
Wie du deine Beziehungsbiographie verstehen lernen kannst
Wir alle haben eine Lebensgeschichte, eine Biographie, die uns bis hier her führte und die wir hoffentlich noch lange fortschreiben dürfen. Sie hat einen Anfang und bestimmte Meilensteine die sich zu einem Weg formen. Wenn wir uns und andere verstehen wollen, lohnt es sich, sich diese Lebensgeschichten näher anzuschauen. In Bezug auf unsere Beziehungserfahrungen ist es nicht anderes. Auch unsere Art Beziehungen einzugehen und zu gestalten hat eine Geschichte. Sie beginnt in unserer Kindheit, in der Beziehung zu unseren Eltern oder Bezugspersonen und schreibt sich fort durch unsere ersten Beziehungserfahrungen und alle späteren.
Transkription
Wir alle haben eine,
Eine Lebensgeschichte,
Eine Biografie,
Die uns bisher hergeführt hat und die wir hoffentlich noch lange fortschreiben dürfen.
Sie hat einen Anfang,
Sie hat bestimmte Meilensteine,
Die sich zu einem Weg formen.
Und wenn wir uns und andere verstehen wollen,
Lohnt es sich,
Sich diese Lebensgeschichte mal näher anzuschauen.
In Bezug auf unsere Beziehungserfahrungen ist es nicht anders.
Auch unsere Art,
Beziehungen einzugehen und zu gestalten,
Hat eine Geschichte.
Und die beginnt in unserer Kindheit.
In der Beziehung zu unseren Eltern oder Bezugspersonen.
Und auch diese Geschichte schreibt sich fort durch unsere ersten Beziehungserfahrungen und alle späteren.
Diese Beziehungsbiografie ist der Schlüssel zu den Erfahrungen,
Die du heute in Liebe und Partnerschaft machst.
Denn darin enthalten sind deine Bindungs- und Vermeidungsstrategien.
Und wenn du deine Beziehungsbiografie verstehen lernst,
Lernst du dich besser kennen und du kannst deine Art,
Beziehungen zu gestalten,
Bewusst verändern.
Du kannst erkennen,
Warum du in Bezug auf deine Partnerwahl ein unbewusstes Beuteschema verfolgst und auch,
Wie du vielleicht versehentlich verhinderst,
Was du dir doch eigentlich wünschst,
Von Herzen liebend und geliebt zu sein.
Ich lade dich in dieser Folge ein,
Deine Beziehungsbiografie zu erforschen und ich erzähle dir auch von den Beziehungsbiografien meiner Klienten.
Ich wünsche dir spannende Entdeckungen und viel Spaß beim Hören!
Hallo und herzlich Willkommen bei Lieben Lieben Lassen,
Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen,
Um gelingende Beziehungen zu führen.
Denn die beiden Sachen hängen ganz eng miteinander zusammen.
Besonders gut sichtbar wird das,
Wenn du dir deine Beziehungsbiografie mal genauer anschaust.
Und dazu gibt's heute von mir ein paar Inspirationen.
Und das ist ein Wunsch aus der Lieben Lieben Lassen Community gewesen.
Denn ich hatte in der letzten Folge oder in der vorletzten das Wort Beziehungsbiografie fallen lassen und da gab's dann gleich mehrere Nachrichten.
Mit dem Wunsch,
Dachte ich,
Sache mit der Beziehungsbiografie mal etwas genauer anzuschauen.
Machen wir gleich!
Was ist das also,
Diese Beziehungsbiografie?
Kurz gesagt,
Die Geschichte deiner Beziehungserfahrungen,
Die in deiner frühen Kindheit begonnen haben und die sich durch dein Leben fortsetzen.
Diese ersten Erfahrungen prägen sich besonders ein.
Sie hinterlassen Spuren in dir.
Unbewusste Beziehungsmuster entstehen dabei,
Die wie so ein internes Programm wirken und dich immer wieder in ähnliche Beziehungserfahrungen steuern können,
Auch wenn du das bewusst vielleicht gar nicht beabsichtigst.
Und diese Beziehungsmuster haben eine Wirkung auf deine Art,
In Beziehung zu gehen,
Sie zu erleben und Einfluss zu nehmen oder eben nicht.
Tauchst du in deine Beziehungsbiografie ein,
Kannst du dich und deine Rolle in Beziehungen verstehen lernen.
Du kannst das unbewusste Beziehungsprogramm ans Licht holen und neu gestalten,
Wenn es nicht so gut passt.
Denn solange du nicht weißt,
Was dich da eigentlich steuert,
Passiert dir das einfach und du wunderst dich vielleicht,
Wie du wieder und wieder in Beziehungssituationen landest,
Die du doch gar nicht willst.
Kennst du dann aber dein Muster,
Dann passieren dir die Beziehungen nicht einfach nur.
Und dann kannst du lernen,
Sie zu gestalten und zu neuen Erfahrungen zu kommen,
Du wirst selbstwirksam.
Wie also kannst du deine Beziehungsbiografie erforschen?
Indem du dir deine Beziehungen der Reihe nach anschaust.
Die Wurzel deiner Beziehungsgeschichte ist immer in der ersten Beziehung deines Lebens,
In deiner Herkunftsfamilie oder mit den Menschen,
Mit denen du aufgewachsen bist.
Am Anfang unseres Lebens ist unser Nervensystem so wie frisch gefallener Schnee.
Die ersten Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren.
Und das sind Beziehungserfahrungen.
Denn wir hängen von dieser ersten Beziehung existenziell ab.
Leben ist Beziehung und Beziehung ist Leben.
Alles,
Was wir in dieser Beziehung zu unseren Elternfiguren lernen,
Prägt sich als eine Art Wahrheit über die Welt in uns ein.
Und sie verankert sich,
Ohne dass wir das merken.
Und weil wir klein sind und unsere Eltern lieben,
Gleichzeitig auch von ihnen abhängen und sie dann meistens noch idealisieren,
Kommen wir natürlich gar nicht auf die Idee,
Dass das,
Was wir mit diesen unseren Eltern erleben,
Vielleicht auch mal nicht in Ordnung sein könnte und dass es anderswo vielleicht anders ist.
Das merkst du erst später.
Da haben sich die Bindungserfahrungen schon als innere Wahrheit über Beziehungen manifestiert.
Und diese Wahrheiten,
Die wir da abspeichern,
Haben mit folgenden Fragen zu tun.
Ist die Welt ein sicherer,
Guter Ort für mich?
Wer bin ich in dieser Welt und wie muss ich es machen,
Dass ich dazugehöre und ein Teil davon bin?
Denn davon hängt sprichwörtlich dein Leben ab.
Die Antwort auf diese Fragen denkst du nicht als Gedanke,
Wenn du klein bist,
Aber du spürst das instinktiv und du spürst auch,
Dass dieses Dazugehören und Gemochtwerden wichtiger ist als dein kleines Selbst.
Deine kleine Welt in deiner Familie ist nur ein winziger Ausschnitt der großen Welt.
Aber das weißt du ja nicht.
Deshalb werden deine Erfahrungen zu generellen Grundannahmen über eben diese Welt.
Du hältst die Babbel,
In der du aufwächst,
Nämlich deine Familie,
Für die Welt.
Und das,
Was du da über Beziehungen gelernt hast,
Das nimmst du mit.
Darüber habe ich schon in vielen Podcast-Folgen gesprochen,
Deshalb will ich es hier gar nicht so weit ausdehnen.
Schau doch also mal auf die Beziehungen zu deinen Eltern oder Bezugspersonen in deiner kleinen Kindheit.
Nicht mit der Frage,
War es gut oder schlecht,
Sondern mit der Frage,
Wie habe ich mich denn wirklich gefühlt,
Wenn ich mal so zurückdenke?
War ich gewollt?
Wie war das emotionale Klima bei uns zu Hause?
War es insgesamt eher warm oder liebevoll?
Hast du dich im Großen und Ganzen geliebt gefühlt und okay,
So wie du warst?
Hast du dich sicher gefühlt,
Als du klein warst?
Gesehen als die oder der du bist?
Getröstet und unterstützt,
Wenn das sein musste?
War jemand für dich da?
Konntest du dich da auch jemandem anvertrauen?
Und hier geht es nicht darum,
Ob immer alles ganz wunderbar war,
Sondern im Großen und Ganzen,
In der Tendenz.
Probleme und Schwierigkeiten gibt es schließlich überall und das ist auch ganz normal.
Welche Hierarchien hast du in deiner Familie kennengelernt?
Wie wurde da kommuniziert und wie mit Konflikten umgegangen?
Wie viele Rechte wurden dir zugestanden?
Durftest du eine eigene Meinung haben?
Hast du Wertschätzung erfahren und wie hat die denn ausgesehen?
Für was?
Wie waren deine Eltern,
Wenn du so zurückdenkst,
In ihrer eigenen Beziehung zueinander?
Welche Rollen von Mann und Frau haben sie dir denn da vorgelebt?
Wie war ihre Beziehung als Paar?
Wie haben sie Konflikte gelöst,
Miteinander?
Was hast du dabei gelernt darüber,
Wie Beziehung geht?
Denn das lernen wir eben immer auch am Vorbild.
Und natürlich auch an dem,
Was sie direkt zu dir sagen,
Deine Bezugspersonen,
Darüber wie Männer und Frauen sind und wie du sein sollst.
Und auch das ist ein guter Wegweiser.
Was hat dich denn öfters belastet als Kind?
Über was hast du dir Sorgen gemacht?
Was glaubst du heute so im Nachhinein hat dir gefehlt oder von was hättest du gerne mehr gehabt,
Wenn das möglich gewesen wäre?
Wenn du so zurückdenkst,
Warst du innerlich häufig angespannt oder wachsam?
Vorsichtig vielleicht?
Oder innerlich eher ruhig,
Entspannt und nach außen neugierig und offen?
Wegen was wurdest du kritisiert,
Bewertet oder vielleicht auch bestraft?
Was war,
Rückwärtig betrachtet,
Deine Funktion in der Familie?
Zum Beispiel die lustige und fröhliche,
Der Vermittler oder vielleicht sogar ein Partnerersatz?
Gab es etwas,
Das so wie ein geheimer Auftrag war,
Also nichts,
Was ausgesprochen wurde,
Aber wo du gespürt hast,
Das brauche Mutter oder Vater von mir?
Zum Beispiel,
Mach mich glücklich oder sei stark und erwachsen.
Gab es in deiner Herkunftsfamilie Beständigkeit und Zuverlässigkeit oder war ständig alles anders und unvorhersehbar?
Gab es Brüche und Abbrüche?
Wie hast du das empfunden?
Was war als Kind deine größte Angst und was war dein größtes Glück oder wäre es gewesen?
Was würdest du rückwärtig als deine drei häufigsten Gefühle beschreiben,
Die du aus deiner Kindheit kennst?
Erinnerst du dich vielleicht auch,
Was du versucht hast,
Um mehr Aufmerksamkeit,
Anerkennung oder Liebe zu bekommen,
Wenn davon vielleicht nicht so viel bei dir ankam?
Zum Beispiel kann es sein,
Dass du versucht hast,
Lieb und artig zu sein,
Es allen recht zu machen,
Immer die Beste zu sein,
Bloß nicht schwierig,
Alles alleine hinkriegen und so?
Vielleicht hast du auch gelernt,
Schwierig zu sein,
Tollpatschig oder Probleme zu erzeugen,
Weil auch das Aufmerksamkeit generiert?
Was war rückwärts betrachtet das,
Was du in deiner Herkunftsfamilie so im Großen und Ganzen über Beziehungen gelernt hast?
Ganz egal,
Ob dir das jemand so vermitteln wollte oder nicht.
Es geht hier auch ehrlich gesagt nicht darum,
Dich an deinen Eltern abzuarbeiten,
Was die falsch gemacht haben oder nicht.
Es geht hier nur darum,
Zu erkunden,
Wie es für dich wirklich war,
Wie du dich gefühlt hast und was du davon mitgenommen hast.
Du kommst auch sehr gut darauf,
Wenn du dich in diese kindliche Situation hineinversetzt und dann folgenden Satz ergänzt.
Beziehungen sind … Was würde da aus Kindersicht als erstes bei dir auftauchen?
Der Teil von dir,
Der dieses Kind verkörpert,
Das du mal warst,
Was würde der denn sagen in Bezug auf Beziehungen sind … Meine Klienten sagen oft sowas wie schwierig,
Belastend oder sogar gefährlich,
Wenn sie aus ihrem inneren Kind heraus sprechen.
Und auch die Frage,
Um geliebt zu sein,
Muss ich … Assoziiert sofort das,
Was du damals gelernt hast.
Vielleicht hast du gelernt,
Du musst anders sein,
Als du bist,
Immer alles perfekt machen oder die Bedürfnisse anderer erfüllen.
Und wenn du dann deine wichtigsten Strategien deines kindlichen Bindungsmusters erkannt hast und du weißt auch,
Was dir deine Eltern versehentlich vorgelebt haben oder mitgegeben in Sachen Beziehung,
Dann wird es Zeit,
Auf andere wichtige Beziehungen in deinem Leben zu schauen.
Bevorzugt sind das natürlich Partnerschaften und Liebesbeziehungen.
Freundschaften sind zwar auch Beziehungen,
Aber ich stelle oft fest,
Dass Menschen in Freundschaften oft ein ganz anderes,
Viel sichereres Beziehungsmuster leben als in ihren Beziehungen.
Das ist nicht immer so,
Aber es ist gar nicht so selten.
Schau also der Reihe nach mal auf deine Liebesbeziehungen.
Je nachdem,
Ob du jünger oder älter bist,
Sind das mehrere oder auch nur eine.
Wie hat es sich angefühlt in dieser Beziehung,
Nachdem die Verliebtheitsphase in die echte Beziehung übergegangen ist,
Also dann,
Als die ersten großen Probleme und Streits auftauchten,
Als der andere schwierig wurde?
Was war da deine Rolle und Funktion?
Was war das,
Was von dir erwartet wurde und was du versucht hast zu erfüllen?
War das eine Beziehung auf Augenhöhe?
Was würdest du denn im Nachhinein als das größte Problem dieser Beziehung beschreiben?
Was waren die drei wichtigsten Gefühle,
Wenn du an diese Beziehung denkst?
Hattest du Einfluss auf die Gestaltung der Beziehung oder hast du dich eher machtlos gefühlt?
Wie habt ihr Konflikte gelöst?
Seid ihr zu Lösungen gekommen oder seid ihr einfach zur Tagesordnung übergegangen?
Hast du dich als du selbst gefühlt,
So wie du sein wolltest,
Oder hast du dich angestrengt irgendwie passend zu sein?
Und hast du dich auch geliebt gefühlt und verbunden,
So im Großen und Ganzen?
Warst du emotional zu Hause?
Sicher?
Woran hast du das gemerkt?
Gab es ein echtes Interesse an dir?
Und was hat dich eigentlich angezogen an diese Menschen?
Woher kommt dir das bekannt vor?
Und auch hier helfen diese Assoziationsfragen.
Aus Sicht dieser Beziehung,
Was hättest du damals geantwortet auf Beziehung ist … Um geliebt zu sein muss ich … Was hättest du damals gesagt?
Und wenn du zurückdenkst,
Was waren denn deine größten Ängste und Probleme in dieser Zeit und wie bist du damit in der Beziehung umgegangen?
Wie war das Verhältnis von Geben und Nehmen,
Von Anpassung und Selbstbestimmtheit?
Wie war es mit emotionaler und körperlicher Intimität und Nähe,
Mit Verbundenheit?
Wie war es mit Kommunikation und Austausch?
Was war dein größtes Glück?
Nach was hast du dich gesehnt?
Und was hast du eigentlich gesucht in dieser Beziehung?
Was war das Versprechen,
Das sich für dich erfüllen sollte?
Wie hast du versucht,
Mehr von dem zu bekommen,
Was du dir wünschst?
Was war deine Strategie?
Auch hier,
Wenn du das so betrachtest,
Für deine Beziehungen,
Geht es nur um die Tendenz.
Mit Abstand betrachtet,
Schau doch mal,
Was war in dieser Beziehung zu viel,
Zu wenig oder an der falschen Stelle?
Zum Beispiel zu viel Kontrolle,
Zu wenig Freiraum für dich.
Ihr wart nicht auf Augenhöhe.
Und du musst bei weitem nicht alle Fragen durchgehen und sie sind auch nicht vollständig,
Aber du merkst schon,
Es geht darum,
So eine Fährte aufzunehmen,
Einen Gesamteindruck von der Beziehung und ihrer Richtung zu bekommen.
Und welche Gefühle tauchen da auf,
Wenn du darüber nachdenkst?
Was ist geblieben und was hat sich verändert seit Kindertagen?
Wo kannst du die deutlichsten Wiederholungen erkennen?
Was versuchst du vielleicht heute immer noch,
Was du schon früher versucht hast?
Und welche deiner Beziehungsstrategien funktioniert gar nicht und darf überdacht und neu gewählt werden?
Zum Beispiel deine Gefühle zu verschließen oder die aufopferungsvolle zu sein?
Wo ist deine Aufmerksamkeit in den Beziehungen?
Nimmst du dich selbst auch wichtig?
Was hast du in dieser Beziehung,
Also die,
Die du jeweils betrachtest,
Als Learning mitgenommen,
Darüber,
Wer du bist und was Beziehung bedeutet?
Und wenn du dieses Betrachten und Hinterfragen mal machst für die verschiedensten Beziehungen in deinem Leben und das abgleichst mit der ersten Beziehungserfahrung in deinem Elternhaus,
Dann werden dir die Zusammenhänge deiner Beziehungsbiografie auffallen und du erkennst,
Wo du deine Veränderungsreise beginnen kannst.
Und was ich auch sehr hilfreich finde,
Gibt es auch Ausnahmen?
Gab es Beziehungen,
Wo du vielleicht komplett anders warst als in den anderen Beziehungen?
Dich vielleicht sicherer,
Geliebter,
Selbstbestimmter gefühlt hast?
Was war da anders?
Auch an diesen sogenannten Ausnahmen lässt sich nämlich die Regel erkennen.
Genau wie an der Frage,
Was ist mein Beuteschema?
Auf welche Menschen fahre ich besonders ab,
Welche ziehe ich denn immer wieder an?
Sind die überhaupt gut für mich oder stelle ich einfach nur mein altes Muster nach?
Wie kann ich bewusster werden bei der Partnerwahl?
Augen auf!
Du siehst es,
So eine Betrachtung der beziehungsbiografischen Zusammenhänge ist ziemlich komplex.
Aber wie gesagt,
Es geht nicht um jede Einzelheit,
Es geht um den roten Faden.
Die Spur,
Die sich durch alles durchzieht und die sich schon öfter wiederholt hat.
Und wenn du denkst,
Hilfe,
Meine Beziehungen sind bis jetzt immer auseinandergegangen,
Da ist wahrscheinlich was ganz ganz falsch.
Keine Angst,
Die Frage ist nicht,
Ob wir mehrere Trennungen haben.
Die Frage ist eher,
Warum und was habe ich aus diesem Warum mitgenommen und gelernt?
Dass Beziehungen an ein Ende kommen,
Ist zwar schmerzhaft,
Aber es bedeutet auch nicht immer,
Sie sind gescheitert.
Gescheitert würde nämlich bedeuten,
Es war einfach alles nur schlecht.
Aber das ist selten der Fall.
Oft gab es viele Phasen,
Die sehr schön waren und einem viel gegeben haben,
Bevor sich etwas auseinanderentwickelt hat.
Schau also bei Trennungen darauf,
Wie die Trennung war,
Welche Rolle du hattest und ob es da Wiederholungen gab.
Welches Learning hast du aus dieser Beziehung mitgenommen?
Dass dir vielleicht sogar in späteren Beziehungen geholfen hat,
Beziehungsweise dir heute noch hilft?
Wie hast du die Trennung verarbeitet?
Warst du schon bereit für eine neue Beziehung,
Als du sie eingegangen bist?
Oder bist du von einer Beziehung in die nächste reingefallen,
Damit du nur nicht alleine bist?
Hast du dich mit deinen Gefühlen auseinandergesetzt oder einfach betäubt?
Das sind eher die wichtigen Fragen,
Die dich weiterbringen können.
Und wenn du deine Beziehungsbiografie ganz ausführlich erforschen möchtest,
Dann schreib dir für jede Beziehung die Antworten auf die wichtigsten Fragen auf.
Sind es ähnliche Probleme,
Die es in den Beziehungen immer wieder gab?
Haben deine Beziehungspartner Ähnlichkeiten in ihrer Art zu sein und Beziehungen zu machen?
Es kann sein,
Dass du jedes Mal an Menschen gerätst,
Die emotional distanziert sind,
Oder auch an solche,
Die so überschwänglich sind,
Da sie dich mit ihrer Nähe einengen.
Was wurde dir denn immer wieder vorgeworfen?
Auch das ist sehr interessant.
Gibt's da Wiederholungen?
Es geht dir nicht darum,
Was du falsch gemacht hast.
Aber wenn dir verschiedene Menschen immer wieder ähnliches Feedback geben,
Dann kann sich hinter dem Vorwurf ein Hinweis auf eine deiner Beziehungsstrategien verbergen.
Das ist ziemlich spannend.
Du musst mich immer kontrollieren.
Oder du lässt mir keinen Freiraum.
Das kann zum Beispiel darauf hindeuten,
Dass du es tatsächlich schwer hast mit dem Vertrauen.
Und wenn wir nicht vertrauen können,
Weil das vielleicht eine Prägung unserer Kindheitsbeziehungserfahrung ist,
Dann versuchen wir,
Ein Gefühl von Sicherheit zu bekommen,
Indem wir möglichst alle Fäden in der Hand haben.
Alles sichern machen wollen und bestimmen und ja,
Dann manchmal auch den Partner kontrollieren.
Dabei kann man ganz schnell den Raum anderer einengen,
Ohne dass es einen realen Grund dafür gibt.
Und welche Rolle nimmst du denn am häufigsten ein?
Zum Beispiel die Kümmerin,
Die Organizerin,
Der Versorger,
Der Bestimmer und so weiter.
Auch das kann wichtige Hinweise geben.
Ja,
Und wenn du dann herausgefunden hast,
Was sich für ein Bild abzeichnet in deiner Beziehungsbiografie,
Dann kannst du deine Schlussfolgerungen ziehen.
Das geht übrigens auch sehr gut im Gespräch mit vertrauten Menschen.
Es ist eigentlich so,
Wie die Puzzlestücke zusammensetzen,
Um das Muster zu erkennen.
Und es ist super hilfreich,
Wenn du dich dabei auch von deiner Intuition leiten lässt.
Das kann zum Beispiel so aussehen wie bei Saskia.
Ich bin mit einer Mutter aufgewachsen,
Sagt Saskia,
Für die es immer das wichtigste war,
Dass die Männer sie liebten.
Oft war sie todunglücklich,
Wenn sie mal wieder Liebeskummer hatte.
Ich habe mich dann um sie gekümmert.
Mein Vater war in ihren Augen ein schlechter Mensch,
Weil er sie verlassen hatte.
Ich habe erst später intensiver Kontakt mit ihm gehabt.
Ich wollte meiner Mutter nicht wehtun.
Ich habe gelernt,
Männer sind das Wichtigste im Leben und man muss sich anstrengen,
Dass sie einen lieben.
Dann wird alles gut.
Ich fand das eigentlich immer schrecklich an meiner Mutter,
Habe das aber schlussendlich selbst so gemacht.
Wenn ich meine Partnerschaften anschaue,
Kann ich das Muster heute erkennen.
Ich habe all meine Beziehungen damit begonnen,
Sehr verführerisch zu sein,
Meine Attraktivität einzusetzen und dann dem Bild der Traumfrau des jeweiligen Mannes zu entsprechen.
Ich war die perfekte Ergänzung.
Ich habe mein Leben vollständig an die Vorstellungen des jeweiligen Partners angepasst.
Sogar meine Interessen und meine Hobbys und meine Freunde haben sich jedes Mal verändert.
Mir ist gar nicht aufgefallen,
Dass ich selbst als Person gar nicht mehr vorkam.
Ich war eher das Vorzeigepüppchen.
Und genau das ist mir dann auch mehrfach auf die Füße gefallen.
Du weißt doch gar nicht,
Was du willst.
Du bist doch hohl.
Oder warum machst du denn nicht mal dein eigenes Ding?
Das waren Sachen,
Die ich mir öfters angehört habe und die mich sehr verletzt haben.
Die Trennungen sind dann auch nie von mir ausgegangen.
Ich wurde verlassen und ich habe nicht verstanden,
Was passiert ist.
Habe ich nicht alles getan?
War ich nicht schön genug?
Ich war nicht ich selbst.
Das weiß ich heute.
Ich habe mich hinter einer Fassade versteckt,
Weil ich nie gelernt habe,
Dass es in Beziehungen auch um mich gehen darf,
Dass ich nicht hier bin,
Um es recht zu machen und dass ich auch ohne Mann okay bin.
Und ich bin seit längerem daran,
Mich aus dieser Überanpassung herauszuschälen.
In der nächsten Beziehung werde ich mich nicht mehr verstecken.
Da werde ich auch meine Ecken und Kanten zeigen.
Robots Beziehungsbiografie sieht so aus.
Mein Vater ist früh gestorben und ich war das älteste von vier Kindern.
Ich hatte keine Zeit,
Traurig zu sein.
Ich musste meine Mutter stützen und sehr früh Verantwortung übernehmen.
Stark sein,
Ein Mann sein,
Keinen Schmerz zeigen.
Das habe ich gelernt.
Ich kam mir mit 13 Jahren schon sehr erwachsen vor.
Ich war der Mann im Haus.
Ich fühlte mich sogar oft gut,
Weil ich ziemlich viel Verantwortung auch für meine jüngeren Geschwister hatte.
Alle haben mich ernst genommen.
In meinen Beziehungen war ich dann auch immer der Starke,
Der,
Der sagt,
Wo es lang geht.
Meine Partnerinnen sollten es gut bei mir haben.
Ich weiß,
Wo es lang geht und du stärkst mit den Rücken und dafür beschütze ich dich.
Das war mein Muster.
Mir wurde immer wieder vorgeworfen,
Ich sei zu fordernd,
Herrschsüchtig sogar und zu wenig emotional.
Mir würde die Leichtigkeit fehlen und ich würde so wenig lachen.
Ich habe das Gejammern nicht verstanden und ich habe mich jedes Mal getrennt.
Ich fand es so undankbar,
Weil ich doch für alles gesorgt habe.
Uns ging es gut.
Ich habe mich aber nicht richtig geliebt gefühlt.
Die richtige gibt es wohl für mich nicht,
Habe ich gedacht.
Ich habe erst,
Als ich mich mit mir selbst beschäftigt habe,
Verstanden,
Dass das auch etwas mit mir zu tun hatte.
Ich habe Beziehungen immer als Versorgung verstanden.
Ich war immer noch der starke 13-Jährige,
Der alles zusammenhält und seine eigenen Gefühle verschlossen hat,
Damit er funktionieren kann.
Ich habe eigentlich meine Frauen behandelt wie meine hilflose Mutter.
Ich habe gar keine Augenhöhe zugelassen,
Aber es ist mir nie aufgefallen.
Und so war echte Beziehung gar nicht möglich.
Ich bin sehr froh,
Dass ich inzwischen Zugang zu meinen Gefühlen finde.
Da ist viel Traurigkeit hervorgekommen,
Die ich viel zu lange verschlossen hatte und vor der ich wahrscheinlich wahnsinnige Angst hatte.
Aber auch meine Freude und Lebendigkeit ist zurück.
Und ich hoffe,
Dass ich in einer neuen Beziehung was anderes erleben kann und nicht mehr zwanghaft in der Rolle des Starken sein muss.
Ja,
Und dann haben wir noch Annes Beziehungsgeschichte.
Ich bin mit einer klassischen Rollenverteilung groß geworden,
Wie im Klischee Mutter,
Hausfrau,
Vater,
Beamter.
Mein Vater war sehr distanziert und kühl.
Er mochte mich,
Aber er war wenig herzlich.
Ich habe immer versucht,
Ihn für mich zu gewinnen und ich habe mir stundenlange Abhandlungen über sein Lieblingsthema Eisenbahn angehört.
Aber so richtig nah bin ich ihm irgendwie nicht gekommen.
Meine Mutter war streng,
Aber liebevoll.
Sie hat sich um alles gekümmert.
Und doch haben wir uns alle nach meinem Vater ausgerichtet.
Ich fand es zu Hause immer ein wenig kühl und langweilig.
Später habe ich mir dann immer wieder Draufgänger gesucht.
Männer,
Die so richtig lebensfroh waren und abenteuerlustig.
Zu denen hat es mich einfach hingezogen.
Da war immer was los.
Intensivste Leidenschaften am Anfang.
Totales Begehren und hemmungslose Sex.
Jedes Mal dachte ich,
Das ist er.
Es gab mehrere solche Beziehungen und sie endeten meistens genauso abrupt,
Wie sie euphorisch begannen.
Wenn ich so drauf gucke,
Fällt mir auf,
Dass ich meistens sitzen gelassen wurde,
Weil sie sich nicht entscheiden konnten oder wollten,
Polyamor lebten oder ihre Gefühle plötzlich verloren hatten oder in einer Beziehung waren.
Einmal habe ich einen ruhigen und sehr beständigen Mann kennengelernt,
Der viel Interesse an mir hatte und der hätte eigentlich auch gut gepasst.
Aber es war mir schnell zu langweilig.
Ich stand definitiv auf die bösen Jungs,
Die frechen,
Die Peter Pan Typen,
Die nicht erwachsen wurden.
Ich habe das lange nicht verstanden,
Warum mir das immer wieder und wieder passierte.
Ich war so machtlos,
Obwohl ich sonst im Leben eigentlich alles hinkriege und in der Hand habe.
Heute weiß ich,
Ich fühlte mich jedes Mal wie am ausgestreckten Arm verhungert,
In emotionaler Hinsicht.
Es war wie bei meinem Vater.
Was in allen Beziehungen ähnlich war,
Ist das.
Eine Sehnsucht nach intensiven Gefühlen hat mich zu den Draufgängertypen mit wenig Beständigkeit hingezogen.
Dort habe ich mir die Lebendigkeit versprochen,
Die mir zu Hause gefehlt hat.
Das war mein Beuteschema.
Aber es war nicht gut für mich.
Anzwischen habe ich gelernt,
Dass ich nicht immer auf den ersten Anziehungsimpuls hören muss.
Ich habe gerade jemanden kennengelernt,
Der nicht ganz so wild ist und ich lasse zu,
Dass diese Beziehung sich langsam entwickeln darf.
Und dass es nicht langweilig sein muss,
Nur weil das Ganze nicht mit einem Feuerwerk startet.
Ja,
Das also drei Auszüge aus Erkenntnisreisen meiner Klientinnen und Klienten durch ihre Beziehungsbiografie,
Die sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.
Und du siehst daran,
Wie unterschiedlich wir sind,
Wie verschieden unsere Geschichte.
Und man erkennt auch,
Eine ähnliche Erfahrung muss nicht zu einem ähnlichen Muster führen.
Das ist keine Wenn-dann-Logik.
Es ist sehr individuell und genauso darf man es auch sehen und betrachten.
Und wichtig ist auch für deine Erforschung,
Ich habe das schon erwähnt,
Aber ich sage es nochmal,
Achte auf die Tendenz.
Nicht jede schwierige Situation hinterlässt riesige Spuren.
Am besten kommst du mit der Dreierregel durch.
Wenn etwas einmal passiert,
Kein Ding.
Dinge passieren.
Menschen sind,
Wie sie sind.
Passiert etwas zweimal,
Schau genauer hin.
Da ist ein Ausrufezeichen.
Beobachte.
Passiert etwas dreimal,
Ist es ein Muster.
Dann darfst du dir das genauer anschauen und herausfinden,
Warum das immer und immer wieder vorkommt.
Und wenn du mit der Erforschung deiner Beziehungsbiografie nicht weiterkommst oder du die Zusammenhänge nicht zuordnen kannst,
Das ist kein Problem.
Du kannst dir jederzeit dazu Unterstützung holen.
Und hier nochmal eine Zusammenfassung.
Egal wie deine Beziehungsbiografie auch ist,
Es ist wichtig,
Sie zu verstehen.
Denn sie ist der Schlüssel zu deinem Beziehungsverhalten im Hier und Jetzt.
Darin enthalten ist dein erlerntes Beziehungsprogramm.
Wenn es funktioniert,
Prima.
Wenn nicht,
Dann lohnt es sich,
Es zu untersuchen.
Und wenn du verstehen lernst,
Was dich noch immer,
Vielleicht sogar auf unbewusste Weise davon trennt,
Erfüllende Beziehungen auch zu leben,
Dann kannst du anfangen,
Auf eine neue Weise in Beziehungen reinzugehen und sie neu zu gestalten und so neue Erfahrungen zu machen.
Das kann deine alten Muster mit der Zeit überschreiben.
Denn deine erlernten Beziehungsmuster,
Die sind nicht ein Stein gehauen.
Du kannst sie umschreiben.
Du kannst Einfluss darauf nehmen.
Du musst nicht Opfer deiner frühen Erfahrungen bleiben,
Sondern du kannst zur Gestalterin oder zum Gestalter deines Lebens werden.
Ich weiß das,
Weil ich es selbst erfahren habe.
Und wenn ich es konnte,
Kannst du es auch.
Ich bin ganz sicher.
Möge die Liebe dich finden,
Denn du hast sie verdient in hohen Dosen.
So wie wir alle.
Das wünsche ich dir.
Alles Liebe,
Deine Claudia.
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