
Loslassen lernen- erfüllt leben
Warum halten wir an Beziehungen fest, die uns längst nicht mehr gut tun? Warum pflegen wir leere Rituale, deren Sinn sich längst verloren hat? Warum trennen wir uns nicht endlich von Sachen, die uns keine Freude mehr machen? Warum fällt es uns so schwer, etwas loszulassen, dass sich längst totgelaufen hat? Die Wahrheit ist: Wir haben ein Problem mit dem Loslassen. Vor lauter Angst, die sichere Komfortzone zu verlassen, verhindern wir die oft so notwendige Neuausrichtung.
Transkription
Warum halten wir an Beziehungen fest,
Die uns eigentlich gar nicht mehr guttun?
Warum pflegen wir leere Rituale,
Deren Sinn sich längst verloren hat?
Warum nur trennen wir uns nicht endlich von Sachen,
Die uns gar keine Freude mehr machen?
Warum überhaupt fällt es uns so schwer,
Etwas loszulassen,
Das sich längst totgelaufen hat?
Die Wahrheit ist,
Wir alle haben ein Problem mit dem Loslassen.
Vor lauter Angst,
Die sichere Komfortzone zu verlassen,
Verhindern wir die oft so notwendige Neuausrichtung.
Ein Grund für unser Loslassproblem heißt Sankost Fallacy,
Ein Denkfehler,
Der auch versunkene Kostenirrtum heißt.
Was es damit auf sich hat und wie du mehr Loslasskompetenz entwickeln kannst für ein lebendigeres Ich und ein erfüllteres Leben,
Das erfährst du in dieser Podcast-Folge Nummer 48,
In der du deine ganz persönliche Tote-Gaul-Challenge starten kannst.
Kennst du das auch?
Deine innere Stimme sagt dir,
Dass du eigentlich keinen Bock auf das nette Zusammensein mit Kollegen hast.
Aber du kannst ja unmöglich absagen,
Weil du ja schon zugesagt hättest.
Da ist diese eine Freundin,
In deren Gegenwart du eigentlich immer gelangweilt oder ein bisschen genervt bist,
Und doch stimmst du immer wieder neuen Treffen zu?
Oder geht's dir auch so,
Dass dein Klamottenschrank voller Zeugs hängt,
Das nicht mehr passt?
Du kannst aber einfach nicht ausräumen.
Vielleicht ziehst du es ja irgendwann doch nochmal an.
Oder ist es deine Beziehung,
Die eigentlich kein emotionales Zuhause mehr ist?
Du kannst dir nur nicht eingestehen,
Dass die Liebe sich davon geschlichen hat und du allein auch nicht einsamer wärst?
Dann ist diese Podcast-Folge für dich.
Denn die meisten von uns reisen mit viel zu viel Gepäck durchs Leben.
Was wir brauchen,
Ist eine neue,
Selbstbestimmte Loslass- und Trennungskompetenz.
Herzlich willkommen,
Ihr Lieben,
Beim Leben lieben lassen Podcast,
Folge 48 zum Thema Loslassen lernen.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Und ich freue mich,
Dass auch du wieder mit an Bord bist.
Vielleicht hörst du ja auch das allererste Mal bei Leben lieben lassen rein.
Und damit,
Wie versprochen,
Zum Thema Loslassen lernen.
Wenn wir wollen,
Dass sich neue Türen in unserem Leben öffnen,
Dann brauchen wir auch den Mut,
Überholtes und belastendes loszulassen.
Ganz egal,
Ob es sich dabei um Dinge,
Beziehungen oder Situationen handelt,
Die wir geschaffen haben oder besitzen.
Eigentlich wissen wir das auch alle,
Ganz genau sogar.
Warum fällt es uns dann aber so verdammt schwer,
Uns von etwas oder jemandem zu trennen,
Loszulassen oder auch nur zu akzeptieren,
Was ist?
Dafür gibt es viele Gründe und ich habe die fünf wichtigsten in diesem Podcast für dich herausgegriffen.
Kurz zusammengefasst kann man sagen,
Wir haben Angst,
Blöd dazustehen,
Wenn wir einen Irrtum oder eine Fehlentscheidung eingestehen.
Wir wollen kein Verlierer sein.
Wir schämen uns,
Wenn wir Fehler machen.
Und zurückrudern und nach neuen Wegen suchen,
Das machen wir auch nicht so gern.
Lieber halten wir an falschen Hoffnungen fest und verschließen stattdessen die Augen vor der Wahrheit.
Je länger wir an etwas oder jemandem festhalten und je mehr Energie wir da hineingesteckt haben,
Umso schwieriger wird es loslassen.
Und last but not least,
Wir lieben Sicherheit,
Gewohntes und Vertrautes,
Sogar dann noch,
Wenn es sich schlecht anfühlt.
Das ist quasi ein evolutionärer Bug,
Auf den ich noch näher eingehen werde.
Deshalb verlassen wir nur ungern die Komfortzone unseres Lebens.
Dort ist es zwar eng und muffig,
Aber damit kennen wir uns ja schließlich aus.
Na,
Hast du im ersten Überblick schon deine Lieblings-Festhalter-Strategie erkannt?
Du wirst hier ganz sicher noch auf die Schliche kommen,
Wenn wir uns jetzt alle Loslass- und Verhinderungsgründe genauer anschauen und auch entkräften.
Außerdem bekommst du von mir ganz zum Schluss eine Selbstcoaching-Aufgabe,
Um deine Trennungs- und Loslasskompetenz zu aktivieren und deine ganz persönliche Loslass-Challenge,
Ich nenne sie liebevoll die Tote-Gaul-Challenge,
Zu starten.
Aber Achtung,
Wenn du einmal damit beginnst,
Könnte das dein Leben verändern.
Beginnen wir mit dem ersten Grund,
Der uns daran hindert,
Loszulassen und etwas hinter uns abzuschließen.
Unser Bedürfnis nach Sicherheit lässt uns nämlich an dem festhalten,
Was wir bereits kennen,
Und es verhindert,
Dass wir uns neuem zuwenden.
Sicherheit vor Lebensfreude.
Das ist ein evolutionäres Prinzip,
Das uns als Urmensch das Überleben gesichert hat und uns heute schnell mal die Beine stellt.
Das ist einer der Gründe,
Warum wir lieber an dem festhalten,
Was wir schon kennen,
Anstatt neue Wege einzuschlagen.
Für unser Nervensystem hat Überleben immer die höchste Priorität.
Das kommt aus der Zeit,
Als wir noch mit Säbelzahntigern kämpfen mussten.
Der Urmensch,
Der immer auf dem bereits bekannten Weg zur Wasserstelle trabte,
Der hatte eine sehr viel größere Wahrscheinlichkeit zu überleben,
Als der Urmensch,
Der frech und frei jedes Mal einen neuen Weg ausprobierte.
Ich hoffe,
Du hast bei diesem Bild auch gerade ein bisschen Kopfkino.
Willkommen in der Komfortzone des Lebens.
So harren wir lieber aus und jammern,
Anstatt unser Glück anderswo zu suchen und aufzubrechen zu neuen Ufern.
Es ist viel einfacher,
Sich schlecht zu fühlen und sich zu beschweren,
Anstatt der Sehnsucht und der inneren Stimme zu folgen und sich neue Lebensräume zu erschließen.
Wir verwenden einen Großteil unserer Energie,
Um das zu erhalten,
Was wir kennen und haben.
Vera Birkenbiel nannte das Erhaltungsenergie.
Wir brauchen sie,
Um das zu bewahren,
Was bereits ist.
Es ist ein bisschen so,
Als würden wir schützend unsere Hand über all das halten,
Was wir erreicht und erschaffen haben,
Dessen wir uns sicher sind.
Dagegen ist auch im Prinzip gar nichts einzuwenden.
Das Problem ist nur,
Dass wenn wir die Hände voll haben,
Wir nicht nach den Sternen greifen können.
Wir brauchen auch Entwicklungsenergie,
Um uns wohlzufühlen und zufrieden zu sein.
Freiraum,
Kreativität,
Entdeckung,
Abenteuer,
Lust auf Neues und Entwicklung in unserem Leben.
Wir brauchen ein Gleichgewicht zwischen Erhaltung und Entwicklung.
Alles im Leben ist eine Balance,
So auch die zwischen Erhaltung auf der einen und Entwicklung auf der anderen Seite.
Um diese Balance leben zu können,
Brauchen wir die Fähigkeit,
Ab und zu etwas loszulassen,
Abzuschließen,
Zu beenden,
Uns zu trennen.
Sonst werden wir zu reinen Bewahrern,
Immerzu mit Erhaltung des Ist-Zustandes beschäftigt Das macht uns ängstlich,
Traurig und leer.
Und damit kommen wir zum nächsten Grund für unsere Probleme mit dem Loslassen.
Wir haben Angst,
Etwas zu verlieren,
Wenn wir loslassen.
Vielleicht könnten wir es sogar bereuen.
Wie kannst du deinen sicheren Job hinschmeißen?
Das ist doch viel zu riskant.
Was,
Wenn dein Plan nicht aufgeht?
Das musste ich mir damals anhören,
Vor vielen Jahren,
Als ich beschloss,
Meinen sicheren Job im Krankenhaus für einen unsicheren Job und ein Volontariat im Radio einzutauschen.
Ein paar ermutigendere Worte wären mir damals wirklich lieber gewesen,
Das kannst du mir glauben.
Aber in meinem Umfeld gab es damals viele Verhinderer und Vermeider und kaum Entdecker und Entwickler.
Das ist heute ganz anders,
Denn wir haben immer das Umfeld,
Das zu unserem eigenen Wesen am besten passt.
Und ja,
Ich hatte natürlich auch Bammel vor diesem großen Schritt.
Wie sollte es anders sein?
Ich bin auch wie alle anderen.
Ich hätte gern Gewissheit,
Sicherheit gehabt,
Dass mein Traum vom Radio gut gehen wird.
Doch die gab es natürlich nicht.
Der Verstand,
Das zu Hause des inneren Kritikers sagte,
Bist du verrückt?
Das wird schief gehen.
Als ob hier jemand auf dich gewartet hat.
Du wirst eine absolute Bauchlandung hinlegen.
Und wie wirst du dann dastehen?
Ich habe auch ein Gefühl von Aufbruch,
Von Mut,
Von Abenteuerlust und von Entdeckerfreude.
Und ich liebe dieses Kribbeln des Neuanfangs,
Das mich ruft.
Wenn ich ganz ehrlich bin,
War es meine innere Stimme,
Die sich ganz,
Ganz sicher war.
Mach das unbedingt.
Egal,
Was andere sagen.
Das ist deine einmalige Chance.
Greif zu und spring ins kalte Wasser.
Du wirst genau dort ankommen,
Wo du wirklich sein willst.
Das ist genau dein Ding.
Und bei der Vorstellung,
Zu bleiben,
Wo ich war,
In meinem sicheren Job,
Fühlte sich auf körperlicher Ebene alles eng und leer in mir an,
Wenn auch vertraut.
Die Vorstellung des Neuanfangs dagegen löste kleine Wellen von Aufregung in meinem Bauchraum aus.
Ich habe damals auf meine innere Stimme,
Meine Intuition und die Signale meines Körpers gehört und ich habe es nie,
Nie,
Nie bereut.
Ich habe nie wieder damit aufgehört,
Meine Entscheidungen auf eine Weise zu treffen,
Die alle Ebenen der Wahrnehmung miteinbezieht.
Körper,
Verstand und Intuition.
Und du kannst das auch.
Deine innere Stimme,
Dein Bauchgefühl,
Dein Instinkt oder einfach deine Intuition,
Wie immer du dieses gefühlte Wissen nennst,
Das tief aus deinem Inneren kommt und keine rationale Erklärung liefert,
Das Gefühl ist eng mit deinem Wesenskern verbunden.
Die Intuition kommt aus deinem wahren Selbst.
Sie ist intrinsisch und stellt eine Art Seismograph für innere Stimmigkeit dar.
Nimm diese innere Stimme unbedingt ernst,
Auch wenn dein Verstand dagegen spricht.
Der Verstand ist wichtig,
Ohne Frage,
Ich will ihn gar nicht schlechtreden.
Ich halte überhaupt nichts davon,
Ihn zu verteufeln.
Er macht sehr wichtige,
Sachliche,
Faktische Argumente,
Die nicht übergangen werden sollten und ermahnt uns zur Vorsicht.
Aber der Verstand ist eben auch nicht alles,
Was uns lenkt.
Er ist nur einer deiner Wahrnehmungskanäle und er wird zudem stark von außen beeinflusst.
Vor allem ist er sehr von den Erwartungen anderer und den Vorstellungen der Gesellschaft geprägt.
Im Verstand wohnt auch unsere Angst und unser innerer Kritiker.
Du kennst ihn,
Diese fiese Stimme,
Die uns immer wieder sagt,
Dass wir nicht gut genug sind,
Wir uns bloß nichts einbilden sollen und andere sowieso alles viel besser können.
Nimm diese Argumente deines Verstandes wahr und beachte sie,
Aber überbewerte sie nicht.
Die dritte Wahrnehmungsebene ist unser Körpergefühl.
Unsere Körperzellen sind intelligent.
Er sendet uns unser Körper ständig Signale,
Mit denen er auf das reagiert,
Was für uns stimmig ist oder sich gegen uns richtet.
Wir sagen zum Beispiel,
Ich habe ein Klosgefühl im Hals,
Wenn wir blockiert sind.
Ein Stein liegt uns auf der Brust,
Wenn wir Angst haben.
Etwas zieht sich in mir zusammen,
Höre ich häufig.
Oder auch,
Ich fühle mich leer und kraftlos.
Bei fast allen meinen Klienten stelle ich fest,
Dass die körperlichen Signale am wenigsten beachtet werden,
Wenn es darum geht,
Stimmige Entscheidungen zu treffen oder herauszufinden,
Was für uns wirklich passend ist oder was wir besser loslassen sollten.
Probier das doch gleich einmal für dich aus mit dieser kleinen Aufgabe.
Stell dir einmal kurz vor,
Mit welchen Menschen in deinem Leben du dich wirklich glücklich,
Frei und sehr verbunden fühlst.
Und dann stellst du dir eure letzte Begegnung vor.
Frage dich nun,
Wie hat es sich in dieser Situation angefühlt in deinem Körper?
Waren da lebendige Gefühle?
Fühlte es sich kraftvoll und frei an?
Oder eng,
Leer und angespannt?
Hüpfte vielleicht ein Herz oder war ein Kribbeln auf deiner Haut?
Denk genau nach.
Erinnere dich.
Unser Körper reagiert immer und zeigt uns damit,
Und was sagte deine Intuition,
Deine innere Stimme?
War es vielleicht ein inneres Ja,
Das du irgendwo im Bauch oder Brustraum spüren konntest?
Und was sagte dein Verstand?
Welche Gedanken gingen dir durch den Kopf?
War dein innerer Kritiker überhaupt aktiv?
Hattest du Angst?
Oder war vielleicht einfach mal Ruhe im Oberstübchen und das Gedankenkarussell hatte Pause?
Wenn du diese Wahrnehmungsübung öfters machst,
Auch direkt in Situationen,
Wenn du möchtest,
Hast du ein wunderbares Tool,
Um festzustellen,
Was und wer stimmig für dich ist und für dich passt und welche Beziehungen oder Situationen du vielleicht besser loslassen solltest.
Wir Menschen sind ein biopsychosoziales System.
Unser Geist,
Unsere tiefsten Emotionen und unser Körper stehen im Austausch und wechselwirken ständig miteinander.
Und sie geben uns verlässlich Auskunft,
Wenn wir nur endlich anfangen,
Diese Instrumente im Zusammenspiel wahrzunehmen,
Anstatt sie zu separieren.
Ein weiterer Grund,
Für unsere Schwierigkeit loszulassen oder etwas zu beenden,
Ist dieser hier.
Es fällt uns schwer,
Fehler und Irrtümer einzugestehen,
Vor uns selbst und vor anderen.
Wir schämen uns,
Wenn wir in eine Sackgasse geraten sind oder wenn uns etwas nicht gelungen ist.
Wir leben in einer Immer-alles-richtig-machen-wollen-Diktatur.
Unsere Gesellschaft ist kein bisschen fehlerfreundlich.
Etwas falsch gemacht zu haben,
Ist gleichbedeutend mit versagt zu haben.
Wir stehen dann mit gesenktem Kopf da.
Wir haben Grund,
Uns zu schämen.
Dabei ist das komplette Bullshit.
Das Leben ist Versuch und Irrtum.
Wir sind auf unbekanntem Gelände unterwegs.
Wir haben keine Karte.
Wir kennen den Weg nicht.
Eine Sackgasse entpuppt sich erst auf dem Weg als solche.
Nämlich dann,
Wenn wir hineingegangen sind und merken,
Dass dieser Weg uns nirgendwo hinführt.
Das ist kein Fehler.
Denn wir wissen dann,
Was nicht funktioniert.
Und dafür müssen wir es ausprobieren.
Gib dir die Erlaubnis,
Deine Sackgassen als solche zu sehen und zu sagen,
Dass deine Sache,
Eine Beziehung,
Eine Gewohnheit für dich an ein Ende gekommen ist.
Ja,
Es ist schwer,
Auf diese Weise ehrlich zu sein.
Ich weiß,
Vor uns selbst und anderen zuzugeben,
Dass wir an eine Beziehung oder jemanden nicht mehr glauben oder auch den Sinn oder die Freude verloren haben.
Steh zu dir selbst.
Ermächtige dich,
Zu deiner eigenen Wahrheit zu stehen.
Stell dich vor den Spiegel und sage zu dir selbst,
Ich habe an einer Illusion festgehalten.
Das war ein Fehler.
Ich darf mich immer wieder neu entscheiden.
Ich darf loslassen,
Was nicht mehr trägt.
Warte nicht,
Bis die Angst weggeht.
Sie geht nicht weg.
Angst,
Zweifel und Unsicherheit sind die Geburtsschmerzen von Entwicklung.
Geh einfach los,
Obwohl du Angst hast.
Dann wird die Angst kleiner werden und den Weg freimachen.
Das Prinzip Hoffnung ist eine unserer menschlichen Urkräfte.
Es ist wunderbar,
Dass wir die Fähigkeit haben,
Daran zu glauben,
Dass alles gut werden kann.
Und natürlich ist es gut und richtig,
An etwas festzuhalten und etwas zu versuchen.
Aber wir müssen eben auch wissen,
Wann die Balance zwischen Einsatz und Sinn nicht mehr stimmt.
Wann gesunde Hoffnung sich in ungesunde Hoffnung verwandelt,
Die lähmt.
Es gibt einen Spruch.
Und da steckt unglaublich viel Weisheit drin.
Entweder wir können einen Zustand annehmen und uns damit arrangieren,
Weil es sich stimmig für uns anfühlt,
Auch wenn es kleine Mängel gibt.
Oder wir können versuchen,
Etwas zu verändern,
Zu sagen,
Was uns stört,
Aktiv zu werden.
Doch wenn wir das Gefühl haben,
Dass das Aufdauern nichts bringt,
Dann halten wir sinnlos an Illusionen fest.
Was ist das naive Glauben an den Weihnachtsmann?
Ich glaube,
Dass es wichtig ist,
Den Punkt zu erkennen,
Wenn aus dem Prinzip Hoffnung eine Falle wird.
Ganz hervorragend gelingt es mit dieser kleinen Übung.
Halte deine Hände wie kleine Schalen vor dich hin und stelle dir vor,
Sie würden eine Art Waage bilden.
Schließe nun deine Augen und stelle dir vor,
Wie du alles,
Was schwer,
Belastend,
Traurig an einem Umstand einer Beziehung oder einer Sache ist,
In die linke Hand gibst.
Alles,
Was dich runterzieht,
Was es dir schwer macht,
Stell es dir in die linke Hand hinein vor.
In die rechte Waagschale legst du nun in deinen Gedanken alles Positive.
Was hast du schon versucht?
Wie ist die Resonanz?
Was macht dich daran froh,
Ermutigt dich dran zu bleiben?
Gibt Anlass zu Freude oder Hoffnung?
Wäge nun mit geschlossenen Augen ab,
Indem du deine Waagschalenhände bewegst und ausbalancierst.
Wo ist das Schwergewicht?
Wohin schlägt die Waage aus?
Wie ist das Verhältnis zwischen dem,
Was dich daran froh macht und wie hoch ist der Preis,
Den du dafür zahlst?
Passt dieses Verhältnis noch für dich?
Nimm mit all deinen Sinnen wahr,
Was diese Erkenntnis in dir auslöst.
Dieses psychologische Phänomen kennen wir alle.
Wir halten an Dingen,
Situationen und Entscheidungen,
Ja sogar an Menschen fest,
Weil wir uns einmal dafür entschieden haben und schon jede Menge investiert haben.
Zeit,
Liebe,
Geduld,
Geld.
Wir scheuen uns zurückzurudern,
Wenn wir uns doch erst so richtig reingehängt haben.
Wir halten am hässlichen Sofa fest,
Weil es uns ein Vermögen gekostet hat.
Jetzt können wir doch nicht mehr hinschmeißen,
Oder?
Genau das ist ja der Denkfehler.
Wenn wir den Verlust nicht abschreiben können,
Wird uns das Aufrecht erhalten von etwas,
Das uns trotz aller Versuche nicht mehr erfüllt,
Viel mehr Mühe kosten,
Als uns endlich davon zu lösen und zu akzeptieren,
Dass unsere Mühen vergeblich waren.
Die sogenannte Sankt-Kost-Fallacy bezeichnet das Phänomen,
Dass wir an Entscheidungen festhalten,
Und aus diesem Grund nicht mehr davon abrücken wollen.
Ganz nach dem Motto,
Ich habe schon so viel reingesteckt,
Ich kann doch jetzt nicht mehr aussteigen.
Tatsächlich wäre es in manchen Fällen klüger,
Die Reißleine zu ziehen.
Eigentlich kommt der Begriff aus dem Management bzw.
Der Wirtschaft.
Die Jahrhundertbaustelle BER in Berlin ist ein gutes Beispiel.
Aus dem gleichen Grund aber verzocken Spielsüchtige mit einem Tag,
An dem ihnen das Glück einfach nicht heute ist.
Anstatt auszusteigen,
Sich den Verlust einzugestehen und ihn damit zu begrenzen.
Je mehr sie bereits verloren haben,
Desto dringender wird das Bedürfnis mit einem Gewinn,
Den Verlust wieder reinzuholen.
Das Ergebnis in fast allen Fällen,
Der Verlust wird immer größer.
In Beziehungen ist Sankt-Kost-Fallacy häufig anzutreffen.
Wenn man sich eingestehen muss,
Dass die Beziehung verbindet in der Vergangenheit liegt.
Gemeinsame Erfahrungen,
Das gemeinsame Haus,
Die Firma,
Die Kinder,
Die längst ausgezogen sind.
Und die Beziehung weder Lebendigkeit im Hier und Jetzt und auch kaum Verbindung und gemeinsame Ziele,
Träume und Visionen aufweist,
Dass ihr schlichtweg eine spürbare emotionale Verbindung fehlt,
Dann ist das ein versunkener Kostenirrtum.
Natürlich kann man daran festhalten,
Dass die Beziehung zu einem Verlust oder gar Freude im Miteinander kann man dann nicht erwarten.
Das gilt auch bei sozialen Ritualen.
Es gilt im Job und es gilt bei Freundschaften.
Die Folgen des sinnlosen Festhaltens sind Überlastung,
Freudlosigkeit und Angst.
Jetzt kennst du die wichtigsten Gründe des Nicht-Loslassen-Könnens und hast hoffentlich deine eigenen hartnäckigsten Festhaltefaktoren erkannt.
Egal,
Warum wir persönlich schlecht mit etwas abschließen können,
Die Folgen sind immer die gleichen.
Kurz gesagt,
Wir retten einen toten Gaul und tun,
Als hätten wir nichts bemerkt.
Wir wollen nicht mit etwas abschließen,
Was wenn dann nichts Besseres kommt?
Dann doch lieber den Spatz in der Hand anstatt die Taube auf dem Dach,
Oder?
Das ist ein Leben aus dem Mangel,
Aus der Angst heraus.
Das kannst du natürlich wählen,
Aber wieso erwartest du dann,
Dass keine Freude in dein Leben kommen?
Auf diese Weise werfen wir unsere Energie,
Kraft,
Liebe,
Unsere Aufmerksamkeit in ein Fass ohne Boden,
Weil wir uns nicht eingestehen können,
Dass das eine Fehlinvestition oder ein Fehler war oder sich totgelaufen hat.
Angestrengt,
Beschwert und freudlos,
Weil wir so viel Zeugs und Ballast mit uns rumschleppen,
Das uns eigentlich nur noch belastet.
Das dämpft unsere Lebensfreude,
Es macht träge,
Traurig und leer.
Es wird also Zeit zu entrümpeln und den ersten Schritt kannst du sofort machen.
Ich verspreche dir,
Dass du die Freude des Neuen spüren wirst,
Wenn du aus deiner Sicherheitskomfortzone kommst und dich traust,
Den ersten kleinen Loslassschritt zu machen.
Wenn du etwas von deiner Last abwirfst und beschließt,
Mit leichterem Gepäck zu reisen,
Du wirst staunen,
Aber auch hier Achtung,
Die Loslasskompetenz könnte dein ganzes Leben verändern.
Ende mit Schrecken als Einschrecken ohne Ende ist ein passendes Sprichwort,
In dem die ganze Wahrheit und Weisheit des Loslassens enthalten ist.
Und das gilt eben,
Wie gesagt,
Auch sehr häufig für Beziehungen.
Ich will diese Beziehung,
Aber nicht um jeden Preis,
Ist eine sehr gesunde Haltung in der Partnerschaft,
Die sowohl die Bereitschaft enthält,
Auf den anderen zuzugehen,
Zu geben und Kompromisse zu machen,
Als auch die an sich selbst festzuhalten,
Die eigene Autonomie zu bewahren und auf eigene Bedürfnisse und Grenzen zu achten.
Wo ist eigentlich deine ganz persönliche Grenze?
Wie weit bist du bereit zu gehen,
Um an einer Beziehung festzuhalten?
Wer bestimmt deine Grenzen?
Ich möchte dich ermutigen,
Diese Grenze für dich selbst festzulegen.
Du bist ermächtigt zu bestimmen,
Wann es genug ist.
Lass nicht länger zu,
Dass andere oder die Umstände für dich bestimmen.
Denn niemand außer dir kann wirklich festlegen,
Wo deine Grenze ist.
Du kannst dich immer wieder neu entscheiden.
Weil du einmal etwas als richtig empfunden hast,
Muss das nicht für immer so bleiben.
Denke neu,
Handle authentisch,
Fühle,
Was für dich wirklich wahr ist und folge dieser Wahrheit.
Schaffe Platz für Neues,
Indem du Altes loslässt.
Es gibt keine Sicherheit,
Egal wie sehr wir an jemandem oder etwas festhalten.
Sicherheit ist eine Illusion.
Es gibt nur verschiedene Grade von Unsicherheit.
Aber am Ende bleibt nichts,
Wie es ist.
Das ist der Strom des Lebens.
Wir können uns am Ufer festklammern und uns davor fürchten,
Dass die Fluten uns davonreißen.
Oder wir können uns entscheiden,
Loszulassen und mit dem Strom des Lebens zu schwimmen und dabei Freude zu erleben.
Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.
Mutig,
Dann hilfst du auch anderen,
Für sich einzustehen.
Und übrigens heißt mein Podcast auch deswegen Leben lieben lassen,
Weil das Loslassen für unsere Lebenszufriedenheit viel wichtiger ist als die meisten glauben.
Loslassen zu können ist der am meisten unterschätzte Aspekt in der Persönlichkeitsentwicklung.
Das glaube ich.
Meist geht es nämlich darum,
Wie wir von etwas mehr bekommen können.
Wenn du die Hände voll hast,
Wie willst du dann nach den Sternen greifen?
Und hier kommt deine Aufgabe zu einer neuen Loslass- und Trennungskompetenz.
Wie du das tote Gaulrennen beenden kannst.
Nimm dir ein Blatt Papier und schreib dir 3 Beispiele für Menschen,
Umstände und Dinge in deinem Leben auf,
Die einen toten Gaul darstellen.
Starten wir also mit der Bestandsaufnahme.
Hältst du an etwas oder jemandem fest,
Weil du es dir nicht eingestehen kannst,
Dass dieser Weg dich nirgendwo hinführt?
An welchem Ziel in deinem Leben hältst du verbissen fest,
Obwohl es sich nicht mehr lebendig für dich anfühlt?
Welche leeren Rituale verfolgst du,
Einfach weil man das so macht?
Geh mit diesen Fragen im Kopf einmal die folgenden Bereiche durch und notiere 3 deiner toten Gäule,
Die du immer noch reitest.
Das reicht für den Anfang vollkommen.
Die 3 Bereiche sind Freundschaft,
Beziehung und Kontakte,
Besitztümer,
Dinge und Gegenstände,
Rituale,
Gewohnheiten und Abläufe in deinem Leben.
Geh diese 3 Bereiche durch und sei dabei ganz ehrlich zu dir.
Lass dir ruhig etwas Zeit und notiere auch deine Antworten.
Du brauchst ein paar Loslass-Inspirationen?
Wie wäre es damit,
Die Angewohnheit gleich morgens als erstes nach dem Aufstehen auf dein Handy zu schauen?
Die Zigarette nach dem Essen?
Oder vielleicht hast du auch Lust darauf,
So wie ich,
Endlich deine Kaffeesucht am Morgen loszulassen?
Der nächste Schritt,
Wenn du 3 deiner toten Gäule enttarnt und notiert hast,
Ist es,
Dir ein paar wichtige Fragen dazu zu stellen.
Wenn ich keine Angst hätte,
Dass Geld und Freiheit keine Rolle spielen und jeder es gut finden würde,
Was würde ich dann gerne in Bezug auf diesen Menschen,
Diese Situation oder diese Sache tun?
Wenn ich heute nochmal die Entscheidung treffen würde,
Wie würde sie ausfallen?
Was ist das Schlimmste,
Das passieren kann,
Wenn ich jetzt damit abschließe?
Was befürchte ich?
Was habe ich schon versucht,
Um daran festzuhalten und wie viel möchte ich wirklich noch versuchen,
Wenn ich ganz ganz ehrlich zu mir bin?
Was sagen meine Intuition,
Mein Verstand und mein Körpergefühl,
Wenn ich mir vorstelle,
Dass ich weiter daran festhalte und wenn ich mir vorstelle,
Mich zu lösen?
Halte ich aus Angst,
Aus Liebe oder aus Hoffnung an dieser Sache fest?
Diese Frage verlangt große Ehrlichkeit,
Aber ich kann dir sagen,
Wenn du in der Situation dabei bist,
Kannst du es vergessen.
Wehre daran festzuhalten,
Eine Entscheidung aus der Fülle oder aus dem Mangel heraus.
Wenn du nun für alle drei Totengeule deine Notizen für diese Fragen machst und dann anschaust,
Such dir das heraus,
Was jetzt und in diesem Moment am meisten für Loslassen oder Trennen spricht.
Das kann am Anfang nur eine einzige Sache von diesen dreien sein.
Und dann triff eine Entscheidung,
Um jetzt und hier diese Sache loszulassen.
Schreib dir auf und sprich es auch laut aus.
Ich entscheide mich,
Diesen Menschen,
Diese Sache,
Diese Situation in Frieden gehen zu lassen.
Ich lasse jetzt ganz bewusst los und schließe damit ab.
Hab Mut und trau dich.
Entscheide dich für dich,
Für deine persönliche Stimmigkeit und deine Authentizität.
Wem soll es nützen,
Wenn du dich weiter verstellst und so tust als ob?
Zuerst belügen wir uns,
Dann belügen wir die anderen und am Ende fühlt sich alles steif und anstrengend an.
Ich zum Beispiel habe den Kreis an Menschen,
Mit denen ich wirklich meine Zeit verbringen möchte,
Vor einigen Jahren radikal geändert.
Ich habe mich gegen diese Treffen entschieden,
Bei denen man gegenseitig oberflächliche Nettigkeiten austauscht und nur wegen der Gewohnheit oder der alten Zeiten zusammenkommt.
Das kann wirklich auch mal nett sein,
Na klar,
Aber ich habe festgestellt,
Dass es mich gar nicht wirklich erfüllt.
Mir fehlt der Spirit,
Die Verbindung.
Ich langweile mich dann schnell und fange an,
Mich anzustrengen,
Irgendwie zu sein.
Also habe ich mich bewusst entschieden,
Solche Treffen nicht mehr zu verfolgen.
Zu meinem Wohle und zum Wohle aller.
Erst hatte ich ein schlechtes Gewissen,
Aber dann fühlte sich dieses selbstbestimmte Loslassen immer besser an.
Ich versuche,
Meine Zeit,
Meine Energie,
Meine Liebe ganz bewusst in Beziehungen und Umstände hineinzugeben,
Die mich glücklich machen,
Mich inspirieren,
Mir Sinn geben.
So wie dieser Podcast hier.
Und du kannst das auch,
Wenn du dir die Erlaubnis dafür gibst.
Dankeschön fürs Zuhören in dieser wieder mal recht langen Folge.
Ich freue mich,
Wenn du wieder ein paar Inspirationen für dich und dein Leben mitnehmen konntest.
Alles Liebe,
Deine Claudia.
Treffen Sie Ihren Lehrer
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