
Slow Food - Die Achtsame Mahlzeit
by Björn
Wir haben alle eine ganz individuelle Einstellung zum Essen. Diese hat sich seit unserer Kindheit geprägt und ist nicht immer unproblematisch. So kommt es, dass viele Menschen zu schnell, zum falschen Zeitpunkt oder nicht optimale Mengen essen. Diese Anleitung unterstützt Dich darin zunächst in einem sehr langsamen Tempo deine Mahlzeit zu erkunden, um dadurch mit mehr Achtsamkeit zu essen. Du wirst entdecken, dass diese Mahlzeit ein kleines Wunder ist und viel Wertschätzung und auch Zeit beim Verzehr verdient.
Transkription
Slow Food.
Dies ist eine Übung für eine achtsame Mahlzeit.
Wir alle haben eine ganz individuelle Einstellung zu den Lebensmitteln,
Die wir essen und auch wie wir essen.
Diese Muster und Vorlieben haben sich bereits seit unserer Kindheit gebildet.
So neigen wir dazu,
Wenn das Verhältnis zum Essen und zur Nahrungsaufnahme nicht ganz unproblematisch ist oder wir oft in Eile sind,
Das Essen zu schnell zu uns zu nehmen,
Dinge zu essen,
Die wir vielleicht gar nicht mögen oder die uns nicht bekommen,
Zu viel oder zu wenig zu essen.
Das achtsame Essen kann dich einfach darin unterstützen,
Eine gesunde und wertschätzende Beziehung zum Essen,
Zu deinem Körper und zu den Lebensmitteln aufzubauen,
Die du isst.
Es kann auch deine Achtsamkeitspraxis fördern.
Wir beginnen mit der Übung,
Wenn du dein Essen bereits zubereitet hast und es vor dir auf dem Tisch liegt.
Du wirst diese Mahlzeit im Sitzen einnehmen,
Am Tisch.
Schau,
Dass das Besteck,
Das du bereitest,
Zu deiner Mahlzeit passt.
Du kannst gegebenenfalls auch noch ein paar Gewürze bereitstellen.
Bitte ist nicht im Stehen oder auf der Couch oder im Sessel.
Wenn du jetzt am Tisch vor deinem Essen sitzt und alles bereitgelegt ist,
Dann spüre zunächst einmal in deinen Körper hinein,
Bevor du anfängst mit dem Essen.
Wie ist dir das Gefühl,
Gerade im Körper zu sein?
Vielleicht magst du die Kontaktpunkte deines Körpers nochmal wahrnehmen.
Die Berührung der Fußsohlen zum Boden,
Kontakt der Oberschenkel und des Gesäßes zur Sitzunterlage,
Aufrichtung des Rückens und vielleicht auch nochmal den ganzen Körper spüren.
Vielleicht nimmst du jetzt schon den Geruch des Essens wahr.
Vielleicht ist aber auch nichts wahrzunehmen.
Sind dort Gedanken?
Sind da vielleicht Gefühle?
Vielleicht ist da Ungeduld?
Vielleicht ist da auch Freude und große Lust?
Das einfach mal so wahrnehmen,
Wie es gerade ist.
Wenn deine Augen geschlossen sind,
Kannst du sie nun öffnen und den Blick nun langsam auf den Teller,
Der sich vor dir befindet,
Richten.
Nimm einmal wahr,
Was du siehst,
Diese Mahlzeit,
Die du zubereitet hast für dich.
Was kannst du erkennen?
Sind das mehrere Zutaten,
Die gemischt sind?
Sind einzelne Zutaten als Ganzes zu erkennen?
Welche Strukturen und Farben gibt es?
Was kannst du erkennen?
Ist da vielleicht Dampf,
Der aufsteigt?
Und all dies sind Komponenten,
Zutaten,
Pflanzen,
Die vielleicht aus unterschiedlichen Regionen dieser Welt kommen,
Die ganz viele Leute anbauen mussten,
Geerntet haben,
Transportiert haben,
An dich verkauft haben,
Die du zubereitet hast.
Mach dir das einmal bewusst.
Vielleicht kannst du das wertschätzen.
Es ist nicht selbstverständlich,
Dass dieses Essen jetzt hier ist.
Eigentlich ist es ein Wunder.
Während du das Essen betrachtest,
Vielleicht hast du jetzt gerade eine bestimmte Vorliebe,
Was du von dem Essen probieren möchtest.
Schau einmal,
Was das erste Stück sein könnte,
Was du essen möchtest.
Nimm schon einmal das Besteck in die Hand.
Wie fühlt sich das Besteck in den Händen an?
Kannst du nun dir etwas von deinem Essen nehmen?
Vielleicht musst du es vorher schneiden.
Schau mal,
Wie die Konsistenz ist vom Essen.
Was braucht es dafür?
Wie bewegt sich der Körper?
Braucht es Geschick,
Um das Essen aufzunehmen?
Wenn sich dein Essen nun auf dem Löffel oder auf der Gabel befindet,
Führe es etwas dichter ans Gesicht.
Noch nicht essen?
Vielleicht kannst du es noch mal beobachten,
Was du dir ausgewählt hast.
Vielleicht kurz an die Nase halten,
Vielleicht das Dampf zu spüren.
Was kannst du gerade riechen?
Das Essen vorher noch mal pusten,
Wenn es heiß ist.
Dass es nicht zu heiß ist und du dich verbrennst.
Führe das Essen nun einmal nur an die Lippen heran und prüfe mal mit den Lippen,
Wie sich das anfühlt.
Vielleicht spürst du die Unterseite vom Löffel,
Vielleicht kannst du mit beiden Lippen das Essen ertasten.
Das Essen nun auch in den Mund nehmen.
Bevor du anfängst zu kauen,
Spüre einmal,
Wie das Essen im Mund liegt,
Welche Geschmäcker entstehen.
Dann langsam anfangen zu kauen.
Schau mal,
Wie die Konsistenz am Anfang ist.
Ist es vielleicht eher etwas Weiches?
Sind dort Strukturen,
Die du zerbeißt?
Ändert sich etwas?
Ganz langsam das Essen kauen und spüren.
Vielleicht ist da auch gleich der Wunsch zu schlucken und das nächste Stück zu nehmen.
Diesen Impulsen einmal nicht nachgeben,
Sondern das Essen noch mal ganz bewusst auskosten und weiter kauen.
Wie ist die Struktur vom Essen jetzt und die Konsistenz?
Langsam schlucken.
Wir kommen nun zum zweiten Stück,
Das du essen wirst.
Schau noch mal auf deinen Teller.
Vielleicht gibt es dort noch andere Komponenten,
Die du kosten möchtest und wähle ganz bewusst aus.
Vielleicht sind dort Erwartungen.
Nimm das Essen auf die Gabel oder den Löffel,
Schneide etwas ab und führ es noch einmal nach oben.
Was braucht es dafür?
Braucht es Balance,
Das nach oben zu führen?
Rollt das Essen vielleicht auf dem Löffel hin und her?
Klebt es eher?
Einmal an die Nase heranführen,
Noch einmal riechen,
Bewusst wahrnehmen,
Ob Dampf zu spüren ist.
Auch Pusten nicht vergessen.
Gibt es Erwartungen an dieses Stück des Essens?
Auch dieses Stück Essen langsam in den Mund führen,
Bevor du anfängst zu kauen,
Auch noch mal hier spüren.
Nimm einmal wahr,
Welcher Geschmack sich im Mund entfaltet.
Vielleicht ist auch gerade überhaupt kein Geschmack spürbar.
Vielleicht ist es ein ganz voluminöses Aroma,
Vielleicht ist es eher etwas schmaler,
Vielleicht ist es salzig.
Was kannst du wahrnehmen?
Langsam anfangen mit dem Kauen.
Auch einmal hier spüren,
Wie ist die Konsistenz des zweiten Stückes?
Was passiert mit dem Mund?
Was macht der Körper so ganz von alleine?
Was hat der Körper das Leben lang gelernt,
Wie er so ganz von alleine,
Ohne dass du bewusst darüber nachdenken musst,
Nahrung zerkaut und im Mund verteilt?
Was macht die Kiefer?
Was macht die Zunge?
Auch hier noch mal dem Impuls widerstehen,
Schon das nächste Stück auf die Gabel zu nehmen oder zu schlucken.
Langsam weiter kauen,
Solange kauen,
Bis das Essen gut zerkleinert und schluckbereit ist.
Dann auch wenn der Impuls zum Schlucken entsteht,
Das einmal wahrnehmen und ganz bewusst runterschlucken.
Kommen wir nun zum dritten Stück,
Das du essen wirst.
Schau noch mal auf deinen Teller,
Vielleicht hast du bereits alle Komponenten des Essens gekostet,
Vielleicht ist dort noch eine dritte Komponente oder etwas,
Was du noch mal essen möchtest.
Wähle das aus,
Schau wie ist die Konsistenz,
Wenn du hineinstichst oder wenn du es auf den Löffel nimmst.
Auch dieses Stück Essen einmal zum Gesicht heranführen,
Riechen,
Pusten,
Einmal spüren,
Wie ist der Körper jetzt?
Ist er voller Ungeduld,
Weil du weißt,
Was dich gleich erwartet?
Welche Gedanken entstehen,
Wenn du so langsam isst?
Auch dieses Stück Essen langsam in den Mund nehmen,
Einmal spüren,
Den Geschmack wahrnehmen,
Anfangen zu kauen,
Spüren,
Wie die Nahrung im Mund verteilt wird,
Prüfen,
Wie die Konsistenz sich verändert.
Wie geht das im Mund,
Was machen die Strukturen,
Lösen die sich langsam voneinander,
Entsteht ein Brei,
Vielleicht der Wunsch da jetzt gleich das nächste Stück Essen zu nehmen,
Dann widerstehe dem noch mal gerne und koste diesen Moment aus und koste den Moment aus mit diesem kleinen Wunder in deinem Mund.
Wenn du bereit bist,
Schlucken,
Auch das wahrnehmen,
Vielleicht merkst du auch wieder Nahrungsbrei nach unten wandert,
Einmal ganz kurz nachspüren,
Was ist gerade da?
Ist dort vielleicht noch ein Geschmack im Mund,
Ist dort der Geruch,
Ist da der Wunsch jetzt weiter zu essen?
Kannst du vielleicht schon im Körper wahrnehmen,
Dass du was gegessen hast?
Du darfst jetzt mit der Übung in deinem eigenen Tempo und alleine fortfahren,
Wenn wieder Impulse entstehen,
Vielleicht schneller zu essen,
Diesen zu widerstehen,
Dich daran zu erinnern,
Dass es ein besonderes Geschenk an dich und deinen Körper ist,
Dieses Essen langsam aufzunehmen und das Essen ganz auskostest mit all seinen Aspekten und das Essen auch zelebrierst.
Guten Appetit!
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