00:30
00:30

Jule Träumt Vom Glück | Einschlafgeschichte Mit Musik

by Wolkenzauber - Traumreisen für Kinder | Nina Heck

Aktivität
Meditation
Geeignet für
Kinder

Jule träumt und begegnet in ihrem Traum dem grauen Häschen Knickohr, das neugierig die Welt erkundet. Jule und der kleine, graue Hase haben dabei ein gemeinsames Ziel: Sie wollen dem Geheimnis des Glücks auf die Spur kommen. Eine traumhaft schöne Gute-Nacht-Geschichte, die mit Harfe, Klavier und Glockenspiel musikalisch begleitet wird. Es gibt alte Kinderliedklassiker wie „Häschen in der Grube“ oder „Kommt ein Vogel geflogen“, sowie Eigenkompositionen, die speziell für diese Geschichte eingespielt wurden. Damit eignet sich dieses Hörbuch vor allem für Kinder von 4 bis 10 Jahre und vermittelt eine wunderbare Botschaft, ohne dabei belehrend oder aufdringlich zu sein. Musik: Stefanie und Stefan März (inspiritmusic)

Transkription

Jule ist müde.

Heute war ein besonders schöner Tag.

Sie hatte ihre Großeltern besucht.

Sie liebt es,

Dort zu sein.

Oma backt den besten Apfelstreuselkuchen auf der ganzen Welt.

Ruckzuck hatte Jule zwei große Stücke verputzt.

Da lachte Opa und meinte,

Dass ein frisch gebackener Kuchen für manche Menschen das größte Glück auf Erden sei.

Glück?

Was genau ist Glück?

Fragte Jule ihre Großeltern.

Opa aber lächelte nur und Oma packte ihr schweigend ein drittes Stück Apfelstreusel auf den Teller.

Danach war Jules Bauch kugelrund.

Trotzdem lief sie,

So schnell sie konnte,

Zum Hasenstall im Garten.

Die Häsin war Mama geworden.

Fünf putzmuntere Hasenkinder hoppelten um sie herum.

Am liebsten mochte Jule den kleinen grauen Hasen mit dem geknickten Ohr.

Stundenlang hatte sie ihn auf dem Arm gehalten und gestreichelt.

Mit einem Lächeln im Gesicht denkt sie daran zurück,

Als sie am Abend in ihr Bett klettert.

Ihre Mutter setzt sich zu ihr und stimmt wie jeden Abend Jules Lieblingslied an.

Es sei Zeit zu schlafen,

Meint die Mutter.

Bevor sie das Zimmer verlässt,

Gibt sie Jule einen Kuss und streichelt ihr sanft über die Wange.

Jule schließt die Augen und erinnert sich an den wundervollen Traum,

In dem sie mit zwei Sternlein durch den Nachthimmel geflogen war.

Und während sie sich wünscht,

Dass die Sterne sie auch heute Nacht abholen,

Da ist sie auch schon eingeschlafen.

Es dauert nicht lange und sie beginnt zu träumen.

Von den beiden Sternlein,

Die auf sie zufliegen und sie in den Himmel hinaustragen.

Jule schwebt und unter sich sieht sie die ganze Welt.

Aber etwas ist anders in diesem Traum.

Es ist nicht Nacht,

Sondern helllichter Tag.

Die Sonne scheint und kitzelt Jule so sehr in der Nase,

Dass sie dreimal laut niesen muss.

Die Sterne tragen Jule zu einem kleinen Wald und setzen sie auf einem Ast in einem hohen Baum ab.

Von dort kann Jule den ganzen Wald überblicken.

Sie sieht viele Bäume,

Welche mit Blättern und welche mit Nadeln.

Sträucher,

An denen saftige rote Beeren wachsen.

Und sie sieht einen kleinen Bach,

An dem sich ein Mühlrad dreht.

Plötzlich hört Jule etwas unter sich rascheln.

Erst erschrickt sie etwas,

Aber als sie hinabblickt,

Da entdeckt sie zu ihrer Freude einen Hasenbau,

Aus dem erst eine kurze Nase und dann ein ganzer Kopf hervorlugt.

Ein kleiner grauer Hasenkopf mit einem geknickten Ohr.

Der kleine Hasenkopf gehört dem Hasen Knickohr.

Zum ersten Mal in seinem Leben traut er sich so nah an den Ausgang des Baus.

Schon lange hatte er auf den Tag gewartet,

An dem er endlich hinaus in die Welt hoppeln kann.

Denn im Bau ist es öde,

Kalt und langweilig.

Aber da draußen,

Da,

Da muss das Glück zu finden sein.

Da ist sich der kleine graue Hase sicher.

So viele schöne Dinge gibt es dort,

Die er entdecken möchte.

Das Blau des Himmels,

Das Grün des Muses,

Den Duft der Blumen und die warmen Strahlen der Sonne.

Die hat heute so hell in den Bau hineingeschienen,

Dass der kleine Hase Knickohr nicht mehr widerstehen konnte.

Langsam und vorsichtig ist er zu dem Loch im Bau gehoppelt,

Aus dem seine Mutter immer heraushüpft,

Wenn sie auf Futtersuche geht.

Und jetzt sitzt er dort und spürt zum allerersten Mal die Sonne auf seiner kleinen grauen Hasennase.

Zuerst fühlen sich die Sonnenstrahlen nur warm an.

Dann beginnen sie auf der Hasennase zu tanzen.

Plötzlich kitzeln sie.

Erst nur an einer kleinen Stelle in der Mitte des Näschens.

Danach rund um die Hasennasen Löcher.

Und dann kitzelt und tanzt es auf der ganzen Nase.

Knickohr lacht vor Freude laut auf.

So also fühlt sich die Sonne an.

Ist das Glück,

Wenn einen die Sonne in der Nase kitzelt?

Knickohr regt seinen Kopf noch ein bisschen mehr nach draußen.

Und dann noch ein bisschen.

Und noch ein kleines,

Ein klitzekleines bisschen mehr.

Er kann gar nichts dafür.

Es ist,

Als ob die Sonne seinen Kopf nach draußen zieht.

Und dann macht Knickohr einen Hops und landet auf dem weichen,

Zarten Moos,

Das rund um den Eingang zum Hasenbau wächst.

Knickohr staunt.

So schön ist die Welt.

Viel bunter,

Als er sie sich vorgestellt hat.

Er betrachtet den Himmel.

So schön blau.

Er riecht die Blumen.

Und er spaziert auf dem weichen,

Zarten Moos entlang.

Er hört die Bienensummen.

Die Blätter,

Wie sie im Wind rascheln.

Und er lauscht dem Lied der Drossel.

Warum nur hört es sich so traurig an?

Dass die Drossel so traurig ist,

Das gefällt Knickohr überhaupt nicht.

Er beschließt,

Sie zu suchen.

Vielleicht braucht sie seine Hilfe.

Er spitzt seine kleinen,

Großen Hasenohren und lauscht.

Irgendwo da hinten vom Bach.

Da kommt das Lied her.

Da muss die Drossel sitzen.

Der kleine,

Graue Hase hoppelt dem Bach entgegen.

Je näher er kommt,

Desto schneller wird Knickohr.

Seine Beinchen fliegen und die Ohren flattern im Wind.

Ruckzuck ist er am Bach angekommen.

Ein bisschen zu ruckzuck,

Denn Knickohr läuft so schnell,

Dass er nicht mehr anhalten kann.

Da gibt es einen lauten Platsch und der kleine,

Graue,

Viel zu schnelle Hase landet kopfüber im Wasser.

Nach wenigen Augenblicken taucht der Hasenkopf wieder auf.

Knickohr rodert mit den Pfoten und treibt den Bach hinunter auf die Wassermühle zu,

Deren großes Rad sich langsam,

Aber immer fortdreht.

Jule,

Die all das von ihrem Platz im Baum aus beobachtet hat,

Hält sich vor Schreck die Hand vor den Mund.

Was kann sie schon ausrichten,

Hier oben vom Baum aus,

Um dem kleinen,

Grauen Hasen zu helfen?

Hinunterspringen?

Geht nicht.

Dafür ist der Baum viel zu hoch.

Klettern?

Das traut Jule sich nicht.

Außerdem würde es zu lange dauern,

Bis sie unten wäre.

Jule will schon laut nach Hilfe rufen,

Als sie sich mit einem Mal an das Lied aus dem Kindergarten erinnert.

Das,

Indem ein Hasenkind in einen Bach fällt und sich rettet,

Weil es sich am Mühlrad festhält.

Sie holt tief Luft und dann singt Jule,

So laut sie kann und hofft,

Dass der kleine,

Graue Hase sie hört.

Knickohr treibt immer noch hilflos im Wasser,

Als er aus der Ferne eine Melodie hört.

Es ist nicht das Lied der Drossel,

Sondern ein ganz anderes.

Es kommt aus einem der Bäume hinter ihm.

Er kennt das Lied.

Sein Vater hat es ihm viele Male vorgesungen und jetzt weiß Knickohr auch,

Was zu tun ist.

Er muss nur ein klein wenig mit den Pfoten paddeln und dann bekommt er das Mühlrad zu packen.

Mit den Beinchen hält er es fest umklammert und lässt sich auf dem Rad wie in einem Fahrstuhl nach oben bringen.

An der höchsten Stelle angekommen,

Nimmt Knickohr all seinen Mut zusammen.

Er macht einen weiten Hops und landet in einer Grube im Gras.

Das war ganz schön aufregend und er hat auch ein bisschen Glück gehabt.

Ist das Glück,

Wenn im rechten Moment ein Mühlrad da ist,

Um einen aus dem Wasser zu ziehen?

Während der kleine nasse Hase noch darüber nachdenkt,

Spürt er plötzlich einen stechenden Schmerz in der Pfote.

Knickohr ist bei seinem Sprung in etwas Spitzem gelandet.

Ein kleiner Stein steckt in seiner Pfote.

Es tut fürchterlich weh und Knickohr weiß nicht,

Was er tun soll.

So kann er nicht nach Hause hoppeln.

Dicke Tränen kullern über seine Wangen und er schluchzt laut vor sich hin.

Da kommt ein Vogel auf ihn zugeflogen.

Es ist die traurige Trossel,

Die sich neben Knickohr in die Grube setzt.

Sie fragt,

Was denn geschehen ist und warum der kleine Hase weint.

Knickohr erzählt der Trossel,

Wie er sie gesucht hat,

Weil sie so traurig klang,

Wie er ins Wasser gefallen ist und wie er sich am Mühlrad festgehalten hat und wie er dann bei seinem Hops ins Gras in diesem spitzen Stein gelandet ist.

Die Trossel schaut sich die Pfote an und mit ihrem langen Schnabel gelingt es ihr nach einigen Versuchen,

Den Stein vorsichtig herauszuziehen.

Als sie ihn vor Knickohr ablegt,

Beginnen ihre Augen zu glänzen,

Denn das,

Was in Knickohrs Pfote steckte,

Ist kein Stein.

Es ist ein Kristall,

Der jetzt,

Da er in der Sonne liegt,

Funkelt und glitzert,

Als sei er ein Stern am Nachthimmel.

Knickohr kann sich an all dem nicht erfreuen,

Denn seine Pfote schmerzt noch immer.

So kann er nicht nach Hause hoppeln.

Das sieht auch die Trossel.

Knickohr soll sich ausruhen und auf sie warten,

Meint sie,

Bevor sie sich umdreht und in den Wald davonfliegt.

Es dauert eine Weile,

Bis die Trossel zurückkommt.

Im Schnabel hält sie ein großes Blatt.

Es ist das Blatt einer Heilpflanze.

Das wickelt sie Knickohr um die verwundete Pfote und nach nur wenigen Augenblicken hört die auf zu schmerzen.

Es ist wie ein Wunder,

Die Pfote ist von einem auf den anderen Moment geheilt.

Kein Aua mehr,

So als hätte er sich nie verletzt.

Da hat Knickohr aber Glück gehabt.

Ist das Glück,

Wenn im rechten Moment eine Trossel kommt und eine schmerzende Pfote heilt?

Während Knickohr noch darüber nachdenkt,

Gibt die Trossel ihm einen Schubs.

Er soll jetzt schnell nach Hause laufen und er soll seinen Kristall nicht vergessen.

Darauf muss er gut aufpassen,

Denn er ist sehr wertvoll.

Mit einem großen Satz hüpft Knickohr aus der Grube und hoppelt so schnell er kann in Richtung Hasenbau.

Er hat schon ein weites Stück des Weges geschafft,

Als er hört,

Dass die Trossel wieder begonnen hat zu singen.

Knickohr bleibt stehen und spitzt die langen Hasenohren,

Die er aber sofort enttäuscht wieder hängen lässt.

Wie schade,

Die Trossel singt noch immer ihr trauriges Lied.

Das darf nicht sein,

Denkt sich Knickohr.

Die Trossel war so gut zu ihm und er hat sie noch nicht einmal gefragt,

Warum sie so traurig ist.

Jetzt ist es an der Zeit,

Ihr zu helfen.

Knickohr zögert nicht eine Sekunde und flitzt zurück und als er sie dort am Rand der Grube sitzen sieht,

Wie sie ihr trauriges Lied singt,

Da weiß Knickohr mit einem Mal,

Wie er die Trossel glücklich macht.

Er drückt ihr ohne ein weiteres Wort den Kristall in die Federn.

Da gluckst die Trossel vor Freude laut auf,

Ein Geschenk und dazu noch solch ein schönes.

Doch bevor sie sich bei dem kleinen grauen Hasen bedanken kann,

Ist der auch schon davon gehoppelt,

Schnell wie der Wind.

Er ist schon fast zu Hause angekommen,

Da hört er,

Dass die Trossel wieder singt.

Aber es ist kein trauriges Lied mehr.

Nein,

Sie singt die schönste und fröhlichste Melodie,

Die die kleinen grauen Hasenohren je gehört haben.

Er hat es geschafft,

Die Trossel ist nicht mehr traurig.

Da bekommt Knickohr ein ganz warmes Gefühl.

Erst nur rund um das Herz,

Dann wird das Gefühl immer größer und wärmt den Hasenbauch.

Danach kriecht es weiter ganz warm hinein in die Hasenbeine,

In die Pfoten,

Ins Gesicht und sogar bis in die Spitzen der kleinen langen Hasenohren.

Der ganze kleine graue Hase ist voll mit dem herrlich warmen Gefühl.

Das muss Glück sein.

Er hat es gefunden,

Das Glück.

Er ist glücklich,

Weil er die Trossel glücklich gemacht hat.

So einfach ist das mit dem Glück.

Und dann macht Knickohr zwei,

Drei große Sätze und springt zurück in den Hasenbau.

Jule,

Hoch oben im Baum,

Klatscht vor Freude in die Hände.

Was für ein wunderbarer Traum!

Und jetzt weiß auch sie,

Was Glück ist.

Es stimmt nicht,

Was Opa sagt.

Apfelstreuselkuchen zu essen,

Ist nicht das größte Glück auf Erden.

Aber einen Apfelstreuselkuchen für andere zu backen,

Das ist Glück.

Und plötzlich versteht Jule,

Warum Oma beim Backen immer so fröhlich vor sich hin pfeift.

Jule träumt sich in ihr Bett zurück.

Morgen früh wird sie darin erwachen und sich an einen herrlichen Traum erinnern.

Sie ist geflogen,

Hat einen kleinen grauen Hasen gesehen und sie hat erfahren,

Was Glück ist.

Aber bis dahin vergeht noch eine ganze Nacht,

In der Jule tief und fest schläft.

Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Mädchens.

Wovon Jule wohl jetzt gerade träumt?

© 2026 Wolkenzauber - Traumreisen für Kinder | Nina Heck. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 35 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else