
Einschlafmärchen & Meditation: Der Müller & die Wasserfrau
Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz zur Verabschiedung des Tages erzähle ich Dir das Märchen "Der Müller und die Frau aus dem Wasser", eine Geschichte aus Nordamerika (frei nacherzählt). Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!
Transkription
Der Müller und die Frau aus dem Wasser Meditative Abendentspannung und ein Einschlafmärchen aus Nordamerika Wir beginnen die Abendmeditation im Sitzen.
Setze dich aufrecht in dein Bett,
Senke den Blick,
Wenn du möchtest dann kannst du auch deine Augen schließen und beobachte dann für ein paar Atemzüge einfach nur das Ein- und Ausströmen der Atemluft und dann lass uns ein wenig Bewegung in den Körper bringen.
Rolle deine Schultern mit dem Einatmen über vorne nach oben und mit dem Ausatmen über hinten nach unten.
Lasse die Arme dazu ganz entspannt hängen.
Male einfach nur Kreise mit deinen Schultern,
Atme dabei tief ein und aus,
Einatmen,
Schultern hoch und ausatmen,
Schultern wieder nach unten und dann nimm deine Hände nach oben und recke und strecke dich,
Werde ganz lang und auch hier atme ganz tief ein und aus,
Wenn du möchtest kannst du auch seufzen mit dem Ausatmen,
Vielleicht überkommt dich auch ein Gähnen,
Mache ganz bewusst und genüsslich diese Bewegungen und spüre deinen Körper,
Dann komme ganz in Ruhe in deinen aufrechten Sitz,
Nimm deine Hände in Gebetshaltung vor dein Brustbein,
Senke deinen Blick und spüre nach,
Dass bist du jetzt und hier an diesem einzigartigen Tag,
Am Abend dieses vergangenen Tages,
Spüre wie du da im Raum sitzt und stelle dir vor du könntest dich von außen sehen,
Verabschiede dich in Gedanken bei diesem Tag,
Schicke einen Impuls der Dankbarkeit durch deinen Körper,
Spüre deinen Atem,
Deinen Herzschlag und dann ganz bewusst und genüsslich schlüpfe unter deine Decke,
Mache es dir im Liegen bequem,
Kuschel dich ein,
Nimm dir deinen Platz und wenn du soweit bist,
Dann schließe deine Augen,
Lasse in der nächsten Minute nochmal die Bilder deines heutigen Tages vor deinem inneren Auge erscheinen,
Was hast du heute erlebt,
Welche Themen waren heute besonders präsent,
Lasse den Tag nochmal Revue passieren,
Jetzt für eine Minute,
Dann blicke nochmal ganz bewusst auf die Dinge,
Für die du heute besonders dankbar bist,
Sammle mindestens drei Dinge zusammen,
Für die du dankbar bist und dann lasse die Bilder des Tages sich auflösen,
Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Als zu entspannen,
Dein Körper darf sich erholen,
Jede Zelle darf regenerieren und vielleicht spürst du schon,
Wie dein ganzer Körper sich von Kopf bis Fuß entspannt,
Wie du immer müder und schläfriger wirst,
Du darfst jederzeit einschlafen,
Denn morgen wartet wieder ein neuer Tag auf dich mit neuen Abenteuern und während dein Körper immer schwerer und schwerer wird,
Wird dein Geist immer leichter,
Schwebt vielleicht schon aus dir heraus in eine andere Welt,
In eine andere Zeit,
Belauscht und beobachtet,
Was dort vor sich geht,
Es war einmal ein Müller,
Der mit seiner Frau in einer alten Mühle am Rande eines Flusses lebte,
Stets hatte der Fluss reichlich Wasser geführt und das Mühlenrad angetrieben,
Doch seit einigen Jahren wurde das Wasser immer weniger,
In einem Jahr mit reicher Ernte kamen einige Bauern mit viel Getreide zur Mühle gefahren,
Doch der Fluss glich nur noch einem Rinnsal und das wenige Wasser war nicht mehr in der Lage,
Das Rad der Mühle zu bewegen,
Also zogen die Bauern weiter und fuhren zu einer anderen Mühle,
Unsere Müllers Leute hatten große Not,
Denn sie konnten kein Korn mehr mahlen und kein Geld mehr verdienen,
Im Jahr darauf wiederholte sich das Dilemma,
Die Bauern kamen mit ihrem Getreide,
Aber es gab nicht genug Wasser,
Um die Mühle anzutreiben,
Also zogen die Bauern weiter,
Mit hängendem Kopf und voller Sorgen lief der Müller zum Fluss,
Er setzte sich ans Ufer und überlegte,
Wie er Geld für sich und seine Frau auftreiben könnte,
Da bildete sich vor ihm ein Strudel im Wasser,
Der mehr und mehr anschwoll und aus der Schaumkrone,
Die sich auf dem Höhepunkt des Strudels bildete,
Tauchte eine Gestalt empor,
Es war eine Frau,
Die glänzte und glitzerte in kristallener Schönheit,
Der Müller schreckte auf und staunte nicht schlecht,
Immer mehr Wasser floss in des zusammen und füllte das Flussbett,
Die Frau aus dem Wasser kam näher,
Sie musterte den Müller und fragte ihn schließlich,
Warum blickst du so sorgenvoll,
Guter Mann,
Als der Müller sich wieder gefasst hatte,
Antwortete er,
Ja,
Ich trage Sorge in mir,
Denn meine Mühle steht schon seit einiger Zeit still und dann erzählte er der Frau aus dem Wasser,
Wie es sich zugetragen hatte und in welche Not er und seine Müllerin geraten waren,
Die Frau sprach,
Ich herrsche über diesen Fluss und kann dir helfen,
Dass sich für dich alles zu Glück und Freude fügt,
Du musst mir dafür versprechen,
Mir das zu geben,
Was in deiner Mühle als erstes geboren wird und das Licht der Welt erblickt,
Der Müller überlegte,
Bestimmt wird unsere Hündin bald Nachwuchs haben,
Dachte er,
Das erste Hundewelpen würde dann der glänzenden Frau aus dem Wasser zustehen,
Einverstanden,
Sagte also der Müller und die Frau sagte,
Ich werde wiederkommen und mir das Neugeborene holen,
Sie tauchte ab und verschwand,
Der Müller blickte ihr nach und er nahm wahr,
Wie sich der Fluss immer mehr mit Wasser füllte,
Vor der alten Mühle begann es zu plätschern und zu rauschen und bald vernahm der Müller das vertraute Geräusch des sich drehenden Mühlrads,
Sein Herz tanzte in der Brust vor Freude,
Immer kräftiger und regelmäßiger drehte sich und klapperte das Rad,
Er lief nach Hause,
Um seiner Frau die frohe Kunde zu unterbreiten,
Unter der Kastanie auf dem Hof saß der Nachbar auf einer Bank,
Als er den Müller kommen sah,
Erhob er sich von der Bank und lief dem Müller entgegen,
Er legte ihm seine Hand auf die Schulter und berichtete,
Müller,
Um deine Hündin ist es geschehen,
Sie sprang am Vormittag in den Fluss und ist seither nicht mehr aufgetaucht,
Der Müller blickte ihn an und ging dann wortlos ins Haus,
Die Müllerin richtete vergnügt einen großen Blumenstrauß auf den Tisch in der Stube,
Als der Müller sie sah,
Sprach er,
Was stimmt dich so fröhlich,
Liebe Frau,
Die Müllerin antwortete ihm,
Nun wir warten doch schon jahrelang vergebens auf ein Kind und heute hat mir die weise Liese vorhergesagt,
Dass ich nächstes Jahr einen Sohn auf die Welt bringen werde,
Ist das nicht wunderbar,
Der Müller nahm seine Frau in den Arm und sagte nichts,
In den nächsten Tagen kamen so viele Bauern,
Um ihr Korn in der Mühle malen zu lassen,
Dass der Müller alle Hände voll zu tun hatte und so vergaß er die Begegnung mit der Frau aus dem Wasser,
Die Mühle klapperte von früh bis spät und ein unerwarteter Geldsegen überkam die Müllers Leute,
Im Frühling darauf gebar die Müllerin einen Sohn,
Da kam dem Müller die Frau aus dem Wasser wieder in den Sinn,
Freust du dich denn nicht,
Fragte die Müllerin,
Wir haben so lange gewartet und jetzt hat sich alles zum Guten gewendet,
Wir sind reich und haben ein Kind,
Der Müller sagte seiner Frau,
Dass er eine unbedeutende Sorge in sich trüge,
Erwähnte jedoch die Frau aus dem Wasser mit keinem Wort,
Zu seiner Erleichterung tauchte die Frau aus dem Fluss nicht mehr auf und der Junge wuchs zu einem stattlichen jungen Mann heran,
Stets ermahnte ihn sein Vater nicht in die Nähe des Flusses zu gehen,
Sondern lieber in den nahegelegenen Wald zu laufen,
Um dort die Tiere zu beobachten,
Der Sohn gehorchte seinem Vater und er verbrachte Tag ein,
Tag aus im Wald,
Eines Tages begegnete ihm dort die Tochter des Försters und sie verliebten sich ineinander,
Es dauerte nicht lange,
Da wurde Hochzeit gehalten und der Müllers Sohn und des Försters Tochter zogen in ein Haus am Waldrand,
Sie lebten glücklich und in Frieden,
Bis zu jenem verhängnisvollen Tag im Frühjahr,
Der junge Mann jagte einem stattlichen Hirsch im Wald hinterher,
Doch der Hirsch entkam,
Lief aus dem Wald heraus und hinunter zum Fluss,
Der Müllers Sohn hinterher,
Am Fluss angekommen war er so fasziniert von dem fröhlich plätschernden Wasser,
Dass er den Hirsch laufen ließ und sich ans Ufer setzte,
Um das Wasser zu beobachten,
Das Wasser begann sich zu kräuseln und zu zischen,
Es glitzerte und funkelte und schließlich tauchte eine Frau in kristalliner Schönheit aus dem Fluss empor,
Sie ergriff den Arm des Müllers Sohn und zog den jungen Mann mit sich,
Seine Frau wartete indes ungeduldig im Haus am Waldrand auf ihren Mann,
Sie tat kein Auge zu und als es endlich Morgen war,
Suchte sie die ganze Gegend nach ihm ab,
Als sie zum Fluss kam,
Saß dort die alte weise Liese und winkte der jungen Frau zu,
Ich weiß,
Dass du deinen Mann,
Den jungen Müllers Sohn suchst,
Mein Kind,
Sagte die Alte,
Ja Mütterchen,
Er ist gestern nicht nach Hause gekommen,
Darauf die Alte,
Hier hast du eine goldene Harfe,
Geh beim Mondschein zum Fluss und spiele darauf,
Die junge Frau nahm die Harfe an sich und wartete,
Bis der volle Mond aufgegangen war,
Dann ging sie zum Fluss und spielte,
Kaum hatte sie begonnen,
So tauchte ihr Mann,
Der junge Müllers Sohn,
Aus dem Wasser empor,
Doch der Fluss war zu mächtig und er konnte nicht ans Ufer kommen,
So spielte sie weiter auf der goldenen Harfe und je länger sie spielte,
Desto tiefer sank der Wasserspiegel,
Reich mir deine Hand,
Rief die junge Frau und ihr Mann tat es,
Kaum hatten sich ihre Hände berührt,
Rauschte und tobte das Wasser erneut,
Es bäumte sich über ihnen auf und prasselte auf sie herunter,
Doch zusammen waren sie stärker,
Der Bann der Wasserfrau war gebrochen und das glückliche Paar war wieder vereint,
Sie liefen zur alten Mühle und erzählten seinen Eltern die ganze Geschichte und nun endlich erzählte auch der alte Müller,
Wie es sich damals zugetragen hatte und so lebten sie alle in Glück und Frieden und wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie auch heute noch,
Dir wünsche ich wunderschöne Träume und einen tiefen,
Erholsamen Schlaf.
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