
Die flüsternden Zauberblumen | Traumreise für Kinder
In dieser Einschlafgeschichte entdeckt Susa eine bunte Blumenwiese. Zwischen Grashalmen und Schmetterlingen begegnet sie Blumen, die ihr kleine Geschichten zuflüstern – von einem Wal im Ozean, einer Freundin in der Wüste und einer goldenen Libelle. Die ruhige Erzählung regt die Fantasie an, schafft eine liebevolle Atmosphäre und begleitet Kinder sanft in den Schlaf. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren und alle anderen, die sich gerne verzaubern lassen. Musik von DormatiStudio.
Transkription
Es war einer dieser Tage,
An denen alles still zu lauschen schien.
Die Sonne stand warm über der Wiese und ein leichter Wind strich durch die Halme.
Mit nackten Füßen ging Susa durch das hohe Gras.
Die Stängel berührten zart ihre Zehen,
Ein Kitzeln,
Das sie zum Lächeln brachte.
Ein Schmetterling setzte sich auf ihren Arm,
Blieb einen Moment lang still und flatterte dann wieder davon.
Susa hob den Kopf und sah,
Wie sich am Himmel kleine helle Wolken sammelten,
Wie lose verstreute Wattebäusche.
Der Wind trug den Duft von Sommer mit sich,
Ein bisschen nach Honig,
Ein bisschen nach Erde.
Die Blumen wiegten sich sanft hin und her.
Susa breitete die Arme aus und drehte sich im Kreis.
Schneller und schneller und noch ein bisschen schneller.
Dabei sang sie und lachte und plumpste vor lauter Schwindel ins Gras.
Einen Moment blieb sie einfach liegen und atmete tief durch.
Dann erblickte sie die große blaue Blume neben sich.
Ihre Blütenblätter schimmerten beinahe durchsichtig,
Wie aus feinem Glas.
Und als ihr Atem ruhiger wurde,
Da vernahm Susa ein leises Flüstern.
Es kam von der blauen Blume.
Sie erzählte von einem riesigen Wal tief unten im Ozean,
Der so schön singen konnte,
Dass selbst die kleinsten Fische innehielten,
Um zu lauschen.
Susa folgte still der Geschichte.
Dann stand sie auf und ging weiter,
Bis sie auf eine leuchtend rote Blume traf.
Sie hatte zarte,
Samtige Blätter,
Eine Mondblume und auch sie flüsterte.
Sie erzählte von einer Freundin,
Die sich in der Wüste aus dem warmen Sand grob und der Hitze trotzte,
Weil sie das Licht so sehr liebte.
Susa lächelte.
Und dann kam sie zu einer gelben Blume.
Ihre Blüten glänzten im Licht der Sonne wie kleine Sterne.
Auch sie hatte etwas zu erzählen.
Von einer goldenen Libelle,
Die überall dort auftauchte,
Wo jemand Trost brauchte.
Manchmal nur für einen kurzen Augenblick,
Dann war sie schon wieder fort.
Ein schimmernder Punkt im Sonnenlicht.
Susa setzte sich ins Gras.
Die Wiese war voller Stimmen,
Voller Farben und voller Geschichten.
Sie blieb noch lange dort sitzen,
Ganz still.
Erst als die Sonne langsam unterging,
Stand sie auf.
Sie ging den kleinen Pfad zurück,
Leichtfüßig und voll mit schönen Geschichten.
Und morgen,
Das nahm sie sich fest vor,
Würde sie wiederkommen.
Denn sie war viel zu gespannt,
Welche Geschichten die violette Orchidee und die kleinen Buschdornröschen ihr noch erzählen wollten.
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