
Freundschaft mit deinem ungeliebten Körper
In dieser somatischen Achtsamekitsübung erforschen wir, wie es sich anfühlt, wenn wir uns wieder mit unserem Körper verbinden. Denn oftmals erlebten wir innere oder äußere Verletzungen, die sich so schlimm anfühlten, dass wir nicht mehr fühlen wollten. In dieser somatischen Übungen nähern wir uns ganz behutsam an unsere Empfindungen in unserem Körper an.
Transkription
Heute lade ich dich dazu ein,
Dich mit dir selber anzufreunden.
Bevor wir offiziell damit beginnen,
Lass uns einfach kurz in Verbindung mit unserem Körper und unserem Atem kommen.
Achtet darauf,
Was gerade jetzt in dir in diesem Moment vorgeht und was dir in den Sinn kommt,
Wenn du das Wort freundlich oder anfreunden oder so sein hörst,
Insbesondere in Bezug auf dich selbst.
Oft tragen wir ja in unserem Erwachsenenleben das Gefühl mit uns,
Dass wir irgendwie nicht in Ordnung sind,
Dass wir nicht gut genug sind,
Dass wir nicht lebenswert wären oder eben nicht liebenswert genug wären und uns ständig Liebe,
Aufmerksamkeit,
Unsere ganze Existenz knallhart verdienen müssen.
Diese grundlegenden Überzeugungen von Unzulänglichkeit,
Die begleiten uns und dann leben wir auch noch in einer Kultur,
Die sehr fordernd ist,
Besonders wenn es um Perfektion geht.
Was sollten oder müssten wir alles tun?
Und diese ganzen Anforderungen sind allgegenwärtig.
Eine der Dinge,
Die wir in der somatischen Achtsamkeitspraxis tun,
Ist das Tempo zu verlangsamen,
Besonders wenn wir zum Beispiel eine Inquiry-Praxis,
Also eine Innenschauübung oder eine Mitgefühlspraxis machen,
Geht es darum wahrzunehmen,
Bin ich eigentlich so freundlich zu mir,
Wie ich es sein könnte?
Und wenn nicht,
Wie zeigt sich das?
Ist da der innere Kritiker oder ist es das Gefühl von Anspannung im Körper,
Als könnte man sich nicht richtig ausruhen,
Nicht richtig loslassen,
Dass man irgendwie immer angetrieben.
Atme jetzt ein paar mal tief durch,
Wenn das für dich angenehm ist und schau wirklich,
Was du gerade jetzt fühlst in diesem Moment.
Wie leicht fällt dir das Atmen gerade?
Da kannst du tief in den Bauch atmen.
Wohin fließt dein Atem?
Und beobachte einfach nur,
Ohne irgendetwas verändern zu wollen.
Da gibt es Bereiche deines Körpers,
Die sich irgendwie angespannt fühlen.
Gibt es irgendwo einen Druck oder eine Enge oder einen Schmerz,
Ein Stechen?
Einfach nur beobachten.
Was passiert in deinem Geist?
Ist da eine träge Energie oder eher eine zwanghafte?
Oder vielleicht ist es ruhig und still,
Auf eine angenehme Weise?
Bemerkst du,
Dass du wahrnimmst,
Was gerade passiert?
Lenke deine Aufmerksamkeit auch in dein Sein.
Es gibt einen Teil von uns,
Der immer hier ist,
Der Teil,
Der durch unsere Augen schaute,
Als wir schon Kinder waren oder der auch jetzt noch hier ist.
Und wer ist das,
Wenn wir in den Spiegel schauen?
Oft sehen wir ja gar nicht wirklich hin oder mit einem kritischen Blick,
Was stimmt nicht oder stimmt alles.
Ein Effekt von Trauma ist es ja,
Dass wir uns von uns selbst praktisch abkoppeln,
So als wären wir gar nicht in uns zu Hause wirklich.
Und noch ein anderer Effekt von Trauma ist,
Dass wir uns manchmal sehr hart und abwertend uns selbst gegenüber verhalten.
Wenn wir jetzt unser Leben durch das Nervensystem erfahren,
Ist einer der Vorteile der somatischen Achtsamkeitspraxis,
Dass wir unser Nervensystem in unser Bewusstsein bringen.
Wir sehen,
Was los ist und erkennen die Auswirkungen von Trauma in unserem Leben,
Auch in diesem Moment.
Es ist hilfreich,
Das zu bemerken,
Besonders die Grundüberzeugung von Mangel,
Diese negativen Glaubenssätze,
Die wir da in uns tragen,
Und wie sich das dann wiederum im Körper zeigt.
Gibt es eine bestimmte Stelle,
Zu der deine Aufmerksamkeit gerade hingezogen wird,
Jetzt im Moment?
Viele von uns tragen ja Anspannung an ganz bestimmten Stellen.
Wenn du zum Beispiel Spannung in der Stirn trägst,
Könntest du jetzt die Augenbrauen heben und langsam wieder loslassen,
Einfach mal versuchen,
Die Stirn weicher werden zu lassen.
Oder wenn du zu denjenigen gehörst,
Die die Zähne zusammenbeißen,
Versuch etwas Raum zwischen Ober- und Unterkiefer zu schaffen und den Kiefer einfach etwas zu lockern.
Oder wenn du die Anspannung im oberen Rücken trägst,
Hebe deine Schulter beim Einatmen an und lasse sie beim Ausatmen ganz langsam wieder nach unten sinken,
Ganz langsam.
Bewege deine Schultern und spüre,
Wie es sich anfühlt,
Einfach auf deinen Körper zu hören.
Beachte auch deine Herzgegend und die Muskeln um den Brustkorb herum,
Denn viele Menschen tragen Anspannung im Bauch oder im ganzen Bauchraum,
Was sich natürlich auf unserem Atem dann auswirkt.
Wenn wir dann jetzt speziell auf diesen Bereich achten,
Was spürst du denn da gerade?
Ist dein Körper etwas weicher oder ist die Bauchdecke eher hart,
Angespannt oder gibt es da irgendwo eine Enge,
Ein dichtes Gefühl?
Wie leicht fällt es dir zu atmen,
Den Atem einfach fließen zu lassen?
Einfach nur beobachten.
Denn jetzt in der somatischen Achtsamkeitspraxis,
Also jetzt in der Innenschauübung,
Geht es darum,
In den Körper zurückzukehren und die Verbindung wieder herzustellen.
Das Mitgefühl,
Das wir für unseren Körper kultivieren,
Kann uns helfen,
Diese Verbindung zu uns selbst zu vertiefen.
Frag dich selbst,
Wie fühle ich Mitgefühl oder Freundlichkeit für meinen eigenen Körper.
Vielleicht kommt da auch Widerstand auf oder du erkennst,
Dass du oft nicht gut für deinen Körper sorgst und spürst jetzt einen Widerwillen in dir,
Dass dich deinem eigenen Körper,
Deinem eigenen Empfinden und Befinden zuzuwenden.
Denn es ist ja sehr schwer,
Zu etwas freundlich zu sein,
Von dem wir uns im Grunde genommen getrennt fühlen.
Versuch einfach jetzt so weit das Spüren zuzulassen,
Wie es dir möglich ist.
Und wenn es nur ein kleines bisschen ist und dich immer wieder dahin zurückführst in das Spüren,
Das ist vollkommen okay.
Achte auf dein Gesicht,
Dein Kiefer,
Deinen Nacken,
Schultern,
Die Arme und Beine.
Spüre die Empfindung in deinem Körper und wickle ein Mitgefühl oder eine Freundlichkeit für das,
Was sich da zeigt.
Vielleicht möchtest du eine unterstützendere und näherendere Beziehung zu deinem Körper aufbauen.
Eine Beziehung,
Die darauf basiert wirklich zu spüren,
Wie es sich in deinem Körper von Moment zu Moment anfühlt.
Und wenn du jetzt bemerkst,
Dass du freundlicher zu deinem Körper sein könntest,
Nimm das ruhig wahr,
Ohne dich selber dafür zu verurteilen.
Denn oft ist diese Dissoziation,
Die dich von deinem Körper getrennt hat,
Von deiner Körperwahrnehmung getrennt hat,
Eine Folge von Trauma oder Stress.
Wir haben uns nicht bewusst entschieden,
Mehr im Kopf als im Körper zu leben.
Das war schlicht und einfach eine Schutzmaßnahme,
Die uns geholfen hat,
Mit schwierigen Situationen umzugehen.
Beobachte,
Wie dein Körper auf diese Übung jetzt reagiert und lass dein Herz und dein Körper wissen,
Dass du eine freundlichere und verbindendere Beziehung zu ihm aufbauen und pflegen möchtest.
Was würde es denn aus der Perspektive deines Körpers bedeuten,
Eine liebevollere,
Fürsorglichere Beziehung zu ihm zu haben?
Erlaub dir mal mit dieser Frage hier einfach nur da zu sitzen oder zu liegen,
Während du auf deinem Atem achtest.
Spür mal,
Wie du atmest dabei und achte auf die Intuition deines Körpers.
Vielleicht kommen Emotionen hoch,
Zum Beispiel Traurigkeit oder das Gefühl verpasster Gelegenheiten,
Dich mit dir selbst zu verbinden.
Viele von uns waren ja die meiste Zeit ihres Lebens nicht wirklich in ihrem Körper,
Aber wir können jetzt zurückkehren.
Wir haben jetzt die Möglichkeit,
Denn wir sind jetzt erwachsen oder wir haben jetzt andere Tools oder andere Unterstützung und können uns mit unserem Körper in Sicherheit verbinden.
Wenn du deinem Körper dieses Mitgefühl und die Freundlichkeit schenken möchtest,
Lege deine Hände jetzt mal auf deinen Herz oder auf den Bereich deines Körpers,
Zu dem du eine kritische Haltung hast und spüre die Berührung und bemerke,
Wie dein Atem sich dabei anfühlt.
Diese Praxis der Freundlichkeit gegenüber dem eigenen Körper ist nicht etwas,
Das in 20 Minuten mal so erledigt ist,
Sondern etwas,
Das wir immer wieder praktizieren und tun dürfen,
Zu dem wir immer wieder und immer mehr zurückkommen können,
Auch und besonders dann,
Wenn wir beginnen zu spüren,
Dass uns das gut tut.
Unser Körper ist ja nicht unser Feind und du musst auch nicht gegen irgendwelche Symptome ankämpfen oder irgendwie gegen den Körper ankämpfen.
Dein Körper reagiert einfach so,
Wie er es tut und wie es für ihn richtig ist.
Und wie wäre das jetzt,
Da einfach mal zu vertrauen,
Dass egal,
Was sich dir zeigt,
Manchmal können sich ja uns sehr erschreckende Dinge zeigen oder beängstigende Körperreaktionen oder Symptome.
Und wie wäre es,
Einfach mal anzunehmen,
Dass dein Körper einfach so reagiert,
Wie er es eben tut.
Wir haben ein Nervensystem und die Erfahrungen,
Die wir im Leben machen,
Die können sehr herausfordernd sein.
Härte,
Kritik und Druck sind da niemals hilfreich.
Und Scham bringt uns dazu,
Dass wir uns mehr verschließen oder dass wir wütend werden.
Und das ist halt auch nicht hilfreich.
Stell dir vor,
Du hättest die tiefste,
Liebevollste und mitfühlendste Beziehung zu deinem Körper.
Was würde sich denn dann ändern,
Damit diese Beziehung liebevoller und nähernder sein kann jetzt für dich.
Achte mal darauf,
Was für dich hochkommt,
Wenn du dir vorstellst,
Dass du dich selbst mit Mitgefühl,
Mit Freundlichkeit oder sogar mit Liebe betrachtest.
Und auch hier gibt es überhaupt keinen richtigen oder falschen Weg,
Das zu tun.
Wir müssen nicht vollkommen akzeptierend sein.
Das geht auch manchmal gar nicht bei all dem,
Was wir erlebt haben.
Aber wir können eine Beziehung aufbauen,
Die etwas freundlicher und ein bisschen mehr verbundener ist und da zählt jeder kleine Schritt auf dich zu.
Es ist einfach so,
Dass wenn wir unser Nervensystem und unseren Körper mehr in unser Bewusstsein bringen und uns von Härte und Urteilen mehr und mehr verabschieden,
Dass wir dann eine freundlichere und mitfühlendere Beziehung zu uns selbst entwickeln.
Das ist eine Beziehung,
Die unseren gesamten Geist und Körper umfasst und das ist eine Beziehung,
Die unser Leben tiefgreifend verändern kann.
Und da zählt jeder kleine Schritt,
Den du auf dich zu machen kannst.
Und sei er auch noch so klein.
Wiederhole es einfach täglich und wachse in diese Erfahrung rein,
Dich mehr und mehr in Freundlichkeit mit dir selber zu verbinden.
Lege dir jetzt zum Abschluss noch eine Hand auf deine Schulter und streiche dir einmal sanft über die Schulter und danke dir für diesen Schritt.
Danke dir,
Dass du dich freundlich dir zugewendet hast.
Ebenso gut,
Wie du das eben jetzt in diesem Moment einfach tun konntest.
Alles Gute und bis zum nächsten Mal.
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