
Meditativer Spaziergang nach Byron Katie
Meditation bedeutet nicht zwingend, dass man bewegungslos in völliger Stille und im Schneidersitz auf dem Boden sitzt und dabei keine Gedanken im Kopf hat. Im Grunde kann man jede Tätigkeit mit einer meditativen Grundhaltung ausführen. Ein Beispiel hierfür ist der Spaziergang. Byron Katies Morgenspaziergang bildet die Basis dieser Meditation.
Transkription
Heute möchte ich euch eine etwas andere Art der Meditation vorstellen.
Viele denken nämlich,
Dass Meditation bedeutet,
Dass man mit geschlossenen Augen im Schneidersitz unbeweglich da sitzen muss und keine Gedanken haben darf.
Dachte ich auch längere Zeit,
Aber dem ist Gott sei Dank nicht so.
Man kann viele Dinge tun und das in der meditativen Haltung.
Man kann gehen,
Laufen,
Stehen,
Gemüse schneiden,
Sich die Haare waschen.
Man kann das alles in einer meditativen Grundhaltung tun und es ist einfach eine andere Art,
Sich dem Thema Meditation zu nähern.
Und heute möchte ich den Morgenspaziergang nach Byron Katie vorstellen.
Ich lese jetzt im Folgenden vor,
Wie Byron Katie diesen definiert und erkläre euch dann zusätzlich noch ein paar Dinge,
Wie ich ihn empfinde und wie man sich dem Thema noch weiter nähern kann.
Der Morgenspaziergang.
Dies ist eine Übung in Stille.
Gehe in Stille.
Während du gehst,
Betrachte alles,
Was du siehst,
So als ob es keine Namen hätte.
Während du gehst,
Beginne das Ding,
Das du betrachtest,
Zu benennen,
Als wärst du Gott,
Der diesem Ding zum ersten Mal einen Namen gibt.
Benutze nur Namen der ersten Generation,
Zum Beispiel Himmel,
Blume,
Insekt,
Baum,
Boden,
Schuh,
Frau.
Wenn du bemerkst,
Dass deine Gedanken sich eine Generation weiter bewegen,
Zum Beispiel wunderschöner Morgen oder was ein schöner Baum,
Bemerke dies,
Halte inne,
Werde still.
Kehre zu einfachen,
Unkomplizierten Wörtern der ersten Generation zurück.
Boden,
Himmel,
Frau und so weiter.
Der Morgenspaziergang ist Meditation.
Es geht um das Bemerken.
Es ist eine Übung in Stille.
Ich habe diesen Morgenspaziergang,
Den man natürlich zu jeder Tageszeit durchführen kann,
Auch schon mehrere Male praktiziert und ihn für mich so ein bisschen umgewandelt.
Und ich gebe euch jetzt mal ein Beispiel,
In welchen Situationen der sich sehr,
Sehr,
Sehr gut eignet.
Und zwar kennt bestimmt jeder Situationen,
In denen man nicht mehr weiter weiß,
In denen man wie in einer Schockstarre sich befindet oder auch bei Panikattacken,
Angstattacken,
Eignet sich der wirklich,
Wirklich sehr gut.
Einfach immer einen Fuß nach dem anderen setzen,
Weitergehen,
Weitergehen,
Weitergehen und die Dinge benennen,
So wie ihr sie seht.
Blatt,
Stein,
Dreck,
Erde,
Himmel,
Wolke,
Baum,
Blatt,
Gras,
Hase.
Wirklich einfach gebetsmühlenartig die Dinge,
Die ihr seht,
Benennen,
Auch wenn sie,
Wenn sie sich wiederholen,
Nur eben keine Adjektive hinzufügen,
Also die Dinge nicht bewerten.
Und das ist im Grunde das,
Worauf es bei der Meditation ankommt,
Dass man die Dinge nicht bewertet,
Sondern dass man sie einfach sieht,
Wie sie sind und sie vorbeiziehen lässt.
Und das ist im Grunde der Morgenspaziergang.
Probiert es aus,
Wenn ihr spazieren geht und nehmt die Umwelt dann mit ganz anderen Augen wahr und merkt auch,
Wie ihr wirklich innerlich auch still werdet,
Wie das einen wohltuenden,
Nachhaltigen Effekt auf euch und eure Psyche haben wird,
Ohne aber einfach da sitzen zu müssen,
Unruhig zu sein,
Wirklich in Bewegung zu bleiben und trotzdem innerlich eine meditative Grundhaltung anzunehmen.
Probiert es aus,
Es wird euch wahnsinnig gut tun und ihr werdet merken,
Wie still und ruhig euer Verstand nach einem solchen Spaziergang ist.
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