27:20

Die drei Grundfragen unseres Lebens

by Claudia Bechert-Möckel

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Was wäre, wenn das, was Du für Deine Wahrheit hältst, in Wirklichkeit eine Fehlannahme, oder eine verzerrte Wahrheit ist? Eine gut getarnte, früh erlernte innere Überlebensstrategie, die Du nie hinterfragt hast, weil Du sie gar nicht kennst? Was wäre, wenn genau diese falsche Wahrheit Dein Leben lenkt – Deine Entscheidungen, Deine Beziehungen, Deine Sehnsüchte und Ängste –ohne dass Du es merkst? Wenn Du Dich manchmal fragst, warum Du Dich so fühlst wie Du Dich fühlst, warum Du bestimmte Menschen anziehst, immer wieder in ähnliche Situationen gerätst, warum es so schwer ist, einfach Du selbst zu sein – dann könnte es sein, dass Du nicht an der Oberfläche suchen musst. Sondern ganz unten. An der Wurzel. Dort, wo Deine tiefsten Überzeugungen über Dich selbst, das Leben und die anderen entstanden sind. Noch bevor Du überhaupt wusstest, dass es Überzeugungen sind.

Transkription

Was wäre,

Wenn das,

Was du für deine Wahrheit hältst,

In Wirklichkeit so eine Art Fehlannahme oder eine verzerrte Wahrheit ist?

Eine gut getarnte,

Früh erlernte innere Überlebensstrategie,

Die du vielleicht nie hinterfragt hast,

Weil du sie gar nicht kennst?

Weil du gar nicht wusstest,

Dass du sie hast?

Was wäre,

Wenn genau diese falsche Wahrheit dein Leben lenkt?

Deine Entscheidungen,

Deine Beziehungen,

Deine Sehnsüchte und Ängste,

Ohne dass du es merkst?

Wenn du dich manchmal fragst,

Warum du dich so fühlst,

Wie du dich fühlst,

Warum du bestimmte Menschen immer wieder anziehst,

Immer wieder in ähnliche Situationen gerätst,

Warum es so schwer ist,

Einfach du selbst zu sein,

Dann könnte es sein,

Dass du nicht an der Oberfläche schauen musst,

Sondern ganz,

Ganz tief an der Wurzel,

Dort,

Wo deine tiefsten Überzeugungen über dich selbst,

Das Leben und die anderen entstanden sind,

Noch bevor du überhaupt wusstest,

Dass es Überzeugungen sind,

Oder dass du überhaupt eine Wahl hattest.

Diese Folge hier ist sehr persönlich,

Sie erzählt nicht nur von Erkenntnissen,

Sondern auch von meinem eigenen Weg.

Und sie führt dich zu drei einfachen,

Aber fundamentalen Fragen,

Die,

Ob du willst oder nicht,

Dein ganzes Leben beeinflussen.

Fragen,

Deren Antworten in dir leben,

Die du hinterfragen darfst und die vielleicht zum ersten Mal gesehen werden wollen.

Leben,

Lieben,

Lassen – der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Hallo und herzlich willkommen bei Leben,

Leben,

Lassen,

Deinem Podcast für emotionales Wachstum und innere Klarheit.

Ich bin Claudia Bechert-Möckel,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach.

Jede Woche gibt es hier Impulse für dich,

Dein Leben und deine Beziehungen.

Und diesmal sind wir unseren tiefsten inneren Wahrheiten und auch unseren Fehlannahmen auf der Spur.

Wir tauchen tief,

Es wird sehr spannend.

Gleich.

Diese Folge geht mir wirklich sehr nahe,

Und sie ist persönlich,

Sie beinhaltet mein tiefes Erfahrungswissen.

Und sie braucht ein bisschen eine längere Vorgeschichte.

Und damit starten wir.

Mein ganzes Leben schon,

Seit ich denken konnte,

So als Kind,

Habe ich darüber nachgedacht,

Warum ich so bin,

Wie ich bin,

Mich so fühle,

Wie ich mich fühle und ja,

Auch wenn es etwas komisch klingt,

Was mit mir nicht stimmt.

Denn genau das war mein Eindruck,

Meine Erfahrung.

Irgendwas musste bei mir anders sein als bei anderen.

Etwas war vielleicht nicht richtig.

Ich wusste aber nicht,

Was es war.

Also habe ich angenommen,

Ich wäre nicht richtig.

Und leider war das ungefähr auch das,

Was mir immer wieder gespiegelt wurde.

Also versuchte ich zwei Dinge,

Um diesem inneren Lostsein-Gefühl und einer mich ständig begleitenden Grundangst zu entkommen.

Das eine war,

Ich passte mich an,

Versuchte so zu sein,

Wie ich richtiger war.

Leistung war in meinem Umfeld sehr angesehen,

Also hing mein Wert an der Leistung.

Ich gab alles,

Um die Beste zu sein.

Das schaffte ich meistens auch und bekam Lob dafür.

Was niemand sah,

Ich konnte nicht weniger sein als die Beste,

Denn sonst war ich gefühlt gar nichts.

Aber das wusste ich damals nicht.

Anpassung war also mein Weg bis hin zur Selbstverbiegung.

Aber darum soll es heute nicht gehen.

Ich entdeckte nämlich noch einen anderen Weg für mich.

Verstehen,

Wissen und Erkenntnis.

Wenn ich das ganze Ding mit dem Leben besser verstehen würde,

Wie es funktioniert,

Wie ich funktioniere,

Was in anderen vorgeht,

Dann könnte ich vielleicht den Fehler finden,

Den Grund,

Warum ich mich einsam und komisch fühlte.

Und das,

Obwohl ich eine perfekte,

Glänzende Fassade hatte,

Die mir jeder abkaufte.

Und dann könnte ich es vielleicht anders machen,

Wenn ich das alles besser verstehe,

Das Leben und die Menschen und mich.

Also habe ich schon in sehr jungen Jahren alles in mich eingesogen,

Was mit Menschen,

Psychologie,

Beziehung und Charakter zu tun hatte und was ich irgendwie greifen konnte.

Ich sammelte Teile und Infos und Details aus Büchern und aus Beobachtungen.

Und ich setzte das so für mich in meiner kindlichen Welt zusammen.

Ich zog meine Schlüssel daraus und eigentlich habe ich damit bis heute überhaupt nicht aufgehört.

Daraus ist so eine Art Puzzle entstanden und am Anfang ergab das irgendwann schemenhaft ein Bild.

Später wurde dieses Bild immer deutlicher und immer detaillierter.

Verstehen half mir und ich denke,

Es ist auch schon in mir angelegt,

So extrem neugierig zu sein.

Ich habe also da auch ein grundsätzliches Interesse aus mir heraus und ich habe eine Neigung,

Etwas zu versuchen,

Also Versuch und Irrtum zu machen.

Dazu kommt noch,

Dass ich schon in meiner Kindheit ein feines Radar für Stimmungen und Emotionen anderer Menschen entwickelt habe.

Auch das,

Glaube ich,

Ist zum Teil angelegt,

Aber ich habe es noch extrem ausgebildet,

Um sehr schnell reagieren zu können.

Das habe ich wirklich perfektioniert,

Es war so eine Art Schutzmechanismus und so wurde ich schon in sehr jungen Jahren zu einer Art intuitiver Menschenversteherin.

Ja,

Und bis heute bin ich so eine Sucherin,

Ich interessiere mich immer noch für die gleichen Themen,

Irgendwas mit Menschen,

Heute nur erweitert,

Tiefer,

Mit viel mehr Reife,

Mit Lebenserfahrung,

Mit super viel erlerntem Wissen und Kompetenzen aus Studien und Ausbildungen.

Erfahrungen aus der Arbeit mit hunderten und hunderten Klienten.

Und ich liebe es auch,

Tief einzutauchen in alles,

Was mit unserem Menschsein zu tun hat,

Wie wir sind und warum,

Was das bedeutet und wie wir unser Leben und unsere Beziehungen gestalten können,

Stimmiger leben können,

Uns entsprechen.

Entwicklung und Selbstwirksamkeit,

Das ist mein Lebensthema,

Definitiv,

Meine Berufung und meine ganze Leidenschaft.

Niemals werde ich aufhören,

Das zu tun und es hat ja auch komplett mein Leben verändert.

Es hat mich zu einem geführt,

Von dem ich früher nie zu träumen gewagt hätte.

Es ist nicht perfekt,

Aber es ist wirklich meins und es ist so,

Wie ich es haben will.

Und es hat auch dazu geführt,

Dass das,

Was ich mir da alles so erschaffen und erarbeitet habe,

Weitergeben kann,

Um für andere begleitend das zu sein,

Was ich früher eigentlich gebraucht hätte.

Das macht mich nicht nur glücklich,

Etwas geben zu können,

Etwas beizutragen,

Einen Impuls zu setzen,

Der sich weiterträgt ins große Ganze hinein.

Es macht für mich auch Sinn.

Und es kommt dadurch so viel zu mir zurück,

Dass es mich trägt und mich immer und immer weitermachen lässt.

Es ist also so wie ein Kreislauf des Gelingens.

Und deshalb möchte ich mit Dir und allen,

Denen das auch was bedeutet,

Ein paar wichtige Prinzipien oder sagen wir mal grundlegende Wahrheiten über uns selbst,

Unseren inneren Weg,

Unsere Entwicklung,

Unsere Beziehungen in unregelmäßigen Abständen in diesem Podcast teilen.

Ich habe diese existenziellen Wahrheiten nicht erfunden,

Sie gehören mir nicht.

Sie existieren einfach,

Ob wir das wollen oder nicht.

Manche habe ich erforscht,

Andere zusammengesetzt und übernommen aus Fachliteratur,

Aus alten Weisheitslehren,

Aus spiritueller Praxis,

Aus der Entwicklungspsychologie und vielem anderen,

Was ich in mich aufgenommen habe und aus der Synergie,

Die das alles für mich ergibt.

Meine Wahrheiten und Erfahrungen sollen eher wie eine Einladung für Dich sein.

Und sie erheben überhaupt keinen Anspruch darauf,

Dass Du irgendwas glauben sollst oder musst.

Im Gegenteil.

Nimm bitte nur das für Dich mit,

Was in Resonanz mit Dir geht und den Rest lässt Du einfach hier.

Okay?

Die meisten Menschen,

Die ich in Beratung und Coaching begleite,

Wissen oder sie haben schon mal davon gehört,

Dass es ein Gerüst aus Glaubenssätzen,

Inneren Haltungen und Erwartungen und inneren Identitäten ist,

Auf dem unsere Weltsicht beruht.

Wir erleben die Welt nicht wie sie ist,

Wir erleben sie durch die Brille unserer inneren Annahmen darüber.

Und alles,

Was nicht zu unseren Annahmen passt,

Blenden wir aus,

Ohne willentliche Absicht.

Man könnte sagen,

Was in unserem Sichtbereich ist,

Das nehmen wir besonders deutlich wahr,

Den Rest blenden wir aus.

Ich weiß,

Das hast Du schon hundertmal gehört,

Es ist klar.

So ist es,

Aber uns ist selten klar,

Wie weitreichend diese Wahrheit ist,

Wie fundamental.

Unser ganzes Leben baut darauf auf,

Was wir wahrnehmen,

Wie wir uns verhalten,

Was wir glauben,

Was möglich ist und was nicht.

Das Problem dabei ist,

Dass wir unsere Perspektive für eine allgemeingültige Wahrheit halten.

Und denken,

So ist es in der Welt und so ist es mit anderen.

Dabei ist das,

Was wir wahrnehmen,

Unsere Privatwirklichkeit.

Sie kann verzerrt sein,

Sie kann auf Fehlannahmen basieren,

Was wir nicht mal merken.

Denn das ist doch unser Normal.

Solange wir uns darüber nicht bewusst sind,

Wissen wir nicht,

Dass wir in unserem eigenen inneren Film sind und nicht in der Realität.

Das ist es ja übrigens auch,

Was die Traumatherapeutin Maria Sanchez vor kurzem hier im Podcastinterview meinte,

Als sie sagte,

Dass wir auf dem Weg zu uns selbst und der inneren Arbeit so einen blinden Fleck haben,

Nämlich dass das Ich,

Das wir so gerne ändern würden,

Schon ein verletztes Ich ist und daher eine verletzte Weltsicht hat.

Das heißt,

Der Bezugsrahmen,

In dem wir denken,

Auf dem Weg einer gedachten Entwicklung ist sozusagen möglicherweise schon eine Fehlannahme oder ist gar falsch.

Wenn Du die Folgen mit Maria Sanchez noch nicht gehört hast und da gerne reinhören möchtest,

Ich verlinke Dir die beiden Folgen in der Podcastbeschreibung unter dieser Episode hier.

Gut,

Wir gehen aber davon aus,

Dass alle die Welt so erleben wie wir selbst und wir beurteilen auch das Verhalten anderer genau danach.

Deshalb kämpfen wir so viel mit anderen und wollen sie von unserem Richtigen richtig überzeugen.

Und wir fühlen uns verletzt,

Wenn jemand etwas anderes sieht und wahrnimmt und sehen das gerne auch als einen Angriff gegen uns selbst.

Wir schauen also von innen aus uns selbst heraus in die Welt hinein,

Wie durch ein Fenster.

Und die Form des Ausschnittes,

Den wir sehen und die Filter,

Die unser Glas hat,

Das wird zur Basis von allem,

Was wir tun,

Was wir uns zutrauen und wie wir mit anderen interagieren.

Das ist auch wissenschaftlich sehr gut erforscht.

Und wenn ich mit Paaren arbeite,

Dann mache ich manchmal so ein einfaches Wahrnehmungsexperiment,

Bei dem dieser erstaunliche Unterschied der zwei verschiedenen Wahrnehmungswelten deutlich wird.

Und immer wieder gibt es dabei so ein großes Ah und Oh.

Und ich glaube,

Ich habe auch hier schon mal von diesem Experiment gesprochen.

Okay,

Aber das alles war jetzt nur das Vorgeplänkel.

Ich will noch tiefer mit Dir tauchen.

Unsere Wahrnehmung der Welt,

Unseres Selbst und der anderen beruht also im Großen und Ganzen auf persönlichen Grundannahmen,

Die wir als Folge von Rückschlüssen unserer eigenen Erfahrungen gemacht haben.

Und die wir für die einzige mögliche Realität halten,

Jedenfalls solange,

Solange wir das nicht hinterfragen.

Und wie gesagt,

Unser ganzes Leben,

Alles was wir tun oder nicht tun,

Beruht darauf.

Es gibt ein ganzes Netzwerk,

Könnte man sagen,

Von solchen Grundannahmen,

Überzeugungen,

Auch Glaubenssätze genannt.

Und es kann super hilfreich sein,

Sie herauszuschälen,

Mit ihnen zu arbeiten,

Besonders dann,

Wenn sie uns einengen.

Aber ich habe festgestellt,

Dass das oft nicht wirklich dauerhaft etwas verändert,

Auch wenn so viel darüber gesprochen wird,

Über diese Glaubenssatzarbeit.

Denn unter diesem Netz an inneren Überzeugungen,

Hilfreichen Erlaubenden und Selbstverbietenden,

Da liegt noch etwas Fundamentaleres,

Das für mich die Wurzel unseres Glaubenssatzsystems bildet und ich denke,

Wenn wir dort nicht hinschauen,

Können wir auch nicht dauerhaft etwas verändern.

Weil das System unserer Glaubenssätze von dort her seine Nahrung bekommt.

Diese Wurzel unserer inneren Überzeugungen nenne ich die drei Grundfragen des Lebens.

Und ich glaube,

Dass wir sie uns schon sehr früh im Leben beantworten,

Zum Teil sogar schon bevor wir sprechen können.

Diese Antworten auf diese drei Fragen bilden nach meiner Meinung das tiefste Fundament für unsere ganze weitere Lebenserfahrung,

Für unser inneres Glaubens- und Denksystem,

Das wir dann entwickeln und ausbauen,

Wenn wir größer und älter werden,

Wenn wir aufwachsen.

Unsere Art,

Etwas zu erwarten oder nicht,

Wie wir ins Leben gehen,

Wie wir Beziehungen führen.

Diese drei Grundfragen sind so fundamental wie einfach.

Sehr einfach sogar.

Stell dir mal vor,

Du wirst geboren.

Du weißt nichts über den Ort,

An den du kommst.

Sie ist dir fremd,

Diese Welt und neu.

Du weißt nicht,

Wer du bist,

Warum du hier bist,

Was auf dich zukommen wird in dieser Welt.

Dein Nervensystem ist noch nicht fertig.

Es ist wie frisch gefallener Schnee.

Das stimmt zwar nicht ganz,

Denn du bringst auch schon etwas mit,

Auch aus dem familiären Feld und der Genetik,

Aber für unser inneres Bild lassen wir das mal kurz außen vor.

Du kommst also ganz frisch hierher.

Die Aufgabe,

Die das Leben dir stellt,

Ist,

Sich zu orientieren,

Um zu überleben.

Das ist ein biologisches Programm.

Und da du ein Bindungswesen wirst,

Beinhaltet es auch die Verbindung mit den anderen,

Deren Zuwendung du überlebensnotwendig brauchst.

Es geht also darum,

Dass du dir im Laufe deiner frühen Lebensjahre so gut es geht ein Bild davon machst,

Dich orientierst und Antworten findest auf drei grundlegende Fragen,

Die dir niemand stellt,

Die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig bedingen.

Hier sind sie.

Wie ist diese Welt,

In die du hineingeboren wurdest?

Wer bist du in dieser Welt und wer sind die anderen?

Was musst du tun,

Um in Verbindung zu kommen,

Dazu zu gehören und ein Teil von etwas zu sein?

Natürlich denkst du dir diese Fragen nicht als kleines Kind in deinem Kopf oder Verstand und auch die Antworten überlegst du dir nicht,

Die du findest.

Es ist eine Notwendigkeit,

Dass du darauf eine Antwort findest und es sind eher gefühlte Wahrheiten,

Die auf ganz frühen Erfahrungen beruhen.

Schauen wir sie uns im Einzelnen mal an.

Wie ist die Welt und damit das Leben,

In das wir hineingeboren werden?

Bedeutet so viel wie,

Ist diese Welt ein sicherer Ort,

Mit Schutz,

Geborgenheit und Wärme für das kleine Wesen,

Das du bist?

Konnte ich hier sicher landen in meinem Umfeld,

Gewollt,

Aufgefangen in meiner Hilflosigkeit mit der ich ja alleine noch nicht leben kann?

Ist da eine Freude über mein Hiersein?

Unsere Welt ist die Beziehung zu unseren Elternfiguren,

Also den Bezugspersonen unserer frühen Kindheit.

Wenn unser Nervensystem durch ihre liebevolle Präsenz ko-reguliert wird,

Also in die Ruhe und Entspannung finden kann,

Sich sicher fühlt,

Verbindet sich das mit dem Urgefühl von Sicherheit.

Haben wir Eltern,

Die sehr belastet sind oder durch ihre eigenen unverarbeiteten Belastungserfahrungen in ihrer Kindheit,

Die sie vielleicht an uns unbewusst weitergeben,

Sodass sie sich vielleicht gar nicht auf uns einschwingen können emotional,

Dann kann es sein,

Dass wir uns nicht wirklich sicher fühlen,

Schon sehr früh einen inneren Stress haben und niemand uns dann hilft,

Unsere Emotionen zu regulieren und so weiter.

Denn das können wir noch nicht allein.

Wir brauchen Menschen,

Die uns helfen,

Unser Nervensystem aus den verschiedensten Erregungszuständen wieder in eine Art,

Sagen wir mal,

Wohlfühlzone von Entspannung zu bringen,

Dass wir uns wieder sicher fühlen.

Geerdet.

Wir haben über diese vielen Formen der Belastungserfahrungen,

Überbindungs- und Entwicklungstraumata schon oft gesprochen in diesem Podcast,

Unter anderem auch mit der Traumatherapeutin Dami Scharf.

Die Folgen,

Wenn du sie nachhören magst,

Verlinke ich dir natürlich als Ressourcen zum Nachhören in den Shownotes.

Okay,

Schauen wir auf Frage 2 und die hängt sehr,

Sehr eng mit Frage 1 zusammen.

Wer bin ich und wer sind die anderen in dieser Welt?

Bin ich okay,

Ist also wirklich eine grundsätzliche Frage,

Schon als kleines Kind.

Kannst du spüren,

Wie dieses Okay-Gefühl mit der Sicherheit,

Dem Gesehen und dem Geliebtwerden-Gefühl zusammenhängt?

Wenn die Menschen um mich herum,

In deren Umfeld ich hineingeboren werde,

Mich anlachen,

Ich Aufmerksamkeit,

Schutz,

Geborgenheit,

Hilfe und Unterstützung bekomme,

Dann muss ich wohl in Ordnung sein,

Oder?

Wenn ich als Kleinkind anfange,

Den ersten eigenen Willen in die Welt zu bringen,

Wie reagieren denn die Elternfiguren darauf?

Werden sie mich bestrafen,

Nicht mehr mit mir reden oder werden sie mich liebevoll begleiten und mir vielleicht auch da meine Grenzen zeigen?

Und da auch Babys schon eigene Wesen sind mit einem bestimmten einzigartigen So-Sein,

Das sich nach ausprägen möchte,

Merken auch schon Babys,

Was erwünscht ist an Verhalten und was nicht,

Wenn sie mit den Menschen in ihrem Umfeld anfangen zu interagieren.

Und sie sind abhängig der Natur nach.

Also ist ja der zweite Teil der Frage,

Wie sind die anderen auch enorm wichtig.

Weil ich bin in Beziehung zu diesen Menschen,

Die mich umgeben.

Ich kann mich nicht ohne sie denken als kleines Kind.

Was kann man also erwarten?

Was darf man erwarten von Menschen,

Von einem Gegenüber,

Von einem Du,

Von meinen Bezugspersonen,

Die ja wie Stellvertreter der Welt für mich sind?

Gehen die Menschen mit mir in Resonanz?

Reagieren sie auf meine Signale?

Schwingen sie sich auf mich ein?

Sind sie in ihren Erfahrungen,

Die ich mit ihnen mache,

Zuverlässig,

Also verlässlich?

Wiederholen sich sichere Erfahrungen mit diesen für mich so wichtigen Menschen?

Wir sprechen hier nicht von einzelnen Erfahrungen,

Die mal schwierig sind.

Wir sprechen von einem Beziehungsklima,

In dem diese Grundstimmung über Menschen und Beziehungen sich in uns verdichtet.

Und diese Beziehungsebene der Verbindung zu anderen hat ja drei Perspektiven.

Wer bin ich?

Wer bist du?

Und wie stehen wir zueinander?

Ja,

Und daraus resultiert schlussendlich die Antwort auf die dritte Frage,

Was muss ich tun,

Dass du mich magst,

Dass ich dazugehöre und dass ich ein Teil von etwas sein darf,

Zum Beispiel von einer Familie,

Einem Tribe.

Wir hängen von dieser Beziehung zu unseren Bezugspersonen ab.

Ich sage es nochmal,

Überleben ist notwendig,

Besonders wenn wir klein sind als Kind.

Wenn die Beziehung zu diesen anderen wichtigen Menschen in der Welt nicht so einfach ist,

Wenn sie sich vielleicht nicht so gut auf mich einschwingen können,

Dass ich mich nicht sicher genug fühle,

Emotional und körperlich sicher und geborgen und okay,

So wie ich bin,

Wie kann ich dann diese Beziehung herstellen,

Das Band der Beziehung festigen,

Das ich so dringend brauche?

Und wenn das bedeutet,

Wir müssen uns dafür verbiegen,

Anders sein,

Als wir uns fühlen,

Etwas tun,

Was wir nicht wollen,

Dann werden wir das definitiv hervorbringen,

Wir werden uns immer anpassen.

Wir werden uns verbiegen wie eine Pflanze nach dem Licht,

Wenn es notwendig sein sollte,

Weil das Festhalten an der Bindung für uns wichtiger ist als unser kleines Selbst.

Dieses,

Was muss ich tun,

Um ein Teil von etwas zu sein,

Um gesehen und geliebt zu sein,

Wechselwirkt mit den anderen Grundwahrheiten und ihren Antworten.

Ist die Welt ein sicherer Ort?

Wer bin ich und wer sind die anderen?

Das heißt,

Alle drei Antworten auf diese drei Grundwahrheiten verstärken sich auch noch wechselseitig,

Sie bedingen sich.

Und auf diesem Fundament richten wir uns ein,

Das wird die Ausgangsbasis für alles weitere,

Diese instinktive Grunderfahrung.

Und in diesem Rahmen oder auch Fenster,

Könnte man sagen,

Passiert später alles,

Was wir noch dazu entwickeln,

An Glaubenssätzen,

Grundannahmen und so weiter und so fort.

Von dieser Basis aus starten wir ins Leben.

Deshalb kann es sein,

Dass jemand,

Z.

B.

Als erwachsener Mensch,

In einer tiefemotionalen Abhängigkeit steckt und eine Beziehung bis zur Selbstaufopferung führt,

Obwohl er doch ganz genau weiß,

Rational,

Das hier wird in einer Katastrophe enden.

Oder kann dieser Mensch auch an seinen Glaubenssätzen arbeiten wie,

Ich bin nicht gut genug oder ich darf keine Grenzen setzen und das ist auch richtig.

Aber wenn das Fundament dieser wichtigen drei Grundfragen dabei unberührt bleibt und ungesehen,

Wird die Arbeit an den Glaubenssätzen wahrscheinlich nicht ausreichen,

Um das Abhängigkeitsthema zu lösen.

Denn unter,

Ich bin nicht gut genug und darf keine Grenzen setzen,

Liegt vielleicht als Wurzel,

Die Welt ist kein sicherer Ort,

Das Leben ist schwierig,

Menschen sind unberechenbar und ich bin hilflos und muss mich anstrengen,

Damit sie mich mögen,

Damit ich dazugehören darf.

Und diese wirklich falschen,

Aber biografisch erfahrenen Wahrheiten können ja erst hinterfragt werden,

Wenn wir sie betrachten können,

Als etwas,

Das uns steuert und navigiert durch unser gesamtes Leben.

Die meisten unserer Probleme haben in der Wurzel genau damit zu tun.

Aber solange wir das nicht merken,

Dass sie uns lenken,

Unser Leben begrenzen,

Vielleicht sogar einengen,

Uns hindern,

Wir selbst zu sein und uns zu entfalten und so zu verhalten,

Wie es uns entspricht,

Richten wir uns vollautomatisch danach aus.

Und es kann deshalb nicht sofort darum gehen,

Sich zu fragen,

Okay und was muss ich jetzt machen?

Sondern es geht,

Wie so oft,

Zuerst einmal ums Wahrnehmen,

Beobachten und Erforschen.

Ach so ist das in mir,

Das denkt es tief in mir drin,

Krass,

So richte ich mich danach aus.

Und dahin führt es immer und immer wieder an meinem Leben und in meinen Beziehungen.

Und es kann wirklich beunruhigend sein,

Das ein bisschen tiefer zu erforschen und dabei seine ganz persönlichen Entdeckungen zu machen.

Deshalb ist es hilfreich,

Sich Raum zu geben für die eigenen Entdeckungen und sich bei Bedarf auch wirklich professionelle Begleitung zu suchen,

Zum Beispiel in Form einer Therapie.

Es gibt,

Und das möchte ich noch einmal betonen,

Keine drei Schritte zum schnellen Ziel.

Und dabei besteht immer auch die Gefahr,

Wenn man da zu fix ist,

Dass man sich selbst überholt.

Und das hilft ja am Ende ganz bestimmt nicht weiter.

Ich finde daher auch,

Es braucht für so einen Prozess eine schöne Portion Selbstmitgefühl.

Und dennoch,

Nicht als Anleitung,

Aber als eine Idee,

Gibt es so eine Art Fragengeländer,

Wie man den Weg zu diesen drei Grundwahrheiten in sich selbst ungefähr verorten kann,

Auch wenn ich hier im Podcast nicht allzu tief darauf eingehen kann.

Und dabei muss man zum Glück nicht jeden Stein in seiner Vergangenheit um und umdrehen.

Denn dieses Grundgefühl steckt überall in Dir drin,

Auch in Deinem Körper,

In Deinem Unterbewusstsein.

Denn Du warst immer dabei,

In jeder Sekunde in Deinem Leben,

Auch da,

Wo Du Dich bewusst gar nicht mehr erinnerst.

Also,

Stell Dir mal eine Situation aus Deinem Erwachsenenleben vor,

In der Du ein Problem hattest,

Überfordert warst,

Irgendetwas,

Das Dich sehr belastet hat,

Vielleicht ist es ja auch gerade jetzt im Moment so.

Und stell Dir dann mal vor,

Ich würde Dich in diesem Moment bitten,

Ganz spontan,

Ohne nachzudenken,

Die folgenden Fragen assoziativ zu ergänzen.

Mach es bitte nicht mit dem Verstand,

Hau es einfach raus,

Das,

Was in Dir auftaucht.

Das Leben ist… Führ mal diesen Satz fort,

Wenn es Dir schlecht geht,

Was denkt es da in Dir wirklich?

Ich habe diese Idee von der großartigen Vera Birkenbehl und sie hat diese Frage tausenden Menschen gestellt.

Was der überwiegende Teil der Menschen darauf antwortet,

Mehr als 70% waren das,

Glaube ich,

Ist wirklich alles andere als erfreulich.

Aber Du kannst Dich auch einfach fragen,

Ist die Welt ein sicherer Ort,

So grundsätzlich?

Mach es nicht mit dem Verstand.

Ich weiß auch,

Dass sie das nicht ist,

Wenn man bedenkt,

Was da draußen alles los ist.

Es geht hier aber um Dein Grundgefühl,

Das in Dir verankert ist,

Diese innere Grundgestimmtheit zu dieser Frage.

Nächste Frage,

Wenn es Dir nicht gut geht,

Wie würdest Du den folgenden Satz ergänzen?

Ich bin… Oder auch… Ich bin nicht… Was taucht in Dir auf?

Sagt es da in Dir,

Ich bin okay,

So wie ich bin?

Oder sagt es da in Dir,

Ich bin klein und hilflos?

Es kann auch sinnvoll sein,

Diese Fragen mal aufzuschreiben.

Nächste Frage,

Menschen sind… Was taucht da in Dir auf,

Wenn es Dir nicht besonders gut geht?

Beziehungen sind… Was muss ich tun,

Um geliebt zu sein und dazu zu gehören?

Es ist wirklich wichtig,

Nicht zu viel zu denken bei diesen Fragen,

Sondern zu spüren,

In Dich hinein.

Nicht ganz so einfach,

Ich weiß.

Aber vielleicht bekommst Du so ein Gefühl für Deine Grundwahrheiten.

Übrigens,

Du musst deswegen nicht erschrecken.

Erstens sind sie schon die ganze Zeit in Dir drin und zweitens,

Und das wird oft vernachlässigt,

Es gibt auch andere Facetten und Anteile in Dir,

Die im Laufe des Lebens positive,

Selbsterlaubende Annahmen gespeichert haben,

Die Dich dann auch in so einer Art innerem Gleichgewicht halten.

In der inneren Kinderarbeit nach Stephanie Stahl ist das das Sonnenkind und es wird häufig vergessen.

Aber ich finde es ganz,

Ganz wichtig,

Denn wir haben im Laufe unserer Entwicklung auch viele positive Erfahrungen gemacht,

Die uns prägen,

Ebenfalls,

Und die ein Gegengewicht bilden können.

Das ist der Treibstoff für unsere persönliche Entwicklung,

Dass es doch geht,

Wird doch etwas verändern können,

Doch liebenswert sind und es Hoffnung für uns gibt.

Frag Dich mal,

Wenn es Dir richtig gut geht,

Du eine Erfahrung machst,

Die Dich glücklich macht,

Wo Du das Gefühl hast,

Alles passt jetzt gerade in diesem Moment,

Alles ist am richtigen Fleck.

Kannst Du Dich erinnern an so eine Situation?

Okay,

Stell Dir mal vor,

Ich hätte Dich in diesem Moment gefragt,

Das Leben ist,

Was Beziehungen sind?

Was muss ich tun,

Um geliebt zu sein und dazu zu gehören?

Na,

Was taucht auf?

Ich erinnere mich,

Während ich es sage,

An eine Situation,

Die ich erst gestern erlebt habe und erzähle sie Dir definitiv in der Minia-Mittwochfolge.

In einer für mich beängstigenden Erfahrung passierte plötzlich so ein kleines,

Von Menschen gemachtes Wunder.

Und wenn mich jemand gefragt hätte in diesem Moment,

Claudia,

Das Leben ist,

Hätte ich gesagt,

Volle Überraschungen und Wunder.

Ich bin okay,

So wie ich bin,

Ich darf anderen vertrauen,

Beziehungen tragen mich und dafür muss ich gar nichts tun,

Einfach nur sein,

Wie ich bin.

Und ich wünsche Dir von ganzem,

Ganzem Herzen,

Dass es auch in Deinem Leben solche Erfahrungen gibt,

Immer,

Immer wieder,

Dass Du Dich an welche erinnern kannst,

Dass Du offen bist für solche,

Die Dich das immer wieder spüren lassen,

Trotz allem,

Was sonst so passiert ist.

Dass Du merkst,

Du bist grundsätzlich sicher verankert im Leben,

In Ordnung,

In Deinem So-Sein.

Beziehungen können etwas Wundervolles sein und Du hast sie verdient,

Die Liebe,

Einfach,

Weil es Dich gibt.

Und wenn das passiert,

Wenn Du solche Momente hast,

Dann feiere Dich,

Wenn Du das spürst,

Wenn Du das in diesem Moment weißt,

Denn aus dieser Grundhaltung,

Je öfter wir sie uns zugänglich und erfahrbar machen können,

Und das passiert ja nun wirklich nicht jeden Tag,

Besonders wenn wir vielleicht auch stark beängstigende Erfahrungen gemacht haben,

Aus dieser Grundhaltung schöpfen wir wieder Vertrauen ins Leben,

In uns selbst und die anderen,

Immer und immer wieder.

Alles Liebe,

Deine Claudia

4.9 (10)

Neueste Bewertungen

Ylvie

September 28, 2025

Danke lieber Claudia. Das war ein super interessanter Podcast. Und vor allem hat er mit gezeigt, wie weit ich schon gekommen bin. Ich finde deine Podcasts so toll 😊

Tasha

September 24, 2025

Vielen Dank für diesen für mich sehr Erkenntnis-reichen Betrag! Deine Beiträge sind so ermutigend und spannend - ohne die „Beziehung“ zu Lehrern wie Dir auf IT wäre das Leben wesentlich schwieriger und voller Unverständnis bzw. Missverständnissen. Ganz lieben Dank für das Teilen dieser Erkenntnisse! Liebe Grüsse Tascha

© 2026 Claudia Bechert-Möckel. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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