Lektion 1
Die Angst vor Unzulänglichkeit
Du kannst dir vorstellen, dass eine Seele, die zum ersten Mal inkarniert, Angst hat: Werde ich diesem Dasein gerecht werden? Bewältige ich alle Herausforderungen, die auf mich zu kommen? Kann ich mich behaupten? Wenn du diese Grundangst hast, neigst du wahrscheinlich auch zur Selbstverleugnung. Aus lauter Angst zu versagen traust du dir gar nichts zu und nimmst dich nicht wahr mit deinen vielen Gaben und Fähigkeiten. Dabei kommen Menschen mit der Angst vor Unzulänglichkeit oft viel besser mit den Anforderungen des Lebens zurecht, weil sie sich viel mehr als andere Mühe geben, alles so gut wie möglich zu machen.
Lektion 2
Angst vor Lebendigkeit
Es sind gerade die Menschen, die eigentlich sehr kreativ, lebenslustig und genussfähig sind, die häufig Angst vor ihrer eigenen Lebendigkeit haben. Gehörst du auch dazu? Bist du eher ein ernsthafter Mensch, ist es dir sehr wichtig ernst genommen zu werden? Machst du dir Gedanken darüber auf andere albern zu wirken, wenn du unkontrolliert fröhlich bist? Wer die Angst vor Lebendigkeit spürt, neigt zur Selbstsabotage. Er findet eine Menge Möglichkeiten, um seine Lebenslust in Schach zu halten und zu beschneiden.
Lektion 3
Die Angst vor Wertlosigkeit
Wir kommen auf die Welt, um Erfahrungen zu machen, und deshalb ist Handeln, tatkräftig sein, ein Grundbedürfnis einer jeden inkarnierten Seele. Diese Handlungen können uns beglücken oder unglücklich machen. Und sie können andere glücklich oder unglücklich machen. Die karmische Erfahrung, dass wir anderen möglicherweise einmal Leid zugefügt haben, teilen wir alle, die wir auf der Erde sind. Doch manche von uns stecken tief in diesem Trauma fest: Wir alle haben einmal Schuld auf uns geladen, doch Menschen mit der Angst vor Wertlosigkeit haben das Gefühl von Schuld als Grundgefühl ihres Daseins.
Lektion 4
Die Angst vor dem Unberechenbaren
Wenn wir inkarnieren, dann wünschen wir uns unbewusst, dass dieser Körper in seiner materiellen Form bestehen bleibt und wir ihn nicht vorzeitig wieder verlassen müssen. Doch das Leben ist in stetem Wandel und stellt uns immer wieder vor überraschende und plötzliche Situationen. Wer die Grundangst vor dieser Unberechenbarkeit hat, neigt zur Überlebensstrategie des Starrsinns.
Lektion 5
Die Angst vor Mangel
Bevor wir geboren werden, wenn unser Bewusstsein im nichtphysischen Raum verweilt, kennen wir weder Armut noch Reichtum. Wir verweilen in einem Zustand von grenzenloser Erfülltheit. Doch mit unserem Eintreten in den physischen Körper treten wir ein in eine Welt voller Dualitäten. Wir erfahren Hunger, Mangel und Not. Wir sind in eine Welt geworfen, in der es einen Unterschied gibt zwischen Geben und Nehmen, zwischen Armut und Reichtum. Diese Erfahrung machen alle inkarnierten Wesen. Doch manche von uns empfinden die Grundangst vor Mangel besonders intensiv, selbst wenn sie gerade im Überfluss leben.
Lektion 6
Die Angst vor Verletzung
Wenn wir hier in dieser Dimension inkarnieren, haben wir einen Körper. Dieser Körper unterliegt den Regeln der materiellen Welt, er verändert sich, er altert. Und vor allem: Er kann verwundet werden. Manche von uns erinnern sich noch, bewusst oder unbewusst, an den Zustand, wenn das Bewusstsein ohne Körper ist. Sie wissen noch, dass sie nicht der Körper sind, sondern dass ihre Seele auf der astralen Ebene ohne Körper existieren kann und dass sie in diesem Zustand keine Angst kennt. Menschen mit der Angst vor Verletzung empfinden deshalb auch eine seelische, geistige oder sinnliche Kränkung als brennende Wunde. Und sie glauben, dass eine solche Wunde niemals geheilt werden kann. Die Bewältigungsstrategie von Menschen mit dieser Grundangst ist der Hochmut.
Lektion 7
Die Angst vor Versäumnis
Bevor wir inkarnieren, kennt unser Bewusstsein weder Zeit noch Raum. Manche von uns sind gekommen, um besonders intensive Erfahrungen mit dem Phänomen der Zeit zu machen. Wenn du zu diesen Seelen gehörst, wirst du dieses Gefühl kennen, ständig zu wenig Zeit zu haben. Jede freie Sekunde wird ausgefüllt mit weiteren Aktivitäten. Es kann dir nicht schnell genug gehen, und manchmal wirst du waghalsig und riskierst deine Gesundheit, nur damit es schneller geht. Denn die Angst vor Versäumnis ist verknüpft mit zwei widerstreitenden Gefühlen: Der Angst vor dem Tod und der Todessehnsucht.
Lektion 8
Abschluss: Haupt- und Nebenangst
In dieser Meditation wirst du noch einmal durch alle archetypischen Ängste geführt. Du hast Gelegenheit dir klar zu machen: Mir welcher Angst gehe ich am meisten in Resonanz, welche ist meine Hauptangst? Und welche zweite Angst empfinde ich ebenfalls als prägend für mein Leben, welche ist meine Nebenangst?