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Der Kuss | Meditation & Geschichte zum Einschlafen

by Alexandra Matthes

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„Der Kuss“ (gekürzt) nach Anton Tschechow Meditatives Abendritual für innere Ruhe und besseren Schlaf. In dieser besonderen Episode hörst Du eine feinfühlige Erzählung des russischen Autors Anton Tschechow, von mir gekürzt und für ein sanftes Einschlafen aufbereitet. Worum geht es in der Geschichte? Als eine Gruppe Offiziere in einem abgelegenen russischen Dorf Halt macht, wird sie zu einem Fest eingeladen. Der schüchterne Nikolai fühlt sich dort unwohl – bis er zufällig durch eine dunkle Tür tritt. Ein überraschender Kuss verändert alles.Wer war die Frau? War es Zufall oder Schicksal? Diese geheimnisvolle Begegnung lässt Nikolai nicht mehr los. Abendliche Entspannung für Körper und Geist.

Transkription

Der Kuss,

Meditative Abendentspannung und eine Geschichte nach dem russischen Autor Anton Tschechow.

Bringe nochmal ein bisschen Bewegung in deinen Körper.

So wie es dir angenehm ist.

Atme dabei tief und bewusst ein.

Und aus.

Vielleicht möchtest du dich ein bisschen recken und strecken.

Deine Arme ausbreiten oder deine Schultern sanft kreisen lassen.

Rückel dich in deinem Bett zurecht.

Und dann.

.

.

Es los.

Wenn du soweit bist und noch nicht getan,

Dann schließe deine Augen.

Spüre,

Wie deine Augenlider immer schwerer werden.

Lasse die Anspannung des Tages mehr und mehr von dir abfallen.

Manchmal dauert das ein wenig länger.

Gib dir diese Zeit.

Und werde nach und nach.

Immer ruhiger.

Emma.

Entspannter.

Stell dir vor,

Wie sich der Vorhang des Tages ganz sanft schließt.

Um die Bühne.

Für deine inneren Bilder zu bereiten.

Es gibt nichts mehr zu tun.

Du darfst einfach nur sein.

Frei sein.

Faul sein.

Bequem.

Und gelassen.

Und es darf sich gut anfühlen.

Mehr.

Und mehr loszulassen.

Lasse deinen Atem ganz entspannt,

Ganz natürlich und ruhig fließen.

Registriere das sanfte Heben.

Und senken.

Deiner Brust.

Und deines Bauches.

Mit jedem Atemzug.

Und wenn du möchtest,

Dann .

.

.

Da dich dich ein.

Nun die Bilder deines heutigen Tages nochmal.

Vor deinem inneren Auge entstehen zu lassen.

So als würdest du einen Film anschauen.

In dem du die Hauptrolle spielst.

Gleich,

Wenn ich es sage.

Schau mal!

Welche Bilder sich aus deinem Inneren heraus zeigen?

Was ist heute passiert?

Was hat dich bewegt?

Beschäftigt.

Ab jetzt eine Minute.

Für deine Bilder.

Deinen Film.

Des heutigen Tages.

Anlohnt Sammel nochmal mindestens drei Dinge zusammen.

Für die du heute dankbar bist.

Vielleicht ein schönes Gespräch,

Ein schöner Gedanke.

Ein gutes Essen.

Wofür bist du heute besonders dankbar?

Lasse die Bilder wieder los.

Schicke sie sanft gen Himmel.

Zu den Wolken.

Lasse sie leise weiterziehen.

Die weißen Wolken.

Mit ihren schönen Formen.

Ich bürre.

Wie dein Körper immer entspannter wird.

Wie deine Füße sich wohlmöglich schon angenehm schwer anfühlen.

Deine Beine.

Dein Bauch.

Deine Hüften.

Immer weicher.

Immer entspannter.

Mit jedem Atemzug.

Mehr und mehr.

Dein Rücken.

Dein ganzer Oberkörper.

Deine Brust.

Ganz entspannt.

Spüre wie deine Schultern Deine Arme und Hände.

Immer schwerer werden.

Entspanne deinen Kopf.

Den Kiefer.

Deine Gesichtszüge.

Mit jedem Atemzug.

Immer gemütlicher.

Geborgen.

Und sicher.

Sicher.

Und geborgen.

Und währenddu.

Immer müder.

Auf angenehme Weise immer schwerer.

In deine Matratze sinkst.

Lese ich dir eine kleine Geschichte vor.

Und weißt.

Du darfst jederzeit.

Einfach einschlafen.

Hopp jetzt!

Obgleich wären?

Oder nach der Geschichte.

Ist ganz.

Egal.

Gemütlich.

Entspann dich.

Entspannt.

Gemütlich.

Am 20.

Mai um 8 Uhr abends hielten sechs Männer in einem kleinen Kirchdorf an.

Um dort ihr Nachtquartier zu nehmen.

Während einige Männer sich um ihre Betten kümmerten.

Erschien hinter der Kirche ein Reiter.

Auf einem sonderbaren Pferd.

Es hatte einen schönen Hals und kurzen Schweif.

Tief seitwärts.

Und machte kleine Tanzschritte.

Der Reiter zog den Hut und rief.

Seine Exzellenz Generalleutnant von Rabeck,

Der hiesige Gutsherr.

Bittet die Herrn Männer heute Abend zum Tee.

Die Männer machten sich also zurecht und wanderten zum Herrenhaus.

Das Haus?

War groß und alt.

Mit hohen Fenstern.

Deren Scheiben im Licht der untergehenden Sonne glitzerten.

An der Tür?

Empfing sie General von Habeck selbst.

Ein stattlicher Mann.

Mit wettergegärbten Gesichtern.

Dessen Lächeln ebenso freundlich wie formell war.

Seien Sie mir herzlich willkommen!

Sagte er.

Verzeihen Sie,

Dass ich Sie nicht über Nacht hier beherbergen kann.

Das Haus ist voller Verwandter.

Aber ich bitte Sie,

Heute Abend Gäste meiner Jubiläumsfeier zu sein.

Die Männer traten in einen hellen Salon.

In dem eine Gruppe von Damen und Herren bereits Platz genommen hatte.

Der Raum.

Duftet nach Frieda.

Und durch die Fenster konnte man die letzten Sonnenstrahlen über den Fluss gleiten sehen.

Der Gastgeber und seine Frau führten angeregte Gespräche.

Lachten.

Boten dem Männern Tee und Wein an.

Während die Musik Leise durch den Raum klang.

Unter den sechs Männern,

Die gerade angekommen waren.

Befand sich auch Nikolai.

Ein stiller,

Unscheinbarer Mann.

Mit schüchternem Lächeln.

Während seine Kameraden sich bald an die Gespräche gebühnten und lachten.

Stand er unsicher am Rand.

Nippte an seinem Glas.

Und beobachtete die anderen.

Er fühlte sich fehl am Platz.

Doch sein Herz klopfte schneller.

Als eine junge Dame.

In einem lavendelfarbenen Kleid.

An ihm vorbeiging.

Bald darauf hört er eine Stimme in seiner Nähe.

Bitte treten Sie durch diese Tür.

Dort befindet sich das Buffet.

Für die Gelegenheit,

Sich zurückzuziehen.

Trat Nikolai durch eine Seitentür.

In einen schmalen Korridor.

Die Luft war kühl.

Es roch nach Jasmin.

Und alten Büchern.

Er bog nach rechts ein.

Und befand sich in einem halbdunklen Kabinett.

Nachdem er hier etwa eine halbe Minute gestanden,

Öffnete er entschlossen die erste beste Tür.

Und trat in ein vollständig dunkles Zimmer ein.

Geradeaus sah man eine Türspalte.

Durch die ein helles Licht fiel.

Durch die Tür.

Drangen die gedämpften Klänge.

Einer schwermütigen Masurka.

Hier standen,

Ebenso wie im Saal,

Die Fenster weit offen.

Und es roch nach Pappeln,

Flieder und Rosen.

Nikolai,

Lieb,

In Gedanken versunken stehen.

In diesem Augenblick erschalten.

Ganz unerwartet für ihn.

Heilige Schritte.

Und das Rauschen eines Kleides.

Eine gedämpfte Frauenstimme flüsterte.

Hängt los.

Und zwei weiche,

Duftende Arme.

Und zweifelhaft frauenarme.

Umfingen seinen Hals.

An seine Wange presste sich eine warme Wange.

Und gleichzeitig.

Erschallte der Laut eines Kusses.

Doch im selben Augenblick atmete die Küssende leicht auf.

Und zog sich von ihm zurück.

Er stand regungslos da.

Sein Herz schlug heftig.

Wer war sie?

Bei seinem Ehrtum?

Sollte er ihr nachlaufen?

Aber wohin?

Nach einigen Minuten.

.

.

Ging er langsam?

Zurück in den Salon.

Sein Kopf voll von Fragen.

Und seine Haut?

Noch immer die Berührung.

Der unbekannten Lippen erinnern.

Als er in den Saal zurückkehrte,

Klopfte sein Herz.

Und seine Hände zitterten so bemerkbar,

Dass er sich beeilte,

Sie hinter dem Rücken zu verstecken.

Anfangs quälten ihn Schande und Furcht,

Dass der ganze Saal es wisse,

Dass ihn soeben eine Frau umarmt und geküsst hatte.

Er zog sich zusammen.

Und sah sich unruhig nach allen Seiten um.

Aber nachdem er sich überzeugt hatte,

Dass im Saal ruhig weiter getanzt und geplaudert wurde.

Gab er sich ganz einem neuen,

Bisher noch nie im Leben empfundenen Gefühl hin.

Es ging etwas Sonderbares mit ihm vor.

Sein Hals,

Den soeben die weichen,

Duftenden Arme empfangen hatten,

War,

Wie es ihm schien,

Wie mit Öl eingerieben.

Auf der Wange neben seiner linken Schnurrbartspitze wo ihn die Unbekannte geküsst hatte,

Zitterte eine leichte,

Angenehme Kühle.

Wie von Pfefferminztropfen.

Und je mehr er diese Stelle rieb,

Umso stärker empfand er die Kühle.

Er selbst war aber von Kopf bis zu den Füßen von einer neuen,

Seltsamen Empfindung erfüllt.

Die immer mehr wuchs und wuchs.

Ihm kam das Bedürfnis zu tanzen,

Zu sprechen,

In den Garten hinaus zu laufen,

Laut zu lachen.

Er hatte ganz vergessen,

Dass er schlecht gebaut und farblos war.

Dass er ein unbestimmtes Äußeres hatte.

So war einmal in einem Damengespräch,

Das er belauscht hatte.

Sein Äußeres genannt worden.

Als Rabecks Frau an ihm vorbeiging,

Lächelte er ihr so breit und freundlich zu.

Dass sie stehen blieb.

Und ihn fragend ansah.

Ihr Haus gefällt mir furchtbar.

Sagte er.

Seine Brille zurechtdrückend.

Die Generalin lächelte.

Und erzählte.

Dass dieses Haus schon ihrem Vater gehört habe.

Dann fragte sie ihn,

Ob seine Eltern noch am Leben seien.

Ob er schon lange diene?

Warum er so mager sei.

Und so weiter.

Nachdem sie die Antworten auf ihre Fragen erhalten hatte,

Ging sie weiter.

Er aber .

.

.

Begann nach dem Gespräch mit ihr noch freundlicher zu lächeln.

Und dachte,

Dass die Leute um ihn her doch die prächtigsten von der Welt seien.

Während des Abendessens aß Nikolai mechanisch alles,

Was ihm vorgesetzt wurde,

Trank und mühte sich,

Ohne irgendetwas zu hören,

Eine Erklärung für sein kürzliches Abenteuer zu finden.

Dieses Abenteuer trug den Stempel des Geheimnisvollen und Romantischen,

War aber nicht schwer zu erklären.

Wahrscheinlich hatte irgendein junges Mädchen oder eine Frau irgendjemanden in dem dunklen Zimmer ein Ronnebou geben wollen.

Hatte dort lange gewartet.

Und in nervöser Überreizung.

Nikolai für ihren Helden gehalten.

Dieses war umso wahrscheinlicher,

Da Nikolai,

Als er durch das dunkle Zimmer ging,

In Gedanken stehen geblieben war.

Also.

Den Eindruck eines Menschen machte,

Der ebenfalls auf etwas wartet.

So erklärte sich auch Nikolai,

Den empfangenen Kuss.

Wer mag sie nur sein?

Dachte er.

Die Gesichter der Damen betrachtend.

Er ließ seinen Blick.

Auf dem friederfarbenen jungen Mädchen haften.

Und sie gefiel ihm sehr.

Sie hatte schöne Schultern und Arme.

Ein kluges Gesicht?

Und eine wundervolle Stimme.

Nikolai wünschte es.

Während er sie ansah,

Dass gerade sie und niemand anders jene Unbekannte sein möge.

Aber sie begann auf gewisse,

Unaufrichtige Weise zu lachen.

Und runzelte dabei ihre lange Nase.

Die ihm eldlich erschien.

Und erbannte den Blick von ihr.

Auf die Blondine im schwarzen Kleide.

Diese war jünger,

Schlichter und aufrichtiger.

Hatte wunderbare Schläfen und trank auf eine reizende Art aus dem Glase.

Jetzt wünschte Nikolai,

Dass sie es sein möge.

Bald fand er.

Dass ihr Gesicht flach sei.

Und weinte den Blick auf ihre Nachbarin.

Es ist schwer zu erraten.

Dachte er sinnend.

Wenn man von der fliederfarbenen nur die Schultern und die Arme nehmen könnte und die Augen von jener,

Die links von Lubitko,

Einem seiner Kameraden,

Sitzt?

Er machte im Kopfe eine Addition.

Und erhielt das Bild des Mädchens,

Das ihn geküsst hatte.

Jenes Bild.

Dass er am Tisch suchte.

Aber nicht finden konnte.

Nach dem Essen begannen die Gäste,

Gesättigt und durch den genossenen Alkohol in gute Stimmung versetzt,

Sich zu verabschieden und zu bedanken.

Der Hausherr und die Hausdame entschuldigten sich wieder,

Dass sie die Herren nicht auch für die Nacht beherbergen könnten.

Sehr gefreut,

Meine Herren.

Sprach der General.

Und diesmal aufrichtig.

Wahrscheinlich,

Weil die Menschen,

Wenn sie ihre Gäste verabschieden,

Immer bedeutend aufrichtiger und wohlwollender zu sein pflegen,

Als wenn sie sie empfangen.

Sehr gefreut.

Alles Gute für ihren Rückweg.

ABA.

Wohin denn?

Wollen Sie den oberen Weg gehen?

Nein,

Gehen Sie durch den Garten.

Unten,

Da ist's näher.

Als sie schließlich aufbrachen?

Fühlte sich Nikolai benommen.

Als hätte er geträumt.

Und er konnte an nichts anderes denken.

Der Kuss verfolgte ihn.

Wer war die Frau?

Wie sah sie aus?

War sie jung oder alt,

Schön oder schlicht?

Er stellte sich vor,

Dass sie ihn ebenso suchte.

Dass sie hoffte,

Ihn wiederzusehen.

Zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich als Teil einer romantischen Geschichte.

Früh am Morgen,

Als alle anderen noch ihren Rausch ausschliefen,

Verließ er das Quartier.

Und wanderte alleine zum Fluss.

Die aufsteigende Sonne spiegelte sich auf der ruhigen Wasseroberfläche.

Er beugte sich über das Ufer.

Und betrachtete sein eigenes Spiegelbild.

Es war nur ein Zufall,

Ein dummer Irrtum.

Flüsterte er sich selbst zu.

Doch sein Herz wollte es nicht glauben.

Er dachte an all die Szenen,

Die er sich in seinem Kopf ausgemalt hatte.

Wie sie sich wieder begegnen würden.

Wie sie ihn vielleicht anlächeln würde.

Wie sie gemeinsam spazieren gehen könnten.

Doch nichts davon war wahr.

Es war nur.

Ein Moment gewesen.

Kurz.

Und flüchtig.

Wie der Kuss selbst.

Er richtete sich auf.

Säufzt der Tief.

Und kehrte langsam zurück.

Der Zauber war verflogen.

Doch etwas in ihm war verändert.

Er wusste nun,

Dass das Leben voller unerwarteter,

Flüchtiger Wunder war.

Und das selbst ein einziger Kuss.

Eine Erinnerung schaffen konnte.

Die ein Leben lang blieb.

Und ich bin sicher .

.

.

Er hat sich im Laufe seines Lebens noch viele,

Viele Male verliebt.

Und führte ein langes und glückliches Leben.

Und wenn er nicht gestorben ist?

So lebt er auch heute noch.

Und dir?

Wünsche ich eine gute Nacht.

Einen tiefen und erholsamen Schlaf.

Und schöne Träume.

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Arnold

September 17, 2026

Herzlichen Dank

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