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Der schlafende Buddha: Dein Kurs für erholsamen Schlaf
4.8
15 jours de cours

Der schlafende Buddha: Dein Kurs für erholsamen Schlaf

Par Ralf D Eisend

Commencer Jour 1
Ce que vous apprendrez
Ich nehme dich mit auf meiner Wanderung durch Indien. Wir beginnen am Meer, südlich von Kalkutta, fahren dann auf dem Boot den Hooghly Rivers nach Norden und folgen anschließend dem Ganges nach Westen, durch West-Bengalen und Richtung Norden zum Himalaya Gebirge bis nach Nepal. Ich habe mich zu dieser Reise durch Indien entschlossen, da sich die Menschen dort bereits seit weit über 2000 Jahren mit den Bewusstseinszuständen beschäftigen und Techniken entwickelt haben unser Bewusstsein zu beeinflussen. Für diesen Schlafkurs habe ich 4 Wirkelemente zusammengestellt: 1. Einsatz von Naturgeräuschen zur aktiven Entspannung 2. Nutzung von Delta- und Thetawellen zur Beeinflussung deiner Gehirnströme 3. Musik für die emotionale und beruhigende Wirkung 4. Meditation-und Entspannungsübungen Wir werden praktische Techniken gemeinsam durchführen, widerholen und üben, denn guter Schlaf ist erlernbar. Die Sleeping Buddha Schlaftherapie setzt im Kern auf eine 30 minütige Übergangszeit in welcher das Tagwerk abgeschossen wird und und die Nachtruhe beginnt. Um gut einzuschlafen solltest du dir täglich etwa 30 Minuten Zeit nehmen. Du erreichst eine tiefgehende Veränderung des Schlafs in dem du dir ein abendliches Ritual schaffst und dir dieses zur Gewohnheit machst Ich wünsche Dir viel Spaß beim Zuhören und den gemeinsamen Übungen.

Ralf D Eisend

Upper Bavaria, BY, Germany

Ich habe in den letzten Jahren Naturaufnahmen in den entlegensten Regionen der Welt gemacht und diese veröffentlicht. Dafür habe ich viel positives Feedback bekommen, vor allem für die entspannende und schlaffördernde Wirkung der Naturaufnahmen. Ich nehme Hörer mit auf meine Wanderungen, bei denen ich die Naturaufnahmen mache. In vielen Folgen...

Leçon 1
Sagar Island
Ich nehme dich heute mit zum Ausgangspunkt meiner Wanderung durch Indien. Ich starte meine Wanderung auf der Insel Sagar Island, welche südlich von Kalkutta im Flussdelta des Hoogly Rivers liegt. Der Fluss spült das Wasser aus dem Norden des Landes hier in den Golf von Bengalen. Du wirst eine tiefgehende Veränderung deines Schlafs erreichen in dem du dir Abends vor dem Zubettgehen etwas Zeit für dich nimmst und dir ein abendliches Ritual schaffst. Um dir das Einschlafen heute zu erleichtern, verwende ich mehrere Elemente. Die Geschichte, die ich heute erzähle wird unterstützt durch Naturgeräusche welche ich am Meer, hier auf Sagar Island, aufgenommen habe. Die Natur beeinflusst auf vielerlei Weise unsere mentalen Prozesse: durch frische Luft, körperliche Bewegung, das viele Grün. Doch ein Effekt wurde in der wissenschaftlichen Forschung oft unterschätzt: die Geräuschkulisse. Dieser Effekt ist auch im Gehirn messbar, denn wir organisieren unsere Denkvorgänge neu, wenn wir biologischen Tönen lauschen. Wir machen zu der Aufnahme des Meeres eine kurze beruhigende Atemübung, die mir ein hiesiger Yogalehrer gezeigt hat. Die Entspannungsübung nennt sich „Atem des Ozeans“ und die Musik dazu ist von Yonder Dale. Um dein Gehirn dabei zu unterstützten von der aktiven Phase in einen Ruhezustand zu gelangen wird die Folge durch Delta- und Thetawellen unterstützt. Die Stimulation mit Theta Wellen hilft Dir beim Einschlafen und löst Zustände aus, die du aus Tagträumen kennst. Durch eine Behandlung mit Theta Wellen kann man Angst und Stress abbauen und das Lebensgefühl insgesamt deutlich steigern. Ein weiterer Vorteil bei der Behandlung mit Theta Wellen liegt dain, dass sich unser Gehirn mit der Zeit auf diese neuen Bewusstseinszustände im tiefen Theta “gewöhnt”. Einfach gesagt erlernt dein Gehirn von selbst diese Bewusstseinszustände auszulösen, was eine tiefgreifende Veränderung in deinem Stressmanagement bedeutet und die Fähigkeit zu Schlafen deutlich, messbar und spürbar verbessert.
Leçon 2
Vishnu Tempel, Sangasagar
Wir erlernen heute eine super kurze Atemübung, die eine sehr intensive beruhigende Wirkung entfaltet und in den letzten Jahren starke Popularität erlangt hat. Die Entspannungsübung nennt sich „478“ und die Musik dazu ist von dem kanadischen Musiker Ethan Sloan. Um dein Gehirn dabei zu unterstützten von der aktiven Phase in einen Ruhezustand zu gelangen wird die heutige Folge durch Deltawellen unterstützt. Meine überwältigenden Eindrücke des ersten Tages auf der Insel haben sich beruhigt und ich genieße es heute allein Gangasagar zu entdecken. Ich habe heute den Großteil des Tages damit verbracht in der Tempelanlage von Kapil Muni herumzuschlendern, in dem sich jedes Jahr Hunderttausende Hindus versammeln um Gebete zu sprechen und ein heiliges Bad zu nehmen. Das Bad in einem Fluss oder einem See ist das vollständige Aufgehen in der Natur. Wir tauchen in die Natur ein. Das untertauchen in einem Gewässer ist die maximale Immersion. Wir sehen dieses Ritual natürlich auch in der Taufe. Durch das Eintauchen in die Natur synchronisieren wir unsere innere Uhr mit dem kosmischen ticken. Unser Biorythmus stellt sich wieder ein. Es ist nicht die Zeit für Wallfahrt und nur wenige Hindus besuchen zu dieser Jahreszeit die Insel. Im Temple wird Kapil Muni geehrt, eine von vielen Inkarnationen des Vishnu. Diese Inkarnationen sind möglich, da wir alle, Götter und Menschen, nur Ausprägungen einer kosmischen Kraft sind. Vishnu ist Gott der der Dreieinigkeit aus Brahma, Vishnu und Shiva. Brahma erschafft unser Universum, Vishnu erhält es, Shiva reinigt und transformiert es, um neues zu schaffen. Vishnu bildet als Erhalter das Gleichgewicht zwischen Brahma, dem Schöpfer und Shiva, dem Zerstörer, deshalb hat Vishnu vier Arme. In zwei Armen hat er Attribute des Schöpfens und in zwei Armen die Attribute der Zerstörung des Alten. Vishnu heißt wörtlich "der Alldurchdringende", "der Allgegenwärtige", "der, der überall ist" und steht für die alles durchdringende kosmische Lebenskraft, deren Teil wir sind. Es ist eine ursprüngliche Wirkkraft aus dem alles entsteht und die alles belebt. Es ist die - der ganzen Welt zugrunde liegende Kraft, die alles durchströmt. Wenn wir in der Natur sind, können wir uns mit dieser Kraft verbinden.
Leçon 3
Golf von Bengalen - auf dem Meer
Heute ist mein letzter Tag auf Sagar Island. Morgen früh muss ich Abschied nehmen von der Insel. Ich möchte nach Norden reisen, Richtung Bihar, auf dem Hooghly Fluss und dann den Ganges Richtung Westen entlang nach Bihar. Heute verbringe ich den ganzen Tag am Strand und am Meer und beobachte die Geistkrabben am Strand und die Möwen. Die 4-7-8 Atmung ist eine tiefe rhytmische Atemtechnik, die als natürliches Beruhigungsmittel für das Nervensystem gilt und eine entspannende Wirkung auf den Körper hat. Die Methode verdankt ihren Namen dem Atemrhythmus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden die Luft anhalten, 8 Sekunden ausatmen. Diese Methode lindert Stress, Angstzustände, hilft den Blutdruck zu regulieren und einzuschlafen. Durch die ausgiebige Ausatmung von 8 Sekunden, steigt der Sauerstoffvorrat im Blut. Das befördert eine große Menge verbrauchter Luft nach draußen. Der Puls senkt sich. Wir werden gelassener und die Entspannung setzt ein.
Leçon 4
Hooghly River - Unterwegs im Boot
Auch heute verwenden wir wieder Schlafwellen, welche zur Beruhigung beitragen / und dir helfen nachhaltig schneller ein- und besser durchzuschlafen. Wie funktioniert das mit den Wellen? Du kennst es vielleicht, wenn man eine Gitarrenseite zum Schwingen bringen will, ohne sie zu berühren: Man macht das, indem man einfach die gleiche Resonanzfrequenz z.B mit einer Stimmgabel erzeugt. Und so ähnlich läuft das hiermit: die Alpha, Delta, und Theta-Wellen, die ich in die Therapie mit aufgenommen habe, stimulieren dein Gehirn in diese Wellenfrequenz einzustimmen. Du schaffst dir damit die Voraussetzungen diese Frequenzen lang anhaltend selbst wieder zu produzieren. Schlafforscher vom Psychologischen Institut der Universität Köln konnten diese Effekte in einer Versuchsreihe mit 170 Probanten erfolgreich nachweisen. Wir werden heute Übungen aus dem Yoga Nidra machen. Wikipedia beschreibt die Wirkung so: Eine tiefe und vollkommene Entspannung wird erlangt, wenn man zwischen Wachen und Schlafen im Alpha-Zustand verharrt. Der Alpha-Zustand lässt sich üblicherweise während der Übergangsphase zwischen Wachsein und Schlafen beobachten. Auf dieser Grenzlinie entsteht der Yoga-Nidra-Zustand. Yoga Nidra wird als Weg gesehen, einen größeren Zugang zum Bewusstsein zu erlangen und uns zu befreien von Ängsten, Sorgen, Problemen, Stress und Überforderung. Ich habe die letzte Nacht auf dem schaukelnden kleinen Ruderboot im indischen Ozean verbracht. Ich war zwischen Himmel und Meer und habe mich gefühlt, als ob mich das Sternenlicht auflädt, mit kosmischer Energie. Ich lade mich auf mit der alles durchdringenden, kosmischen Lebenskraft, deren Teil wir sind. Vishnu erinnert uns an diese Energie. Vishnu ist "der Alldurchdringende". Er steht für die allgegenwärtige kosmische Lebenskraft, deren Teil wir sind. Es ist die ursprüngliche Wirkkraft aus dem alles entsteht und die alles belebt. Es ist die der ganzen Welt zugrunde liegende Kraft, die alles durchströmt. Durch das Eintauchen in der Natur, können wir uns mit dieser Kraft verbinden.
Leçon 5
Shiva Tempel am Hooghly River
Auch heute erzähle ich dir wieder eine Geschichte von meiner Reise durch Indien. Kinder lieben Gute-Nacht-Geschichten. Geschichten sind Teil der Sleeping Buddha Methode: Sie wirken beruhigend, machen das Einschlafen leichter und gehörten vor allem früher zum täglichen "Zu-Bett-Geh-Ritual". Die Uni Köln beschreibt die Methode der Gute-Nacht-Geschichte oder Phantasiereise in ihrem Methodenpool folgendermaßen: Bei Fantasiereisen handelt es sich um gelenkte Tagträume, in denen sowohl Erwachsene als auch Kinder lernen, in ihrer Fantasie Vorstellungen zu assoziieren und zu entwickeln, mitunter auch um Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Sie sollen helfen, Stress abzubauen, ein inneres Gleichgewicht herzustellen und Fantasie und Kreativität zu fördern. Meinen Weg nach Norden habe ich mit einer Bootsfahrt begonnen. Ich darf Gaurav auf seinem Boot begleiten auf den Weg zur Bihar School of Yoga. In einem schmalen, langen Holzboot tuckern wir durch das träge Wasser des Hooghly Rivers. Mit jeder Meile, die wir Richtung Norden schippern, lasse ich meinen Alltags hinter mir und lade mich draußen in der Natur mit neuer Lebensenergie auf.
Leçon 6
Auf dem Ganges
Ich verbringe auch heute den ganzen Tag auf dem schlanken Holzboot und setzte meine Reise zunächst auf dem Hooghly River Richtung Norden fort. Gegen Abend treffen wir auf den Ganges und tuckern in westlicher Richtung weiter - der untergehenden Sonne entgegen. Ich halte Ausschau nach Flussdelfinen, kann aber keine finden. Die Vorstellung, dass wir von Delfinen, die neben dem Boot aus dem Wasser aufsteigen begleitet werden, bleibt ein Traum. Ich schließe die Augen und sehe sie trotzdem. Die kleinen Delfine begleiten mich und ich halte sie fest in meiner Vorstellung und Erinnerung. Auf der Flussstrecke von Sagar Island, an Kalkutta vorbei und bis zur Mündung des Ganges habe ich nur hinduistische Tempel am Fluss gesehen. Dies ändert sich nun. Jetzt mischen sich auch buddhistische Tempel mit in die Landschaft. Ich erkenne sie schon von weitem, die Stupas, welche das religiöse Zentrum der Klosteranlage bilden und Reliquien von Buddha oder herausragenden Mönchen beherbergen. Wir befahren den Ganges weiter ins Innere der Region Bihar, der Gegend in welcher der historische Buddha erleuchtet wurde und gelehrt hat. Wenn man auf der Landkarte des nördlichen Indien eine Gerade zieht vom Gangesknick im Westen, in den wir heute eingefahren sind, bis nach Osten in Allahabad, dehnt sich der Wanderbereich aus, den Buddha in den 45 Jahren seiner Lehrtätigkeit durchwandert hat. Buddha nimmt Gedanken, welche wir aus dem Hinduismus kennen, auf. Er sagt: Was immer dem Gesetz des Entstehens unterworfen ist, ist auch dem Gesetz des Vergehens unterworfen. Diese Wahrheit kann uns trösten. Wir können das Leben nicht festhalten. Altes vergeht, Neues entsteht. Sich darum zu sorgen was war und was kommt, ändert nichts daran. In der Meditation stärken wir unseren Gleichmut und freuen uns am Augenblick. Die Dämmerung hat bereits eingesetzt als es zu regnen beginnt. Gaurav lenkt das Boot ans Ufer.
Leçon 7
Barfuß in Bihar
Das Ziel unserer heutigen Reise ist Munger. Gaurav hat mich eingeladen in der berühmten Bihar School of Yoga zu bleiben, der Wiege des modernen Yoga, die Satyananda 1963 gründete. Er befreite Yoga von zahlreichem religiösen Ballast, übersetzte Schriften über die Methoden ins Englische und machte Yoga so in der ganzen Welt bekannt. Auf ihn ist auch Yoga Nidra zurückzuführen, welches wir bereits geübt haben. Je weiter wir nach Westen fahren, desto lieblicher wird die Landschaft. Die Gegend ist durchsetzt von Hügeln und schroffen Felswänden, kleinen Bächen und Wasserfällen, Tümpeln und Teichen. Gaurav, der das Boot steuert, zeigt nach vorn und bedeutet mir, dass wir bald ankommen. Der Ganges führt in einer engen Schleife um Munger herum. Wir machen das Boot im kleinen Hafen fest, in der Nähe der großen Eisenbahnbrücke, die hier über den Ganges führt. Ich werfe meinen Rucksack an Land, steige vom Boot und bin froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Wir gehen die kurze Strecke vom Bootsanleger durch die geschäftige kleine Stadt zur Yoga Schule zu Fuß. Wie in ganz Indien mischen sich auch hier Kühe ins Stadtbild, die am Straßenrand grasen und mit Gleichmut den Verkehr zum Erliegen bringen. In der Verehrung von Kühen bringen Hindus Ihre Dankbarkeit zum Ausdruck. Kühe sind die ältesten Haustiere der Menschen und helfen beim Tragen von schweren Lasten, versorgen den Menschen mit Milch, ziehen den Ackerpflug, geben Dünger für die Felder und sorgen so für reiche Ernte. Die Verehrung der Kuh steht stellvertretend für das Mitgefühl für alle Lebewesen, für alle Tiere, die keine Stimme haben um sich Gehör zu verschaffen. Im Schutz der Kühe zeigt sich der Respekt vor der Schöpfung und der Dankbarkeit für die Natur, die den Menschen nährt und ihm ein Zuhause gibt. Der Hinduismus würdigt den Menschen als Teil der Schöpfung und Teil der Natur.
Leçon 8
Royal Bhutan Kloster
Ich möchte heute das königliche Bhutan-Kloster besuchen und schaffe es auch am späten Nachmittag dort anzukommen, dank einer Mitfahrgelegenheit, die ich auf der Landstraße bekommen habe. Das königliches Bhutan-Kloster ist eines der prächtigsten Klöster in der Region. Der König von Bhutan ließ dieses Kloster hier in Bodhgaya errichten um Buddha zu ehren. Das Kloster steht nur 2 Minuten entfernt vom Ort an dem Buddha unter dem Pippala Baum die Erleuchtung erlangte. Dort steht der Mahabodhi Tempel mit einem Pippala Baum, einem Ableger des Buddha Baumes. Ich werde diesen morgen besuchen.
Leçon 9
Unterm Pipala Baum
Vom Royal Buthan Monestary sind es nur 2 Minuten bis zum Mahabodhi Tempel. Mahabodhi beeutet „großes Erwachen“ - „Maha“ steht für groß, „bodhi“ für Erwachen. Der Tempel wurde an der Stelle erbaut, an dem Buddha seine Erleuchtung unter dem Bodhi Baum, einer Pappelfeige, hatte. An der Westseite des Tempels findet sich ein Ableger dieser Pappelfeige, ein riesiger schattenspendender Baum, der durch eine kleine, mit bunten Gebetsfahnen behangene Mauer geschützt wird. Ich bin schwer beeindruckt. Buddha selbst hätte selbst ja nicht gedacht, dass seine Lehre so lange Bestand haben würde - er gab ihr nur 500 Jahre. Und da er etwa 600 v.Chr gelebt hat, hat er sich um gute 2.000 Jahre verschätzt. An eine Übernachtung hier am berühmten Pipala Tree ist gar nicht zu denken, da hier schon viele Gläubige herkommen, deshalb habe ich mir als Ziel für den heutigen Tag gesetzt einen schönen, großen und ruhig gelegenen Pipala Baum zu suchen, unter dem ich heute Abend mein Lager aufschlagen kann. Ich gehe los, Richtung Norden, vermutlich auf dem selben Weg, den Buddha gegangen war, aber in die andere Richtung. Ich gehe nach Norden, in die Richtung, aus der Buddha aus seiner Heimat in Nepal gekommen war.
Leçon 10
Nach Norden - bei Patma
Ich werde heute weiter Richtung Norden gehen. Über Patma sind es mindestens 10 Tage Fußmarsch bis an den Rand des Himalayas. Ich möchte von hier nach Nordosten wandern und am Fuße des Himalayas in die Region Sikkim, nach Darjeeeling und Gangtok. Ein echtes Ziel habe ich heute nicht, Patma ist zu weit, deshalb lasse ich mich treiben und will sehen, wo ich einen guten Übernachtungsplatz finde. Ich habe mir ein kleines Büchlein über Buddhas Lehren mitgenommen und blättere immer wieder darin herum, wenn ich anhalte um mich etwas auszuruhen. Mir drängt sich eines auf: Buddha versuchte Dinge auf den Punkt zu bringen. Er hatte die Neigung für Übertreibungen und fürs Extreme. Deshalb waren seine ersten Versuche Erlösung zu erlangen auch extrem. Er schloss sich Asketen, also Hungermönchen an. Seine große Erkenntnis nannte er den mittleren Weg. Wenn du in den Extremen suchst, ist es eine große Erkenntnis, dass der richtige Weg nicht extrem ist, sondern in der Ausgeglichenheit liegt. Deshalb war sein erster Weg nach seiner Erleuchtung zu seinen ehemaligen Kollegen den Asketen, die er über seine Erkenntnisse informieren wollte. In seiner Rede „Alles brennet“, die von den Entzündungen der Sinne und der Psyche handelt, spürt man bereits wieder seine Neigung zur Übertreibung. Er möchte damit vermutlich seine These verdeutlichen und geht auch den Lösungsansatz radikal an. Er macht den Egoismus als zentrales Übel aus und verkündet, dass es gar kein Selbst gibt. Die Nichtexistenz der Seele ist deshalb sein Credo. Dieser radikale Gedanke, den er pflanzt, soll uns dazu bewegen uns mehr mit der Welt zu verknüpfen, um die Entzündungen der Sinne zu vermeiden. Ich kann den jungen, talentierten und intellektuellen Siddharta geradezu vor mir sehen. Er leidet selbst unter Anspannung und Nervosität - wie viele brillante Köpfe - und er lässt alles hinter sich, sein kleines gefährdetes Königreich und die Enge der Familie, die große Erwartungen an ihn haben. Er zieht los und sucht nach Seelenfrieden. Diesen Seelenfrieden findet er dann aber nicht in sich, sondern in der Auflösung des eigenen Seins. Er erkennt dass wir nur ein Teil des Kosmos sind und die Erlösung von unseren Leiden in der Verbindung mit dem Kosmischen finden.
Leçon 11
Bergauf - Am Fuße des Himalaya
Meine Wanderung durch Nordindien führt mich nun stetig bergauf, ich verlasse langsam die subtopische Klimazone. Ich überquere den Ganges Richtung Norden, lasse die Hitze hinter mir und die Trägheit der schwülen Tage. Mit jeder Tagesetappe wird die Luft dünner, die Nächte kälter, die Flüsse klarer und Wege steiler. Am Morgen hat es bereits kurz nachdem ich aufgestanden war, zu regnen begonnen und das Tröpfeln hielt den ganzen Tag über an. Ich nehme einen Pfad durch dichten Wald, der an einem Bach mit zahlreichen Wasserfällen entlang führt. Ich halte immer wieder an und mache die Tonaufnahmen, die ihr hier hört. Die schweren Tropfen trommeln auf die Blättern in den Bäumen, sie fallen dumpf auf den weichen Boden und hellklingend auf Steine und Felsen. Alles ist bedeckt mit Wasser, alles durchdrungen mit Feuchtigkeit. Der Bach plätschert, murmelt und spritzt lachend. Auf meiner Reise versuche ich mein Leben auf eine möglichst einfache, ursprüngliche Art zu erleben. Ich nehme einen möglichst weit entfernten Standpunkt zu meinem normalen Alltag ein, um aus der Entfernung die Strukturen und Zusammenhänge zu erkennen. Ich gehe auf Distanz zu meinen bestehenden Vorstellungen, um mir Raum und Freiheit für neue Ideen und Erkenntnisse zu schaffen. Eine wichtige Erkenntnis mache ich erst jetzt, nach vielen Tagen auf Wanderschaft: Die industrialisierten Tagesabläufe verursachen tiefe Spuren der Zerstörung unserer Lebenskraft und Lebensfreude. Unsere Tagesabläufe sind fremdbestimmt und werden durch feste Termine und häufig eintönige und wenig kreative Tätigkeiten bestimmt. Meine Vitalität, Lebenskraft und Freude ist in den letzten Wochen deutlich angestiegen. Ich glaube es liegt daran dass mein Tagesablauf hier auf meiner Reise durch Indien sehr stark mit dem Sonnenauf- und untergang verbunden ist. Ich wache früh mit der Sonne auf, bin tagsüber aktiv und tanke Helligkeit. Durch mein Eintauchen in die Natur und das unmittelbare Erfahren der lebendigen Wesenheit der Natur habe ich meine Vereinzelung aufgebrochen und öffne mich ein wenig dem universellen Lebensstrom. Mein innerer Kompass synchronisiert sich und richtet sich wieder aus und bringt mich in einen kosmischen Gleichklang.
Leçon 12
Urtümlicher Bergwald - Grenze zu Nepal
Die hohen Gipfel des Himalaya kann man noch nicht sehen. Die bengalische Tiefebene habe ich verlassen, die Landschaft geht vom Hügeligen ins Bergige über. Die Vegetation hat sich auf meinen letzten 5 Etappen stark verändert. Der tropische Regenwald ist jetzt ein urtümlicher Bergwald, mit Nadelbäumen und Laubbäumen. Die Wälder, durch die ich wandere, sind sehr natürliche Lebensräume, die nicht oder nur spärlich bewirtschaftet werden. Obwohl es nachts schon empfindlich kalt werden kann, heizen die Menschen hier nicht ihre Häuser und Hütten, was die Wälder vor Kahlschlag schützt. Ich gehe jetzt schon eiliger, möchte Strecke machen - ich freue mich aufs Gebirge. Ich werde an der Grenze zwischen Indien und Nepal nach Osten, Richtung Darjeeling weitergehen. Von dort hat man freie Sicht auf die höchsten Gipfel der Welt. Die Übernachtungen im Freien werden zur Herausforderung. Morgens ist es bitter kalt, und dichter Nebel und Wolken durchtränken alles mit kalter Feuchtigkeit. Bewusster Verzicht und Enthaltsamkeit spielt eine große Rolle im Leben buddhistischer Mönche, da der mittlere Weg, den Siddharta lehrt, sowohl die Askese als auch die Gier ausschließt. Der Verzicht auf etwas ist der erste Schritt zu jeglicher Art von Veränderung. Nur wenn Du eine Stunde am Abend vor dem Fernseher, dem Computer oder Handy aufgibst, kannst du dir Zeit für Dein Abendritual schaffen. Der bewusste Verzicht von Tätigkeiten, die dich negativ beeinflussen, schafft Raum für neue und bessere Rituale. Statt mehr zu tun, sollten wir zunächst in unserem Leben aufräumen und uns trennen von schlechten Gewohnheiten. Wir erneuern uns ständig. Sowohl auf zellulärer Ebene, als auch auf psychischer Ebene. Die körperliche Erneuerung findet im wesentlichen Nachts, in der anabolischen Phase statt und alte Zellen werden durch neue Zellen ersetzt. Die Qualität der neuen Zellen hängt einerseit von den Produktionsbedingungen in der Nacht ab, also wie tief wir schlafen, aber auch vom qualitativen Input, den wir unserem Körper tagsüber geben - in Form von Nahrung, Licht und Wasser. Wenn wir uns Gutes, Gesundes und Frisches zuführen, macht sich das positiv bemerkbar. Man sieht ja, was Zucker, Zigaretten, Alkohol und Fast Food für Auswirkungen haben. Dies gilt natürlich auch für unsere Psyche. Wir müssen uns mit positiven Erlebnissen füttern, uns Gutes zuführen, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Wenn wir eine negative Angewohnheit durch eine bessere ersetzen, ist das ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.
Leçon 13
Gewitter im Himalaya
Nach Tagen im Nebel hebt sich dieser und plötzlich kann ich im Norden die sonnenbeschienenen Hänge des Kangchendzönga, dem dritthöchsten Berg der Welt, sehen. Das ist heute der Höhepunkt meiner Reise, und dann blitzen die Bilder meiner Wanderung einer nach dem andern auf: mein Start auf Sagar Island, die Flussfahrt den Ganges bis nach Bihar und auf den Spuren Buddhas hier hoch ins Himalaya Gebirge. Doch schon bald schlägt das Wetter wieder um, dichte schwarze Wolken verdunkeln die Sonne und warnen vor dem Sturm, der bevorsteht. Bevor der Regen einsetzt, bringe ich mich in Schutz in einem verlassenen, grasbedeckten Steinhaus der Nomaden. Ich finde eine trockene überdachte Stelle im kleinen Innenraum, welcher offenbar von Mensch und Tier genutzt wird. Vermutlich stimmst du mir zu, wenn ich sage dass wir besser schlafen könnten, wenn wir zufriedener oder gelassener wären. Und wir wissen auch, dass wir zufriedener und gelassener sind wenn wir besser schlafen. Es macht durchaus Sinn gute Schlafbedingungen zu schaffen: Wenn dich dein Körper abends zum Kühlschrank schickt, um nach Süßigkeiten zu suchen, ist das ein Zeichen, dass er müde ist. Statt Süßigkeiten zu essen und zurück zur Couch zu gehen, solltest du also lieber ins Bett gehen. Nutze die Zeit für dein eigenes "Zu-Bett-Geh Ritual". Gönne dir Zeit mit dir selbst vor dem Schlafengehen. Du schläfst besser in ganz dunklen Räumen ohne künstliches Licht. Du schläfst besser kühl, deshalb solltest du besser leicht bekleidet schlafen und mit eher dünnen Decken. Der Körper muss nachts runterfahren und abkühlen.
Leçon 14
Feuer am Berg - Himalaya, Nepal
Feuer steht im Buddhismus auch als Bild für unsere Begierden. Feuer verbrennt nicht zweimal das Gleiche, es sucht sich immer ein neues Opfer. Dabei unterscheidet es, was verbrannt wird, da es, je nach Intensität, nicht immer alles verbrennen kann. Hier ist also schon im Wesen des Feuers die unterscheidende Weisheit angelegt. Die Begierde sucht sich ein Objekt, das scheinbar dauerhaftes Glück bringt. Die zerstreute Energie der Begierde ist nie im Hier und Jetzt, sondern sie ist ständig auf die Zukunft ausgerichtet und geht einher mit der Angst das Ersehnte nicht zu erreichen. Nicht genug zu haben, nicht genug zu erleben, nicht genug zu schaffen, nicht genug geliebt zu werden, nicht genug zu sein. Diese Begierden führen zu einem Gefühl der Ausgebranntheit und Leere, da das Feuer der Begierde alles verschlingt und nach neuem Brennmaterial verlangt. Buddha rät deshalb dazu die Sinnesorgane zu bewachen und nicht alles ungefiltert auf uns einwirken zu lassen. Ein Reiz von außen wird schnell zum Wunsch und dieser weckt die Begierde. Im Marketing spricht man deshalb auch davon Kaufanreize zu schaffen. Reizüberflutung führt zu einem Flächenbrand, indem wir alles wollen und von allem mehr wollen. Wir können dieses Feuer kontrollieren. Es ist die unbändige Lebensenergie in uns - und kann helfen auch weit entfernte Ziele zu erreichen und unsere Talente zu entwickeln. Es kann uns helfen stark und entschlossen zu handeln, angstfrei für uns selbst und unsere Liebsten einzustehen und diese zu schützen.
Leçon 15
Bokar Kloster Nepal
Die Mönche weckten mich noch vor Sonnenaufgang und baten mich sie zu begleiten. Mit steifen Gliedern packte ich meine sieben Sachen. Sie nahmen mich mit ins Bokar Kloster. Es waren etwa 6 Stunden zu Fuß dorthin, wir brauchten aber etwas länger, da die zwei Mönche immer wieder anhielten um zu beten, zu meditieren, zu schwatzen oder einfach nur, um in die Berge ringsum zu blicken und den Moment festzuhalten. Wir hatten schon gestern Abend nicht gegessen und auch heute waren wir mit leerem Magen unterwegs. Mitgefühl spielt eine wichtige Rolle im buddhistischen Denken. Das gilt sowohl für Mönche, als auch für Laien in der Religionsausübung und im täglichen Leben. Das Mitgefühl hat dabei drei Ausprägungen: Erstens das eigentliche Mitleid, definiert als Mitgefühl für das Leiden anderer. Zweitens mitfühlende Freude, die Freude, wenn Glück anderen hold ist. Drittens die Herzensgüte, die buddhistische Tugend par excellence. Herzensgüte ist aus der Ausbildung sowohl der Mönche, als auch der Laien nicht wegzudenken, denn für Buddhisten zählt allein die geistige Handlung, die Absicht oder Haltung, und nicht die Tat selbst. Buddha wünscht sich, dass in der ganzen buddhistischen Welt Herzensgüte, Mitleid und Mitgefühl zum Vorbild für die Mitmenschlichkeit werden. Die buddhistischen Mönchsorden fundieren auf Mitmenschlichkeit. Die Orden gründen auf der Großzügigkeit der Laienanhänger und der Gläubigen. Es ist eine Symbiose. Die Gläubigen geben den Mönchen Essen und leibliche Unterstützung, während die Mönche den Gläubigen Weisheit anbieten. Die Beziehungen basieren auf einem langfristigen Austausch von Geschenken. Diese Geschenke sind ganz unterschiedlicher Art, aber werden freien Herzens gegeben und durch sie werden bleibende Bindungen geknüpft. Es ist diese große Gemeinschaft, die dem Buddhismus seinen lebensnahen Erfolg schenkt. Buddhisten betrachten Herzensgüte als ein Talent, das man entwickeln kann. Es ist erlernbar, wie das Geschick, mit dem ein Handwerker ein Werkstück bearbeitet und besser wird, durch Übung und Wiederholung. Herzensgüte wird aktiv betrieben und gibt dem Einzelnen Halt in der Gesellschaft der Gebenden.

Avis récents

4.84
56
Diethard
October 26, 2024
Hat mir gut getan, Danke
Arnold
October 21, 2024
Herzlichen Dank
Kerstin
June 26, 2024
Ein schöne Geschichte mit wertvollen Dingen. Mir hat sie sehr gut gefallen und kommte relativ schnell abschalten und in den Schlaf finden. Werde sie mir auf alle Fälle noch mal anhören. ☺️🙏
Ines
February 27, 2024
Dies ist ein sehr schöner und besonderer Kurs zum einschlafen. Herzlichen Dank dafür.
Michael
August 14, 2023
Sehr gut, ich konnte toll dazu einschlafen. Ich beneide Dich für die Reisen die Du alle gemacht hast lieber Ralf. Der Kurs war sehr gut, schade das er zu Ende ist. Ich werde ihn sicher noch mal machen. Gruß Michael
Annette
February 4, 2023
Vielen Dank für diesen wunderbaren Schlafkurs. Einzigartig und sehr wirkungsvoll. 🙏
Olga
May 14, 2021
Ich habe jede Folge gemocht und könnte so noch paar Monate reisen )))
Ines
April 17, 2021
Eine wirklich schöne Reise. Anfangs habe ich mich ein wenig schwer getan, aber zum Schluss bin ich regelmäßig eingeschlafen. Vielen Dank dafür. ❤️
Evangelos
February 16, 2021
Êine gute Mischung
Doro
February 5, 2021
Ein tolle Reise..... Gerne mehr davon... Alles Liebe Doro 🙏🙏🙏
Silke
January 13, 2021
Wahnsinn was an Input und Energie während des Kurs in mir entstanden ist und mir neuen Raum für Entwicklung und Entspannung gegeben hat. Vielen Dank für diese Erfahrung.

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