Lektion 1
Was ist Introvision und konstatierende aufmerksame Wahrnehmung (KAW)?
Die grundlegende Fähigkeit für die Introvision ist KAW – konstatierendes aufmerksames Wahrnehmen, welches wir zu Beginn des Kurses in den Fokus nehmen. KAW kann in verschiedenen Sinnesmodalitäten, also beim Hören, beim Sehen oder bei Körperwahrnehmungen angewendet werden. KAW bildet die Basis für alle weiteren Übungen im Rahmen von Introvision. Integrierst Du in Deinem Alltag immer wieder Momente von konstatierend aufmerksamer Wahrnehmung, gewinnst Du allein dadurch schon ein Stück mehr Gelassenheit in schwierigen Situationen. Mit KAW starten wir die Reise zur Introvision.
Lektion 2
Vertiefung von KAW und Pakete packen
In dieser Einheit lernst Du eine Technik, um Gedanken, die Dich gerade bewegen für einen Moment zur Seite zu legen und dadurch Ruhe zu finden. Danach vertiefen wir die Erfahrung von KAW, indem Du diese Form der Wahrnehmung in verschiedenen Sinneskanälen gleichzeitig übst.
Lektion 3
KAW mit neutralem Fokus in verschiedenen Wahrnehmungsmodalitäten
Die Kombination aus KAW und der Fähigkeit, dabei gleichzeitig einen Fokus zu halten, ist der nächste Schritt beim Erlernen von Introvision. Auch hier kann diese Fähigkeit wieder in verschiedenen Sinnesmodalitäten angewendet werden. Du übst dies zunächst mit einem neutralen Fokus: weitgestellt, konstatierend ein neutrales Objekt im Zentrum Deiner Aufmerksamkeit haltend ohne mit dem Gegenstand, dem Erleben zu verschmelzen oder es aus Deinem Wahrnehmungszentrum zu verlieren. Diese Fähigkeit hilft eine gesunde Balance und Präsenz in der Wahrnehmung zu gewinnen.
Lektion 4
KAW mit neutralem Fokus, erweitert
Wir vertiefen heute die Fähigkeit, Deine Aufmerksamkeit auf einem neutralen Schwerpunkt zu halten und dabei gleichzeitig präsent, weit und offen für die gegenwärtigen Ereignisse in Deinem Wahrnehmungsfeld zu bleiben. Diese Balance gut halten zu können ist mit einem emotional neutralen Fokus noch relativ leicht. Diese Übung ist eine wichtige Vorbereitung, um auch emotionalen Erlebnissen in einer guten Balance zwischen Aufmerksamkeit und präsenter Weite begegnen zu können. Nebenbei vertiefst Du Deine Fähigkeit, präsent, bewertungsfrei und gelassen der Welt von Moment zu Moment zu begegnen.
Lektion 5
KAW mit dem Fokus auf ein positives Erleben
Für die Entwicklung der Fähigkeit, die eigene Wahrnehmung weit zu stellen und dabei gleichzeitig einen Fokus zu halten, nehmen wir in dieser Einheit einen positiven Moment, ein positives Erleben in den Blick. Neben der Vertiefung der Fähigkeit zur bifokalen weiten Wahrnehmung lernst Du dabei auch einen erweiterten Blick auf die Dinge und Situationen, die Dein Leben bereichern und förderst die eigene Fähigkeit zur Dankbarkeit.
Lektion 6
Der Blick auf innere Konflikte (wie Anspannung entsteht)
Hier näherst Du Dich Deinen eigenen Situationen aus dem Alltag von inneren Konflikten und innerer Anspannung an. Es geht heute auch darum, das eigene Bewusstsein für innere Anspannung zu schärfen, um die Auslöser später in einem bewussten Introvisionsprozess unter die Lupe zu nehmen.
Lektion 7
Unangenehme Situationen weitgestellt wahrnehmen – KAW mit Fokus auf eine unangenehme Situation
KAW auf ein unangenehmes Erleben durchführen zu können, ist ein zentraler Aspekt, der emotionale Entspannung und Lernen ermöglicht. Dich in einer sanften, offenen Weise einer unangenehmen, emotional angespannten Situation zu nähern, steht im Zentrum der heutigen Übung.
Lektion 8
Dich beim Ablenken ertappen
Wir haben viele Konfliktumgehungsstrategien (in der Introvisionssprache als KUS bezeichnet). Im Alltag schützen KUS uns. Jedoch hindern sie uns auch daran, unsere inneren Konflikte aufzulösen und uns den Möglichkeiten der Realität gelassen anzunähern. Es gibt eine ganze Vielfalt derartiger Strategien, die im Alltag blitzschnell wirken und in unsere Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse eingreifen. In der heutigen Übung geht es darum, Dich Deiner eigenen Konfliktumgehungsstrategien bewusster zu werden und Dich beim Ablenken im Alltag mit einem leichten Schmunzeln zu “ertappen”.
Lektion 9
Den Knoten im Kopf auf die Schliche kommen - Eigene Imperative und Erwartungen beforschen
Jeder von uns hat viele Annahmen aus der Vergangenheit, wie die Welt zu sein hat: wie ich, die Anderen, die Welt zu sein hat … oder was auf keinen Fall passieren darf. Diese Erwartungen, die auf jeden Fall erfüllt werden müssen oder auf keinen Fall eintreten dürfen, werden in der Introvision als Imperative bezeichnet. Meist ist erhöhte Anspannung damit verbunden, dass Imperative verletzt werden. Die Realität in ihren Möglichkeiten zeigt sich oft anders als wir sie uns wünschen. In dieser Einheit geht es darum, dass Du Deinen eigenen Imperativen und festen Annahmen auf die Schliche kommst und sie identifizierst. Dies ist oft sprachlich mit Formulierungen wie „Ich muss, die Anderen müssen, … oder es darf auf keinen Fall…“ verbunden. Wenn Du sie erkannt hast, fördert der konstatierende Blick auf das Ausgeblendete - obwohl es zunächst unangenehm ist - die innere Gelassenheit. Dies geschieht mit der Verwendung der kleinen Formulierung „Es kann sein, dass…“ anstatt von „es muss…“.
Lektion 10
Sich liebevoll dem Kern annähern – die eigenen Imperative in den Blick nehmen
Hier kommen die Puzzleteile der Introvision zusammen. Ziel dieser Übung ist nicht ein voller Introvisionsprozess, sondern eine Idee davon. Aus der konstatierenden Haltung suche Dir einen Satz aus, der mit „Ich muss, ...“ oder „Es darf auf keinen Fall passieren, dass...“ beginnt. Nun formuliere den Satz so um, dass er lautet „Es kann sein, dass … (das zu Vermeidende) eintritt“. Nimm diese Aussage für 20 – 30s konstatierend forschend wahr: Welche Gedanken und Emotionen tauchen auf? Welche neuen Imperative zeigen sich? Hier ist die liebevolle Balance zwischen Fokus auf den inneren Reaktionen und den gegenwärtigen Wahrnehmungen besonders wichtig. Die ausgeblendeten Möglichkeiten der Realität werden wieder zugänglicher. Im Lauf der Zeit wird der Zugang zu sogenannten Kernimperativen leichter und Gelassenheit kann wachsen.
Lektion 11
Introvision verstehen – Hintergründe aus der Forschung
Introvision hat eine 40-jährige Forschungsgeschichte, die eng verbunden ist mit der Arbeit von Frau Prof. Angelika Wagner und ihrem Team an der Universität Hamburg. Die Bandbreite der Forschungsarbeiten geht von “Knoten im Kopf”, Ängsten, Förderung von Offenheit, sportlicher Höchstleistung, reaktiven Depressionen, Burnout-Prävention, Umgang mit schwierigen Lebenssituationen bis hin zu körperlichen Aspekten wie Schmerz, Tinnitus.
In dieser Einheit geht es bei der Übung darum, den inneren Scheinwerfer auf persönliche Veränderungs- und Heilungswünsche zu richten, und das mit einer weiten Haltung von innerer Neugierde.
Lektion 12
Introvision in der Praxis – die Möglichkeiten der Realität erweitern
Sich den Möglichkeiten der Realität anzunähern ist eine wichtige Grundlage von Gelassenheit und Glück. Interessanterweise sind oft nicht nur die negativen Dinge, die wir befürchten, emotional schwierig. Oft tauchen auch beim Blick die positiven Seiten, der Annahme, dass Wünsche erfüllt werden, ambivalente Emotionen auf. Du nimmst in dieser Einheit beide Seiten eines Wunsches oder eines Ziels, welcher/welches bisher blockiert ist, in den Blick.
Lektion 13
Introvision als Unterstützung bei Entscheidungsprozessen und kreativen Fragestellungen
Introvision und die damit verbundenen Fähigkeiten kannst Du auch nutzen, um kreative Fragen, Entscheidungssituationen oder Entwicklungsfragen zu beleuchten. Introvision hilft Dir dabei Deine Intuition zu nutzen, um neue Impulse für diese Fragestellungen zu erhalten und zu entwickeln. Die Anwendung von Introvision auf eine Frage, die Dich gerade bewegt, ist im Zentrum der heutigen Einheit
Lektion 14
Retrospektive auf den Kurs und der Ausblick in die Zukunft
In Einheit 14 nutzt Du die Introvision, um die Erfahrungen, Erkenntnisse dieses Kurses zu reflektieren und dann weitgestellt in einer Art “Generativem Raum” einen Blick in die Zukunft und die Gewohnheiten, mit denen Du Dein Leben bereichern möchtest, zu werfen.
Lektion 15
Introvision, KAW und die Kultivierung von Dankbarkeit
Zum Abschluss dieses Kurses wirst Du erleben, wie sich Introvision und KAW mit dem Erfahren und Fördern von Dankbarkeit verbinden lässt. Die Fähigkeit zu Dankbarkeit hat gemäß den Forschungsarbeiten der Positiven Psychologie sehr starke Vorhersagekraft für persönliches Wohlergehen. Und es sind die kleinen wie die großen Momente der Dankbarkeit, die sich in der weiten Wahrnehmung im Erleben vertiefen lassen. Wir werden in einem kreativen Prozess die vergangenen 12 Monate weitgestellt unter der Brille der Dankbarkeit betrachten.