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Die zerstörerische Macht des Schweigens in Beziehungen

by Claudia Bechert-Möckel

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Was glaubst Du, sind die schlimmsten Beziehungskiller? Fremdgehen, Streit, sich auseinanderleben, unterschiedliche Ansichten und Interessen, Geldprobleme? Das spielt alles eine Rolle, aber eine der tödlichsten Fallen für Beziehungen, Freundschaften und Familien ist nach meiner Meinung eine eher stille Angelegenheit, das Schweigen. Schweigen tötet unsere emotionale Verbundenheit, wenn es sich ausbreitet.

Transkription

Was glaubst du eigentlich sind die schlimmsten Beziehungskiller?

Fremdgehen?

Streiten?

Sich auseinanderleben?

Unterschiedliche Interessen vielleicht oder Meinungen?

Geldprobleme?

Klar,

Das alles spielt eine Rolle.

Aber eine der tödlichsten Fallen für Beziehungen,

Freundschaften und ja,

Auch für Familien,

Ist nach meiner Meinung eine eher stille Angelegenheit.

Das Schweigen.

Schweigen tötet unsere emotionale Verbundenheit,

Wenn es sich ausbreitet.

Und wie du dieser zerstörerischen Wirkung entkommen kannst,

Darum soll es in dieser Folge gehen.

Leben lieben lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Ausgabe von Leben lieben lassen,

Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.

Ich bin Claudia,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach.

Ich unterstütze Menschen dabei,

Sich selbst und andere besser zu verstehen,

Um gelingende Beziehungen zu führen nach innen und außen.

Und wenn mich jemand nach den gefährlichsten Beziehungskillern fragen würde,

Dann wäre da auf jeden Fall Schweigen ganz oben auf meiner Agenda.

Ich halte das nämlich für besonders gefährlich.

All das Ungeklärte,

Ungesagte,

Runtergeschluckte in unseren Beziehungen ist zwar,

Wenn es nicht auf den Tisch kommt,

Erstmal oberflächlich verschwunden,

Also erstmal nicht mehr sichtbar.

Aber unterirdisch,

Also unterm Radar,

Da staut es sich an.

Und so vergiftet das Schweigen mit der Zeit nachhaltig unsere Liebe,

Unsere Freundschaften und unsere Familien.

Schweigen kann uns entfremden und manchmal entstehen dabei solche Gräben,

Dass sie sich überhaupt nicht mehr überwinden lassen.

Damit dir das gar nicht erst passiert,

Sprechen wir in dieser Folge über das zerstörerische Schweigen,

Wie unausgesprochene Themen und Konflikte unsere Beziehungen zerstören können und was du dagegen tun kannst.

Gleich.

Ein Freund hat mir gestern eine Geschichte erzählt,

Die mich direkt zu dieser Folge hier inspiriert hat.

Denn es geht darin um eine Freundschaft,

Einen nicht ausgetragenen,

Also verschwiegenen Konflikt und um ein trauriges Ende.

Ein Ende,

Das nicht hätte sein müssen.

Und weil ich das,

Was da passiert ist,

Genau so auch oft bei Paaren erlebe,

Mit denen ich arbeite und zwischen denen sich über lange Zeit ein enormer Graben aufgetan hat,

Den sie nun nicht mehr überbrücken können,

Möchte ich dieses wichtige Thema heute mit dir teilen.

Es geht um Toni und Matthias.

Die beiden verbindet eine lange Freundschaft,

Die schon in der Schulzeit begonnen hat.

Sie haben zusammen für die Abi-Prüfungen gepaukt,

Sie haben zusammen gezockt,

Sie sind erwachsen geworden.

Sie haben sich immer wieder gesehen,

Auch wenn ihr Leben sie in unterschiedliche Richtungen geführt hat.

Toni ist freiberuflicher Fotograf geworden und immer auf Achse.

Matthias ist in die Verwaltung gegangen und hat dort Karriere gemacht.

Freunde sind sie geblieben,

Auch wenn Toni immer mal wieder Treffen verschieben musste oder ein plötzlicher Auftrag dazwischen kam.

Als Matthias heiraten wollte,

Wünschte er sich Toni als Trauzeugen.

Und der fühlte sich geehrt.

Leider war es dann für Toni gar nicht so einfach,

Die Vorbereitungstermine,

Die mit dem großen Tag zu tun hatten,

Auch alle einzuhalten.

Immer mal wieder musste er etwas verschieben,

Immer mal wieder kam er zu spät,

Weil ein Auftrag länger dauerte.

Aber geklappt hat es dann am Ende doch immer irgendwie.

Ich habe mich entschlossen,

Dass du nicht mehr mein Trauzeuge sein kannst,

Schrieb dann Matthias per WhatsApp zwei Wochen vor der Hochzeit.

Du hast mich einfach schon zu oft versetzt,

Sachen verschoben oder abgesagt.

Das war auch alles okay,

Aber jetzt ist das Maß voll.

Und dann kam eine Auflistung von Vorwürfen und Situationen,

Die Matthias verärgert hatten.

Manche dieser Vorwürfe waren schon zwei Jahre alt.

Bäm,

Das hat so richtig gesessen.

Toni hat die Welt nicht mehr verstanden und war schockiert.

Für ihn kam das nämlich völlig unerwartet,

Weil Matthias nie ein Wort über seinen Ärger und seine Enttäuschung verloren hatte.

Ein paar Tage zuvor waren die beiden noch bei einem Sportevent zusammen gewesen.

Alles war bestens,

Erzählt mir Toni.

Klar,

Sagt er,

Ich verstehe,

Dass es manchmal ärgerlich war für Matthias,

Wenn ich wieder mal kurzfristig was ändern oder verschieben musste.

Aber ich habe immer versucht,

Es doch noch hinzukriegen,

Weil mir Matthias eben wichtig ist.

Und ich habe mich entschuldigt,

Wenn es mal nicht geklappt hat.

Matthias hatte immer Verständnis,

Dachte ich jedenfalls.

Mein Leben ist halt nicht so von 9 to 5.

Wahrscheinlich kann man sich das nur schwer vorstellen,

Wenn man eine ganz geregelte Woche hat und im Job keine unerwarteten Dinge passieren.

Ist halt eine ganz andere Welt.

Ich hatte keine Ahnung,

Warum hat er denn nichts gesagt.

Toni ist verzweifelt und er fühlt sich schlecht.

Er spürt die Kluft der Entfremdung zwischen sich und Matthias überdeutlich und kann überhaupt nicht fassen,

Wie er das nicht hat bemerken können.

Für ihn ist jetzt alles kaputt.

Matthias dagegen hatte offenbar viele kleine Verärgerungen,

Frustrationen und Enttäuschungen in sich angesammelt.

Schon lange.

Und sie haben sich dann aufsummiert,

Bis die Bombe geplatzt ist und den beiden ihre Freundschaft um die Ohren gehauen hat.

Und nun stehen sie hilflos vor den Scherben.

In vielen Beziehungen ist es so,

Dass mit den eigenen Gefühlen hinter dem Berg gehalten wird.

Lange anhaltender Ärger bleibt unausgesprochen.

Konflikte bleiben unter dem Teppich.

Frust wird runtergeschluckt.

Aber auch die eigenen inneren Annahmen,

Vermutungen,

Bewertungen bleiben stecken und können gar nicht erst miteinander geklärt werden beziehungsweise ausgeräumt oder aufgelöst.

Übrigens passiert das Runterschlucken und Schweigen oft aus bester Absicht oder weil wir Konflikte vermeiden wollen.

Mehr zu den Gründen des Schweigens und wie man es aufbrechen kann,

Erfährst du dann am Ende dieser Episode.

Reden wir also nicht miteinander über das,

Was in uns vorgeht,

Dann verharren wir in unserer eigenen Wahrheit über das Problem.

Wenn wir uns dann nicht irgendwann darüber mal austauschen,

Dann entfremdet uns diese innere Wahrheit voneinander,

Denn sie ist nicht die Realität.

Das klingt komisch,

Oder?

Deine innere Wahrheit ist nicht die Realität.

Meine auch nicht.

Wir erleben ein und dieselbe Situation nicht auf die gleiche Weise.

Und das hat einen ganz bestimmten Grund.

In jedem von uns wohnt ein innerer Bedeutungsmacher.

Eine Instanz,

Die allem,

Was wir erleben,

Eine Vermutung zuordnet,

Eine Bedeutung.

Wir vermuten also,

Was etwas zu bedeuten hat.

Das Verhalten eines anderen Menschen zum Beispiel.

Wir machen in unserem eigenen Kopf eine Bewertung für das,

Was jemand anders sagt oder tut.

Verstehst du,

Was ich meine?

Matthias hat wahrscheinlich vermutet,

Dass er seinem Freund Toni nicht so wichtig ist.

Sonst hätte der ja nicht immer seinen Job vorgeschoben.

Matthias hat damit Toni eine Absicht unterstellt,

Die seine eigene Vermutung war und von der er gar nicht wissen konnte,

Ob sie wirklich mit Tonis Motivation was zu tun hatte.

Ich bin ihm nicht wichtig,

Das war das Urteil,

Das der Bedeutungsmacher in Matthias Kopf hergestellt hat.

Und jedes einzelne Mal,

Wenn wieder mal ein Plan geändert werden musste,

Ein Treffen verschoben,

Ein Termin schwierig war,

Hat Matthias innerlich ein Häkchen an seine Strichliste der Verletzungen gemacht.

Siehst du,

Da ist es wieder.

Wieder ein Beweis für meine Vermutung.

Ich bin Toni nicht wichtig.

Das kann ja gar kein Freund sein.

Mit der Zeit haben sich dann wahrscheinlich Gefühle wie Trauer,

Die keinen Ausgang gefunden haben.

An der Oberfläche der Freundschaft war das Wasser also glatt und friedlich.

In der Tiefe fing es schon an zu stinken und zu gären.

In Tonis innere Wahrheit war nämlich bis dahin noch alles in Ordnung.

Er war der Annahme,

Dass Matthias verständnisvoll mit seinen,

Tja,

Sagen wir mal,

Unwägbarkeiten umgegangen war.

Und er wusste ja auch,

Dass er selbst ständig alles versuchte,

Um Matthias genug Platz einzuräumen.

Zwei innere Welten entstehen auf diese Weise.

Zwei innere Ansichten über ein und dieselbe Situation.

Aber jeder hält seine Annahme und seine Bewertung für die richtige.

Und wenn das passiert,

Auch in Liebesbeziehungen,

Dann leben wir nicht mehr mit der Person,

Die uns wirklich gegenübersteht,

Sondern wir leben mit unserem eigenen inneren Bild,

Das wir uns von dieser Person gemacht haben.

Wir reden also mit uns selbst.

Weil wir unsere Realität,

Wenn wir schweigen,

Nicht mehr mit dem inneren Bild des anderen abgleichen.

Wenn ich mit meinen Klienten und Klientinnen daran arbeite,

Dann zeichne ich das auf,

Was in solchen Situationen passiert,

Sodass man das besser verstehen kann.

Aber ich hoffe,

Du kannst mir auch so folgen.

Wenn ihr also in euren Beziehungen,

In euren Freundschaften,

In euren Familien nicht miteinander redet,

Darüber,

Was wirklich in euch vorgeht,

Wie ihr bestimmte Sachen seht und was euch dabei bewegt,

Dann wisst ihr in Wirklichkeit nichts mehr voneinander.

Ihr lebt dann nur noch mit eurer eigenen Vermutung über die anderen.

Ihr interessiert euch nicht mehr für die Meinungen,

Die Hintergründe und die Absichten und die Motivation,

Weil ihr die ja schon zu kennen glaubt.

Und das ist das eigentlich Verheerende an der Sache.

Wir spielen dann das Spiel,

Ich denke,

Dass du denkst,

Dass ich denke.

Um das zu verstehen und auch erlebbar zu machen,

Mache ich in der Beratung mit den Paaren ein kleines Kommunikationsexperiment.

Das zeigt,

Wie unterschiedlich unsere Wahrnehmung über eine und dieselbe Sache sein kann.

Das sorgt dann regelmäßig für Staunen und große Augen,

Weil man danach nie wieder vergessen kann,

Dass wir in unterschiedlichen inneren Welten leben und das andere eben nicht das gleiche wahrnehmen wie wir.

Und einmal war es sogar so,

Da ist ein Klient erschrocken während der Paarberatung aus seinem Stuhl gesprungen,

Nachdem er mit seiner Freundin das Experiment gemacht hat und hat gesagt,

Nein,

Das kann ich nicht akzeptieren,

Wenn das so ist,

Dann würde das ja bedeuten,

Man müsste ständig darüber diskutieren,

Wer denn nun Recht hat.

Tja,

Man kann auch die Suche nach dem,

Wer Recht hat,

Erst einmal außen vor lassen und sich dafür interessieren,

Was denn eigentlich das Bild ist,

Das der jeweils andere von der Situation oder von dem Problem hat.

Und dann könnte man schauen,

Ob man sich mit den Wahrheiten annähern könnte.

War mein Vorschlag.

Wer Recht hat,

War seine Meinung,

Sonst hätte die Beziehung keinen Sinn.

Tja,

Diese Meinung hat dann auch dafür gesorgt,

Dass seine Freundin sich irgendwann von ihm getrennt hat,

Weil sie in dieser Beziehung nicht vorkam,

Sich nicht gesehen und respektiert fühlte.

Das erste wichtige Learning ist also das,

Es gibt nicht die eine Realität.

Wir leben in unterschiedlichen inneren Welten,

Man kann es gar nicht oft genug sagen.

Und jeder hat in seiner eigenen inneren Realität seiner Meinung nach Recht.

Das muss einem nicht gefallen und ja,

Es kann mitunter mega anstrengend sein,

Aber so ist es.

Und wenn wir jemanden achten und lieben,

Wenn uns jemand wichtig ist,

Dann nehmen wir diesem Menschen auch nicht einfach seine Meinung weg oder setzen ihm unsere auf den Kopf wie einen Hut,

Der ihm nicht passt.

Im Gegenteil,

Ist uns jemand wichtig,

Dann interessieren wir uns ja dafür,

Was im anderen vorgeht.

Wir hören zu,

Wir fragen nach.

Auf diese Weise nämlich können die unterschiedlichen Innenansichten die inneren Wahrheiten zu einem Thema endlich auf den Tisch kommen und damit können auch all die steckengebliebenen Gefühle endlich mal raus.

Ja,

Und das kann auch mal hitzig sein und das kann auch mal reiben,

Wenn man sich ehrlich macht und sich seine Wahrheiten gegenseitig zumutet.

Da muss manche Kröte geschluckt werden.

Aber damit nähern wir uns auch an,

Können einander wirklich verstehen,

Uns entschuldigen,

Sachen wieder gut machen.

Denn oft ist es ja so,

Dass ein bestimmtes Verhalten,

Das wir vielleicht gar nicht so gemeint haben,

Im anderen viel tiefere Spuren eingegraben hat,

Als wir das je vermutet hätten.

Mir ist das selbst mal so passiert,

Dass eine Freundin ghosting-mäßig aus meinem Leben verschwunden ist,

Weil sie sich über etwas geärgert hatte,

Sich durch etwas verletzt gefühlt hatte,

Was sie mir nie,

Nie,

Nie gesagt hatte.

Das war richtig schrecklich für mich und ich hatte mit Sicherheit einen Anteil an diesem Problem,

Nur wusste ich nichts davon und war mir dessen leider nicht bewusst,

Auch wenn das blöd klingt.

Ich bin ja auch nicht perfekt und ich mache Fehler,

Na klar.

Und sie ließ sich nichts anmerken,

War einfach innerlich sauer,

Sagte aber nichts,

War wie immer,

Konfrontierte mich nicht mit dem,

Was aus ihrer Sicht zwischen uns stand.

Und so war ich monatelang in einer falschen Realität gefangen und hab das dann auch lange nicht begriffen,

Als sie mich ghostete,

Als ich nichts mehr von ihr hörte.

Keine Erklärung,

Keine Antwort,

Nur Schweigen und das Schweigen dröhnte in meinen Ohren.

In meinem Kopf waren Fragezeichen und irre Schuldgefühle,

Genauso wie es auch Toni ergangen ist.

Warum passiert das?

Warum verstecken sich Menschen hinter ihrem Schweigen,

Sammeln ihre Verletzungen an,

Bis es zu spät ist und die Beziehung kaputt?

Über die Konfliktvermeidungsstrategien und ihre Gründe habe ich schon eine ganze Folge gemacht,

Die ich dir natürlich auch vornutz verlinke,

Aber meistens passiert das Schweigen sogar aus guter Absicht.

Es soll dabei nämlich in der Regel ein Konflikt vermieden werden.

Menschen,

Die nicht gelernt haben,

Wie man Lösungen findet,

In deren Herkunftsfamilien zum Beispiel sehr schlimm gestritten wurde oder wo es überhaupt keine Konfrontationen gab und wo alles unter den Teppich gekehrt wurde,

Solche Menschen sind oft vollkommen überfordert mit jeglicher Auseinandersetzung.

Sie lächeln alles weg,

Sind immer lieb oder sie drücken ihre Gefühle einfach runter.

Manchmal fühlen sie sich auch unterlegen,

Haben Angst,

Nicht gehört zu werden.

Oder sie wollen nicht so sein.

Es gibt viele Gründe zu schweigen.

Und kurzfristig sieht das ja auch nach einer Lösung aus.

Es sieht ja erst einmal so aus,

Als würde es helfen,

Wenn man nichts sagt.

Wenn ich nichts sage,

Muss ich nämlich keine Konsequenzen fürchten.

Es passiert ja nichts.

Ich behalte es ja für mich.

Aber es passiert scheinbar nichts.

In uns drin staut sich nämlich alles an.

Und irgendwann fliegt uns das alles um die Ohren.

Das ist so wie ein Schnellkochtopf,

Auf dem sehr,

Sehr viel Druck drauf ist.

Und wenn das dann einmal platzt,

Das ganze Ding,

Dann kann das zerstörerischer sein als jeder Streit.

Schweigen tötet Liebe.

Ich würde sogar behaupten,

Dass das Schweigen mehr Beziehungen und Freundschaften zerstört als der destruktive Streit,

Der nur Sieger und Verlierer kennt.

Ich denke,

Dass du denkst,

Dass ich denke.

Vielleicht kennst du das ja auch.

Wenn du dir eine eigene,

Innere Wahrheit zu Recht vermutet hast,

Weil dein Partner,

Deine Freundin,

Deine Kollegin irgendetwas getan haben,

Dessen Absicht für dich gar nicht gleich erkennbar war.

Wenn wir nicht reden,

Machen wir uns in unserer Innenwelt ein Abbild vom Anderen.

Wir vermuten etwas,

Was der oder die meinte oder nicht.

Dann verhalten wir uns dazu,

Anstatt zur Realität,

Die wir nicht kennen,

Weil wir nicht fragen.

Stell dir mal vor,

Du stehst mit deinem Partner oder deiner Partnerin,

Deiner Freundin,

Deinem Kollegen oder wem auch immer am Ufer eines Flusses.

Jeder auf seiner Seite.

Wenn ihr euch verbinden wollt,

Euch begegnen,

Dann geht das nur,

Indem ihr eine Brücke baut zum Ufer des Anderen hin.

Und zwar jeder von seiner Seite aus.

Dann trefft ihr euch nämlich und ihr könnt hinübergehen und die Welt des Anderen erkunden und entdecken und ihr seid in Verbindung.

Und das Brückenbauen,

Das geht über echtes Interesse,

Über Zuhören,

Über Verstehen,

Wollen.

Die goldene Regel der Kommunikation in Beziehungen ist für mich die,

Erst verstehen,

Dann verstanden werden.

Klingt einfach,

Ist aber schwierig,

Der Umsetzung.

Ich empfehle für Auseinandersetzungen und Themen aller Art,

Zuerst einmal den Raum zu schaffen,

Dass jeder seine Ansicht über das Thema frei äußern darf.

Dass man sagen darf,

So erlebe ich das,

Das stört mich,

Das fühle ich dabei,

So geht es mir damit,

Das vermute ich.

Es ist nämlich unser Recht,

Unsere Ansicht mitzuteilen.

Aber es ist auch unsere Pflicht in einer Beziehung,

Die uns wirklich am Herzen legt.

Denn nur wenn wir uns mitteilen,

Uns offenbaren,

Hat ja unser Gegenüber die Chance,

Zu verstehen,

Was in uns vorgeht.

Und natürlich,

Wir dürfen erwarten,

Gehört zu werden,

Also das Raum für unsere Ansicht da ist.

Deshalb,

Versuch erst zu verstehen und dann verstanden zu werden.

Wenn du das versuchst,

Dann ist schon viel gewonnen und dein großer Schritt in Richtung Offenheit gemacht.

Fragen stellen,

Ist auch super wertvoll.

Wie geht es dir eigentlich mit unserer Beziehung?

Wann warst du das letzte Mal glücklich mit uns?

Was war der schönste und der schlimmste Moment für dich in der letzten Zeit?

Und vielleicht versuchst du auch mal,

Dein Gegenüber zu spiegeln,

Also wiederzugeben,

Was du verstanden hast.

Auch das öffnet Türen und ist Teil des erst verstehen,

Dann verstanden werden.

Hab ich dich richtig verstanden?

Wenn du das und das sagst,

Dann kommt bei mir das und das an.

Hast du das so gemeint?

Das ist auf jeden Fall hilfreicher als dem anderen oder der anderen immer sofort die eigene Meinung um die Ohren zu hauen.

Der Drang in uns,

Recht zu haben und unsere Meinung einfach als das Richtige richtig hinzustellen,

Der kann verdammt groß sein und doch lässt sich das in den Griff kriegen.

Und das sind ja auch nur kleine Tools,

Die ich dir hier mitgebe,

Aber wenn du damit anfängst,

Kann das eine magische Wirkung haben.

Beobachtet das mal in deinen Beziehungen.

Versuch einfach mal,

Zuerst den anderen zu verstehen,

Bevor du mit deiner eigenen Meinung rumkommst.

Was auch ganz toll ist,

Für Beziehungen einmal in der Woche über euch und eure Liebe zu reden.

Bei einem Spaziergang vielleicht,

Bei einem Wein,

In der Sauna,

Wo auch immer.

Zu wissen,

Wo ihr steht in Sachen Liebe und Beziehung,

Wie es euch gerade damit geht,

Das kann sehr,

Sehr hilfreich sein für die Beziehungspflege.

Und wenn dir in einer Freundschaft der Schuh drückt oder in deiner Familie,

Sprich es an.

Versuch es zumindest.

Lass bitte nicht deinen Ärger stecken.

Er kommt irgendwann sowieso hoch.

Er lässt sich nicht auf Dauer wegdrücken.

Aber wenn er dann hochkommt,

Dann meist an der falschen Stelle und oft mit unglaublicher Wucht.

Und bis dahin vergiften dich die negativen Gefühle von innen und sie trennen dich von denen,

Die dir eigentlich wichtig sind.

Es kann auch mal reiben zwischen Menschen,

Die wir mögen.

Es kann da auch mal hitzig werden,

Wie schon gesagt,

Aber diese Auseinandersetzungen,

Die Konfrontationen,

Sie beheben den Abstand,

Sie schaffen Möglichkeiten,

Sich anzunähern und sie stärken am Ende die Verbundenheit.

Und darum geht es doch.

Dass wir uns auf die Gemeinsamkeiten fokussieren und nicht auf das Trennende.

Aber wie immer,

Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen.

Ich höre schon die Leute,

Die sagen,

Ja,

Du sagst das hier so schön,

Aber so einfach ist es in der Realität nicht immer.

Das stimmt.

Einfach ist es nicht immer.

Wenn du in einer Beziehung schon oft versucht hast,

Einen Konflikt zu benennen oder zu klären und es bleibt einseitig,

Dann braucht es eben manchmal seine Zeit.

Und wenn du große Angst hast oder medizinische Gründe,

Dass ein offenes Gespräch dich vielleicht retraumatisieren könnte oder du dich deinem Gegenüber nicht gewachsen fühlst,

Dann brauchst du vielleicht Unterstützung.

Wenn toxische,

Destruktive,

Manipulative Strukturen ein offenes Gespräch unmöglich machen,

Dann wird es auch schwierig.

Denn die Offenheit,

Die Klärung braucht ja am Ende zwei Seiten.

Du kannst aber nur von deiner Seite aus,

Also wenn du an das Bild mit dem Fluss denkst,

Von deinem Ufer aus eine Brücke bauen oder eine Einladung aussprechen und es versuchen.

Und ja,

Auch mal öfter.

Und wenn es gar nicht geht,

Dann gibt es trotzdem immer Wege,

Das Ungesagte auszusprechen.

Aus sich herauszuholen.

Ganz einfach,

Damit dich die negativen Gefühle nicht von innen auffressen.

Zum Beispiel kannst du einen Brief schreiben,

Den du nicht abschickst.

Und das kann auch sehr befreiend sein.

Es gibt viele Möglichkeiten.

Denk daran,

Schweigen kann Beziehungen töten und auch die Liebe.

Und wer spricht,

Schafft Möglichkeiten.

Und das wünsche ich dir von Herzen.

4.6 (19)

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Ulrike.

June 25, 2025

Hätte ich dies nur vorher gewusst :-D Man(n)/Frau/Es lernt nie aus..... Herzlichen Dank für die Weitergabe Ihres wunderbaren Wissenschatzes durch Erfahrungen, Beobachtungen und Einsichten.

Simone

November 25, 2023

Sehr hilfreich, das spiele ich meinem Mann mal vor.

Elfi

May 23, 2023

Gute Gedanken über ein stummes Thema

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