
Deine Gefühle und Emotionen haben eine Botschaft für Dich
Unsere Emotionen und Gefühle haben einen gewaltigen Einfluss auf unser Leben, auch dann wenn wir das gar nicht wahrhaben wollen und glauben, vor allem sachlich und rational zu handeln. Pustekuchen!. Emotionen und Gefühle begleiten uns auf Schritt und Tritt, steuern unser Verhalten, beeinflussen unsere Persönlichkeit und die Beziehungen zu anderen Menschen. Sie bestimmen unser ganzes Leben. Genau deshalb ist es so wichtig, uns als fühlende Wesen zu sehen, unsere Gefühle und Emotionen zu verstehen
Transkription
Lass uns doch mal reden über Gefühle.
Unsere Emotionen und Gefühle haben einen gewaltigen Einfluss auf unser Leben,
Auch dann,
Wenn wir das gar nicht wahrhaben wollen und glauben,
Vor allem sachlich und rational zu handeln.
Prustekuchen!
Emotionen und Gefühle begleiten uns auf Schritt und Tritt,
Sie steuern unser Verhalten,
Sie beeinflussen unsere Persönlichkeit und vor allem beeinflussen sie die Beziehung zu anderen Menschen.
Emotionen und Gefühle bestimmen unser ganzes Leben.
Genau deshalb ist es so wichtig,
Uns als fühlende Wesen auch zu sehen,
Unsere Gefühle und Emotionen zu verstehen und vor allem die Botschaft,
Die sie für uns haben,
Anzunehmen.
Denn Gefühle,
Auch negative,
Fallen uns nicht einfach so an.
Sie wollen uns etwas sagen.
Negative Gefühle sind wie ungebetene Gäste,
Sagt der Psychologe Leon Windscheid.
Wenn du ihnen nicht irgendwann die Tür aufmachst,
Hören sie einfach nicht auf zu klopfen.
Wenn du sie aber reinlässt,
Dann gehen sie auch mal wieder.
Besser kann man es gar nicht auf den Punkt bringen.
Also,
Dann lass uns doch in dieser Episode die Tür zur Welt der Gefühle mal richtig weit aufmachen.
Leben,
Lieben,
Lassen – der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Ausgabe von Leben,
Lieben,
Lassen,
Deinem Podcast rund um Persönlichkeitsentwicklung,
Beziehung und Selbstliebe.
Ich bin Claudia,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach und ich möchte Dich heute mitnehmen in die Welt der Emotionen und Gefühle.
Warum es so wichtig ist,
Mit sich selbst und seinen Empfindungen in Kontakt zu kommen.
Zu verstehen,
Was Deine Gefühle Dir sagen wollen und was sich dahinter verbirgt.
Und natürlich auch,
Wie Du lernen kannst,
Deine Emotionen zum Ausdruck zu bringen und auch zu regulieren,
Damit sie Dich nicht überschwemmen.
Das alles ist praktizierte Selbstliebe.
Stell Dir doch mal Folgendes vor,
Es klingelt an Deiner Tür.
Als Du die Tür aufmachst,
Steht jemand vor Dir,
Der so richtig gut drauf ist und Dich anstrahlt.
Ihr habt einen kurzen Plausch und Du fühlst Dich gut.
Am nächsten Tag taucht dieser jemand wieder auf.
Du lädst ihn auf eine Tasse Kaffee ein,
Ihr verbringt eine super Zeit und lacht viel zusammen.
Du freust Dich jedes Mal,
Wenn er kommt.
Eines schönen Tages steht jemand anders vor der Tür.
Eine Person,
Die schlecht drauf ist,
Irgendwie spürbar negativ.
Diese Person will gerne rein,
Aber Du willst das nicht.
Sie ist nicht willkommen.
Du schließt die Tür und bist irritiert.
Am besten Du vergisst ganz schnell den unangenehmen Besuch.
Nach einer Weile klingelt es wieder an der Tür und Du hoffst natürlich,
Den ersten freundlichen Besucher zu sehen,
Mit dem Du so viel Freude hattest.
Aber nein,
Da steht sie wieder,
Die grimmige Person.
Diesmal bist Du sauer und sagst ihr,
Dass sie weggehen soll.
Sie ist nicht willkommen.
Doch sie klingelt immer mal wieder und gibt nicht auf.
Obwohl Du ihr nie eine Chance eingeräumt hast,
Dass sie Euch kennenlernt,
Nimmt sie immer mehr Raum in Dir ein.
Manchmal hast Du richtig Angst,
Wenn es klingelt.
Du schreckst zusammen und richtest alles auf Vorsicht aus.
Vielleicht richtest Du sogar Kameras auf die Eingangstür aus oder verschanzt Dich zu Hause.
Du überlegst sogar,
Die Polizei anzurufen.
Es geht Dir gar nicht mehr gut.
Diese Geschichte ist inspiriert vom Psychologen Hoko Alberts und sie zeigt auf bildhafte Weise,
Wie wir mit negativen Gefühlen umgehen.
Wir wollen sie nicht haben,
Wir sperren sie aus,
Wir wehren sie ab,
Wir ersinnen tausend Strategien,
Um sie nicht zu haben.
Doch das hilft gar nichts,
Sondern es macht alles noch viel schlimmer.
Denn die Anstrengung,
Die negativen Gefühlsbesuche abzuwehren oder zu vergessen,
Sorgt dafür,
Dass wir nur noch mehr mit Kampf und Abwehr beschäftigt sind und dass es uns dann schlecht geht.
Gehen davon die ungewollten Gefühle weg?
Nein,
Sie nerven nur noch mehr,
Denn sie wollen eins,
Gesehen und gehört werden.
Wie wäre es also,
Die Tür mal aufzumachen und den ungebietenden Gast mal reinzulassen?
Mal zu hören,
Was er so zu sagen hat?
Vielleicht kommt dabei ja etwas vollkommen Überraschendes zutage und Deine Angst löst sich in Luft auf?
Stell Dir mal vor,
Wie entspannt Du wärst,
Wenn der Gast wieder von dann entzieht,
Nachdem Du ihn angehört hast.
Keine Angst hättest Du mehr vor dem ewigen Klopfen,
Keine Abwehrmaßnahmen wären nötig,
Kein ständig besorgtes Kopfkino im Ausnahmezustand.
Der Umgang mit Emotionen und Gefühlen ist,
Wie vieles in unserem Leben,
Überwiegend erlärmt,
Auch wenn es dazu noch eine genetische Komponente gibt.
Die Bezugspersonen unserer Kindheit und auch die Gesellschaft sind es,
Die uns beibringen und vorleben,
Wie wir mit unserer angeborenen Emotionalität umgehen können,
Wie wir zum Beispiel Gefühle regulieren und herausfinden,
Was diese Gefühle eigentlich bedeuten.
Was aber,
Wenn diese Bezugspersonen,
Von denen wir den Umgang mit den Gefühlen eigentlich lernen sollten,
Selbst ganz weit von sich und ihren Emotionen entfernt sind?
Wenn zum Beispiel Krieg,
Vertreibung,
Gefangenschaft,
Vergewaltigung oder die entindividualisierte Erziehung des Dritten Reiches über Generationen hinweg zu einer Entfremdung von den eigenen Gefühlen geführt haben?
Aus der Forschung weiß man heute,
Wie die unverarbeiteten Traumatisierungen,
Zum Beispiel der letzten beiden Weltkriege,
Über Generationen hinweg zu Verdrängung und Abspaltung von belastenden Emotionen geführt haben,
Und auch,
Welche Auswirkungen das auf die Erziehung der eigenen Kinder hatte und auch auf die Beziehung zu ihnen.
Ich habe schon in einer der vergangenen Episoden erwähnt,
Dass die Autorin Sabine Bohde hier Pionierarbeit geleistet hat und ich ihre Bücher über die Kriegskinder- und Kriegsenkelgeneration nur empfehlen kann.
Diesen Kontext zu verstehen,
Kann nämlich helfen,
Die eigenen Eltern und deren Geschichte und damit auch die eigene in einem anderen Licht zu sehen.
Fakt ist,
Ob aus diesen oder anderen Gründen,
Viele von uns tun sich schwer im Umgang mit ihren Emotionen.
Das merke ich auch immer wieder in der Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten.
Die einen haben schon als Kind gelernt,
Bei schwierigen Erfahrungen Gefühle von Angst und Hilflosigkeit zu unterdrücken.
Das Nicht-mehr-Fühlen hat ihnen irgendwann einmal geholfen,
Eine oder mehrere belastende Situationen oder Ereignisse zu überstehen.
Oft war das in der Kindheit.
Nicht mehr so genau zu spüren und stattdessen stark zu sein und sich übers Handeln auszuagieren,
Wurde vielleicht auch in der Herkunftsfamilie mit Tapfer assoziiert und damit verstärkt.
So unsägliche Sprüche wie »Jungen weinen nicht« oder »Indianer kennen keinen Schmerz« werden leider auch heute noch manchen Kindern beigebracht.
Einfach deshalb,
Weil Eltern es aus ihrer eigenen Erziehung kennen und ohne nachzudenken weitergeben.
Andere wiederum haben gelernt,
Ihre Wahrnehmung extrem auf die Gefühle anderer auszurichten,
Um jederzeit zu erspüren,
Wie es den Menschen um sie herum geht.
Das hat ihnen irgendwann geholfen,
Sich noch besser anzupassen und zu erahnen,
Was als nächstes passiert und was von ihnen erwartet wird.
Leider ist dieses Wahrnehmungsradar im Außen meist damit verbunden,
Sich innen von den eigenen emotionalen Impulsen abzukoppeln.
Man könnte sagen,
Dass man die Anbindung nach innen kappt,
Während man sich in den emotionalen Zuständen anderer verliert.
Irgendwann kann man die eigenen Gefühle nicht mehr von denen anderer trennen und weiß nicht,
Was wirklich von innen,
Also aus dem Selbst,
Und was von anderen kommt.
Und für alle Nerds und Experten hier ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle.
Auch wenn es in der Wissenschaft zwischen Emotionen und Gefühlen nochmal eine Unterscheidung gibt,
Werde ich in dieser Episode darauf nicht eingehen,
Weil es sonst zu komplex wird und umgangssprachlich Gefühle und Emotionen in einem Atemzug genannt werden.
Es gibt Menschen,
Die spüren die eigenen Gefühle zwar,
Aber sie vertrauen ihnen nicht.
Sie haben einfach keine Sicherheit,
Ob es richtig ist,
So zu fühlen,
Wie sie fühlen.
Ich sollte diese Gefühle nicht haben,
Es ist nicht richtig,
Wahrscheinlich irre ich mich.
Das höre ich gar nicht so selten.
Dieses den eigenen Empfindungen nicht vertrauen zu können,
Hat oft seinen Ursprung darin,
Dass einem als Kind die Gefühle einfach weggeredet oder als schlecht gebrandmarkt wurden.
Das ist doch kein Grund zu heulen,
Oder,
Was hast du denn,
Es ist doch gar nichts,
Oder noch schlimmer,
Und es macht mich wirklich heute noch fuchsig,
Das bildest du dir alles nur ein.
Und vielleicht kennst du das ja auch.
Auf diese Weise hast du vielleicht nicht gelernt,
Deinen Gefühlen zu vertrauen,
Vielleicht schämst du dich ja sogar dafür und denkst,
Sie wären falsch.
Manche meiner Klienten und Klientinnen haben sich darauf verlegt,
Jedes ihre Gefühle zu rationalisieren.
Nicht selten sind das Männer.
Wenn ich frage,
Wie geht es dir dabei,
Welche Gefühle und Empfindungen begleiten dich in dieser Situation,
Dann kommt als Antwort,
Man darf das auch nicht überbewerten.
Ich denke,
Es ist einfach so,
Dass wir einen ungünstigen Moment erwischt haben.
Wenn man das mal sachlich betrachtet,
Haben wir eigentlich kein Problem,
Wir müssen uns nur ein wenig zusammenreißen.
Merkst du was?
Kein Wort über Gefühle,
Dafür sehr viel Abstand und gedankliche Konstruktion.
Man müsste.
Wer ist eigentlich dieser Mann,
Das frage ich mich immer,
Ich kenne ihn nämlich nicht.
Gefühle zu versachlichen und ins abstrakte Denken hinüber zu wechseln,
Hat einem meiner Klienten,
Nennen wir ihn Daniel,
Dabei geholfen,
Die entsetzlichen,
Gewalttätigen Streits,
Die es in seiner Kindheit zwischen seinen Eltern gab,
Irgendwie zu überstehen.
Daniel hatte damals unerträgliche Angst,
Wenn die Eltern stritten.
In einer Visualisierungsübung sieht er sich in seinem dunklen Zimmer mit der Decke über dem Kopf vor Angst erstarrt.
Er ist sechs Jahre alt in dieser Vorstellung.
Seine Rettung war damals,
Sich gedankliche Erklärungen zu basteln für das,
Was gerade geschieht und es ihn vollkommen überforderte.
An dieses Versachlichen in seiner eigenen Innenwelt gab ihm Halt und Sicherheit.
Für den kleinen Daniel war das eine Rettungsstrategie.
Heute hat das Rationalisieren der Gefühle,
Das er aus Versehen immer noch macht,
Für Daniel den Nachteil,
Dass seine Partnerin riesige Dramen aufführen muss,
Um irgendwie von ihm wahrgenommen zu werden.
Erst wenn sie richtig heftig wird mit ihren Emotionen,
Versteht er die ernste Lage.
Vorher macht sich Daniel lange Erklärungen zurecht in seinem Kopf.
Wahrscheinlich geht es Sina nicht gut.
Sie hat bestimmt Stress in der Arbeit,
Ihre Tage oder einfach nur einen schlechten Moment.
Er rationalisiert sich die Situation schön,
Damit er nicht handeln muss.
Gefühle zu betäuben und sich abzulenken mit Drogen,
Mit Alkohol,
Mit Sex,
Mit ständigem Busysein und durchs Leben jagen,
Das alles gehört auch zu den Strategien,
Um bloß nicht fühlen zu müssen.
Wenn ich lauter und schneller bin als meine ungebetenen Gefühlsgäste,
Dann kann ich deren Klopfen ja nicht hören.
Das ist so ungefähr die Devise.
Das Rennen und Jagen erzeugt dazu in der Außenwelt dann noch das Gefühl,
Erfolgreich zu sein.
Aber wehe,
Dieser Mensch hält auch nur einen Moment inne.
Wenn es Stille in ihm wird,
Dann kommen sie,
Die alten Gefühlsgespenster.
Das waren nur ein paar Beispiele für Schwierigkeiten im Umgang mit den eigenen Gefühlen.
Es gibt viele,
Viele andere mehr.
Wenn du dich in dem einen oder anderen Beispiel wiedererkannt hast,
Bitte keine Panik.
Du hast nichts falsch gemacht.
Im Gegenteil.
Die Art des Umgangs mit deinen Gefühlen,
Die dir heute manchmal das Leben schwer macht oder Probleme bereitet,
Ist früher mal,
Wie schon gesagt,
Eine Rettungsstrategie gewesen.
Wie gut,
Dass du sie entdeckt hast,
Um schwierige,
Überfordernde oder belastende Situationen so gut als möglich zu überstehen.
Und die gute Nachricht?
Du kannst lernen,
Mit deinen Gefühlen umzugehen und auch sie zu spüren.
Es ist dafür nie zu spät.
Ein paar Selbsthilfestrategien dazu werde ich dir im Laufe dieser Episode an die Hand geben und damit kannst du dann immer wieder üben.
So,
Als würdest du eine neue Sportart lernen,
Eine Sprache oder ein Instrument.
Übung macht den Meister,
Das gilt auch hier.
Und hast du eigentlich darüber schon mal nachgedacht?
Deine missglückte Gefühlsumgangserfassung,
Die hat auch bestimmte Stärken in dir gefördert.
Wenn du zum Beispiel zu denen gehörst,
Die gelernt haben,
Sich nicht richtig zu spüren,
Ihre Gefühle zu verdrängen oder abzuspalten,
Dann hast du wahrscheinlich auch eine große Stärke im Leben.
Dich haut so schnell nichts um und du hörst auch nicht gleich los,
Wenn es mal hart wird.
Das würde ich mir manchmal wirklich wünschen,
So einen dicken Pelz.
Bist du vielleicht ein Gefühle-Wegrationalisierer?
Dann reagierst du wahrscheinlich nicht gleich dramatisch.
Du bist nicht so schnell beleidigt,
Es kann manches an dir vorbeigleiten,
Du beziehst es einfach nicht so sehr auf dich.
Nicht schlecht.
Und wenn du wie ich ein riesiges Emotionsradar hast,
Dann hat es möglicherweise den Vorteil,
Dass du Expertin für die Befindlichkeiten anderer wirst.
Für meine Arbeit ist diese Feinfühligkeit extrem hilfreich.
Allerdings wird deine eigene aus der einstmaligen Not geborene Superfähigkeit dir erst wie eine wirkliche Begabung vorkommen,
Wenn du lernst,
Auch gut mit deinen eigenen Gefühlen umzugehen.
Wenn wir unsere Gefühle über lange Zeit verdrängen,
Also nicht mehr spüren,
Suchen sie sich einen anderen Kanal,
Um gehört zu werden.
Wir können sie nicht wegmachen.
Wir können nur machen,
Dass wir sie nicht bemerken.
Wir können sie nur unterdrücken.
Oft entwickeln wir dann sogar körperliche Symptome,
Weil wir die leiseren Gefühlssignale aus unserem Inneren einfach nicht hören wollen.
Izzy ist so ein Fall.
Eine Frau,
Die nichts umhaut.
Führungskraft,
Anpackend,
Selbstbestimmt,
Willensstark.
Izzy spürt sich kaum.
Deswegen ist sie auch in schmerzhaftesten Situationen pragmatisch und schaut nach vorn.
Trennung?
Dreck abputzen,
Weitermachen.
Schmerzen im Rücken?
Augen zu und durch?
Izzy arbeitete wie eine Besessene.
Mit Mitte 40 kam plötzlich eine Depression.
Izzy musste in eine Klinik.
Dort hat sie gelernt,
Ihren Gefühlen Namen zu geben und Kontakt zu sich selbst aufzunehmen.
Sie fing an,
Sich zu spüren,
Ihre Gefühlswelt zu erkunden.
Es kam ihr ganz neu vor und auch ein bisschen wie eine Schwäche.
Dieser Gefühlskram hieß das früher bei ihr in der Familie,
Sei doch vollkommen unnötig.
In Izzys früheren Zuhause wurde nie über Emotionen gesprochen.
Izzys Eltern kümmerten sich um ihre Kinder,
Klar,
Aber herzlich waren sie nicht.
Izzy hat das einfach so übernommen.
Sie ist später genauso mit sich selbst umgegangen.
Wie emotional wir auf Ereignisse reagieren und ob mit Angst oder Wut,
Ist,
Wie gesagt,
Zum einen Teil genetisch determiniert,
Zum anderen hat es mit den emotionalen Mustern unserer Herkunftsfamilie zu tun.
Wenn du auch in einer Familie aufgewachsen bist,
In der Emotionen kaum eine Rolle gespielt haben,
Dann kann es sein,
Dass du selbst im Umgang mit Emotionen dich irgendwie unbewaffnet fühlst oder dich sogar für deine Gefühle schämst,
Weil du sie nicht verpassend hältst oder als albern abtust.
Gefühle aber sind normal.
Sie kommen und sie gehen.
Sie gehören zu unserem Menschsein dazu.
Gefühle haben eine Botschaft für dich,
Sie wollen dir etwas sagen und du lernst besser mit ihnen umzugehen,
Wenn du dir ihre genau bewusst wirst.
Manchmal ist es noch schlimmer,
Nicht zu wissen,
Was man fühlt,
Als gar nichts zu fühlen.
Es herrscht dann Chaos in uns.
Ich möchte dich zu einer kleinen Übung einladen.
Nimm dir doch mal einen Moment Zeit und schließe deine Augen,
Wenn das möglich ist.
Spüre in deinen Körper hinein.
Wie fühlt es sich jetzt in diesem Moment an,
In diesem Körper zu sein?
Was spürst du?
Gibt es da vielleicht eine Unruhe?
Ist irgendwo etwas eng oder zieht sich zusammen?
Oder ist es lebendig,
Leicht,
Frei in dir?
Wandere mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen Körper.
Wenn dir irgendwo etwas auffällt,
Dann verweile einen Moment bei dieser Empfindung.
Wie fühlt sich diese Empfindung an?
Kannst du ihr einen Namen geben?
Wenn diese Empfindung eine Farbe hätte,
Welche wäre das?
Wird sie stärker oder schwächer,
Während du sie beobachtest?
Vielleicht fühlst du auch gar nichts.
Dann ist es auch okay.
Frage dich dann einfach,
Wie ist es denn gerade mit diesem Nichts zu sein?
Spüre in dich hinein.
Wenn du das öfter machst,
Wirst du bald schon in Kontakt mit deinen Empfindungen kommen.
Hilfreich ist dabei auch ein sogenanntes Gefühlstagebuch.
Dazu brauchst du nur ein kleines Heft und vielleicht noch die Emotionsskala,
Die ich dir verlinke,
Auf meiner Website www.
Leben-lieben-lassen.
De im Artikel zu dieser Episode und natürlich auch in den Shownotes dieser Folge hier.
Auf dieser Emotionsskala,
Die wie ein großer Kreis aussieht,
In dem alle möglichen Gefühle stehen,
Suchst du dir ein passendes Gefühlswort für deine Empfindung heraus.
Es ist sehr,
Sehr hilfreich,
Seinen Gefühlen Namen zu geben.
Das hilft uns,
Uns von ihnen zu distanzieren und uns nicht überrollen zu lassen.
Hast du ein passendes Wort gefunden,
Schreibe es in dein Heft.
Erkunde dann mit geschlossenen Augen,
Wie sich dieses Gefühl in deinem Körper zeigt,
Wo du es spüren kannst,
Wie stark es ist und welche weiteren Gefühle es noch nach sich zieht.
Denke dir auch hier eine Farbe aus,
Die zu dem Gefühl passen könnte.
Wo im Körper ist es am deutlichsten spürbar?
Mach dir dazu deine Notizen.
Und wenn du dich jetzt fragst,
Warum soll ich diesen ganzen Kram machen?
Warum soll ich mit meinen Gefühlen in Kontakt kommen?
Die Antwort ist einfach,
Unsere Gefühle sind der Schlüssel zu unseren Bedürfnissen.
Im zweiten Schritt,
Wenn du zum Beispiel deine Wut spüren konntest und sie vielleicht wie ein roter Feuerball in deiner Kehle sitzt oder wenn du eine Enttäuschung wie eine itzende Säure in der Magengegend spürst,
Geht es darum,
Die Botschaft der Gefühle zu entschlüsseln.
Frage dich,
Was,
Das mir wichtig ist,
Kann im Moment nicht gelebt werden?
Welches Bedürfnis verbirgt sich hinter diesem Gefühl?
Wenn du wütend bist,
Ist es wahrscheinlich ein Hinweis auf die Verletzung deiner persönlichen Grenzen.
Denn Wut ist ein Gefühl deiner Autonomie.
Die Wut ist nicht schlecht,
Sie will dir sagen,
Dass es Zeit ist,
Deine Grenzen zu schützen.
Und das muss nicht durch Übergriffe deinerseits also als toxische Aggression erfolgen.
Die Wut an sich ist noch keine Aggression,
Sie ist nur der Hinweis,
Dass etwas nicht stimmt.
Wenn du sie spürst,
Ist es deine Aufgabe,
Dich zu fragen,
Was will die Wut mir sagen?
Was brauche ich?
Was verbirgt sich hinter dieser Wut,
Das gelebt werden will und mir wichtig ist?
Wie kann ich mir etwas davon geben oder wie kann ich jemand anderen darum bitten?
Du bist enttäuscht?
Vielleicht fehlt dir Verlässlichkeit?
Ist es das Bedürfnis,
Das sich hinter deiner Enttäuschung verbirgt?
Was kannst du jetzt und hier tun,
Um für mehr Verlässlichkeit zu sorgen oder jemand darum zu bitten?
Du bist traurig?
Was brauchst du?
Welches Bedürfnis fehlt und kann nicht gelebt werden?
Welches Bedürfnis liegt hinter dieser Traurigkeit?
Trost vielleicht oder eine Umarmung?
Verständnis?
Was kannst du tun,
Um jetzt und hier etwas für deine Bedürfnisse zu tun?
Gefühle sind Botschafter,
Sie haben eine Nachricht für uns,
Wir sollten sie anhören.
Denn wenn sie ihre Nachricht überbracht haben,
Dann gehen sie auch mal wieder.
Das Schöne ist an Gefühlen,
Sie sind flüchtig.
Wenn wir sie da sein lassen,
Dann gehen sie über uns hinweg wie eine Welle.
Sie kommen und sie gehen.
Nur wenn wir sie weghaben wollen oder sie bekämpfen,
Dann bleiben sie in uns stecken und nerven ewig.
Man kann es sich auch so vorstellen,
Als wären Gefühle wie das Wetter.
Das Wetter ändert sich und es zieht vorbei.
Der Himmel dahinter bleibt aber immer der gleiche.
Du bist der Himmel,
Deine Gefühle sind das Wetter.
Gefühle und Emotionen ins Fließen bringen und ihnen Raum geben,
Formen des Selbstausdrucks.
Es gibt zahllose Möglichkeiten,
Seine Gefühle ins Fließen zu bringen.
Du kannst Tagebuch schreiben oder das Gefühlstagebuch für deinen Selbstausdruck verwenden,
Das ich dir anhänge.
Kreativität aller Art lässt deine Emotionen fließen.
Gespräche mit vertrauten Menschen sind auch ein ganz wunderbarer Weg,
Seine Gefühle einzuladen,
Sie zu spüren und dann wieder gehen lassen zu können.
Wenn es dir vor Freunden oder der Familie zu peinlich ist,
Über deine Gefühle zu sprechen,
Versuch es doch einmal mit meiner Reinigungsmeditation.
Das ist eine geführte Meditation,
Die dir hilft,
Belastende Gefühle ins Fließen zu bringen und alles abzugeben,
Was zu viel in dir ist oder nicht zu dir gehört.
Es kann dir helfen,
Dich leichter zu fühlen,
Wenn du von deinen Emotionen überschwemmt wirst oder dich sehr belastet fühlst.
Ich werde die Reinigungsmeditation als Bonus-Episode zeitgleich mit dieser Folge hier veröffentlichen.
Du kannst sie dir dann downloaden und hast sie jederzeit parat oder du kannst einfach immer wieder zur entsprechenden Podcast-Episode zurückkommen und die Meditation anhören.
Was mir sehr hilft,
Wenn mich meine Gefühle überwältigen,
Ist eine einfache Achtsamkeitsübung,
Mit der ich meine Gefühlsachterbahn selbst sehr gut regulieren kann.
Setze dich dazu in einen Stuhl,
Am besten einen mit Lehnen an den Seiten.
Wenn er keine Lehnen hat,
Legst du deine Hände auf die Oberschenkel.
Stell dir jetzt einmal vor,
Wie alles,
Was dunkel und schwer in dir ist,
Alles,
Was zu viel in dir ist oder nicht zu dir gehört,
Ins Fließen kommt und zu deinen Händen und Füßen hinströmt.
Stell dir vor,
Wie alle diese Energien,
Die dich belasten,
Die Sorgen,
Die Gefühle,
Die Ängste,
Zu deinen Händen und Füßen hinströmen und dich über deine offenen Handflächen und deine Fußsohlen verlassen.
Alles,
Was dich belastet,
Was dunkel und schwer ist,
Was zu viel in dir ist oder nicht zu dir gehört,
Kannst du nun über deine Fußsohlen,
Auf dem Boden oder über deine Handinnenflächen abgeben.
Lass alles aus dir herausströmen,
Vielleicht spürst du auch die Bewegung des Strömens in dir und nimmst wahr,
Wie das Dunkle und Schwere in Bewegung kommt und wie du es nach und nach abgeben kannst.
Und vielleicht spürst du dabei auch schon,
Wie es viel leichter und freier in dir wird,
Weil all das Schwere und Belastende dich nun verlassen darf.
Mir selbst hilft es,
Wenn ich mir eine Farbe für die strömenden Gefühle vorstelle,
Die mich über meine offenen Handflächen und meine Fußflächen am Boden verlassen.
Nach drei bis vier Minuten fühle ich mich dann meistens schon sehr viel besser.
Probiere die strömende Achtsamkeitsübung aus,
Du wirst sehen,
Es wirkt.
Die Gefühle anderer ernst zu nehmen und sie zu ermutigen,
Darüber zu sprechen,
Ist ein echter Freundschaftsdienst.
Wir können anderen Raum geben,
Ihre Emotionen zum Ausdruck zu bringen,
Sie einladen,
Ihre Gefühle zu äußern und auch die Gefühle mit ihnen zu halten,
Für sie da zu sein.
Besonders gilt es für unsere Kinder.
Eigentlich gehört der Umgang mit den eigenen Emotionen zur Grundausstattung des Menschen und es müsste meiner Meinung nach Schulstoff sein.
In einigen Schulen wird diese lebensvorbereitende Art des Umgangs mit sich selbst auch gelehrt,
Aber es braucht noch viel,
Viel mehr.
Auf jeden Fall ist schon viel gewonnen,
Wenn wir die Gefühle anderer nicht bagatellisieren.
Wenn deine Freundin Tränen überströmt bei dir anruft und dir sagt,
Dass ihr Freund sie sitzen lassen hat,
Dann hilft es ihr nicht,
Wenn du sagst,
Dass er eh nicht zu ihr passte und ein Arschloch war.
Jetzt fühlt sie sich nicht nur nicht verstanden,
Jetzt hat sie auch nicht die richtigen Gefühle und schämt sich vielleicht noch dafür.
Wenn dein Kind hinfällt und sich das Knie blutig haut und lauthals weint,
Dann wäre,
Das tut weh,
Ich weiß.
Komm her,
Wir machen ein Pflaster drauf und dann wird es sich bald schon besser anfühlen.
Eine angemessene Reaktion.
So kann sich das Kind verstanden fühlen und seine Emotionen dürfen da sein und auch wieder gehen.
Ganz anders,
Als wenn du sagst,
Na komm,
Das ist doch nichts,
Da muss man nicht heulen.
Man kann das Leid eines anderen Menschen nicht von außen bemessen.
Das Empfinden eines Leids ist so groß,
Wie es sich in uns anfühlt.
Nicht so,
Wie jemand glaubt,
Dass es sich anfühlen sollte.
Wenn du wirklich jemanden trösten willst,
Dann ist es hilfreich,
Die momentanen Gefühle dieses Menschen anzuerkennen,
Anstatt sie ihm ausreden zu wollen.
Das muss sehr schwer für dich sein.
Du bist nicht allein,
Ich bin da.
Oder möchtest du mir mehr darüber erzählen?
Das gibt Menschen die Möglichkeit,
Ihre momentane emotionale Überforderung zu akzeptieren,
Anstatt sich abgelehnt oder bewertet zu fühlen.
Jemanden zu trösten oder für einen Menschen da zu sein,
Der leidet,
Bedeutet,
An seiner Seite zu sein.
Den Raum zu halten,
Ihn emotional zu stützen,
Wenn es nötig ist und diesem Menschen das Gefühl zu geben,
Es ist okay,
Dass du gerade so fühlst.
Denn alle Menschen,
Das glaube ich ganz fest,
Wünschen sich eins von Herzen,
Verstanden zu werden,
So wie sie sind.
Besonders dann,
Wenn sie sich schwach und verletzlich fühlen.
Gefühle bleiben nicht ewig,
Sie gehen wieder,
Wenn wir ihnen erlauben da zu sein.
Denn sie gehören zu unserem Leben mit all ihren Facetten,
Die guten und auch die weniger schönen.
Erst das macht uns zu authentischen Menschen,
Die die Fähigkeit haben,
Sich in andere hinein zu versetzen und für sie da zu sein.
Wenn du merkst,
Dass du allein mit den hier beschriebenen Selbsthilfemethoden oder den Büchern,
Die du liest,
Den Podcasts,
Die du hörst,
Aus einer emotional belastenden Situation dauerhaft nicht rauskommst,
Dann lass dir bitte von Therapeuten helfen.
Besonders dann,
Wenn extreme Gefühle wie dauerhafte Angst dein Leben stark beeinflussen,
Dann kann durchaus medizinische Hilfe angeraten sein.
Therapeuten können dir helfen,
Deine Lage besser einzuschätzen und sie stellen medizinische Diagnosen.
Krankheiten wie zum Beispiel eine Depression oder Angststörung gehören unbedingt in ärztliche und therapeutische Hände.
Und dann könnt ihr gemeinsam überlegen,
Welche Behandlung dir helfen könnte.
Du bist nicht allein.
Vergiss das nicht.
Alles Liebe,
Deine Claudia.
Treffen Sie Ihren Lehrer
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