auch alle,

Mal wie ein Kind beim anderen fallen lassen,

Uns trösten lassen und uns klein fühlen.

Dazu ist ja Beziehung auch da,

Dass jeder mal den Raum hält.

Aber wir sind halt nicht festgelegt auf diese Rollen,

Wir sind beweglich und können die Position wechseln.

Wir können zusammen,

Wie ich gerne sage,

Tanzen zwischen Nähe und Distanz.

Und am Ende gibt es Balance.

Beziehung ist da,

Damit wir wachsen und heilen können.

Sie ist ein Wachstumslaboratorium für unsere persönliche Entwicklung.

Aber wir haben keinen Anspruch darauf,

Dass der jeweils andere das für uns zur Verfügung stellt,

Was uns als Kind gefehlt hat.

Beziehung ist kein Spielplatz für alte Rollenmodelle.

Wir sind heute kein Kind mehr und deshalb ist niemand für unsere emotionale Versorgung zuständig.

Wenn das freiwillig geschieht,

Ist das wunderbar.

Aber im Grunde bist du nicht verantwortlich für die emotionale Reife deines Partners.

Und auch nicht für die Versorgung alter Wunden,

Wenn es über deine Grenze hinausgeht.

Diese Verantwortung dürfen wir als Erwachsene selbst tragen.

Und natürlich können wir Partnerinnen oder Partner sagen,

Was wir uns dafür wünschen.

Aber ob das für den jeweils anderen möglich ist,

Das liegt immer noch in seinem Verantwortungsbereich.

Oder in ihrem.

Denn wenn wir wissen,

Was für uns selbst wichtig ist und was wir brauchen,

Um uns geliebt zu fühlen,

Wenn wir uns mit unseren eigenen emotionalen Wunden auseinandersetzen,

Dann können wir auf Augenhöhe darüber reden und neu verhandeln,

Wie die Beziehung gelebt werden soll,

Wenn beide Einfluss darauf nehmen.

Und das ist manchmal ungemütlich,

Aber es lohnt sich.

Und es ist möglich,

Wenn wir es wirklich wollen.

Beziehungen sind eine Einladung,

Uns zu entwickeln.

Zusammen und jeder für sich.

Und das ist eine wirklich spannende Reise,

Wenn du dich darauf einlässt.

Und dafür wünsche ich dir von Herzen alles Gute und natürlich viel Mut.

Alles Liebe,

Deine Claudia.

4.8 (10)

Neueste Bewertungen

Maik

June 8, 2025

Wau, das hat mich sehr aufgerüttelt und mir nochmals gezeigt, dass es soch immer lohnt die Dinge auch anderes sehen zu wollen. Herzlichen Dank!

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