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Die Blume der Königin | Einschlaf-Meditation & Märchen

by Alexandra Matthes

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Meditation
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Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion) und eine Geschichte zum Einschlafen aus Korea. Die Abendroutine vorneweg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages. Was im Märchen passiert: In einem friedlichen Königreich startet ein ungewöhnlicher Wettstreit: Wer aus einem Samenkorn die prächtigste Blüte zieht, gewinnt Herz und Krone der Herrscher. Während ringsum die schönsten Blumen gedeihen, steht der junge Han mit nichts als nackter Erde in seinem Topf vor der Entscheidung, ehrlich zu bleiben oder den Traum vom Prinzenrang aufzugeben. Wie immer, so wird auch diese Geschichte am Ende gut ausgehen, so dass Du beruhigt jederzeit einfach einschlafen kannst. Start Märchen: 11:00

Transkription

Die Blume der Königin,

Entspannende Abendmeditation und ein Märchen aus Korea.

Nimm ein paar tiefe und bewusste Atemzüge und wenn du möchtest,

Dann rückel und räkel dich nochmal zurecht,

Gib dir die Bewegungen,

Die dir gerade gut tun,

Vielleicht willst du dich recken und strecken,

Dabei gähnen oder tief seufzen und wenn du dann soweit bist,

Dann schließe deine Augen,

Komm an,

Spüre,

Wie du dort liegst,

In deinem Bett,

Unter deiner Decke,

Vielleicht ist es schon kuschelig warm,

Spüre dich selbst,

Was ist gerade wahrnehmbar,

Dann beobachte für eine Weile deinen Atem,

Wie er gleichmäßig ein und ausströmt,

Stell dir vor,

Du singst mit jedem Ausatmen,

Ein bisschen tiefer in die Matratze,

Gemütlich,

Entspannt und sicher,

Der Tag ist vorbei,

Alles ist gesagt und getan und du darfst die Dinge gut sein lassen,

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,

Als einfach nur zu entspannen,

Wohlig,

Geborgen,

Geborgen und wohlig und wie nebenbei,

Kannst du gleich,

Wenn ich es sage,

Nochmal die Bilder oder den Film deines Tages Revue passieren lassen.

Was hast du heute erlebt?

Was war heute besonders?

Schau einfach mal,

Welche Bilder und Sequenzen so auftauchen,

Wenn du an heute denkst.

Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des Tages.

Nun sammel mindestens drei Dinge zusammen,

Für die du heute dankbar bist.

Es spielt keine Rolle,

Wie groß oder klein sie wirken,

Ein warmer Tee,

Ein herzliches Wort,

Ein stiller Moment für dich.

Wofür bist du heute dankbar?

Nimm einen etwas tieferen Atemzug ein und lass mit dem Ausatmen los.

Stelle dir vor,

Eine weiche Decke der Entspannung breitet sich über dir aus,

Deine Gesichtszüge ganz weich und entspannt,

Dein Kiefer ganz locker,

Auch die Schultern,

Die Arme und die Hände ganz entspannt,

Dein Herz schlägt ruhig und zuverlässig,

Dein Oberkörper,

Dein Gesäß,

Deine Beine,

Angenehm schwer,

Angenehm entspannt.

In den Momenten der Ruhe und der Entspannung finden all die wichtigen Regenerations-,

Heilungs- und Entwicklungsprozesse statt.

Jede Zelle in dir ist auf Gesundheit und Wohlsein programmiert und jede Zelle weiß ganz genau,

Was zu tun ist.

Möglicherweise spürst du schon,

Wie du immer müder und immer schläfriger wirst.

Und du weißt,

Du darfst jederzeit einfach einschlafen.

Ob vor,

Während oder nach der Geschichte,

Die ich dir gleich vorlesen werde,

Ist ganz egal.

Denn ich verrate dir jetzt schon,

Dass die Geschichte gut ausgehen wird.

Also lass dich tragen,

Weich und sanft,

Auf eine kleine Reise in einen frühlingshaften,

Duftenden Schlossgarten,

Wo du beobachten und belauschen kannst,

Was dort so vor sich geht.

Im Herzen eines stillen und friedlichen Reiches lebten eine Königin und ein König.

Sie konnten glücklicher nicht sein,

Waren reich an Schätzen,

Ihr Volk liebte sie.

Doch sie waren bekümmert,

Denn sie hatten keine Kinder und wünschten sich doch so sehr wenigstens eines.

Oft wandelte die Königin in der Abenddämmerung durch ihre Rosengärten.

Die Rosen neigten sich vor ihr,

Als wollten sie sie trösten.

Doch der Wind trug ihre Säufzer weit,

Weit fort,

Und ein Schleier der Traurigkeit lag über dem Land.

Eines Tages,

Als die Königin wieder mal bei ihren duftenden Rosen war,

Kam ihr eine Idee.

Ich werde ein Kind aus dem Volk als das Unsere anerkennen.

Es soll bei uns wohnen und später die Krone übernehmen.

Doch nicht das vornehmste Blut soll das Kind haben,

Sondern es soll die aufrichtigste Seele in sich tragen.

Mit rosigen Wangen lief sie zu ihrem Gemahl,

Um ihn von ihrem Vorhaben zu berichten.

Am ersten Morgen im Frühling verkündete der Herold einen ungewöhnlichen Wettstreit.

Im Palasthof erhielten alle Kinder,

Die Prinz oder Prinzessin werden wollten und zwischen sieben und zwölf Jahre alt waren,

Ein winziges Samenkorn,

Schwarz wie die Nacht und glänzend wie die Hoffnung.

Gießt diesen Samen mit Geduld,

Pflegt ihn mit Freude,

Sprach die Königin,

Und bringt uns in einem Jahr die schönste Blume.

Unter den Kindern war auch Han,

Der Sohn einer Teehändlerin.

In ihrem Haus roch es nach Jasmin-Tee und frisch geröstetem Reis.

Doch reiche Erde besaßen sie kaum.

Han stellte einen Blumentopf mit dem schwarzen Samen darin an das sonnigste Fenster.

Er sang leise Lieder und ließ achtsam und tropfenweise klares Wasser in den Topf fließen.

Tage wurden zu Wochen,

Wochen zu Monaten.

In den Gärten der Kinder schossen Blüten hoch wie Raketen.

Purpurrot,

Sonnengelb,

Königsblau,

Groß und klein.

Doch Han's Topf blieb leer.

Er wechselte die Erde,

Schuf kleine Schattenzelte gegen die Mittagshitze,

Erzählte Geschichten von Mut und Mondlicht.

Doch nichts geschah.

Manch anderes Kind tuschelte.

Schau,

Der da träumt vom Königsthron und hüte doch nur die Leere.

Oft erinnerte ihn seine Mutter,

Wer ehrlich bleibt,

Trägt eine Krone aus Licht,

Und die ist kostbarer als alles Gold.

Als der Jahreskreis sich schloss,

Strömten die Kinder in den Palast.

Bogen aus Farben tanzten im Hof,

Süße Düfte schwebten wie unsichtbare Drachen.

Han trug mit gesenktem Kopf nur die Stille seines leeren Topfes in den Schlosshof.

Er fühlte das Gewicht der Leere wie eine Melodie ohne Klang und trat dennoch,

Wenn auch etwas beschämt,

Mit den anderen vor das Königspaar.

Die Königin ließ ihren Blick über Orchideen,

Lilien und Nachtkerzen wandern,

Bis er sanft auf Han ruhte.

Zeig uns deine Blume,

Bat sie ihn.

Han schluckte,

Seine Stimme war leise,

Aber klar wie Quellwasser.

Meistät,

Aus meinem Samen wuchs nichts.

Ich konnte ihn nicht zwingen zu sein,

Was er nicht ist.

Da lächelte die Königin.

Kind,

Sagte sie,

Laut genug,

Dass jede Lilie erzitterte.

All diese Körner waren gekocht,

Keine Wurzel konnte aus ihnen dringen.

Nur du hast uns den Samen zurückgebracht,

Den wir dir anvertrauten.

Vollkommen unverfälscht,

Ehrlich und aufrichtig.

Der König erhob sich und legte Han seinen purpurnen Mantel um.

Nur dieser eine Junge hier mit dem leeren Blumentopf war ehrlich.

Er soll der neue König werden,

Sprach er.

Und der Jubel des Volkes erfüllte den sonnigen Frühlingstag.

Fortan lebte Han mit seiner Mutter im Schloss.

Jeden Tag ging er mit der Königin in den Rosengärten spazieren und ließ sich die Kunst der Rosenzucht zeigen.

Und so lebten sie glücklich und in Frieden.

Und wenn sie nicht gestorben sind,

So leben sie auch heute noch.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht,

Einen tiefen und erholsamen Schlaf mit schönen Träumen.

© 2026 Alexandra Matthes. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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