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Lara und der Mondtau | Einschlafgarantie

by Wolkenzauber - Traumreisen für Kinder | Nina Heck

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Meditation
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Kinder
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Lara kann nicht schlafen. Wieder einmal. Irgendetwas zieht sie ans Fenster – und in den Garten hinaus. Dort entdeckt sie, dass die Blumen ihren Kopf gesenkt haben. Schlafen Blumen? Und wenn ja, wovon träumen sie? Motte, der Igel, der nur nachts sprechen kann, weiß die Antwort. Und er verrät ihr, was Mondtau ist. Eine ruhige Gutenachtgeschichte über Träume, schlafende Rosen und einen Igel, der einmal eine Mülltonne umgeworfen hat. Für Kinder ab 4 Jahren, die manchmal einfach nicht einschlafen können, und für alle, die sich gerne verzaubern lassen. Die Geschichte dauert rund 15 Minuten, danach läuft die Musik ruhig weiter, um einen sanften Übergang in den Schlaf zu ermöglichen. Musik von Breakzstudios via Pixabay.

Transkription

Der Abend hatte sich leise über das kleine Dorf gelegt.

Die Straßen waren still,

Die Lichter in den Häusern wurden eines nach dem anderen gelöscht.

Und irgendwo in einem Zimmer mit einem Fenster,

Das ein kleines Stück weit offen stand,

Lag Lara in ihrem Bett und schaute nach draußen.

Der Mond stand groß und rund am Himmel.

Erschien direkt auf Laras Gesicht.

Lara konnte nicht schlafen.

Wieder einmal.

Nicht weil sie traurig war,

Nicht weil sie Angst hatte,

Einfach nur so.

Manchmal war es eben so.

Dann schaute sie den Mond an.

Und der Mond,

So kam es ihr vor,

Schaute zurück.

Häufig reichte dieser eine Blick schon,

Dass sie kurz danach mit einem wohligen Gefühl einschlief.

Aber heute war das anders.

Irgendetwas zog sie aus ihrem Bett ans Fenster.

Der Garten lag im silbrigen Mondlicht.

Die Rosen.

Die Lafendelbüsche.

Die Kleinen vergiss mal nicht am Wegesrand.

Alles schimmerte,

Als hätte jemand ein dünnes,

Glitzerndes Tuch darüber gelegt.

Lara ließ ihren Blick schweifen.

Über den alten,

Gemauerten Brunnen.

Die Bank,

Die unter dem Apfelbaum stand.

Und über die Blumen bete,

Die sie so sehr liebte.

Aber.

Was war das?

Eine der Rosen,

Die große,

Dunkelrote,

Die im Sommer immer so wunderbar duftete,

Hatte ihren Kopf gesenkt.

Lara runzelte die Stirn.

Tagsüber stand diese Rose immer so aufrecht und stolz,

Aber jetzt hing sie schlapp nach unten,

Als wäre sie krank.

Oder als würde sie schlafen,

Aber Schlafen Blumen überhaupt?

Lara runzelte die Stirn ein zweites Mal.

Dann schlüpfte sie entschlossen in ihre Hausschuhe.

Zog sich ihre warme Strickjacke über den Schlafanzug.

Und schlicht die Treppe hinunter.

Die Haustür öffnete sie vorsichtig,

Damit sie nicht knachte.

Draußen war die Luft kühl und roch nach Gras und Erde und ein bisschen nach dem Regen vom Nachmittag.

Lara ging den kleinen Weg entlang,

Der durch den Garten führte,

Bis sie die Rose erreichte,

Deren Anblick Lara gar nicht gefiel.

Schlafs.

Plüsterte Lara.

Aber die Rose antwortete nicht.

Natürlich nicht,

Rosen können nicht sprechen.

Oder?

Etwa doch.

»Sie schläft«,

Sagte eine Stimme.

Lara fuhr herum.

Auf dem Gartensaun saß ein Igel.

Er war klein und rund und schaute Lara aus schwarzen Knopfaugen an.

Du kannst sprechen,

Sagte Lara.

Nur nachts,

Sagte der Egel,

Tagsüber bin ich zu müde.

Er gähnte auf eine Art und Weise,

Die unbeholfen und niedlich zugleich klang.

Lara kicherte.

Ich heiße übrigens Motte",

Sagte er.

Ich bin Lara.

Ich weiß,

Sagt der Mutter.

Ich kenne dich,

Du sitzt manchmal auf der Terrasse und liest.

Einmal hast du einen Keks fallen lassen und bist trotzdem nicht traurig geworden.

Lara lächelte.

Das stimmte.

Aua.

Du hättest ihn ruhig für mich dort liegen lassen können,

Anstatt ihn in die Mülltonne zu werfen.

Ich hatte sehr viel Mühe damit,

Die Tonne nachts umzuwerfen,

Um an den Keks zu kommen.

Ach,

Das warst du?

Rief Lara halb belustigt,

Halb erstaunt.

Als sie vor ein paar Wochen morgens zur Schule ging,

Lag die Mülltonne auf dem Gehweg und überall drumherum Abfall.

Ihre Mutter hatte fürchterlich geflucht und dann schnell alles weggefegt.

Ja,

Das war ich.

Sorry für das Chaos.

Aber der Keks,

Der Keks,

Der war lecker.

Lara winkte ab.

Schon gut,

Motte.

Sag mir lieber,

Schlafen denn alle Blumen?

Alle",

Sagte Motte und schaute sich im Garten um.

Die Rosen zuerst.

Dann der Lavendel.

Die,

Vergiss mein nicht,

Warten immer am längsten.

Die sind neugierig,

Aber irgendwann schlafen auch sie.

Lara schaute sich um.

Jetzt,

Da Mutter es sagte,

Sah sie es deutlich.

Alle Blumen hatten ihre Köpfe ein kleines bisschen gesenkt,

Als würden sie sich verneigen,

Als würden sie sich auf etwas vorbereiten.

Worauf warten Sie?

Fragte Lara.

Auf den Mondtau,

Sagte Motte.

Was ist Mondtau?

Der Igel kletterte vom Zaun und rottete ein paar Schritte den Weg entlang.

Schau",

Sagte Motte und blieb stehen.

Lara kniete sich hin.

Auf den Blütenblättern der schlafenden Rose Lagen winzige Tröpfchen,

Silbrig und rund.

Sie leuchteten im Mondlicht wie kleine Sterne.

Das ist der Moontau,

Sagte Motte.

Der Mond schickt ihn jede Nacht für die Blumen,

Damit sie schöne Träume haben.

Lara streckte vorsichtig den Finger aus und berührte ein Tröpfchen.

Es war kalt.

Und weich und .

.

.

Irgendwie,

Das konnte sie sich nicht erklären.

Fühlte es sich an wie Stille.

Was träumen die Blumen?

Fragte Lara leise.

Motte dachte nach.

Er kratzte sich mit einer Pfote hinter dem Ohr.

»Die Rosen träumen vom Sommer«,

Sagte er schließlich.

Von Bienen,

Die sie besuchen,

Von warmem Regen,

Und der Lavendel,

Der träumt vom Wind.

Er liebt es,

Im Wind zu tanzen,

Auch wenn er das tagsüber nie zugeben würde.

Und die Vergissmeinnicht.

Die,

Die träumen von dir,

Sagte Motte.

Lara schaute ihn an.

Von mir?

Von allen,

Die sie anschauen,

Vergiss mein nicht,

Merken sich jedes Gesicht,

Das ist ihr besonderes Talent.

Lara stand auf und schaute in den Garten.

Die Blumen schliefen.

Der Mond schien.

Die Luft war so still,

Dass Lara meinte,

Das leise Atmen der Erde zu hören.

Und plötzlich wurde sie sehr müde.

Eine Müdigkeit überkam sie,

Die sich anfühlt wie eine warme Decke,

Die jemand unsichtbar um einen herumlegt.

Du solltest auch schlafen,

Sagte Mutter.

»Ich weiß«,

Sagte Lara und gähnte leise.

Bekommst du auch Montau?

",

Fragte sie.

Motte schaute sie an.

In seinen kleinen,

Schwarzen Augen spiegelte sich der Mond.

»Igelträume brauchen keinen Montau«,

Sagte er.

Wir träumen von Äpfeln und Laub und langen Herbstnichten,

Dafür braucht man nicht viel.

Lara ging zurück ins Haus.

Die Treppe hinauf ins Zimmer.

Sie legte sich ins Bett und zog die Decke bis zum Kinn.

Durchs offene Fenster schien der Mond.

Laras Augen wurden schwer.

Der Garten glitzerte silbrig vom Mondhau.

Irgendwo trottete ein Igel langsam über den Kiesweg.

Blara lächelte,

Drehte sich auf die andere Seite und träumte von einem wundervollen nächtlichen Garten.

Umhüllt vom Mondlicht und dem zarten Duft der Rosen,

Der durch das Fenster hereinzog.

Untertitel der Amara.

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