10:24

#9 Yoga und Depression - Teil 2

by YOGASTRONG mit Alexa Katharina

rating.1a6a70b7
Bewertet
4.3
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
322

Wie wirkt sich eigentlich Yoga auf Depressionen aus? Kann ich denn Yoga machen, wenn ich Depressionen habe? Und ab wann ist eine Depression eigentlich eine Depression oder habe ich vielleicht "nur" eine depressive Verstimmung? Ich habe dem Experten in Sachen Depression und Psychotherapie Ole Denzler in meinem Podcast zu Gast und stell ihm all diese Fragen!

Transkription

Yoga Stroke,

Dein Podcast für Yoga und mentale Gesundheit.

Mein Name ist Alexa Katharina und das hier ist Teil Nummer zwei unserer Folge Yoga und Depressionen.

Ole Denzler ist in der Psychotherapie tätig und ist heute wieder bei mir zu Gast.

Letztes mal haben wir ja schon besprochen wie positiv sich Yoga auf Menschen mit Depressionen auswirken kann.

Ole,

Dann könnte man jetzt sagen,

Okay dann mache ich überhaupt gar keine Therapie,

Sondern mache einfach nur Yoga.

Was sagst du dazu?

Ja,

Also das halte ich für keine gute Idee.

Eine Depression ist wie gesagt eine psychische Störung,

Das heißt das unterscheidet sich schon deutlich von dem Alltagsverstimmt sein,

Gereizt sein,

Schlecht drauf sein und der deutliche Unterschied ist der unterschiedlichen Antrieb.

Und ich würde sagen,

Jemand der Depressionen hat,

Der würde das nicht unbedingt durchhalten.

Also wenn jemand Depressionen hat und sag ich mal wöchentlich sich trotzdem aufhabt zum Yoga zu gehen,

Ist würde ich sagen eine super Sache.

Es kann aber sein,

Dass zugrunde liegende Probleme noch nicht geklärt sind,

Was das Yoga dann einfach nicht so profitabel macht.

Ein Beispiel ist ein Leistungsanspruch.

Ganz viele Menschen,

Die Depressionen haben,

Die legen an all die Dinge,

Die sie tun,

Einen Leistungsanspruch.

Das heißt,

Wenn ich irgendwie was schaue,

Dann muss ich was schauen,

Was mir was bringt.

Wenn ich Sport mache,

Muss ich Sport machen,

Der mir was bringt.

Sie versehen jede Aktivität,

Die sie tun,

Mit so einer Leistungskomponente.

Und ich glaube,

Solange jemand nicht versteht,

Dass das dazu führt,

Dass die Störung aufrechterhalten wird und man immer erschöpfter wird eigentlich dadurch,

Der wird vom Yoga nicht profitieren.

Jemand,

Der sagt,

Okay ich merke,

Ich habe einen Leistungsanspruch und ich versuche das jetzt mal so stehen zu lassen und nicht mit Leistung an Yoga jetzt zum Beispiel ranzugehen,

Der wird davon viel mehr profitieren.

Das ist ein ganz interessanter Ansatz,

Den ich auch immer in meinen Yogastunden sage,

Nämlich,

Dass man sich nicht vergleichen soll.

Dass man heute mal vielleicht einen guten Tag haben kann,

Aber auch einen schlechten Tag und dass man seinen Körper dann genauso annehmen sollte,

Wie er eben gerade ist.

Habe ich das dann richtig verstanden,

Dass man erst,

Wenn man einen gewissen Grad einer Depression hat,

Die Therapie machen sollte und anschließend vielleicht dann das Ganze mit Yogatherapie ausbauen kann?

Also ich würde sagen,

Wenn eine Depression tatsächlich vorliegt,

Ist es immer eine gute Idee,

Zu einem Therapeuten zu gehen,

Das abzuklären und zu schauen,

Ob man da therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen will.

Also sinnvoll ist es wahrscheinlich,

Parallel zur Therapie in Yoga zu gehen oder sich da die Aktivitäten aufzubauen und dann besteht ja auch immer wieder die Möglichkeit,

Das mit dem Therapeuten rückzusprechen,

Wenn es während der Therapie läuft.

Wie geht es mir dabei?

Was für Gedanken gehen mir durch den Kopf?

Tut mir das gut?

Günstig ist es natürlich auch nach der Therapie.

Wir Therapeuten nennen das Rezidivprophylaxe.

Prophylaxe kennen wahrscheinlich viele vom Zahnarzt.

Also irgendwie so ein Schutz auch nach der Therapie.

Da ist es immer günstig,

Weiter an regelmäßigen Sportbewegungen,

Entspannung zu bleiben,

Solche Dinge in der Regelmäßigkeit zu machen.

Das bietet sich auf jeden Fall an.

Ich habe auch ganz viele Hörer bzw.

Follower auf Instagram,

Die mir dann schreiben und sagen,

Hey Alexa,

Ich bin in einer depressiven Phase.

Kann ich denn da jetzt gleich mit anfangen?

Und dann rate ich auch immer allen,

Dass sie erst mal diesen Schritt der Therapie gehen sollten und dann anschließend die Yogatherapie in Anspruch nehmen können.

Das heißt,

Das sind zwei verschiedene Sachen.

Zum einen ist das die Therapie,

In der ich aufarbeite,

Warum bin ich so,

Wie ich bin?

Warum reagiere ich so?

Warum bin ich in der Depression?

Und vor allem,

Was ist das überhaupt?

Da geht es auch ganz viel um Verstehen und um Aufarbeitung und dann zu gucken,

Wie komme ich denn damit klar?

Wie kann ich denn mein Verhalten anpassen,

Dass es mir besser geht?

Yogatherapie kommt dann sozusagen danach oder wie Ole gesagt hat,

Eben vielleicht sogar schon parallel und die Yogatherapie hilft mir dann,

Mich selbst in meinem Körper wohl zu fühlen,

Mich selbst ein bisschen mehr wahrzunehmen,

Vielleicht an meiner Ausstrahlung zu arbeiten,

An meinem Glücklichsein zu arbeiten,

Emotionale Blockaden,

Die sich einfach noch im Körper befinden,

Zu lösen und das kommt eben alles erst nach der wirklichen Therapie.

Habe ich das so richtig gesagt,

Ole?

Ja,

Absolut.

So würde ich das auch empfehlen.

Ole,

Du bist ja auch im Bereich Traumatherapie.

Was machst du denn da genau?

Also eine Traumatherapie kann ganz unterschiedlich sein.

Es gibt Menschen,

Die hatten einen Autounfall und dadurch einen Trauma.

Es gibt Menschen,

Die haben Gewalt erfahren,

Dadurch einen Trauma oder Naturkatastrophen erlebt und waren eben in irgendwie lebensbedrohlichen Zuständen und das setzt sich dann so ein bisschen fest in einem.

Die Therapie sieht oft,

Wenn man es jetzt vielleicht mal in ein,

Zwei Sätzen beschreiben würde,

Oft versucht man eben den Patienten wieder damit zu konfrontieren mit den Inhalten,

Die er jetzt gerade wegschiebt,

Weil die eben so lebensbedrohlich waren.

Aber dieses Wegschieben verursacht eben enorme Kosten.

Also die Menschen sind dann oft dauerhaft wachsam,

Angespannt,

Haben eben die ganze Zeit dieses Wiedererleben und durch das Wegschieben machen sie das eigentlich eher schlimmer.

Das heißt,

Das Ziel von der Therapie ist das Konfrontieren.

Ole,

Gerade das,

Was ich ja beim Yoga mache,

Ist,

Dass ich die emotionalen Blockaden im Körper,

Das heißt,

Wenn ich mal eine mentale Schwierigkeit hatte,

Zum Beispiel ein Trauma oder eine Depression,

Dann ist das ja alles im Körper verankert.

Das heißt,

Bei mir war das sehr früh in der Kindheit und genau dieses Trauma habe ich noch lange Zeit in meinem Körper gespürt,

Zum Beispiel durch Verspannungen an bestimmten Stellen und körperliche Übungen konnte ich das eben lindern.

Was sagst du zu dieser Yoga-Therapie eigentlich als Psychotherapeut?

Ein Haltungswechsel oder Arbeiten am Körper.

Ich habe ja vorhin irgendwie schon gesagt,

Körper und Geist zu trennen,

Das ist eigentlich gar nicht mehr,

Das macht eigentlich niemand mehr heutzutage,

Würde ich sagen.

Dass es da eben einen ganz klaren Beeinfluss gibt von Körper auf Geist und umgekehrt oder dass man das fast gar nicht voneinander wegdenken kann,

Ist heute eigentlich so das Wissen,

Das jeder hat.

Es gibt ganz viele Beispiele in der Therapie,

Wo man durch Haltungswechsel verschiedene Gefühle verstärkt und versucht auch auszuhalten.

Ein ganz typisches Beispiel,

Was mir da einfällt,

Ist zum Beispiel in der sozialen Phobie,

Wo es auch viel um Scham geht und Scham,

Das kennt ja jeder,

Dass eine schamhafte Haltung einnehmen,

Das würde,

Glaube ich,

Jeder im FF hin bekommen und die Menschen aus dieser schamhaften Haltung rauszuholen,

Ist zum Beispiel auch eine Übung.

Die ist dann auch wieder sehr konfrontierend und die Menschen finden es sehr unangenehm,

Wenn man Scham erlebt,

Blickkontakt herzustellen,

Aufrecht zu stehen,

Das auszuhalten und machen da auch viele Erfahrungen,

Dass es eben doch geht und dass man dann doch eben aufrecht stehen kann irgendwie und diese Scham auch besiegen kann.

Mein Account beziehungsweise das,

Was ich ja sehr sehr mag,

Ist die Verbindung von Yoga und Depression.

Was sagst du dazu allgemein zu Yoga und Depression?

Also was ich an Yoga sehr günstig finde,

Ist einmal natürlich die Bewegung und irgendwie auch die ausgeglichene Bewegung,

Zumindest habe ich das immer so kennengelernt,

Dass man sich nicht überlastet,

Dass man alles sehr gefühlvoll und fließend macht und mit das Wichtigste finde ich an Yoga die Atmung,

Also eben dieses Achten auf das Atmen.

Ganz viele Menschen,

Die ich beobachte,

Die atmen falsch,

Die sind kurzatmig,

Atmen nicht im Bauch und das macht ganz viel mit unserem Körper,

Also unser Nervensystem reagiert auch zur Kurzatmung und denkt eigentlich,

Wir sind im Dauerstress und das finde ich super,

Dass im Yoga auf die Atmung geachtet wird,

Dass man da gleichmäßig tief atmet,

Dass da Entspannung auch ein wichtiger Teil ist,

Das ist alles wichtig bei Depressionen.

Vielen vielen Dank Ole für deine Zeit und deine wirklich so informativen und hilfreichen Antworten.

Ich freue mich vor allem auch,

Dass du aus psychotherapeutischer Sicht viele Dinge genauso siehst,

Wie ich als Yogalehrerin.

Wichtig ist es,

Dass man unterscheidet Therapie und Yoga.

Eine Therapie kommt meistens vor dem Yoga,

Manchmal auch während es,

Wenn der Therapeut eben dazu zustimmt.

Ansonsten,

Wenn du denkst oder weißt,

Dass du unter einer psychischen Störung oder Krankheit leidest,

Dann wende dich bitte an einen Psychotherapeuten.

Wenn du merkst,

Dass du oft im Stress bist und manchmal mit inneren Unruhen zu kämpfen hast,

Dann ist Yoga vielleicht genau das Richtige für dich.

Vielleicht hast du schon von meiner Yoga Strong Kickstart Challenge gehört.

Hier kannst du mit mir drei Tage lang Yoga und Meditation üben.

Diese Challenge ist genauso gut für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene geeignet.

Ich habe dir den Link zur Anmeldung in den Show Notes verlinkt.

Diese Challenge ist vollkommen kostenlos.

Ich würde mich freuen,

Wenn wir uns sonst in Instagram sehen.

Mein Name ist Alexa-Katharina.

Schreib mich da gerne an.

Wir hören uns nächste Woche wieder.

Bis bald und Namaste.

4.3 (6)

Neueste Bewertungen

Ulli

January 13, 2020

Danke 🙏🏻 😊

© 2026 YOGASTRONG mit Alexa Katharina. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 34 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else