
Die Magie des Perspektivwechsels- Konflikte lösen lernen
Stell Dir mal vor, Du hast einen Streit mit jemandem der Dir wichtig ist, oder es steht ein schwieriges Thema zwischen Euch und die Fronten sind irgendwie verhärtet. Du verstehst beim besten Willen nicht, was das Problem ist und was sich Dein Gegenüber denkt. Du wüsstest zu gerne, was da los ist, vielleicht wäre es dann auch einfacher sich irgendwie dazu zu verhalten. Was, wenn Du in die Rolle dieser Person schlüpfen könntest, um sie besser zu verstehen?
Transkription
Stell dir mal vor,
Du hast einen Streit mit jemandem,
Der dir wichtig ist,
Oder es steht irgendein schwieriges Thema zwischen euch und die Fronten sind irgendwie verhärtet.
Du verstehst beim besten Willen nicht,
Was hier das Problem ist und was sich dein Gegenüber da denkt.
Aber du wüsstest sehr,
Sehr gerne,
Was da los ist und vielleicht wäre es dann auch irgendwie einfacher,
Sich dazu zu verhalten?
Hm,
Fragen wäre gut,
Oder?
Aber das ist schon mal schiefgegangen,
Oder die Emotionen kochen zu hoch oder du hast einfach zu viel Angst vor Ablehnung?
Was,
Wenn du jetzt mal die Plätze tauschen könntest?
Wenn du für einen Moment in die Welt der oder des anderen eintauchen könntest und du könntest auf diese Weise erkennen,
Welche Gedanken,
Gefühle,
Erwartungen und Sichtweisen dein Gegenüber hat?
Es gibt eine ganz wunderbare,
Einfache und vor allem sehr,
Sehr wirkungsvolle Methode des Perspektivwechsels,
Die dir ganz neue Möglichkeiten einsichten und Lösungen eröffnen kann.
Für dich und deine Beziehung zu anderen.
Mit der sogenannten Stuhltauschmethode kannst du dich selbst und andere besser verstehen lernen.
Was es damit auf sich hat und wie es geht,
Darüber sprechen wir in dieser Episode.
Leben,
Lieben,
Lassen,
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Herzlich willkommen bei Lieben,
Lieben,
Lassen,
Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.
Ich bin's,
Claudia,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach,
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen,
Um gelingende Beziehungen zu führen.
Und dazu gehört natürlich auch,
Meine Klientinnen und Klienten zu unterstützen,
Neue Perspektiven zu entdecken,
Das,
Was sie erleben,
Mal mit ganz anderen Augen zu sehen.
Oder zu verstehen,
Warum Partnerinnen oder Partner in ein und derselben Situation etwas ganz anderes erleben als sie selbst.
Oft bin ich dabei so etwas wie eine Übersetzerin zwischen diesen verschiedenen Wahrnehmungswelten und ich helfe Brücken zu schlagen.
Aber vor allem geht's darum,
Dass meine Klienten selbst lernen können,
Dieses Verständnis für sich und andere zu entwickeln,
So dass sie es immer wieder für ihr Leben anwenden können.
Und eine Methode,
Die ich dabei besonders schätze,
Ist der sogenannte Stuhltausch.
Was das ist und welche fast magische Wirkung in dieser einfachen Methode stecken kann,
Erfährst du gleich.
Ich komm einfach nicht weiter,
Ich weiß nicht mehr,
Was ich machen soll und ich versteh ihn auch wirklich nicht mehr.
Es ist total festgefahren,
Ermauert.
Jedes Mal,
Wenn wir das Thema anschneiden,
Fliegen entweder die Fetzen oder es ist Grabesstille.
Ich trau mich schon gar nicht mehr,
Was soll ich denn jetzt machen?
Patricia hat mir eine verzweifelte Sprachnachricht geschickt.
Wir kennen uns aus einer gemeinsamen Ausbildung.
Eigentlich war meine Fähigkeit zuzuhören an diesem Tag schon verbraucht,
Aber so stehen lassen wollte ich sie auch nicht mit dem Thema.
Dann kam mir die Idee,
Ihr den Stuhltausch vorzuschlagen.
Das ist eine Methode aus dem systemischen Bereich,
Die einfach anzuwenden ist und die große Erkenntnisse und Veränderungen nützig bringen kann.
Was Patricia damit erreicht hat,
Erzähle ich dir später in dieser Episode,
Aber die Geschichte hat auch mich inspiriert,
Endlich mal eine ganze Podcast-Folge darüber zu machen.
Was ist das also,
Diese Stuhltausch-Methode?
Ganz einfach gesagt geht's dabei darum,
Sich in die Lage eines anderen Menschen versetzen zu können,
Indem man spielerisch dessen Platz einnimmt.
Es ist eine Art Rollentausch.
Die Stuhltausch-Methode gehört zu den sogenannten systemischen Verfahren der Psychologie und findet Anwendung in Beratung,
In Coaching,
In Therapie,
Aber auch in Mediation und bei Konfliktlösungen aller Art.
Sitzt du auf jemandes Stuhl,
Im wahrsten Sinne des Wortes,
Und du öffnest dich für die Rolle,
Die dieser Mensch verinnerlicht hat,
Versuchst also in der Ich-Form dessen Empfinden,
Sichtweise,
Die Bedürfnisse und Emotionen,
Die tieferen Motivationen und Anliegen in dir zu spüren und zum Ausdruck zu bringen,
Dann können sich völlig neue Horizonte für dich eröffnen.
Denn oft ist es ja etwas völlig anderes,
Was es im anderen denkt und fühlt,
Als wir glauben,
Dass es das tut.
Ich denke,
Dass du denkst,
Dass ich denke,
So geht das Spiel,
Das wir in der Kommunikation üblicherweise miteinander spielen.
Nun klingt das vielleicht im ersten Moment mit dem Stuhltausch irgendwie etwas komisch,
Esoterisch vielleicht,
Aber das ist es nicht.
Man muss es erleben,
Um die Magie darin zu spüren.
Die Erfahrung,
Die dabei entstehen kann,
Wenn wir in die Rolle des Anderen wirklich wechseln,
Lässt sich nicht denkend vorwegnehmen.
Und ganz wichtig dabei,
Es geht auch hier nicht darum,
Dass man die andere Person versteht oder eine Meinung mit ihr zu sein hat.
Es geht darum,
In deren Erfahrungen und Perspektiven richtig tief einzutauchen.
So nach dem Motto,
Ah,
So siehst du das also,
Interessant.
Also das Ganze passiert erkundend,
Wertungsfrei.
Ich verwende den Stuhltausch ganz regelmäßig mit den Paaren,
Mit denen ich arbeite,
Aber auch für Einzelklienten,
Weil die Methode unkonventionell ist und die Wirkung nicht über das Nachdenken über eine Sache entsteht,
Sondern durch ein inneres Erleben,
Das auf einmal in uns auftaucht,
Also spürbar wird.
Klingt ein bisschen wie Zauberei,
Und das ist es auch.
So übrigens wie bei vielen systemischen Verfahren,
Bei denen wir ein Blackbox-Phänomen haben.
Das bedeutet,
Wir wissen,
Was am Beginn der Situation los ist,
Und wir wissen,
Was wir dann tun.
Wir setzen uns auf Stühle.
Aber was dann passiert,
Das kann man nicht logisch erklären,
Also wie diese innere Erfahrung zustande kommt.
Am Ende wissen wir nur,
Dass wir im besten Falle etwas sehen oder wahrnehmen konnten,
Was uns vorher unmöglich war.
Aber wie genau die Erfahrung entsteht,
Das bleibt im Dunkeln.
Viele von euch kennen vielleicht die Aufstellungsarbeit mit Menschen oder Figuren.
Das ist so ein ähnliches systemisches Verfahren.
Wer damit schon mal Erfahrungen gemacht hat,
Weiß,
Dass das,
Was man dabei spürt,
Wenn man in die Rolle von jemandem gewissermaßen spielerisch reinschlüpft als dessen Stellvertreter,
So wirkmächtig sein kann,
Dass es bei den meisten einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Ich habe das selbst mehrfach erlebt und ich habe sehr viel Respekt vor den Aufstellungen mit Menschen,
Bei denen man eine Stellvertreterrolle einnimmt und manchmal gar nicht weiß,
Was da auf einen zukommen kann.
Einfach,
Weil das Erleben,
In den Schuhen von jemand anderem zu stecken,
Einen umhauen kann und gut verarbeitet und integriert sein will und das passiert nach meiner Meinung nicht immer.
Ich arbeite daher mit sogenannten Systembrettaufstellungen und verwende dafür Holzfiguren,
Steine und andere Elemente.
Das macht die systemischen Konstellationen,
Verstrickungen,
Rollen und Zugehörigkeiten ebenso sichtbar und spürbar,
Aber ohne,
Dass man emotional so tief reinsinken muss.
Das Problem ist ja oft,
Wir haben uns in unseren eigenen Sichtweisen so dermaßen festgefahren,
Dass wir wie im Tunnel sind.
Dein Partner oder deine Partnerin auch.
In die Welt des anderen einzutauchen kann einem so dermaßen die Augen öffnen,
Dass man auf einmal etwas verstehen oder erkennen kann,
Das vorher unmöglich war.
Das macht richtige Aha-Effekte möglich,
Sodass man danach neue Wege und Lösungen ableiten oder Konflikte lösen kann.
Und wenn du dich jetzt fragst,
Was bedeutet denn dieses systemisch?
Im systemischen Ansatz geht man kurz gesagt davon aus,
Dass das sichtbare Problem der einzelnen Personen nur ein Symptom ist und dass das eigentliche Problem in den unsichtbaren Wechselwirkungen der beteiligten Menschen und Umstände liegt.
Also dass das gesamte System beteiligt ist,
Dessen Teil wir ja sind.
Jede Beziehung,
Jede Familie,
Auch der gesellschaftliche Kontext,
In dem wir nun mal leben,
Ist ein System und wir agieren niemals losgelöst davon.
Systemisch denken bedeutet also,
Personen und Fragestellungen immer ganzheitlich in Bezug auf das Umfeld und die Wechselwirkungen zu betrachten.
Das ist sehr spannend.
Wenn dich das interessiert und du willst da nochmal tiefer reingehen,
Große Namen der systemischen Verfahren sind die Familientherapeutin Virginia Satie zum Beispiel,
Der Gestaltherapeut Fritz Perls und Milton Erickson,
Der Hypnotherapeut.
Sie und viele andere haben zum Teil sehr unkonventionelle Methoden wie den Stuhltausch hervorgebracht,
Die bis heute Verwendung finden.
Und so geht's.
Das Schöne am Stuhltausch ist,
Du brauchst nicht viel und es geht recht einfach.
So kannst du ihn überall anwenden und im Falle von Patricia,
Die Streit mit ihrem Freund hatte,
War meine Empfehlung so.
Stell zuerst mal zwei Stühle im Raum auf,
Die sich gegenüberstehen.
Auf den einen Stuhl legst du einen Zettel,
Auf den du deinen Namen geschrieben hast.
Auf den anderen Stuhl legst du einen Zettel mit dem Namen des Menschen,
Mit dem du deine Beziehung verbessern möchtest bzw.
Über dessen Perspektive und Motivation du gerne mehr Klarheit hättest oder mit dem du ein schwieriges Thema hast.
Die Zettel sind nicht unbedingt nötig,
Aber ich verwende sie sehr gerne,
So als eine Art zusätzlichen Anker,
Um das Hineinversetzen in eine andere Person zu vereinfachen.
Und wenn es um ein Problem geht,
Das ihr miteinander habt,
Dann kannst du beispielsweise auch ein Kissen,
Eine Vase oder einen anderen Gegenstand in die Mitte zwischen die beiden Stühle stellen.
Dieser Gegenstand kann dann das Problem symbolisieren.
Oder aber du kannst gerne auch einen dritten Zettel dafür verwenden,
Auf den du das Problem draufschreibst.
Du merkst schon,
Es ist alles recht spielerisch.
Mach es einfach so,
Wie es für dich am besten passt.
Es geht nur darum,
Dass du das Prinzip verstanden hast.
Es geht nicht darum,
Wie du es im Einzelnen für dich gestaltest.
Dann sorgst du dafür,
Dass du nicht gestört wirst und vielleicht prüfst du auch noch einmal,
Ob du dich wirklich auf diese Erfahrung jetzt einlassen möchtest.
Der Stuhltausch wird nicht mit einem Muss funktionieren,
Sondern nur,
Wenn du ein inneres Ja dafür hast.
Mach also kurz deine Augen zu und atme einmal ein und wieder aus,
Um ganz in diesem Moment anzukommen.
Und dann setzt du dich als erstes auf den Stuhl mit deinem Namen.
Mach dich nun ganz mit der inneren Haltung vertraut,
Die du in Bezug auf das Thema,
Um das es geht,
Normalerweise einnimmst.
Spüre dabei in dich hinein.
Hier kommen ein paar Anregungen.
Körpergefühl.
Wie fühlt es sich dabei an,
In deinem Körper zu sein?
Was nimmst du wahr?
Beobachte hier ganz wertungsfrei.
Es ist,
Wie es jetzt gerade ist.
Alles darf jetzt da sein.
Nimmst du irgendwo eine Hänge wahr?
Ist etwas schwer oder dunkel in dir,
Wenn du an das Thema denkst?
Oder ist es weit und frei und lebendig?
Wo genau sitzt die Körperempfindung,
Die du wahrnehmen kannst?
Gedanken.
Was denkst du in Bezug auf das Thema?
Was denkst du in Bezug auf dein Gegenüber?
Was ist dir wichtig?
Was möchtest du denn von ihr oder ihm?
Was wünschst du dir?
Warum?
Was ist deine Perspektive dazu?
Was sind deine Argumente?
Nimm auch deine Gefühle wahr.
Welche Gefühle tauchen auf bei diesem Thema?
Welche sind für dich damit verbunden?
Was belastet dich daran?
Was ist dein Bedürfnis dahinter?
Du kannst dabei die Augen schließen oder sie geöffnet lassen.
Du kannst dir dein Gegenüber auf dem Stuhl vorstellen.
Mach es so,
Wie es sich richtig für dich anfühlt.
Und lass dir einen Moment Zeit für deine Wahrnehmungen.
Jetzt sprichst du laut aus,
Was deine Meinung,
Dein Gefühl,
Deine Körperempfindung zu diesem Thema ist.
Ich weiß,
Das kann einem etwas freaky vorkommen am Anfang,
Aber du wirst sehen,
Es ist ganz einfach.
Lass ohne Anstrengung zum Ausdruck kommen,
Was in diesem Moment aus dir heraus will.
Ich bin Patricia,
Ich ärgere mich,
Weil ich mich von dir nicht verstanden fühle.
Du lässt mich mit dem Problem allein und es macht mich ganz hilflos.
Ich habe einen Stein auf der Brust,
Wenn wir nicht miteinander reden oder daran streiten und ich habe Angst,
Dass du mich im Stich lassen wirst.
Deswegen muss ich immer so viel diskutieren,
So viel kritisieren.
Ich will dich einfach nur zum Reden bringen und ich möchte,
Dass du mir zuhörst,
Ohne sauer zu sein.
Natürlich,
Ich weiß nicht,
Ob Patricia das so gesagt hat,
Aber es spielt auch keine Rolle.
Ich möchte nur,
Dass du weißt,
Du musst nichts richtig machen oder etwas Besonderes sagen.
Hier geht es darum,
Einfach nur auszusprechen,
Was ich in dir zeigen will.
Mach es einfach und mach es dir einfach.
Raus damit!
Sprich es laut aus in den leeren Raum hinein.
Und?
Wie fühlt sich das an,
Wenn du das machst?
Verändert sich da etwas in dir?
Sei so wie ein Forscher,
Beobachte einfach,
Bewerte es nicht.
Und wenn du soweit bist,
Stehe von deinem Stuhl wieder auf,
Tritt einen Moment beiseite und schüttle dich mal so richtig durch.
Schüttle Arme und Beine,
So als wolltest du dir die so vertraute Haltung abschütteln.
Und atme noch einmal tief ein und wieder aus.
Jetzt setze dich auf den Stuhl deines Gegenübers.
Komm auch hier ganz an.
Und mach dich dann mit der Haltung dieses Menschen vertraut.
Lass deine zweifelnden Gedanken für eine Weile reden und tu einfach so,
Als ob es möglich wäre,
Die Rolle dieses Menschen einzunehmen.
Diese Methode funktioniert nicht auf der Verstandesebene,
Deshalb hilft die hier der Rationalität auch nicht weiter.
Du lädst dich selbst ein,
Die Sache mit den Augen deines Gegenübers zu betrachten.
Sei es ein Freund,
Ein Familienmitglied,
Ein Kollege oder vielleicht sogar eine fiktive Figur.
Nimm auch dessen Körperhaltung ein.
In dieser neuen Rolle,
Die du einnimmst,
Übernimmst du auch die Gedanken,
Die Gefühle und die Sichtweisen der Personen und sprichst sie in der Ich-Perspektive aus.
Du erzählst intuitiv die Geschichte dieses Menschen zu dem Thema,
Um das es geht.
Denk nicht darüber nach,
Mach es einfach.
Was ich zeigen will,
Darf jetzt auch den Raum bekommen.
Ich bin XY,
Mir ist es wichtig,
Dass ich ernst genommen werde.
In unseren ewigen Diskussionen habe ich das Gefühl,
Der Loser zu sein und dann bekomme ich Angst und kann nichts mehr sagen.
Ich fühle mich unterlegen.
Das Mauern hilft mir,
Mich sicherer zu fühlen.
Mir ist dann egal,
Wie du das findest,
Ich will einfach nur weg.
Ich kann nicht verstehen,
Was du daran so schlimm findest.
Ich will doch nur meine Ruhe.
Auch das ist ein vollkommen fiktives Beispiel.
Egal,
Wie merkwürdig sich das anfangs anfühlen mag,
Versuch's mal.
Lass dich nicht davon abschrecken.
Es sieht dich ja niemand,
Oder?
Du wirst sehen,
Wenn du dich traust,
Kommen Dinge hoch,
Mit denen du vielleicht gar nicht rechnest.
Wenn ich das mache,
Kommt manchmal auch nur ein Lass mich in Ruhe oder ein Nein,
Das auftaucht.
Manchmal sind es aber ganze Romane,
Die in der Haltung des Anderen auf einmal hochploppen.
Und auch das Nachspüren in die Körperhaltung kann sehr,
Sehr aufschlussreich sein.
Geh hier einfach deinen Impulsen nach,
Sei kreativ und sei spielerisch,
Du kannst gar nichts falsch machen.
Aber du kannst einen neuen Blickwinkel und neue Erkenntnisse gewinnen.
Lass dir so viel Zeit,
Wie du dafür brauchst,
Und dann steh wieder auf und schüttel die Erfahrung wieder von dir ab.
Richtig dolle Schütteln.
Atme wieder ein und wieder aus.
Stell dich jetzt auch mal mit dem Blick auf beide Stühle ins Außen.
Was siehst du denn nun,
Wenn du auf beide Positionen,
Die du ja jetzt so gut kennst,
Drauf schaust?
Die dritte Position der Wahrnehmung,
Die Beobachterrolle,
Kann eine ganz andere sein,
Nachdem du in die Positionen der Einzelpersonen eingetaucht bist.
Gibt es jetzt vielleicht neue Perspektiven auch in der Beobachterrolle?
Was fühlst du?
Welche Erkenntnisse tauchen auf?
Es kann hilfreich sein,
Das aufzuschreiben.
Wenn du dir allerdings noch unsicher bist,
Kannst du auch gerne nochmal die verschiedenen Positionen nacheinander einnehmen und dir zuhören,
Während du laut aussprichst,
Was du da wahrnimmst.
Lass dann alles in Ruhe sacken und spüre nach.
Ist etwas anders in dir?
Vielleicht hast du neue Handlungsimpulse?
Siehst du die Person,
Um die es geht,
Jetzt irgendwie anders?
Was möchtest du als nächstes tun,
In Bezug auf euer Thema?
Patricia hat mir erzählt,
Dass sie beim Stuhltausch herausgefunden hat,
Dass ihr Freund gar nicht so machtvoll ist,
Wie er auf sie wirkt.
Als sie seine Haltung eingenommen hat,
Hat sie nämlich gemerkt,
Wie ihr Körper sich verstecken wollte,
Sich kleiner machte.
Sie konnte diese Enge spüren und auch sowas wie Ängstlichkeit.
Diese Spürerfahrung hat sie fast umgehauen,
Denn sie selbst erlebte ihren mauernden Freund mit Rückzugstendenzen als sehr machtvoll,
Als ob er sie am ausgestreckten Arm verhungern lässt.
Doch nun hat sie gespürt,
Dass er sich ganz anders fühlt und sein Verhalten ganz andere Gründe hat,
Als sie aus ihrer Perspektive angenommen hatte.
Auf seinem Stuhl konnte sie mit Blick auf ihre eigene Rolle erkennen,
Dass er sich vor ihren Argumentationsmanövern und Diskussionsdebatten fürchtete,
Die sie ja aus Hilflosigkeit immer wieder auf ihn losließ.
Und diese Wahrnehmung hat die ganze festgefahrene Situation geändert.
Patricia hat nämlich gemerkt,
Dass sie beide hilflos waren.
Das fand sie irgendwie erleichternd,
Hat sie mir erzählt,
Und es kam sogar noch besser.
Als ihr Freund nach Hause kam,
War er sehr viel offener als in der letzten Zeit davor.
Er sagte von sich aus,
Wollen wir vielleicht nochmal drüber reden?
Patricia staunte,
Wie geht denn das?
Ja,
Ich kenne das Phänomen schon,
Oft verändert sich mit der Bereitschaft die innere Haltung Und dann reagiert der andere darauf,
Obwohl er ja überhaupt nicht dabei war.
Ich erlebe das oft mit Klienten und das ist wie ein kleines Wunder.
Wenn wir daran arbeiten,
Den anderen,
Der gar nicht da ist,
Besser zu verstehen,
Öffnen wir uns energetisch und nicht selten merkt unser Gegenüber das,
Egal wo sie oder er gerade ist.
Keine Ahnung,
Was da passiert.
Ich sag ja,
Blackbox-Phänomen,
Vielleicht ist es Quantenphysik und Energie,
Vielleicht ein Wunder,
Vielleicht auch alles zusammen.
Für mich gehört das auch zu den Phänomenen der systemischen Wechselwirkungen und ich finde es wunderbar.
Schon deswegen lohnt sich die Methode.
Kann man sich dabei irren?
Na klar,
Auf jeden Fall.
Aber es geht beim Stuhltaschen nicht darum,
Recht zu haben und exakt die Gedanken des anderen zu erraten.
Es geht vielmehr um die innere Haltung,
Es geht auch um die Offenheit,
Um die Bereitschaft und die Absicht und die wird Ihr Ziel nicht verfehlen.
Und die Treffergenauigkeit ist wirklich groß.
Auch in der Paarberatung wende ich den Stuhltausch gerne an,
Indem ich die Partner die Plätze tauschen lasse und sie bitte mal kurz in die Haltung des anderen reinzuspüren,
Um zu schauen,
Ob neue Erkenntnisse auftauchen.
Oft kommen da wirklich auch interessante Impulse hoch,
Die alte Denkmuster aufbrechen zumindest aber in Frage stellen können und neue Wege zueinander möglich machen können.
Wenn Dich ein Thema beschäftigt,
Bei dem mehrere Personen eine Rolle spielen,
Dann kannst Du auch mehrere Stühle aufstellen.
Allerdings für den Anfang ist es mit zwei Stühlen am einfachsten.
Und nicht nur für Beziehungsthemen ist der Stuhltausch geeignet,
Auch für eigene innere Prozesse,
Die wir ja haben,
Also wichtige Entscheidungen oder die Arbeit mit inneren Anteilen,
Kann die Stuhltauschmethode tiefgreifende Erfahrungen und Veränderungen möglich machen.
So kannst Du zum Beispiel bei wichtigen Entscheidungen einen Stuhl mit der Neupro und einen Stuhl mit der Neukontrahaltung besetzen und reinspüren,
Was sich stimmiger anfühlt.
Für die Arbeit mit den inneren Anteilen und dem inneren Team plane ich sogar eine eigene Podcast-Folge,
Sie steht schon auf meinem Redaktionsplan.
Also,
Hast Du Lust bekommen?
Hier kommen nochmal die Vorteile des Stuhltauschs.
Zum einen bringt die Stuhltauschmethode im besten Falle eine Erweiterung der Wahrnehmung mit sich.
Es ist,
Als würde man mit einem Weitwinkelobjektiv auf das Thema schauen.
Auf einmal kann man viel mehr entdecken,
Als wenn man seinen persönlichen Zoom darauf anwendet.
Empathie und Verständnis werden geweckt,
Wenn es darum geht,
Die Gefühle und Motivationen,
Die Gedanken und Ausrichtungen anderer zu verstehen.
Kreativ und innovativ ist es auch noch,
Der Stuhltausch fördert nämlich das kreative Denken.
Einfach deshalb,
Weil wir bereit sind,
Neue Denkmuster zu erkunden.
Auch eine Veränderung der emotionalen Reaktion ist möglich.
Wenn wir in uns spüren können,
Welche Haltung jemand anders in Bezug auf ein für uns wichtiges Thema hat,
Können sich negative Emotionen wie Wut,
Trauer,
Enttäuschung,
Frust abmildern und positive Emotionen wie Verständnis,
Freude oder Liebe können verstärkt werden.
Das muss nicht passieren,
Aber es ist möglich.
Und damit können sich natürlich auch Konflikte lösen und zwischenmenschliche Beziehungen verbessern.
Die Selbstreflexion wird gefördert,
Weil man ja nicht nur die Sichtweise des Anderen von innen heraus betrachtet,
Sondern auch nochmal für seine eigenen Überzeugungen,
Annahmen und seine Verhaltensmuster Position bezieht und dabei alles nochmal überprüfen kann.
Die Kommunikation wird gestärkt.
Können wir andere besser verstehen,
Stärkt es das Verständnis und das bessere Verständnis verbessert die Kommunikation.
Oder und das Aufeinanderzugehen.
Entscheidungsprozesse können vereinfacht werden.
Auch hier,
Wie ich schon gesagt habe,
Weil man die Entscheidung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann und für sich das Stimmigste herausfindet.
Aber bitte,
Das ist mir ganz wichtig,
Beachte,
Dass die Stuhltauschmethode ein Explorationstool ist und kein Ersatz für professionelle Beratung oder Therapie.
Sprich darüber auch gerne mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten und hol dir dabei Unterstützung.
In jedem Falle,
Ich wünsche dir spannende Entdeckungen!
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