
Eine Zugfahrt
Heute ist ein Reisetag. Du stehst am Bahngleis und wartest auf den Zug ... Sechs Stunden Bahnfahrt stehen vor dir. Ohne WLAN, ohne Handyempfang, ohne bekannte Menschen, ... - nur du, dein Rucksack und dein Sitzplatz neben einem großen Fenster. ~ Du möchtest den Bodyscan überspringen und direkt in die Geschichte einsteigen? Beginne bei 02:45 ~
Transkription
Schlafenszeit.
Eine Zugfahrt.
Lehn dich zurück und mach es dir so kuschelig wie nur möglich.
Vielleicht rückst du deine Decke oder dein Kissen zurecht.
Vielleicht drehst du dich noch einmal um.
Finde die beste Position für diesen Moment.
Spürst du,
Wie sich die Decke von oben und die Matratze von unten an deinem Körper anschmieden?
Wie fühlen sich die Stoffe auf deiner Haut an?
Weich?
Warm?
Lass die wohlige Wärme auf deinen Körper übergehen.
Jetzt ist es nicht so warm und nicht so kalt.
Spüre,
Wie warm und entspannt deine Hände werden,
Deine Arme.
Die Wärme steigt auch in deinen Nacken und in deinen Kopf und du kannst alle Anspannungen loslassen.
Dein Rücken,
Bauch und deine Beine werden erfüllt von angenehmer Wärme.
Das angenehme Gefühl steigt bis in deine Zehenspitzen und du kannst immer ruhiger werden,
Immer entspannter und immer zufriedener.
Jetzt bist du bereit,
Den Tag hinter dir zu lassen,
Einzuschlafen und loszuträumen.
Heute ist ein Reisetag.
Du stehst am Bahngleis und wartest auf einen Zug.
Du hast eine sechsstündige Bahnfahrt vor dir.
Und auch wenn es lang ist und du dir etwas Spaßigeres vorstellen könntest,
Zwingt dich die Reise doch dazu,
Eine Pause zu machen.
Du kannst heute nicht von einem Termin zum nächsten laufen.
Du wirst nur wenig Handyempfang haben und kannst daher unbeschwert dein Handy weglegen und brauchst dich um nichts zu kümmern.
Du hast nur einen kleinen Handgepäckskoffer und deinen Rucksack dabei.
Eine Durchsage ertönt am Gleis und schon fährt dein Zug ein.
Der kalte Wind weht dir ins Gesicht.
Am Gleis ist es sehr laut.
Viele Menschen reden durcheinander.
Die Bremsen der Bahn quietschen und es ist viel los.
Du steigst in den Zug ein und plötzlich wird alles ruhig um dich herum.
Du lässt den Trubel vom Bahnhof hinter dir,
Die Türen schließen und du spürst eine wohlige Ruhe in dir aufsteigen.
Das Abteil ist nicht besonders voll.
Wenige Menschen sitzen mit Zeitung oder Kopfhörern auf ihren Plätzen.
Du suchst dir einen Platz direkt am Fenster aus.
Du ziehst deine Jacke aus und legst sie auf die Ablage über deinen Sitz.
Niemand sitzt neben dir.
Du hast Beinfreiheit und kannst dich ausbreiten.
Mit einem Ruck setzt sich der Zug in Bewegung.
Du lässt dich in deinen weichen Sitz sinken und atmest tief ein und aus,
Während du den vollen Bahnhof vorbeiziehen lässt und sich die Landschaft um dich herum langsam von Innenstadt zu Vorstadt,
Zu einzelnen Orten und irgendwann zu weiten Feldern verändert.
Lange schaust du heraus und genießt die ständig wechselnden Naturbilder.
Gerade hast du noch einen großen See mit Enten,
Paddelbooten und einem Steg vorbeirauschend sehen.
Da siehst du auch schon einen Sportplatz,
Auf dem ein Fest stattfindet.
Und schon ist auch dieser vorbeigerauscht.
Du lenkst deinen Blick hoch auf die vorbeiziehenden Wolken.
So schnell rauschen wir durchs Leben,
Dass es manchmal doppelt so schön ist,
Zu pausieren und die Außenwelt vorbeirauschen zu lassen.
Sich einfach nur zurückzulehnen und zu entspannen.
Da fällt dir ein,
Dass du dir eben am Bahnhof einen Snack gekauft hast.
Voller Vorfreude öffnest du deinen Rucksack und holst ihn heraus.
Das hier ist für dich der Inbegriff von Reiseessen.
Sofort erinnerst du dich an deine letzte Reise,
Auf der du das auch gegessen hast.
Du beißt in deinen Snack und spürst,
Wie er sich in deinem Mund auf der Zunge anfühlt.
Ist es weich oder knusprig?
Süß oder salzig?
Warm oder kalt?
Saftig oder trocken?
Wonach riecht es?
Es riecht auf jeden Fall gut und du genießt jeden Bissen.
Du hörst das Geräusch,
Das beim Zubeißen ertönt.
In deinem Kopf hört es sich lauter an als von draußen.
Das ist dein eigenes Erlebnis und du genießt es.
Und dazu gibt es noch einen leckeren Saft.
Eben wurde er frisch vor deinen Augen gepresst und jetzt hältst du ihn in deinen Händen.
Du öffnest den Deckel mit einem Knack und probierst einen Schluck.
Er wurde frisch aus deinen Lieblingsfrüchten zubereitet und hat genau die richtige Konsistenz nach deinem Geschmack.
Nicht so dickflüssig,
Aber auch nicht so wässrig.
Die Farbe sieht beeindruckend aus.
Wie schön es doch wäre,
Jeden Tag so eine Reise machen zu können.
Und jeden Tag einen so leckeren Saft zu trinken.
Du beschließt,
Dir zu Hause nochmal so einen Saft zu kaufen.
Vielleicht mixt du dir ja mal einen selbst zusammen.
In Gedanken schreibst du schon eine Einkaufsliste.
Mit all den Früchten,
Die du benutzen möchtest.
Du trinkst noch einen großen Schluck dieses erfrischenden Safts und schon ist er leer.
Das war lecker.
Du möchtest dir noch etwas von deinem Snack übrig behalten.
Schließlich hast du noch fünfeinhalb Stunden Fahrt vor dir.
Du verschließt deinen Snack wieder und öffnest deinen Rucksack.
Da kommen dir deine Kopfhörer entgegen.
Du beschließt,
Etwas zu hören.
Ein Hörbuch wäre eine gute Idee.
Du hast das Gefühl,
Dass jetzt genau der richtige Moment ist,
Um sich zurückzulehnen und einer Geschichte zu folgen.
Nichts zu kompliziertes,
Aber etwas,
Das dich fesselt.
Eben spannend,
Aber nicht zu spannend.
Glücklicherweise hast du genau das richtige Hörbuch für diesen Anlass dabei.
Mensch,
Du bist so gut vorbereitet.
Du freust dich über dein Vergangenheits-Ich.
Schon kannst du dir die Kopfhörer aufsetzen,
Sie in dein Handy einstapseln und auf Play drücken.
Die Stimme der Erzählerin gefällt dir.
Sie klingt angenehm und beruhigend.
Du kannst dich entspannen,
Deine Gedanken ausschalten und einfach nur der Geschichte folgen.
Während du zuhörst,
Betrachtest du deine Umgebung.
Ein paar Sitze vor dir kannst du ein altes Ehepaar entdecken,
Die beide Zeitung lesen.
Rechts von ihnen schläft ein junger Mann mit Wanderrucksack und eine Geschäftsfrau tippt energisch auf ihr Handy.
An der Rückenlehne deines Vordermanns ist ein Klapptisch für dich befestigt.
Du schiebst den Hebel um und klappst den Tisch runter,
Um dein Handy darauf abzulegen.
Du lehnst dich an und rutschst ein Stück auf deinem Sitz runter,
Um es dir noch etwas gemütlicher zu machen.
Mittlerweile ist der Zug in einer Berglandschaft angekommen.
Neben der einen Fensterseite ragen steile Felswände herauf.
Hier auf der Höhe der Bahnstrecke sind noch einzelne Bäume und Pflanzen zu entdecken.
Aber nur ein paar Meter weiter oben wird es immer kaler,
Bis die mit Schnee bedeckten Bergspitzen teilweise von Wolken verschluckt werden.
Auf der anderen Seite fließt neben den Bahngleisen ein Fluss entlang.
Er ist klar.
Du kannst sogar von hier aus das Flussbett erkennen,
Das aus vielen großen Steinen besteht.
Hinter dem Fluss sind hügelige Felder und zwischendurch sogar Schafs- und Ziegenherden zu finden,
An denen ihr aber so schnell vorbeifahrt,
Dass du sie nicht genau betrachten kannst.
Es gefällt dir hier.
Noch drei Stunden Fahrt.
Du beschließt,
Die Augen zu schließen und vielleicht ein kleines Nickerchen zu machen.
Das gleichmäßige Rattern der Räder kannst du im ganzen Körper spüren.
Es beruhigt dich.
Du atmest tief ein und aus und du spürst Müdigkeit deinen Körper einnehmen.
Deine Gedanken schweifen dorthin ab,
Wo du heute hinreist.
Du freust dich schon drauf.
Du stellst dir vor,
Was du als erstes tun möchtest,
Wo du hingehen wirst und mit wem.
Du kannst immer mehr entspannen,
Loslassen und losträumen.
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