
Die Leinwandtechnik
Bei der Leinwand- oder Bildschirmtechnik werden Filme auf einen inneren Bildschirm oder eine imaginäre Leinwand projiziert. So ist es möglich, das Geschehen aus der Distanz zu betrachten. Es wird bewusst eine beobachtende Position eingenommen, selbst, wenn die beobachtende Person eigentlich Teil der Szene ist. In der hier angeleiteten Übung geht um das Beobachten schöner Momente, die Kraft spenden, Freude bereiten und ein Glücksgefühl verursachen. Die Bildschirmtechnik eignet sich für Personen, die sich Abläufe bildhaft vorstellen können oder es lernen möchten. Die hier angeleitete Übung kann als Vorbereitung für spätere Arbeit mit traumatischen Erlebnissen praktiziert werden.
Transkription
Die Leinwandtechnik.
Für die folgende Übung kann ich mir eine sitzende Position suchen.
So gemütlich wie möglich.
In einem schönen Sessel oder einem bequemen Stuhl.
Und ich kann den Weg nach innen gehen.
Indem mein Blick zur Ruhe kommt.
Vielleicht auf einem Punkt am Boden.
Oder vielleicht möchten sich die Augen schließen.
Das dürfen die Augen ganz alleine entscheiden.
Und so kann ich nun bei mir ankommen.
Zur Ruhe kommen.
Während die Dinge drumherum an Bedeutung verlieren.
Geräusche können kommen und gehen und vorbeistreichen.
Gedanken können kommen und gehen und vorbeistreichen.
Und ich kann diesen Entspannungszustand mit ein paar Ausatemzügen vertiefen.
Und in dieser Übung darf es darum gehen die Leinwandtechnik zu üben.
Das bedeutet,
Dass ich mir eine Leinwand wie in einem Kino oder auch ein Flachbildschirm oder Monitor in einigem Abstand von mir vorstellen kann.
Mit einer Fernbedienung in meiner Hand,
Mit der ich das Bild einschalten kann.
Und zum Üben wähle ich ausschließlich schöne Filme.
Schöne Momente aus meinem Leben,
An die ich mich gerne zurückerinnere.
So kann ich mit meiner Fernbedienung eine Erinnerung einschalten,
Die auf der Leinwand erscheint.
Vielleicht eine schöne Begegnung mit lieben Menschen.
Ein Tag,
Den ich gerne nochmal erlebe.
Begegnung mit Familienmitgliedern,
Freunden oder Tieren.
Ich kann diesen Film verfolgen,
In dem ich mich beobachten kann,
Als Teil der Szene.
Ich kann mich von außen betrachten,
In der Interaktion mit anderen.
Ich kann sehen,
Wie es mir gut geht in diesem Film.
Wie ich mit anderen spreche,
Mich austausche,
Freude erlebe.
Ich kann die Stimmen hören,
Die Inhalte,
Was gesagt wird.
Ich bleibe dabei,
In dieser Beobachterposition von außen.
Ich übe,
Ganz gezielt den Abstand zu der Szene,
Die sich vor mir abspielt,
Einzuhalten.
Ich bleibe in der Beobachtung.
Nachdem ich diese Situation eine Zeit genossen habe,
Kann ich mit meiner Fernbedienung das Bild mal umschalten.
Auf ein anderes,
Schönes Ereignis.
Vielleicht bin ich hier auch mal für mich.
Vielleicht auch in Begleitung von einem einzelnen Mensch oder Tier,
Wie es für mich stimmt.
Eine Szene,
Wo ich mich mal zurücknehmen darf,
Wo es ruhiger zugeht.
Und wo ich mich auch wieder von außen beobachte.
Und auch hier kann ich aus der Beobachtung heraus sehen,
Dass es mir gut geht.
Ich bin zufrieden,
Ausgeglichen.
Ich sehe das in meinem Gesicht.
Das sehe ich in meiner Körperhaltung.
Diese Szene strahlt viel Ruhe aus.
Ich bin zufrieden.
Und mit der Fernbedienung kann ich Dinge ändern.
Ich kann zum Beispiel heranzoomen.
Ich kann in das Bild hineinzoomen.
Vielleicht zu meinem Gesicht.
Oder zu einem anderen Detail.
Und ich kann auch wieder herauszoomen,
Auf Abstand gehen,
Sodass ich meinen ganzen Körper sehen kann.
Und vielleicht noch weiter zurück,
Sodass ich in dem Bild immer kleiner werde.
Mit meiner Fernbedienung habe ich die Kontrolle über das Bild und über den ganzen Film.
Und ich kann nun noch einmal den Film wechseln mit meiner Fernbedienung.
Ich kann mich überraschen lassen,
Welches Bild sich nun anbietet.
Hauptsache es ist ein schöner Film,
Der mir gut tut.
Vielleicht kommt auch eine Szene,
Die ich so erwartet habe.
Vielleicht bin ich auch völlig überrascht von dem,
Was sich zeigt.
Und auch in dem neuen Bild kann ich mit meiner Fernbedienung die Dinge verändern.
Ich kann mich etwas ausprobieren.
Ich kann das Bild farblos machen,
Sodass der Film aussieht wie ein bewegter Schwarz-Weiß-Film.
Ich kann die Farbe wieder zurückbringen,
Das Bild wieder farbig machen.
Ich kann auch den Ton leiser stellen,
Immer leiser,
Bis es ganz stumm ist.
Und auch wieder lauter stellen,
Bis zu einer angenehmen Zimmerlautstärke.
Bei all dem,
Was ich tue,
Beobachte ich den bewegten Film,
Der läuft,
In dem ich mich aus der Ferne beobachten kann.
Und auch hier kann ich sehen,
Wie gut es mir geht.
Und meine Fernbedienung hat sogar eine Pausentaste.
Ich kann dieses schöne Bild anhalten,
Vielleicht sogar an der schönsten Stelle.
Und kurz darauf kann ich den Film wieder weiterlaufen lassen.
Und ich kann diese Erfahrung mit mir nehmen,
Dass ich die Dinge aus der Ferne beobachten kann und auch mitgestalten kann.
Ich habe die Kontrolle über den Film,
Der vor meinem Auge abläuft.
Und diese Übung darf ich wiederholen und mehr Erfahrung damit sammeln,
Sicherer werden.
Ich werde zunehmend bewusster und sicherer in der Anwendung der Fernbedienung.
Ich spüre,
Dass ich die Kontrolle in der Hand habe,
Mit jedem Mal,
Dass ich diese Übung mache,
Besser.
Und so kann ich mich nun aus dem inneren Bild dankbar verabschieden,
In der sicheren Gewissheit jederzeit hierher zurückkehren zu können.
Sodass ich nun nochmal auf meine Atmung achten kann.
Und nun mit jedem Einatmen,
Schritt für Schritt und Stufe um Stufe wieder frischer,
Wacher und klarer werden kann.
Indem ich zunehmend wieder die Geräusche wahrnehmen kann.
Geräusche aus der Ferne,
Geräusche aus der Nähe.
Ich kann mit dem nächsten Einatmen anfangen,
Finger und Zehen zu bewegen.
Ich spüre,
Wie das Gefühl und die Kraft zurückkehrt,
Wenn ich Hände und Füße bewege.
Arme und Beine.
Ich kann mich etwas recken und strecken,
Regeln,
Tief durchatmen und in meiner eigenen Geschwindigkeit die Augen aufschlagen.
Sodass ich wieder frisch,
Wach und klar zurück bin,
Im Hier und Jetzt.
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