24:22

Friedensmeditation

by Dr Claudia Turske

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5
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Meditation
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Erfahrene
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Eine Friedensmeditation für diejenigen, die im Moment keine Wffenruhe erfahren dürfen.

Transkription

Diesen Sitz bitte ich euch so einzunehmen,

Dass ein Gefühl entsteht,

Ich sitze stabil,

Dass ein Gefühl entsteht,

Ich kann ruhig sitzen,

Auch wenn die Welt verrückt spielt.

Ich kann ruhig sitzen,

Wenn es in meinem Kopf verrückt spielt.

Ich kann da unten stabil bleiben,

Wenn es da oben in meinen Gedanken und um mich herum unruhig ist.

So kann ich etwas ganz primäres begreifen.

Begreifen,

Dass Ruhe und Unruhe sich immer die Hand reichen.

Ohne Unruhe keine Ruhe.

Und Ruhe bedingt Unruhe.

So auch mit Stabilität und Destabilisierung.

Würde Stabilität immer wieder stabiler werden,

Würde sie irgendwann auseinanderbrechen und sich im Chaos erneut finden müssen.

Destabilisierung und Stabilität,

Auch sie reichen sich die Hand.

Und nun das Krieg und Frieden.

Es herrscht Krieg.

Was wir heute nicht ganz zuvorderst haben,

In unseren Gedanken ist die Tatsache,

Es herrscht immer Krieg.

Nur ist er sehr weit weg.

Die Kriegsschauplätze sind oft so weit weg,

Dass wir sie vergessen.

Doch nun ist der Kriegsschauplatz nah.

Wir sind mit Bildern konfrontiert,

Tagtäglich mit Grauen und Entsetzen.

Und wir möchten wegschauen.

Und in diesem Moment bitte ich euch hinzuschauen.

Es herrscht Krieg.

Dieser Krieg ist eine Inversion und invadiert auch unsere Gedanken.

Es herrscht Krieg,

Unruhe und eben Unvermögen.

Und dann dieses Gefühl der Ohnmacht.

Ich kann nichts tun.

Und das ist nicht richtig.

Zum einen können wir lernen,

Parallelen ziehen.

Denn das,

Was sich da draußen abspielt,

Spielt sich da drinnen auch ab.

Wenn die Invasion kommt,

Können wir antworten und kämpfen.

Wir können sitzen und wir können üben.

Wir können uns in Achtsamkeit und Gewahrsein üben.

Das ist die Antwort.

Ganz genau hinschauen,

Ganz genau wahrnehmen dieses Pulsieren.

Der Puls des Einatmens und des Ausatmes.

Expansion beim Einatmen,

Kontraktion beim Ausatmen.

Ist dies nicht der Spiegel da draußen?

Expansion und Kontraktion.

Können wir nicht begreifen,

Dass das der Puls ist?

Das,

Was wir im Yoga mit Spanda bezeichnen.

Das Spanda des Krieges und Frieden.

Ähnlich wie bei jeder Kontraktion und Expansion.

Und können wir nicht unsere Ohnmacht,

Vermeintliche Ohnmacht bekämpfen und begreifen,

Dass wenn einer kämpft,

Alle kämpfen.

Genau hinschauen und entdecken,

Da sind Parallelen,

Auch hier.

Wenn der eine kämpft,

Müssen die anderen kämpfen.

Wir müssen um Frieden kämpfen.

Auch das ist ein Kampf.

Friede breitet sich nicht einfach aus.

Wie ein roter Teppich,

Der sich ausrollt,

Auf dem wir unserem Leben schreiten dürfen.

Überall ist Aggression.

Überall sind die Stolpersteine.

Um inneren Frieden müssen wir kämpfen.

Um äußeren Frieden müssen wir kämpfen.

Das ist die tiefe Botschaft der Bhagavad Gita.

Kämpfe,

Aber nicht um des Sieges willen,

Um des Friedens willen.

So wie wir jetzt sitzen und versuchen und suchen und jetzt auch finden.

Stille,

Friedliche Stille.

Und wenn die Gedanken wieder kommen und kämpfen,

Nehmt den Atem.

Vermittels Atmung sollten die Waffen der Gedanken zur Ruhe kommen.

Waffenstillstand,

Stille,

Einkehr und Besinnung.

Durch unsere Praxis,

Eine Praxis der Besinnung,

Kommen wir aus der Ohnmacht heraus.

Durch unser Begreifen in der Praxis,

Es herrscht Krieg,

Kommen wir zum Frieden.

Kämpfen um Frieden.

Dehnt euch nun in eurer Atmung aus.

Werdet euch der Atmung bewusst und werdet ganz gewahr.

Denn nur ausschließlich in dieser Achtsamkeit,

In diesem Gewahrsein herrscht Frieden.

Im Gewahrsein des Gewahrseins lösen wir die Dualität auf.

Im Gewahrsein ist nicht mehr dies oder das,

Nicht mehr Krieg oder Friede,

Nur noch das eine.

Stille.

Es ist flüchtig,

Diese Stille.

Findet zurück zu ihr.

Die Stille des Gewahrseins,

Die Fliehkraft ist groß.

Mal Krieg,

Mal Friede,

Mal ich,

Mal du.

Wir müssen kämpfen um Ruhe und Stille.

Zurückfinden zur Achtsamkeit.

Immer wieder zurück zum Hier und Jetzt,

Zum Gewahrsein.

Die Fliehkraft ist groß.

Zieht die Menschen zu Macht und Ohnmacht.

Zieht die Gedanken zu Macht und Ohnmacht.

Ein großes Gefecht,

Eine große Schlacht.

Im Innern,

Im Äußeren.

Doch nun sind wir hier,

Praktizieren Einsicht,

Praktizieren Gewahrsein und finden das Dazwischen.

Stille,

Waffenruhe und widmen diese Meditation denen,

Die im Moment keine Waffenruhe erfahren dürfen.

Namaste.

Nehmen die Hände vors Herz.

5.0 (1)

Neueste Bewertungen

Michael

July 11, 2023

Liebe Claudia, Du hast etwas Trauriges und auch Trauerndes in Deiner Stimme was gerade bei dieser Anleitung zur Geltung kam. Aber den Krieg den ich mit meinen Gedanken ausfechte und der in meinem Kopf ständig stattfindet auch wenn ich Meditiere und immer nur kurz durch Atem Focus Waffenstillstand unterbrochen wird mit realem Krieg zu vergleichen hat mir gefallen. Eine gute Allegorie, danke. Gruß Michael

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