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Frida Begegnen: Meditation Über Brüche, Halt Und Aufrichtung

by Nina Bürklin

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Meditation
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Begegne der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo und ihrem Selbstbildnis "Die gebrochene Säule" (1944) in dieser geführten Meditation. Diese sinnzentrierte Kunstbetrachtung verbindet kunsthistorisches Wissen mit meditativen Elementen und einzelnen Reflexionsfragen. Gemeinsam verweilen wir bei einem einzigen Kunstwerk, entdecken seinen Entstehungskontext und folgen den existentiellen Fragen, die sich aus dem Bild entwickeln. Eine Einladung, einer Künstlerin, ihrem Werk und vielleicht auch dir selbst mit neuer Aufmerksamkeit zu begegnen.

Transkription

Schön,

Dass du da bist.

In jeder Folge begegnen wir einer Künstlerin,

Einem ihrer Werke und einer existenziellen Frage,

Die uns auch heute noch etwas angehen kann.

Heute begegnen wir der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo und ihrem Selbstbildnis »Die gebrochene Säule« aus dem Jahr 1944.

Bevor wir anfangen,

Nehmt ihr gerne einen Moment Zeit,

Um das Bild in Ruhe anzuschauen.

Du kannst es zum Beispiel über eine Suchmaschine finden.

Die gebrochene Säule von Frida Kahlo,

1944.

Wenn du willst,

Kannst du dir auch etwas zu schreiben bereitlegen,

Um deinen Gedanken in der Form Raum zu geben.

Aber das ist kein Muss.

So oder so,

Nimm dir in den ca.

10 Minuten,

Die jetzt folgen,

Zeit für dieses eine Kunstwerk.

Und für die Künstlerin.

Und natürlich auch für dich selbst.

Bevor wir beginnen,

Kommen eine für dich angenehme Haltung,

Am besten im Sitzen.

Aufrecht,

Aber nicht angespannt.

Ich lade dich ein,

Für einen Augenblick deinen Atem zu beobachten.

Einfach um anzukommen.

Du musst nichts verändern.

Nimm gerne wahr,

Wie dein Atem kommt.

Und wieder geht.

Noch einmal kommt.

Und wieder geht.

Als Frida Kahlo dieses Bild malt,

Ist sie 37 Jahre alt.

Sie lebt in Mexiko-Stadt.

Wenige Monate zuvor hat sie erneut eine Operation an ihrer Wirbelsäule hinter sich bringen müssen.

Danach muss sie wieder ein Stahlkorsett tragen.

Es ist nicht die erste Operation.

Fast 20 Jahre zuvor wurde ihr Körper durch einen Busunfall schwer verletzt.

Seitdem bestimmen Schmerzen,

Krankenhausaufenthalte und medizinische Eingriffe immer wieder ihren Alltag.

Und trotzdem malt sie.

Oder vielleicht gerade deshalb.

Sie malt nicht nur,

Um ihren Schmerz zu dokumentieren,

Sie malt,

Um ihm eine Form zu geben.

Ihr Werk,

Die gebrochene Säule,

Gehört zu diesen Bildern.

Lass deinen Blick nun langsam bei dem Gemälde ankommen.

Du musst gar nicht alles auf einmal sehen.

Vielleicht fällt dir zuerst die Landschaft auf.

Sie ist weit,

Fast leer.

Die Erde ist aufgerissen.

Tiefe Risse ziehen sich bis zum Horizont,

Über ihr liegt ein weiter Himmel,

Die Wolken wirken schwer,

Fast so,

Als läge eine Spannung in der Luft.

Mitten in dieser Landschaft steht Frieda.

Allein.

Sie trägt ein weißes Tuch um ihre Hüfte,

Ein helles Korsett um ihren Oberkörper.

Sie steht aufrecht und sie schaut uns direkt an.

Bleib gerne einen Moment bei diesem ersten Eindruck.

Nimm noch einmal einen ruhigen Atemzug durch die Nase ein.

Spüre,

Wie sich deine Lungen füllen.

Und durch die Nase aus.

Dieses Bild begegnet uns heute mit einer Frage,

Nicht damit wir sie sofort beantworten,

Sondern damit sie uns beim Betrachten begleitet.

Wer bin ich,

Wenn das Leben anders verläuft,

Als ich es erwartet habe?

Wir könnten auch sagen,

Wer bin ich,

Wenn das Leben anders verläuft,

Als ich es mir gewünscht habe?

Lass diese Frage in den nächsten Augenblicken einfach mitgehen.

Deine Begleiterin sein.

Ich lade dich ein,

Jetzt noch einmal auf die Landschaft zu schauen.

Je länger man hinsieht,

Desto stiller wirkt sie.

Sie erzählt nichts über einen bestimmten Ort.

Sie könnte überall sein.

Vielleicht wollte Frida Kahlo genau das,

Dass wir nicht nur ihre Geschichte sehen,

Sondern etwas entdecken,

Das auch unser eigenes Leben berühren kann.

Wie wäre es,

Wenn du dir jetzt die Frage stellst,

Wann hat sich etwas in meinem Leben grundlegend verändert?

Möglicherweise taucht sofort eine Erinnerung auf.

Vielleicht braucht die Frage aber auch Zeit.

Beides ist in Ordnung.

Lass die Frage einfach noch einen Moment neben dir stehen.

Und wenn du magst,

Schau jetzt noch einmal auf die Landschaft.

Sie ist dieselbe,

Aber vielleicht schaust du jetzt etwas anders auf sie.

Ich lade dich ein,

Jetzt deinen Blick zu Fridas Oberkörper wandern zu lassen.

Das helle Korsett fällt sofort auf,

Es hält ihren Körper zusammen und gleichzeitig wirkt es eng,

Fast unbeweglich.

Frida Kahlo kannte solche Korsetts aus ihrem Alltag.

Nach Operationen musste sie sie oft über Monate tragen.

Sie gaben Halt.

Aber sie machten ihr auch ständig bewusst,

Dass ihr Körper nicht mehr derselbe war.

Frida Kahlo malt dieses Korsett ganz bewusst.

Sie versteckt es nicht.

Sie macht es zum Mittelpunkt ihres Bildes.

Bleib gerne mit deiner Aufmerksamkeit noch einen Augenblick dort.

Vielleicht fällt dir auf,

Dass das Korsett zwei Dinge gleichzeitig tut.

Es stützt.

Und es begrenzt.

Was wäre,

Wenn du dich jetzt fragst?

Was gibt mir im Moment Halt im Leben,

Auch wenn es nicht immer leicht ist?

Vielleicht denkst du an einen Menschen oder an einen Ort.

Vielleicht an eine Gewohnheit.

Oder einfach an deinen eigenen Atem,

Der dich trägt.

Oder die Antwort bleibt noch offen.

Manche Fragen dürfen in uns reifen und wachsen.

Wenn du willst,

Schau jetzt noch einmal auf das Korsett.

An sich sieht es noch genauso aus wie vorher,

Aber vielleicht hat sich dein Blick darauf verändert.

Ich lade dich ein,

Deinen Blick jetzt weiter wandern zu lassen.

Frieda Kahlo hat ihren Oberkörper geteilt und geöffnet.

Dort,

Wo wir ihre Wirbelsäule erwarten würden,

Steht eine steinerne Säule.

Sie erinnert an eine Säule aus einem antiken Tempel.

Ein Bild für Stabilität,

Für etwas,

Das trägt.

Aber diese Säule ist gebrochen.

Risse ziehen sich durch den Stein,

Sie wirkt brüchig.

Und trotzdem steht Friede aufrecht.

Über ihren ganzen Körper sind kleine Nägel verteilt,

Im Gesicht,

Auf den Armen,

An den Beinen.

Sie sind klein,

Fast unscheinbar und gerade deshalb lassen sie ahnen,

Dass der Schmerz nicht nur an einer Stelle sitzt.

Er überzieht den ganzen Körper.

Frieda,

Carlo malt hier nicht,

Wie ihr Körper aussieht.

Sie malt,

Wie er sich anfühlt.

Das ist etwas anderes.

Und genau darin kann eine besondere Kraft ihrer Kunst liegen.

Wenn du willst,

Bleibe gern noch einen Moment mit deiner Aufmerksamkeit bei der Säule.

Und bei den Nägeln.

Und schau dann wieder auf Frieda.

Sie steht noch immer.

Wie wäre es,

Wenn du dir jetzt die Frage stellst?

Was hilft mir,

Aufrecht zu bleiben,

Wenn etwas in meinem Leben zerbrochen ist?

Möglicherweise kennst du solche Kräfte,

Die dir helfen,

Aufrecht zu bleiben.

Oft sind sie leise,

Von außen kaum sichtbar und doch tragen sie uns.

Du kannst,

Aber musst sie jetzt nicht benennen.

Es reicht,

Sie einen Moment wahrzunehmen.

Und wenn du willst,

Schau dann noch einmal auf die Säule.

Ja,

Sie ist gebrochen.

Aber trotzdem trägt sie Friede.

Und schließlich lade ich dich ein,

Deinen Blick jetzt langsam zu ihrem Gesicht wandern zu lassen.

Tränen laufen über ihre Wangen.

Doch ihr Blick ist klar,

Sie schaut uns direkt an.

Nicht bittend,

Nicht anklagend,

Einfach geradeaus.

Bleib gerne mit deiner Aufmerksamkeit für einen Moment bei diesem Blick,

Ohne ihn gleich deuten zu wollen.

Frida Kahlo erklärt ihr Bild nicht.

Sie malt es und sie vertraut darauf,

Dass wir bereit sind,

Genau hinzusehen.

Sie schrieb einmal.

Ich male mich selbst,

Weil ich so oft allein bin und weil ich die Person bin,

Die ich am besten kenne.

Vielleicht kann darin ein Schlüssel zu diesem Werk liegen.

Nicht allein Schmerz steht im Mittelpunkt,

Sondern die Entscheidung,

Sich selbst ehrlich anzuschauen.

Tritt jetzt gerne innerlich einen kleinen Schritt zurück.

Sieh dir das Bild noch einmal als Ganzes an.

Die weite Landschaft,

Den Himmel,

Das Korsett,

Die gebrochene Säule,

Die kleinen Nägel,

Blick.

Wenn du willst,

Kannst du jetzt gleich noch einen Moment bei diesem Bild bleiben.

Oder auch später noch einmal darauf zurückkommen.

Wenn du magst,

Nimm dir gleich ein paar Minuten Zeit,

Um deine Gedanken aufzuschreiben oder in Ruhe zu reflektieren,

Welche der Fragen dich heute am meisten anspricht.

Vielleicht genügt dir jetzt gerade aber auch einfach noch ein stiller Moment.

Danke,

Dass du Frida Kahlo begegnet bist.

Bis zum nächsten Mal.

© 2026 Nina Bürklin. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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