
Mitfühlend Mit Widerstand Umgehen (MBCL)
Manchmal wünschen wir uns, dass schwierige Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen einfach verschwinden. Dieser innere Widerstand ist menschlich – und kann das Erleben zusätzlich erschweren. Die geführte Übung „Mitfühlend mit Widerstand umgehen“ aus dem MBCL (Mindfulness-Based Compassionate Living) lädt Dich ein, Deinen Widerstand behutsam wahrzunehmen und ihm mit Verständnis und Freundlichkeit zu begegnen. Du erkundest, was ein weiser Weg sein könnte, mit Widerstand umzugehen. Dabei bestimmst Du selbst, wie weit Du Dich dem Schwierigen zuwendest. Eine Einladung, auch dann an Deiner eigenen Seite zu bleiben, wenn Annehmen gerade schwerfällt.
Transkription
Mitfühlend mit Widerstand umgehen.
Für diese Übung ist es hilfreich,
Eine aufrechte Haltung im Sitzen einzunehmen,
Wenn dir das aktuell möglich ist.
Den Augen sanft erlauben,
Sich zu schließen,
Wenn das jetzt für dich stimmt.
Und mit nicht urteilender freundlicher Achtsamkeit bemerken,
Welche Erfahrungen sich gerade zeigen.
Und mit all dem wie es ist.
Entspannung einladen und einen beruhigenden Atemrhythmus zulassen.
Du kannst nun die Erinnerung an eine Situation einladen,
Die noch nicht so lange zurückliegt und die in dir ein Gefühl von Angst geweckt hat oder Abneigung.
Du brauchst nicht die allerschwierigste Situation zu wählen.
Du kannst eine aussuchen,
Die irgendwie schwierig für dich war und bei der du gleichzeitig genug Raum fühlst,
Um damit jetzt zu arbeiten.
Vielleicht eine Situation,
In der es körperliches Unwohlsein gab.
Oder emotionalen Schmerz.
Vielleicht ein Konflikt mit jemandem oder ein Dilemma.
Oder einfach eine Situation mit ganz viel Stress oder Müdigkeit.
Wenn du etwas gefunden hast,
Die Situation in deiner Vorstellung lebendig werden lassen,
Als ob es jetzt geschieht.
Was gibt es da zu sehen,
Zu hören,
Zu riechen vielleicht oder zu fühlen?
Diese innere Landschaft erkunden.
Und auch bemerken,
Was das mit dir macht,
Dir das so vorzustellen,
Deine Reaktionen darauf.
Was spürst du im Körper?
Gibt es Gedanken,
Die aufsteigen?
Überzeugungen.
Gefühle.
Vielleicht gibt es auch Widerstand,
Dies alles so lebendig werden zu lassen.
Lass dich einfach überraschen von dem,
Was ich zeigen möchte.
Und dann bist du eingeladen zu einem Experiment und zu erkunden,
Wie das so auf dich wirkt.
Du kannst dir dabei vorstellen,
Dass du jetzt wieder in dieser Situation bist und deinem Erleben mit einem Nein begegnen,
Mit einer Haltung von Widerstand.
Nein,
Das will ich nicht.
Dieses Nein wirklich verkörpern.
Allem,
Was du in dieser Situation erlebst,
Mit der Energie des Widerstands begegnen.
Nein zur Situation,
Nein zu den Körperempfindungen in der Situation,
Nein zu den Gefühlen,
Den Gedanken,
Nein,
Nein,
Nein.
Und vielleicht ist es gerade schwierig,
Dich mit der Situation zu verbinden oder du fühlst Widerstand gegen die Übung.
Dann kannst du genau mit dem,
Was du jetzt gerade erlebst,
Mit Widerstand und einem Ich-will-das-nicht-begegnen,
Nein zu Geräuschen,
Die vielleicht da sind,
Nein zu Gedanken,
Gefühlen,
Nein zu allem.
Achtsam bemerken,
Was dieses Nein mit dir macht.
Wie wirkt es sich aus auf den Körper,
Darauf wie du dich fühlst?
Auf die Temperatur des Körpers.
Was spürst du im Gesicht,
Im Kiefer,
In der Kehle,
Der Brust,
Im Bauch?
In den Muskeln der Arme.
Der Beine,
In den Händen und Füßen.
Wie wirkt sich das Nein auf deine Stimmung aus?
Wie auf deinen Geist.
Was macht das Nein mit deiner Vorstellung von der Situation?
Und wie wäre es,
Wenn du in dieser Situation längere Zeit bei diesem Nein bleiben würdest?
Dann das Nein auch wieder loslassen,
Wieder eine eher neutrale innere Haltung einnehmen.
Vielleicht die Augen öffnen,
Einige Male tief atmen,
Vielleicht etwas bewegen und den Körper entspannen.
Ich dann wieder mit dieser selben schwierigen Situation von eben verbinden,
Sie wieder lebendig werden lassen in der Vorstellung.
Mit allen Details.
Was gibt es zu sehen,
Zu hören,
Vielleicht zu riechen?
Was spürst du im Körper?
Gibt es Gedanken oder Gefühle,
Die damit verbunden sind?
Behutsam in Kontakt mit dem Unangenehmen.
Und jetzt begegne all dem mit einer inneren Haltung von Ja.
Ja,
Es darf so sein.
Oder vielleicht.
Es ist okay.
Dieses Jahr mit einem ganzen Sein verkörpern.
Jeder Erfahrung begegnen mit einem Ja oder einem Willkommen oder Okay.
Ja zur Situation selbst,
Zu deinen Vorstellungen von der Situation,
Zu den Gefühlen und den Körperempfindungen.
Und wenn die Situation nicht so deutlich ist,
Ein Ja zu dem fließen lassen,
Was auch immer dir jetzt gerade begegnet.
Ja zu Geräuschen,
Gedanken und Gefühlen.
Bemerken,
Was diese Landschaft von Jahr ausmacht,
Wie es ist,
Das Jahr zu verkörpern.
Was spürst du im Körper?
Im Gesicht,
In der Kehle,
Im Hals,
In der Brust,
Dem Bauch und in den Muskeln.
Wie wirkt sich das Ja aus auf deinen Geisteszustand?
Und wie auf deinen gefühlsmäßigen Zustand.
Was macht das Ja mit der Vorstellung von der Situation?
Was macht ja damit,
Wie du diese Situation erlebst?
Und auch hier die Frage,
Wie wäre es,
Wenn du in der Situation längere Zeit bei diesem Ja bleiben würdest?
Dir dann auch wieder erlauben zu einer eher neutralen Haltung zurückzufinden.
Und das Gebarsalm öffnen für das,
Was sich jetzt zeigt von Moment zu Moment.
Spüren,
Wie der Atem fließt.
Und dir vielleicht noch eine Frage stellen.
Du kannst dich überraschen lassen,
Was sich als Antwort zeigt und ob sich etwas zeigt.
Die Frage lautet.
.
.
Was wäre die weiseste,
Mitfühlendste Haltung in dieser speziellen Situation?
Das Nein?
Das Ja oder vielleicht etwas dazwischen.
Diese Übung ist eine offene Untersuchung verschiedener Haltungen.
Sie ist nicht moralisch gemeint.
Es ist nicht eine Haltung besser als die andere.
Vielmehr bist du eingeladen,
Achtsam zu untersuchen,
Was wäre weise und mitfühlend für dich und für deine Umgebung.
Du kannst die Frage auf mehreren Ebenen stellen.
Was wäre weise und mitfühlend in dieser bestimmten Situation?
Was wäre mitfühlend mit deinen Erfahrungen in dieser Situation?
Was wäre mitfühlend mit deinem Erleben in der Übung?
Vielleicht macht es auch einen Unterschied,
Ob du Ja sagst oder Okay.
Vielleicht gibt es auch verschiedene Arten von Nein,
Z.
B.
Ein ängstlich widerstrebendes Nein oder ein weises,
Abgrenzendes Nein.
Manchmal entdecken wir auch,
Dass es in manchen Situationen weder Nein noch Ja ist,
Sondern eher ein geduldiges Fragezeichen,
Ein Noch-nicht-Wissen.
Achtsam anerkennen,
Was sich zeigt.
Wenn du möchtest,
Kannst du diese Übung mit einem freundlichen,
Wohlwollenden Wunsch für dich selbst beenden.
Diesen Wunsch durch dich hindurchfließen lassen.
Im Rhythmus des Atems,
Wenn du möchtest,
Oder auch ganz unabhängig davon.
Und dann die Übung in deinem ganz eigenen Tempo beenden.
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