
Reden allein hilft nicht- das Dilemma der Kommunikation
Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Beziehungen nicht an einem Mangel an Liebe sterben, sie sterben an mangelnder Kommunikation, der Schwierigekeit Brücken zueinander zu schlagen und sich auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Das ist oft eine große Hürde, an der Paare sich abarbeiten, über die sie einfach alleine nicht drüber kommen- zu verstehen was der andere wirklich meint, um was es wirklich geht.
Transkription
Was mir am meisten geholfen hat,
Sind Deine Folgen über Kommunikation in der Beziehung.
Das hat mir und meinem Partner so die Augen geöffnet,
Kannst Du nicht da mal wieder was drüber machen?
So oder so ähnlich höre und lese ich das immer wieder in Euren Nachrichten und Mails,
Die ich bekomme.
Und deshalb geht's in dieser Folge um das Thema Reden allein hilft nicht,
Das Dilemma der Kommunikation verstehen und im Gespräch Brücken zueinander schlagen lernen.
Leben lieben lassen,
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Hallo und herzlich willkommen bei Leben lieben lassen,
Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.
Ich bin Claudia,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach und ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen und gelingende Beziehungen zu führen.
Und das Thema,
Auf das man dabei immer wieder stößt ist,
Tata,
Die Kommunikation.
Denn ich bin wirklich davon überzeugt,
Dass die meisten Beziehungen nicht an einem Mangel an Liebe sterben,
Sie sterben an einem Mangel an Kommunikation.
Also nicht dieses einfache Miteinander reden,
Sondern die Fähigkeit Brücken zueinander zu schlagen.
Ich erlebe das immer wieder,
Dass das so eine Hürde ist,
An der sich Paare abarbeiten,
Über die sie einfach alleine nicht rüberkommen,
Zu verstehen,
Was der Andere wirklich meint,
Um was es wirklich geht,
Und nicht nur auf das zu reagieren,
Was man gerade verstanden hat.
Wir sprechen gar nicht dieselbe Sprache,
Das ist ein so verzweifelter Satz,
Den ich in der Arbeit mit Paaren immer wieder höre.
Deshalb ist es ja auch so ein wichtiger Part in diesen Sitzungen,
Den ich dann innehabe,
Die Übersetzerfunktion,
Wie ich das nenne.
Und natürlich geht es dann darum,
Diese Übersetzung selbst zu lernen,
Mitzunehmen,
Ins eigene Leben,
In die eigene Beziehung,
Um wirklich mal in die Welt des Anderen einzutauchen und auf einer tieferen Ebene zu verstehen.
Und in dieser Erfahrung möchte ich Dich heute mal so ein bisschen mitnehmen.
Ich zeige Dir ein spannendes Wahrnehmungsexperiment,
Das wirklich ein echter Augenöffner ist und das Du auch gerne mal mit Deiner Partnerin oder Deinem Partner ausprobieren kannst.
Du wirst nach dieser Folge hoffentlich erkennen,
Warum wir es uns so schwer machen,
Uns zu verstehen und wie es auch einfacher geht,
Indem Du von der Ereignis- auf die Bedeutungsebene wechselst.
Und ich hoffe,
Das hilft auch Dir,
Zu einem tieferen Verständnis in Deiner Beziehung zu kommen.
Los geht's!
Gleich!
Wir alle leben in ein und derselben Realität,
Wenn man mal so grob draufschaut.
Aber wir erleben diese Realität als eine eigene innere Wirklichkeit,
Die sehr stark von der Wahrnehmung anderer abweichen kann.
Befragt man zum Beispiel Zeugen bei einem Kriminalfall,
Dann haben die einen einen mittelgroßen braunhaarigen Mann mit Brille gesehen,
Die anderen einen großen Blonden mit brauner Jacke.
Was uns in so einem Fall ganz normal erscheint,
Nämlich dass in derselben Situation Menschen vollkommen andere Erfahrungen machen und dabei sicher sind,
Dass sie recht haben,
Das stellt uns in unseren Beziehungen regelmäßig die Beine.
Denn da passiert genau das Gleiche,
Aber wir wollen es partout nicht wahrhaben und kämpfen wie besessen darum,
Dass wir und nur wir recht haben.
Also muss ja der andere falsch liegen.
Und dieses Streiten und Kämpfen um das Richtige richtig,
Das erzeugt Gewinner und Verlierer und zerstört auf Dauer die Basis der Beziehung.
Wie krass die Wahrnehmungsunterschiede tatsächlich sind,
Das zeige ich den Klienten in meinen Paarberatungen gerne mit einem kleinen Experiment.
Du kannst es gerne auch mal nachstellen mit Partner oder Partnerin.
Was du dazu brauchst,
Ist jeweils ein Zettel und ein Stift für beide,
Ein handelsübliches Papiertaschentuch oder ein Stück Küchenrolle tut es auch und ein Bild von einem Rohrschachtest.
Das sind diese Bilder,
Die wie wahllose Tintenklexerei aussehen.
Am besten du googelst einfach mal,
Ansonsten findest du auch eins im Artikel zu dieser Episode auf meiner Website.
Und dann geht's los.
Die erste Aufgabe,
Die meine Klienten dann bekommen,
Heißt,
Zeichne ein Quadrat mit drei Geraden.
Denkst du jetzt vielleicht,
Und hier schauen mich auch meine Klienten meistens staunend an.
Hä?
Quadrat mit drei Geraden?
Wie soll ich denn das machen?
Aber es geht ja nicht darum,
Dass man das auf eine bestimmte Weise macht,
Da ist auch kein Trick dahinter.
Mach es einfach so,
Wie du es am besten umsetzen kannst.
Vielleicht musst du eine Weile darüber nachdenken,
Aber das ist völlig okay.
Aufgabe 2.
Ihr schaut nun zusammen auf das Bild mit dem Rohrschachtest.
Was siehst du?
Schreib es einfach auf.
Und bitte nicht absprechen,
Sondern du entscheidest für dich allein,
Mit was oder wem du das Bild assoziierst.
Aufgabe Nummer 3.
Jetzt fasst jeder von euch das Taschentuch mal an und fühlt.
Was spürst du?
Mit welchen drei Adjektiven lässt sich für dich am besten beschreiben,
Wie sich das Taschentuch anfühlt?
Schreib einfach deine drei Adjektive auf.
Und das war's schon mit dem Experiment.
Aber jetzt wird's spannend.
Die Auflösung ist meist erstaunlich.
Und wahrscheinlich wird dir,
Wird euch das auch so gehen,
Wenn ihr dann jetzt zusammen schaut,
Was ihr aufgeschrieben habt.
Gucken wir doch mal zuerst auf die Aufgabe 1.
Zeichne ein Quadrat mit drei Geraden.
Dafür,
Wenn man nur lang genug drüber nachdenkt,
Gibt es viele Wege.
Niemand hat nämlich gesagt,
Du sollst nur drei Geraden verwenden.
Es könnten genauso gut vier sein.
Du könntest auch das Quadrat einfach an den Blattrand zeichnen,
So habe ich das nämlich das erste Mal bei diesem Experiment gemacht,
Und auch so hast du tatsächlich drei Geraden verwendet.
Und ich habe noch viele andere kreative Möglichkeiten zur Umsetzung dieser Aufgabe gesehen.
Fakt ist,
Dass du wahrscheinlich diese Aufgabe ganz anders gelöst hast als dein Partner oder deine Partnerin.
Weil ihr jeweils,
Und das ist die Ursache,
Einen anderen Erfahrungshintergrund mitbringt.
Und der,
Ohne dass ihr das wollt oder beabsichtigt,
Bei der Erfüllung dieser Aufgabe mit rein spielt.
Und zwar so,
Als wäre das das Natürlichste der Welt.
Schauen wir uns die Aufgabe 2 an.
Wenn man beschreiben soll,
Was man auf einem Tintenklecksbild erkennen kann,
Dann sind es eurer verschiedenen Prägungen,
Die die Interpretation des Bildes beeinflussen und euch so zu ganz anderen Möglichkeiten und Ideen kommen lassen.
Es kommt tatsächlich relativ selten vor,
Dass Menschen hier zum gleichen Ergebnis kommen.
Und Aufgabe 3,
Das Spüren des Taschentuchs.
Vielleicht hast du notiert,
Es ist weich,
Seidig,
Anschmiegsam.
Das ist natürlich richtig.
Dein Partner hat aber vielleicht aufgeschrieben,
Es ist trocken,
Weich und leicht.
Auch richtig.
Und jetzt überleg mal,
Wer hat entschieden,
Wie sich dieses Tuch für Dich anfühlt?
Wer hat das entschieden?
Hat Dich jemand überredet?
Hat Dich jemand dazu gezwungen,
Wie es sich für Dich anfühlen sollte?
Nein.
Niemand entscheidet nämlich über Deine Gefühle,
Weil in Deinem Kopf und in Deinem Körper nur Du bist.
Niemand tut die Gefühle da hinein.
Ich weiß,
Das ist ein bisschen tricky.
Egal,
Was also der andere sagt oder tut,
Wir entscheiden uns bewusst und sehr oft unbewusst,
Welche Gefühle das in uns auslöst.
Aber die Gefühle entstehen in uns.
Diese Erkenntnis bekommt besonderes Gewicht,
Wenn wir uns daran in einer nächsten Streitsituation erinnern.
Aber zurück zum Experiment.
Was ist hier das Learning?
Es gibt nicht nur eine Wahrheit.
Das ist die Wahrheit.
Wir alle nehmen nicht die Wirklichkeit wahr,
Sondern wir machen uns ein inneres Abbild davon.
So eine Art Privat-Wirklichkeit.
Unsere ganze Vergangenheit,
Unsere Grundannahmen,
Unsere Glaubenssätze,
Unsere Erfahrungen und die Rückschlüsse,
Die wir daraus gezogen haben,
Die schauen immer mit in die Welt hinein und sie beurteilen diese Welt mit,
Und zwar,
Ob wir wollen oder nicht.
Und auf diese Weise fügen wir,
Ohne es zu merken,
Dem Erlebten gerne mal was hinzu.
Zum Beispiel unterstellen wir unserem Partner im Streit eine Absicht,
Die dieser vielleicht gar nicht hatte.
Wir sind uns aber ganz sicher.
Aber wir fügen nicht nur etwas hinzu,
Wir nehmen auch etwas weg von der Realität,
Von dem,
Was unser Gegenüber sagt oder tut,
Was dann nicht zu unserer inneren Interpretation passt.
Wir filtern die Realität.
Und die Filter sind unsere früheren Erfahrungen.
Das ist auch wissenschaftlich nachgewiesen.
Das Wahrnehmungsexperiment zeigt das wirklich anschaulich.
Wir fügen dem Erlebten etwas hinzu und wir nehmen etwas weg.
Wir interpretieren und halten diese Interpretation für die Wahrheit.
Wir sortieren das Wahrgenommene in innere Schubladen ein.
Und diese Schubladen haben wir aus früheren Erfahrungen und den Rückschlüssen daraus gebildet.
Will also die Wahrnehmung nicht in die Schublade reinpassen,
Wird sie eben passend gemacht.
Das funktioniert genauso wie im Märchen vom Aschenputtel,
Wo sich eine der Schwestern die Ferse abschneidet,
Um in den Schuh zu passen.
Deshalb ist es im Schritt 1 des Wahrnehmungsexperiments so,
Dass wir ziemlich begrenzt sind in unserer Vorstellung,
Wie man mit drei Geraden ein Quadrat zeichnen soll.
Und weil wir ja nicht merken,
Dass wir das Begrenzen oder Hinzufügen machen,
Das passiert ja nicht bewusst,
Streiten wir uns dann um das Richtige richtig,
Weil wir ja sicher sind,
Dass das auf unserer Seite ist.
Ich hoffe,
Ich konnte das so weit erklären,
Es ist ja nicht so ganz einfach zu verstehen.
Und vor allem ist es nicht so einfach,
Das auszudrücken.
In meiner Arbeit mache ich das dann auch mit entsprechenden Skizzen und Zeichnungen,
In das man das plastisch erleben kann und auch anhand von wirklichen Streitsituationen,
Die ich mit meinen Klienten nachvollziehe.
Aber das bildhaft machen geht ja hier im Podcast schlecht.
Jeder Mensch,
Auch unser Partner,
Hat aus sich selbst heraus,
Also in seinem eigenen inneren Denk- und Angstsystem,
Recht.
Denn für unser Gegenüber ist es eben richtig oder stimmig,
Was er oder sie wahrgenommen hat.
Und dieses Richtig lässt sich niemand gerne wegnehmen.
Es geht also nicht darum,
Rechter zu haben,
Sondern es kann nur darum gehen,
Sich für die Ansicht zu interessieren und dann gemeinsame Lösungen zu finden.
Willst du Recht haben oder Lösungen finden?
Das ist daher auch die Frage,
Die ich meinen Klienten stelle,
Wenn sie aus dem Staunen über die Unterschiedlichkeit ihrer Wahrnehmungen und ihrer Lösungen bei diesem Experiment wieder rausgekommen sind.
Denn was sie da erlebt haben,
Lässt sich eins zu eins auf die Themen in der Beziehung übertragen.
Erst wenn wir akzeptieren können,
Dass der andere ein anderes Verständnis,
Eine andere Ansicht über das haben darf,
Was in unserer Beziehung stattfindet,
Dass es ein gutes Recht ist,
Dann erst können wir anfangen,
Uns wirklich zu verstehen.
Vorher bestehen die Auseinandersetzungen meist darin,
Dem anderen seine Meinung wegnehmen zu wollen und eben um das Richtige richtig zu kämpfen.
Und glaub mir,
Ich kenne mich ganz hervorragend aus mit diesen Grabenkämpfen.
Aber der Kampf um das Richtige richtig erzeugt verständlicherweise nichts als Abwehr und Widerstand.
Wie schon gesagt,
Niemand lässt sich gerne seine Meinung wegnehmen.
Wir ändern sie freiwillig oder wir bleiben einfach dabei.
Und dieses Freiwillig geht eben nur von innen nach außen und nicht von außen nach innen,
Also unter Druck oder Zwang.
Genau deshalb ist ein echtes Interesse an der Ansicht der Partnerin oder des Partners so wichtig.
Interesse heißt,
Ich will wirklich wissen,
Wie Du darüber denkst.
Ohne erhobenen Zeigefinger,
Ohne Belehrung,
Ohne verdrehte Augen.
Und ich interessiere mich sogar dann für Deine Meinung,
Wenn mir diese Meinung nicht gefällt.
Das bedeutet wirklich Respekt.
Das ist echte Augenhöhe und es hat etwas mit Achtung zu tun.
Ich sehe Dich.
Ich interessiere mich dafür,
Wie Du das siehst.
Und ich bin an einer echten Lösung interessiert,
Weil ich Dich ernst nehmen möchte.
Weil Du mir wichtig bist,
Möchte ich verstehen,
Wie Du das siehst.
So können wir Brücken schlagen und wirklich in die Erfahrungs- und Wahrnehmungswelt unserer Partner oder unserer Partnerin eintauchen,
Um diesen Menschen aus sich selbst heraus zu verstehen und nicht aus unserer Außenansicht.
Die ja nur unsere Meinung ist.
Und das verbindet wirklich,
Denn alle Menschen,
Da bin ich sicher,
Die wünschen sich von Herzen eins,
Gesehen und verstanden zu werden,
So wie sie sind.
Und wenn das passiert,
Wenn sich wirklich mal jemand für unsere Meinung und unsere Ansicht interessiert,
Ohne dass gleich draufgehauen wird,
Ohne dass wir gleich dafür bestraft werden,
Dann tun sich Türen auf.
Dann ist wirklich auch die Bereitschaft,
Dem anderen entgegenzukommen,
Riesengroß.
Und natürlich geht es auch darum,
Sich selbst auf diese Weise zu verstehen und sich selbst an der eigenen Wahrnehmung auch Ausdruck verleihen zu können,
Damit wir verstanden werden können,
Damit wir dem anderen überhaupt die Möglichkeit geben,
Dass er versteht,
Was in uns vorgeht oder was wir darüber denken und wie wir fühlen.
Was ich wirklich meinen Klienten empfehle,
Ist,
Weniger auf der Ereignisebene miteinander zu reden,
Sondern auf der Bedeutungsebene.
Was meine ich damit?
Wie du es beim Wahrnehmungsexperiment sehen konntest,
Ist es nicht das äußere Ereignis,
Auf das wir reagieren.
Wir reagieren auf die innere Bedeutung,
Die dieses Ereignis für uns hat.
Und die Bedeutung,
Die wir in unserer Innenwelt den Dingen,
Umständen und Erfahrungen geben,
Die ist sehr individuell und geprägt von unseren früheren Erfahrungen.
Das kann man aber nicht im Außen sehen.
Also niemand kann sehen,
Welche Bedeutung innerlich eine Sache für dich hat.
Im Außen ist immer nur das auslösende Ereignis sichtbar,
Der Rest findet in dir selbst statt.
Aber so richtig klar ist uns das nicht.
Wir nehmen gerne an,
Dass Partner oder Partnerin wissen müssten,
Welche Bedeutung ein bestimmtes Verhalten in uns auslöst.
Genau deshalb verstricken wir uns ja miteinander in so unglaubliche Missverständnisse.
Ich denke,
Dass du denkst,
Dass ich denke.
So heißt das Spiel.
Ein einfaches Beispiel,
Das ich auch schon mal in anderen Folge zur Kommunikation erzählt habe,
Will ich ja gerne nochmal wiederholen.
Es ist ein bisschen oldschool und es mutet an wie aus einem Sketch von Lorejo,
Aber es ist so herrlich plastisch.
Mir ist kalt,
Sagt die Frau zu ihrem Mann,
Als beide abends gemeinsam auf dem Sofa sitzen und fernsehen.
Der Mann geht zum Thermometer und sieht nach.
Es sind 21 Grad,
Das ist nicht kalt.
Er setzt sich wieder hin.
Jetzt schaut ihn die Frau enttäuscht an und sieht mega traurig aus.
Was habe ich denn wohl jetzt wieder falsch gemacht,
Fragt er sich nach innen und starrt in den Fernseher.
Ich bedeute ihm gar nichts,
Denkt die Frau sich innen,
Denn sie hatte sich eigentlich etwas Zuwendung oder ein Gespräch gewünscht.
Beide führen sich unverstanden.
Ein typisches Kommunikationsmissgeschick,
Ein Dilemma der Kommunikation,
Wie es uns allen andauernd passiert.
Und um die Wahrscheinlichkeit des Verstandenwerdens und Verstehens zu erhöhen,
Ist es eben sinnvoll,
Über die jeweils unterschiedliche Bedeutung des Erlebten zu sprechen.
Über das,
Was wir in uns selbst damit verbinden.
Niemand,
Sage ich auch gerne,
Kann raten,
Was wir meinen,
Was es uns bedeutet,
Wenn wir es nicht oder nur ungenau sagen.
Und wenn wir selbst nicht nachfragen,
Was es für unseren Partner bedeutet,
Werden wir ihn oder sie auch nie verstehen.
Wie geht das also auf der Bedeutungsebene zu kommunizieren?
Es ist wirklich einfach,
Wenn man das Prinzip und die Wichtigkeit des Ganzen verinnerlicht hat.
Und das bedeutet für mich ganz konkret,
Ich gehe erstmal nie davon aus,
Dass ich den anderen richtig verstanden habe,
Sondern ich frage nach.
Habe ich dich richtig verstanden?
Meinst du das und das?
Oder ich sage auch gerne,
Bei mir kommt das und das an,
Habe ich dich da richtig verstanden?
Ich erwarte aber auch nicht,
Dass jeder weiß,
Was ich meine.
Ich versuche also daher gleich,
Die Bedeutung,
Die ein Thema für mich hat,
Mit zu transportieren.
Einfach,
Um es dem anderen leichter zu machen,
Aber auch mir,
Denn ich möchte ja verstanden werden.
Und zweitens habe ich zutiefst verinnerlicht,
Dass es zu einer Frage viele Meinungen und Ansichten geben kann,
Viele innere Wahrheiten,
Siehe Experiment.
Und sollte ich das mal wieder kurz vergessen haben,
Dann werde ich ganz schnell schmerzlich daran erinnert,
Da kannst du sicher sein.
Wie es geht,
Auf der Bedeutungsebene zu kommunizieren,
Das möchte ich dir mal an einem Beispiel von Andrea zeigen.
Andrea lebt mit Felicitas ein ziemlich schönes Leben.
Sie haben alles,
Was man sich so vorstellen kann,
Aber die beiden können das nur schwer genießen,
Weil sie sich doch immer wieder so schlimm missverstehen,
Dass sie sich hart verletzen und die Kommunikation abreißt.
Beide leiden dann.
Andrea ist sehr durchsetzungs- und willensstark,
Sie hat in meinen Augen ein handlungstypisches Naturell.
Liebe zeigt sie vor allem über körperliche Nähe und Sex.
Und nur beim Sex fühlt sie sich auch wirklich geliebt.
Felicitas ist eher der emotionale,
Feinfühlige,
Empathische Typ.
Ihre Sprache der Liebe ist Zugewandtheit,
Emotionale Nähe und Austausch.
Man kann sich schon nach dieser kleinen Beschreibung vorstellen,
Dass die beiden auf diese Weise oft aneinander vorbeigefunkt haben in Sachen Liebe.
Andrea beschwert sich,
Weil es nach ihrer Meinung viel zu wenig Sex in der Beziehung gibt.
Genauso sagt sie das auch und wirkt dabei hart und zugeknüpft.
Sie ist nämlich verletzt,
Weil sie sich nicht geliebt fühlt.
Das aber sagt sie nicht.
Sie geht einfach davon aus,
Dass Felicitas das doch wissen muss,
Was das für sie bedeutet.
Aber ihr Verhalten,
Das harte Zugeknüpfte,
Spricht ja eine ganz andere Sprache.
Andrea ist es nicht bewusst.
Felicitas als Beziehungstyp sieht nur die Ereignis-Ebene,
Nämlich wie Andrea sich verhält.
Hartkritisch und fordernd,
Vorwurfsvoll.
Die Bedeutung dahinter,
Wie es Andrea damit geht,
Sieht sie nicht,
Denn das zeigt ihr Andrea nicht.
Und da es so komplett anders ist als in ihrer eigenen Innenwelt,
Kommt sie auch nicht darauf,
Was das Verhalten bedeuten könnte.
Felicitas ist sich sicher,
Dass die harte Ablehnung bedeutet,
Dass Andrea sie nicht mehr liebt.
Sie will einfach nur Sex.
Beide stecken fest in ihrem Leid und sind namenlos enttäuscht.
Eine echte Pazituation ist entstanden.
Jetzt bin ich als Übersetzerin gefragt und ich schaue mit Andrea von der Ereignis-Ebene – es gibt wenig Sex – auf die Bedeutungsebene und helfe ihr,
Das auch mitzuteilen.
Wenn wir keinen Sex haben,
Sagt Andrea,
Dann fühle ich mich verlassen und einsam und nicht geliebt.
Ich wünsche mir viel mehr Nähe,
Weil du mir wirklich wichtig bist,
Weil ich dich liebe und weil ich diese Verbundenheit auch körperlich spüren möchte.
Vom Ereignis ausgehend – wir haben wenig Sex – ist Andrea mit etwas Übung auf die Bedeutungsebene gewechselt,
Indem sie ausdrückt,
Welche Gefühle und Bedürfnisse hinter dem Ereignis liegen und was ihr daran wehtut,
Was sie sich wünscht und um was es wirklich wirklich für sie geht.
Leicht gefallen ist ihr das nicht,
Aber sie hat diese Hürde genommen.
Felicitas staunt und Tränen rollen über ihre Wangen.
So sehr hat sich Andrea noch nie geöffnet.
Felicitas ist unfassbar berührt.
Und Andrea staunt über die Wirkung ihrer Worte,
Weil sie ja angenommen hatte,
Dass Felicitas das alles klar sein müsste.
Als wir dann auch noch Felicitas Bedeutungsebene in den Ausdruck bringen,
Liegen sich die beiden in den Armen.
Auch für mich ist das ein super berührender Moment.
Da sind sich zwei ganz nahe,
Weil sie sich ermöglicht haben,
In die Innenwelt der jeweils anderen so tief einzutauchen und sich dann in einer Tiefe zu verstehen,
Die sonst schwierig scheint.
Und beide stellten fest,
Dass sie das Gleiche wollen,
Nur eben eine andere Ausdrucksform dafür verwenden.
Wenn Du mehr wissen möchtest über diese verschiedenen Naturelle,
Von denen ich gesprochen habe,
Die Psychographie,
Mit der ich arbeite,
Oder auch über die Sprachen der Liebe,
Ich verlinke Dir die entsprechenden Folgen dazu in den Journals,
Denn auch darüber habe ich schon Podcast-Episoden gemacht.
Und ich möchte Dich ermutigen,
Es selbst einmal auszuprobieren und Dich mitzuteilen,
Indem Du Deine innere Bedeutung mit transportierst.
Anstatt,
Musst Du immer an Dein Handy schauen,
Könntest Du ja sagen,
Immer wenn Du an Dein Handy schaust,
Während ich Dir was erzähle,
Fühle ich mich ganz einsam.
Ich bin dann gar nicht sicher,
Ob Du mit zuhörst.
Dein echtes Interesse bedeutet mir wirklich sehr viel.
Lass Deinem Gegenüber die Möglichkeit,
Dich wirklich zu verstehen und sprich nicht nur über die Erfahrung,
Also das Ereignis,
Sondern was dabei in Dir passiert,
In Dir vorgeht,
Wie es Dir innerlich damit geht,
Wie Du Dich fühlst,
Was Du Dir wünschst und was Dir wichtig ist.
Und bitte frag auch immer mal nach,
Was bedeutet denn das für Dich,
Wie geht es Dir dabei?
Das ist wirklich schon ein großer Schritt auf dem Weg zur gelingenden Kommunikation.
Und für Fortgeschrittene ist dann die GfK,
Die gewaltfreie Kommunikation,
Nach Rosenberg und das Vier-Ohren-Modell von Friedemann-Schulz von Thun,
Der Next-Level-Step.
Auch darüber habe ich schon in anderen Episoden gesprochen,
Am besten alles anhören,
Was mit Beziehung und Kommunikation zu tun hat in diesem Podcast,
Wenn Dich das Thema interessiert.
Aber wie Du ja weißt,
Ist meine Devise,
Mach's einfach und mach's Dir einfach.
Fang einfach an,
Du musst nicht erst das Thema studiert haben und wechsle von der Ereignis auf die Bedeutungsebene.
Von außen nach innen zu wechseln,
Das ist wirklich ein großartiger Move.
Ich wünsche Dir spannende Erfahrungen,
Hör die Folge auch gerne nochmal mit Deinem Partner oder Partnerin an und teile sie mit anderen Menschen,
Die das inspirieren könnte.
Achja,
Und eins fällt mir noch ein,
Ganz wichtig,
All diese Methoden funktionieren nur,
Wenn eine Bereitschaft dafür auf beiden Seiten besteht.
Immer mal wieder bekomme ich zu den Folgen über Kommunikation in der Beziehung Post,
In der steht,
Ich habe diese tollen Folgen über Kommunikation gehört,
Aber mein Partner will das nicht hören,
Was soll ich tun?
Ehrlich gesagt,
Da kannst Du wenig machen.
Vielleicht solltest Du überlegen,
Ob Du auf Dauer wirklich in einer Beziehung sein willst,
In der es keine Bereitschaft gibt,
Aufeinander zuzugehen oder neue Wege der Kommunikation zu beschreiten.
Kommunikation ist keine Einbahnstraße und Beziehung ist es auch nicht.
Und das lassen wir jetzt mal so als Schlusswort stehen.
Alles Liebe für Dich,
Wo und wann immer Du mich hörst,
Deine Claudia.
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