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Traumreise - Woohli und das goldene Licht

by woohli - behutsam wachsen

Aktivität
Meditation
Geeignet für
Kinder

Einschlafgeschichte für Kinder ab 3 Jahren. Heute Abend liegt woohli mit deinem Kind auf der Wiese und begleitet es mit einer sanften Farbatmung in den Schlaf. Diese Gute-Nacht-Geschichte nutzt die Farbatmung, eine Technik aus der somatischen Körperarbeit. Dabei stellt sich das Kind beim Einatmen eine warme, wohltuende Farbe vor und lässt beim Ausatmen los, was sich tagsüber angesammelt hat. Das unterstützt sanft die Selbstregulation des Nervensystems. Für entspannte Abende und erholsame Nächte. woohli – Traumreisen | Von Kirstin, Psychologin und Mama

Transkription

Hallo Du und Willkommen bei Woli's Traumreisen.

Ich bin Kirstin,

Psychologin und Mama.

Und ich begleite dich heute auf eine ganz ruhige Reise in den Schlaf.

Leg dich ganz bequem hin,

So,

Wie es sich gerade für dich richtig anfühlt.

Heute Abend liegt Boli auf der Wiese und zeigt dir,

Was Farbatmung ist.

Atme einmal tief ein,

Durch die Nase ganz langsam.

Und lasst die Luft dann wieder raus.

Noch einmal einatmen.

Und ausatmen.

Gut,

Deine Augen dürfen sich schließen.

Oder sie sind vielleicht schon zu.

Und Woroli?

Uli wartet schon auf dich,

Auf der Wiese,

Im letzten Licht des Tages.

Der Tag geht zu Ende.

Du liegst auf der Wiese,

Mitten im hohen,

Weichen Gras.

Und neben dir liegt Woli,

Genauso still,

Genauso bequem.

Die Luft ist warm.

Nicht mehr heiß wie am Mittag,

Aber warm genug,

Dass man noch keine Decke braucht.

Über euch ist der Himmel gerade dabei,

Sich zu verändern.

Zuerst ist er nur hellblau.

Und dann ganz langsam,

Als würde jemand mit einem großen,

Unsichtbaren Pinsel malen,

Kommt eine erste Spur Gelb dazu.

Schau mal,

Sagt Woli leise und wackelt kurz mit den Ohren zum Himmel hoch.

Ist zu mitschauen.

Du schaust hoch.

Das Gelb wird mehr.

Es breitet sich aus,

Wie wenn man Honig in warme Milch rührt.

Ganz langsam.

Kansani.

Bis der halbe Himmel golden ist.

Woli dreht den Kopf zu dir.

Riechst du das?

Fragt Boli.

Es riecht nach warmen Gras,

Nach Sommerabend.

Nach diesem besonderen Geruch,

Den es nur kurz vor der Dämmerung gibt.

Du atmest einmal tief ein durch die Nase.

Und stell dir vor,

Du atmest nicht nur Luft ein,

Sondern auch ein kleines bisschen von diesem goldenen Licht.

Wie feiner.

Warmer Honigstaub.

Der mit der Luft in dich hineinfließt.

Er fließt durch deine Nase.

In deine Brust.

In deinen ganzen Körper.

Golden,

Warm und weich.

Und beim Ausatmen lässt du etwas raus,

Das dir heute ein bisschen schwer in der Brust lag.

Es hat keine Farbe,

Die man mögen muss.

Vielleicht ist es ja grau.

Vielleicht ist es auch einfach nur ein bisschen dunkler als das Gold.

Einatmen,

Golden,

Warm und weich.

Ausatmen,

Grau und weg und fertig.

Woli macht genau dasselbe.

Man sieht es an seinem Bauch,

Der sich hebt,

Wenn er einatmet.

Und wieder singt,

Wenn er ausatmet.

Ihr liegt da,

Seite an Seite,

Und atmet die Farben des Himmels.

Das Gold wird jetzt tiefer.

Fast orange.

An manchen Stellen schon ein bisschen rosa.

So wie die Innenseite einer Muschel.

Die Grashalme um euch herum fangen das Licht ein und leuchten selbst ein kleines bisschen,

Als hätte jemand tausend winzige Lämpchen ins Gras gesteckt.

Woli streckt einen Huf aus und berührt einen Grashalm.

Der wippt kurz und lässt goldenen Staub in die Luft rieseln,

So fein,

Dass man ihn kaum sieht und nur spürt,

Wie er sich wie Puderzucker auf die Haut legt.

Fühlst du das?

Fragt Rudi.

Du hältst deine Hand still und lässt den goldenen Staub darauf landen.

Es kitzelt ein kleines bisschen.

Dann wird er warm.

Und dann ist er einfach da.

Wie ein zweiter,

Unsichtbarer Handschuh aus Licht.

Ein Windhauch zieht über die Wiese ganz sanft.

Gerade genug,

Um die Grasspitzen zum Tanzen zu bringen.

Und mit dem Wind kommt eine zweite Farbe.

Ein tiefes,

Warmes Grün.

Das aus der Erde selbst zu kommen scheint.

Aus den Wurzeln.

Aus dem Boden.

Der den ganzen Tag Sonne getrunken hat.

Er hat mir noch einmal ein,

Sagt Wohli.

Ganz ruhig.

Dieses Mal grün.

Atmung ein.

Und stellst dir vor,

Wie das Grün durch deine Nase fließt.

Die Kühles.

Ruhiges Moos,

Das sich in deiner Brust ausbreitet.

Grün und ruhig.

EADIC.

Und beim Ausatmen lässt du wieder etwas los.

Dieses Mal vielleicht ein bisschen braun.

Wie trockene Blätter,

Die man einfach fallen lässt,

Weil sie sowieso schon fertig waren mit ihrem Tag.

Paarhund.

Fallen lassen und fertig.

Dein Körper wird bei jedem Ausatmen ein kleines bisschen schwerer.

Nicht auf eine schlechte Art,

Sondern auf die Art,

Wie ein Kissen schwerer wird,

Wenn man sich richtig hineinkuschelt.

Über euch ziehen ein paar Schwalben ihre letzten Kreise.

Sie fliegen tief,

Dann hoch,

Dann wieder tief.

Als würden sie mit dem Himmel spielen,

Bevor auch sie sich für die Nacht einen Platz suchen.

Wohin fliegen sie wohl,

Fragst du dich vielleicht?

Vielleicht wissen sie es selbst noch nicht genau.

Vielleicht lassen sie sich einfach vom letzten Licht tragen,

So wie ihr euch gerade von der Wiese tragen lasst.

Boli schaut den Schwalben nach.

Bis sie hinter dem Hügel verschwinden.

Dann dreht er sich wieder zu dir.

Bereit für die nächste Farbe?

Fragt er leise.

Bis zum nächsten Mal.

Der Himmel ist jetzt fast lila geworden,

Mit einem letzten,

Schmalen Streifen Orange ganz unten,

Dort,

Wo die Sonne gerade verschwunden ist.

Atme dieses Malila ein,

Sagt Woli,

Wie die letzte Farbe des Tages.

Ruhig.

Weil ein bisschen geheimnisvoll.

Du atmest ein.

Lila fließt durch dich hindurch.

Hühner als das Gold.

Oiga,

Es ist gut.

So wie eine Decke,

Die man sich sanft über die Schultern legt.

Die La,

Ruhig,

Geheimnisvoll.

Und beim Ausatmen lässt du das Letzte los,

Was noch übrig ist von deinem Tag.

Es hat vielleicht gar keine richtige Farbe mehr.

Es ist einfach nur Luft,

Die geht,

Weil sie gehen darf.

Einfach weg und gut.

Boli macht wieder genauso mit.

Sein Bauch hebt sich.

Und senkt sich.

Hiebtsich?

Und senkt sich.

Immer langsamer.

Immer ruhiger.

Zwischen den letzten lila Streifen erscheint der erste Stern.

Da,

Sagt Woli und zeigt mit dem Kopf nach oben.

Siehst du ihn?

Du siehst ihn.

Und dann erscheint noch einer und sogar ein dritter.

Die Wiese um euch herum wird langsam dunkler.

Aber nicht unheimlich dunkel.

Sondern ein tiefes Dunkelblau.

So wie es sein soll,

Wenn ein Tag zu Ende geht und ein anderer,

Stillerer Teil beginnt.

Die Grillen fangen an zu zirken.

Es einzeln.

Dann immer mehr.

Bis es klingt wie ein leises,

Gleichmäßiges Summen,

Das von überall und nirgends gleichzeitig kommt.

Roli rückt ein kleines Stück näher.

Weißt du,

Was mir am Abend am liebsten ist?

Fragt er leise.

Dass man nichts mehr tun muss.

Nur noch da sein.

Und du musst jetzt auch nichts mehr tun.

Deine Füße dürfen einfach im Gras liegen,

Schwer und warm.

Deine Hände.

Dürfen einfach liegen,

Wo sie gerade sind.

Dein Atem geht einfach von alleine ein und aus,

Ein und aus.

So,

Wie er das schon den ganzen Tag getan hat.

Ohne dass du je darüber nachdenken musstest.

Stell dir noch einmal das goldene Licht vor,

Das ganz am Anfang über der Wiese lag.

Es ist immer noch da.

Nicht mehr am Himmel,

Sondern in dir drin.

Ein kleiner,

Warmer Punkt Ungefähr dort,

Wo dein Herz ist.

Er leuchtet ruhig,

Nicht hell oder grell.

Nur ein sanftes,

Goldenes Glühen.

Wie eine kleine Lampe,

Die die ganze Nacht über dir wacht,

Während du schläfst.

Die Wiese ist jetzt fast ganz dunkel,

Aber der Himmel ist voller Sterne,

Mehr als du zählen kannst.

Boli liegt ganz nah.

Sein Fell ist warm an deiner Seite,

Sein Atem ruhig und gleichmäßig.

Magst du noch einmal atmen mit mir zusammen?

Fragt Woli ein letztes Mal.

Einatmen,

Golden und warm.

Ausatmen,

Alles andere weg.

Dein Körper ist schwer.

Deine Gedanken werden langsamer,

Wie die Grillen,

Die auch irgendwann leiser werden.

Ohne dass man das genau merkt.

Das goldene Licht in dir bleibt.

Es bleibt die ganze Nacht.

Es passt auf dich auf,

Während du schläfst.

Und es ist morgen früh noch genauso da,

Wenn die Sonne wieder über die Wiese kommt.

Aber das ist morgen.

Jetzt ist Nacht.

Jetzt darf alles ruhen.

Du bist hier.

Du bist sicher!

Und Wohli ist ganz nah.

Gute Nacht Schlaf gut

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