
7 Fragen an Lucia Nirmala Schmidt
by YOGA AKTUELL
In diesem Interview mit Lucia Nirmala Schmidt erfährst du einiges über die Hände. Beeindruckend! Die Hand ist ein richtiges Wunderwerk der Natur. Durch eine eigene Erkrankung an den Händen kann Lucia neben einer tiefgreifenden Fachkenntnis aus der eigenen Erfahrungen sprechen und hat viele gute Tipps für dich parat!
Transkription
Herzlich Willkommen.
Hallo Lucia.
Namaste.
Herzlich Willkommen die Yoga Aktuellenlese.
Hallo.
Hallo,
Grüß dich Doris.
Schön,
Dass du da bist.
Wo bist du gerade?
Du,
Ich bin jetzt gerade in Zürich in meinem Büro.
Da führst du mich jetzt an.
Wunderbar.
Ja,
Herzlich Willkommen.
Schön,
Dass du dir Zeit nimmst.
Ich möchte dich gerne den Menschen vorstellen,
Die dich noch nicht kennen.
Das ist die Lucia Niamala Schmidt aus Zürich.
Du gehörst zu den Yoga-Pionieren in Europa.
Bist seit 30 Jahren aktiv.
Aber wenn ich so dein Wissen wahrnehme,
Dann sind es gefühlte 100 Jahre.
Das ist immer sehr,
Sehr schön.
Du bildest aus und weiter und bist Autorin.
Sehr aktiv auch in den sozialen Medien und auch natürlich bei Yoga Aktuell.
Eine sehr,
Sehr geschätzte Autorin.
Und du fängst jetzt in der Juni-Ausgabe eine Reihe über Hände an.
Zeig dir eure Hände.
Wie viele Gelenke etc.
Haben unsere Hände?
Unsere Hände haben eine Vielzahl an Gelenken und kleinen Muskeln.
Ich bin jetzt gar nicht sicher.
Es sind 26,
Wenn ich mich richtig erinnere.
Aber ich müsste jetzt auch nochmal nachschauen.
Das sind so Informationen,
Die speichere ich in meinem Kurzzeitgedächtnis ab.
Weil ich weiß,
Das kann ich jederzeit wieder nachlesen und wieder nachschauen.
Okay,
Aber es war auf jeden Fall sehr,
Sehr beeindruckend,
Wie dezidiert du dich mit den Händen auseinandersetzt und was genau fasziniert dich so an den Händen?
Es sind eigentlich zwei Interessengebiete,
Die ich habe,
Was die Hände anbelangt.
Einmal ist es eine Erkrankung,
Die ich vor mittlerweile vier Jahren hatte,
Wo man lange gar nicht wusste,
Was passiert da und woher kommen diese Schmerzen,
Die ich von heute auf morgen in meinen Händen hatte.
Das hat mich dann eingeladen,
Selber auf die Suche zu gehen und nach Antworten zu suchen.
Ich habe weder die Stuhlmedizin noch die Homöopathie ausprobiert.
Da hieß es immer,
Es ist alles perfekt,
Alles super,
Alles gesund.
Ich hatte so starke Schmerzen.
Das hat mich dazu geführt,
Mich selber in der Tiefe damit zu beschäftigen.
Etwas anderes ist,
Dass mich dieses Thema schon ganz,
Ganz lange begleitet.
Sicher seit über 20 Jahren.
Weil ich immer wieder von vielen Frauen in meinen Stunden gehört habe,
Dass die Handgelenke schmerzen,
Wenn man lange Stützhaltungen macht,
Also wenn man lange in der Katze oder im Breit- oder im herabschauenden Mund steht.
Und auch in den Fortbildungen,
Die ich gegeben habe am Wochenende,
Kamen immer wieder Fragen von meinen Gruppen,
Weil das offensichtlich ganz viele beschäftigt hat.
So dass ich sicher bereits vor 15 Jahren angefangen habe,
Mich darauf zu spezialisieren,
Gerade was die Handgelenke anbelangt.
Und Übungen zu entwickeln.
Ich habe viel mit Therapeuten gearbeitet und kenne mittlerweile,
Auch dadurch,
Dass ich selber betroffen war,
Ganz viele Geheimtipps.
Jetzt eine Frage.
Kann Handprobleme mit den Händen auch durch falsches Yoga entstehen?
Auf alle Fälle.
Nicht nur durch falsches Yoga,
Sondern egal was man tut,
Eine Sportart oder egal was man macht,
Ob es Gymnastik ist oder etwas anderes.
Durch eine Fehlhaltung kann ganz viel Druck auf die Handgelenke entstehen.
Wann ist es denn Deiner Ansicht nach Zeit,
Dass man mit Übungen anfangen muss?
Wo ist es einfach mal ein bisschen Überdehnung?
Oder wann sollte man sich wirklich unterstützen lassen oder mit Übungen beginnen?
Meine Erfahrung ist,
Dass es ganz gut ist,
Diese Übungen immer in Yoga-Stunden zu integrieren,
Wenn man weiß,
Dass man viel auf den Händen steht.
Weil wir einfach durch die viele Computerarbeit und jetzt gerade im Lockdown,
Wo so viele ausgeglichen sind und viel online angeboten haben,
Oder am Computer saßen,
Vielleicht noch mehr am Computer saßen als vorher,
Kommt einfach eine Belastung nicht mehr auf die Hände,
Sondern wirklich auf die ganze Schulterpartie.
Du weißt ja,
Dass in der Halswirbelsäule ganz viel Nerven weggehen,
Die in die Arme gehen.
Also durch eine ungewöhnliche Haltung im Schulterbereich können wir einfach die Nerven an verschiedenen Regionen abklemmen,
Sei es hier die Halsregion,
Sei es hier unter dem Schlüsselbein usw.
Sodass diese Missempfindungen einfach da sind,
Die gehen durch unsere Alltagsbelastung,
Weil wir einfach so viel,
Auch am Smartphone,
Das ganze Bindegewebe in den Unterarmen und Händen verklebt und das macht Druck auf die Nerven.
Und insofern ist es ganz wichtig,
Das Gewebe zu befreien,
Damit die Muskeln auch entsprechend das Gelenk anschützen können,
Weil wenn alles verklebt ist,
Dann kann auch die Muskulatur nicht gut arbeiten,
Das Gelenk nicht entlasten.
Also ich empfehle wirklich in jeder Stunde,
Wenn du weißt,
Du machst vielstützgeschichten oder du hast vielleicht Frauen in den Gruppen,
Die dir schon erzählt haben,
Dass sie Schmerzen haben in den Händen,
Dann würde ich das sowieso einbauen.
Okay,
Super.
Und welche Übung sollte da auf keinen Fall fehlen?
Für mich sind es verschiedene Aspekte.
Es gehört für mich einerseits in Lockerungsübungen rein,
Die den ganzen Schultergürtel und die ganzen Hände lockern,
Also das sind so Schüttelübungen,
Schwingübungen.
Dann aber ganz viel Lösen von Verklebungen,
Also so ein Myofacial Release nennt man das heute.
Also es muss das Bindegewebe lösen mit Massagen,
Mit Kneten,
Mit Zupfen,
Mit Unterstützung zum Beispiel mit Blöcken oder mit Wellen.
Das wäre eine Möglichkeit.
Und es gehört für mich immer noch Dehnung,
Also Beweglichkeit,
Beweglichkeit erhalten,
Mobilisationen,
Hände,
Handgelenke,
Finger,
Aber auch Kräftigungsübungen.
Also es gehört für mich alles dazu.
Lockern,
Lösen,
Kräftigen,
Mobilisieren Dinge.
Super,
Dann ist das also auch ein sehr komplexes Thema.
Ja.
Ja,
Schön.
Kannst du denn den Yoga-Aktuelleserin schon mal so eine kleine Leitübung geben?
Eine Leitübung?
Eine Leitübung.
Also die man auch gut im Alltag anwenden kann.
Ja,
Eine total unspektakuläre Übung,
Die aber total effektiv und effizient ist.
Ich finde einfach,
Um Raum zu schaffen im Handgelenk und Verklebungen,
Das ist mit Zupfen.
Ich weiß nicht,
Ob du noch von früher diese alte,
Gute alte Bindegewebsmassage kennst,
Wo man viel gekniffen hat und Zupfen.
Genau das kannst du machen um das Handgelenk herum.
Also dass du mit den zwei Fingern von einer Hand beim Handgelenk so ein bisschen weghebst und schüttelst und auch drehst.
Ah,
Super.
Es gibt so Stellen,
Die sind ziemlich empfindlich.
Seht ihr das so?
Wir haben das quasi rundherum um das Handgelenk.
Super,
Wow,
Cool.
Es gibt echt Stellen,
Wo ich merke,
Da ist das Gewebe wirklich verklebt.
Und da gehe ich dann einfach so einmal rum.
Das reicht meistens.
Du kannst auch noch ein bisschen auf die Hand drauf gehen.
Oder hier beim Unterarm.
Wunderbar.
Und damit schaffst du wirklich Raum im Gelenk,
Leichtigkeit.
Super,
Sehr schön.
Und in etwa noch eine andere Übung,
Was ich ganz wichtig finde,
Und das ist aber etwas,
Was wir im Yoga nicht einbauen können.
Und zwar sind unsere Arme und Hände darauf ausgelegt,
Um zu hängen.
Unsere Affenkollegen.
Wirklich zu hängen,
Das ist super wichtig,
Um Traktion,
Um einen Zug auf die Gelenke zu bringen und die Gelenke zu lösen.
Und wann immer du draußen bist oder an einem Spielplatz vorbeigehst,
Würde ich da einfach an so einer Reckstange ein paar Sekunden hängen.
Nicht so oft.
Früher als Kinder haben wir das super viel gemacht im Wohnunterricht.
Oder am Baden oder an der Reckstange.
Ich habe das seit meiner Schulzeit nie mehr gemacht.
Und man verklebt wirklich das ganze Muskelbildgewebe und diese Traktion,
Was beim Hängen entsteht.
Das ist so wichtig.
Wenn du im Wald spazierst,
Und manchmal gibt es ja Stationen im Wald,
Ich weiß nicht,
Wie man das bei euch nennt,
Bei uns heißt das Vitaparkour.
Wie heißt das bei euch?
Fitnessparcours oder so.
Genau,
Und da gibt es manchmal auch so,
Da kann man sich vielleicht auch mal irgendwohin hängen,
Das ist echt super.
Ich glaube,
Wo man es nicht machen sollte,
Ist in der S-Bahn oder im Zug,
Weil da habe ich letztens ein Schild gesehen,
Da stand,
Das ist kein Sportgerät.
Aber wunderbar,
Vielen Dank,
Luna,
Für den ersten Teaser-Geschmack für die Serie.
Ich freue mich sehr darauf,
Ich habe den Text schon lesen dürfen.
Es ist sehr informativ und ich glaube,
Die Yoga Aktuell-Leserinnen und Leser können sich auch sehr darauf freuen.
Vielen herzlichen Dank.
Namaste.
Ich danke dir von Herzen für dieses Interview und für deine Zeit.
Namaste.
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