
Großvater Möwe - Einschlafgeschichte Für Kinder
Begleite Großvater Möwe auf seiner Reise ins Paradies. Was die Möwe nicht bemerkt ist, dass sie einen blinden Passagiert mitträgt, es ist die Ameise Amelia. Zum Glück, denn ohne sie hätte er es wohl nie geschafft so weit zu fliegen. Eine abenteuerliche Reise ins Land der Träume.
Transkription
Großvater Möwe saß oft lange im Hafen,
Horchte den großen Dampfern zu und atmete die salzige Meeresluft.
Es fehlte ihm an nichts.
Der Ozean war voller Fische und am Hafen musste er sie sich nicht einmal selbst fangen,
Sondern bloß schnell genug sein,
Um den Fischern ein paar Happen aus den großen Netzen zu stehlen.
Die anderen Möwen,
Die Räuber,
Kreischten und johlten in den Lüften.
Eines Tages erreichte eine Schar exotischer Papageien den Hafen.
Sie plapperten und schnatterten von saftigen Mangos,
Dicken Käfern und reichen Avocado-Bäumen.
Da wurde Großvater Möwe hellhörig.
»Was ist das für ein Ort?
« fragte er.
»Es ist das Paradies«,
Sagten sie nur,
Bereits im Abflug.
»Aber wie komme ich dorthin?
« rief Großvater Möwe ihnen nach.
»Immer Richtung Süden«,
Schnatterten die Papageien im Chor und verschwanden als kleine Punkte im Himmel.
Und so beschloss Großvater Möwe,
Über das weite Meer zu fliegen,
Um jenen besagten Ort zu finden.
Solch lange Flügel war er allerdings nicht mehr gewohnt und bald wurde er müde und sehnte sich nach einem Stück Treibholz,
Einem Kahn oder Land zum Ausrasten,
Doch es war nichts zu sehen.
Tagelang war er unterwegs,
Die Flügel wurden schwach und zäh,
Die Augen schwer.
Die Erschöpfung zog ihn immer weiter vom Himmel herab in die Tiefe.
Plötzlich hörte er ein helles Stimmchen schreien.
»Nein,
Nein,
Aufwachen!
Du musst wenden,
Bitte wenden,
Sonst stürzt du ins Meer!
« Großvater Möwe riss die Augen auf.
»Woher kam diese Stimme?
« »Vielleicht hatte er sich in der Mittagssonne das Hirn verbrannt.
« Mit letzter Kraft flog er weiter,
Aber wieder wurde er müde und drohte,
Ins Meer zu stürzen.
Da ertönte die Piepsestimme.
»Aufwachen,
Sonst landen wir alle beide im Wasser!
« »Wer spricht da?
«,
Fragte Großvater Möwe.
»Ich bin es,
« ertönte es hinter seinem Flügel.
»Wo?
« »Hier,
In deinen Federn sitze ich.
« »Wer bist du?
« »Ich bin eine Ameise,
Amelia heiße ich.
« »Aber was tust du denn hier?
« »Nun,
Ich bin im Wald aufgestiegen und im Hafen wohl nicht rechtzeitig wieder ausgestiegen.
Jetzt bin ich hier,
Mit dir.
« Großvater Möwe lachte.
»Du bist wohl mein Schutzengel.
Ohne dich wären wir beide schon längst im Wasser.
« »Hey,
Möwe!
«,
Kreischte Amelia Ameise.
»Großvater Möwe,
Bitte schön,
« ergänzte Großvater Möwe.
»Nun gut,
Großvater Möwe.
Wir befinden uns wieder im Sturzflug,
« merkte Amelia Ameise an.
Großvater Möwe riss sich gerade noch rechtzeitig wieder in die Höhe.
»Nur ein Flügel«,
Streifte sachte das Meer.
Die salzigen Wasserperlen wirbelten durch die Luft.
»Uah!
«,
Würgte die Ameise und spuckte Wasser.
»Es tut mir leid,
Amelia,
« sagte Großvater Möwe.
»Ich fürchte,
Mein Körper gehorcht mir nicht mehr so recht.
Ich muss mich ausruhen.
« »Nur mehr bis dort vorne.
Da sehe ich schon Land,
« piepste Amelia.
»Wirklich,
Land?
«,
Seufzte Großvater Möwe.
Und mit einem Mal war sein Flügelschlag wieder kräftig,
Und sie stiegen in die Höhe.
Nach einer Weile sagte er,
»Ich sehe gar kein Land.
« »Deine Augen spielen dir einen Streich.
Du bist zu erschöpft.
Ich versichere dir,
Da ist Land,
« meinte Amelia hoffnungsvoll.
Also flogen sie weiter.
Sie waren schon eine Weile geflogen,
Da hörten sie ein lautes Brüllen.
Die Ameise erschrak und schrie,
»Hilfe,
Da kommt ein Gewitter!
Ein Sturm zieht heran!
« Doch Großvater Möwe lachte bloß.
»Aber nein,
Das ist nur mein Magen,
Der so fürchterlich brüllt.
Ich habe einen Riesenhunger,
Aber mit Hunger kenne ich mich aus.
Der kommt und geht.
« Mit ausdauernden Flügeln trugen sie weiter,
Meile für Meile,
Bis Großvater Möwe stöhnte.
»Amelia,
Wie lange ist es denn noch?
Ich kann nicht mehr.
« »Nicht mehr weit,
Ein Stückchen noch,
« ermutigte sie ihn.
»Ich sehe schon die Palmen,
Und exotische Vögel fliegen auf.
« Da war der Flug der Möwe wieder voller Kraft,
Und sie trug sie weiter,
Immer weiter über das tiefblaue Meer hinweg.
Doch plötzlich befanden sie sich im Senkflug.
Es ging steil abwärts,
Und während Großvater Möwe die Flügel immer noch geweitet hatte,
Segelten sie auf die Meeresoberfläche zu.
»Großvater Möwe,
Aufwachen!
Du darfst jetzt nicht schlafen!
Wir stürzen hernieder!
« Doch es war nichts zu machen.
Großvater Möwe war bereits so erschöpft,
Dass er die kleine Ameise nicht mehr hören konnte.
Sie versuchte ihn zu zwicken.
Es half nichts.
Sie versuchte es mit Ameisensäure.
Es half nichts.
Das glitzernde Meer kam immer näher,
Und die Ameise schloss die Augen.
Ihr Magen überdrehte sich,
Und sie rief.
»Ich rieche schon die Mangos.
Mh,
Wie die duften!
Sie sind gelb wie die Sonne und süß wie der erste Regen nach der Dürre.
Ich spüre bereits Sand unter meinen Füßen,
Wie herrlich er knistert.
Hier gibt es so viele Köstlichkeiten und so viele interessante Tiere.
Sieh doch einmal!
« Großvater Möwe riss die Augen auf.
»Ah«,
Seufzte er,
»was für ein Anblick!
« Vorsichtig öffnete die Ameise die Augen.
Ihr Flug hatte sich stabilisiert,
Und tatsächlich,
Vor ihnen lag Land.
Da war ein Ufer,
Auf dem sie landen konnten.
Unsanft raspelten die Füße der Möwe durch den Sand,
Ehe sie zum Stillstand kamen.
Sie traten in den Schatten der Bäume,
Tranken von einer herabgefallenen Kokosnuss und waren im nächsten Moment eingeschlafen.
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