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Es Ist Zeit, Die Welt Zu Romantisieren

by David Damberg

Aktivität
Meditation
Geeignet für
Einsteiger

Ich gebe es zu: Ich bin ein großer Fan der Romantik. Nicht wegen des Kitsch-Begriffs, den wir heute oft damit verbinden, sondern wegen der tiefen Haltung dahinter. Die Romantiker standen damals vor einer ähnlichen Herausforderung wie wir heute: Eine Welt, die sich zunehmend über Nützlichkeit, Wirtschaftlichkeit und reines Kapitaldenken definiert. In dieser Episode teile ich einen meiner liebsten Gedanken von Novalis mit dir. Er hat einmal beschrieben, was es eigentlich bedeutet, die Welt zu romantisieren: Dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen geben, dem Bekannten die Würde des Unbekannten zurückzugeben. Ich stelle dir einen einfachen Impuls für deinen Alltag vor – eine Art kleines Wochenprogramm, um den eigenen Blick Schritt für Schritt wieder zu schärfen und die Dinge um uns herum anders wahrzunehmen.

Transkription

Zugegeben,

Ich bin ein großer Freund,

Ja ein Fan,

Kann man fast sagen,

Der Romantik.

Ich mag einfach Texte zu lesen von Schlegel oder Hölderlin oder von Arndt.

Und natürlich auch die wunderbaren Gedichte von Eichendorff.

All das schätze ich sehr und nicht nur,

Weil es schöne Texte sind,

Weil sie sich gut anhören,

Sondern weil ich auch die Gesinnung dahinter zutiefst verstehen kann.

Sie lebten vielmehr in einer ähnlichen Situation,

Waren in einer Gesellschaft,

Und in die Wirtschaft hineingestellt,

Wo sie merken,

Das kann doch nicht wahr sein,

Das kann nicht alles sein,

Das darf nicht alles sein.

Wohin führt uns das?

Es entfremdet uns von uns selbst,

Von unseren Wurzeln.

Und so haben sie eine Gegenbewegung in Gang gebracht.

Das muss eine berauschende Zeit sein,

Voller Energie,

Voller Ideen,

Voller Kraft.

Viele junge Menschen sind zusammengekommen.

Uns.

Haben sich der Romantik angeschlossen.

Es gab sogar einen ganzen Zug von jungen Menschen,

Die durch Deutschland pilgerten.

Als Romantiker sozusagen,

So haben sie sich vielleicht nicht genannt,

Aber es ist ein Teil dieser romantischen Bewegung,

Dieser Pilgerzug,

Der von Ort zu Ort wanderte.

Und ihren Gedankengut weitergaben.

Gar nicht so sehr als Missionaris,

Sondern indem sie einfach da waren.

Die Liebe zur Natur,

Zum Wald,

Zum Natürlichen und zu dem vielleicht sehr problematischen Begriff des Völkischen,

Also das,

Was aus dem Volk entstammt.

Was nicht künstlich hergestellt ist,

Heute würden wir sagen durch KI,

Sondern durch die Menschen gekommen ist.

Wie Märchen,

Die nicht irgendjemand geschrieben hat.

Sondern die aus der Volksseele entstanden sind.

Generation um Generation haben sie weitergeführt.

Ja,

Das ist für mich die Romantik,

Diese Wertschätzung.

Die Wertschätzung dessen,

Was aus dem Kollektiv entsteht,

Aus dem tiefen kollektiven Unbewussten.

Und uns geschenkt wird.

Und einer davon spielt eine besondere Rolle,

Er war dann zum Anfang Novalis.

Er war eine Besonderheit.

Er ist nicht weit rum gekommen.

Er war eigentlich immer an dem Ort,

Wo er war.

Zum Studium war er mal woanders,

Aber ansonsten war er immer dort.

Er hat in einem Bergwerk gearbeitet,

Also sehr handwerkliche,

Sehr technische Dinge getan.

Auch wenn er Ingenieur war,

War er trotzdem auch handwerklich unterwegs.

Und trotzdem war er einer der großen Romantiker.

Doch missverstandene Romantiker vor allem seiner eigenen Zeit.

Seine ersten großen Vorträge waren ein Skandal unter den sogenannten Romantikern,

Denen die sich dieser Bewegung anschlossen.

Wobei man eben sagen muss,

Romantiker hat natürlich nichts mit dem zu tun,

Was wir heute als Romantik beschreiben.

Und es gibt einen für mich sehr wichtigen Satz oder eine Anliegen,

Das er hat,

Nämlich die Welt zu romantisieren.

Und er beschreibt das sehr schön,

Was das heißt.

Nämlich.

Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn.

Dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen.

Dem Bekannten die Würde des Unbekannten,

Dem Endlichen einen endlichen Schein gebe.

So romantisiere ich es.

Ich will es nochmal wiederholen.

Bruchstein zu nutzen für unsere Bedürfnisse und Wünsche.

Sondern zu erkennen,

Dass in dem Natürlichen oder in dem Gemeinen ein hoher Sinn ist,

In dem Einfachen ein hoher Sinn drin ist.

Dass in dem ganz normalen,

Üblichen,

Was uns so einfach gegeben ist,

Dass darin ein geheimnisvolles Ansehen ist.

Und das,

Was wir alles kennen,

Was wir meinen zu verstehen durch Wissenschaft.

Dass da immer noch das Unbekannte drin ist,

Und zwar eine Würde.

Und im Endlichen,

Dem wir überall begegnen.

Ein unendlicher Schein gegeben ist.

Das ist romantisierend.

Und das kannst du einzeln durchgehen.

Eigentlich ist das wie ein Programm.

Wie ein Programm für Exerzitien für eine Woche,

Sich jeden Tag einen Teil zu nehmen.

Heute nehme ich mir vor,

Aus dem Gemeinen oder in dem Gemeinen einen hohen Sinn zu sehen.

Alles was gemein für mich ist,

Was immer das für mich bedeutet,

Daran entdecke ich einen hohen Sinn.

Und den nächsten Tag das Gewöhnliche zu nehmen,

Zu schauen,

Dass ich dort ein geheimnisvolles Ansehen erblicke.

Bereit bin,

Das geheimnisvolle Antlitz zu erkennen.

Im Gewöhnlichen und so weiter.

Und so weiter.

Mich selbst zu erziehen,

Zu bilden.

Anders zu sehen,

Romantisierter zu sehen,

Wegzukommen von der Dinglichkeit,

Wegzukommen von der Nützlichkeit.

Von der Wirtschaftlichkeit.

Vom Kapitaldenken.

Wieder romantisch zu denken,

Im tieferen Sinne,

Nicht im oberflächlichen Sinne,

Sondern im tiefen Sinne wieder Romantiker und Romantikerin zu werden.

Auch in unserer heutigen Zeit natürlich.

Keine Kopie der damaligen Zeit,

Das geht nicht.

In der heutigen Zeit das zu entwickeln.

Es tät uns gut.

Und selbst?

Und dieser Welt.

Vielleicht schaust du mal,

Ob du diese Woche einen oder anderen Teil dieses Satzes mitnimmst.

Ich wünsche zumindest ganz viel Segen dafür.

© 2026 David Damberg. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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