
Liebe und Angst- Überlebenstrategien in Paarbeziehungen
Gerade in sehr nahen Beziehungen passiert es, dass alte Wunden aufgerissen werden und unser Körper ein uraltes biologisches Schutzprogramm hochfährt, um Dich vor einer Bedrohung zu schützen. Angriff, Totstellen, Flucht und Unterwerfung laufen wie eine Art Automatikmodus ab und sind meist ein Mitbringsel aus den frühen Bindungserfahrungen unserer Kindheit.
Transkription
Bist du schon mal richtig ausgerastet?
Und hast Menschen,
Die dir eigentlich lieb und teuer sind,
Angeschrien wie eine Irre?
Hinterher hast du dich vielleicht schuldig gefühlt,
Weil du so vollkommen die Kontrolle verloren hattest?
Reißt du vielleicht in Konflikten regelmäßig aus,
Weil du dich nicht zu wehren weißt und vielleicht auch,
Weil im Streit plötzlich alles weg ist,
Was du sagen wolltest und in deinem Kopf findest du anstatt Argumenten einfach nur ohnmächtige Leere?
Oder gibst du einfach nach und lächelst tapfer,
Um dein Gegenüber zu beschwichtigen?
Vielleicht kennst du ja auch den Bambi-Reflex?
Gerade in sehr nahen,
Intimen Beziehungen passiert es uns,
Dass alte Wunden,
Auch Traumatisierungen aufgerissen werden und unser Körper ein uraltes biologisches Schutzprogramm hochfährt,
Um uns vor Bedrohung zu schützen.
Angriff,
Tod stellen,
Flucht und Unterwerfung laufen wir eine Art Automatikmodus ab und sonst meist Mitbringsel aus unseren frühen Beziehungserfahrungen,
Wo wir diese Schutzstrategien auch schon angewandt haben.
Das Problem dabei ist,
Das was uns einstmals retten sollte,
Versucht es auch heute immer wieder uns zu beschützen,
Aber wir sind erwachsen und wir verlieren dabei die bewusste Steuerung und es fühlt sich sehr beängstigend an.
Vor allem aber verstärkt es unsere Beziehungsprobleme,
Wenn diese Schutzstrategien die Oberhand in uns gewinnen.
Wir sabotieren dann regelrecht unsere Beziehungen und zerstören die Nähe.
Mit dem Notfallprogramm können wir keine wirklichen Lösungen auf Augenhöhe finden.
In dieser Folge schauen wir uns die sogenannte 4F-Reaktion genau an,
Damit du verstehen kannst,
Was in dir passiert,
Wenn du dich verletzt,
Beängstigt oder bedroht fühlst und wir gucken auch,
Wie du lernen kannst,
Beziehungsprobleme auch anders zu lösen.
An dieser Stelle aber noch ein kleiner Hinweis.
Wir werden in dieser Episode Themen wie Gewalt und sexuellen Missbrauch berühren.
Wenn du in der Weise belastet bist oder dich das ängstigt,
Dann hör dir diese Episode am besten nicht allein an.
Leben,
Lieben,
Lassen.
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Ein herzliches Hallo,
Ihr Lieben.
Ich freue mich sehr,
Dass wir uns hören bei dieser neuen Episode des Leben,
Lieben,
Lassen-Podcast.
Ich bin's,
Claudia,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen und gelingende Beziehungen zu führen.
Ich habe zuletzt ein sehr geiles Zitat gelesen,
Das ich gerne mit dir teilen möchte.
Das eigentliche Problem der Menschheit ist folgendes.
Wir haben steinzeitliche Gefühle,
Mittelalterliche Institutionen und eine gottgleiche Technik.
Das stammt vom Evolutionsbiologen E.
O.
Wilson.
Und ich finde,
Das ist wirklich auf den Punkt.
Und es beschreibt auch irgendwie ein Dilemma,
Das wir alle kennen.
Wir wissen heute so viel,
Wir können alle möglichen Informationen anzapfen.
Wir kommen klar in einer hochmodernen,
Digitalisierten Welt.
Und gleichzeitig haben wir noch immer Instinkte und Reflexe wie ein Urmensch oder ein Tier.
Und es gibt biologische Programme in uns,
Die laufen heute noch so ab wie vor tausenden von Jahren.
Das erschreckt uns,
Und wir kriegen es meist nur schwer zusammen.
Schließlich wollen wir gerne vernünftig und bewusst handeln.
Aber wir sind eben auch aus der Evolution gewachsene Wesen.
Eines dieser uralten Überlebensprogramme,
Sozusagen Notfallmechanismen,
Ist die 4F-Reaktion,
Die uns in so einer Art Automatikmodus beamt,
Wenn wir uns bedroht fühlen.
Wir lenken dann nicht mehr,
Was wir tun.
Es lenkt es in uns.
Und um das zu verstehen,
Müssen wir erstmal anschauen,
Was bei Angst und Bedrohung in unserem Körper- und Nervensystem eigentlich passiert.
Gefahren zu entkommen und damit das Überleben zu sichern.
Also Sicherheit zu schaffen,
Das ist von Anbeginn der Menschheit an eine der Prioritäten unseres vom Nervensystem gesteuerten Körpers.
Überleben und damit Sicherheit geht vor Wohlfühlen und Stimmigkeit.
Das ist wahr.
Evolutionär gesehen macht das ja auch Sinn.
Denn als wir noch als Urmensch durch die Savanne getappt sind,
Da waren wir ja ständig von Gefahren umgeben.
Wilde Tiere,
Witterungseinflüsse und eine Natur,
In der wir uns wenig schützen konnten.
Eine innere Alarmanlage zu haben,
Die wachsam war und bei Bedrohung sofort ansprang,
Um uns zu retten,
War damals überlebensnotwendig.
Wenn also ein Urmensch vor einem Säbelzahntiger stand,
Und davon gab es damals viele,
Dann hatte der Urmensch überhaupt keine Zeit,
Irgendwas zu überlegen.
Sein biologisches Rettungssystem kam ihm zu Hilfe.
Der Säbelzahntiger wurde als Gefahr erkannt.
Das löste ein ansteigendes Stresslevels und damit das Aktivieren der Überlebensprogramme aus.
Daraufhin wurden bestimmte Hormone im Körper aktiviert und damit wurde und wird auch noch heute der Körper in die Lage versetzt,
Kräfte zu mobilisieren,
Die ihm zu Kampf oder Flucht verhelfen können.
Die Durchblutung und die Muskelspannung in allen Körperbereichen,
Die dafür notwendig sind,
Wird verstärkt und alle anderen Körperfunktionen,
Die gerade nicht gebraucht werden,
Werden heruntergefahren,
Um Ressourcen zu schonen.
Im Gehirn zum Beispiel bedeutet das,
Alle Energie wird ins Stammhirn gelenkt,
Da dort die automatische Steuerung der Überlebensinstinkte zu Hause ist.
Das Großhirn,
In dem unser Bewusstsein sitzt,
In dem wir so schön reflektieren und über Lösungen nachdenken können,
Das ist vorübergehend auf Stand-by.
Genauso wie das lympische System und der Gefühls-Hirn.
Jetzt kann der O-Mensch den Säbelzahntiger angreifen bzw.
Sich vor ihm schützen oder er kann fliehen,
Fight or flight.
Wenn beides nicht geht,
Dann kommt das dritte F ins Spiel,
Freeze,
Die Erstarrung.
Sich totzustellen und starr zu werden vor Angst könnte den Säbelzahntiger möglicherweise dazu bringen,
Abzulassen,
Wenn man weder kämpfen noch fliehen kann.
Heute,
Na klar,
Gibt es keine Säbelzahntiger mehr.
Wir leben als Menschen so sicher wie noch nie.
Auch wenn das natürlich nicht heißt,
Dass wir absolut sicher sind und es keine Bedrohungen mehr gibt.
Es sind heute andere,
Gesellschaftlich als auch individuell.
Zum Beispiel kann es uns passieren,
Dass unsere frühen Bindungserfahrungen für uns auch als bedrohlich erlebt wurden.
Dass an dem Ort in unserem Zuhause,
In unserer Familie,
Wo wir eigentlich am geliebtesten und am geschütztesten hätten sein sollen,
Auch der Ort der größten Bedrohung und Verängstigung war.
Und auch heute,
Wenn wir zum Beispiel Streit haben mit unserem Partner oder wenn wir uns dabei verletzt fühlen,
Das kann natürlich auch andere wichtige Menschen in unserem Leben betreffen,
Wenn also unsere wunden Punkte,
Unsere früheren Kränkungen in uns getriggert werden,
Durch das,
Was andere Menschen tun oder nicht tun,
Dann kann das die gleiche automatische Schutzreaktion auslösen,
Als stünde ein Säbelzahntiger vor uns.
Und mit Vernunft ist der Sache auch nicht beizukommen,
Denn,
Wie schon gesagt,
Ist das ein Automatikmodus.
Wenn wir das jetzt mal auf unsere Beziehungen beziehen und auf die Bindungskränkungen und schmerzvollen Gefühle,
Die wir im Zusammenhang mit den frühen Beziehungserfahrungen unseres Lebens als Kind schon verinnerlicht haben,
Dann kann man ganz deutlich erkennen,
Dass auch dort sehr oft die gleichen unbewussten Überlebensstrategien aktiv wurden und aktiv werden,
Wie bei dem sprichwörtlichen Säbelzahntiger.
Und deshalb werden wir uns jetzt mal alle vier F-Reaktionen einzeln anschauen und Beispiele für ihr Aktivwerden in Beziehungen finden.
Fight,
Flight,
Freeze – die drei hatte ich schon genannt.
Und die vierte,
Weniger bekannte Überlebensstrategie heißt Foreign Response und ist so eine Mischung aus Beschwichtigung und Unterwerfung.
Ich finde sie sehr spannend,
Weil sie am wenigsten häufig erkannt wird,
Aber sehr,
Sehr häufig anzutreffen ist,
Auch in Verbindung mit Co-Abhängigkeit.
Deshalb werde ich auf das letzte F noch ein wenig ausführlicher eingehen.
Schauen wir uns aber unsere automatischen Überlebensstrategien in schwierigen Beziehungssituationen einzeln an.
Und wir beginnen mit fight,
Kämpfen,
Um mich zu schützen.
Nur wenn ich dich bekämpfe und gewinne,
Kann ich mich retten.
Das ist der Klassiker und die meisten von uns kennen es.
Wir fühlen uns so getroffen,
Angegriffen oder verletzt,
Dass unser Partner oder unsere Partnerin auf einmal wie unser Feind dasteht.
Ausgerechnet der Mensch,
Der uns am meisten lieben sollte,
Bei dem wir uns endlich sicher fühlen wollten,
Der tut uns das an,
Vor dem wir uns am meisten fürchten.
Sie oder er betrügt uns,
Lässt uns im Stich,
Akzeptiert unsere Meinung nicht oder ist nicht für uns da.
Was für ein bodenloser Verrat,
Der natürlich alte Wunden in uns aufreißt und alte in Beziehungen entstandene Schmerzen wachrüttelt.
Das löst solchen Stress aus,
Dass die Alarmsysteme des Notfallprogramms in uns aktiviert werden und uns an den Kampf- oder Abwehrmodus versetzen.
Unser Körper reagiert jetzt haargenau so,
Als wenn ein Säbelzahntiger vor uns stehen würde.
Dein Partner oder deine Partnerin ist jetzt dein Feind.
Du kannst aus biologischen Gründen gar nicht mehr fühlen,
Dass es der Mensch ist,
Den du liebst.
Du kannst auch nicht mehr klar denken,
Denn dein Gehirn lenkt alle Aktivität ins Stammhelm,
Um dich vor einer vermeintlichen Gefahr zu retten.
Dass diese Gefahr möglicherweise nur aus deiner Interpretation des Verhaltens des anderen kommt,
Merkst du in diesem Moment nicht.
Sprich,
Du bist nicht mehr am Vollbesitz deiner geistigen Fähigkeiten.
Das ist der sogenannte Troll-Modus,
Eine reduzierte Ausgabe deiner selbst im Überlebenskampf.
Ganz,
Ganz ausführlich habe ich das in der Folge »Destruktiver Streit ist ein Beziehungskiller« erklärt,
Den ich dir natürlich nochmal in den Shownotes verlinke.
Im Kampfmodus wird also unsere Partnerin oder unsere Partner zum Feind.
So sehen wir das dann.
Und zwar ein Feind,
Von dem wir uns angegriffen fühlen.
Nun werden alle Geschütze aufgefahren,
Schreien,
Toben,
Runtermachen,
Kritisieren,
Drohen,
Zwingen,
Auf jeden Fall Druck und Macht.
So sieht der Kampfmodus als Überlebensstrategie in unseren Paarbeziehungen aus.
Und wenn ich da mal aus dem Nähkästchen plaudere,
Dann kann ich dir sagen,
Dass es gar nicht selten vorkommt,
Dass ein Paar vor mir sitzt,
Die den Kampfmodus bis über alle Grenzen hinweg ausgefochten haben.
Wo dann also auch körperliche Gewalt ein Thema ist.
Und ich erinnere mich an eine Situation,
Die erst vor ein paar Tagen in der Beratung stattgefunden hat.
Da waren zwei,
Die haben sich so geschämt und die haben gar nicht verstanden,
Wie es mit ihnen so dermaßen durchgehen konnte.
Sie waren regelrecht erschrocken über sich selbst,
Weil sie sich als bewusste Menschen und nicht als gewalttätig eingeschätzt hatten.
Erst als sie sich völlig verausgabt hatten im Kampf,
Als sie sich geschlagen und bedroht hatten,
Haben sie sich wiedergefunden im Tal der Verzweiflung.
Dann erst war Nähe möglich und der offene Zugang zu den Emotionen.
Tragisch,
Denn diese destruktiven Strategien zerstören nachhaltig die Liebe.
Mit jeder neuen Eskalation erodiert die Vertrauensbasis,
Auch wenn man sich hinterher wieder verträgt.
Und natürlich,
Auch wenn es sich um Überlebensstrategien handelt,
Die automatisch ablaufen als biologisches Schutzprogramm,
Die Verantwortung für unser Verhalten müssen wir trotzdem übernehmen.
Und die Verantwortung zu übernehmen für unser Verhalten,
Das bedeutet in dem Falle,
Dass wir uns unsere Urwunde in uns zu wenden müssen,
Anstatt den anderen zu bekämpfen.
Eine Urwunde,
Die wir schon aus unserem Leben mitgebracht haben und die uns so anfällig dafür macht,
Dass wir uns durch das Verhalten anderer so bedroht fühlen müssen.
Denn äußere Umstände wie das Verhalten von anderen,
Die werden nur dann so eine explosionsartige Wucht in uns entfalten können,
Wenn es dort schon eine nicht verheilte Wunde gibt,
Die aus einer früheren,
Meist kindlichen Erfahrung stammt.
Man könnte also sagen,
Die innere Wunde oder die innere Traumatisierung,
Die wir in Sachen Beziehung haben und das im Außen stattfindende vielleicht sogar ärgerliche Verhalten des Partners oder der Partnerin treffen zusammen und erst dieses Zusammenspiel sorgt für diese Explosionskraft.
Und vielleicht erinnerst du dich ja auch noch an die Folge über die vier apokalyptischen Reiter in der Paarbeziehung.
Das sind erforschte Verhaltensweisen,
Mit denen wir unsere Beziehung wirklich nachhaltig zerstören und sabotieren und die es also zu vermeiden gilt,
Wenn wir eine glückliche Beziehung haben wollen.
Der Kampfmodus,
Also Fight,
Der entspricht dem ersten der apokalyptischen Reiter.
Verallgemeinernde,
Verletzende Kritik.
Auch diese Folge verlinke ich dir nochmal in den Journals und im Artikel zum Podcast auf meiner Website.
Und dort findest du auch Strategien,
Aus den einzelnen destruktiven Verhaltensmustern auszusteigen.
Beim Kampfmodus geht es,
Kurz gesagt,
Darum zu verstehen,
Dass sich wehren und schützen zu können eigentlich eine sehr wichtige und gesunde Strategie ist,
Die wir brauchen.
Haben wir aber eine starke alte Wunde in uns,
Dann kann dieses Sich-wehren-müssen-und-kämpfen so übertrieben sein und gar nicht angemessen zu der Situation im Außen,
Also dem Verhalten des Partners oder der Partnerin.
Und dann gehen wir eben auch über Grenzen und können gemein,
Verletzend oder auch körperlich gewalttätig werden.
Und die Aufgabe ist dann hier,
Gesunde Strategien zur Lösung von Konflikten oder gesunde Strategien im Umgang mit den eigenen Grenzen zu lernen.
Flight,
Der Fluchtmodus.
Nur wenn ich dir ausweiche und mich vor dir verstecke,
Kann ich mich retten.
Den Fluchtmodus als Stressreaktion in schwierigen Beziehungssituationen oder in anderen belastenden Lebenssituationen zu erkennen,
Finde ich gar nicht immer so leicht.
Der Flightmodus hat nämlich viele Gesichter.
Wir fliehen zum Beispiel von notwendigen Auseinandersetzungen und Konflikten,
Indem wir uns abducken,
Ignorieren,
Was passiert,
Uns etwas schönreden,
Es vielleicht auch rationalisieren oder auch,
Indem wir den anderen ins Leere laufen lassen.
La la la,
Ich sehe das Problem nicht,
Dann ist es auch nicht da.
Das habe ich schon oft erlebt und es ist so eine Art Vogelstrauß-Taktik,
Die meist auch schon früh im Leben erlernt wurde.
Es ist innerer Stress,
Der dahinter steckt.
Von außen betrachtet,
Also aus Sicht unserer Beziehungspartner,
Sieht das Totschweigen,
Sich abwenden,
Das emotional unerreichbar werden oder auch das Beschwerden einfach zu ignorieren,
Das sieht aus wie Macht.
Vermeidungsstrategien sind ein Fluchtmodus und sie sind in Beziehungen einer der häufigsten Gründe für Berge von ungeklärten Problemen,
Die einen am Ende entzweien.
Oft,
Dass dieses Nichtsehen,
Nichthören,
Nichtsagen auch Teil der sozialen Vererbung und es wurde einem schon zu Hause so vorgelebt.
Die Unfähigkeit,
Konflikte auszutragen,
Sich machtlos zu fühlen.
Auch bei den apokalyptischen Reitern der Paarbeziehung findet sich diese Strategie wieder.
Bei diesem Verhalten prallt man mit seiner Beschwerde wie vor eine Gummiwand oder man hat das Gefühl,
Ins Leere zu laufen.
Menschen,
Die die Flight-Strategie machen,
Stellen sich auch gerne als Opfer dar.
Das eigene Verhalten ist immer wieder nur die Reaktion auf Fehler des anderen.
Wenn du nicht ständig an mir rumnürgeln würdest,
Dann würde ich es ja vielleicht auch von selbst machen.
Partner oder Partnerin werden einfach nicht gehört,
Wenn ich mich abducke.
Sie kommen mit ihrem Thema nicht durch.
Das führt zu großer Hilflosigkeit und Ohnmacht.
Probleme werden nicht gelöst und irgendwann resigniert man.
Es ist schwer zu verstehen für die Beteiligten und es braucht da wirklich aufdeckende Arbeit,
Dass man verstehen kann,
Dass es eigentlich eine Schutzstrategie ist.
Zu den Fluchtmechanismen gehört aber auch,
Zusagen oder Versprechen zu machen und die dann immer wieder auf die lange Bank zu schieben oder zu vertagen oder auch immer wieder Gründe zu finden,
Warum das jetzt nicht geht.
Auch das ist ein ich-lasse-den-anderen-ins-Leere-laufen-dann-muss-ich-nämlich-nicht-handeln.
Menschen,
Die erkennen,
Dass sie den Flight-Modus in stressigen oder schwierigen Beziehungssituationen praktizieren,
Für die geht es zum einen darum,
Zu verstehen,
Wo sind eigentlich Situationen,
Wo ich für mich eintreten müsste,
Wo ich mich vielleicht auch mal positionieren muss,
Wo ich auch mal eine Ansage machen darf oder aktiv Grenzen ziehen,
Anstatt immer wieder in die Vermeidung oder in den Rückzug zu gehen.
Denn auch das verhindert ja wirklich lebendige Beziehungen.
Oder aber auch zu sehen,
Wann ist wirklich ein Punkt,
Wann ist genug gekämpft?
Dann ist natürlich der Rückzug,
Also ein Vom-Platz-Gehen,
Auch die passende Strategie.
Es geht also nicht darum,
Das kann man nur auf die lange Bank schieben Es geht also nicht darum,
Dass Kampf oder Flucht nicht manchmal angemessen werden.
Es geht um die Übertreibung dieser Strategien als einzigen Ausweg aus einer überfordernden Situation,
Die natürlich in Beziehungen meist emotionale Bedrohung auslöst.
Kommen wir zum dritten F.
Freeze.
Wenn ich mich totstelle und stillhalte,
Wirst du vielleicht von mir ablassen.
Vom Totstellreflex hast du bestimmt schon mal gehört.
Also aus die Maus-vor-der-Schlange-Situation.
Und vielleicht kennst du auch das Gefühl,
Innen komplett erstarrt zu sein in einer Überforderungssituation.
Es ist so,
Als würden große Wellen über dir zusammenschlagen und dich wehrlos mitreißen.
Du bist handlungs- und denkunfähig.
Blackout.
Manchmal stehen wir sogar vollkommen neben uns und nehmen alles wie durch einen Schleier wahr.
So als würden wir einen Film anschauen.
Man ist irgendwie unbeteiligt und fühlt nichts mehr.
Diese Dissertation ist ein Schutzmechanismus und wenn dir das bekannt vorkommt,
Dann hat dich dieser Abschaltmodus deiner Psyche wahrscheinlich schon früher in deinem Leben vor überwältigenden Erfahrungen oder Gefühlen gerettet.
Hatte man z.
B.
Als Kind Erfahrungen mit gewalttätigen Eltern und wurde z.
B.
Geschlagen?
Was ja noch vor gar nicht so langer Zeit ein ziemlich probatisierendes Erziehungsmittel war.
Dann war es ja selten möglich,
Angriff oder Schutz bzw.
Die Flucht anzutreten.
Das heißt,
Du konntest bei der Überschreitung deiner Grenzen ja nicht noch wütend werden.
Das hätte wahrscheinlich die Situation verschlimmert.
Fliehen konntest du auch nicht.
Wenn man sich nicht wehren kann,
Wenn man nicht kämpfen kann oder wenn man nicht fliehen kann,
Dann bleibt häufig nur noch der Freeze-Modus.
Auch wenn einen das als Kind vielleicht gerettet hat,
Verstärkt das natürlich heute unsere Probleme nur noch,
Weil wir durch Einfrieren in bestimmten Situationen nicht mehr aktiv für uns Position beziehen können und dann sind wir wehrlos und machtlos.
Und vor allem fühlen sich auch beim Freeze-Modus unsere Beziehungspartner irgendwie abgewiesen oder gar nicht ernst genommen.
Auch der Totschellreflex oder das Einfrieren als stressbedingte Überlebensstrategie haben viele Gesichter.
Oft höre ich von Klienten,
Dass es besonders in Streitsituationen vorkommt,
Dass sie plötzlich nicht mehr denken können,
Vollkommen blockiert sind,
Überhaupt keinen Zugriff mehr haben auf ihre Argumente.
Sie sind einfach in Schockstarre,
Weil zum Beispiel das Schreien des Partners alte Ängste in ihnen auslöst.
Von außen betrachtet sieht das natürlich für den Beziehungspartner so aus,
Als wäre einem alles wurscht oder man würde sie oder ihn ignorieren.
Ein ganz schlimmes Missverständnis.
Menschen,
Die zum Freeze-Modus neigen,
Brauchen erst eine Weile,
Bis sich ihr Nervensystem wieder beruhigt hat.
Erst dann haben sie wieder Zugriff auf ihre Fähigkeit zu sprechen,
Zu argumentieren oder überhaupt irgendwas zu sagen.
Wir sind übrigens nicht festgelegt auf eine Überlebensstrategie,
Aber wir haben eben oft schon als Kind gewisse,
Ich will mal sagen,
Bevorzugungen entwickelt.
Ich kenne mich mit dem Freeze-Modus zum Beispiel bestens aus.
Schon als Kind war für mich Erstarrung etwas,
Dass mein unbewusster Notausgang bei beängstigenden und nicht bewältigbaren Erfahrungen mit der elterlichen Macht gewesen ist.
Und leider hat es mir dann auch im Erwachsenenalter öfters die Beine gestellt.
Ein Beispiel will ich mal mit dir teilen.
Das war in meiner Heilpraktikerprüfung Psychotherapie.
Nach drei Jahren Ausbildung und bester schriftlicher Prüfungsnoten stand ich vor einer Kommission,
Angeführt von einer sehr verärgerten und sehr abweisenden Psychiaterin.
Und noch bevor ich irgendwas sagen konnte,
Hat mich diese Frau so zynisch abgekanzelt,
Dass ich mir ganz klein und dumm vorkam.
Diese Willkür und Machtdemonstration einer Autoritätsperson,
Die löste damals so starke alte Ängste in mir aus,
Dass ich vollkommen blockiert habe.
Mein Denken war schwarz,
Da war nichts mehr da.
Null.
Ich konnte kaum etwas sagen und hatte überhaupt keinen Zugriff mehr auf mein Wissen.
Es hat lange gedauert,
Bis ich diese Ohnmachtserfahrung,
Die ja irgendwie auch eine Retraumatisierungserfahrung war,
Wieder überwunden hatte.
Thorn-Response,
Wenn ich mich dir unterwerfe und dich beschwichtige,
Wirst du mir nichts tun.
Thorn-Response,
Der Bambi-Reflex,
Das ewige Netz sein müssen,
Ist ein Schutzprogramm im Sinne von Bitte tu mir nichts und gehört zu den weniger bekannten automatischen Selbstschutzprogrammen.
Dabei ist Thorn-Response massiv verbreitet und reicht von Beschwichtigung über Unterwerfung bis hin zur Selbsterniedrigung aus gefühlter Angst oder Schutzlosigkeit vor anderen Menschen,
Also um Bedrohung abzuwehren.
Thorn heißt auf Englisch rekids.
Response bedeutet Antwort.
Man versucht so harmlos,
Freundlich,
Hilfreich und nett zu sein,
Dass ja niemand böse wird.
Sich einschmeicheln,
Lieb Kind machen,
Ständig lächeln müssen,
Sich ständig verpflichtet fühlen,
Es anderen recht zu machen oder eben,
Wie schon gesagt,
Hilfreich zu sein und nicht Nein sagen zu können,
Das gehört dazu.
Es ist eine Übertreibung des natürlichen Drangs,
Anderen gefallen zu wollen.
Es ist ein Gefallen müssen,
Weil im Hintergrund die Angst vor Ablehnung oder Verurteilung oder Verlust steht und auch weil Menschen,
Die zu Thorn-Response neigen,
Oft gar nicht die Fähigkeit entwickelt haben,
Sich zu wehren oder für ihre eigenen Grenzen einzutreten.
Wenn ich Klienten habe,
Die sehr stark diesen Bambi-Reflex ausleben,
Dann schauen wir natürlich zusammen,
Wo sie ihn in ihrem Leben,
Meist in der Kindheit,
Als Schutzprogramm eingesetzt haben und zusammen üben wir dann,
Zum Beispiel die Wut wiederzufinden,
Die ja ein Gefühl der Autonomie ist,
Unsere Grenzen aufzeigt und dann kann man nachträglich auch lernen,
Seine Grenzen zu schützen,
Für seine Position einzutreten,
Auch wenn es den anderen nicht gefällt.
In Beziehungen bedeutet Thorn-Response,
Die Angst vor der Ablehnung oder Verurteilung oder vor dem Verlassen werden durch den Beziehungspartner,
Ist größer als das Bedürfnis für sich einzustehen und eben oft ist es verbunden mit der Unfähigkeit,
Sich durchzusetzen.
So opfert man sich aus Angst im Sinne einer Selbstaufgabe und Unterwerfung.
Wie gesagt,
Das ist oft ein Notfallprogramm aus der Kindheit,
In der Autonomiebedürfnisse des Kindes unterdrückt wurden und es wichtig war,
Mindestens einen Elternteil irgendwie doch noch für sich zu gewinnen.
Ich möchte dir ein Beispiel von Clara erzählen,
An dem man recht gut sehen kann,
Dass Thorn-Response oft der einzige Ausweg in bedrohlichen Beziehungserfahrungen der Kindheit waren.
Clara hatte einen gewalttätigen Vater.
Er hatte starke narzisstische Tendenzen und er neigte zu Wutausbrüchen.
Wenn Clara an seinen Augen etwas falsch machte,
Schlechte Noten hatte oder irgendwelche Fehler begangen hatte,
Kam es oft vor,
Dass er sich schrecklich angeschwehen hat.
Clara hatte in diesen Momenten starke Angst vor ihrem Vater,
Den sie auch eigentlich verehrte.
Weil sie nie wusste,
Wann einer der Schläge in ihrem Gesicht landen würde,
Hat sie ganz oft ihre Hände vors Gesicht genommen,
Schon wenn die Tirade anfing.
Das aber machte den Vater nur noch wütender und er zwang sie,
Die Hände vom Gesicht runterzunehmen.
In dem Moment,
Als sie die Hände heruntergenommen hatte,
Schlug er sie mitten ins Gesicht.
Clara hatte überhaupt keine Chance,
Sich irgendwie zu wehren,
Also Wut zu entwickeln und den Angriffsmodus auszuleben,
Denn das hatte ja die Situation verschlimmert.
Auch Flucht war nicht möglich.
Clara war vollkommen bewusst,
Dass sie dem Vater nicht entwischen konnte.
Auch zu fliehen hätte seine Wut und Raserei und seine Gewalttätigkeit nur noch vergrößert.
Auch der Freeze-Modus hat Clara nichts genutzt,
Denn in seinen Tiraden verlangte der Vater von ihr Antworten und wenn sie still wurde,
Wenn sie sozusagen wegdriftete und alles nur noch über sich ergehen ließ,
Dann steigerte auch das seine Wut,
Denn dann fühlte er sich nicht ernst genommen.
So blieb nur noch die Unterwerfung.
Die Aufgabe der eigenen Grenzen und der eigenen Bedürfnisse und man könnte sagen diese völlige Hingabe an die Gewalt des Vaters,
Der sowas wie ein Gott ihrer Kindheit war.
Dieses Du setzt meine Grenzen fest und ich ergebe mich dir vollkommen als Schutzprogramm ist der Thorn-Reflex.
Das ist ein extremes Beispiel für Thorn-Response,
Denn auch hier findet das Verhalten in einer großen Spannbreite statt.
Nicht alle sind so krass.
Man nennt Menschen,
Die davon abhängen,
Andere für sich einzunehmen und sie in vorauseilendem Gehorsam zu besänftigen und bei Laune zu halten,
People Pleaser.
Ihr Verhalten wirkt oft unauthentisch und aufgesetzt,
Ist aber aus der Not der gefühlten Wehrlosigkeit geboren und aus der Angst angegriffen zu werden.
Ich brauche wohl nicht extra zu betonen,
Dass das eigentlich immer Menschen sind,
Deren Bindungserfahrungen mit Angst und Bedrohung verknüpft sind.
Viele von ihnen haben Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen.
In fast allen Fällen wurden die Autonomiebestrebungen des Kindes vollkommen unterbunden.
Und zu dem Aspekt Thorn-Response gehört auch dieses tapfere Dauerlächeln,
Das mir manchmal bei Klientinnen im Erstkontakt auffällt.
Elena ist so ein Beispiel.
Während sie mir vom gewalttätigen Verhalten ihres alkoholabhängigen Partners erzählt und von ihrer Angst,
Die sie hat,
Lächelt sie die ganze Zeit steif und strahlend.
Inhalt und Ausdruck passen überhaupt nicht zusammen.
Mir ist natürlich klar,
Dass das tapfere Lächeln ein Schutzmechanismus ist,
Der Bambi-Reflex,
Und ich frage sie ganz behutsam danach.
Elena erzählt mir unter Tränen,
Dass sie immer wieder versucht,
Ganz normal zu sein und so zu tun,
Als wäre nichts,
Und zu lächeln,
Damit ihr Freund sich beruhigt.
Das hat sie schon als kleines Mädchen gemacht,
Wenn der Vater die Mutter drangsalierte.
Die Traumatherapeutin Dami Scharf,
Deren Arbeit ich sehr schätze,
Schreibt dazu in einem Artikel,
Den ich dir auch gerne verlinke,
Bambi-Menschen suchen Sicherheit,
Indem sie sich an die Wünsche,
Bedürfnisse und Anforderungen anderer Menschen anpassen und mit ihnen verschmelzen.
Sie verhalten sich,
Als würden sie unbewusst glauben,
Dass der Preis für eine Beziehung das Opfern all ihrer Bedürfnisse,
Rechte,
Vorlieben und Grenzen ist.
Und weiter heißt es,
Phone Response ist eine intelligente Überlebensstrategie,
Wenn es darum geht,
Mehr Zuwendung und am wenigsten Gewalt zu erfahren.
Kinder haben immer eine Bindung zu ihren Eltern oder Bezugspersonen.
Wir lieben unsere Eltern und sind darauf angewiesen,
Dass sie uns lieben oder zumindest versorgen.
Es kann also eine sehr intelligente Strategie sein,
Immer freundlich zu sein.
Es kann wichtig sein,
Immer herauszufinden,
Wie man sein muss,
Um keine Gewalt auszulösen oder keine Verärgerung und vielleicht sogar der Sonnenschein der Familie zu werden.
In solchen Elternhäusern versuchen Kinder immer die Stimmung ihrer Eltern zu lesen.
Viele Kinder versuchen,
Sich möglichst unsichtbar zu machen,
Freundlich und hilfreich zu sein,
Damit sie überleben,
Beziehungsweise damit sie irgendeine Art von Sicherheit und Kontrolle über ihre Situation gewinnen.
Durch das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse kann es mit der Zeit zu Identitätsverlust kommen.
Manchmal lernt man allerdings dieses Selbst,
Diese eigene Identität nicht einmal kennen,
Weil man zu früh gelernt hat,
Sich anzupassen und immer lieb zu sein.
Menschen laufen dann immer lächelnd durch die Welt,
Fühlen sich aber innen leer,
Einsam und wissen im Grunde nicht,
Wer sie sind und was sie vom Leben wollen.
Soweit also Dummy scharf.
Übrigens,
Denkt bitte nicht,
Nur Frauen neigen zu vorn Response.
Auch Männer wurden manchmal zu regelrechten Bedürfniserfüllern erzogen und lernten früh,
Sich selbst aufzugeben und sich in den Dienst der Bedürfnisse von Mama oder Papa zu stellen.
Das kann zum Beispiel passieren,
Wenn ein Elternteil,
Mit dem man alleine aufwuchs,
Krank war und Hilfe bedurfte.
Oft resultiert bei Menschen,
Denen das widerfahren ist,
Später im Erwachsenenleben eine seltsame Mischung aus Ich lese dir alle Wünsche von den Augen ab und Ich will weg,
Weil ich nicht mehr atmen kann und mich völlig vereinnahmt fühle.
Also eine Form von Bindungsangst.
Auch können früher erlebte Unterwerfung,
Selbstaufgabe und Erniedrigung sogar mit Lustgefühlen assoziiert sein und später sehr starke sexuelle Ausprägungen erfahren.
Ich erinnere mich an einen Klienten,
Der in seinem Leben sehr erfolgreich war und auch sehr,
Sehr machtvoll wirkte.
El wuchs ohne Vater auf,
Nur mit seiner Mutter und zwar unter recht wohlhabenden Bedingungen.
Seine Mutter machte sich einen Spaß daraus,
Spielchen mit ihm zu spielen,
Als er ein kleiner Junge war.
In meinen Augen handelt es sich hier um sexuellen Missbrauch.
El,
Der irgendwie auch das Ein und Alles seiner Mutter war,
Wurde mit zuckersüßen Worten dazu genötigt,
Röckchen anzuziehen und zur Belustigung der Freundinnen der Mutter kleine Tänzchen aufzuführen.
Manchmal sollte er sich dann an seinem Spitzchen reiben und die Damen amüsierten sich dabei.
El glühte und er lachte und freute sich,
Wenn er alles richtig machte und die Mutter mit ihm zufrieden war.
Später im Leben suchte er sich bei aller Macht und Stärke,
Die er ausstrahlte,
Immer wieder sexuelle Dienstleisterinnen,
Die diese mit der Lust verknüpfte Erniedrigung und erzwungene Unterwerfung mit ihm nachstellten.
Echte Beziehungen dagegen fallen ihm bis heute schwer.
El pendelt zwischen Dominanz und Unterwerfung und kann keine Beziehungen auf Augenhöhe leben.
Der Ausweg aus den Überlebensstrategien bzw.
Wie können unsere Notfallprogramme überflüssig werden?
Jetzt kommt das,
Wo wir selbst aktiv werden können und das geht immer los mit Schritt 1 Erkennen und Beobachten.
Ich hoffe,
Du hast die Stressreaktionen erkannt,
Zu denen du am häufigsten tendierst.
Wenn nicht,
Dann sprich doch mal mit deinem Beziehungspartner oder deiner Partnerin dazu,
Wie du wirkst,
Wenn es wirklich stressige,
Also schwierige Beziehungssituationen gibt.
Welches Verhalten fällt dann am deutlichsten bei dir auf?
Dieses Erkennen ist ein mutiger Anfang und braucht Selbstreflektion,
Aber dieses Erkennen ist eben immer auch der Anfang der Veränderung.
Wenn du weißt,
Wie du bei innerem Stress häufig reagierst und wann dein Notprogramm anläuft,
Wenn du weißt,
Was genau bei dir diesen inneren Stress auslöst,
Also auf welche Trigger du reagierst und in welchen Situationen es dich am häufigsten retten will,
Dann ist das schon mal die halbe Miete.
Beobachte dich dabei auch immer wieder.
Das Zweite ist,
Die dabei auftretenden Empfindungen und Gefühle im eigenen Körper wahrnehmen zu lernen,
Sich zu spüren.
Denn in diesen Momenten ist es die Angst,
Die dich steuert,
Und nicht deine Freiwilligkeit und schon gar nicht deine Bewusstheit.
Finde heraus,
Welches körperliche Gefühl,
Welche Empfindung in diesen Momenten in deinem Körper herrscht.
Spüre dich.
Wahrscheinlich nimmst du eine Anspannung wahr.
Vielleicht zieht sich auch etwas zusammen in dir.
Vielleicht wirst du ganz leer.
Spüre genau nach und erforsche die körperliche Reaktion und deine Gefühle in diesem Moment.
Vielleicht kann es dabei auch hilfreich sein,
Eine der letzten Folgen zum Umgang mit unseren Gefühlen nochmal genau anzuhören.
Da gebe ich dir ein Handwerkszeug,
Wie du deine eigenen Gefühle erkennen und mit ihnen umgehen kannst.
Genauso hilfreich,
Um deinen inneren Zustand zu erkennen,
Ist die innere Ampel.
Bist du auf grün,
Heißt es go.
Du bist im Vollbesitz deiner geistigen Kapazität und handelst selbstbestimmt und aus deiner natürlichen Größe heraus.
Schritt 3.
Mach einen Break.
Verlasse die Situation und reguliere den inneren Stresszustand.
Ist deine innere Ampel nämlich auf gelb oder rot,
Dann wirst du mit Sicherheit in eine der 4F-Reaktionen kippen.
Und dann ist dir Aufgabe,
Einen Break zu machen,
Aus der Situation rauszugehen und deine automatischen Handlungen zu unterbrechen.
Und das geht wirklich nur,
Wenn man gelernt hat,
Den Ablauf gut zu beobachten.
Wenn du die Situation nicht verlässt,
Agierst du wieder voll im Automatikmodus und die 4F-Reaktion nimmt ihren Lauf.
Anstatt dessen ist es aber jetzt deine Aufgabe,
Den inneren Stresspegel selbst zu regulieren und nicht über den anderen.
Das geht zum Beispiel hervorragend in der Natur,
Beim Sport,
Bei Musik,
Bei Meditation und ähnlichem.
Die Selbstregulation,
Also dass wir lernen,
Uns aus unseren emotionalen Überforderungssituationen selbst in einen Zustand in unserem inneren Zuhause,
Unserem Körper,
Unserem Nervensystem zu regulieren,
Indem wir wieder im Vollbesitz unserer Handlungsfähigkeit,
Unserer geistigen Kräfte sind,
Das ist wirklich das A und das O.
Auch dazu habe ich schon Podcast-Folgen gemacht,
Mit welchen Atemübungen,
Mit welchen Meditationen man lernen kann,
Sich gut zu regulieren.
Und ich möchte es nochmal betonen,
Wenn du dich im inneren Ausnahmezustand befindest,
Wenn du dich getriggert fühlst,
Wenn alte Wunden in dir aufgerissen werden,
Dann ist es eben nicht der richtige Weg,
Zu versuchen vom anderen etwas zu bekommen,
Das dich reguliert oder dich in den 4F-Reaktionen auszutoben,
Sondern es geht darum zu verstehen,
Jetzt bin ich wieder in meinem inneren Ausnahmezustand und bevor ich jetzt irgendetwas tue,
Geht es darum,
Dass ich mich reguliere.
Dafür muss ich mich vorher wahrnehmen und beobachten und dann kann ich auch erkennen,
Wann der Moment ist,
In dem ich es brauche,
Dass ich mich beruhige und wieder in mir lande und mich wieder nach innen mit mir selbst verbinde.
Selbstregulation geht auf viele Weisen.
Ich arbeite zum Beispiel sehr gerne mit Atemübungen oder geführten Meditationen.
Eine Auswahl davon findest du in meinem Audioshop auf www.
Leben-lieben-lassen.
De zum Download.
Und bitte mach dir keine Sorgen,
Wenn es dir schwer fällt,
Diesen Break zu machen oder zu finden bzw.
Die Selbstregulation zu lernen.
Es ist wirklich gut,
Wenn man dabei Unterstützung in Anspruch nimmt,
Weil es zwar einfach ist,
Diese Punkte zu nennen,
Aber es dauert wirklich eine Weile,
Bis man das für sich erarbeitet hat.
Und dann Punkt Nummer 4.
Wenn du wieder bei dir angekommen bist,
Wenn du dich mit deinen Emotionen herunterregulieren konntest,
Wenn du wieder bei dir bist,
Dann erst ist der richtige Schritt,
Das Thema,
Um das es eigentlich ging in der Beziehung,
Ein Problem oder eine Meinungsverschiedenheit zu lösen.
Weil du jetzt deine Selbststeuerung wieder in der Hand hast,
Für deine Grenzen eintreten kannst,
Aber auch eben nicht dazu neigst,
Über die Grenzen des anderen drüber zu gehen.
Zwischen Reiz und Reaktion liegt unsere Freiheit.
Das ist ein wunderbares Zitat von Viktor Frankl,
Einem berühmten Psychotherapeuten,
Der das KZ überlebt hat.
Wir können lernen,
Die automatischen Programme zu erkennen und zu unterbrechen,
Um selbstbestimmt und aus unserer inneren Größe heraus zu handeln.
Es ist leicht.
Nein,
Du wirst immer wieder üben.
Ich übe auch immer noch.
Aber es ist möglich.
Und jedes Mal,
Wenn du es schaffst,
Geschieht ein Wunder,
Das du selber bewirkt hast.
Und dafür lohnt sich die ganze Mühe auf jeden Fall.
Auch,
Weil du eigentlich mit jeder Erfolgserfahrung,
Die du für dich auf den Weg gebracht hast,
Die Verbesserung spürst und deine Fähigkeit,
Diese Automatikmodi anzuhalten.
Beobachten,
Spüren,
Unterbrechen,
Regulieren und selbstbestimmt handeln.
So können die Überlebensstrategien nach und nach überflüssiger werden.
Zumindest dort,
Wo sie nichts zu suchen haben in unseren Beziehungen oder sozialen Interaktionen.
Denn dem Grunde nach sind sie wertvoll.
Denn auch in unserer modernen Zeit lauern ab und zu seriale Säbelzahntiger,
Auch wenn sie sich äußerlich tarnen.
Das Wort 4F-Reaktion habe ich übrigens dem Buch Anleitung für den Leben von Dr.
Sophie Mort entnommen,
Das vor kurzem in Deutschland erschienen ist und das viele unserer innerpsychischen Zusammenhänge sehr verständlich und oft auch aus überraschender Perspektive erklärt.
Ich verlinke dir die Hörbuchausgabe dieses Buches in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal bei Leben lieben lassen.
Alles Liebe,
Deine Claudia.
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