
Der Schneider und der Wichtel | Meditation & Märchen
Diese Folge beginnt mit einer geführten Meditation zum Reflektieren, Loslassen und für innere Ruhe. Danach erzähle ich Dir ein Märchen aus Norwegen. Zum Einschlafen. Zum Träumen. Für Kinder & Erwachsene Was im Märchen passiert: Ein Schneider lebt einsam und ein wenig antriebslos am Rande eines Waldes in Norwegen. Eines Abends klopft ein Wichtel an seine Tür, mit einem ganz besonderen Wunsch: Der Schneider soll ihm eine ganz besondere Jacke nähen. Der Schneider willigt ein und ahnt nicht, dass diese Nacht sein Leben verändern wird. Wie immer, so wird auch dieses Märchen am Ende gut ausgehen, Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen.afen Start Märchen: 11:35 Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume.
Transkription
Der Schneider und der Wichtel.
Entspannende Abendmeditation und ein Märchen aus Norwegen.
Mach es dir in deinem Bett bequem und nimm ein paar tiefe Atemzüge.
Atme bewusst ein und aus.
Und wenn du willst,
Dann bringe nochmal ein bisschen Bewegung in deinen Körper.
Rückel und regel dich zurecht.
Recke und strecke dich.
Wenn du möchtest,
Kannst du auch gähnen oder laut seufzen.
Und wenn du dann soweit bist und noch nicht getan,
Dann schließe deine Augen.
Komm an,
Jetzt,
Am Ende dieses Tages,
Hier in deinem Bett.
Spüre,
Wie dein Atem nun ruhig und gleichmäßig ein- und ausströmt.
Nimm das sanfte Heben und Senken deines Oberkörpers bei jedem Atemzug wahr.
Und vielleicht kannst du ja auch schon wahrnehmen,
Wie du mit jedem Atemzug mehr und mehr entspannst.
Auf angenehme Weise immer tiefer,
Gemütlich und geborgen in die Matratze sinkst.
Der Tag ist vorbei und es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Als einfach nur zu entspannen.
Und ich lade dich,
Gleich wenn ich es sage,
Ein,
Diesen einmaligen Tag nochmal wie nebenbei,
Wie einen kleinen Film vor deinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen.
Was ist heute passiert?
Was war heute vielleicht besonders?
Was hat diesen Tag ausgemacht?
Schau einfach mal,
Welche Bilder spontan auftauchen,
Wenn du an heute denkst.
Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des Tages.
Und nun sammel nochmal mindestens drei Dinge zusammen,
Die heute besonders waren.
Die Dinge,
Für die du heute besonders dankbar bist.
Das kann ein gutes Essen,
Eine nette Begegnung oder ein warmer Sonnenstrahl auf der Haut sein.
Drei Dinge,
Für die du heute dankbar bist.
Nimm einen etwas tieferen Atemzug ein und lasse los mit dem Ausatmen.
Lass,
Entspanne deine Gesichtszüge,
Jeden noch so kleinen Muskel in deinem Gesicht.
Lasse deinen Kiefer ganz locker werden.
Dein Hals,
Dein Nacken,
Deine Schultern ganz entspannt.
Dein Oberkörper,
Deine Arme und Hände dürfen schwer werden.
Schwer und entspannt.
Auch dein Becken,
Deine Beine,
Deine Füße dürfen einfach nur entspannen.
Und das darf sich gut anfühlen.
Die Dinge dürfen sich zu deinem Wohl und zu deinem Besten entwickeln.
Gleich,
Wenn du schläfst,
Aber auch jetzt schon,
Während du einfach nur da liegst und mehr und mehr entspannst.
Dein Körper kann nun all die wichtigen Reparatur- und Regenerationsprogramme starten.
Alles,
Was vielleicht tagsüber ein wenig aus der Balance gekommen ist,
Kann nun wieder in die für dich genau richtige Ordnung gebracht werden,
Sodass du morgen davon profitierst.
Stell dir vor,
Du fährst in einem gemütlichen Nachtzug durchs Land.
Die Sonne geht unter,
Weit weg am Horizont.
Du rauscht vorbei an herrlichen Landschaften.
Ein leichtes,
Gleichmäßiges Rauschen.
Gemütlich,
Geborgen.
Alles,
Was du brauchst,
Ist bereits da.
Alles wird gut.
Und womöglich spürst du schon,
Wie deine Augenlider immer schwerer werden.
Wie du immer müder,
Immer schläfriger in die Unterlage sinkst.
Und wie nebenbei lese ich dir gleich eine Geschichte vor,
Die sich vor langer,
Langer Zeit weit oben im Norden zugetragen haben soll.
Und du darfst belauschen,
Was dort so vor sich ging.
Und du weißt,
Du darfst jederzeit einfach einschlafen.
Wohlig,
Weich,
Entspannt.
Es war einmal ein Schneider.
Der lebte in einem kleinen Dorf in Norwegen,
Wo die Fjorde weit und die Berge hoch waren.
Sein Häuschen stand am Rande eines Waldes und durch das kleine Fenster seiner Werkstatt konnte er auf Wiesen,
Ein paar Birken und das silberglitzernde Wasser blicken.
Es war Spätsommer.
Die Tage waren noch lang und die Mitternachtssonne tauchte alles in ein goldenes Licht.
Doch trotz der hellen Nächte fühlte sich der Schneider oft einsam.
Die Menschen im Dorf kauften nur selten neue Kleider.
Und so saß er oft in seiner Werkstatt und arbeitete gedankenverloren vor sich hin.
Dabei lauschte er dem Wind,
Der leise durch die undichten Fenster zischte.
Der Schneider war mit den Jahren träge geworden und obwohl es nicht viel zu tun gab,
Stapelte sich die Arbeit auf seinem großen,
Hölzernen Zuschneidetisch.
Sie wollte ihm einfach nicht mehr leicht von der Hand gehen.
Eines späten Abends,
Als die Dämmerung wie Honig über den Himmel floss,
Klopfte es an seiner Tür,
Ganz sacht,
Als wollte jemand nicht stören.
Der Schneider öffnete und sah ein winziges Männlein vor sich,
Kaum größer als ein Kinderstiefel,
Mit einer roten Mütze,
Einem weißen Bart und funkelnden Augen.
»Guten Abend,
Meister Schneider«,
Sprach das Männlein,
Mit einer Stimme,
Die wie das Knistern eines Kaminfeuers klang.
»Ich habe von deiner Kunst gehört und ich brauche eine neue Jacke,
Aber sie muss besonders sein,
So fein,
Dass kein Stich zu sehen ist und so leicht,
Dass sie im Sommer kühlt,
Jedoch im Winter wärmt.
« Der Schneider staunte.
»Eine Jacke für dich?
« »Für mich«,
Nickte der Wichtel und aus seiner Tasche zog er ein winziges Stück goldbestickten Samt.
»Hier ist der Stoff«,
Der Schneider betrachtete das Stücklein Stoff.
Es war so zart und fein,
Dass er kaum wagte,
Es zu berühren.
»Ich will es versuchen«,
Sagte der Schneider.
Der Wichtel hingegen lächelte geheimnisvoll.
»Hilf mir,
Dann helfe ich dir«,
Dann nickte der Schneider und begann,
Mit sicherer Hand Maß zu nehmen.
Ungewohnt war es für ihn,
Eine so kleine Person auszumessen.
Doch er tat es geschickt und gewissenhaft.
Als er die Maße sorgfältig auf einen kleinen Zettel geschrieben hatte und aufblickte,
War der Wichtel verschwunden.
Nur ein feiner Duft nach Moos und Wald blieb in der Luft zurück.
Verwundert setzte sich der Schneider an seinen Tisch,
Zog seine feinste Nadel hervor und begann zu nähen.
Der goldene Stoff glänzte im Licht der Mitternachtssonne,
Die durch das Fenster schien.
Er nähte Millimeter um Millimeter und Stunde um Stunde verging,
Bis die Jacke fertig war.
Sie war ein Meisterwerk,
Zart wie der Morgentau,
Golden wie das Abendlicht.
Mit Fingerspitzen legte der Schneider das kleine Samtjäckchen auf seinen Tisch,
Sah es noch einmal an und sank dann,
Erschöpft und von Müdigkeit übermannt,
Auf seinem Stuhl zusammen.
Er schlief tief und fest und träumte in schillernden Farben,
Bis der Vormittag längst angebrochen war.
Als er die Augen öffnete,
Rieb er sich erstaunt die Lieder.
Die Werkstatt war makellos aufgeräumt.
Kein Faden lag auf dem Boden,
Kein Stäubchen auf dem Tisch.
Doch die kleine Jacke war verschwunden.
Und,
Wie ein Wunder,
Alle Näharbeiten,
Die sich auf dem Tisch gestapelt hatten,
Waren aufs Sorgfältigste vollendet und lagen fein zusammengefaltet nebeneinander.
Der Schneider dachte an den Wichtel und lächelte still.
Dann ging er hinaus,
Schloss die Werkstatt ab,
Hing das heute geschlossen Schild an die Tür und schlug den Weg in Richtung Wald ein.
Er wanderte einen Pfad entlang,
Der durch das Moos führte,
Und kam an eine kleine Waldlichtung.
Dort vernahm er fremdartige Musik und sah bald darauf winzige Gestalten tanzen.
Männer und Frauen in Kleidern aus Blättern,
Fahnen und Spinnfäden.
Sie hielten sich an den Händen,
Sangen und lachten so hell,
Dass das Herz des Schneiders warm wurde.
Er blieb hinter einem Baum stehen und sah zu.
Da entdeckte er auch den Wichtel mit der roten Mütze in seiner neuen,
Goldenen Jacke.
Er stand in der Mitte des Kreises und seine Jacke funkelte wie das Sonnenlicht auf dem Meer.
Der kleine Wichtel sah ihn an,
Er lächelte und nickte ihm zu,
Dankbar und freundschaftlich.
Dann drehte er sich wieder im Kreis und tanzte weiter.
Als der Schneider an diesem Tage nach Hause ging,
War sein Herz voll von Frieden und Freude.
Von diesem Tag an war nichts mehr wie zuvor.
Nachts hörte er manchmal leises Rascheln und Kichern in seiner Werkstatt.
Und am Morgen fand er stets die fertige Arbeit auf dem Tisch.
Nach und nach verschwand seine Trägheit.
Die fröhlichen Wichtel brachten frischen Wind in seine Werkstatt.
Und er begann,
Sich neue Modelle auszudenken.
Er legte seine Skizzen und die dafür vorgesehenen Stoffe abends auf den Tisch.
Und morgens lagen die fertigen Kleider und Anzüge sauberer und schöner,
Als er sie selbst je hätte nähen können,
Zum Verkauf bereit.
Er richtete ein kleines Schaufenster ein und dieses strahlte mit den liebevoll drapierten Modellen in neuem Glanz.
Die ersten neugierigen Dorfbewohner ließen nicht lange auf sich warten.
Und sie staunten.
Keiner hatte je solch schöne Arbeit gesehen.
Sie bestellten bei dem Schneider neue Kleider,
Mäntel und Westen.
Und er bereitete eifrig und voller Freude die Kleidungsstücke vor.
Er sang bei seiner Arbeit.
Und manchmal machte er einen Spaziergang in den Wald,
Atmete den Duft von Moos und Blättern ein.
Und lauschte den sanften Klängen der Natur.
Abends,
Wenn die Mitternachtssonne die Berge vergoldete,
Stellte er ein Schälchen Milch,
Etwas Honig und Brot ins Fenster für seine kleinen Freunde.
Und so lebte er glücklich und zufrieden.
Und wenn er nicht gestorben ist,
So lebt er auch heute noch.
Und dir wünsche ich eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
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