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Selbstfürsorge aus yogischer Sicht Teil 1

by Stefanie Busch

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In der yogischen Philosophie beginnt Selbstfürsorge nicht im Außen, sondern in deiner inneren Haltung – in der Art, wie du mit dir selbst sprichst und umgehst – in deinen Gedanken, in deinem inneren Dialog und in deinen täglichen Entscheidungen. Vielleicht kennst du diese inneren Stimmen: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich müsste mehr leisten.“ „Ich hätte das besser machen sollen.“ Diese Gedanken wirken oft subtil, haben aber eine starke Wirkung. Sie entfernen dich von dir selbst und stehen echter Selbstfürsorge im Weg. Yogische Selbstfürsorge bedeutet, bewusst wahrzunehmen, wohin deine Energie fließt. Was nährt dich wirklich – körperlich, mental und emotional? Selbstfürsorge bedeutet nicht, perfekt zu sein. Sondern dir selbst immer wieder mit Freundlichkeit zu begegnen. Bild von Dmitry Rodionov auf Pixabay

Transkription

Zum Thema Selbstfürsorge gibt es natürlich unzählige Ratgeber und Tipps.

Ernähre dich gut,

Schlafe ausreichend,

Bewege dich regelmäßig,

Reduziere deinen Handykonsum und nimm dir kleine Pausen im Alltag.

All das ist wichtig und gleichzeitig möchte ich dich heute einladen,

Noch einen Schritt tiefer zu gehen,

Dorthin,

Wo Selbstfürsorge wirklich beginnt,

An die Wurzel.

Herzlich willkommen zur heutigen Folge,

In der geht es um Selbstfürsorge aus yogischer Sicht,

Ahimsa und Selbstfreundlichkeit.

Als Yogini betrachte ich Selbstfürsorge aus einer etwas anderen Perspektive,

Aus der yogischen Philosophie.

Dort wird Selbstfürsorge nicht als extra gesehen,

Sondern als Grundlage für ein erfülltes Leben.

Und vielleicht hast du schon einmal vom achtgliedrigen Pfad des Yoga von Patanjali gehört.

Ein zentraler Begriff daraus ist Ahimsa.

Ahimsa bedeutet übersetzt Gewaltlosigkeit.

Und vielleicht denkst du jetzt,

Ja klar,

Ich bin noch nicht gewalttätig,

Was hat das mit mir oder mit Selbstfürsorge zu tun?

Doch Ahimsa geht viel tiefer.

Es bedeutet nicht nur,

Anderen gegenüber gewaltlos zu sein,

Sondern auch dir selbst.

Ahimsa ist im Kern Liebe.

Eine liebevolle Haltung in deinen Gedanken,

Deinen Worten und deinem Handeln.

Und genau hier beginnt Selbstfürsorge in meinen Augen.

Ich habe für mich ein Wort gefunden,

Das in diesem Kontext Ahimsa noch ein bisschen greifbarer macht und das ist die Selbstfreundlichkeit.

Spür da einmal kurz hinein,

Wie fühlt sich dieses Wort für dich an?

Selbstfreundlich.

Wenn wir beginnen,

Freundlich mit uns selbst zu sein,

Machen wir einen riesigen Schritt.

Denn dann entsteht ganz natürlich der Impuls,

Ich sorge gut für mich.

Doch oft ist genau das die Herausforderung.

Wenn wir anfangen,

Uns wirklich ehrlich zu beobachten,

Uns zuzuhören,

Unsere Gedanken wahrzunehmen,

Dann entdecken wir manchmal etwas Überraschendes.

Dass wir mit uns selbst gar nicht wirklich so freundlich sind.

Vielleicht kennst du Gedanken wie,

Ich bin nicht gut genug.

Ich hätte das besser machen können.

Warum kriege ich das nicht hin?

Andere schaffen das doch auch.

Oder diese kleinen scheinbar harmlosen Sätze im Alltag,

Stell dich nicht so an,

Reiß dich zusammen.

Das war jetzt echt dumm.

Wenn du ehrlich bist,

Wie oft sprichst du so mit dir?

Und jetzt stell dir eine wichtige Frage.

Würdest du so mit einem Menschen sprechen,

Den du magst oder vielleicht sogar liebst?

Wahrscheinlich nicht.

Und genau hier liegt der Schlüssel.

Selbstfürsorge beginnt nicht bei der nächsten Yoga-Session,

Nicht beim perfekten Essen oder der nächsten Auszeit.

Selbstfürsorge beginnt in dem Moment,

In dem du dir selbst freundlich begegnest.

In dem du aufhörst,

Dich innerlich klein zu machen und beginnst,

Dich zu unterstützen.

Das bedeutet nicht,

Dass du alles gutheißen musst.

Es geht nicht darum,

Dich zu beschönigen.

Es geht darum,

Dir mit Verständnis zu begegnen.

Mit Mitgefühl,

Empathie,

Mit Geduld.

So wie du es bei einem guten Freund oder einer Freundin tun würdest.

Und vielleicht magst du heute einmal eine kleine Übung ausprobieren.

Du beobachtest deine Gedanken,

Ganz ohne Bewertung.

Und jedes Mal,

Wenn du merkst,

Dass du hart zu dir bist,

Halte kurz inne und frage dich,

Wie könnte ich in diesem Moment freundlicher mit mir sprechen?

Vielleicht wird daraus,

Ich gebe mein Bestes,

Ich darf Fehler machen,

Ich bin auf meinem Weg.

Das ist Ahimsa im Alltag.

Das ist gelebte Selbstversorge.

Und vielleicht beginnst du genau hier eine neue Beziehung zu dir selbst.

Eine Beziehung,

Die nicht auf Druck basiert,

Sondern auf Freundlichkeit.

Vielleicht fragst du dich jetzt,

Wie kann ich das konkret in meinem Alltag integrieren?

Im Yoga bedeutet Selbstversorge nämlich noch mehr.

Yoga heißt,

Übersetzt Verbindung.

Verbindung zu dir selbst.

Achtsamkeit und die bewusste Begegnung mit dir selbst,

Immer wieder aufs Neue.

Selbstversorge aus yogischer Sicht beginnt oft mit einem einfachen inneren Satz.

Ich darf heute gut für mich sorgen.

Und dann geht es einen Schritt weiter.

Es bedeutet,

Bewusst wahrzunehmen,

Wohin deine Energie fließt.

Was nährt dich wirklich?

Und dabei geht es nicht nur um gesunde Lebensmittel.

Es geht genauso um deine Gedanken,

Um dein Umfeld,

Um die Menschen,

Mit denen du dich umgibst.

Um die Inhalte,

Die du konsumierst,

Wie Nachrichten,

Social Media,

Gespräche,

All das ernährt dich auf einer tieferen Ebene.

Und deshalb darfst du dich fragen,

Was tut mir wirklich gut und was eher nicht.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist,

Dir deiner eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden.

Und vielleicht verändert sich dadurch auch deine innere Haltung.

Weg von,

Ich sollte das tun,

Weil es gesund ist.

Oder es wäre sinnvoll.

Und hinzu Sätze wie,

Ich mache das,

Weil ich es wert bin.

Nicht,

Weil du funktionieren musst,

Sondern weil du dir wichtig bist.

Und genau hier liegt ein ganz entscheidender Punkt.

Viele Menschen verwechseln das Vergängliche mit echtem Glück.

Erfolg,

Konsum,

Kurzfristige Belohnungen.

Vielleicht kennst du das Gefühl,

Ich tue mir jetzt etwas Gutes und kauf mir etwas.

Und ja,

Das kann sich im Moment gut anfühlen,

Aber echte Selbstfürsorge geht tiefer.

Ein paar neue Schuhe sind kein Problem,

Aber sie ersetzen nicht das,

Was du wirklich brauchst.

Wahre Selbstfürsorge bedeutet,

Dich ehrlich zu fragen,

Was nährt mich langfristig?

Was erfüllt mich wirklich?

Und noch etwas ist mir wichtig.

Selbstfürsorge darf nicht zur nächsten To-Do-Liste werden,

Nicht zum nächsten Punkt,

Den du richtig machen musst.

Denn dann passiert genau das Gegenteil.

Du setzt dich wieder unter Druck.

Die perfekte Morgenroutine,

Die perfekte Meditation,

Das perfekte Leben.

Und plötzlich ist Selbstfürsorge wieder Stress.

Doch Yoga erinnert uns daran,

Es geht nicht um Perfektion.

Es geht um Bewusstsein,

Um Präsenz und um einen liebevollen Umgang mit dir selbst.

Genau da,

Wo du gerade stehst.

Vielleicht darfst du dir heute einfach erlauben,

Es ein bisschen einfacher zu machen.

Ein bisschen echter,

Ein bisschen freundlicher mit dir selbst.

Und vielleicht merkst du an diesem Punkt,

Der Fokus beginnt sich langsam zu verändern.

Er wandert vom Außen nach Innen.

Doch was ist,

Wenn genau das gar nicht so leicht ist?

Wenn äußere Faktoren dich immer wieder zurückziehen?

Wenn dein Alltag dich so sehr einnimmt,

Dass du dich selbst kaum noch spürst?

Und was meine ich genau damit?

Vielleicht kennst du Situationen in deinem Arbeitsalltag.

Kollegen,

Ein Chef,

Hoher Leistungsdruck.

Du funktionierst,

Gibst dein Bestes und verlierst dich dabei immer wieder selbst.

Du verlierst den Kontakt zu dir selbst.

Oder im Freundeskreis.

Vielleicht gibt es da einen Menschen,

Der dir eigentlich nicht gut tut und trotzdem triffst du dich immer wieder mit demjenigen.

Sagst nicht nein,

Du übergehst dich selbst in diesem Moment.

Oder in deiner Beziehung.

Momente,

In denen du dich fremdbestimmt fühlst,

In denen du eher reagierst,

Als wirklich bei dir zu sein.

All das zieht deine Aufmerksamkeit nach außen.

Und gleichzeitig gibt es da noch eine andere Ebene,

Eine,

Die dir noch näher ist,

Die in dir.

Denn manchmal sind wir es selbst,

Die uns im Weg stehen.

Vielleicht kennst du auch so eine Situation.

Wir definieren uns über Leistung.

Und in dem Moment,

In dem wir uns Ruhe gönnen,

Meldet sich etwas in uns,

Das sagt,

Hast du dir das wirklich verdient?

Du hast doch noch gar nicht genug gemacht.

Und dieses Etwas nennen wir oft das Ego.

Und es kann sehr stark sein.

Es möchte leisten,

Funktionieren,

Anerkannt werden.

Und es fühlt sich bedroht,

Wenn einfach mal nichts passiert.

Doch auch das Gegenteil kann uns blockieren.

Eine gewisse Trägheit,

Ein innerer Widerstand.

Gedanken wie,

Ach,

Das bringt doch eh nichts.

Ich fang morgen an.

Und plötzlich gehen wir nicht auf die Yogamatte,

Kochen nicht das,

Was uns wirklich gut tun würde,

Kümmern uns nicht um uns selbst.

Und hier zeigt sich auch,

Wie wichtig Balance ist zwischen ich darf mir Ruhe gönnen und ich entscheide mich bewusst für mich,

Auch wenn es jetzt im Moment ein bisschen Überwindung kostet.

Und vielleicht wird dir dabei noch etwas bewusst,

Dass diese Stimmen in dir,

Dieser innere Kritiker,

Die Zweifel,

Die Selbstsabotage nicht einfach zufällig da sind.

Oft sind sie tief in uns verankert.

Es können alte,

Destruktive Überzeugungen sein,

Gedankenmuster,

Die unser Selbstwertgefühl schwächen,

Die uns klein halten.

Viele davon entstehen übrigens schon in der Kindheit.

Und sie wirken wie eine unsichtbare Handbremse.

Manchmal tarnen sie sich sogar als etwas Positives,

Als innere Antreiber.

Die Stimme,

Die sagt,

Sei besser,

Streng dich mehr an,

Reiß dich zusammen.

Doch in Wahrheit entfernen sie uns immer weiter von uns selbst.

Und genau hier schließt sich der Kreis zur Selbstfürsorge.

Denn echte Selbstfürsorge bedeutet nicht nur gut zu essen oder dir Pausen zu gönnen.

Es bedeutet auch,

Diese inneren Muster zu erkennen und ganz langsam zu beginnen,

Dich davon zu lösen.

Nicht mit Druck,

Nicht mit Kampf,

Sondern,

Wie wir es am Anfang gesagt haben,

Mit Selbstfreundlichkeit.

Schönes Wort.

Und vielleicht nimmst du aus dieser Folge gar nicht noch mehr,

Was du tun solltest,

Sondern etwas ganz anderes,

Ein Innehalten,

Ein ehrlicher Moment mit dir selbst.

Vielleicht ist Selbstfürsorge gar nichts,

Was du erst lernen musst,

Sondern etwas,

Woran du dich erinnern darfst.

Daran,

Dass du es wert bist,

Gut behandelt zu werden,

Nicht nur von anderen,

Sondern vor allem von dir selbst.

Und vielleicht beginnt genau hier etwas Neues,

Nicht laut,

Nicht perfekt,

Sondern ganz leise,

In einem Gedanken,

Der ein bisschen freundlicher ist,

In einer Entscheidung,

Die mehr bei dir ist,

In einem Moment,

In dem du dich selbst nicht übergehst.

Das ist dein Weg,

Und du musst ihn nicht perfekt gehen,

Nur ehrlich.

Vielleicht darf dein innerer Satz ab heute sein,

Ich bin auf meiner Seite,

Und jedes Mal,

Wenn du dich daran erinnerst,

Praktizierst du Yoga,

Verbindung,

Achtsamkeit,

Selbstbegegnung.

Ich danke dir von Herzen,

Dass du heute eingeschalten hast,

Und wenn du magst,

Nimm diesen einen Gedanken mit in deinen Tag,

Sei ein bisschen mehr für dich da.

Und mit diesem Satz verabschiede ich mich heute von dir und wünsche dir eine gute Zeit.

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Antje

April 22, 2026

Das war ganz toll. Wenn es doch nur nicht so schwer wäre, sich abzugewöhnen, mit sich selbst zu schimpfen. Ich werde es immer wieder probieren. Vielen Dank 🙏

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