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Die kleine Raupe & die große Verwandlung | Sanfte Geschichte

by Wolkenzauber - Traumreisen für Kinder | Nina Heck

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Meditation
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Kinder
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Eine ruhige Einschlafgeschichte über eine kleine Raupe, die lernen darf, dass Veränderungen zwar seltsam erscheinen mögen und trotzdem etwas Schönes entstehen kann. Mit sanften Bildern, warmem Frühlingslicht und einer beruhigenden Atmosphäre begleitet diese Geschichte Kinder ab etwa 3 Jahren entspannt in den Abend. Musik von RelaxingTime via Pixabay

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Die kleine Raupe und die große Verwandlung Es war ein warmer Tag im Mai.

Der Busch am Rande der Wiese war voller junger Blätter.

Sie waren weich und hell und noch ein wenig durchscheinend im Licht der Sonne.

Wenn der Wind kam,

Bewegten sie sich leise,

Als würden sie sich gegenseitig etwas zuflüstern.

Auf einem dieser Blätter lag eine kleine Raupe.

Sie hatte sich dort einen Platz gesucht,

Der gut war.

Das Blatt war groß genug,

Um darauf zu liegen,

Und es hing geschützt im Inneren des Busches.

Der Wind erreichte sie kaum,

Und die Sonne fand trotzdem ihren Weg zu ihr.

Die kleine Raupe fraß ein kleines Stück vom Rand des Blattes.

Dann legte sie sich hin und ruhte.

So war es jeden Tag.

An manchen Tagen musste sie sich ein neues Blatt suchen.

Dann,

Wenn sie zu viel von ihrem Blatt abgefressen hatte,

Dass sie nicht mehr genug Platz darauf fand.

Aber weit hatte sie nie krabbeln müssen,

Oft nur bis zum nächstgelegenen Nachbarblatt.

Ja,

Sie war noch nicht weit gekommen in ihrem Leben.

Aber das störte die kleine Raupe nicht.

Hier in ihrem Busch fand sie alles,

Was sie brauchte.

Plötzlich bemerkte die kleine Raupe einen Schatten über sich.

Kurz erschrak sie und fürchtete,

Es könnte ein Vogel sein,

Der sie fressen wollte.

Aber dann erkannte sie zu ihrer Erleichterung,

Dass es ein Schmetterling war,

Der sich auf dem Zweig über ihr niedergelassen hatte.

Er saß ganz still da,

Die Flügel halb geöffnet,

Als würde er sich in der Sonne ausruhen.

Seine Flügen waren hell,

Fast durchsichtig an den Rändern,

Und sie bewegten sich ganz leicht im Wind.

Die kleine Raupe hatte schon einmal einen Schmetterling gesehen,

Von unten,

Weit weg,

Aber noch nie so nah.

Der Schmetterling sah sie an.

Nicht lange,

Nur einen Moment.

Dann sagte er ruhig,

Du bist spät dran.

Die kleine Raupe verstand nicht und fragte etwas unbeholfen,

Wer ich?

Ja,

Du,

Erwiderte der Schmetterling knapp,

Aber freundlich.

Und er wiederholte seine Worte von vorhin,

Du bist spät dran.

Womit?

Fragte die kleine Raupe.

Der Schmetterling neigte den Kopf ein wenig,

Als hätte er diese Frage erwartet.

Mit dem,

Was als nächstes kommt.

Die kleine Raupe sah ihn an.

Sie verstand kein Wort,

Womit war sie spät dran,

Und woher wollte dieser Schmetterling das überhaupt wissen?

Was verstand er schon vom Leben einer Raupe,

Er,

Der schillernd schön von einer Blume zur nächsten flog?

Was wusste er schon davon,

Wie es war,

Auf einem kleinen grünen Blatt zu leben?

Ja,

Sie mochte ihren Busch und ihr Leben,

Aber manchmal,

Manchmal,

Da träumte sie heimlich davon,

Wie die Welt außerhalb ihres Busches wohl aussehen mochte.

Du verstehst nicht,

Wovon ich spreche,

Nicht wahr?

Fragte der Schmetterling.

Ja,

Wie solltest du es auch verstehen?

Ich habe es damals genauso wenig verstanden,

Als ich noch eine Raupe war wie du.

Die kleine Raupe sah den Schmetterling überrascht an.

Wollte er sie etwa auf den Arm nehmen?

Aber er sah doch eigentlich sehr nett aus,

Und so fragte die kleine Raupe leise.

Du,

Du warst einmal eine Raupe?

Der Schmetterling nickte.

Und auch du wirst dich verändern.

Lass es einfach zu,

Und etwas Wunderbares wird dir widerfahren,

Aber warte nicht zu lange.

Noch bevor die kleine Raupe etwas sagen konnte,

Spannte der Schmetterling seine Flügel aus,

Die in der untergehenden Sonne golden glänzten,

Und flog davon.

Die kleine Raupe schaute dem Schmetterling noch lange nach.

Viele Gedanken kreisten durch ihren kleinen Raupenkopf.

Was hatte der Schmetterling ihr sagen wollen?

Sie solle etwas geschehen lassen?

Aber was?

Zum Abendessen biss die kleine Raupe nur zwei,

Drei Mal in ihr Blatt.

Sie fühlte sich mit einem Male so prall und voll,

Dass einfach nichts mehr in sie hineinpassen wollte.

Und richtig bewegen konnte sie sich auch nicht mehr.

Plötzlich fühlten sich ihre Beine und ihr langer Bauch furchtbar steif an.

Also beschloss sie,

Es für heute gut sein zu lassen,

Und rollte sich auf ihrem Blatt ein,

Auf dem sie sich sicher fühlte.

Aber trotz der Müdigkeit konnte sie nicht still liegen.

Sie wälzte sich von rechts nach links und dann wieder andersherum.

Es wurde Nacht und es wurde wieder Morgen,

Und die kleine Raupe lag noch immer eingerollt auf ihrem Blatt.

Und obwohl sie nichts gefressen hatte,

Fühlte sie sich dick und rund,

Und bewegen konnte sie sich jetzt überhaupt nicht mehr.

Es war,

Als hätte sie jemand eng in eine dicke Decke eingerollt.

Der Tag verging.

Dann noch einer.

Und am dritten Tag,

Da war plötzlich alles anders.

Die dicke Decke,

Die die kleine Raupe um sich herum gespürt hatte,

Begann sich zu lösen.

Nicht schnell,

Nein,

Es dauerte viele Stunden,

In denen die Raupe nicht wusste,

Was nun mit ihr geschah.

Und dann,

Plötzlich,

War sie frei und leicht,

Und sie hatte große Lust auf ein saftiges Stück Blattgrün.

Gerade wollte sie loskrabbeln,

Als sie bemerkte,

Dass sie gar nicht mehr so viele kleine Beine hatte.

128 waren es gewesen,

Denn sie hatte sie eines Tages gezählt.

Irgendetwas an ihrem Körper war anders.

Da waren jetzt lange Beine.

Sechs lange,

Dünne Beine.

Und was war das da an ihrem Rücken?

Sie drehte leicht den Kopf,

Und dann erblickte sie sie.

Flügel,

Sie hatte Flügel,

Große Flügel,

Die im Licht der Sonne goldenglänzten.

Vorsichtig breitete sie sie aus und bewegte sie ganz langsam,

Nur ein wenig.

Als über ihr ein Schatten erschien,

Der Schmetterling,

Der sie neulich besucht hatte,

War wieder da.

Ich wusste,

Dass du es schaffst,

Rief er vergnügt.

Jetzt bist du einer von uns.

Los,

Flieg,

Kleiner Schmetterling,

Trau dich und flieg.

Da verstand die kleine Raupe,

Dass sie gar keine Raupe mehr war.

Und sie verstand auch,

Was der Schmetterling gemeint hatte,

Als er vor ein paar Tagen zu ihr gesagt hatte,

Sie würde sich verändern.

Oh ja,

Sie hatte sich verändert.

Die kleine Raupe,

Die nun keine Raupe mehr war,

Lächelte,

Spannte die goldenen Flügel aus und flog davon.

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