46:51

Kreativität - Nichtstun ist die Lösung

by Gerhard Hross

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Meditation
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In dieser Podcastfolge erfährst du, warum du schon jetzt jeden Tag kreativ bist. Wir geben dir Tipps, wie du weniger Probleme und mehr Lösungen findest. Auch wir stehen uns manchmal selbst im Weg. Wie wir trotzdem Platz für Veränderung schaffen, das erzählen wir in dieser Folge. Und weil man gute Ideen nicht erzwingen kann, ermutigen wir dich, in Ruhe und Gelassenheit etwas Neues entstehen zu lassen. Am Ende der Folge geben wir dir zwei praktische Übungen zur Inspiration an die Hand.

Transkription

Hallo und herzlich Willkommen bei Fullstop Forward,

Dem Podcast für Achtsamkeit und die bewusst andere Perspektive.

Wir sind Katrin und Gerhard,

Ehrenamtliche Hospizbegleiterin und zertifizierter Resilienztrainer.

Und wir freuen uns riesig,

Dass Du den Weg zu unserem Podcast gefunden hast.

Wir bringen unsere Erfahrungen aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zusammen.

Mit Dir gemeinsam möchten wir in den Zeitlupen-Modus gehen,

Um ganz offen und tiefgehend über Achtsamkeitstechniken zu sprechen und darüber,

Wie man sich aktiv seiner Endlichkeit stellt.

Damit Du mit neuer Kraft vorangehen kannst,

Bekommst Du am Ende jeder Folge eine Übung,

Die Du sofort umsetzen kannst,

Von A wie Achtsamkeit bis Z wie Zulassen.

Unsere dritte Folge widmen wir der Kreativität,

Genau der Frage,

Wo unsere Ideen herkommen.

Und Ideen brauchst Du jeden Tag,

Denn jeder Tag bringt seine Herausforderungen.

Und wie Du mit diesen Herausforderungen umgehst,

Das sagt Dir auch,

Wo Deine Stärken liegen.

Jede und jeder hat Stärken,

Ganz individuell und ganz besonders.

Und deswegen bist auch Du kreativ.

Du gehst ja nicht wie ein Roboter durchs Leben.

Kreativ ist jeder,

Der seinen Alltag managt.

Du findest dauernd Lösungen für etwas und das macht Dich stark.

Und vielleicht ahnst Du es schon,

Wenn Du unsere beiden ersten Podcast-Folgen gehört hast.

Das alles hat natürlich etwas mit Inhalten,

Wahrnehmen und ein klein wenig mit Stille und Innenschau zu tun.

Ja und noch besser,

Das alles hat mit Nichtstun zu tun.

Wir erklären Dir heute die ganze Episode über,

Dass es manchmal am besten ist,

Einfach gar nichts zu tun.

Ja genau,

Manchmal ist Nichtstun die Lösung.

Am Ende der Folge möchten wir Dir mit zwei praktischen Übungen wieder Inspiration schenken.

Diesmal natürlich mit einer Praxis,

Die das Thema Kreativität aufgreift.

Ganz viel Spaß dabei und los geht's!

Los geht's,

Wie immer mit unserem Moment der Woche.

Katrin,

Was hast Du denn Spannendes erlebt?

Ja,

Ich hatte vor einiger Zeit die Idee,

Dass ich mir direkt früh nach dem Aufstehen,

Also bevor der geregelte Tag beginnt,

Und ich so ins Hamsterrad einsteige,

30 Minuten nur für mich nehme.

Also das ist eine ganz bewusste Zeit.

Da habe ich schon Yoga praktiziert oder ich meditiere oder ich frühstücke und mache mir ein leckeres Frühstück und gucke vielleicht auch einfach mal ganz bewusst in den Garten zum Fenster hinaus.

Und das ist eine halbe Stunde nur für mich.

Also ich kann den Fokus da auf mich lenken.

Ich kann mich ganz bewusst fragen,

Hey,

Wie geht's mir eigentlich?

Wie fühle ich mich gerade?

Dafür bleibt tagsüber ja manchmal selten Raum.

Und gleichzeitig ist das auch eine Zeit,

In der was entstehen darf.

Also etwas ganz ohne Plan,

Ohne Muss,

Ohne Ziel.

Und das ist deswegen für mich auch so wertvoll,

Weil früh mein Geist noch klar ist.

Also der ist so genullt zu diesem Zeitpunkt.

Also jeder Tag ist ja so ein kleiner Reboot.

Das fühlt sich dann für mich an,

Als stünde ich an einem See auf einer Waldlichtung und der See hat so keine stürmischen Wellen.

Und man sieht direkt den Grund des Sees.

Und dadurch,

Dass mein Kopf früh noch relativ unberührt von den Themen ist,

Bewerte ich auch weniger und ich kann irgendwie viel mehr fließen lassen.

Und in der Zeit sind auch gerade für meinen Instagram-Kanal Finiti schon einige gute Ideen in der letzten Zeit entstanden.

Denn ich hatte zwischenzeitlich auch mal so einen kleinen Themenknoten im Kopf.

Der hat sich früh direkt gelöst,

Weil ich eine sprudelnde Idee hatte.

Oder ich habe die Zeit auch genutzt und habe vielleicht den einen oder anderen Text mal selbst geschrieben.

Und früh erkenne ich in dem Sinn die Schönheit der Dinge im Moment irgendwie ein bisschen besser als tagsüber,

Wenn der Kopf noch voll ist.

Es ist ja ideal,

Wenn du morgens so einen guten Moment schon hast.

Also wenn du wirklich aufstehst und klar im Kopf bist und Zeit hast,

Um Ideen zu finden.

Es gibt ja vielleicht andere Menschen,

Wie mich manchmal,

Die erst zwei Tassen Kaffee brauchen,

Um überhaupt zu wissen,

Wo man ist und wie man heißt.

Aber da hast du schon etwas entdeckt für dich,

Nämlich die perfekte Tageszeit.

Genau,

Ja.

Und ich muss dazusagen,

Eigentlich bin ich eher die Nachteule.

Ich bin eigentlich kein Frühaufsteher,

Aber ich merke gerade richtig,

Wie mir diese halbe Stunde und das sind wirklich nur 30 Minuten so gut tut.

Das ist so eine Zeit der inneren Einkehr,

Die ist wirklich schön.

Gerhard,

Hattest du seit unserer letzten Podcast-Folge denn auch einen Moment der Woche?

Ja,

Natürlich.

Es klingt vielleicht gar nicht so spannend,

Aber ich gehe morgens oft laufen.

Und wenn ich laufe,

Dann habe ich so eine Viertelstunde,

Wo im Kopf erstmal alles noch zu rattern beginnt.

Also der Tag beginnt,

Ich fange an zu laufen und dann fällt mir natürlich ein,

Was machst du heute,

Was hast du zu erledigen,

Was sind deine Pläne?

Und der Kopf spielt mir sozusagen erstmal meinen ganzen Terminkalender zu und der geht mir dann auch beim Laufen so Schritt für Schritt immer weiter durch den Kopf.

Aber dann nach so einer Viertelstunde beruhigt sich das Ganze und dann spüre ich auch,

Ah,

Ich bin draußen,

Hier ist die frische Luft,

Ich nehme die Jahreszeit wahr.

Also jetzt gerade so Spätsommer,

Frühherbst ist eine ganz besondere Stimmung.

Die Felder sind abgeerntet,

Der Mais steht noch und es sieht alles so ein bisschen einerseits schon leer aus und auf der anderen Seite sind die Farben noch so ganz satt und voll.

Das ist eine ganz wilde Mischung,

Wenn man da so läuft.

Und da dachte ich mir,

Man könnte doch einmal eine Achtsamkeitsübung machen,

Zum Beispiel zum Thema,

Das Unperfekte oder das Wilde ist eigentlich das wirklich Schöne.

Und diese Idee hatte ich,

Weil ich laufen war.

Diese Idee hatte ich,

Weil die vielleicht schon immer ein bisschen im Hintergrund in meinem Kopf herumgespuckt hat und das Laufen,

Was eigentlich für den Kopf nichts tun ist,

Hat mir die Möglichkeit gegeben,

Diese Idee herauskommen zu lassen und ein bisschen mit dieser Idee schon zu spielen.

Und wer weiß,

Vielleicht entsteht daraus für uns eine neue Podcast-Folge zum Thema Unperfekt oder Schönheit.

Mal sehen,

Katrin,

Also vielleicht fällt dir ja da auch noch was ein.

Ja,

Tolle Idee,

Ich gehe auf jeden Fall mal in mich.

Für diese Folge bleiben wir aber jetzt erstmal bei unserem Thema Kreativität.

Vielleicht fragst du dich als Hörerin oder Hörer,

Was Kreativität mit Endlichkeit oder gar mit Resilienz zu tun hat,

Was ja unsere beiden Herzensthemen sind.

Also für mich als Resilienztrainer ist Kreativität sehr wichtig,

Denn Resilienz ist deine innere psychische Widerstandskraft.

Das heißt,

Das ist die Kraft,

Die du brauchst,

Um Krisen zu überstehen oder vielleicht sogar an Krisen zu wachsen.

Und um Krisen zu meistern,

Brauchst du eine Idee.

Eine Idee,

Wie du aus dieser Krise herauskommst und wie du eine Lösung finden kannst.

Daher ist die Kreativität sehr,

Sehr wichtig für die Resilienz.

Das kennst du bestimmt auch,

Wenn du ein Problem hast.

Wenn du ein Problem hast,

Dann denkst du die ganze Zeit an das Problem.

Du bist,

Wie ich sagen würde,

In einem Problemtunnel.

Du denkst nur noch,

Wie könnte ich,

Wie sollte ich,

Was mache ich?

Und das Problem dominiert deinen Blick und eigentlich auch deinen ganzen Tag.

Aber um eine Lösung zu finden und um dieses Problem zu meistern,

Musst du raus aus dem Tunnel.

Du musst eine neue Perspektive gewinnen.

Du musst weg vom Tunnel,

Weg vom Problem.

Du musst einmal eine völlig neue,

Frische Sicht finden.

Und ich würde sagen,

Das ist Kreativität.

Kreativität heißt,

Geh mal raus aus deinen Mustern,

Geh mal raus aus dem,

Was du sowieso immer machst und versuch mal einen frischen,

Neuen Blick auf dich,

Auf dein Problem,

Auf dein Leben zu finden.

Und daher würde ich sagen,

Ja klar,

Resilienz und Kreativität,

Das eine braucht das andere.

Ich höre da jetzt raus,

Dass Kreativität also auch etwas damit zu tun hat,

Wie ich im Leben unterwegs bin.

Gerhard,

Glaubst du,

Kreativität kann auch eine Haltung sein?

Absolut ist Kreativität eine Haltung.

Wir denken ja bei Kreativität immer oft noch so an Genies und denken,

Ein Geistesblitz und alles ist super und alles ist genial.

Aber Kreativität heißt eigentlich,

Ich blicke nach vorne,

Suche mir neue Perspektiven und versuche mit einem frischen Blick an alles heranzugehen.

Die Leute,

Die wie ich noch die 70er-Jahre kennen,

Die kennen vielleicht auch noch Bruce Lee.

Bruce Lee war ja ein ganz berühmter Martial-Arts-Kämpfer und von dem gibt es ein ganz berühmtes Zitat,

Nämlich,

Sei wie Wasser,

Mein Freund.

Der meint natürlich einmal das beim Kämpfen selber,

Also wenn du vor einer Konfrontation stehst oder dich einem Gegner oder einer Herausforderung gegenüber siehst,

Stell dich drauf ein,

Was da kommt.

Verlass deine normalen Muster und blicke erstmal auf das,

Was da vor dir steht und suche Möglichkeiten damit umzugehen,

Sei wie Wasser.

Und ich habe gerade erst ein Buch gelesen von David Steindl Rast,

Der wurde im Juli 95 Jahre alt.

Und David Steindl Rast ist ein Benediktinermönch und in seinem letzten Buch hat er auch geschrieben,

Wir als Menschen haben die Möglichkeit,

Uns in den Lebensstrom einzureihen.

Wenn wir Probleme haben oder wenn wir nicht weiter wissen,

Sollten wir eigentlich sein wie die Fische.

Wir sind dauernd im Wasser,

Wir haben ein Gespür für die Strömungen,

Wir haben ein Gespür für das Leben um uns herum und wir müssen uns nur öffnen.

Wir müssen nur spüren,

Was gerade so an Fließgeschwindigkeiten und Möglichkeiten um uns herum ist.

Und in dem Augenblick,

Wo wir uns öffnen,

Können wir weiter durchs Leben fließen und durchs Leben gehen.

Insofern finde ich vielleicht,

Kreativität heißt eben,

Sei wie Wasser oder sei wie ein Fisch,

Lass dich auf die Strömungen ein,

Lass mal deine eigenen Sachen und deine eigenen Vorstellungen hinter dir und entdecke etwas Neues und es wird dich sofort weiterziehen zu einer Lösung oder zu einer neuen Idee.

Ich finde es total schön,

Dass du das so greifbar formuliert hast gerade,

Also dieses mit dem Wasser fließen,

Ich spüre es direkt,

Man kommt dann aus einer gewohnten festen Struktur direkt raus,

Weil man sich das auch erlaubt und dadurch ja,

Meine ich,

Direkt auch einen neuen Blickwinkel gewinnen kann,

Den man vorher in seiner festen Struktur,

In seinem festen Rahmen irgendwie natürlich gar nicht gesehen hat,

Weil man eh schon weiß,

Ich gehe nach vorne oder ich gehe nach rechts oder nach links,

Aber vielleicht,

Dass ich mal nach hinten gehe oder irgendwie nach oben und unten,

Das kommt einem vielleicht gar nicht in den Sinn in dieser gewohnten festen Struktur.

Und plötzlich ergibt sich dann vielleicht auch ein ganz neuer Lösungsweg,

Gerade jetzt in unserem Kontext eben auch mit der Resilienz oder dem Thema Endlichkeit.

Ja und manchmal braucht es einfach was anderes im Leben und wenn es ein Spaziergang ist oder mal eben ja eine ganz andere Sache,

Aber auf jeden Fall kann man selten ja auch kreativ auf Befehl sein.

Ja,

Jetzt haben wir ja schon ein klein wenig die Kreativität angerissen.

Also ich höre bisher raus,

Kreativität kann durchaus eine Ressource sein,

Um im Privatleben oder auch im Business,

Im Arbeitsleben Herausforderungen lösen zu können,

Vielleicht sogar Probleme formulieren,

Die andere noch gar nicht gesehen haben.

Auch wenn wir bei Kreativität vielleicht schnell auch mal an die Kreativbranche denken oder an typische kreative Tätigkeiten wie eben Basteln,

Malen oder so.

Ja,

Wir beide haben uns ja über unseren Job in der Kreativbranche kennengelernt,

In dem wir tagtäglich Lösungen finden dürfen.

Wie gehst du das für dich an oder wann bist du kreativ,

Gerhard?

Ja,

Wenn man das immer so genau wüsste.

Aber ich würde mal sagen,

Zur Kreativität gehört einfach auch das Spielen.

Also dass ich nicht sofort auf ein Ziel und einen Zweck zusteuere,

Sondern dass ich mir Zeit nehme herumzuspielen mit einer Idee,

Mit einem Gedanken.

Das mag jetzt vielleicht für den Arbeitgeber nicht ganz so optimal klingen,

Aber in einem Kreativberuf,

Denke ich,

Werde ich auch dafür bezahlt,

Eben verschiedene Perspektiven auszuprobieren und mich ganz bewusst in verschiedene Bereiche zu begeben,

Weil eine Idee habe ich selten,

Indem ich das Naheliegende nehme oder das nehme,

Was ich immer nehme.

Ich versuche halt natürlich schon,

Einfach eben etwas Neues hereinzubringen und da würde ich sagen,

Das kann man am besten oft mit nichts tun.

Haben wir ja schon angekündigt heute für unsere Episode und mit nichts tun meine ich wirklich Zeit vergeuden,

Zeit verplempern,

Dahingehend,

Dass ich eben nicht Punkte abhake von einer To-Do-Liste oder indem ich schnell,

Schnell Dinge fertig bekomme,

Sondern im Gegenteil,

Indem ich offen bin und mich erstmal ein bisschen treiben lasse und mal neue Eindrücke sammle.

Wir haben ja oft so die Sprache bei der Zeit,

Dass wir sehr aggressiv mit der Zeit umgehen.

Sachen wegmachen,

Sachen runterrocken,

Sachen zack,

Zack erledigen.

Und was ich eigentlich meine,

Ist das Gegenteil.

Gehe doch mit deiner Zeit einfach mal verschwenderisch um.

Schau nicht auf die Uhr,

Sondern sei mal offen und blick dich um.

Und ich glaube,

Das ist vielleicht am besten die Richtung,

Wie man eine Idee hat oder etwas Neues für sich finden kann.

Ja,

Das finde ich total super,

Weil faul sein und alle Viere von sich strecken,

Hilft ganz oft im Leben.

Ja,

Ich glaube,

Kreativität lebt auch von Neugier.

Ja,

Wer neugierig und offen ist,

Der denkt nicht,

Dauert an sich oder grübelt nicht über sich nach oder über seine eigene Situation,

Sondern dieses eben den Geist öffnen und offen sein.

Und dann kommt auch wieder dieses Fliesen,

Also mit dem Wasserfliesen ins Spiel.

Und spannend bei der Neugier und bei der Offenheit ist ja auch,

Dass es zwei Basisattribute der Achtsamkeit sind.

Gerade die Achtsamkeit ist ja auch eines unserer gemeinsamen Lieblingsthemen.

Das heißt,

Wenn ich mir jetzt so überlege,

Wenn ich zum Beispiel meditiere und still da sitze,

Dann mag das vielleicht von außen betrachtet erst mal ein bisschen seltsam und kurios aussehen.

Also vielleicht denkt sich jemand,

Der da zugucken würde,

Was sollte es jetzt sein,

Die sitzt da,

Atmet und tut ja nichts.

Aber ja,

Letztendlich tut man eben ganz schön viel in dem Moment.

Das finde ich gut,

Dass du Meditation oder Achtsamkeit erwähnst,

Weil tatsächlich finde ich das auch,

Wenn ich mal nichts tue,

Einfach da sitze und nur atme,

Dann lasse ich vielleicht einfach mal alles hinter mir und spüre überhaupt erst,

Dass da eine riesige Welt um mich herum ist,

Dass da viele,

Viele andere Menschen sind und ich werde wieder offen dafür.

Und das kann ja total inspirierend sein,

Mal nicht immer nur an sich zu denken und seinen eigenen Tagesplan und die eigenen Probleme,

Sondern einfach mal zu sehen,

Hey,

Da draußen ist richtig was los und da gibt es viele Dinge noch zu entdecken.

Man könnte vielleicht einfach sagen,

Nichtstun oder Muse ist wirklich die Basis dafür,

Neues zu finden und frische Ideen zu haben.

Wow,

Also höre ich da direkt raus,

Dass man auf der Suche nach dem Geistesblitz am besten überhaupt gar nicht nach ihm sucht?

Also meine Erfahrung ist es auf jeden Fall.

Vielleicht gibt es andere Genies da draußen,

Die so etwas haben,

Aber der Geistesblitz kommt dann am ehesten,

Wenn ich eben das nicht erzwinge,

Wenn ich eben offen bin und Zeit habe.

Wie sieht es bei dir aus,

Katrin?

Was ist Kreativität für dich?

Also ich würde sagen,

Kreativität ist ein total ambivalenter und schwer messbarer Begriff.

Weil was heißt denn Kreativsein für jeden oder jede von uns?

Ist es ein origineller Sein oder ein überlegener Sein oder um es vielleicht auch mit einer Messgröße zu versehen,

Ist es auch ein wirtschaftlicher Sein,

Also wirtschaftlicher Denken oder ja auch unvoreingenommen zu sein,

Aber dann auch wieder unvoreingenommen als was oder als wer denn genau.

Und ich finde es an der Stelle,

Wenn ich über Kreativität nachdenke,

Auch ein bisschen schwierig,

Da nicht direkt in einen Selbstvorwurf zu geraten,

So in Richtung Vergleich.

Dann ist man auch ganz schnell bei Fehler und Scheitern.

Das finde ich schwierig.

Kreativität ist für mich eher eine schöpferische Kraft,

Also auch so eine tiefe innerliche Energie,

Die irgendwie raus will,

Die Dinge erschaffen will,

Die Lösungen finden will.

Und spannend finde ich es vor allem dann,

Wenn Lösungen entstehen aus ganz anderen Lebensbereichen oder wenn man eine bestimmte Herausforderung oder Aufgabenstellung hat und dann eine Lösung findet,

An die man irgendwie zuerst gar nicht denkt.

Also wenn ein Gärtner vielleicht irgendwo im Garten gerade arbeitet und eine Grube hat und sich überlegen muss,

Wie er jetzt die geschlossen bekommt und beispielsweise an einen Zahnarzt denkt,

Wie der vielleicht eine Lücke füllt und,

Weiß ich nicht,

Am Ende irgendwie bei künstlicher Intelligenz landet.

Also das ist ja das,

Was wir im Rückblick dann auch ganz oft als kreative Lösung bezeichnen.

Das heißt,

Der Gärtner wendet im Endeffekt ja eine Kreativitätstechnik an,

Obwohl er kein klassischer Werber oder Künstler ist.

Und ja,

Natürlich ist Kreativität auch irgendwie die Fähigkeit,

Originell und fantasievoll in eine Welt einzutauchen,

Also auch in eine fremde Welt eben,

Wie ich es jetzt gerade schon so ein bisschen angerissen habe,

Um einen Sinn erlebbar zu machen oder auch bestimmte Themen in den Vordergrund zu rücken.

Mir fällt da direkt ein Beispiel ein,

Und zwar es gibt eine amerikanische Firma,

Die Friedhofsbesuche ins digitale Zeitalter gebracht hat.

Wir kennen den Friedhof,

Das ist für uns der klassische Ort der Trauer,

Also wir gehen dorthin an diesen Ort.

Jetzt haben wir heutzutage aber ja gewisse Herausforderungen,

Also wir haben Zeitverschiebungen vielleicht,

Die Familien haben inzwischen große Distanzen,

Auch es lebt nicht mehr überall an einem Ort die Großfamilie zusammen.

Es gibt auch immer noch fehlende Barrierefreiheit oder auch körperliche Beeinträchtigungen.

Und natürlich on top jetzt noch während unserer Pandemie gab es eben auch im harten Lockdown das Verbot,

An Beisetzungen teilzunehmen.

Ja,

Und warum soll der Friedhofbesuch?

Warum soll der Friedhofbesuch aber da eine Ausnahme sein oder eben auch eine ganz existenzielle Möglichkeit,

Unserer Trauer Ausdruck zu verleihen?

Warum sollte es sozusagen davon abgeschnitten sein?

Ja,

Diese amerikanische Firma,

Die hat eine App entwickelt und bietet in dieser App ein Videostreaming an.

Das heißt,

Am Grab ist eine Kamera installiert mit Solarenergiebetrieben und dann ist über die App zum Beispiel auch ein Zeitraffervideo möglich,

Also für das Wetter am Grab.

Das heißt,

Ich kann,

Wenn ich vor Ort oder nicht vor Ort bin,

Die App benutzen und ja,

Kann so in Verbindung quasi mit meiner eigenen Trauer gehen.

Und ja,

Dann gibt es beispielsweise auch noch eine Songplaylist,

In der dann die Lieblingslieder vielleicht von der verstorbenen Mama gespeichert sind und die kann ich dann abspielen,

Wenn ich sie vermisse und wenn ich sozusagen bei ihr am Grab bin,

Aber eben nicht mehr vor Ort.

Das beschreibt eigentlich so ganz gut das,

Was ich gerade vorher auch gesagt habe,

Dass man einen Sinn und ein Gefühl erlebbar macht mithilfe der Kreativität.

Das ist ja ein wirklich tolles Beispiel dafür,

Was passiert,

Wenn man mal ergebnisoffen an etwas rangeht,

Also wenn man nicht immer schon vorher weiß,

Was wohl herauskommen wird oder was herauskommen soll,

Sondern wirklich ein gutes Beispiel für so eine absolut frische Perspektive.

Was sind denn noch so Quellen für Inspiration?

Also Kreativität funktioniert ja irgendwie nicht auf Knopfdruck.

Da fällt mir ein,

Du und ich,

Wir sind ja Moderatorinnen und Moderator,

Also nicht nur hier im Podcast,

Sondern auch in unserem Job.

Da moderieren wir Teammeetings oder machen Workshops zu bestimmten Themen.

Wir arbeiten dabei mit agilen Methoden.

Agile Methoden heißt,

Wir stellen die Teams in den Vordergrund und wir lassen die Teams gemeinsam etwas Neues entwickeln.

Ich glaube,

In der gemeinsamen Teamarbeit steckt eine große Quelle von Kreativität.

Also wenn wir moderieren,

Haben wir uns ja schon oft danach unterhalten und waren total begeistert,

Welche Ideen da in einer Stunde vielleicht Arbeit herausgekommen sind und auch wie viele verschiedene Perspektiven da auftauchen.

Also ich glaube,

Einer allein kann nie im Leben so weit denken oder auch so viele Ideen entwickeln wie ein Team.

Ich denke,

Das ist auch der Grund,

Warum wir beide jetzt sehr gerne moderieren,

Weil es auch einfach ein tolles Erlebnis ist,

Diesen Flow mitzuerleben und mal mit so einem Team gemeinsam mitzuschwimmen,

Mitzugehen und zu sehen,

Wie Stück für Stück immer mehr Ideen auftauchen und wie ein Team letztlich auch selbst eine Lösung für etwas finden kann.

Daher glaube ich,

Ein ganz,

Ganz wichtiger Punkt für Inspiration ist Teamarbeit,

Gemeinschaft,

Teamfähigkeit.

Ja,

Du hast es ja gerade angesprochen,

Unsere gemeinsamen Moderationen für beispielsweise Team-Retrospektiven.

Dadurch kennen wir einige Tools,

Also sozusagen Denkwerkzeuge,

Die ganz gut helfen,

Einfach mal den üblichen Pfad zu verlassen oder eben frisch loszulegen.

Zwei dieser Übungen haben wir am Ende unserer Podcast-Folge auch für dich vorbereitet.

Da will ich aber an der Stelle mal noch gar nicht so viel verraten.

Musst du auch nicht,

Aber so viel kann man schon verraten,

Dass die Werkzeuge ja oft eigentlich ganz einfach sind,

Aber eigentlich immer das Gleiche mit dir machen.

Die nehmen so einen kleinen Hebel oder bauen dir so ein kleines Sprungbrett und das macht zack und auf einmal befindest du dich mal 90 Grad woanders oder bist über einem Problem statt im Problem.

Das sind eigentlich immer so Trigger,

Hebel,

Die dich weg von dir pushen,

Gemeinsam ins Team pushen und so versuchen,

Dir eine ganz,

Ganz neue Facette oder ein neues Bild von etwas zu liefern.

Also an der Stelle würde ich gerne noch mal kurz bleiben und die neuen Facetten,

Die du gerade angesprochen hast,

Oder auch das Neuerfinden oder Sich-Neuerfinden noch ein bisschen vertiefen.

Generell,

Der Aspekt des Neuerfindens wird inzwischen ja auch so ein bisschen inflationär fast verwendet oder es ist so eine inflationäre Floskel geworden,

Gerade jetzt vielleicht in Bezug auf Neujahrsvorsätze und so.

Ich glaube,

Das kennen wir ja alle.

Kannst du vielleicht für unsere Hörerinnen und Hörer den Aspekt des Neuerfindens noch mal ein bisschen konkretisieren,

Also wie das auch eine Haltung sein kann,

Die man im Leben integrieren kann?

Ich könnte mir nämlich jetzt vorstellen,

Dass es vielleicht nicht unbedingt der allererste Gedanke ist für jemanden,

Der sich in einer wirklich verzwickten Lage oder auch in einer traurigen Lebenssituation oder gar in einer tragischen Krise wiederfindet,

Dass er sofort an diese neue Facette auch denkt.

Das kann ich mir auch gar nicht vorstellen und das wäre mit Sicherheit auch viel verlangt.

Ich glaube,

Es ist so ein bisschen halt so der Spirit in unserer Zeit,

Dass wir das Gefühl haben,

Naja,

Quasi mit einer App oder mit ein paar Sachen,

Wenn ich nur wirklich will,

Kann ich immer alles ändern oder alles auf den Kopf stellen oder eben mich neu erfinden,

Also sprich mein Leben ganz neu gestalten und neu aufbauen.

Aber mal Hand aufs Herz,

So einfach ist es halt eigentlich dann doch nicht.

Wir bringen alle schon eine Vergangenheit mit und eine Geschichte mit und wir alle haben verschiedene Beziehungen.

Also ich kann nicht einfach immer irgendwo ausbrechen und alles quasi komplett neu designen und das wäre auch aus meiner Sicht eigentlich gar nicht richtig.

Wenn wir immer hier von Offenheit sprechen oder einer neuen Perspektive,

Heißt es ja nicht,

Dass man alles,

Was man lebt und hat,

Hinter sich lassen soll oder zerstören oder neu aufbauen soll.

Es meint eben tatsächlich einen frischen Blick,

Mal etwas Neues sehen,

Aber das vorhandene Neues sehen.

Wenn wir jetzt beispielsweise gemeinsam einen Workshop machen würden zur Stressbewältigung,

Dann ist da ein großer Punkt,

Dass wir für Stresssituationen,

Die dich vielleicht wirklich fertig machen,

Gemeinsam im Team und in der Gruppe Lösungen suchen.

Und allein dieser Schritt,

Dass man nicht einsam vor sich hin grübelt,

Sondern eben mehrere Menschen mal auf das Problem schauen lässt und Vorschläge sich anhört,

Ist genau oft die Befreiung.

Und man denkt sich dann im Nachhinein,

War ich blöd?

Wieso habe ich nicht schon längst mal jemanden gefragt?

Und ich denke,

Manchmal ist es auch so einfach.

Also den Mut haben,

Von sich wegzugehen,

Den Mut haben,

Mit anderen zu sprechen und schon baut sich eine neue Welt auf.

Und neu erfinden heißt vielleicht gar nicht so sehr eben,

Dass man sein Leben komplett umkrempelt,

Sondern dass die Bestandteile vom Leben einfach etwas neu zusammengesetzt werden.

Also dass sie ein neues Bild ergeben.

Ich nehme die,

Schüttel die mal ein bisschen durch,

Verschiebe die,

Baue andere Gewichte auf und schon habe ich vielleicht auch eine Neuerfindung.

Aber diese Neuerfindung hat immer was mit mir zu tun.

Also so wie ich lebe,

Meine Vergangenheit,

Meine Beziehungen,

Mein Job können einfach bestehen bleiben.

Insofern,

Ja,

Was kann man dann sagen?

Also ich würde dann nochmal sagen,

Neuerfinden klingt nach einem megamäßigen Anspruch und Neuerfinden klingt danach,

Als ob ich jeden Tag alles anders machen könnte.

Und ich finde,

Beides ist falsch,

Sondern Neuerfinden heißt,

Denk nicht immer nur an dich,

Geh auf andere zu,

Nimm dir Zeit,

Lass dich treiben und finde im Team oder mit anderen Menschen eine Lösung.

Das klingt super hilfreich und auch an der Stelle wieder finde ich sehr entlastend,

Weil so Krisen im Leben,

Glaube ich,

Haben wir alle zuhauf.

Also das passiert ja so,

So oft.

Es gibt ja auch das schöne Sprichwort,

Das Leben ist das,

Was passiert,

Wenn du versuchst Pläne zu machen und dann,

Trommelwirbel,

Es kommt ganz,

Ganz anders,

Als du es geplant hast.

Deswegen ist das,

Glaube ich,

Ein sehr,

Sehr guter Gedanke,

Den du gerade irgendwie nochmal von der anderen Seite beleuchtet hast.

Ich denke,

Dass das Leben immer anders kommt,

Als man denkt.

Das werden wir jetzt hier alle unterschreiben können,

Also du als Hörerin und Hörer und du,

Katrin und ich bestimmt auch.

Wie ist denn das bei dir so?

Also hast du vielleicht eine Erfahrung,

Die du erzählen könntest,

Wo einmal alles anders kam,

Als du geplant hattest oder gedacht hattest?

Oh ja,

Und zwar war das genau mitten in meiner Kreativausbildung.

Ich hatte damals ein Feedbackgespräch mit meinem damaligen Mentor.

Das war ein super empathischer Mensch,

An den ich mich echt gern zurückerinnere.

Also wenn ich an den Kollegen damals denke,

Dann habe ich so ein richtig warmes Erinnerungsgefühl.

Also wir hatten auch ein super Verhältnis und wir saßen da in einem Besprechungsraum.

Ich saß da,

War natürlich super aufgeregt und war auch in Erwartung nach Wertschätzung und Anerkennung meiner Fähigkeiten.

Das war ja ein Feedbackgespräch.

Dann saß ich da und er sagte mir dann,

Er glaubt,

Ich sei zu strukturiert und zu ordentlich,

Um in einem Kreativberuf bestehen zu können.

Das hat echt eingeschlagen bei mir,

Das hat mich so getroffen.

Immerhin stand ich ja am Anfang meines beruflichen kreativen Werdegangs.

Also ich hatte auch eben im Hinterkopf,

Irgendwie Artdirektorin zu werden.

Und dann,

Zack,

Habe ich dieses Stoppschild vor mir und das eben auch von meinem Mentor oder Ausbilder.

Das hat mich wahnsinnig beschäftigt.

Und jetzt,

Fast 20 Jahre später,

Muss ich sagen,

Bin ich so dankbar für den Satz,

An den ich echt oft zurückdenke.

Also das war sowas ganz Bleibendes.

Das hat echt einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ist auch direkt in meinem Erinnerungsrucksäckchen für mich liegen geblieben,

Den Satz oder dieses Feedback trage ich immer mit mir rum.

Also du bist auf jeden Fall resilient,

Weil wenn jemand so etwas zu mir sagen würde,

Dem würde ich erstmal ins Gesicht springen oder ich würde mich total aufregen oder ich wäre danach erstmal total beleidigt.

Und wenn du das jetzt wirklich geschafft hast,

Das für dich als letztlich doch positives Feedback zu werten oder als eine Richtung oder eine Möglichkeit,

Dein Leben nochmal anders zu leben,

Dann ist das wirklich extrem resilient.

Das heißt,

Du hast aus dieser Challenge eine Chance für dich gemacht.

Also gratuliere.

Ich glaube,

Ich hätte das nicht geschafft.

Ich hätte mich total aufgeregt in der Situation.

Ja,

Also das hat sich jetzt natürlich auch nicht vom einen Moment auf den anderen ergeben.

Das war schon viel,

Viel Arbeit und viel diesen Satz irgendwie in meinem Inneren wälzen und wieder von der anderen Seite angucken.

Und ich war auch super lange auf der Suche und habe mir immer gedacht,

Da muss doch noch was sein.

Und eigentlich hatte ich doch diesen einen Plan.

Und ja,

Jetzt habe ich da so ein Feedback bekommen,

Womit ich wirklich null gerechnet hatte.

Also du wurdest halt einfach unsanft aus der Kurve geworfen,

Sage ich jetzt mal.

So wie ich vorher erzählt habe,

Bei unseren Übungen,

Ob jetzt,

Wenn wir als Moderatorin und Moderator unterwegs sind oder auch in den Workshops,

Die ich gebe,

Sind es natürlich immer nette Trigger und schöne Sprungbretter.

Und in dem Fall war es halt,

Finde ich,

Ein sehr unschönes,

Weil es ist wirklich nicht einfach,

So ein Feedback zu verarbeiten.

Aber der Effekt ist der gleiche.

Du wirst automatisch aus deinem bisherigen Muster rausgeworfen.

Du bist gezwungen,

Einen neuen Blick zu bekommen.

Und dann ist bei dir das Positive passiert.

Du hast versucht,

Das wirklich anders zu sehen und es hat sich für dich kreativ entwickelt.

Und jetzt zum Glück sitzt du hier und sprichst den Podcast.

Ja,

Genau.

Also es war klar unschön,

Aber es war auch ehrlich.

Also ich bin meinem damaligen Ausbilder,

Ich bin ihm überhaupt nicht böse.

Wirklich,

Ich mag ihn als Mensch total.

Und klar,

Es war ehrlich,

Aber es war in dem Moment natürlich,

Ich will fast sagen,

Vernichtend irgendwie für mich im Gefühl.

Wenn du jetzt für dich nochmal so zurückblickst nach fast 20 Jahren,

Was ist jetzt so die Quintessenz aus diesem Erlebnis für dich?

Meine Schlussfolgerung für mich,

Die ich mir mitnehme oder mitgenommen habe,

Ist die,

Dass es Personen in meinem Umfeld gibt,

Also gerade jetzt in Bezug auf die Kreativwirtschaft,

Die weitaus kreativer sind oder die ich als kreativer empfinde,

Weil die einfach schneller,

Geschmeidiger,

Werblicher,

Wie auch immer man es jetzt benennen möchte,

Auf den Punkt kommen.

Aber eigentlich haben wir es an der Stelle dann wieder mit dem Thema Selbstvorwurf und auch der Definition für Kreativität,

Weil was bedeutet jetzt in dem Fall wieder kreativer?

Ist es lösungsorientierter,

Visuell kräftiger und so weiter?

Ja,

Und meine Quintessenz,

Die ich mir mitgenommen habe an der Stelle,

Ist schon,

Dass ich durchaus eine kreative Schaffenskraft habe,

Nur nicht mittels eines Kreativberufs,

So wie es eigentlich mein eigentlicher Plan war.

Meine innerliche Kraft definiere ich für mich eher als inhaltliche Qualität und habe so für mich dieses Wort kreativ oder kreativer,

Um es auch mit diesem Vergleichskontext irgendwie zu sehen,

Einfach für mich ausgeklammert.

Weil ich finde auch,

Es gibt so ein Verhältnis von kreativ und werblicher Qualität hin zum Organisationstalent,

Was ja letztendlich damals auch mein Feedback war.

Es gibt super kreative Leute,

Bei denen ist vielleicht das Verhältnis 90-10,

Also die sind ein unfassbarer Quell an Kreativität.

Die kriegen aber vielleicht irgendwie,

Weiß ich nicht,

Ihre tägliche Buchhaltung nicht auf die Reihe.

Und bei mir ist es dann vielleicht eher so 40-60,

Um es jetzt irgendwie greifbar vielleicht zu machen.

Und inzwischen,

Um jetzt nochmal long story short auf die Schlussfolgerung zu kommen,

Ich habe mir inzwischen auch ein bisschen wieder die Erlaubnis gegeben,

Das für mich trotzdem Kreativität zu nennen.

Um vielleicht auch nochmal auf Be Water My Friend zu kommen.

Mein Water war einfach dieses Feedback,

Das ich subtil mit mir rumgetragen habe,

Mit dem ich geflossen bin und auch ein Stück weit mich irgendwann dann dahin gebracht habe,

Dass ich mich einfach auf meine Intuition verlasse,

Um zu gucken,

Was ist denn da noch?

Gibt es da noch was?

Und ja,

Dann auch so ein bisschen einfach so ein Vertrauen oder so ein Urvertrauen irgendwie mir selber nochmal oder mich selber an Urvertrauen erinnert habe,

Dass schon vielleicht einfach das Richtige kommen wird.

Wenn ich dir so zuhöre,

Dann denke ich an den Spruch so raus aus der Komfortzone.

Und ob man das freiwillig oder unfreiwillig macht,

Ist so eine Geschichte.

Aber du warst bestimmt raus aus der Komfortzone und hast für dich einen neuen Weg entdeckt.

Und finde ich total schön,

Du sagst jetzt wieder selber zu dir,

Du nennst es für dich Kreativität.

Ich finde es auch,

Das was du tust,

Ist extrem kreativ.

Raus aus der Komfortzone ist immer so ein Schlagwort,

Was wir sehr oft zu hören bekommen.

Aber der wahre Kern ist tatsächlich,

Manchmal tut es vielleicht ein bisschen weh und manchmal brauche ich einen kleinen Tritt.

Aber es ermöglicht mir wirklich einen Neuanfang oder einen neuen Blick auf mich selbst.

Und du bist ja Hospizbegleiterin,

Begleitest sterbende,

Sehr kranke Menschen.

Da bist du bestimmt auch sehr weit aus deiner Komfortzone heraus.

Und aus dem Umgang damit würde ich dich jetzt mal fragen,

Was erlebst du aus dieser Perspektive oder im Umgang mit diesen Menschen?

Was ist da Kreativität im Rückblick?

Was ist da Kreativität fürs Leben?

Wir alle wollen in unserem Leben ja was erreichen.

Also ich behaupte mal,

Das ist von ziemlich vielen ein innerer Wunsch.

Also in unserer Lebenszeit etwas gestalten oder unsere Lebenszeit gestalten.

Wir nehmen uns Ziele vor,

Wir haben Wünsche oder auch gewisse Pläne.

Ja,

So wie ich dieses Feedback die ganzen Jahre mit mir herumgetragen habe und nach vielleicht einem Ding oder einem Etwas gesucht habe und mich auf meine Intuition verlassen habe,

So könnte ich jetzt quasi auch sagen,

Wenn ich von der Hypothese ausgehe,

Alles ist möglich,

Dann macht das ja erstmal einen wahnsinnig breiten Raum auf.

Also es herrscht erstmal völlige Freiheit.

Das ist für mich jetzt gerade mal der eine Pol.

Und der andere Pol ist,

Das Leben ist endlich.

Also das heißt,

Irgendwann ist Schluss mit mir hier auf der Erde und irgendwann werde ich einfach sterben und in Anführungszeichen weg sein.

Und wenn ich mich jetzt mal von hinten her annähere und den Gedanken habe,

Was soll von mir bleiben,

Wenn ich nicht mehr bin?

Dann ist für mich das Dazwischen,

Also das Zwischen den Polen,

Quasi die Schaffungskraft.

Also es ist dann mein Leben,

Mein Wirken,

Meine Versuche,

Mein Hadern,

Mein Hinfallen und wieder aufstehen und weitersuchen.

Also letztendlich irgendwie dann auch neue Ideen.

Also wenn die Leute zurückblicken auf ihr Leben,

Dann versuchen sie natürlich zu sehen,

Was war wertvoll oder welchen Wert oder welchen Sinn hatte mein Leben.

Und da hast du gerade erzählt,

Dass es oft die Momente sind,

Wo man versucht hat,

Eben etwas zu erschaffen oder etwas zu tun.

Und was ich ganz spannend finde,

Du hast auch erzählt,

Dass es Momente sind,

Die vielleicht nicht immer geglückt sind,

Aber dass vielleicht der Versuch schon gezählt hat,

Etwas zu tun und etwas zu machen.

Und da muss man vielleicht dazu sagen,

Ja,

Wir sind eben Menschen und es haut nicht immer alles hin.

Wir nennen das Endlichkeit.

Also unser Leben ist ja endlich,

In dem Sinn,

Dass es irgendwann zum Tod führt.

Aber Endlichkeit heißt auch,

Wir können nicht alles managen und nicht alles gelingt,

Was wir tun können.

Und ich denke jetzt gerade mal zum Beispiel auch an Gedichte oder an schöne Bilder,

Die ich gerne mag.

Und vielleicht ist es eben diese Endlichkeit unseres Lebens und auch vielleicht sogar manchmal das Misslingen,

Was diese Momente im Rückblick trotzdem sehr wertvoll und sehr schön macht.

Oder wie würdest du das sehen?

Ist es so,

Dass unser Leben erst durch die Endlichkeit einen gewissen besonderen Wert für uns erreicht?

Ja,

Absolut.

Also vielleicht sogar noch ein bisschen von der anderen Seite betrachtet oder als Frage auch formuliert.

Welchen Stellenwert würden wir unseren Wünschen denn beimessen,

Wenn wir unendlich lang leben könnten?

Also bräuchten wir dann auch Kreativität?

Und wofür bräuchten wir die?

Das ist auch immer ein guter Punkt.

Es gibt ja ein paar schöne Filme und Bücher über das unendliche Leben.

Und meistens kommt da wahnsinnige Langeweile auf.

Also bei den Vampiren,

Die ganz lange leben,

Oder auch manchmal Menschen,

Die unsterblich werden,

Weil die dann irgendwie alles erlebt haben und auch alles erreicht haben und aber auch mit einer gewissen Leichtigkeit.

Und am Ende zerrinnt den Unsterblichen immer alles zwischen den Fingern.

Das ist für uns trotzdem ein schwieriger Gedanke,

Dass eigentlich die Endlichkeit das Leben vielleicht schön macht.

Aber das ist auch ein Gedanke,

Den wir in den Achtsamkeitsübungen immer mitnehmen können.

In den Achtsamkeitsübungen geht es immer um den Augenblick,

Dass ich mich auf den Augenblick einlasse.

Dass ich eben nicht in meinem normalen Lebensmodus bin und an Aufgaben denke,

An Pläne denke,

An Wünsche denke,

An Hoffnungen denke,

Also an alles,

Alles andere.

Nur nicht an das,

Was gerade um mich herum passiert.

Diese Art von Achtsamkeit,

Dass ich offen bin für den Augenblick,

Ist eben auch die Basis dafür,

Dass ich kreativ sein kann,

Dass ich Neues entdecke und mich einmal in neue Richtungen bewegen kann,

Also das Leben fließen lassen kann und mich da mitfließen,

Mitschwimmen lassen kann.

Und die gute Nachricht ist ja eben,

Ich kann das üben.

Als Resilienztrainer kenne ich ganz,

Ganz viele Achtsamkeitsübungen und vielleicht,

Wenn du,

Liebe Hörerin oder lieber Hörer,

Einmal Lust hast,

Könntest du auch einmal versuchen,

Eine Achtsamkeitsübung zu machen.

Ja,

Vielleicht darf ich die Gelegenheit kurz beim Schopfe packen und die Werbedrommel rühren.

Gerhard,

Du bietest ja in der kostenlosen App oder Meditations-App InsideTimer einige Achtsamkeitsübungen an,

Die auch wunderbar zu diesem Kontext passen.

Also,

Wenn dich das,

Liebe Hörerin,

Liebe Hörer,

Interessiert und du bei dem Thema auch gern ein bisschen tiefer einsteigen magst,

Dann schau da super gerne mal bei Gerhard vorbei.

Wir verlinken Gerhards Profil natürlich auch in den Shownotes.

Ja,

Danke,

Dass du diesen Tipp gibst,

Katrin.

In der App findest du auf jeden Fall Übungen,

Die du sehr leicht machen kannst,

Einfach morgens oder abends.

Und es sind auch einige Übungen dabei,

Die du im Job machen kannst,

Die bewusst so gestaltet sind,

Dass du sie in einer Arbeitspause machen kannst.

Und in der Arbeitspause ist es vielleicht gar nicht schlecht,

Wenn du dich erholen kannst und wenn du vielleicht die eine oder andere Idee hast,

Wie du in deinem Job weiterkommst.

Achtsamkeit heißt,

Sich Zeit nehmen,

Heißt,

Zur Ruhe kommen und auch einmal einen stillen Moment genießen.

Ja,

Die Stille ist ja ohnehin unser kleiner,

Großer Begleiter hier in dem Podcast.

Wir kommen immer wieder auf die Stille zurück und ja,

Ich bin mir ganz,

Ganz sicher,

Wir werden das auch in den folgenden Episoden immer mal wieder tun.

Also hör auch gern mal in die erste Folge rein,

Wenn du tiefer zur Stille einsteigen magst.

Da haben wir ganz intensiv über die Stille gesprochen und am Ende der Folge auch eine kleine Übung zur Stille eingebaut.

Ja,

Jetzt sind wir fast am Ende unserer aktuellen Podcast-Folge angelangt.

Wie schon auch in den ersten beiden Folgen ist es uns ja immer ein Anliegen,

Dass du dir,

Liebe Hörerin,

Liebe Hörer,

Was Praktisches mitnehmen kannst.

Wir wollen dir auf jeden Fall am Ende jeder Folge immer eine Erfahrung mitgeben,

Eine praktische Übung,

Die im ganz direkten Bezug zum Thema steht.

Und heute hat es natürlich etwas mit Kreativität zu tun.

Du darfst deine Kreativität kitzeln lassen und ja,

Auch die Übungen,

Die gleich folgen,

Die packen wir natürlich auch in die Shownotes.

Aber ja,

Jetzt geht es erstmal los mit der ersten Übung.

Mach dir doch mal eine Not-To-Do-List.

Schreib dir auf,

Was du heute mal nicht machen willst,

Auch wenn das ein ungewohnter Gedanke ist.

Kleb dir als Erinnerung zur Erlaubnis,

Heute eine bestimmte Sache mal nicht zu tun,

Beispielsweise ein Post-it an deine Kühlschranktür oder deinen Badezimmerspiegel,

Dort,

Wo du es einfach gut siehst und jeden Tag vorbeikommst.

Das ist ja mal eine geniale Idee.

Also die Not-To-Do-List.

Was könnte das wohl sein?

Hm,

Was will ich nicht machen?

Nicht aufräumen.

Nicht die Einkaufsliste schreiben.

Nicht das Fahrrad aufpauen.

Nicht die Kühlschranktür aufräumen.

Nicht die Kühlschranktür aufräumen.

Nicht die Kühlschranktür aufräumen.

Nicht die Kühlschranktür aufräumen.

Nicht die Kühlschranktür aufräumen.

Fahrrad aufpumpen.

Und auf gar keinen Fall jetzt den Keller ausmisten.

Absolut,

Das klingt nach einer guten Not-To-Do-List.

Man kann natürlich jetzt auch sagen,

Oft schiebt man damit nur Aufgaben auf.

Aber manche erledigen sich ja auch direkt von selbst.

Und manchmal ist genau in diesen kleinen Inhalten Platz zum Luft holen und zum Pause machen.

Ja,

Pause machen ist immer die beste Idee.

Wir haben ja alle so eine ewige To-Do-Liste im Kopf.

Und immer wenn wir etwas erledigt haben,

Zack,

Rutscht schon das nächste To-Do nach.

Und die Not-To-Do-Liste ist doch der perfekte Plan.

Pause machen,

Durchatmen,

Augenblick genießen.

Und in einer solchen Pause könntest du dann auch die zweite Übung machen.

Wenn du nämlich ein Problem hast und nach einer Lösung suchst,

Dann verwende doch einfach einmal die Kopfstandtechnik.

Die Kopfstandtechnik heißt so,

Weil du dich bildlich auf den Kopf stellst.

Das heißt,

Die Frage,

Die du eigentlich hast,

Stellst du auch auf den Kopf.

Ich gebe dir ein Beispiel.

Du fragst dich vielleicht,

Was müsste ich jetzt tun,

Damit es mir besser geht?

Die Kopfstandfrage lautet,

Was müsste ich tun,

Damit es mir jetzt so richtig mies geht?

Und das können wir auch gleich mal ausprobieren.

Also,

Ich frage jetzt einfach mal,

Was müsste ich tun,

Dass es mir so richtig mies geht?

Da fällt mir gleich ein,

Mich jeden Tag über das Gleiche in der Arbeit ärgern,

Statt irgendwas ändern zu wollen.

Mal wieder nicht zum Laufen gehen und sich trotzdem so richtig unzufrieden fühlen.

Dauernd Fastfood essen.

Über das eiskalte Wasser im See jammern.

Ich habe hier zwei Seen vor der Haustüre.

Ja,

Oder überhaupt einfach nur noch jammern.

Und sich dauernd beschweren,

Alle beschimpfen.

Die Pflanzen im Zimmer wegschmeißen.

Kaugummi hinters Ohr kleben und warten,

Bis er sich im Haar so richtig festsetzt und festpappt.

Du wirst überrascht sein,

Wie viel Spaß diese wilden Gedanken machen und wie am Ende doch irgendwie eine Lösung herauspurzelt.

Das passiert tatsächlich ganz automatisch.

Genau.

Und es macht vor allem tatsächlich viel,

Viel Spaß.

So wie mir und ich denke auch dir,

Katrin,

Diese Folge besonders viel Spaß gemacht hat.

Es waren irgendwie tausend Ideen und tausend Inspirationen dabei.

Und ich hoffe,

Du,

Liebe Hörerin und du,

Lieber Hörer,

Nimmst auch entsprechend ganz viele Inspirationen für dich mit.

Das war unsere dritte Folge.

Vielen Dank dir fürs Zuhören.

Wir freuen uns,

Dass du dabei warst und hoffen,

Dir hat unser etwas anderer Blickwinkel auf die Kreativität gefallen.

Alle Inspirationen und alle Impulse,

Damit du mit deinen Gedanken auf Reisen gehen kannst,

Findest du zum Nachlesen in den Shownotes.

Auf jeden Fall wünschen wir dir viel Freude und viel Spaß beim Ausprobieren der Übungen und wir hoffen,

Dass du mit einem offenen,

Frischen Entdeckergeist an all deine Probleme und an all deine Projekte herangehen kannst.

Wir würden uns freuen,

Wenn du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt und uns schreibst.

Und wenn dir die Folge gefallen hat und du die nächste Folge nicht verpassen möchtest,

Dann abonniere doch unseren Podcast,

Falls du es nicht sowieso schon getan hast.

Wir hören uns,

Wenn du magst,

Bald wieder.

Bis dahin,

Habt eine gute Zeit.

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August 20, 2024

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