
Diese Wahrheiten über Beziehung können Dein Leben verändern3
Liebe, eine gute Beziehung – echte Verbundenheit, das ist wohl die größte Sehnsucht, die wir haben. Aber wenn wir lieben und geliebt werden, wenn wir uns wirklich auf Beziehung einlassen, dann kommen durch die entstehende Nähe auch all unsere Ängste, alten Wunden und Schutzmechanismen an die Oberfläche, die wir sonst so geschickt verbergen – vor uns selbst und anderen. Willkommen zu Teil 3 meiner Podcast-Serie mit den tiefen Wahrheiten über Beziehung. Diese Folge ist für Dich – wenn Du manchmal zweifelst, kämpfst, suchst. Wenn Du vestehen willst. Wenn Du Dir mehr Verbindung wünschst, mehr Leichtigkeit, mehr Du-Sein in Deinen Beziehungen, oder mehr Wir. Und wenn Du vielleicht gerade erkennst, dass Beziehung mehr ist als Romantik. Mehr als Harmonie. Mehr als „alles richtig machen“. Mehr als Zufall. Diese fünf neuen Wahrheiten möchten Dir Mut machen. Sie wollen Dich erinnern – an das, was Du längst in Dir weißt. Und sie zeigen Dir: Du bist nicht allein mit Deinen Fragen.
Transkription
Liebe,
Eine gute Beziehung und echte Verbundenheit,
Das ist wohl die größte Sehnsucht,
Die wir alle haben.
Aber wenn wir lieben und geliebt werden,
Wenn wir uns wirklich auf Beziehungen einlassen,
Dann kommen durch die entstehende Nähe auch all unsere Ängste,
Unsere alten Wunden und Schutzmechanismen an die Oberfläche,
Die wir sonst so geschickt verbergen – für uns selbst und anderen.
Willkommen zu Teil 3 meiner Podcast-Serie zu den tiefen Wahrheiten über Beziehungen.
Diese Folge ist für Dich,
Wenn Du manchmal zweifelst,
Kämpfst und suchst in Sachen Beziehung,
Wenn Du verstehen willst,
Wenn Du Dir mehr Verbundenheit wünschst,
Mehr Leichtigkeit,
Mehr Du-Selbst-Sein in Deinen Beziehungen oder mehr vom Wir,
Und wenn Du vielleicht gerade erkennst,
Dass Beziehung mehr ist als Romantik,
Mehr als Harmonie und viel mehr als alles richtig zu machen – und auch mehr als Zufall.
Diese 5 neuen Wahrheiten in dieser Folge,
Die möchten Dir Mut machen – an das,
Was Du tief in Dir längst schon weißt.
Und sie zeigen Dir,
Du bist nicht allein mit Deinen Fragen.
Leben,
Lieben,
Lassen – der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Hallo und schön,
Dass Du hier bist bei Leben,
Lieben,
Lassen – Deinem Podcast für emotionales Wachstum,
Persönliche Entwicklung und echte Verbundenheit in Beziehungen.
Jede Woche gibt's hier Impulse für Dich,
Für Dein Leben und Deine Beziehungen.
Und ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen,
Um gelingende Beziehungen zu führen.
Und heute gibt's 5 neue Beziehungswahrheiten,
Die Dein Herz verstehen will – Teil 3 meiner Serie,
Was Du schon immer über Beziehungen wissen wolltest,
Aber Dir nie jemand beigebracht hat.
Und wie auch schon in Teil 1 und 2 gibt's zu jeder Wahrheit Anregungen und Impulse für Deine Beziehung und echte Geschichten aus dem wahren Leben,
In denen Du Dich vielleicht wieder findest.
Gleich.
Wahrheit Nummer 1 – Love brings all up that is not love.
Die Liebe bringt alles ans Licht,
Was nicht Liebe ist.
Liebe ist,
Glaube ich,
Das machtvollste Gefühl auf dieser Welt,
Ich glaube sogar die stärkste Energie im Universum.
Das,
Nachdem wir uns alle sehnen,
Das uns verbindet.
Die Urkraft,
Die uns überhaupt erst dazu bringt,
Verbindungen aufzunehmen.
Einen dritten Raum zu schaffen,
Die Beziehung.
Nicht ich,
Nicht Du,
Sondern Wir entsteht.
Etwas vollkommen Neues,
Das es vorher nicht gab.
Wir erschaffen ein Wir zusammen,
Eine Synergie,
Eine Ko-Kreation.
Aber Liebe hat auch eine andere Seite,
Sie wirkt wie ein Katalysator.
Sie beschert uns nicht nur die Kraft,
Widerstände zu überwinden und das Unmögliche möglich zu machen,
Sie bringt auch das ans Licht,
Was dunkel und schwer in uns ist,
Was vielleicht lange schon verborgen war,
Was in uns ungeheilt und verletzt ist.
Sie macht alles an uns sichtbar.
Auch die Beziehungs- und Bindungsmuster,
Die wir aus unserem Leben mitgebracht haben und die vielleicht nicht ganz so einfach sind.
Den Schmerz,
Den wir in Beziehungen erfahren haben und die Seiten,
Die wir vielleicht an uns selbst nicht so mögen.
Und auch das ist eine Wahrheit.
Durch die Nähe,
Die in einer engen Verbindung entsteht,
Berühren wir uns zwangsläufig auch gegenseitig an unseren wunden Punkten,
Die wir alle haben,
Die einen mehr,
Die anderen weniger stark.
Das heißt,
Wir triggern uns daran,
Nicht mal absichtlich,
Aber unvermeidlich.
Und vielleicht kennst Du das.
Am Anfang in der Beziehung,
Da war alles so schön ruhig und sicher,
Aber mit der Zeit hat die wachsende Nähe plötzlich ganz andere Seiten an Dir zum Vorschein gebracht,
Die Du gar nicht so magst.
Eifersucht,
Rückzug,
Kontrolle oder auch Angst.
Und genau so ist es Deiner Partnerin oder Deinem Partner gegangen.
Und dann gingen irgendwann die Machtkämpfe los,
Die Streits,
Die Dramen,
Die Auseinandersetzungen.
Und das perfide ist ausgerechnet der Mensch,
Mit dem Du Dich am meisten verbunden glaubtest,
Mit dem erlebst Du jetzt den größten Schmerz.
Wieder.
Den Schmerz,
Den Du eigentlich nie wiederhaben wolltest.
Verlustangst,
Zweifel,
Unsicherheit,
Die Angst,
Nicht okay und nicht liebenswert zu sein oder die Liebe nicht verdient zu haben.
Manchmal ist es regelrecht verwirrend,
Auch für uns selbst.
Da begegnet einem jemand mit echter Zuneigung und trotzdem wirst Du vielleicht misstrauisch.
Oder Du spürst eine starke Verbundenheit und kurz darauf bricht ein Streit vom Zaun.
Warum passiert das ausgerechnet in der Liebesbeziehung,
Die Du doch unbedingt wolltest und die Dir eigentlich endlich Sicherheit und Ankommen versprochen hatte?
Tja,
Das ist eben die Wahrheit,
Weil Liebe ein Raum ist,
In dem alte Verletzungen sichtbar werden.
Immer.
Sie holt aus dem Schatten,
Was sich sonst gut versteckt.
Das ist kein Zufall,
Das ist kein Versehen,
Das ist nichts,
Das Du falsch gemacht hättest und das hätte umgangen werden können.
Das ist eine Chance und so komisch es klingt,
Es ist auch eine Einladung,
Den alten,
Unverarbeiteten Schmerz,
Der sich im Raum zwischen Du und ich zeigt,
Miteinander zu heilen.
Denn Beziehungen sind nicht nur der Raum,
In dem unser Schmerz entsteht,
Beziehungen sind auch der Raum,
In dem er heilen kann.
Natürlich nur,
Wenn wir das erkennen können,
Wenn wir das sehen und annehmen wollen.
Lieben wir,
Machen wir uns nackig.
Nicht nur im Bett.
Wir öffnen etwas von unserem Innersten,
Wir werden weich,
Zeigen uns,
Wie wir sind,
Sind empfänglich,
Durchlässig,
Wir lassen die Schutzpanzer fallen.
Und genau in dieser Offenheit,
Darüber habe ich in der letzten Folge gesprochen,
Zeigt sich auch unsere Verletzlichkeit.
Und die alten Wunden,
Die alten Schmerzen,
Das alte Leid,
Das wir so schön mit Fleiß und Stärke überdeckt haben,
Das wird plötzlich berührbar.
Und klar kann das Angst machen.
Irina ist eine Klientin von mir gewesen und immer wieder hat sie den starken Drang in ihre Beziehung gespürt,
Sich zurückzuziehen.
Sie sagte,
Ich wollte diese Beziehung so sehr,
Es war magisch am Anfang,
Aber jetzt,
Immer wenn er mir zu nahe kommt,
Da spüre ich in meinem Körper so eine Unruhe,
Eigentlich will ich weg.
Und erst im Gespräch wurde klar,
Diese Nähe,
Die sie wollte und nicht aushalten konnte,
Hat sie ganz unbewusst an alte Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie erinnert.
Erfahrungen,
In denen sie sich nicht sicher fühlen konnte in der Verbindung,
Die sie so sehr brauchte.
Für ihre Mutter war Irina der Rettungsanker in der Hilflosigkeit ihrer Suchterkrankung.
Sei für mich da,
War die Botschaft der Mutter,
Kümmere dich um mich.
Und Irina wurde dadurch vollkommen vereinnahmt.
Und ihr Vater,
Der hatte hohe Erwartungen an sie,
Mach mich stolz,
War sein verdeckter Auftrag und das hieß,
Sei stark und leiste.
Die Vereinnahmung einerseits und die Überforderung andererseits hatten in ihr unbewusst Beziehungsmuster hinterlassen,
Die so in etwa sagten,
Du kannst in Beziehungen nicht so sein,
Wie du willst,
Du wirst vereinnahmt und es wird immer nur gefordert,
Das ist nicht sicher,
Geh lieber auf Abstand.
Der Unterschied zu damals war allerdings,
Heute war da jemand,
Der wirklich verbunden war mit ihr,
Der sie nicht für seine Bedürfnisse brauchte.
Aber der alte Schutzmechanismus in Irina war noch aktiv und erst als ihr das bewusst wurde und nach einigen Beziehungskrisen war es ihr möglich,
Ihre inneren Mauern einzureißen.
Sozusagen ein Stein nach dem anderen.
Viele von uns glauben,
Wir müssten uns entscheiden,
Nähe oder Sicherheit,
Beides geht nicht,
Weil wir das so gelernt haben,
Liebe oder Selbstschutz.
Doch in Wahrheit ist es gar kein Entweder-oder.
Die echte Nähe beginnt nämlich da,
Wo wir beides halten lernen,
Das Risiko berührt zu werden und das Vertrauen gehalten zu sein,
Wo wir dieses Und zulassen können,
Wo es erlaubt wird.
Und bis dahin ist es für viele ein Weg des Lernens.
Neurowissenschaftler wie Stephen Porches beschreiben,
Wie unser Nervensystem auf Nähe reagiert.
Das sogenannte soziale Engagement-System in uns,
Das dafür sorgt,
Dass wir aktiv etwas für Beziehung tun,
Uns also verbinden,
Das wird nur dann aktiviert,
Wenn wir uns sicher fühlen.
Nur dann sind wir fähig,
Uns zu verbinden.
Ist dieses Gefühl von Sicherheit nicht gegeben,
Auch dann,
Wenn es nur unbewusste alte Erfahrungen sind,
Die uns unsicher fühlen lassen,
Dann reagieren wir mit Kampfflucht oder Erstarrung,
Selbst in liebevollen Beziehungen,
Jedenfalls so lange,
Bis uns das bewusst wird.
Und hier kommen die Impulse für deine Beziehung.
Wenn du spürst,
Dass in deiner Beziehung Seiten oder Verhaltensweisen an dir hervorkommen,
Die dich selbst erschrecken oder die in ihrer Dynamik viel stärker sind,
Als das die auslösende Situation erklären könnte,
Also zum Beispiel du hast Wutausbrüche wegen Kleinigkeiten oder du hast ganz schlimme Verlustangst,
Eifersucht ohne einen wirklich ersichtlichen Grund oder wenn deine Gefühle plötzlich erkalten oder du starke Fluchttendenzen spürst oder du merkst,
Dass du immer wieder Streit vorm Zaun brichst,
Wenn du in einer Situation überreagierst,
Halte inne und hör auch auf,
Dich selbst zu verurteilen.
Frag dich stattdessen,
Was genau macht mir hier gerade wirklich Angst?
Versuch mal in deinen Körper zu spüren.
Wie fühlt es sich da drinnen an?
Ist es eng,
Hart,
Angespannt vielleicht?
Vielleicht ist da sowas wie ein großes dunkles Loch oder ein Gefühl von einem Stein auf deiner Brust?
Schnürt es dir die Kehle zu?
Kannst du das Gefühl benennen,
Das du gerade hast,
Ihm einen Namen geben?
Und kennst du es schon?
Hat es wirklich mit der Situation im Hier und Jetzt zu tun oder kommt da etwas hervor,
Das viel,
Viel älter ist?
Wenn das der Fall ist,
Sag zu dir selbst,
Ich darf das fühlen,
Aber ich bin heute in Sicherheit.
Jetzt.
Und vielleicht möchtest du es auch aussprechen.
Ich merke,
Da wird gerade etwas in mir getriggert,
Es ist jetzt hochgekommen in unserem Streit,
Aber es war schon da.
So eine Ehrlichkeit schafft Verbindung.
Es ist nämlich alles andere als eine Schuldzuweisung.
Das,
Was dein Gegenüber tut,
Ist dann nur noch ein Auslöser,
Der auf eine Verletzung trifft,
Die in dir schon existiert hat.
Und vielleicht könnt ihr auch dann darüber reden,
Was du da in dir herumträgst.
Das kann sehr,
Sehr heilsam sein.
Und wenn dir das alleine schwierig erscheint,
Denk auch immer daran,
Du musst nicht alles alleine lösen.
Es ist okay,
Sich professionelle Unterstützung zu suchen,
Wenn du alleine nicht weiterkommst.
Wahrheit Nummer 2 schließt sich direkt an Wahrheit Nummer 1 an.
Du wiederholst,
Was du über Beziehungen gelernt hast,
Du rekonstruierst es.
Wir alle tragen so eine Art inneres Drehbuch mit uns herum,
Das bestimmt,
Wie wir lieben,
Wie wir uns zurückziehen oder uns öffnen.
Dieses Drehbuch wurde in unserer Kindheit geschrieben,
Ohne dass wir gefragt wurden.
Wie eine Blaupause,
Darüber habe ich schon in vielen Folgen hier bei Leben lieben lassen gesprochen,
Legen wir diese Bindungs- und Beziehungserfahrungen auch über unsere späteren Liebesbeziehungen.
Wir merken das noch nicht einmal.
Du hast als Kind beobachtet,
Wie Nähe funktioniert oder eben nicht,
Wie gestritten wurde,
Wie Zuwendung aussah oder ausblieb,
Wie deine Eltern miteinander als Paar umgegangen sind und wie sie sich zu dir verhalten haben.
Was Beziehung für dich bedeutet hat.
Diese frühen Erfahrungen,
Die ersten Beziehungserfahrungen deines Lebens,
Prägen,
Wie du heute Beziehung erlebst.
Das Ganze ist wie eine Brille,
Die du auf der Nase hast,
Die alles in ein ganz bestimmtes Licht taucht.
Nur fällt dir das gar nicht auf,
Dass deine Wahrnehmung auf diese Weise gefiltert wird und so erlebst du,
Was du schon kennst.
Und oft glauben wir,
Wir sind frei und stellen irgendwann fest,
Nee,
Wir wiederholen automatisch das Bekannte,
Das Vertraute,
Das,
Was wir schon kennen,
Wir rekonstruieren es.
Nicht,
Weil wir es wollen,
Sondern weil es eben vertraut ist.
Ich denke da an Martina,
Eine meiner Klientinnen,
Die immer wieder Männer angezogen hat,
Die sie dann emotional verhungern ließen.
Männer,
Die distanziert waren,
Nicht verbindlich und nicht wirklich da.
Martina ist alles andere als eine schwache Frau.
Sie ist klug,
Empathisch,
Reflektiert,
Selbstbestimmt und trotzdem fiel sie immer wieder in dieser Dynamik hinein.
Und als wir das zusammen angeschaut haben,
Kam heraus,
Ihr Vater war ein liebevoller,
Aber emotional abwesender Mann,
Er war immer beschäftigt,
Immer in seinem Kopf.
Er war da,
Aber emotional nicht erreichbar.
Es hat sich immer so angefühlt,
Als würde er sich von ihr wegdrehen.
Seine Aufmerksamkeit war nie bei ihr.
Und so hat Martinas inneres Kind bis heute auf diese Aufmerksamkeit gewartet,
In ihren Liebesbeziehungen.
Das Warten und sich Sehnen und immer wieder Abgewiesenwerden fühlte sich vertraut an,
Auch wenn sie das gar nicht wollte.
In den Folgen über Mutter und Vaterwunden,
Hier bei Leben,
Leben,
Lassen,
Habe ich das Thema sehr ausführlich besprochen.
Den Link dazu findest du in den Shownotes,
Wenn du da nochmal reinhören möchtest.
Und es ist eben manchmal diese unbewusste Hoffnung,
Vielleicht wird es ja diesmal anders.
Vielleicht bekomme ich heute das,
Was ich damals so sehr gebraucht hätte.
Und so verstricken wir uns,
In alte Geschichten,
Aber mit neuen Menschen.
Wir besetzen unseren inneren Film neu.
Man kann sich das so vorstellen.
Dieser kindliche Aspekt in uns,
Du kannst es auch dein inneres Kind nennen,
Also der Teil,
Der Liebe zum Beispiel mit Schmerz verbunden hat,
Der versucht heute noch alles,
Damit die Geschichte diesmal einen guten Ausgang nehmen kann.
Verstehst du?
Es ist eine Art Wiederholungszwang,
Damit es diesmal gut werden kann.
Verständlich,
Aus Sicht eines Kindes.
Aber wenn wir die Schutzmechanismen,
Die uns als Kind vielleicht gerettet haben oder wo wir keine anderen Lösungen hatten,
Wie Rückzug,
Emotionale Abspaltung oder Überanpassung,
Selbstaufgabe,
Wenn wir die auch heute immer wieder unbewusst aktivieren,
Um das Problem zu lösen,
Dann kommen wir nie aus dem falschen Film raus.
Denn was uns früher mal gerettet hat,
Das steht uns heute im Weg.
Und deshalb sage ich auch gerne,
Dass in jeder Beziehung eine Art Aufgabe verborgen liegt.
Wir dürfen lernen,
Das legt uns das Leben gewissermaßen vor die Füße,
Dem alten Thema neu zu begegnen.
Und das ist es,
Wobei ich Menschen begleite und das ist eine wunderschöne Aufgabe.
Zu sehen,
Wie diese Balance dann doch noch gelingt zwischen Anpassung und Selbstbehauptung,
Wenn jemand lernt,
Die Nähe,
Die sie oder er sich wünscht,
Auch zuzulassen und wenn Augenhöhe in Beziehungen entstehen kann.
Ein Gleichgewicht.
Das ist wirklich ein sehr,
Sehr schöner Moment.
Zu diesem Gleichgewicht kommen wir gleich nochmal.
Bleiben wir nochmal beim alten Film.
Du kannst das Drehbuch umschreiben.
Nicht von heute auf morgen,
Aber Schritt für Schritt.
Durch Bewusstheit und durch Erkenntnis und neue Entscheidungen.
Die Bindungstheorie nach John Balbi und Mary Ainsworth zeigt,
Dass frühe Bindungserfahrungen unser Verhalten in späteren Beziehungen maßgeblich beeinflussen.
Das innere Arbeitsmodell über Beziehung,
Das dabei entsteht,
Ist zwar tief verankert,
Aber es ist veränderbar.
Und zwar durch korrigierende Beziehungserfahrungen und durch Selbstreflektion.
Und das können wir bis an unser Lebensende machen.
Wir können neu lernen.
Unser Hirn ist neuroplastisch.
Auch die Folge zu den Bindungsstilen verlinke ich dir in der Podcast-Beschreibung unter dieser Episode hier.
Da kannst du das nochmal nachvollziehen und vielleicht auch herausfinden,
Welcher Bindungstyp du bist.
Und hier kommen die Impulse für deine Beziehung.
Frag dich mal,
Und es macht Sinn,
Das aufzuschreiben und sich ein bisschen Zeit zu nehmen,
Was habe ich über Liebe gelernt,
Über Beziehung,
Als Kind?
Was haben mir meine Eltern vorgelebt in ihrer Beziehung?
Wie war das emotionale Klima zu Hause?
Habe ich mich sicher,
Geliebt und unterstützt und gesehen gefühlt?
Von was hätte ich mir gerne mehr gewünscht?
Welche Sätze wurden bei uns zu Hause oft gesagt?
Gab es sowas wie einen verdeckten Auftrag?
Welche Rollen habe ich übernommen in der Familie?
Schreib das mal für dich auf,
Und ich erzähle dir hier das Beispiel meiner Klientin Yvonne,
Die mir ausdrücklich erlaubt hat,
Das hier genauso wiederzugeben.
Meine Eltern haben oft gestritten.
Ich hatte Angst und habe mich versteckt.
Mein Vater war streng,
Und ich habe versucht,
Alles richtig zu machen.
Wir alle haben das getan,
Auch meine Mutter.
Wir haben immer versucht,
Ihn nicht zu verärgern,
Denn dann wurde es laut.
Meine Mutter war sehr oft traurig.
Sie hatte auch viel zu tun und wenig Zeit für uns Kinder.
Wir waren viel uns selbst überlassen.
Und mein Vater war auch selten da,
Aber das war auch gut so.
Ich war der Sonnenschein,
Der immer versucht hat,
Gute Stimmung zu machen.
Einfach damit es schöner war zu Hause.
Ich wollte,
Dass meine Mutter froh ist.
Beziehung ist ein ständiger Kampf,
Habe ich gelernt.
Man muss immer wachsam sein und schauen,
Woher der Wind weht.
Ich muss es richtig machen und darf meine Anspannung nicht zeigen,
Denn dann störe ich.
Das habe ich gelernt.
Und wenn ich das so sage,
Dann merke ich,
Das mache ich heute noch.
Das also das Beispiel von Yvonne.
Und wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast und du siehst,
Was du geschrieben hast,
Dann frag dich mal,
Welche dieser Annahmen,
Diese alten Sätze sind heute noch wahr?
Und welche darf ich loslassen?
Und wenn du möchtest,
Sprich mit deiner Partnerin,
Deinem Partner oder einem vertrauten Menschen über das,
Was du herausgefunden hast.
Bewusst werden ist der erste Schritt zur Veränderung.
Und vielleicht ist genau heute der Tag,
An dem du beginnst,
Dein Liebesdrehbuch neu zu schreiben,
Indem du Schritt für Schritt bewusst in deinen Erwachsenenbeziehungsmodus gehst und nicht mehr mit dem Kindheits-Ich agierst.
Wie Stefanie Stahl immer so schön sagt,
Ertappen und umschalten.
Wahrheit Nummer 3.
Beziehungen haben ein Ökosystem.
Balance ist darin essentiell.
Darüber habe ich schon ganz kurz am Anfang von Folge 2 gesprochen.
Aber weil es dazu noch so viele Nachfragen von euch gab,
Gehe ich hier nochmal mit einem extra Punkt darauf ein.
Eine Beziehung ist kein statisches Bauwerk,
Sondern ein lebendiges System.
Es atmet.
Es verändert sich.
Es reagiert auf das,
Was in ihm geschieht.
Und wie in jedem Ökosystem gibt es auch in Beziehungen ein empfindliches Gleichgewicht.
Zwischen Geben und Nehmen,
Zwischen Nähe und Distanz,
Zwischen Ich und Wir zum Beispiel.
Beziehung ist wie so eine Art Wippe.
Es braucht das Gleichgewicht,
Um zusammen in Bewegung zu kommen,
Sonst wird es starr und einseitig.
Vielleicht kennst du das Gefühl,
In deiner Beziehung mehr zu geben als zu nehmen.
Du kümmerst dich um die emotionalen Gespräche,
Du initiierst die Nähe,
Du organisierst das gemeinsame Leben,
Während dein Partner,
Deine Partnerin eher passiv erscheint.
Oder es ist umgekehrt,
Du fühlst dich bedrängt,
Überwacht,
Emotional überfordert,
Weil dein Gegenüber immer so viel erwartet und du dich immer weiter zurückziehst.
In beiden Fällen ist etwas gekippt.
Das Gleichgewicht hat sich verschoben,
Vielleicht langsam,
Unmerklich.
Und plötzlich merkst du,
Ich funktioniere nur noch,
Ich bin erschöpft,
Ich verliere mich oder ich will weg.
Als Marie und Moritz bei mir in der Beratung waren,
Hatte Marie immer das Gefühl,
Alles alleine tragen zu müssen.
Sie war emotional präsent,
Organisierte das Familienleben,
Versuchte immer wieder klärende Gespräche zu führen.
Moritz zog sich oft zurück,
Reagierte mit Schweigen,
Fühlte sich immer auch ein bisschen schuldig.
Als wir das gemeinsam angeschaut haben,
Wurde klar,
Beide litten in der Situation.
Er fühlte sich überfordert und irgendwie nicht richtig,
Sie fühlte sich allein und überlastet.
Das Gleichgewicht war gestört.
Nicht weil einer schuld war,
Sondern weil sich beide in eine ungesunde Dynamik verstrickt hatten.
Es gibt viele dieser Balancebenen in Beziehungen und wir bewegen uns auf ihnen,
Ob wir es merken oder nicht.
Macht und Ohnmacht,
Nähe und Distanz,
Geben und Nehmen,
Wie schon gesagt,
Anpassung,
Selbstbehauptung,
Bindung,
Autonomie.
Und alles hängt miteinander zusammen.
Die Symptome der Schieflage,
Die zeigen sich nicht immer auf dem Gebiet,
Auf dem sie entstanden sind.
Deshalb ist es manchmal gar nicht so leicht,
Die Schieflage zu erkennen.
Wenn es zum Beispiel in der Paarberatung um das Thema mangelnde Leidenschaft,
Fehlende Anziehungskraft,
Kaum oder wenig Sex geht,
Ein ziemlich häufiges Thema,
Dann stellt sich ziemlich oft heraus,
Dass dieser Verlust der körperlichen Nähe dieses Ich-Will-Dich ein Symptom ist und nicht der Grund für das Problem.
Deshalb hilft es in vielen Fällen auch nicht,
An Sextechniken rumzudoktern oder nach körperlichen Ursachen zu fanden,
Sondern es macht immer auch Sinn,
Nach den anderen Balancebenen zu schauen.
Das Beispiel von Markus und Sandra zeigt das ziemlich deutlich.
Sie waren wie verschmolzen.
Beste Freunde,
Immer füreinander da,
Jede Minute.
Sie stabilisierten sich gegenseitig.
Klingt schön,
Oder?
Genauer betrachtet waren sie aber symbiotisch verschmolzen.
Sie waren wie zwei Einbeinige,
Die sich umklammerten,
Damit sie zusammengehen können.
Das haben sie auch getan.
Sie brauchten sich.
Es passte kein Blatt zwischen sie.
Aber die Näheüberflutung,
Die durch die wechselseitige Bedürftigkeit entstanden ist,
War der Tod ihrer Anziehungskraft.
Was absolut gefehlt hat,
War der Raum zwischen ihnen,
Der Freiraum und auch der Raum für jeden Einzelnen.
Die Balance zwischen Nähe und Distanz war hier einseitig in Sachen Nähe verschoben.
Sie hockten viel zu nah beieinander,
Sodass sie gar nicht wippen konnten.
Sandra hatte das schon länger gemerkt,
Denn sie hat kaum noch Luft bekommen,
So hat sie gesagt,
Und sie war vom Markus' körperlichen Annäherung geflohen.
Das hatte zur Folge,
Dass er noch mehr klammerte.
Aber wo bitte sollte das Begehren herkommen,
Wenn sie immer wie ein einziger Mensch agierten?
Wenn sie keinen Platz zwischen sich lassen konnten?
Also war hier der Weg daran zu arbeiten.
In der systemischen Therapie spricht man von Zirkularität.
Alles,
Was in einem Beziehungssystem passiert,
Steht in Wechselwirkung.
Es gibt da kein einseitiges Problem,
Sondern eine Dynamik,
Die sich gegenseitig bedingt.
Deshalb verändert sich das Ganze auch,
Wenn sich ein Teil verändert,
Beziehungsweise hat es immer eine Wirkung.
Und das ist auch,
Was ich in der letzten Folge schon angesprochen habe.
Natürlich können wir niemanden verändern,
Aber das heißt nicht,
Dass wir keinen Einfluss nehmen können,
Nämlich über unsere eigene innere Haltung.
Und hier kommen die Impulse für deine Beziehung.
Stell dir doch mal diese Balancebenen vor.
Nähe und Distanz,
Geben und Nehmen,
Anpassung und Selbstbehauptung.
Wo liegt das Schwergewicht?
Auf wessen Seite?
Bei dir oder beim anderen?
Gibt es etwas,
Das da dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten ist?
Vielleicht hast du auch den Mut und die Lust,
Das in einem offenen Gespräch anzusprechen.
Natürlich nicht vorwurfsvoll,
Sondern neugierig erkundend.
Ich habe das Gefühl,
Dass wir beide in Schieflage geraten sind.
Ich würde gern.
.
.
Was denkst du darüber?
Ich fände es total schön,
Wenn wir darüber sprechen.
Es geht bei Balance nicht darum,
Dass immer alles genau 50-50 in der Mitte ist,
Sondern darum,
Dass in der Tendenz ein Ausgleich vorhanden ist,
Eine Bewegung.
Wahrheit Nummer 4.
Es gibt keine perfekte Beziehung,
Aber 70-80% reichen für eine gute Partnerschaft.
Das hier ist eine Ermutigung für alle,
Die das Gefühl haben,
Oh Gott,
Jetzt muss ich auch noch in meiner Beziehung performen,
Und die dazu neigen,
Alles richtig machen zu wollen.
Entspannt euch!
Perfektion ist eine Illusion,
Auch in Beziehung.
Und trotzdem jagen wir ihr hinterher,
Vor allem in der Liebe.
Vielleicht hier sogar noch mehr als überall sonst.
Jedenfalls kommt mir das manchmal so vor,
Wenn ich in Social Media schaue.
Wir wünschen uns das große Ding.
Riesenleidenschaft,
Das absolute Verständnis,
Immerfort tiefe Gespräche,
Gemeinsame Werte,
Dieselben Vorstellungen von Freizeit,
Nähe,
Zukunft.
Und das alles von einem Mensch.
Und ja,
Natürlich darf sowas alles sein,
Aber es wird nie alles gleichzeitig und dauerhaft perfekt sein.
Muss es nicht.
Die Vorstellung,
Dass da irgendwo da draußen ein Mensch existiert,
Der eine,
Der alles erfüllt,
Alle Wünsche,
Alle Bedürfnisse,
Alle Sehnsüchte,
Das ist romantisch.
Und kitschig ist es auch.
Und gleichzeitig sabotiert das unsere Fähigkeit,
Das Unvollkommene auch als was Schönes zu erkennen.
Und so,
Wo wir doch heute alles Wissen der Welt haben,
Sind wir schnell am Zweifeln.
An der Beziehung,
Am Partner,
An uns selbst.
Dabei ist die Liebe kein Gesamtkunstwerk,
Das ständig auf Hochglanz poliert werden muss.
Wenn man so will,
Ist sie eher wie ein handgemachter Teppich.
Ein bisschen unregelmäßig gewebt,
Vielleicht mit kleinen Fehlern,
Aber sehr individuell und voller Geschichten und Wärme.
Ich erzähl dir von Anna und Timo.
Anna war unzufrieden.
Nicht laut,
Nicht anklagend,
Aber so ein bisschen in sich gekehrt.
Immer mit diesem enttäuschten Gesichtsausdruck.
Timo hat das gespürt,
Wusste aber nicht,
Woran es lag.
Er ist verlässlich,
So loyal,
Sagte sie,
Aber irgendwas fehlt.
Als wir tiefer getaucht sind,
Kam heraus,
Anna hatte eine Idealvorstellung von Beziehungen im Kopf,
In der es keine Missverständnisse,
Keine Irritationen geben durfte und am besten ganz viel Übereinstimmung.
Anna musste zugeben,
Dass sie generell ein bisschen perfektionistisch ist.
Timo liebte sie auf seine Weise.
Still,
Praktisch,
Ohne viele Worte.
Doch Anna wartete immer auf einen emotionalen,
Leidenschaftlichen Ausdruck,
Der nie kam.
Unter anderem auch deshalb,
Weil sie das nie angesprochen hatte.
Und so dachte Timo,
Es sei alles in Ordnung,
Solange kein Streit da war.
Was Anna in unseren Gesprächen erkannte,
War so eine Art Wendepunkt.
Dass ihre Unzufriedenheit nicht von einem Mangel an Liebe kam,
Sondern von einer falschen und perfektionsgetriebenen Idee davon,
Wie die Liebe auszusehen hatte.
Als wir das untersucht haben,
Stellte sie fest,
Dass mehr als 80% ihrer Beziehungen für sie total okay waren,
Die meisten ihrer Bedürfnisse und Werte konnten gelebt werden.
Aber aus Angst vor den fehlenden 20% hat sie alles in Folge gestellt.
Und als sie begann,
Sich mit Timos und ihrer Sprache der Liebe vertraut zu machen,
Den kleinen Aufmerksamkeiten,
Seiner Art,
Sich zu kümmern,
Ohne viele Worte,
Da veränderte sich etwas.
Nicht sofort,
Aber spürbar.
Sie sah ihn nämlich plötzlich mit ganz anderen Augen.
Sie sah sein Engagement.
Und er fühlte sich zum ersten Mal nicht mehr wie der Versager,
Der emotional nicht genügt,
Sondern wie ein Mann,
Der auf seine Art liebt und der aber auch Annas Sprache lernen kann,
Um ihr entgegenzukommen.
Und ich bin immer wieder ganz berührt,
Wenn sowas möglich wird.
Das habe ich schon oft gesagt.
Ich weiß,
Aber es sind wirklich auch Sternenstunden.
Viele Themen in Beziehungen,
Die wir als Probleme wahrnehmen,
Sind in Wirklichkeit gar keine,
Sondern sie haben etwas mit unserer Unterschiedlichkeit in Persönlichkeit,
Lebensstil und Selbstausdruck zu tun.
Auch mit der Unterschiedlichkeit in Wahrnehmungen.
Und der Schlüssel ist eben nicht immer alles zu beseitigen oder irgendetwas zu erzwingen,
Zu fordern,
Zu kritisieren,
Sondern auch damit zu leben.
Das bedeutet Toleranz,
Humor,
Akzeptanz.
Und die Fähigkeit zu unterscheiden,
Was ist hier wirklich ein Problem und was ist einfach anders als bei mir.
Und Achtung,
Für alle die,
Die generell zu viel hinnehmen,
Das ist keine Aufforderung,
Irgendetwas zu ertragen,
Das gar nicht für einen passt.
Oder auszuhalten,
Dass man in einer Beziehung emotional verhungert.
Es ist wichtig,
Sich über die eigenen Werte und Bedürfnisse klar zu werden und zu schauen,
Wie viel davon kann in der Beziehung gelebt werden.
Was fehlt?
Aber auch da gibt es eine Balance.
Niemand wird uns all das geben,
Was wir brauchen,
Und das muss auch niemand.
Und es ist immer auch die Frage,
Möchte jemand seine Liebe zeigen und sich engagieren und kennt nur einfach den Weg zu dir nicht?
Oder interessiert das diesen Menschen gar nicht?
Eine gute Beziehung,
Sagt Esther Perel,
Besteht nicht darin,
Dass alles passt,
Sondern dass man sich auch dann liebt,
Wenn es nicht passt.
Perfekte Beziehungen existieren nicht.
Aber bewusste,
Lebendige,
Liebevolle Beziehungen,
Die gibt es schon.
Und sie entstehen genau dort,
Wo Menschen aufhören,
Sich permanent optimieren zu wollen und anfangen,
Sich zu entdecken,
Immer wieder neu,
Mit allen Facetten.
Und nein,
Man muss nicht alles mögen,
Nur weil man jemanden liebt.
Und weißt du,
Was oft geschieht,
Wenn wir aufhören,
Nach dem perfekten Menschen zu suchen?
Dann beginnen wir nämlich,
Den echten zu sehen.
Und in diesem Sehen wächst etwas,
Das kein Ideal je geben kann.
Verbundenheit mit Gefühl und Tiefe,
Echtes Miteinander.
Die ganze Packung annehmen zu lernen,
Wenn das meiste passt.
Eigentlich ist es doch auch das,
Was wir uns für uns selbst wünschen,
Oder?
Aber die Balance hier ist sehr individuell,
Deswegen würde ich immer empfehlen,
Sich das ganz genau anzuschauen,
Am besten gemeinsam.
Und hier kommen die Impulse für deine Beziehung.
Schreibt doch mal auf,
Was ihr aneinander schätzt.
Am besten mit Partner oder Partnerin zusammen,
Aber es geht natürlich auch alleine.
Was macht eure Beziehung einzigartig?
Und was habt ihr schon miteinander gemeistert,
Obwohl nicht alles ideal war?
Was das euch wichtig ist,
Welche Werte und Bedürfnisse teilt ihr und welche können gelebt werden?
Wie sieht das für dich aus?
Und wenn du erkennst,
Es ist nicht perfekt,
Erlaubt euch vielleicht auch,
Euch gegenseitig zu sagen,
Ich nehme dich auch mit deinen Ecken und Kanten und ich bin froh,
Dass du da bist,
Denn das meiste in unserer Beziehung stimmt.
Manchmal ist dieser Satz kraftvoller als tausend perfekte Pläne.
Und vergiss nicht,
Wenn du zu 70 bis 80 Prozent Ja sagen kannst,
Ist das eine sehr gute Beziehung.
Klar sind 100 Prozent schön,
Aber sie sind punktuell für besonders schöne Momente,
In denen einfach alles passt.
Ich habe dazu die Podcast-Folge Kannst du mein Monster halten?
Gemacht.
Da geht es um das Thema Ambiguitäts-Toleranz,
Also dieses Annehmen der ganzen Packung mit allem,
Was dazugehört.
Und auch das stecke ich dir in die Schaunotes.
Wahrheit Nummer 5.
Bedürftigkeit ist keine Liebe.
Nach Nähe sehen wir uns alle,
Klar.
Danach gesehen zu werden,
Gehalten,
Umarmt,
Wahrgenommen,
Angenommen.
Das ist zutiefst menschlich.
Und doch,
Wenn Nähe zur einzigen Quelle unseres Selbstwertes wird,
Wenn der andere die Lücke füllen soll,
Die wir in uns selbst spüren,
Dann verwechseln wir Liebe mit Bedürftigkeit.
Mit der Versorgung von Mama und Papa.
Und das fühlt sich für den anderen überhaupt nicht nach Liebe an,
Sondern nach Verpflichtung.
Denk an das Beispiel von Moritz und Marie mit der symbiotischen Verschmelzung.
Ich muss bei dieser Sache an Paul denken.
Paul ist charmant,
Sensibel,
Ein Mensch mit einem großen Herzen.
Aber seine Beziehungen zu Frauen scheiterten immer am selben Punkt.
Wenn seine Partnerin sich ihm nicht so zuwandte,
Wie er das erwartete und brauchte,
Wurde er sehr verzweifelt.
Ich brauche das einfach,
Sagte er.
Wenn sie sich zurückzieht,
Habe ich das Gefühl,
Ich verschwinde.
In unserer gemeinsamen Arbeit wurde deutlich,
Paul hatte in seiner Kindheit erfahren,
Dass seine Bedürfnisse sehr oft übergangen wurden.
Seine Mutter war überfordert,
Er hatte viele Geschwister und sie war emotional nicht verfügbar.
Und er lernte,
Nur wenn ich mich anpasse,
Bekomme ich Zuwendung.
Später suchte er diese Zuwendung bei seinen Partnerinnen und je weniger sie reagierten,
Weil sie das bedrängte,
Desto mehr klammerte er wie ein kleiner Junge.
Aber wir haben keinen Reparaturanspruch für unsere alten,
Wundenden Beziehungen.
Und Liebe ist kein Vertrag,
Der garantiert,
Dass wir nie wieder etwas vermissen.
Beziehung ist ein Raum,
In dem sich zwei Menschen begegnen,
In dem sie sich etwas schenken,
Wo jeder aber auch er selbst bleiben darf.
In der Bindungspsychologie wird zwischen sicherem,
Unsicher vermeidendem und ängstlich-ambivalentem Bindungsstil unterschieden.
Es gibt auch noch die desorganisierte Bindung,
Aber die brauchen wir für diese Erklärung nicht.
Menschen mit unsicher-ambivalenter Bindung haben oft das Gefühl,
Für Liebe kämpfen zu müssen.
Das macht sie besonders anfällig für emotionale Abhängigkeit,
Ein Zustand,
Der dann häufig mit Liebe verwechselt wird.
Aber Liebe fragt nicht,
Was bekomme ich,
Was kannst du für mich sein,
Sondern wer bin ich,
Wenn ich liebe?
Und ja,
Auch das ist wieder so eine Wahrheit,
Die ist schmerzhaft,
Wenn wir sie zulassen,
Dass niemand auf der Welt unsere innere Leere füllen kann oder muss.
Aber es ist auch befreiend,
Denn wenn wir aufhören zu erwarten,
Dass der andere uns ganz macht,
Fangen wir an,
Selbst ganz zu werden.
Ich habe Paul eine Weile begleitet und er hat gelernt,
Seine eigenen Bedürfnisse zu benennen,
Nicht als Forderung,
Sondern als Einladung.
Und er begann sich selbst mehr um sich zu kümmern,
Um seine kindlichen Bedürfnisse zu verstehen und sich selbst das zu geben,
Was er immer von den Partnerinnen vermisst hatte,
Wodurch er sie unbewusst zum Mamaersatz gemacht hatte und sich selbst klein und abhängig.
Und irgendwann kam er in eine neue Beziehung mit einer Frau,
Die ihn wirklich schätzte.
Und er blieb auf Augenhöhe und das erste Mal sagte er,
Ich bin bei mir und es fühlt sich an wie ein Ankommen.
Und hier sind die Impulse für deine Beziehung.
Beobachte dich mal liebevoll selbst.
In welchen Momenten erwartest du,
Dass dein Gegenüber deine innere Unruhe besänftigt?
Und ganz wichtig,
Es ist vollkommen okay,
Dass wir uns gegenseitig trösten,
In Beziehungen füreinander da sind,
Schwach sein dürfen und uns anlehnen können,
Aber eben nicht ausschließlich und nicht einseitig im Sinne einer Versorgung.
Und frag dich doch mal,
Das was ich immer so sehr brauche,
Kann ich mir das ein bisschen mehr selbst geben?
Vielleicht indem du gut für dich sorgst,
Gut mit dir umgehst,
Liebevoll zu dir sprichst oder kleine Rituale machst?
Und wenn du dich traust,
Sprich es mal aus.
Ich merke,
Dass ich gerade sehr viel von dir brauche.
Es ist schön,
Wenn du für mich da bist,
Aber ich möchte dich nicht vereinnahmen und verpflichten.
Dieser Satz kann der Anfang einer neuen Qualität von Verbindung sein,
Auch mit dir selbst und mit dem Menschen an deiner Seite,
Dem du dann seinen Raum und seine Freiwilligkeit lässt,
Für dich da sein zu wollen,
Wenn es ihm gerade möglich ist.
Und das ist eine wunderschöne Erfahrung,
Bei der du anfängst,
Dich wirklich sicher zu fühlen.
Und das wünsche ich dir von ganzem Herzen.
Alles Liebe,
Deine Claudia.
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