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Warum Spiritualität unbequem ist

by Sascha Planert

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Klar, dir gefällt die Vorstellung von dauerhaftem Glück, unendlicher Gelassenheit, tiefer Erfüllung und ansteckender Lebensfreude. Doch für die meisten Menschen bedeutet das eine intensive innere Arbeit und Selbstbegegnung – und das ist das Unbequemste, was es überhaupt gibt. Warum und was das für dich im Alltag bedeutet, erfährst du in dieser Folge.

Transkription

Ich begrüße dich wieder ganz herzlich hier zu einer neuen Folge vom Podcast und heute möchte ich gern darauf eingehen,

Warum Spiritualität unbequem ist.

Zunächst einmal die Ausgangssituation.

Wenn du dich irgendwie entwickeln möchtest oder vielleicht in das Thema Spiritualität hineintauchen möchtest,

Dann geht es ganz oft um Glückssuche,

Sinn des Lebens,

Entspanntheit,

Wie man sich möglichst oft so fühlt,

Als wenn man einfach zu Hause wäre,

Erfüllung.

Solche Themen steigen da auf und wenn man dann danach sucht nach diesen Themen,

Dann wirst du dort fündig in Form von Tausenden,

Wenn nicht Millionen von Büchern,

Videos,

Anderen Podcasts und unabhängig von den Inhalten,

Wenn man die jetzt nicht bewertet,

Ob das jetzt echt ist,

Geschauspielert,

Einfach nur wenn man so drauf schaut,

Dann wirst du das Endergebnis sehen.

Das heißt,

Du wirst dort erfahren,

Wie es sich anfühlt,

Vielleicht eine Art permanente Gelassenheit zu haben,

In der Erfüllung zu leben,

In der Puren,

Von ganz alleine und es macht einfach einen sehr schönen Eindruck und deswegen ist es auch verführerisch grundsätzlich,

Für den Verstand und das irgendwie zu erreichen und wie gesagt,

Es geht gar nicht um diesen Endzustand,

Um das zu bewerten,

Doch der Verstand nimmt das als Lücke einfach wahr,

Das heißt,

Du möchtest danach greifen und dir dieses Glück irgendwie einverleiben.

Also du siehst es als eine Art Aufgabe und wenn du dann ein bisschen tiefer eintauchst,

Dann wirst du sicherlich auch entdecken,

Dass es einige Methodiken gibt,

Die dich dort hinbringen können.

Das Loslassen,

Verschiedene Meditationen,

Über die Gefühle vielleicht dort hineintauchen zu können,

Mit dem Körper generell zu arbeiten,

Also dort gibt es verschiedene Wege,

Die dir sicherlich begegnen werden und hier möchte ich auch gar nicht so sehr auf die Methodiken eingehen,

Sondern hier möchte ich einfach zeigen,

Dass dieser Weg über die Methodiken für den Verstand eigentlich unbequem sind,

Aus mehrerlei Aspekten.

Denn dieses Ergebnis in diesen Büchern und Medien anzuschauen ist einfach sehr schön und wahrscheinlich auch teilweise sehr inspirierend,

Wie der Mensch das vielleicht geschafft hat,

Wie es ihm jetzt geht,

Was er ausstrahlt und vielleicht wird dieser Mensch auch stark bewundert.

Auch verschiedene spirituelle Meister oder Gurus,

Wie auch immer du das nennen möchtest,

Irgendwelche Personen,

Die dich in diesem Bereich einfach anziehen.

Und für die allermeisten Menschen ist es so,

Dass du kein spontanes Aufwachen hast oder keine spontane Erleuchtung,

Die dir einfach zuzufällt,

Wie es bei vielen von diesen Meistern ist,

Muss man ganz klar und ehrlich sagen,

Sondern für die meisten bedeutet es erst mal Arbeit.

Unbequeme Arbeit und zwar die unbequemste,

Die es überhaupt gibt.

Und das ist auch mit Disziplin verbunden.

Du wirst natürlich,

Je weiter du diesen Weg gehst,

Merken,

Dass eigentlich nichts zu tun ist.

Doch bis du das merkst,

Kann sehr viel Zeit vergehen.

Je nachdem,

Wie stark deine Strukturen sind.

Warum ist es so schwer?

Dazu vielleicht nochmal die Idee,

Was Spiritualität bedeutet.

So wie ich es gerne allgemein ausdrücke,

Bedeutet es von der eigenen Persona,

Von dem ganzen Kram,

Der man so in sich trägt,

Abstand zu nehmen,

Diese De-Identifikation und diese Persona immer leichter tragen zu können.

Das heißt,

Sie ist nicht mehr so ein starkes Gewicht.

Es dünnt sich quasi aus,

Man könnte auch sagen,

Dass du den Grip verlierst,

Den inneren Halt da dran.

Und genau das ist bloß extrem schwierig für die meisten,

Weil es bedeutet,

Seine Likes,

Seine Dislikes loszulassen.

Das heißt,

Deine Vorlieben,

Das was du nicht magst,

Wo du dich gegen sträubst,

Nicht dort gezielt darauf hinzuarbeiten,

Weder emotional noch von deinem Verstand her,

Sondern zu schauen,

Was das Leben von dir braucht,

Die äußeren Umstände.

Aber eben nicht mit das will ich nicht und das will ich,

Sondern diesen Part innerlich loszulassen in dir und nicht gleichzeitig den äußeren Umständen hinzugeben in dem Moment zunächst.

Auch wieder ganz wichtig,

Es geht nicht darum,

Nicht Nein sagen zu dürfen oder nichts mehr zu machen,

Sondern so wie das Leben sich dir erstmal präsentiert,

Sich da hineinfallen zu lassen,

Es anzunehmen dem Moment,

Was immer auch das Innerliche loslassen von seinem ganzen Kram erfordert und auch ein bisschen dadurch im Nichtwissen zu sein automatisch und daraus dann die Kreativität automatisch zu schöpfen,

Wie man passig mit dem Moment umgeht,

Angemessen.

Und das Unbequeme ist einfach dieses innerliche Loslassen,

Weil deine Persona nimmst du normalerweise für bare Münze.

In der Regel ist es so,

Dass der Mensch sagt,

Ja das bin ich,

Natürlich bin ich das.

Ich mag gerne das und ich mag das gerne nicht.

Und wenn das nicht eintritt,

Das was ich mag,

Dann geht es mir schlecht,

Dann kommen passende Emotionen dazu hoch,

Dann gefallen mir diese Emotionen wiederum nicht und dann geht es mir nicht gut und das lasse ich dann auch gerne an andere aus und so weiter.

Dann geht diese ganze Spirale los.

Und ich weiß auch nicht,

Wie weit du jetzt schon für dich hineingetaucht bist in diese Spiritualität.

Doch hier möchte ich dich ganz intensiv noch mal darauf aufmerksam machen,

Dass du das Endergebnis,

Auch wenn es dann so ist,

Wenn du dich eine Zeit lang damit beschäftigst,

Aber nicht theoretisch,

Sondern wirklich praktisch dabei bist,

Dass es unbequem ist.

Und na klar möchtest du das Endergebnis sofort haben,

Dieses Glücklichsein.

Doch das wirst du einfach erfahren,

Indem du immer weiter loslässt innerlich und das annimmst innerlich sowieso äußerlich,

Was da ist.

Erstmal in diesem Moment,

So gut es geht und daraus merkst du die Seinsfreude von ganz alleine.

Und das ist eine kontinuierliche Arbeit,

Also ein Prozess auf der Zeitachse.

Und je weiter du fortschreitest,

Merkst du,

Dass du eigentlich nichts dafür tun musst.

Bloß diese Bereitschaft des inneren Loslassens,

Das braucht Zeit.

Das heißt,

Wenn du tiefer fallen möchtest und automatisch damit glücklicher sein möchtest,

Mehr Erfüllung haben möchtest,

Mehr Frieden,

Freude,

Dann geht das eben nicht von heute auf morgen,

Sondern du musst sehr involviert sein,

Sehr aufmerksam.

Und jeden Moment dieses Loslassen und dich hingeben auf der anderen Seite,

Leben und vor allem integrieren in den Alltag.

Weil für die meisten ist es auch so,

Dass sie eben nicht im Ashram leben oder einer spirituellen Gemeinschaft oder einem Meister irgendwo in Indien folgen,

Was auch legitim ist.

Da geht es wieder nicht,

Das zu bewerten.

Womöglich ist dort eine schnellere innere Entwicklung möglich.

Bloß es ist eben komplett die Hingabe.

Und für die allermeisten sieht das Leben einfach so aus,

Sie sind irgendwo im Familienkontext eingebunden,

Haben eine Arbeit,

Verschiedene Verpflichtungen,

Sozial,

Finanziell.

Also diese ganze kleine Katastrophe,

Die da vielleicht einfach da ist.

Und das heißt,

Dieses Spielumfeld,

Dass das,

Wo diese spirituelle Entwicklung stattfindet,

Die Zeit benötigt,

Wenn du diese dann auch nutzt,

Um dann immer mehr reinzufallen.

Was heißt jetzt nutzen?

Es bedeutet,

Dass du eine Methodik brauchst,

Wie auch immer die für dich ist,

Die du tagtäglich in allen Situationen möglichst nutzen kannst.

Das heißt,

Wodurch du innerlich gelöster wirst.

Gelöster heißt,

Dass du deine Likes und Dislikes loslässt,

Gefühle,

Die momentan da sind,

Zulassen kannst,

Ohne von weggeschwemmt zu werden,

Mehr in dein Zentrum kommst,

In dein Innerliches und dadurch auch unabhängiger von außen wirst.

Und dich gleichzeitig auch dadurch hingeben kannst,

Dein Aufgaben,

Was eben so an dich herangetragen wird,

Damit arbeitest und dadurch auch widerstandinnerlich abbaust,

Mauern fallen lässt und dich involvierst.

Und dieses Tagtägliche,

Das sind deine Bemühungen,

Das ist das Unbequeme.

Und das ist das Unbequemste überhaupt.

Und es ist definitiv kein Sprint,

Sondern es ist ein Marathon.

Und es erfordert auch viel Vertrauen am Anfang,

Sowas zu beginnen.

Weil für viele ist es auch einfach nur,

Vielleicht mal ein,

Zwei Tage probieren,

Vielleicht mal eine Woche und dann rückt es schon wieder in den Hintergrund.

Und das finde ich ganz oft spannend,

Weil viele haben schon vielleicht so ein paar Aha-Erlebnisse und wenn sie dann Infos hören,

Wie man das vielleicht vertiefen könnte,

Sind sie schon wieder weggespült mit ihren eigenen Kram und haben dann auch wieder kein Interesse daran.

Das hat auch damit zu tun,

Dass dem Verstand,

Diesem Konstrukt,

Dieser Gewohnheit der Identifikation,

Ihr gefällt es nicht,

Auszubrechen aus dieser Gewohnheit,

Also aus dieser Komfortzone,

Was die größte ist,

Die man überhaupt kennt.

Man definiert sich einfach nur über seine Likes und Dislikes,

Über seine Werte und darüber hinaus zu gehen,

Hat irgendwas mit so einer Art kleinen Tod auch zu tun.

Und Angst.

Und es ist auch nicht nur so,

Dass es so ist,

Als wenn man einen anderen Menschen ansprechen würde,

Vielleicht eine Frau oder als Frau einen Mann und sich so traut,

Den die Person anzusprechen.

Da ist auch vielleicht ein bisschen Herzklopfen dabei,

Ein bisschen Aufregung,

Schwitzige Hände.

Es ist nicht nur so eine Angst,

Eine Art Bedrohung,

Was passieren könnte,

Was die anderen über einen denken,

Sondern hier geht es darum,

An den Grundmauern wirklich zu rütteln und sie letztendlich einstürzen zu lassen.

Und das ist einfach gar nicht cool.

Also du als Persona wirst das nicht gut finden.

Denn was heißt das dann?

Was passiert dann?

Wer bin ich dann?

Und dann ist schon bei den meisten,

Kann ich mir nicht vorstellen,

Das ist Quatsch.

Komm,

Ich mach weiter.

Ich beschäftige mich lieber mit etwas anderem.

Was soll das schon?

Ich soll nicht mehr an mich glauben oder soll nicht mehr da sein.

Wer bin ich dann schon?

Das heißt,

Diese Ausweichstrategien innerlich,

Auch vom Gedankengang her,

Treten sofort ein bei diesen Themen.

Und es ist einfach wichtig,

Auch zu sehen,

Dass,

Wenn du aus dieser größten Komfortzone nicht heraustrittst,

Alles nur ziemlich vorübergehend ist.

Deine Freude,

Deine Erfüllung,

Dein Glück letztendlich.

Es ist nichts Dauerhaftes,

Weil diese Dauerhaftigkeit findest du letztendlich nur im Inneren und nichts mit irgendwas von außen.

Na,

Da außen auch alles vergänglich ist,

Wirst du dadurch nichts Dauerhaftes darin finden können.

Und vielleicht hier noch auch zum Abschluss,

Zwischen negativ und positiv gestimmt sein mental,

Weil das wird auch ganz oft angeprangert nach dem Motto,

Ja,

Ich möchte doch aber positiv denken und dann treten positive Dinge ein und ich fühle mich so,

Als wenn ich schon alles erreicht habe und dann kommt das alles,

Was ich will oder ich manifestiere,

Visualisiere.

Und ja,

Das hat eine Bewandtnis und ja,

Sich positiv zu fühlen ist auf Dauer besser für den Körper,

Als sich negativ zu fühlen.

Es hat verschiedene chemische Auswirkungen im Körper direkt.

Positives Denken,

Das hat ein Bewandtnis und es ist auch für den ersten Schritt tatsächlich gut,

Weil wenn du negativ gestimmt bist,

Wirst du dich an Themen wie Spiritualität nicht herantasten,

Weil Menschen,

Die den ganzen Tag nur negativ denken,

Einfach gerne daran festhalten,

Weil es noch eine viel stärkere Gewohnheit ist.

Also was Negatives lässt du noch weniger gerne los,

Weil dadurch auch verschiedene andere Dinge zweitrangig gewonnen werden,

Sei es Aufmerksamkeit,

Ausrede,

Sich zu bewegen,

Etwas zu ändern.

Also Negatives hat viel damit zu tun,

Sich in irgendetwas flüchten zu können,

Die anderen zu beschuldigen,

Nicht in der eigenen Verantwortung zu sein.

Und deswegen macht es auf jeden Fall Sinn,

Erst positiv gestimmt zu werden,

Weil du dann erst sehen kannst,

Das Positive,

Was ich zu der Welt habe,

So schön es auch ist,

Aber irgendwie hat es auch keine essentielle Erfüllung auf einer ganz tiefen Ebene.

Und dann wirst du dich mit anderen Themen wie Spiritualität und einer Tiefe,

Wie du etwas Dauerhaftes irgendwie empfinden kannst,

Dann wirst du dich damit beschäftigen.

Also ein negativer Mensch wird sich damit nicht befassen.

Wichtig ist jedoch,

Dass du,

Wenn du soweit positiv gestimmt bist,

Auch nicht daran kleben bleibst.

Das heißt,

Selbst wenn deine Likes erfüllt sind,

Wenn es gut läuft,

Vielleicht klopft auch jeder auf die Schulter,

Dass du nicht daran hängen bleibst.

Und das Äußere wird sich definitiv ändern,

Also das heißt,

Es treten auch trotzdem Dinge ein,

Die dann wieder nicht passen und dann vergeht das wieder.

Das heißt,

Komm über dieses Gedanken-Gefühlskonstrukt hinaus.

Merke,

Dass da noch was anderes ist,

Als nur Gedanke plus Gefühl,

Also mehr als die Psyche.

Das hier nochmal zum Abschluss.

Also zusammenfassend,

Es ist unbequem,

Es erfordert für die allermeisten Arbeit zu Beginn viel Disziplin,

Abstand zu nehmen von seinen Kramen,

Tagtäglich sich dort hinein zu begeben und somit immer weiter die innere Stabilität,

Die sowieso da ist,

Wahrnehmen zu können,

Auch lieben lernen zu können,

Weil es ist auch was Neues.

Und das ist nicht leicht,

Überhaupt nicht.

Und auf diesem Weg zu merken,

Okay,

Eigentlich muss ich gar nichts dafür tun,

Doch bis du dahin kommst und auch ab und zu wieder zurückfällst,

Ist auch normal,

Braucht es eine gewisse Schwungkraft durch die Übungen,

Durch die Methodiken.

Und wenn du wieder das nächste Mal etwas Schönes schaust,

Was dich inspiriert,

Spirituell,

Dann denk daran,

Der Weg in Anführungszeichen,

Der erfordert schon etwas von dir,

Ziemlich viel.

Und gleichzeitig beschäftige dich mit schönen Gedanken und Emotionen möglichst,

Denn,

Wie gesagt,

Wenn es dir schlecht geht,

Dann bist du für sowas überhaupt nicht offen.

Damit verabschiede ich mich heute von dir und wünsche dir noch einen schönen Tag.

Bis dahin.

Untertitel von Stephanie Geiges

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