
Traumabonding- starke Anziehungskraft ist nicht immer Liebe
Besonders dann, wenn die Anziehungskraft zu einem Menschen so stark, so magnetisch ist, dass Du Dich nur schwer abgrenzen kannst, auch wenn Du schlecht behandelt wirst oder in der Beziehung Dinge passieren, die Du eigentlich gar nicht willst- wenn Du die meiste Zeit Anspannung oder Angst, Unsicherheit in Dir spürst- dann ist es vielleicht eine Traumabeziehung, ein Traumabondig, das Euch verbindet. Denn dieser ganze innere Stress, die Achterbahn der Gefühle ,die eine starke Sogwirkung entfalten kann, kann man leicht mit den starken Emotionen des starkes Verliebtseins verwechseln. Please note: This track may include some explicit language.
Transkription
Unsere ewige Sehnsucht nach Liebe,
Sie kann uns manchmal in eine regelrechte Beziehungssackgasse führen.
Denn wenn wir uns extrem stark zu jemandem hingezogen fühlen,
So ein Gefühl haben verschmelzen zu wollen und vielleicht endlich unseren Seelenpartner gefunden zu haben,
Für dessen Liebe wir alles tun würden,
Dann muss das nicht immer Liebe sein.
Besonders dann,
Wenn die Anziehungskraft so stark,
So magnetisch ist,
Dass du dich nur ganz schwer abgrenzen kannst,
Auch wenn du vielleicht schlecht behandelt wirst oder in der Beziehung Sachen passieren,
Die du eigentlich gar nicht willst,
Wenn du die meiste Zeit Anspannung oder Angst und Unsicherheit in dir spürst,
Dann ist es vielleicht eine Traumabindung,
Ein Traumabonding,
Das euch verbindet.
Denn dieser ganze innere Stress,
Die Achterbahn der Gefühle,
Die eine starke Sogwirkung entfalten kann,
Die kann man sehr leicht mit den starken Gefühlen des Verliebtseins verwechseln.
Das Gefühl einer sicheren Bindung dagegen ist eher ruhig und stabil.
Es ist ein sicheres,
Emotionales Zuhause,
Auch wenn es mal Probleme gibt.
Es gibt da sowas wie einen festen Boden unter deinen Füßen,
Auf den du bauen kannst.
Ein Gefühl von Vertrauen,
Auch wenn es mal Streit gibt.
Merkst du den Unterschied?
Kennst du ihn vielleicht?
Heute in Teil 2 meiner Miniserie zum Thema,
Wie aus Bindungswunden Beziehungswunder werden können,
Sprechen wir über Traumabonding,
Warum wir Liebe manchmal mit Angst verwechseln,
Du erfährst,
Warum wir uns überhaupt in einen bestimmten Menschen verlieben,
Was dabei im Unterbewusstsein passiert,
Warum es kein Zufall ist und was es mit unseren eigenen Urwunden zu tun hat,
Die wir schon aus unserem Leben mitgebracht haben.
Und wir sprechen auch darüber,
Wie du Traumabindungen erkennst und dich aus ihnen lösen kannst,
Um wirklich die Liebe zu finden.
Los geht's!
Leben,
Lieben,
Lassen – der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Herzlich willkommen bei Leben,
Lieben,
Lassen,
Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen,
Um gelingende Beziehungen zu führen.
Und das ist natürlich auch das Thema dieser Folge hier,
Teil 2 meiner Miniserie,
Wie aus Bindungswunden Beziehungswunder werden können.
Heute geht's um den wahren Grund,
Warum wir uns verlieben und in Beziehung gehen und auch um Traumabonding und ich möchte dich einladen zu einem tieferen Verständnis deiner Beziehungsmuster,
Die dich ganz ohne bewusste Absicht und doch aus einem wichtigen Grund immer wieder in ähnliche Beziehungssituationen steuern können.
Und ich möchte dir auch Mut machen,
Dich von diesen Mustern zu lösen,
Wenn sie nicht gut für dich sind.
Und in Teil 1 dieser kleinen Serie,
Hör da gerne nochmal rein,
Haben wir zuerst einmal unsere eigenen inneren Verletzungen und Kränkungen angeschaut,
Die wir aus unserer Lebensgeschichte,
Das heißt aus unseren Herkunftsfamilien mitgebracht haben.
Wir haben über Mutter- und Vaterwunden gesprochen und wie sie unser Selbstbild,
Unsere Selbstbeziehung und unsere Beziehungsfähigkeit beeinflussen.
Hör da gerne nochmal rein,
Aber es ist nicht zwingend notwendig,
Denn diese Folge hier steht auch für sich allein und nächste Woche geht es dann um die Wirkung unserer eigenen Entwicklung auf das Große und Ganze,
Wie wir Cyclebreaker werden,
Wenn wir die alten konditionierten Liebes- und Beziehungsmuster aufbrechen und neu entdecken.
Aber dazu dann mehr nächste Woche,
Heute geht es um den tieferen und oft unbewussten Grund für unsere Paarbeziehungen,
Denn während wir vielleicht glauben,
Wir verlieben uns ganz zufällig so ineinander,
Hat unser Bindungssystem mit schlafwandlerischer Sicherheit längst einen Partner oder eine Partnerin für uns angesteuert,
Mit der oder mit dem wir wachsen können und uns entwickeln können.
Und oft heißt das eben auch,
Dass wir unsere alten Bindungstraumata neu rekonstruieren.
Mehr dazu gleich.
Als mir Lisa gegenüber sitzt und von ihrer Beziehung zu Florian erzählt,
Wird ganz schnell klar,
Dass das,
Was sich zwischen den beiden abspielt,
Viel mehr ist als ein Beziehungsproblem,
Das sich mit ein bisschen mehr Verständnis füreinander und mit ein paar Kommunikationsstrategien lösen lässt.
Lisa ist vollkommen am Ende ihrer Kraft.
Der ständige Kampf mit Florian hat sie vollkommen ausgelaugt,
Die ständigen Vorwürfe,
Die Herabwürdigungen,
Die Kränkungen und Abwertungen,
Denen sie ausgesetzt ist,
Haben sie klein gemacht und der permanente Streit und die Machtkämpfe haben sie resignieren lassen.
Lisa strengt sich sehr stark an,
Um Florian zu beweisen,
Dass sie sich doch bemüht,
Dass sie ihn verstehen will,
Dass sie doch zusammengehören,
Dass alles gut wird.
Aber es hilft nicht.
Inzwischen fühlt sich Lisa innerlich wie ein Frack.
Ihre Nerven gehen ihr durch und immer öfter verhält sie sich selbst laut und verletzend,
Also genau so,
Wie Florian es ihr zuschreibt.
Für was es sie kritisiert.
Und dann fühlt sie sich schuldig.
Florian hat doch recht,
Oder?
Sagt sie.
Sie ist eine schreckliche Person,
Glaubt sie,
Sie ist beziehungsunfähig und manipulativ.
Was soll sie denn tun?
Es tut mir richtig weh,
Lisa so zu sehen.
Sie ist beruflich in einer exponierten Position,
Hat einen herausfordernden Job,
Für den sie immer weniger Kraft aufbringen kann.
Klug ist sie auch und sehr sympathisch.
Aber das sieht sie nicht mehr.
Warum bist du denn eigentlich in dieser Beziehung,
Frage ich sie?
Aus Angst,
Aus Liebe oder aus Hoffnung?
Lisa denkt nach.
Sie weiß es nicht mehr.
Am Anfang war noch alles gut.
Big Love,
Ganz große Verliebtheit.
Mit einem richtigen Wumms ist Florian in ihr Leben geknallt und es war so,
Als hätte sie immer schon auf diesen Menschen gewartet.
Es war zu schön,
Um wahr zu sein,
Sagt Lisa.
Aber das große Glück währte nicht so lange.
Bald schon begannen die ersten Machtkämpfe,
Die Grenzüberschreitungen,
Die Kritik und die ewige Verletztheit.
Die Beziehung wurde zur Kampfzone,
Immer mehr.
Die Nähe verschwand,
Der Sex auch,
Das Gefühl von Liebe verflüchtigte sich.
Irgendwann waren sich beide einig,
Dass diese Beziehung eine Katastrophe ist und doch konnte keiner vom anderen lassen.
Obwohl es eigentlich nur noch weh tat.
Jeden Tag.
Das ist keine Liebe.
Das ist eine Traumabindung.
Lisa sagt,
Ich denke ja selbst von mir,
Dass ich bekloppt bin.
Ich weiß,
Dass es nicht gut für mich ist,
Aber ich kann diese irrsinnige Hoffnung nicht loslassen,
Dass es wieder so wird wie am Anfang.
Es ist wie eine Sucht.
Was bedeutet eigentlich Traumabindung?
Traumabindung oder Traumabonding nennt man eine Verbindung,
Wo zwei Menschen sich als Paar an ihren tiefsten Urwunden und Verletzungen berühren.
Die alten Bindungstraumatisierungen aus der Kindheit werden aktiviert und aus der Verliebtheit wird eine Katastrophenbeziehung,
Eine Wiederholung eines alten Schmerzes,
Den wir gut in uns versteckt haben,
Ja um den wir manchmal noch nicht einmal wissen und der nicht geheilt und nicht integriert ist.
Bei Traumabindungen entstehen emotionale Abhängigkeiten,
Die können wechselseitig oder auch einseitig sein.
Es findet emotionaler und manchmal auch körperlicher und sogar sexueller Missbrauch statt,
So wie bei Lisa.
Die Beziehungsdynamik hat ein Machts-Ohnmachts-Gefälle und die Strategien werden zunehmend toxisch.
Es ist der eigene alte ungelöste Schmerz,
Der einen verbindet,
Den man sozusagen am anderen bekämpft,
Ein Schmerz,
Der sich schrecklich und doch zugleich vertraut anfühlt,
Weil man ihn schon kennt und gleichzeitig ist da auch die Angst,
Die Beziehung zu verlieren.
Wenn unsere ungeheilten Mutter- und Vaterwunden wieder aufbrechen in so einer Beziehung,
Dann folgen wir unbewusst dem inneren Drang,
Das alte Leid aufzulösen.
Und es geht dann darum,
Etwas gut,
Etwas ganz werden zu lassen.
Indem wir uns also wie früher abmühen,
Doch noch Liebe zu bekommen,
Entfernen wir uns immer mehr von uns selbst und so beginnt ein Teufelskreis.
Bei Lisa,
Das haben wir schon herausgefunden,
Hat diese Liebe-bedeutet-Schmerz-und-Angst-Verknüpfung schon in ihrer Kindheit begonnen.
Lisa wurde mit sehr viel Druck und Kritik erzogen.
Die Eltern haben sehr viel von ihr erwartet,
Gefordert,
Ihr sehr viel Verantwortung aufgeladen und Leistungsdruck.
Lisa hatte oft Versagensangst und fühlte sich ungenügend.
Lob oder freundliche Worte gab es selten.
Lisas Eltern waren auch emotional eher kühl.
Sie weiß zwar kognitiv,
Dass sie ihnen wichtig war,
Aber sie spürte es nicht.
Sie hat eine riesige,
Ich bin nicht gut genug und egal was ich tue,
Es reicht nie Wunde.
Also lernte sie sich anzustrengen,
Zu funktionieren,
Sich zusammenzureißen und sich nicht zu spüren.
Sich nicht so zu haben,
Einfach immer stark zu sein,
Alles richtig zu machen.
Das war ihre Strategie,
Die sie erlernt hatte,
Um doch noch etwas mehr Liebe zu bekommen.
Das war die bestmöglichste Anpassung an die Situation und es wurde ihr Bindungsmuster,
Das man ungefähr so beschreiben kann.
Beziehung ist nicht sicher.
Ich muss mich immer darum bemühen,
Indem ich mich anstrenge,
Erwartungen zu erfüllen.
Ich stehe ständig unter Druck.
Und das machte Lisa grenzenlos,
Auch in ihren Erwachsenenbeziehungen.
Denn wenn Beziehung bedeutet,
Dass ich mich selbst verlieren oder verleugnen muss,
Wenn ich mich nur nach dem anderen ausrichte,
Dann wird das natürlich von Menschen geschätzt,
Die genau das von mir wollen.
Dass ich mich verbiege,
Dass ich mich kümmere,
Dass ich mich um sie bemühe und mich vergesse.
Florian,
So erzählt mir Lisa,
Ist mit einer Mutter aufgewachsen,
Die ihren Sohn nicht richtig wahrnahm,
Weil er für sie so eine Art Ballast war.
Sie war Schauspielerin und eine echte Diva,
Sagt Lisa.
Alles drehte sich um sie.
Sie schimpfte viel über alles und jeden,
Auch über Florian.
Nie konnte er etwas richtig machen.
Florian fühlte sich außerordentlich machtlos und ungeliebt,
Einsam,
Klein.
Er wuchs so wie nebenher auf,
Rang immer um Aufmerksamkeit.
Nie ging es um ihn.
Er war nur Beiwerk.
Diese einschneidende Nicht-Beachtungs-Erfahrung kann Menschen dazu bringen,
So etwas wie eine innere Vereinbarung mit sich selbst zu treffen,
Natürlich unbewusst.
Sie drehen den Spieß um und tun den Menschen,
Die sie am meisten lieben,
Dann später genau das an,
Was ihnen selbst einst angetan wurde.
Florian übernahm das Muster der Mutter für sich selbst.
Er wollte nie wieder machtlos sein und reißt daher die ganze Macht in der Beziehung zu Lisa an sich.
Ohne es zu merken,
Macht er mit Lisa genau das,
Was ihm selbst schmerzhaft widerfahren ist.
Und so wie er einst machtlos gegenüber seiner Mutter war,
So fühlt sich Lisa jetzt mit ihm.
Man nennt das Täter-Opfer-Umkehr und es ist ein misslungener Versuch,
Seinen eigenen alten Schmerz zu heilen.
Doch das weiß Florian wahrscheinlich nicht,
Denn er will sich nicht mit seinem Anteil an dem Beziehungsdrama auseinandersetzen.
Er schiebt die ganze Verantwortung dafür zu Lisa rüber.
Und so hat Lisa keine Chance,
Egal wie sehr sie sich um seine Gunst,
Um seine Liebe bemüht,
Wie sehr sie sich anstrengt.
Und es ist ihre Grenzenlosigkeit,
Die Florian immer wieder die Macht gibt,
Die er früher nie hatte und heute missbraucht.
Verstehen zu wollen,
Warum er das tut,
Entlässt ihn aber nicht aus seiner Verantwortung.
Das ist mir ganz wichtig.
Erkennst du diesen Drama Teufelskreis der Traumabindung?
Die Frage,
Die mir hier oft gestellt wird,
Ist,
Kann man das nicht retten?
Ich bekomme auch immer wieder Zuschriften von Menschen,
Die den Partner,
Unter dem sie so leiden,
Retten wollen und glauben,
Sie müssten ihm oder ihr nur alles erklären,
Sie heilen oder sonst irgendwas.
Dabei wäre es so wichtig,
Dass sie endlich eine gesunde Grenze setzen lernen und sich retten.
Und ja,
Es gibt die Möglichkeit,
Dass aus solchen Traumabindungen gelingende Beziehungen werden können.
Das stimmt.
Denn darin steckt die Chance zu erkennen,
Mit welchen eigenen Wunden und mit welchen alten Kompensationsstrategien wir zum Teufelskreis der Traumabindung beitragen.
Aber um das aufzulösen und die Beziehung zu reparieren,
Braucht es die Bereitschaft,
Bei sich selbst anzusetzen,
Sich selbst und seine Muster zu erforschen und verändern zu wollen.
Und wenn beide diese Arbeit machen,
Wenn beide das wirklich wollen,
Kann daraus eine wunderbare Entwicklung geschehen,
Für den Einzelnen und auch die Beziehung.
Aber das wird dann eine vollkommen neue Art von Beziehung sein,
Denn sie basiert auf einer anderen Dynamik.
Nur das passiert natürlich in der Realität nicht so oft.
Gerade in den abhängigen Beziehungsdynamiken ist das ja so,
Dass einer die Macht und der andere die Ohnmacht hat.
Und derjenige,
Der in der Machtposition ist,
Hat selten die Bereitschaft,
Sie Verantwortung für sich zu übernehmen.
Möglich ist das,
Aber es kommt nach meiner Erfahrung nicht sehr häufig vor.
Und dann ist man hilflos,
Man kann nichts machen.
Denn es braucht zwei,
Um eine Beziehung neu aufzubauen.
Und es reicht einer,
Um sie zu Fall zu bringen.
Grundsätzlich aber ist das so.
In jeder Beziehung steckt Wachstumspotenzial für unsere Persönlichkeit.
Und ich stelle immer wieder fest,
Wie zielsicher das Leben,
Oder wenn du so willst,
Den Unterbewusstsein Partner oder Partnerinnen ansteuert,
Die uns zum Wachsen bringen.
Was passiert da eigentlich genau?
Vielleicht hast du einmal Lust,
Das zu untersuchen,
Was beim Kennenlernen eigentlich passiert.
Und das übrigens nicht nur bei Traumabindungen.
Dann überleg dir doch mal den Grund,
Warum du eigentlich die Beziehung zu deinem Partner oder deiner Partnerin eingegangen bist.
Erinnerst du dich noch?
Und wenn du gerade nicht in einer Beziehung bist,
Dann erinnere dich doch einmal an eine deiner letzten Beziehungen.
Was glaubst du war der Grund,
Dass ihr zusammengekommen seid?
Du warst verliebt,
Ganz sicher,
Ja?
Das ist okay.
Du fandest sie oder ihn ganz toll,
Absolut anziehend.
Das ist wunderschön,
Sich daran zu erinnern.
Aber ich möchte noch ein bisschen tiefer rangehen,
Um zum Kern der Sache zu kommen.
Was genau war es denn,
Dass du an ihr oder ihm so toll,
So besonders fandest,
Dass du unbedingt mit diesem Menschen zusammen sein wolltest?
Es dauert manchmal ein bisschen,
Bis man darauf kommt.
Es ist nämlich gar nicht so einfach.
Such also mal in deiner Erinnerung nach den Eigenschaften oder Besonderheiten,
Die dich so magisch angezogen haben.
Vielleicht war es ja die besondere Herzlichkeit oder das Temperament deiner Partnerin oder deines Partners.
Diese Emotionalität,
Die Fähigkeit zu tiefer Verbundenheit oder auch so eine wunderbare Einfühlsamkeit.
Vielleicht war es Großzügigkeit,
Optimismus oder Lebensfreude.
Leichtigkeit?
Vielleicht war es auch innere Ruhe oder Gelassenheit.
Das Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit,
Das dieser Mensch ausgestrahlt hat,
So wie ein Fels in der Brandung.
Oder war es diese unfassbare Willenskraft und Stärke von Partner oder Partnerin,
Dass du das Gefühl hattest,
Da gibt es jemanden,
Der Verantwortung übernimmt,
Wo du dich auch mal anlehnen kannst.
Ein Mensch,
Der das Leben in die Hand nehmen kann,
Der dich vielleicht beschützen wird und wo du endlich mal eine starke Schulter hast.
Was immer es war,
Wenn du genau über dieses Warum nachdenkst,
Kannst du dabei möglicherweise etwas Erstaunliches entdecken.
Es ist so eine Art universelle Gesetzmäßigkeit.
Das,
Was unserem Anfang unserer Beziehung so unwiderstehlich am anderen anzieht,
Das ist im Kern oft genau das,
Was uns selbst noch ein wenig fehlt.
Also das,
Was wir in uns selbst noch entwickeln dürfen,
Um uns mit uns selbst vollständiger zu fühlen.
Und wenn ich das mit Paaren untersuche,
Dann gilt das für beide Partner.
Natürlich sagen wir auch gleich und gleich gesellig gern,
Aber das bezieht sich eher auf so grundlegende Einstellungen,
Werte,
Vorstellungen und Ziele.
Aber die Persönlichkeiten der Partner,
Die sind meist recht unterschiedlich.
Sie ergänzen sich,
Sie bilden zusammen Synergien und das ist auch gut so.
Wenn du zum Beispiel jemand bist mit einem starken Temperament,
So ein emotionaler Mensch,
Ein Beziehungstyp naturell hast,
So wie ich,
Dann fehlt es dir vielleicht manchmal ein bisschen an innerer Ruhe oder du fühlst dich schnell überfordert,
Bist manchmal hektisch.
Dann fasziniert dich natürlich die innere Ausgewogenheit anderer umso mehr.
Bist du vielleicht eher so ein sachlicher,
Ruhiger Typ,
Dann sind willensstärke oder begeisterungsfähige Menschen super anziehend für dich.
Und für pragmatische Macher ist es oft so,
Dass sie sich nach der Liebe herzerwärmender Menschen sehnen.
Beobachte das mal für dich und untersuche auch mal so ein bisschen deine Beziehungen,
Auch in deinem Umfeld.
Es ist wirklich ganz erstaunlich.
Leben strebt immer nach Entwicklung,
Beziehung auch und so verlieben wir uns in die Eigenschaften und Persönlichkeitsanteile des anderen,
Die uns selbst in unserer Persönlichkeit ergänzen und vollständig machen,
Sodass wir eben Synergien bilden können.
Darin liegt nach meiner Meinung auch die Aufgabe,
Die dann hinter den Problemen der Beziehung lauert,
Das,
Was wir lernen sollen miteinander.
Denn die Sache ist ja die,
Diese besonderen Eigenschaften,
Die uns erst so magnetisch anziehen,
Mit denen sich unsere unbewussten Beziehungsmuster verbinden,
Die werden im Laufe der Beziehung irgendwie immer anstrenger.
Also das,
Was anders ist am anderen,
Was erst so magnetisch war,
Das sorgt dann irgendwann auch für Schwierigkeiten.
Das nervt tierisch und dann regen wir uns auf.
Aus der wunderbaren,
Warmherzigen,
Gefühlvollen Person wird dann vielleicht in deinen Augen eine Dramaqueen,
Die alles viel zu emotional sieht.
Aus dem großzügigen Menschen,
Den wir am Anfang unserer Beziehung so toll fanden,
Wird dann vielleicht ein Verschwender.
Aus dem Verantwortungsbewussten ein Bestimmer und so weiter.
Kennst du das?
Soweit ist das ganz normal.
Erst zieht uns das Besondere an,
Dann fängt es an,
Uns anzustrengen und dann sorgen die Probleme,
Die wir damit erzeugen,
Dass wir das Anderssein des anderen bekämpfen,
Im besten Falle dazu,
Dass wir diese Fähigkeiten in uns selbst entwickeln.
Wenn dich also die Ruhe und innere Sicherheit fasziniert hat,
Dann liegt deine Aufgabe vermutlich darin,
Diese innere Ruhe und Sicherheit auch in dir selbst noch zu stabilisieren.
War es das Temperament oder die Lebensfreude,
Die dich angezogen haben,
Dann liegt deine Aufgabe darin,
Dein eigenes inneres Leben zum Leuchten zu bringen.
Und so können Paarbeziehungen ein Motor für deine eigene Entwicklung werden,
Wenn du die Themen dahinter erkennen kannst und den tieferen Grund deiner Beziehung verstehst.
Dann sind wir zusammen mehr als die Summe der Teile.
So funktioniert das generell in Beziehungen,
Aber bei Traumabindungen wird dieses Prinzip praktisch total übersteigert oder pervertiert.
Denn unsere Bindungstraumata greifen hier auf eine krasse Weise ineinander.
Florian,
Der einst Hilflose und Ungeliebte,
Findet in Lisa jemanden,
Wo er endlich die Kontrolle hat und jemanden,
Der sich ständig um ihn dreht und um ihn bemüht.
Er findet genau das,
Was er früher nicht hatte.
Lisa,
Die ebenfalls Ungeliebte,
Macht erneut die Erfahrung,
Sich ewig anstrengen und abrackern zu müssen für die Beziehung und am Ende reicht es doch nie.
Sie wiederholen ihre eigenen Bindungstraumatisierungen,
Verwenden zwar jeder ihre eigenen Kompensationsstrategien,
Aber das Learning,
Das für beide darin steckt,
Ist,
Das zu erkennen und in sich selbst das zu entwickeln,
Was sie vom anderen erwarten.
Wenn man es mal so betrachtet,
Ist das Leben wirklich clever,
Magisch und effizient und es bringt uns in die Entwicklung,
Auch wenn das richtig weh tut.
Und wenn du dich so wie Lisa aus der Umklammerung der Traumabeziehung zu Florian nur unter großen Schmerzen befreien konntest und diese Liebe sterben musste,
Entwickelst du dich trotzdem dabei und wirst im besten Falle beziehungsfähiger und lernst,
Dich zu schützen.
Und Florian darf irgendwann noch lernen,
Dass die Liebe nichts mit Macht und Kontrolle zu tun hat und dass es nicht immer nur um ihn geht.
Wird er diese Herausforderung annehmen?
Das kann niemand sagen.
Aber er zahlt selbst den größten Preis dafür,
Denn er wird immer wieder die gleichen Erfahrungen machen,
Solange er den tieferen Grund dieser Beziehungsdynamik nicht versteht.
Schauen wir uns nochmal das Thema Bindung und Beziehung an,
Denn auch das ist mir sehr wichtig,
Weil es oft verwechselt wird.
Eine starke Bindung zu spüren,
Also eine starke Hingezogenheit,
Eine starke Achterbahn der Gefühle,
Wie das in Traumabindungen durch das emotionale Auf und Ab eigentlich immer der Fall ist,
Dieses starke innere Gefühl heißt nicht,
Dass auch die Beziehung stark oder gut ist.
Gerade eben die Traumabindungen und abhängige oder vermeidende Bindungsmuster,
Die darin stecken,
Sind oft sehr stark und kraftvoll,
Obwohl die Beziehungen schlecht sind.
Es gibt auch eine ganze Podcast-Folge von Leben,
Leben,
Lassen dazu,
Die ich dir dann in den Shownotes verlinke.
Um die Sache mit den Bindungsstörungen,
Der Schwierigkeit,
Unseren Wunsch nach Bindung und unseren Wunsch,
Wir selbst zu sein,
Die uns ja beide innewohnen,
Unter einen Hut zu bringen,
Um sie besser zu verstehen,
Habe ich ein sehr schönes Beispiel von der Trauma-Expertin und Buchautorin Michaela Huber mitgebracht,
Das ich in einem Interview mit ihr gehört habe.
Unsere Sehnsucht nach Bindung und Beziehung gehört ja zu unserem Menschsein.
Wir brauchen Beziehungen zu anderen genauso,
Wie wir atmen müssen oder wie wir Nahrung brauchen.
Und am Beispiel Essen,
Also Nahrung,
Kann man sich ein gutes Bild vom Bindungsbedürfnis machen,
Sagt Michaela Huber.
Denn auch hier geht es ja um Balance.
Wir brauchen Nahrung,
Das ist für unser Leben existenziell und die sollte möglichst gesund sein.
Aber wir brauchen auch Essenspausen.
Übertragen wir das auf Beziehungen und Bindung,
Heißt das,
Wir brauchen auch unsere Autonomie.
Wir brauchen die Möglichkeit,
Wir selbst zu sein,
Einen eigenen Bereich in unserem Leben zu haben.
Einen Einfluss auf die Gestaltung der Beziehung auch und wir brauchen auch Freiwilligkeit.
Das alles ist uns wichtig,
Obwohl wir uns auch nach Bindung sehnen.
Wir brauchen beides.
Autonomie und Bindung.
Balance eben.
Essen ja,
Aber keine Esssucht.
Pausen vom Essen ja,
Aber keine Magersucht.
Also das Nicht-Essen.
Verstehst du,
Was ich meine?
Stell es dir mal bei Lisa vor.
Lisa wäre in diesem Beispiel jemand mit einer Essstörung.
Jemand,
Der einen so großen emotionalen Hunger hat,
Dass sie alles tut,
Um ihren Hunger zu stillen.
Sie will die ganze Zeit Nahrung,
Nahrung,
Nahrung.
Sie übergeht ihre Grenzen.
Sie missachtet ihre Gesundheit.
Es ist ja auch völlig egal,
Ob das ein gutes Essen ist oder nicht.
Sie nimmt alles an Bindung,
Was sie kriegen kann,
Auch wenn es ungesund ist.
Der innere Hunger hört nie auf.
Sie ist in einer Beziehungsabhängigkeit und kann keine Balance halten.
Wie jemand,
Der ständig an Essen denkt und alles in sich hineinstopft.
Das ist der abhängige Bindungsstil.
Jemand mit einem vermeidenden Bindungsstil verkneift sich oder kontrolliert seinen Bindungshunger.
Das entspricht jemandem,
Der sich aufgrund seiner Bindungsverletzungen nicht mehr auf Bindungen einlassen kann.
Die Sehnsucht und der Wunsch danach bleibt.
Der Wunsch nach emotionaler Nahrung.
Die innere Erlaubnis wird aber nicht gegeben,
Um sich zu schützen.
Zu groß,
Die Gefahr wieder verletzt zu werden.
Das entspricht jemandem,
Der Magersucht hat,
Also Essen verweigert.
Jemandem,
Der aufgrund seiner Bindungsverletzungen sich nicht mehr auf Bindungen einlassen kann.
Oder nur ein bisschen,
Nur ganz kurz.
Beides sind Extreme.
Das Vermeiden von Bindung genauso wie die Bindungsabhängigkeit.
Und beides hat den gleichen Schmerz als Ursprung.
Die Angst.
Es sind nur ganz unterschiedliche Versuche der Bewältigung,
Die einseitig bleiben und daher nicht gelingen können.
Und dann gibt es ja noch den ambivalenten Bindungsstil,
Und das könnte man jetzt in Bezug auf Nahrung übertragen,
Auf jemanden,
Der Essbrechsucht hat,
Der also zwischen der Beziehungsabhängigkeit und der Beziehungsvermeidung hin und her schwankt.
Ich finde dieses Beispiel ganz schön plastisch,
Auch wenn es natürlich wie alle Vergleiche irgendwo auch ein bisschen hinkt.
Aber so kann man sich die Bindungsstörungen relativ gut vorstellen.
Und diese widersprüchlichen Bestrebungen in uns,
Die sind uns ja nicht immer so klar,
Nicht immer so bewusst.
Aber sie zu verstehen,
Ist der Schlüssel zu unserer Veränderung.
Es geht nämlich am Ende um Balance und die können wir wiederherstellen.
Gelingende Beziehungen heißt nämlich,
Ich darf ich selbst sein und ich darf in einer Beziehung sein.
Es ist beides möglich,
Nicht entweder oder.
Auch wenn wir es vielleicht ganz anders gelernt haben,
Nämlich so wie Lisa,
Beziehung bedeutet,
Ich darf nicht ich selbst sein.
Also verbiege ich mich entweder bis zur Unkenntlichkeit oder so wie Florian,
Ich lasse mich gar nicht erst richtig ein.
Neue Bindungserfahrungen zu lernen,
Das kann ein bewusster Aufbruch zu dir selbst sein.
Und es kann dafür sorgen,
Dass wir diese Balance endlich leben und erleben dürfen.
Ich bin in einer Beziehung,
Ich darf mich ein Stück weit anpassen und das ist auch in Ordnung,
Damit die Beziehung gelingt.
Aber ich darf auch ich selbst sein,
Einen Einfluss auf die Gestaltung der Beziehung haben und Grenzen setzen.
Und das beides miteinander zu vereinbaren,
Das ist eine ganz wunderbare Erfahrung,
Für die es nie zu spät ist.
Und ich möchte dir gerne dafür Mut machen.
Wann eine Traumabindung besteht und wann nicht,
Dafür gibt es kein Dogma.
Aber es gibt so verschiedene Warnsignale,
Die in Richtung Traumabonding weisen können.
Wenn du in einer emotionalen Abhängigkeit gefangen bist und in einer ungesunden,
Ja vielleicht toxischen Beziehungsdynamik,
Dann wirst du das zum Beispiel an einem Zustand von ständiger Angespanntheit und Unruhe spüren.
Vielleicht denkst du,
Das ist Liebe,
Aber diese ständige Überirregung und das ständige Angsthaben und sich schlecht fühlen,
Das ist Stress.
Auch in deinem Gehirn fährt dann die Biochemie Achterbahn.
Der ständige Wechsel von Verbundenheitsgefühlen und Nähe,
Bei dem das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird und den Rückfall zu krassen Verletzungen,
Bei denen das Stresshormon Adrenalin massiv hoch wird,
Dieser Wechsel verstärkt den Suchtcharakter der Beziehung und die Sogwirkung zum anderen hin.
Man schleudert wie so an einem emotionalen Gummiband hin und her.
Komm her,
Geh weg,
Komm her,
Geh weg.
Das kann auf Dauer regelrecht krank machen.
Typisch für Traumabonding ist auch,
Dass du das Gefühl hast,
In allem schuld zu sein und dass dir das vielleicht auch vorgeworfen wird.
So wie im Fall von Florian.
Bei der Schuldumkehr wird dir die Verantwortung für alle Schwierigkeiten,
Vielleicht auch für Gewaltausbrüche und Kontrollversuche zugeschoben.
Ein Signal für Traumabonding kann auch sein,
Dass du überaus dankbar bist für jedes bisschen positive Zuwendung.
Man nennt das Krümel hoch,
Also dass jede noch so kleine Nettigkeit in dir ein ganz starkes Liebesgefühl auslöst und du um jeden Preis versuchst,
Deiner Partnerin oder deinem Partner zu gefallen und ein paar mehr Liebeskrümel abzubekommen.
Im Laufe der Beziehung wirst du ein immer schlechteres Selbstwertgefühl bekommen.
Es wird dir nicht gut gehen.
Vielleicht hast du auch mit depressiven Verstimmungen zu tun.
Wer in Traumabindungen gefangen ist,
Der findet gerne Erklärungen für das verletzende Verhalten von Partnerin oder Partner.
Man versteht den anderen besser als sich selbst.
Auch Misshandlungen oder Abwertungen werden gerechtfertigt.
Häufig sind Menschen in Traumabindungen sozial isoliert.
Sie ziehen sich immer mehr aus anderen Bindungen zurück und konzentrieren sich ganz auf die Beziehung zu Partner oder Partnerin.
Das liegt auch daran,
Dass diese Beziehung ihre ganze Aufmerksamkeit braucht.
Es ist so,
Als gäbe es überhaupt keine Alternative zu dieser Beziehung und das ganze Lebensglück hängt nur davon ab,
Wie Partnerin oder Partner zu einem stehen.
Stephanie Stahl hat mal in einem ihrer Bücher geschrieben,
Das wäre so,
Als ob der Partner oder die Partnerin die letzte Cola in der Wüste ist.
Ich finde,
Das ist eine sehr gute Beschreibung.
Gesprächsbemühungen,
Klärungsbemühungen sind meistens einseitig in Traumabindungen.
Das heißt,
Du versuchst vielleicht ständig,
Deine Partnerin oder deinen Partner dazu zu bringen,
Lösungen zu suchen,
Über eure Beziehung zu sprechen.
Du schickst vielleicht Podcasts oder Artikel hin und her,
Immer in dem Wunsch,
Wenn sie oder er nur alles richtig versteht,
Dann wird sicher alles gut werden.
Typisch auch für Traumabindungen.
Es ist ganz schwer,
Sich aus der Beziehung zu lösen.
Und selbst wenn du es tust,
Kehrst du nach kurzer Zeit immer wieder in die Beziehung zurück.
Also diese On-Off-Dynamik ist ganz,
Ganz typisch für Traumabindungen.
Auch die Tatsache,
Dass dein Partner immer wieder verspricht,
Sich vielleicht zu ändern,
Aber es nie tut,
Ist kein gutes Zeichen.
Vielleicht wirst du auch von anderen darauf hingewiesen,
Dass das nicht normal ist,
Was in eurer Beziehung passiert.
Vielleicht machen sich Freunde um dich Sorgen.
Ständiger Streit,
Ständige Vorwürfe,
Die nie ein Ende oder nie eine Lösung finden,
Sind auch ein Warnsignal für Traumabindungen.
Und dass du dich dabei vielleicht ausweglos fühlst,
In die Ecke gedrängt und das Gefühl hast,
Nichts machen zu können oder keine Argumente mehr vorbringen zu können.
Auch Bestrafungen sind in Traumabindungen etwas sehr,
Sehr Häufiges,
Dass wenn du zum Beispiel etwas falsch gemacht hast in den Augen deines Partners oder deiner Partnerin,
Du dann mit Ignoranz gestraft wirst oder mit Nicht-mehr-reden,
Mit Einfach-weg-gehen oder anderen Sachen,
Die dir sehr,
Sehr wehtun.
Und ein letzter Punkt von mir,
Wo es noch sehr,
Sehr viele mehr typische Warnzeichen gibt.
Wenn du es doch schaffst,
Den Absprung zu wagen und einmal Schluss machst,
Dann quält dich kurz danach wieder die Sehnsucht so extrem.
Du kriegst so massive Schuldgefühle,
Dass du dann doch wieder zurück in die Beziehung kommst.
Wie gesagt,
Das sind nur Tendenzen,
Kein Manual,
An dem man alles abhaken könnte und dann ist es so oder so.
Aber wenn du dich dabei erkannt hast,
Dann gibt es einiges,
Was du für dich tun kannst.
Hol dir unbedingt Hilfe,
Rede mit Menschen,
Denen du vertraust und schäm dich bitte nicht.
Zuerst einmal ist es ganz wichtig,
Dass du deine Isolation aufbrichst.
Sie ist wie ein inneres Gefängnis für dich aus Scham und Schuldgefühlen.
Trau dich,
Menschen in deinem Umfeld anzusprechen und mit ihnen darüber zu reden,
Wie es dir geht.
Auch dann,
Wenn du länger keinen Kontakt mehr vielleicht zu deinen Freunden hattest.
Was du jetzt brauchst,
Sind unbedingt Erfahrungen von Annahme,
Von Respekt und Wertschätzung,
Das Gefühl okay zu sein.
Und zwar so wie du bist und nicht,
Wenn du irgendetwas richtig machst.
Du brauchst Erfahrungen von sicherer Bindung.
Das wird dich stärken und dir helfen,
Etwas Abstand zu deinen Themen zu gewinnen und die Sache mit anderen Augen erkennen zu können.
Professionelle Hilfe in Form von Therapie und Beratung ist im Fall von Traumabonding absolut hilfreich,
Um dich selbst wiederzufinden.
Es lohnt sich,
Sich auf die Suche nach Unterstützung zu machen.
Es kann dir helfen,
Deine Urwunden zu verarbeiten,
Aber auch dich besser im Hier und Jetzt zurechtzufinden.
Denn jede gute Beziehung zu einem anderen Menschen,
Egal was es für eine Art von Beziehung ist,
Bringt deinem Nervensystem Beruhigung bei.
Es geht auch anders.
Ich darf mich angenommen fühlen,
Okay,
Liebenswert,
Auch wenn ich mal Fehler mache.
Und sogar schon,
Wenn du dich hier beim Hören dieses Podcasts verstanden fühlst,
Dann ist das so etwas wie ein Hauch von einer guten Erfahrung für dich.
Und dein Nervensystem beruhigt sich ein klein wenig.
Dabei sehen wir uns noch nicht mal.
Und hör bitte auf,
Dich selbst runterzumachen.
Du bist so viel mehr als deine Schmerzen und mehr als dein Bindungsmuster oder dein Bindungstrauma und auch mehr als die vielen Wiederholungsschlaufen,
Die du vielleicht immer wieder gedreht hast und für die du dich möglicherweise verachtest.
Das ändert nichts an deinem Wert und an deinem Recht,
Dich mit dir selbst okay und in Beziehungen geliebt und respektiert zu fühlen.
Stell dir mal vor,
Wenn du deine Kraft,
Mit der du dich jetzt für die Beziehung so anstrengst,
So verausgabst,
Mal anfängst für dich zu verwenden,
Dann kann ein echtes Wunder geschehen in deinem Leben und dafür ist es nie zu spät,
Egal wo du jetzt gerade stehst.
Mach dich schlau,
Fang an,
Die Dynamik der Beziehung zu verstehen,
Selbstkompetenter zu werden.
Das ist der Anfang jeder Veränderung.
Und bitte hör auf,
Sie oder ihn retten zu wollen.
Es geht jetzt darum,
Dich zu retten.
Das ist deine Verantwortung.
Nimm den Fokus zu dir und befreie dich aus der Abhängigkeit.
Und obwohl ich es schon gesagt habe,
Wiederhole ich es jetzt hier nochmal.
Es ist so wichtig.
Unsere Beziehungen laden uns zum Wachsen ein.
Auch aus den schlechten Beziehungen können wir etwas mitnehmen.
Aus den Trennungen und Abbrüchen,
Den größten Katastrophen gibt es etwas zu lernen.
Das tut manchmal richtig weh und wir können es im Moment des Schmerzes oft nicht sehen.
Denn das Leben,
Wie Kierkegaard gesagt hat,
Lässt sich ja nur vorwärts leben,
Aber nur rückwärts kannst du es verstehen.
Aber jede Meile,
Die du dabei gehst,
Wird dich weiterbringen auf die eine oder andere Weise.
Und das wünsche ich dir.
Herzlichst,
Deine Claudia.
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