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Die Jahreszeiten der Liebe- die fünf Phasen der Beziehung

by Claudia Bechert-Möckel

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Beziehungen sind nicht statisch, sie sind lebendig, sie verändern sich auf ganz natürliche Weise. Es gibt sowas wie Jahreszeiten der Liebe oder Beziehungsphasen. Und je nachdem, wem man zuhört und in wessen Buch man schaut, sind es 4 oder auch 7 Beziehungsphasen die wir durchlaufen. Ich glaube, es sind fünf. Allerdings schafft es nicht jedes Paar, alle diese Phasen zu erleben.

Transkription

Ach ja,

Die Liebe.

Sie könnte so schön sein.

Da lernt man jemanden kennen,

Alles ist Magic.

Wir verlieben uns heiß über Kopf und finden uns schon bald in einer traumhaften Beziehung wieder,

In der alles passt und die bis ans Lebensende hält und immerzu romantisch voller Liebe und Einziehungskraft ist.

Wie?

Das gibt's nur im Film,

Sagst du?

In deiner Beziehung hast du das ganz anders erlebt?

Stimmt.

Und das ist doch ganz normal.

Also nicht dein Fehler.

Du hast nichts falsch gemacht.

Nur in Hollywood-Filmen gibt's nämlich den ewigen rosa Zuckerguss,

Wenn sich zwei gefunden haben.

Im realen Leben bleibt keine Beziehung,

Wie sie am Anfang war.

Sie entwickelt sich,

Ob wir wollen oder nicht.

Genau genommen verläuft eine Beziehung in bestimmten Zyklen,

Also Phasen.

Und um die soll's heute gehen.

Leben,

Lieben,

Lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Herzlich willkommen beim Leben,

Lieben,

Lassen Podcast Episode 63.

Ich bin Claudia Bechert-Möckel,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach.

Ich unterstütze Menschen dabei,

Sich selbst und andere besser zu verstehen und gelingende Beziehungen zu führen.

Ich arbeite mit Einzelklienten und Paaren,

Online und in Präsenz.

Und häufig geht's dabei auch um die Tatsache,

Dass Beziehungen sich verändern müssen,

Wenn sie lebendig bleiben wollen.

Nichts bleibt,

Wie es ist.

Ein Thema,

Das auch eine Hörerin in der Leben,

Lieben,

Lassen Podcast-Sprechstunde bewegt hat,

Hat mich dazu inspiriert,

Diese Folge zu den Jahreszeiten der Liebe aufzunehmen.

Vielleicht findest du ja heraus,

In welcher Phase deiner eigenen Beziehung du gerade steckst.

Ja,

Diese Frage hat mich über die Leben,

Lieben,

Lassen Sprechstunde erreicht und sie ist ganz typisch.

Hallo,

Liebe Claudia.

Ich bin ein großer Fan von deinem Leben,

Lieben,

Lassen Podcast und gerne nutze ich jetzt mal die Möglichkeit,

Eine Frage zu stellen.

Zwar beschäftigt mich schon seit ganz langer Zeit meine Beziehung.

Ich bin jetzt in einer zweiten Beziehung und ich habe viel verändert und wollte vieles besser machen.

Und ich habe eigentlich auch den besten Mann der Welt.

Aber irgendwie sind wir jetzt nach ein paar Jahren an dem Punkt,

Wo wir doch manchmal streiten,

Regelrecht miteinander kämpfen um Dinge,

Die manchmal gar nicht so wirklich wichtig sind.

Und hinterher frage ich mich,

Warum muss das immer so sein?

Ich würde gerne wollen,

Dass es wieder so ist wie am Anfang.

Dass wir uns nicht streiten,

Dass wir uns lieben,

Dass wir uns nur wertschätzen,

Dass wir uns nicht verletzen und uns auch nicht verzeihen müssen.

Eigentlich habe ich gedacht,

Ich mache jetzt alles besser und alles richtig.

Aber jetzt bin ich doch wieder an dem Punkt angekommen.

Ist das denn normal oder können Sie mir einen Tipp geben,

Wie ich das machen kann?

Auch in der Paarberatung ist das wirklich ein häufiges Thema.

Dass Menschen verstehen wollen,

Wieso sie immer wieder an den gleichen Punkt in einer Beziehung kommen.

Auch wenn sie inzwischen einen anderen Partner haben.

Sie schaffen es einfach nicht über eine bestimmte Stelle hinaus.

So schön wie am Anfang soll es wieder werden.

Da war doch alles mal so perfekt.

Das stimmt.

Aber das war ja auch noch nicht so.

Ich weiß,

Das ist total ernüchternd,

Wenn ich das sage.

Und noch eine schlechte Nachricht habe ich für Dich.

So magic,

Wie es am Anfang der Beziehung ist,

Wird es später vermutlich nicht mehr sein.

Jedenfalls nicht pausenlos.

Die gute Nachricht aber,

Und die ist viel wichtiger,

Die ist,

Es kann viel besser werden als im Rausch der Verliebtheit.

Nämlich tiefer,

Echter.

Und auch da ist dann noch Platz für Amore.

Natürlich.

Beziehungen sind nicht statisch.

Sie sind lebendig.

Sie verändern sich auf ganz natürliche Weise.

Es gibt sowas wie Jahreszeiten der Liebe oder eben Beziehungsphasen.

Je nachdem,

Wem man zuhört und in wessen Buch man schaut,

Sind es vier oder auch fünf Jahre.

Und es gibt auch viele andere Beziehungen.

Sind es vier oder auch sieben Beziehungsphasen,

Die wir durchlaufen.

Ich glaube,

Man kann sie in fünf Abschnitte einteilen.

Allerdings,

Nicht jedes Paar schafft es,

Alle diese Phasen zu erleben.

Ja,

Das liegt nach meiner Meinung an einem Missverständnis.

Wir wissen nämlich allgemein einfach zu wenig über diese natürliche Entwicklung und Bewegung von Beziehungen und halten die zwangsläufig auftretenden Phasen von Kampf und Konfrontation oftmals für das Ende der Liebe.

Viele Paare werfen zu schnell das Handtuch.

Sie stellen sich den Beziehungsthemen nicht oder haben keine Kraft mehr dafür.

Viele glauben,

Dass doch am Anfang alles einfach so gepasst habe und so müsse es wieder sein und zwar mühelos und ohne Anstrengung.

Ehrlich,

Das ist Bullshit.

Ein Märchen aus Hollywood.

An das wir glauben,

Weil niemand uns gesagt hat,

Wie Beziehung wirklich ist.

Jede Beziehung wird an den Punkt kommen,

An dem es miteinander schwieriger wird.

Wo man sich reibt,

Sich Widersprüche und Konflikte auftun.

Wir verschmelzen nicht zu einem vergrößerten Ich.

Wir bleiben Ich und Du,

Auch wenn sich das am Anfang anders anfühlt.

Und wir bringen bei aller Liebe,

Die uns verbindet,

Unterschiedliche Prägungen mit.

Eigene Erfahrungen,

Ansichten,

Werte und Bedürfnisse.

Und damit entsteht ganz automatisch ein Spannungsfeld.

Ja,

Das kann anstrengend sein,

Nervig,

Beängstigend.

Aber es ist auch eine wunderbare Einladung,

Sich und die Beziehung zu entwickeln.

Zu wachsen als einzelner Mensch und auch als Paar.

Wenn man durch dieses Feuer gegangen ist,

Taucht man ein in eine ganz neue Art von Beziehung.

Allerdings,

Das muss ich sagen,

Das ist der mühevollere Weg,

Wenn auch lohnenswert.

Einfacher ist es,

Bei den zwangsläufig auftretenden Konflikten die Schuldfrage zu stellen,

Die Verantwortung weit von sich wegzuweisen oder die Flucht anzutreten.

Aus der Beziehung zu gehen und wieder neu anzufangen.

Versteh mich nicht falsch,

Es lohnt sich natürlich nicht,

Einen Totengaul zu reiten.

Wenn eine Beziehung sich nur noch aufrechterhalten lässt,

Indem sich einer oder auch beide Partner oder Partnerinnen komplett verbiegen müssen,

Dann hat es keinen Sinn.

Und natürlich kann man auch niemanden zwingen,

Sich den Beziehungsthemen wirklich zu stellen.

Aber wenn beide das wollen und den Mut haben,

Ihre Schwierigkeiten als Aufgabe zu verstehen,

Dann kann daraus etwas Großartiges erwachsen.

Und es ist immer wieder ein Moment,

Der mir die Freudentränen in die Augen treibt,

In der Arbeit mit Paaren,

Wenn ich Zeuge davon sein kann.

Und wenn du manchmal so nach außen schaust und denkst,

Ach Mensch,

Nur in meiner Beziehung ist es schwierig,

Bei den anderen läuft es einfach so,

Dann lass dir eins gesagt sein.

Auch in anderen Beziehungen herrscht längst nicht so oft und so viel Harmonie,

Wie das nach außen den Anschein hat.

Ich kann mir quasi den Satz auf die Stirn tätowieren,

Den ich in meiner Arbeit mit Paaren sehr oft höre.

Alle denken immer,

Wir sind das perfekte Paar.

Den schönen Schein wahren,

Doch es ist so eine Art sozial vererbter Strategie,

Die viele von uns ganz unbewusst anwenden.

Den Schein wahren,

So tun als ob,

Sich bloß nichts anmerken lassen.

Wie steht man denn da,

Wenn sichtbar werden würde,

Dass man sich nicht immer so blendend versteht wie im Bilderbuch?

Ich kann nur sagen,

Was für eine Anstrengung,

Sich neben den Konflikten und Reibereien auch noch um ein strahlendes Image nach außen bemühen zu müssen und hinter den Kulissen werden dann die Machtkämpfe gnadenlos ausgetragen.

Jede Partnerschaft besteht aus verschiedenen Stadien,

Die in allen Beziehungen für typische Höhen und Tiefen sorgen.

Wer diese Phasen kennt,

Kann mit ihren Herausforderungen leichter umgehen und sie positiv lenken.

Und das sind sie,

Die Phasen der Beziehung oder auch die Jahreszeiten der Liebe.

Phase 1,

Die Verliebtheitsphase,

Der große Rausch.

Die erste Phase kennt hoffentlich jeder,

Denn da haben wir nichts als Schmetterlinge im Bauch.

In der Verliebtheitsphase trägt man die sogenannte rosa Brille und schwebt wie auf Wolke 7.

Unsere Partnerin bzw.

Unser Partner erscheint uns in dieser Phase fast vollkommen und wir erkennen keine Schattenseiten an ihr bzw.

An ihm.

Wir sind sozusagen blind vor Liebe.

Die Idealisierung lässt alle Schattenseiten,

Die ja jeder Mensch hat,

Verschwinden.

In Folge 62 dieses Podcasts bin ich genauer auf das Thema Idealisierung in der Beziehung eingegangen.

Am schönsten ist es in der Phase der Verliebtheit,

Zusammen und sich ganz nahe zu sein.

Unsere Hormone fahren Achterbahn.

Glückshormone wie Dopamin,

Noradrenalin und Serotonin überschütten uns,

Aber auch Testosteron und Östrogen,

Die für das Verlangen nach sexueller Befriedigung sorgen,

Toben sich in uns aus.

Verliebt sein ist wie schweben.

Wir fühlen uns wunderbar und sind es einfach auch.

Selbst die härtesten Knochen werden dann romantisch.

Alle Aufmerksamkeit ist bei unserem Partner oder bei unserer Partnerin.

Alles andere tritt in den Hintergrund.

Das Leben leuchtet in den schönsten Farben und das ist so,

Weil wir leuchten.

Wir können das nächste Treffen kaum erwarten und denken 24 7 an die Geliebte oder den Geliebten.

Heißer Sex und sinnliche Leidenschaft feuert das Ganze nach an.

Ich würde sagen,

Es ist wie Drogenrausch,

Es haut uns einfach den Keks raus.

Ich liebe es,

Aber es strengt auch wirklich an.

Aber ganz unabhängig davon,

Wie intensiv du die Phase der Verliebtheit erlebt hast oder erlebst,

Diese Phase ist entscheidend für die Beziehung,

Denn hier connecten wir emotional.

Die starke Hinzu-Bewegung der Anziehungskraft sorgt für das Gefühl,

Zusammen zu gehören,

Schafft also erst die Bindung.

Wir lassen uns aufeinander ein.

Deshalb,

Glaube ich,

Hat die Natur diese Phase der Beziehung gemacht.

Universen prallen aufeinander.

Ein Gefühl von Verschmelzung.

Starke Energie wird freigesetzt.

Die Verliebtheitsphase ist dann auch nach ca.

3 bis 18 Monaten vorbei.

Im Durchschnitt.

Und damit auch oftmals die Partnerschaft.

Nicht wenige Menschen steigen an diesem Punkt bereits aus,

Ohne jemals zu erfahren,

Welche wirklichen Qualitäten diese Beziehung gehabt hätte.

Und hier kommt mein Tipp zur Phase 1 der Beziehung.

Wenn du vielleicht gerade darin bist.

Genieß die Zeit der Verliebtheit,

Der extremen Anziehungskraft und der besonderen Intimität.

In dieser Zeit entsteht das Bindungsfundament der Partnerschaft.

Wenn es eines Tages auch mal schwieriger wird miteinander,

Ist die Energie dieser Zeit der Treibstoff für den Zusammenhalt.

Ich frage Paare übrigens oft,

Wie sie sich kennengelernt haben und warum sie sich so unsterblich verliebt haben.

Wie diese Zeit aus der Sicht von heute erzählt wird,

Das verrät tatsächlich unglaublich viel über den Zustand der Beziehung im Jetzt.

Und selbst bei zerstrittenen Paaren löst allein die Erinnerung an die Verliebtheitsphase und das Reden darüber wieder neue Glücksgefühle aus.

Und die Augen fangen an zu leuchten.

Ein gutes Zeichen.

Doch irgendwann kommt unvermeidlich Phase 2.

Beziehungsphase Nummer 2.

Das Verliebtheitsgefühl lässt nach.

Die Erwartungen nehmen zu.

In der zweiten Beziehungsphase nehmen wir die rosa-rote Brille ab und sehen plötzlich Eigenschaften und Verhaltensmuster,

Die wir zuvor an unserer Partnerin bzw.

Unserem Partner nicht so dolle wahrgenommen haben.

Die Verschmelzung beginnt sich jetzt aufzulösen und wir werden wieder ich und du und auch du.

Und auch etwas Drittes ist entstanden.

Ein Wir.

Das haben wir geschaffen.

Das ist die Beziehung.

Ein lebendiges Wesen.

Quasi unser Baby.

In dieser Phase,

Der zweiten,

Nehmen wir unseren Partner oder die Partnerin genauer unter die Lupe und entdecken immer wieder auch Eigenschaften,

Die uns nicht so gut gefallen.

Verschiedenheiten und Schwächen treten hervor.

Neben den schönen Seiten natürlich,

Die immer noch liebenswert sind.

Erste Gefühle von Ernüchterung treten auf,

Auch wenn die Beziehung immer noch sehr schön und liebevoll sein kann.

Zudem beginnen die Partner meist sich wieder mehr um ihre eigenen Interessen zu kümmern.

Auch die Alltagsverpflichtungen,

Die ja jeder von uns hat,

Die rücken auch irgendwann wieder in den Vordergrund.

Man könnte sagen,

In Phase 2 landen wir auf dem Boden der Realitäten.

Nach all den vielen Nächten,

In denen geredet und gekuschelt wurde,

Tut es gut,

Einfach mal wieder eine Nacht auszuschlafen und sich auch mal wieder um das eigene Leben zu kümmern.

Gleichzeitig lässt die extreme Aufmerksamkeit nach,

Die sich die Verliebten in der ersten Zeit geschenkt haben.

Und es kommt noch etwas anderes hinzu.

Eigene Schwächen werden hier auf den Partner angelastet.

Sobald das Verliebtheitsgefühl etwas nachlässt,

Erkennen wir immer mehr unsere Unterschiede.

Wir fragen uns,

Wie wir uns haben so täuschen können.

Jetzt sehen wir zwar noch das Verbindende,

Aber eben auch den Unterschied,

Das Trennende.

Kritik zu üben fällt in dieser Phase leicht und wird auch großzügig und gerne ausgeübt.

Auch in dieser Phase trennen sich viele Paare,

Weil sie glauben,

Die Liebe sei zu Ende.

Das ist sehr schade,

Denn ob man wirklich gut zusammenpasst,

Weiß man erst später.

In dieser Phase werden wir wieder die,

Die wir wirklich sind,

Sage ich oft zu meinen Klienten in der Paarberatung.

Das kannst Du Dir ungefähr so vorstellen.

Der große Schweigende,

Der in der Verliebtheit sein Herz auf der Zunge trug und nächtelang reden wollte,

Der zieht sich jetzt wieder mehr in sich zurück und redet nicht so gerne.

Die kühle Blonde,

Die in der Verliebtheit zum Vamp mutierte,

Hat jetzt vielleicht nicht mehr so viel Lust auf Sex und ist sehr viel anspruchsvoller.

Bedeutet also auch,

Jetzt können wir uns nochmal richtig kennenlernen.

Es geht sozusagen ans Eingemachte.

Das bedeutet herauszufinden,

Ob sich aus der anfänglichen Verliebtheit mehr entwickeln kann,

Ob daraus tiefe Liebe entstehen kann.

Schaffen es die Partner zu akzeptieren,

Dass der andere eben doch nicht perfekt ist,

Sondern auch ein ganz normaler Mensch mit seinen individuellen Stärken und Schwächen?

Das ist hier die Frage.

Affären enden übrigens hier,

Aber die eigentliche Beziehung,

Die beginnt erst.

Und auch für diese Phase habe ich einen Tipp.

Sei nicht traurig,

Dass es jetzt anders ist.

Denn der Ausnahmezustand der Verliebtheit,

So wunderschön der auch ist,

Er kann sich nicht ewig aufrechterhalten.

Das würde uns auf Dauer erschöpfen.

Lass dich nicht beirren,

Wenn die Schmetterlinge im Bauch nachlassen.

Das ist völlig normal und auch okay.

Auch dein Partner darf Ecken und Kanten haben.

Das eigentliche Abenteuer Beziehung beginnt jetzt erst.

Phase 3.

Der Beziehungsmachtkampf.

Die Rangelei um das Kräfteverhältnis beginnt.

Die dritte Beziehungsphase ist wirklich nicht besser als die zweite.

Jeder versucht jetzt,

Den anderen zu verändern und ihn nach seinen oder ihren Erwartungen zu formen.

Das führt zu Machtkämpfen,

Misstrauen,

Wut,

Auch zu Schuldzuweisungen.

Das Anderssein von Partnerin oder Partner wird jetzt zum Problem und muss bekämpft werden.

Die meisten Paare schenken sich nichts in dieser Phase.

Beide überlegen immer mal wieder,

Ob eine Trennung nicht vielleicht das Beste wäre.

Unvermeidlich verstrickt man sich immer wieder in Macht,

Revier und mitunter auch in Konkurrenzkämpfe.

Zuerst standen die Gemeinsamkeiten der Beziehung im Vordergrund.

Aber jetzt dreht sich vieles um die Unterschiede,

Die als störend wahrgenommen werden.

Viele Paare gehen nämlich ganz unbewusst davon aus,

Dass die eigenen Vorstellungen von Beziehung auch automatisch die des Partners sein müssen.

Hat der Partner andere Vorstellungen,

Fühlen sich viele verraten.

Doch Änderungsversuche werden abgelehnt und als Bevormundung erlebt.

Immer musst du an mir rummeckern,

Heißt es dann.

Nie kann ich irgendwas richtig machen.

Aber du bist ja auch nie für mich da,

Heißt es dann von der anderen Seite.

Du unterstützt mich überhaupt nicht.

Das Vorwurfskarussell wird immer wieder neu angeschoben.

Die Beziehung kann dadurch außer Balance geraten.

Umerziehungsversuche finden statt.

Partner oder Partnerin soll sich Verhaltensweisen,

Die den anderen stören,

Abgewöhnen.

Aber auch keiner von beiden will klein beigeben.

Und jeder will in dieser Phase das letzte Wort haben.

Hier wird das Kräfteverhältnis ausgelotet.

Die Territorien werden abgesteckt.

Dem Ich,

Dem Du und dem Wir im Beziehungsraum Platz zu geben,

Sodass sich beide damit wohlfühlen,

Das ist die Aufgabe in dieser Phase.

Die Frage,

Wie kann ich Ich sein und gleichzeitig mit Dir zu einem Wir verbunden?

Am Anfang haben wir vielleicht noch angenommen Mr.

Oder Mrs.

Right getroffen zu haben.

Aber jetzt sind wir uns manchmal nicht mehr sicher,

Ob wir tatsächlich den falschen Partner oder die falsche Partnerin erwischt haben.

Bei all den Missverständnissen und Streits fragt man sich manchmal,

Wo denn bitte schön die Liebe geblieben ist.

Aber die Meinungsverschiedenheiten bieten auch die Möglichkeit,

Neue Konfliktlösestrategien auszuhandeln und zu Lösungen zu kommen.

Am Ende dieser Beziehungsphase,

Wenn man sie erreicht,

Wartet auf beide etwas ganz Wunderbares und etwas,

Das elementar wichtig ist für die zukünftige Beziehung.

Beide können nämlich den Partner so akzeptieren,

Wie er oder sie ist.

Nicht nur mit den Stärken,

Sondern auch mit den Schwächen.

Und hier kommt mein Tipp für Phase Nummer 3,

Die ich als die anstrengendste wahrnehme.

Niemand ändert sich,

Nur weil wir es wollen.

Veränderung kann nur von innen nach außen gelingen.

Also aus eigener Absicht heraus.

In der Beratung arbeite ich hier mit meinen Klienten daran,

Die eigenen Vorstellungen,

Die Werte und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen,

Ohne sich zu verletzen.

Wie kann man einen Raum schaffen,

In dem sich beide wiederfinden?

Es geht hier ums Akzeptieren und Verhandeln und auch um die Balance zwischen Anpassung und Selbstbehauptung,

Die beide wichtig sind für gelingende Beziehungen.

Außerdem gilt es,

Verantwortung zu übernehmen für das eigene Leben und das eigene Glück,

Anstatt den Partner ständig in die Pflicht zu nehmen.

Kein Wunder,

Dass viele Beziehungen genau an dieser Stelle krachen gehen.

Oftmals zeigt sich hier auch,

Dass die Gefühle,

Die da sind,

Einfach nicht für eine ernsthafte langfristige Partnerschaft reichen.

Der Marsch durch Phase 3,

Der ist nicht einfach.

Er erfordert Kraft,

Ausdauer,

Geduld,

Kompromissfähigkeit und auch wirklich Mut.

Wie gesagt,

In dieser Phase wird sich nichts geschenkt.

Wir schleifen uns und wir werden geschliffen,

Bis aus einem Rohdiamant ein funkelnder Edelstein wird.

Die vierte Phase der Beziehung,

Entspannungs- und Veränderungsphase,

Wir denken uns neu.

In Phase 4 schnuppern wir wieder Morgenluft und sehen den anderen im besten Falle mit neuen Augen.

Ach so bist du also,

Nenne ich diesen Effekt.

Spätestens in der vierten Phase der Beziehung weiß man genau,

Wie der andere beschaffen ist und wie er oder sie tickt.

Die Machtkämpfe sind so gut wie ausgefochten und wir wissen jetzt,

Wie wir Konflikte konstruktiv miteinander lösen können.

Das Tal der Verzweiflung,

Durch das wir miteinander gegangen sind,

Hat uns auch näher zusammengebracht und eine tiefe Verbundenheit ist entstanden.

Der Boden,

Auf dem das Beziehungshaus steht,

Trägt und man setzt nun die Energie wieder mehr für die eigene Persönlichkeitsentwicklung ein.

In dieser vierten Beziehungsphase sieht man sich zwar als Paar,

Aber es geht auch darum,

Genug Raum für sich selbst zu finden,

Ohne dabei den Zusammenhalt aus dem Auge zu verlieren.

Dabei die richtige Balance zu finden,

Ist nicht immer einfach.

Wir versuchen jetzt ein Gleichgewicht zwischen dem Ich,

Dem Du und dem Wir zu finden.

In dieser Beziehungsphase,

Wenn Streit und Kämpfe nachlassen,

Wächst auch wieder das wirkliche Interesse an der Partnerin oder dem Partner und man lernt viele Seiten neu kennen.

Ich würde sagen,

Es geht jetzt mehr in die Tiefe.

Prozesse der Veränderung und Weiterentwicklung können beginnen.

Die Balance zwischen Autonomie und Bindung ist hergestellt.

Und das Motto dieser Phase lautet so ungefähr Miteinander statt Gegeneinander.

Das heißt aber auch,

Sich immer wieder ehrlich miteinander zu machen,

Sich auszutauschen und neu zu verhandeln,

Damit beide Partner gut mit dieser Beziehung leben können.

Jetzt entwickeln beide im besten Falle aus ihren teilweise unterschiedlichen Vorstellungen einen gemeinsamen Lebensentwurf.

Das bietet gute Chancen,

Langfristige gemeinsame Ziele zu verwirklichen oder sich neu in die Zukunft zusammenzuentwerfen.

Allerdings stellt sich durch diese wachsende Authentizität manchmal auch heraus,

Dass der Lebensentwurf des anderen doch nicht so gut mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen vereint.

Mein Tipp für diese vierte Phase der Beziehung.

Jetzt werden Veränderungen möglich und das stärkt die Partnerschaft.

Wir können uns authentisch begegnen und fühlen uns mehr auf Augenhöhe.

Deshalb ist es ungemein wichtig,

Einen tiefen und ehrlichen Austausch zu pflegen,

Zu verhandeln und das Gemeinsame,

Also Bestärkende,

Als Fundament für das Beziehungshaus zu nutzen.

Gleichzeitig ist es auch wichtig,

Die Liebe zu pflegen,

Also das lebendige Wir zu füttern,

Wie ich das liebevoll nenne.

Und auch in Sachen Sex können sich jetzt ganz neue Welten auftun,

Wenn man bereit ist,

Gemeinsam Neuland zu entdecken.

Phase 5 der Beziehung.

Ich liebe dich,

So wie du bist.

Die Beziehung als emotionales Zuhause.

Besonders bezeichnend für diese Phase ist ein Gefühl der Dankbarkeit,

In dieser Beziehung emotional zu Hause sein zu dürfen.

So erlebe ich das.

Partner oder Partnerin werden geliebt,

So wie sie sind.

Das heißt nicht,

Dass wir immer alles gut finden und Konflikte wird es natürlich auch geben.

Aber da ist eine neue Gewissheit,

Dass zu einer Beziehung Gemeinsamkeiten und Unterschiede gehören.

Konflikte werden konstruktiver als bisher gelöst.

Die fünfte Phase der Liebe ist die schönste,

Tiefste und auch die vertrauteste Beziehungsphase.

Wer es bis hierhin geschafft hat,

Wer Täuschungen und Versteckspiele hinter sich gelassen hat,

Der kann von wahrer Liebe sprechen.

Jetzt hat man alle Höhen und Tiefen miteinander durchlebt.

Es sind viele Dinge passiert,

Die einen zusammengeschweißt haben,

Nicht nur schöne.

Man hat nicht nur die Stärken und Schwächen des Partners kennengelernt,

Sondern man weiß auch damit jetzt ganz gut umzugehen.

Man fühlt sich bei seiner Partnerin oder seinem Partner und in der Beziehung emotional zu Hause.

Es gibt ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Selbstständigkeit.

Man kann das Zusammensein mehr genießen und trotzdem Raum für die Individualität lassen.

Die Beziehung wird zur Basis der eigenen Entwicklung,

Bei der man sich auch noch gegenseitig bestärkt.

Gleichzeitig können auch gemeinsame Visionen und Ziele verfolgt werden.

Es ist sehr viel Platz für gemeinsame Abenteuer und Entdeckungen in allen Lebensbereichen.

Und,

Das ist mir ganz wichtig,

Durch die gesunde Balance von Distanz und Nähe kann auch die Leidenschaft einen sehr großen Raum einnehmen.

Leider wird diese wunderschöne und sehr tiefgehende Phase von vielen nie erreicht.

Immer häufiger trennen sich Paare in den ersten drei Beziehungsphasen.

So erlebe ich das in meiner Arbeit.

So,

Ich hoffe,

Du bist jetzt um einiges schlauer,

Was die Jahreszeiten der Liebe anbelangt.

Und ich hoffe auch,

Du bist nicht etwa demotiviert,

Weil Dir das alles so schwierig erscheint.

Ich möchte Dir wirklich Mut machen.

Wenn die Krisen in Deiner Beziehung kommen,

Das ist nicht das Ende der großen Liebe.

Das sind Hindernisse,

Die man gemeinsam nehmen kann.

Probleme sind normal,

Auch in Beziehungen.

Sie sind ein Turbo für Entwicklung,

Wenn beide die Herausforderung annehmen.

Natürlich weiß ich sehr genau,

Dass es Momente gibt,

Da will man von diesem Krisen sind auch Chancengelaber absolut nix hören.

Dann tut's einfach nur weh und Du hast überhaupt keine Kraft mehr.

Beziehung ist halt nicht nur Glitzerstaub.

Beziehung heißt auch Dreckecken.

Es kommt wirklich alles zum Vorschein.

Natürlich,

Du kannst auch hinschmeißen.

Aber auch in der nächsten Beziehung kommt der Moment,

An dem der Zuckerguss abgetopft ist und dann wird aus Traummann und Traumfrau ein ganz normaler Mensch.

Heißt natürlich auch nicht,

Dass jede Beziehung genug Kraft hat,

Um den Weg bis zur innigen Verbundenheit zu gehen.

Manchmal ist sich lösen tatsächlich die bessere Lösung.

Aber wie ich es schon ausgeführt habe,

Ich glaube,

Die Leute werfen viel zu schnell hin heute und kommen gar nicht an den Punkt,

An dem man einen Beziehungsraum geschaffen hat,

In dem beide sowohl sie selbst sein können und sich gegenseitig befördern in ihrer Entwicklung,

Als auch die Beziehung auf ein neues Level heben.

Dann nämlich bezieht man sich wirklich aufeinander,

Ohne zu klammern.

Man liebt und fühlt sich dennoch frei.

Man erschafft zusammen etwas,

Das größer ist als man selbst.

Und wie gesagt,

Man hat ein emotionales Zuhause.

Man weiß,

Wie man Konflikte auf Augenhöhe lösen kann.

Ich bin super dankbar,

Dass ich das erleben darf.

Und ich habe jede Menge Dreck gefressen auf meinen Beziehungswegen,

Das kannst Du glauben.

Aber ich bin auch daran gewachsen und beziehungsfähiger geworden.

Daher sage ich gern,

Unsere Beziehungsprobleme sind nicht das Problem.

Das Problem ist,

Wenn wir uns den Problem gar nicht erst stellen und damit die Chance auf Entwicklung verpassen.

Zusammen mehr zu sein als die Summe der Teile,

Das ist ein wunderschönes Ziel.

Aber es ist eben kein rosa-roter Rausch.

Es ist eine Art Reise,

Auf der wir auch einiges schwieriger erleben und richtig herausgefordert werden.

Und hier noch einmal die Zusammenfassung der 5 Beziehungsphasen.

1.

Die Verliebtheitsphase,

Der große Rausch.

2.

Das Verliebtheitsgefühl lässt nach,

Die Erwartungen nehmen zu.

3.

Der Beziehungsmachtkampf,

Die Rangelei um das Kräfteverhältnis beginnt.

4.

Entspannungs- und Veränderungsphase,

Wir denken uns neu.

5.

Ich liebe dich so wie du bist,

Die Beziehung als emotionales Zuhause.

Diese Beziehungsphasen von Verliebtheit über Ernüchterung,

Kampf und Veränderung bis zur tiefen Liebe sind typisch für alle Partnerschaften.

Aber natürlich sind sie nicht statisch,

Sondern beweglich und lebendig.

Zum einen erleben Menschen die Phasen in unterschiedlicher Länge,

Zum anderen sind sie nicht immer zeitgleich in derselben Phase.

So kann sich durchaus einer der Partner in der Verliebtheitsphase noch befinden,

Während der oder die andere schon die rosa-rote Brille abgelegt hat.

In den Shownotes dieser Podcastfolge und im Artikel dazu auf meiner Website www.

Leben-lieben-lassen.

De verlinke ich dir ein Arbeitsblatt als PDF-Datei mit einer Übersicht der 5 Beziehungsphasen und auch mit ein paar erhellenden Fragen für deine Beziehung.

Ich wünsche dir spannende Entdeckungen.

Alles Liebe,

Deine Claudia.

4.9 (32)

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Ulrike.

June 20, 2025

Wie gehabt: sehr gut weil besonders begreiflich erklärt! Vielen herzlichen Dank:-D

Sandra

September 30, 2024

Wenig Neues, aber nett zusammengefasst.

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