09:12

Christliche Meditation 2. Vielfältige Formen

by F. Patrick Martin

rating.1a6a70b7
Bewertet
4.4
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
17

Meditation ist für Christen nicht an eine bestimmte Form gebunden. Daher gibt es im Laufe der Geschichte die vielfältigsten Möglichkeiten, durch Meditation in Verbindung mit Gott und dir selbst zu kommen. Hier kurzer ein Überblick über die geläufigsten Formen der christlichen Meditation.

Transkription

Grüß Gott,

Ich bin Patrick.

Meditation ist für Christen nicht an eine bestimmte Form gebunden.

Daher gibt es im Laufe der Geschichte die vielfältigsten Möglichkeiten,

Durch Meditation in Verbindung mit Gott und dir selbst zu kommen.

Schon in den ersten Jahrhunderten wurde das Gebet mit dem Atem in Verbindung gebracht.

Die Wüstenväter praktizierten das Herzensgebet oder Jesusgebet,

Bei dem der Name Jesus sich mit dem Atem und dem Herzschlag verbindet,

Um schließlich im immerwährenden Gebet zu bleiben,

Selbst beim Arbeiten oder sogar Schlafen.

Diese Gebetsform ist vor allem von der Ostkirche stark verbreitet,

Aber auch in der katholischen Kirche sehr bekannt.

Noch älter ist das Gebet zu bestimmten Tageszeiten oder Stundengebet.

Es geht auf die vorchristliche Zeit im Judentum zurück.

In den Psalmen verbinden wir uns in meditativen Gesängen mit Gott und den Menschen,

In den verschiedenen Lebenslagen und bringen Dank,

Lobpreis,

Aber auch Klagen,

Zweifel und Ärger vor Gott.

Diese Form gehört zur offiziellen Liturgie der katholischen Kirche und wird von allen Ordensleuten und Klerikern zu den verschiedenen Tageszeiten praktiziert,

Aber auch von vielen anderen Gläubigen in ihren Tagesablauf eingeplant.

Beim Angelusleuten um 6 Uhr,

12 Uhr und 18 Uhr war es für die Gläubigen üblich,

Alles stehen und liegen zu lassen,

Sich eine Pause zu gönnen,

Ihren Alltag wieder mit Gott zu verbinden und sich daran zu erinnern,

Ich bin erlöst,

Befreit,

Weil Gott ein Mensch wurde wie ich und gearbeitet hat wie ich.

Auch wenn durch die unruhigen Zeiten und der zunehmend verkopfte Glaube dies in der westlichen Welt nur noch von wenigen Gläubigen praktiziert wird,

Erinnern das Läuten der Glocken heute noch daran.

Die benediktinische Spiritualität kennt die Lectio Divina oder geistliche Schriftlesung.

Hierbei wird ein kurzer Abschnitt der Bibel gelesen und in nicht so sehr mit dem Verstand,

Das geschieht idealerweise im Vorfeld,

Sondern mehr mit dem Herzen meditiert.

Dann lässt du es in kontemplativen Gebet in Stille auf dich wirken.

Du schließt mit einem mündlichen Gebet als Gespräch mit Gott.

Anbetung ist eine Praxis in Stille in eine Kirche oder an einem ruhigen Ort zu verweilen und einfach nur Gott anzuschauen,

Ihn lieben und anbeten und sich von Gott lieben zu lassen.

In der katholischen Kirche entstand vor allem unter den einfachen Gläubigen im Mittelalter die Rosenkranz-Meditation.

Viele hatten Schwierigkeiten gesammelt in Stille zu verharren und zu betrachten,

Was das Leben von Jesus Christus mit ihrem Alltag zu tun hat.

Die Gedanken schweifen ja so leicht ab und der Rosenkranz ist ein sehr leichtes Mittel,

Die Gedanken zu bündeln und sich immer wieder auf Jesus Christus auszurichten.

Hierbei wird nach dem Gebet des Herrn,

Dem Vaterunser,

Zehnmal hintereinander im Atemrhythmus das Ave Maria im Gesingsang monoton wiederholt.

Eine Gebetsschnur hilft dabei.

Bei der Mitte des Gebetes,

Dem Namen Jesus,

Wird ein Ereignis aus dem Leben Jesu eingesetzt.

Zum Beispiel Jesus,

Der von den Toten auferstanden ist.

Dies wird zehnmal hintereinander wiederholt und du kannst das Leben Jesu aus den Augen seiner Mutter Maria betrachten.

Du hältst dich dabei nicht bei den Worten der wiederholenden Gebete auf,

Sie richten deine Aufmerksamkeit nur immer wieder zurück zu Jesus,

Der Mitte dieser Meditation.

Und was dieses Ereignis im Leben Jesu gerade jetzt mit dir zu tun hat.

Diese Meditation wird auch in Gemeinschaft in fast jeder katholischen Pfarrei praktiziert.

In den 90er Jahren entstand in der evangelischen Kirche eine ähnliche Meditationsform.

Die Perlen des Glaubens sind eine Gebetsschnur,

Die auch an die verschiedenen Geheimnisse unseres Glaubens erinnern.

Jede der 18 Perlen steht für ein anderes Thema,

Wie die Gottesperle,

Die Ich-Perle oder die Perlen der Stille.

In der Meditation verbindet man diese Glaubensthemen mit der Situation,

In der der Beter gerade steht.

Hier gibt es auch Gruppen zum Austauschen.

Sehr verbreitet in der evangelischen Kirche ist die Stillezeit,

Die tägliche Meditation über einen Schrifttext,

Oft mit einem erläuternden Gedanken.

Bei dieser Meditation werden auch Dank und Bitten vor Gott gebracht.

Im vorigen Jahrhundert entstand in Taizé eine Bewegung,

In der mit wiederholenden meditativen Gesängen die Seele zu Gott erhoben wird.

Diese ökumenische Meditations- und Gesangsform ist sehr verbreitet in allen christlichen Konventionen,

Teils bei regelmäßigen Taizé-Gottesdiensten,

Der Nacht der Lichter oder auch beim jährlichen großen Taizé-Jugendtreffen.

Eine besondere Form der katholischen Meditation ist auch die Bußandacht,

In der über das eigene Leben reflektiert wird.

Dies ist in der Regel eine gemeinschaftlich geführte,

Angeleitete Meditation,

Mit kurzen,

Tiefgehenden Impulsen über das vergangene Leben nachzudenken und anschließender Stille.

Schließlich wird sich auf die Zukunft ausgerichtet und darüber meditiert,

Einen ganz anderen,

Neuen Weg einzuschlagen,

Umzukehren.

Diese Meditation wird meistens als eine Vorbereitung zum Empfang des Sakramentes der Versöhnung praktiziert,

Wo beim Einzelgespräch alle Schuld verziehen wird und ein völliger Neuanfang möglich ist.

Weitere besondere Formen sind die Meditation in Bewegung,

Wie das Pilgern,

Die Prozessionen oder liturgische Tänze oder auch die Bildmeditation,

Vor allem in der Ostkirche mit ihren Ikonen.

Besonders in den letzten Jahrhunderten hat man im Christentum Westeuropas sehr stark auf Vernunft und Verstand gebaut,

Sich auf die wissenschaftlichen und karitativen Grundlagen des Glaubens berufen,

Um sich von Schwärmerei,

Weltabgewandter Esoterik oder reiner Gefühlsbetonteit abzugrenzen.

Dieser Fokus auf die Vernunft ist natürlich sehr gut und grundlegend im Christentum,

Führte aber auch verstärkt dazu,

Dass die Spiritualität nicht selten zu kurz kommt und wir diese Schätze unseres Glaubens erst wieder neu entdecken müssen.

Denn gerade unsere unruhige und stressige Zeit hat die Rückbesinnung auf Spiritualität nötig und wir können aus einer reichen Vielfalt der christlichen Spiritualität profitieren.

Das Christentum ist nicht an die Formen der Meditation gebunden.

Daher gibt es auch keine Wertung,

Welche Form die beste ist.

Du kannst selbst herausfinden,

Welche Meditationsform deinem Leben am besten entspricht.

Ich hoffe im Laufe der Zeit immer mehr Meditationsformen vorstellen zu können und detaillierter dazu anzuleiten als in diesem kurzen Überblick.

Schöpfe also aus den Jahrtausenden der Erfahrung in dieser christlichen Betrachtung,

In dieser Begegnung mit dem lebendigen Gott und genieße das Leben in seiner ganzen Fülle.

Gott glaubt an dich.

4.4 (5)

Neueste Bewertungen

Christian

May 1, 2024

Angenehme Stimme. Guter ausgewogener Überblick. Danke! SDG!

Jan

April 5, 2024

Sehr interessant und viel zu stark in Vergessenheit geraten, finde ich. Danke für Deine Arbeit.

Flora

March 16, 2024

Danke🌸

© 2026 F. Patrick Martin. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 35 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else