
Schutzkreis- bzw. Caimgebet
Christliche Meditation zum Schutzkreis- bzw. Caimgebet: Die heutige Meditation dreht sich ganz um das sog. Caimgebet, das auf ein altes, keltisches Schutzkreisgebet zurückgeht. In diesem Gebet, was mit einer Körperübung im Stehen beginnt, erinnern sich Menschen daran, dass sie immer in der Gegenwart Gottes sind. Frei nach dem Satz aus Psalm 139: Von allen Seiten umgibst du mich, Gott, und hältst Deine Hand über mir.
Transkription
Herzlich Willkommen zur christlichen Meditation mit Henning Pormann.
Gerade in Zeiten,
In denen viele sich bedroht und ängstlich fühlen und menschliche Nähe nur begrenzt möglich ist,
Tut es gut,
Sich Gottes Nähe bewusst zu machen.
Und das wollen wir heute tun.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
So heißt es im Psalm 139.
Und deswegen beginnt die Meditation heute mit einer Körperübung im Stehen.
Im Verlauf der Meditation werden wir aber auch sitzen.
Wir werden als Körperübung das sogenannte Keim- oder Schutzkreisgebet machen.
Das ist ein altes irisches Gebet.
In der keltischen vorchristlichen Spiritualität hat man ja gerne mit Schutzkreisen gearbeitet,
Um sich vor allen möglichen Angriffen und Gefahren,
Dämonen und Anfeindungen zu schützen.
Natürlich können wir uns nicht gegen den Coronavirus auf diese Weise schützen,
Aber wir können uns bewusst machen,
Dass wir als Christen immer von der Gegenwart Gottes umgeben sind.
Deswegen brauchen wir als Christen auch solche magischen Schutzkreise eigentlich nicht.
Aber wir brauchen die Erinnerung daran,
Dass wir immer schon von Gott,
Von der Kraft des Lebens,
In allem Leben umgeben sind.
So wie es im Psalm 139 heißt.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Mit der folgenden Körperübung mache ich mir das gerne auch körperlich klar.
Und ich lade dich jetzt ein,
Mir in diesem Gebet und der Körperübung zu folgen.
Bitte suche dir dazu einen Platz,
An dem du stehen und die Arme rechts und links,
Vorn und hinten gut ausgestreckt halten kannst.
Wir werden uns im Laufe dieser Übung mit dem ausgestreckten rechten Arm immer eine Vierteldrehung weiter drehen,
Sodass der Körper einmal in alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet wird.
Der rechte ausgestreckte Arm beschreibt dabei den Schutzkreis der Liebe Gottes,
In dem wir schon immer stehen.
Anschließend werden wir die Worte auch im Sitzen immer wieder durchgehen und uns so der Gegenwart Gottes vergewissern.
Ich beginne die Meditation mit dem Klang der Klangschale.
Nun finde ich mich ein auf meinem Platz im Stehen,
Indem ich noch einmal mit beiden Füßen die Erde spüre,
Die mich trägt.
Die Knie sind leicht gelöst,
Die Füße ungefähr hüftbreit auseinander und ich folge meinen Gedanken,
Meiner Aufrichtung der Wirbelsäule entlang bis zu den Schultern.
Ich kann die Schultern noch zwei,
Dreimal nach hinten abrollen,
Sodass sie im Anschluss ganz entspannt neben meinem Körper sind.
Ich folge meinem Körper noch weiter nach oben bis zu meinem Scheitelpunkt und verbinde mich über diesen höchsten Punkt,
Meinem Kronenpunkt,
Mit dem Himmel.
So stehe ich hier auf meinem Platz,
Getragen und gehalten von der Erde und in meiner ganzen Würde aufgerichtet in den Himmel.
So beginne ich zu beten,
Indem ich zunächst meinen rechten Arm vor mir halbhoch ausstrecke und mir vorstelle,
Wie Christus,
Wie Gott mich umgibt.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Ich drehe mich mit meinem ganzen Körper um eine Vierteldrehung nach rechts.
Der Arm bleibt ausgestreckt.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Ich drehe wieder eine Vierteldrehung weiter,
Sodass ich jetzt nach hinten schaue mit dem ganzen Körper.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Und ich drehe wieder eine Vierteldrehung weiter,
Sodass ich jetzt insgesamt zu meiner vorherigen Ausrichtung nach links schaue.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Und ich drehe wieder eine Vierteldrehung weiter,
Sodass der Kreis geschlossen ist.
Die Hände lasse ich in der Mitte bis ganz nach oben wandern und gehe dann an beiden Seiten ausgestreckt nach unten,
Um dann in einer schöpfenden Bewegung zum Herzen zu kommen.
Dabei spreche ich oder höre ich diese Worte.
Christus um mich herum,
Umgib mich mit deinem Frieden.
Die Hände bleiben kurz auf dem Herzen,
Um nachzuspüren.
Und dann beginne ich das Gebet von vorn.
Ich strecke den rechten Arm aus.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Ich drehe eine Vierteldrehung nach rechts.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Ich drehe noch eine Vierteldrehung.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Eine weitere Vierteldrehung.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Ich drehe mich wieder nach vorne,
Hebe die Hände in der Mitte nach oben.
Christus um mich herum.
Die Hände gehen in einem großen Kreis und in einer schöpfenden Bewegung schließlich zum Herzen.
Umgib mich mit deinem Frieden.
Mit den Händen auf dem Herzen spüre ich noch einmal nach.
Noch einmal bete ich.
Ich strecke den rechten Arm vor.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Vierteldrehung nach rechts.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Vierteldrehung.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Noch eine Vierteldrehung.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Ich drehe meinen Körper wieder nach vorne.
Die Hände gehen in der Mitte zum Himmel und an den Seiten des Körpers zurück,
In einer schöpfenden Bewegung zum Herzen.
Christus um mich herum,
Umgib mich mit deinem Frieden.
Ein letztes Mal vollziehe ich diese Übung.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Vierteldrehung.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Ich drehe mich.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Ich drehe mich wieder nach vorne.
Die Hände wandern zum Himmel und schließlich in einer schöpfenden Bewegung zum Herzen.
Christus um mich herum,
Umgib mich mit deinem Frieden.
Ich beende diese Übung im Stehen,
Indem ich mich vor dem Ewigen und vor den Menschen,
Die jetzt mit mir meditieren,
Verbeuge.
Amen.
Und jetzt nehme ich Platz und richte mich gut ein im Sitzen.
Nun komme ich auch gut an im Sitzen,
Indem ich noch einmal die Erde unter der Unterlage spüre,
Auf der ich sitze und unter meinen Füßen oder unter meinen Knien.
Ganz bewusst lasse ich mich tragen von der Erde,
Die immer da ist.
Fester Halt.
Aus diesem Halt heraus richte ich meinen Oberkörper gut auf,
Folge ihm in seiner ganzen Aufrichtung bis zum Scheitelpunkt und verbinde mich über meinen höchsten Punkt mit dem Himmel.
So bin ich jetzt hier,
Getragen von der Erde und aufgerichtet in meiner ganzen Würde in den Himmel.
Immer noch mittendrin in der Gegenwart Gottes.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Nun nehme ich jetzt noch einmal meinen Atem wahr,
Für einige Atemzüge,
Wie er kommt und wie er geht.
Und nun folge ich im Sitzen den Worten dieses alten Gebetes.
Die Bewegungen vollziehe ich nur in Gedanken nach und stelle mir vor,
Wie ich von Gott umgeben bin,
Von seiner menschgewordenen Liebe,
Von Christus.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Und Christus um mich herum,
Erfülle mich mit deinem Frieden.
Ich lasse für einige Atemzüge diesen Frieden und die Gegenwart Gottes auf mich wirken.
Kehre dann wieder zu dem Gebet zurück.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Christus um mich herum,
Erfülle mich mit deinem Frieden.
So verweile ich in der Stille,
Indem ich immer wieder zurückkehre zu diesen Worten,
Zu diesem Gebet und die Worte innerlich wiederhole.
Gedanken,
Die aufkommen und mich ablenken,
Sind ganz normal.
Ich kann sie wahrnehmen,
Mir kurz anschauen und dann lasse ich sie weiterziehen wie die Wolken im Himmel und wende mich wieder dem Gebet zu.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Christus um mich herum,
Erfülle mich mit deinem Frieden.
Nun höre ich ein letztes Mal auf die Worte und spreche sie innerlich nach.
Christus vor mir,
Weise mir meinen Weg.
Christus an meiner rechten Seite,
Beschütze mich.
Christus hinter mir,
Stärke mich.
Christus an meiner linken Seite,
Tröste mich.
Christus um mich herum,
Erfülle mich mit deinem Frieden.
Ich nehme die Hände noch einmal,
Lege sie auf mein Herz,
Spüre die Gegenwart Gottes,
Die mich umgibt und erfüllt.
Amen.
Für den Segen forme ich mit meinen Händen eine Schale und halte sie vor meinen Körper.
Stelle mir vor,
Wie Gott da seinen Segen hineintut.
So segne uns nun der eine,
Die schöpferische Kraft allen Lebens,
Die verschwenderische Liebe und die helle,
Klare Weisheit,
Gott Vater,
Sohn und Heiliger Geist.
Amen.
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