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Meine Haltung zu den Wechseljahren

by Claire Oberwinter

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Wechseljahre: Krankheit oder Chance? Weder noch, sondern beides gleichzeitig. In diesem Vortrag teile ich meine ehrliche Haltung zu einem Thema, das mich als Frau in der Perimenopause und als Menopause-Beraterin täglich begleitet. Zwischen Pathologisierung auf der einen und Gaslighting auf der anderen Seite liegt eine Mitte, die ich für die einzig ehrliche halte und die ich hier klar benenne. Weil Frauen weder kränker gemacht werden sollten als sie sind, noch im Regen stehen gelassen werden dürfen.

Transkription

Namaste und herzlich Willkommen!

Ich bin Claire,

Yoga-Lehrerin und Wechseljahre-Beraterin und ich begleite Frauen dabei,

Gesund,

Gelassen und glücklich durch die transformierende Zeit der Wechseljahre zu kommen.

Heute möchte ich über meine Haltung zu den Wechseljahren reden.

Denn es gibt ziemlich viel Ambivalenz,

Also ziemlich viele Pole,

Die sich gegenüberstehen bei diesem Thema.

Und über die möchte ich heute sprechen.

Erstmal bin ich froh,

Dass über die Wechseljahre viel,

Viel mehr geredet wird.

Bis vor wenigen Jahren war dieses Thema noch tabu und hat erst in den letzten Jahren großen Aufwind erhalten.

Und ich finde zu Recht,

Denn die Wechseljahre sind nicht für alle Frauen einfach ein lockerer Spaziergang.

Ja,

Wechseljahre sind keine Krankheit,

Sondern eine natürliche Phase im Leben einer Frau,

Genauso wie die Pubertät.

Das heißt aber nicht,

Dass diese Phase keine Beachtung verdient.

Wenn wir also über die Wechseljahre reden,

Befinden wir uns immer in einem Spannungsfeld und auf einem schmalen Grad.

Und von diesem möchte ich heute sprechen und meine Haltung deutlich machen.

Denn ich möchte als Frau weder kränker gemacht werden als ich bin und schon gar nicht als Mangelwesen wahrgenommen werden.

Ich will aber gleichzeitig ernst genommen werden mit meiner Situation und meinen Symptomen.

Für mich gibt es bei diesem Thema kein Entweder-oder,

Sondern ein Sowohl-als-auch.

Und genau darüber möchte ich jetzt sprechen,

Was ich damit meine.

Zunächst einmal,

Die Wechseljahre sind eine Phase des Umbruchs.

Und ich werde die Wechseljahre von nun an immer wieder mit der Pubertät vergleichen,

Weil diese beiden Phasen sehr viel gemeinsam haben.

Es sind beides Phasen mit starker hormoneller Veränderung.

Es sind Phasen,

In denen der Körper sich auf eine neue,

Ich sag jetzt mal in Anführungszeichen,

Realität einstellen muss.

Es sind Phasen,

Die stark auf die Identität,

Gesundheit und Psyche wirken können.

Und es sind vulnerable Phasen,

In denen es auch ungünstige Entwicklungen geben kann.

Wie du vielleicht gehört hast,

Ich rede hier oft von können und nicht müssen.

Denn nur weil der Körper sich umstellt,

Heißt es nicht automatisch,

Dass es zu Problemen kommen muss.

Aber,

Und das möchte ich ausdrücklich hervorheben,

Es sind Phasen,

In denen es mächtig ruckeln kann,

Wenige Steine auf den anderen bleiben,

Sich innerlich wie äußerlich ja doch einiges verschiebt.

Es sind also Phasen von Veränderungen und aus Nervensystemsicht sind Veränderungen erstmal etwas,

Das die innere Sicherheit und Stabilität wackeln lässt.

Daher sind auch die Wechseljahre für viele Frauen eine Phase,

Durch die man nicht unbedingt einfach so hindurchgleitet.

Ja,

Natürlich.

Es gibt sie,

Die Frauen,

Die einfach so durchrutschen und nichts oder nicht viel merken.

Und dann gibt es die Frauen,

Bei denen sich alles komplett verändert,

Die leiden ohne Ende und die sich mühsam durch diese Phase schleppen.

Und natürlich,

Es gibt alles dazwischen.

Die Wechseljahre sind also keine Entweder-oder-Phase,

Sondern eine Phase,

In der jede Frau ein anderes Erleben hat,

Abhängig von vielen verschiedenen Faktoren.

Und ich bin der Meinung,

Wechseljahre sind keine Krankheit,

Brauchen aber Aufmerksamkeit.

Da müssen sie halt durch",

War sehr lange eine Aussage von Ärztinnen,

Frauen in den Wechseljahren gegenüber und ist es ehrlicherweise und erstaunlicherweise manchmal immer noch.

Und diese Aussagen machen mich ziemlich wütend.

Denn wie ich gerade erwähnt habe,

Sind die Erfahrungen von Frauen in den Wechseljahren breit gestreut.

Allen Frauen und vor allem denen,

Denen es nicht gut geht in dieser Zeit,

Also zu sagen,

Da müssen sie halt durch,

Ist nicht nur arrogant,

Sondern unmenschlich in meinen Augen.

Ja,

Wechseljahre sind keine Krankheit.

Da gebe ich Menschen,

Die das sagen,

Durchaus recht.

Wechseljahre machen Frauen auch nicht zu Mangelwesen oder zu minderwertigen Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Und wie schon erwähnt,

Gibt es sie,

Die Frauen,

Die mühelos durch diese Phase gleiten.

Dabei wird immer wieder von einer Drittelung gesprochen.

Ein Drittel hat keine Symptome,

Ein Drittel leichte bis mittlere und ein Drittel schwere.

Wenn diese Zahlen wirklich stimmen,

Dann bedeutet das aber auch,

Dass zwei Drittel aller Frauen Symptome haben und auch wenn es in Anführungszeichen nur leichte sind.

Aber auch die können belastend sein.

Und die Frage,

Die ich mir dabei stelle,

Ist,

Wollen wir diese Frauen einfach ignorieren?

Natürlich ist es ein schmaler Grad,

Den wir hier beschreiten.

Ein schmaler Grad zwischen einer Pathologisierung der Wechseljahre einerseits und Ignoranz und Gaslighting andererseits.

Pathologisierung bedeutet,

Dass die Wechseljahre eben doch als Krankheit oder Defekt wahrgenommen werden,

Während es bei Gaslighting um das Berühmte,

Da müssen sie halt durch und stellen sie sich nicht so an,

Das sind die Wechseljahre,

Sie sind einfach nur gestresst,

Geht.

Also ein Absprechen,

Ein Negieren,

Ignorieren vorhandener Symptome und ein Verhindern einer adäquaten Behandlung.

Und ich finde,

Die Diskussion über die Wechseljahre sollte daher nie in eins der beiden Extreme gehen,

Sondern immer beinhalten,

Dass beides gleichzeitig wahr ist.

Dass die Wechseljahre keine Krankheit sind und gleichzeitig eine Phase,

Bei der gegebenenfalls Hilfe und Unterstützung gefragt ist.

Sie braucht also kein Ignorieren und auch kein Pathologisieren,

Sondern Bewusstsein und Aufmerksamkeit.

Wobei wir beim nächsten Punkt angekommen sind,

Nämlich Wissen ist Macht,

Auch bei den Wechseljahren.

Über die Pubertät gibt es,

In meinen Augen völlig zu Recht,

In der Schule eine entsprechende Aufklärung.

Und dabei geht es nicht nur darum,

Kinder und Jugendliche über Sexualität aufzuklären,

Um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern.

Es geht auch darum,

Dass die Jugendlichen lernen,

Was in der Pubertät auf sie zukommt,

Um sich selbst und andere in dieser Phase des Lebens besser zu verstehen.

Es gibt ja auch darüber hinaus nicht wenige Informations- und Hilfsangebote für Kinder und auch ihre Eltern.

Und auch das wieder völlig zurecht.

Denn in dieser vulnerablen Phase kann sich so einiges verschieben und auch manchmal ungünstig entwickeln.

Das sagen wir doch auch nicht.

Ach,

Da müssen wir nicht drüber reden und stell dich nicht so an.

Genau das Gleiche sollte in meinen Augen auch bei den Wechseljahren geschehen und tut es ja glücklicherweise auch seit ein paar Jahren.

Nämlich,

Dass dieses Thema mehr besprochen wird,

Damit Frauen wissen,

Was auf sie zukommen kann.

Woran sie die Wechseljahre überhaupt erkennen.

An welchen Stellschrauben sie drehen können und welche Auswirkungen die Wechseljahre in Bezug auf das Altern haben können.

Dieses Wissen alleine hilft schon mal,

Um nicht auf einmal völlig ratlos vor dem eigenen Leben und Körper zu stehen,

Die man beide irgendwie nicht wiedererkennt.

Informiert darüber zu sein,

Was in dieser Phase möglicherweise auf uns Frauen zukommt,

Ist für mich die Basis,

Um ganzheitlich,

Gesund,

Gelassen und glücklich durch die Wechseljahre zu gehen.

Und das möglichst selbstbestimmt.

Und wenn das neuere Interesse an den Wechseljahren und die Aufmerksamkeit bzw.

Sogar die mediale Aufmerksamkeit dazu beitragen,

Dann wüsste ich ehrlich gesagt nicht,

Was ich daran schlecht finden soll.

Dann gibt es da den Vorwurf der Geldmacherei mit den Wechseljahren.

Denn sobald ein Thema medial und gesellschaftlich mehr Aufmerksamkeit erhält,

Sind auch findige Geschäftsleute nicht weit.

Und das meine ich erstmal völlig neutral.

Denn per se ist daran erst einmal nichts Schlechtes.

Wenn irgendwo eine Nachfrage ist,

Dann ist es doch gut,

Wenn es dazu passende Angebote gibt.

So funktioniert nun einmal unser Wirtschaftssystem.

Nun kommt aber auch immer wieder Kritik auf,

Dass das Geschäft mit den Wechseljahren ja ein Milliardenmarkt sei und es für eine natürliche Phase des Lebens nicht gerechtfertigt sei,

Dass man damit Geld verdient.

Und ja,

Ich sehe sie auch,

Die Unternehmen,

Die einfach nur aufs Geldmachen aus sind und einfach nur aus Profitgründen auf den Zug aufspringen,

Jetzt auch oder überhaupt was für Frauen in den Wechseljahren anzubieten.

Spontan würde mir ein Yogamattenhersteller einfallen,

Der jetzt einfach normale Matten doppelt so teuer verkauft,

Als angepasst an Frauen in den Wechseljahren vermarktet.

Dieses fiktive,

Tatsächlich fiktive Beispiel finde ich alleine,

Wenn ich nur in der Theorie darüber nachdenke,

Ziemlich abstoßend und unmoralisch.

Und ich weiß,

Dass es Firmen da draußen gibt,

Die genau so etwas machen.

Und das finde ich verwerflich und lehne ich absolut ab.

Aber ernst gemeinte und hilfreiche Angebote,

Die Frauen in den Wechseljahren eine echte Unterstützung bieten und es ihnen ermöglichen,

Leichter durch diese Phase zu kommen,

Finde ich gut und richtig und wichtig.

Man würde doch auch nicht einer Coach,

Die sich auf Teenager und ihre Eltern spezialisiert hat,

Vorwerfen,

Dass sie mit dem Leid der Menschen ihr Geld verdient.

Oder die Beraterin,

Die Schwangere durch die sensible Zeit der Schwangerschaft begleitet.

Oder die Beratungsstelle,

Die Angebote für Menschen mit ADHS bereithält.

Warum wirft man also Menschen,

Die sich mit ihren Angeboten an Frauen in den Wechseljahren richten,

Manchmal vor,

Sie seien nur auf Profit aus?

Ich finde es eher verwerflich,

Frauen in den Wechseljahren im Regen stehen zu lassen,

Wenn sie wirklich Hilfe und Unterstützung benötigen.

Ich wünsche jeder Frau von tiefstem Herzen,

Dass sie ohne jegliche Probleme durch diese Zeit kommt und glücklich und zufrieden ist und bleibt.

Die Realität ist aber teilweise eine andere.

Und für diese Frauen muss es in meinen Augen die Möglichkeit geben,

Dass sie entsprechende Unterstützung erfahren.

Bleibt noch ein letztes Spannungsfeld.

Und das ist vielleicht das Persönlichste.

Nämlich,

Dass die Wechseljahre für mich gleichzeitig eine echte Chance sind und manchmal einfach nur lästig und anstrengend.

Ich sehe die Wechseljahre tatsächlich als große Chance.

Als Möglichkeit,

Sich von alten Ideen,

Rollen,

Erwartungen zu befreien,

Die nicht mehr zu einem passen oder vielleicht sogar auch nie gepasst haben.

Die Wechseljahre sind eine Chance,

Sich mehr seinem wahren Selbst zuzuwenden.

Eigene Bedürfnisse zu priorisieren oder überhaupt wieder zu spüren.

Lerne,

Nein zu sagen und sich abzugrenzen.

Mehr Standing zu entwickeln,

Die eigenen Prioritäten neu zu ordnen.

Ich sehe die Wechseljahre als Einladung,

In der Mitte des Lebens eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen.

Seine Ziele,

Wünsche und Träume zu überdenken und Kurskorrekturen vorzunehmen.

Finde ich deswegen alles toll an den Wechseljahren?

Nur weil ich in dieser verletzlichen Zeit eine Chance sehe,

Sein eigenes Leben auf ein solides und vielleicht sogar solideres Fundament zu stellen als vorher?

Nein!

Ich könnte gut und gerne auf die Schlafstörungen verzichten,

Die mich immer wieder ereilen.

Auf die Gewichtszunahme,

Die mich schon eine Kleidergröße gekostet hat.

Auf die Stimmungsschwankungen und Energielosigkeit,

Die sich immer wieder breitmachen.

Auf die Konzentrations- und Wortfindungsprobleme,

Die mich begleiten.

Auf die wohl langsam auftauchenden Hitzewallungen,

Die ich zunehmend wahrnehme.

Und auf alles andere,

Was noch kommen wird,

Was mir manchmal im Wege steht und einfach echt unangenehm und anstrengend ist.

Aber weißt du was?

Es kann beides gleichzeitig da sein.

Und vielleicht denkst du jetzt,

Das hab ich doch schon mal gehört.

Und das ist richtig,

Denn genau das hab ich auch beim Thema Pathologisierung versus Gaslighting angemerkt.

Und vielleicht ist das eben der zentrale Punkt,

Dass es nicht darum geht,

Ein Entweder-oder zu kreieren.

Sondern ein Sowohl-als-auch.

Allerdings ist Ambivalenz etwas,

Das wir Menschen nur schwer aushalten können.

Wir haben es gerne entweder schwarz oder weiß,

Aber nicht beides gleichzeitig.

Denn das mag unser Gehirn nämlich nicht sonderlich gerne.

Ich glaube aber,

Dass es umso wichtiger ist,

Diese Ambivalenz aushalten zu lernen.

Und auch hier kann meine,

In Anführungszeichen,

Geliebte Nervensystemregulation,

Über die ich immer wieder spreche,

Ein wunderbares Werkzeug sein,

Um diesen Prozess des Lernens und Aushaltens zu unterstützen.

Denn dabei lernen wir auch zusätzlich noch,

Dass alles mal ein Ende hat.

Oder,

Um es mit den Worten einer persischen Redewendung zu sagen,

This too shall pass.

Übersetzt so viel wie,

Auch das wird vorübergehen.

So wie die Wechseljahre irgendwann einmal vorübergehen und die meisten Frauen danach das höchste Zufriedenheitslevel in ihrem Leben haben.

Wenn du wissen möchtest,

Welche Stellschrauben du in den Wechseljahren in der Hand hast,

Von Ernährung über Schlaf bis Nervensystemregulation,

Findest du hier auf InsideTimer einige andere Talks dazu und auch passende Meditationen sowie Yoga-Einheiten,

Die ich hier regelmäßig veröffentliche.

Denn informiert zu sein ist die Basis.

Und den Rest,

Den gehen wir gemeinsam an.

Wenn dir das gefallen hat,

Dann folge mir hier und teile das mit anderen Frauen,

Für die das auch wichtig ist.

Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

Namaste Deine Claire

© 2026 Claire Oberwinter. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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